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Die Zabern-Affäre 1913/1914 im Reichsland Elsass-Lothringen als Verfassungskrise und Parlamentarisierungschance

Hausarbeit (Hauptseminar) 2011 48 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A Einleitung

B Hauptteil
I Das Reichsland Elsass-Lothringen
1.1 Die Anfänge des Reichslandes
1.2 Das Reichsland unter der „Zivildiktatur“ 1871-1874
1.3 Der Landesausschuss - Das Reichsland auf dem Weg zur Autonomie?
1.4 Reformierung des Reichslandes 1879 - Die Statthalterverfassung
1.5 Die Verfassungsreform von
1.6 Die Beziehung der reichsländischen Bevölkerung zum Deutschen Reich
II Die Zabern-Affäre
2.1 Der Kasernenhofskandal
2.2 Der Flaggenvorfall
2.3 Die Lage eskaliert
2.4 Die Zabern-Affäre im Reichstag
2.5 Forstner und Reuter auf der Anklagebank
III Folgen und Bewertung der Zabern-Affäre
3.1 Auswirkungen auf Elsass-Lothringen
3.2 Auswirkungen auf das Reich
3.3 Zabern als Verfassungskrise des Kaiserreiches
3.4 Zabern als Parlamentarisierungschance des Kaiserreiches

C Schluss

D Anhang
1. Bild- und Quellenanhang zur Hausarbeit
2. Abkürzungsverzeichnis
3. Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Das am Anfang des 20. Jahrhunderts etwa 9000 Einwohner umfassende Städtchen Zabern (franz. Saverne) am Fuße der Vogesen gelegen, keine zwei Stunden Bahnfahrt von Straßburg entfernt, war im Kaiserreich außerhalb des Elsass nahezu unbekannt[1]. Dieser Ort sollte einem Vorfall den Namen geben, der ihn ins Rampenlicht der nationalen und internationalen politischen Bühne am Vorabend des Ersten Weltkrieges katapultieren sollte.

Diese als „Zabern-Affäre“ bekannt gewordenen Vorgänge hätten sich auch an anderer Stelle des Deutschen Reiches ereignen können, gewannen aber besonders deshalb an Brisanz, weil sie sich in einer besonders heiklen politischen Peripherieregion, nämlich dem erst 1871 „zurückgekehrten“ Reichsland Elsass-Lothringen, abspielten.

Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel zunächst den Weg dieses „Krisenherdes“[2] nach Deutschland und dessen verfassungspolitische Entwicklung ab 1871 zu skizzieren, um die Sonderposition zu verdeutlichen, in der sich die Bewohner Elsass-Lothringens befanden. Danach soll sich die Darstellung der Ereignisse und Auswirkungen von Zabern anschließen, die Lenin im November 1913 zu folgender Aussage veranlassten:

„Es gibt in der Politik Vorfälle, durch die das Wesen einer bestimmten Ordnung der Dinge irgendwie schlagartig, aus einem verhältnismäßig geringfügigen Anlass, mit ungewöhnlicher Wucht und Deutlichkeit zutage tritt “[3]

Ob der Zabern-Affäre wirklich eine solch modellhafte Bedeutung zukommt wird zu klären sein. Des Weiteren soll überprüft werden, ob die fast ausschließlich resignierende Bewertung der Geschichtsschreibung angebracht ist oder ob sich nicht auch positive, auf eine zunehmende Parlamentarisierung am Ende des Kaiserreiches hinweisende Aspekte finden lassen. Die zeitgenössische Sicht auf die Vorfälle in Zabern und die Rolle des Militärs in der Gesellschaft sollen abschließend die im Bildanhang zur Verfügung gestellten Karikaturen verdeutlichen.

I. Das Reichsland Elsass-Lothringen

1.1 Die Anfänge des Reichslandes

Mit dem Frieden von Frankfurt vom 10.05.1871 wurde ein staatsrechtlicher Schlussstrich unter den Deutsch-Französischen Krieg[4] gezogen. Einer der zentralen Punkte war der Übergang Elsass-Lothringens[5] an das neu gegründete Deutsche Reich, welches sich nun vor dem Problem sah, wie es mit dem neuen Territorium verfahren sollte.

Eine Eingliederung in das preußische Staatsgebiet galt nicht zuletzt deswegen als realistische Option, weil Preußen im Lauf der Geschichte wiederholt seine integrative Kraft unter Beweis gestellt hatte. So argumentierte beispielsweise von Treitschke, dass „dieser [preußische] Staat die Preussen selber dem Polnischen Wesen, die Pommern dem Schwedischen, die Ostfriesen dem Holländischen [und] die Rheinländer dem Französischem Wesen entrissen“ habe. Für die elsass-lothringische Bevölkerung hätte diese Variante den Vorteil geboten, sofort als gleichwertige Mitglieder in das Deutsche Reich integriert zu werden. Gegen diese Lösung sprach jedoch das in erster Linie konfessionell motivierte Misstrauen[6] der überwiegend katholischen Bevölkerung der dann neuen Provinz gegenüber dem mehrheitlich protestantischen Mutterland.[7] So sprach sich auch Bismarck gegen diese Variante aus, da sich seiner Meinung nach „die Elsässer [leichter] mit dem Namen der Deutschen’ assimilieren als mit dem Namen der ,Preußen’". Zudem wäre mit dem Widerstand der übrigen Bundesstaaten zu rechnen gewesen, die eine weitere Gewichtsverschiebung durch zusätzliche Stimmen für Preußen im Bundesrat befürchtet hätten.[8]

Die geographische Lage hätte nahe gelegt, Lothringen dem Königreich Bayern[9] zuzuschlagen und das Elsass an Baden anzugliedern.[10]

Diese Begünstigung einiger Fürsten ohne Ausgleich für die nicht bedachten Landesherren hätte aber Unruhe erzeugen und damit den Zusammenhalt des neu entstandenen Deutschen Reiches gefährden können. Außerdem hätte eine Stärkung der süddeutschen Staaten den Widerstand Preußens heraufbeschworen.

Der Status eines gleichberechtigten Gliedstaates mit eigener Verfassung wurde zunächst nicht ernsthaft erwogen, da es keinen rechtmäßigen fürstlichen Landesherren gab und die Einwohner des neuen Gebietes unmittelbar nach Ende des Deutsch-Französischen Krieges nicht genügend „Reichstreue“ aufzuweisen gehabt hätten.[11]

Eine letzte Alternative[12] wäre die Schaffung eines neutralen Staates auf dem Gebiet Elsass- Lothringens gewesen. Aus militärischen Gesichtspunkten entsprach dies aber keinesfalls den Interessen des Deutschen Reiches, wie aus einer Rede Bismarcks vor dem Reichstag vom 02.05.1871 hervorgeht: „Es wäre dann eine Kette von neutralen Staaten[13] hergestellt [...] von der Nordsee bis an die Schweizer Alpen, die es uns allerdings unmöglich gemacht haben würde, Frankreich zu Lande anzugreifen [...]; keinesfalls aber würde Frankreich [...] gehindert sein, gelegentlich seine Flotte mit Landungstruppen an die Küste zu schicken [...] und bei uns einrücken zu lassen. Frankreich hätte einen schützenden Gürtel gegen uns bekommen, wir aber wären, solange unsere Flotte der Französischen nicht gewachsen ist, zur See nicht gedeckt gewesen“. Darüber hinaus war man sich in Deutschland der frankophilen Grundhaltung der frisch von Frankreich abgetrennten Gebiete bewusst, wodurch berechtigte Zweifel angebracht waren ob sich Elsass-Lothringen in einem erneuten Krieg neutral verhalten würde. Da außerdem eine regierende Fürstenfamilie für das Gebiet nicht existierte, wäre nach Einführung der Republik in Frankreich das monarchische Prinzip in Europa noch weiter erschüttert worden.[14]

Die Entscheidung fiel daher auf die Neuschaffung eines „Reichslandes“, also eines Territoriums welches dem Reich als Ganzem zugeordnet wurde. Gleichzeitig sollte durch die gemeinsame Verantwortung aller Gliedstaaten eine festigende Wirkung auf den deutschen Nationalstaat erzielt werden.[15]

Die Verfassung war allerdings für die Situation, dass das Reich eine unmittelbare, einheitliche, jedoch keine bundesstaatliche Herrschaft über ein Gebiet führen sollte, nicht ausgelegt. Vielmehr setze der Bund aus souveränen Fürstenstaaten und freien Städten selbstständige, mit eigener Staatshoheit ausgestattete Staatswesen voraus. Vom Grundgedanken eines „Vereinstatus“ der Mitgliedstaaten wich das neu gegründete Deutsche Reich daher durch die Schaffung eines Reichslandes ab.[16]

1.2 Das Reichsland unter der „Zivildiktatur“ 1871-1874

Dieser prinzipielle Widerspruch machte das verfassungsergänzende „Vereinigungsgesetz“ vom 09.06.1871 nötig. Hierin wurde eine besondere legislative Gewalt für Elsass-Lothringen bestimmt, die von Bundesrat und Kaiser ausgeübt wurde. Die Mitwirkung des Reichstages war dagegen nur bei der Aufnahme von Anleihen oder einer Garantieübernahme für das Reichsland vorgesehen. Die Staatsgewalt ging also auf die im Bundesrat vertretenen, zum Reich vereinten Bundesstaaten über und wurde vom Kaiser ausgeübt. Der Reichskanzler wurde mit dem Gegenzeichnungsrecht betraut und trug die konstitutionelle Verantwortung.[17] Das Vereinigungsgesetz definierte den als Provisorium gedachten Reichsland-Status Elsass- Lothringens gegenüber dem Reich, ließ jedoch die innere Verwaltung unberücksichtigt. Diese Regelung wurde am 30.12.1871 durch das „Reichsgesetz betreffend die Einrichtung der Verwaltung in Elsaß-Lothringen“ nachgeholt.[18] Demnach unterstanden alle Behörden der neuen Gebiete dem Reichskanzler, dem die Leitung der Verwaltung oblag, die in der Abteilung für Elsass-Lothringen im Reichskanzleramt in Berlin ihre höchste Behörde besaß. Gegenstand des Reichsgesetzes war weiterhin der sogenannte „Diktaturparagraph“[19], der es der Verwaltung erlaubte, jederzeit ein Verbot von Versammlungen, Vereinen und Zeitungen zu verhängen. Die Einteilung des Landes in Bezirke und Kreise wurde abgeschlossen und das Amt des Oberpräsidenten als oberste Verwaltungsbehörde in Elsass-Lothringen mit Sitz in Straßburg wurde eingeführt.[20] Dieses Amt, welches unmittelbar dem Reichskanzler unterstellt war, wurde bis zu seiner Aufhebung im Jahr 1879 von Eduard von Möller[21] ausgefüllt.

Das Vereinigungsgesetz sah das Inkrafttreten der Reichsverfassung für Elsass-Lothringen zum 01.01.1874 vor.[22] Das Recht zur Gesetzgebung lag bis 1874 allein beim Kaiser (mit Zustimmung des Bundesrates). Der zugrunde liegende Gedanke war der, dass wenn das Reichsland dem Reich als Ganzem unterstellt ist, dort auch nur Reichs- und nicht Landesgesetzgebung stattfinden kann. Im Gegensatz zu den Bundesstaaten fielen in Elsass- Lothringen also Reichs- und Landesgesetzgebung zusammen, was eine Ebene der gesonderten Landesgesetzgebung unnötig machte. Der Reichstag wurde aus dem Gesetzgebungsverfahren herausgelassen, um möglichst schnell auf Entwicklungen im Reichsland reagieren zu können. Eine verbindliche reichsländische Beteiligung war nicht vorgesehen, was von unterschiedlichsten Abgeordneten immer wieder kritisiert wurde.[23] Dieser kurze Überblick über das Vereinigungsgesetz und das Reichsgesetz vom Dezember 1871 zeigt deutlich, dass zu diesem Zeitpunkt das „Reichsland ein weitgehend unmündiger und rechtloser Befehlsempfänger des Reiches war“[24]. Es war die einzige Region des Deutschen Reiches, in der der Kaiser landeshoheitliche Rechte als Vertreter des Reiches ausübte. Diese „Reichsvormundschaft“ bildete Preibusch zufolge keine gute Ausgangsposition für die Erlangung größerer Selbstständigkeit.

Durch die Stärkung des elsässischen Partikularismus jedoch, hoffte Bismarck, die Anbindung an das Reich zu intensivieren. Als Gegenmodell zum zentralisierten französischen Staat versuchte Bismarck, Elsass-Lothringen durch einen hohen Grad an kommunaler und individueller Freiheit für sich zu gewinnen. Obwohl ein grundsätzlicher Widerspruch zwischen der Stärkung des Partikularismus auf der einen und dem Vereinigungsgesetz auf der anderen Seite bestand, war er überzeugt, dass auf diesem Wege ein stärkeres Zugehörigkeitsgefühl erreicht werden könne:

„Die Elsässer haben sich in ihrer zweihundertjährigen Zugehörigkeit zu Frankreich ein tüchtiges Stück Partikularismus nach guter deutscher Art konserviert, und das ist der Baugrund, auf dem wir [...] mit dem Fundamente zu beginnen haben werden [...]. Fühlen sie sich erst vollständig als Elsässer, so sind sie zu logisch, um sich nicht gleichzeitig als Deutsche zu fühlen.“[25]

1.3 Der Landesausschuss - Das Reichsland auf dem Weg zur Autonomie?

Mit dem Inkrafttreten der Reichsverfassung ging die Gesetzgebungsgewalt auf die von der Verfassung vorgesehenen Organe Bundesrat und Reichstag über. Seit den Reichstagswahlen 1874 konnten die Elsass-Lothringer Abgeordnete in letzteren entsenden, die dort die Belange der Bevölkerung geltend machen konnten. Dies war ein eindeutiger Fortschritt, da deren Vertreter jetzt auf parlamentarischem Wege gehört werden mussten und Mitbestimmungsrechte bei Reichsangelegenheiten erhielten.

Auf Landesebene trat mit der Schaffung des Landesausschusses vom 29.10.1874 eine wichtige Neuerung ein. Die dreißig indirekt gewählten Mitglieder setzten sich aus je zehn Vertretern der drei Bezirkstage des Reichslandes zusammen. Die Beteiligung an der Landesgesetzgebung war jedoch nur konsultativ und die Beratungen nicht öffentlich. Hier wurde also nur ein erster zaghafter Schritt in die Richtung der Heranziehung einer elsass- lothringischen Landesvertretung zur Gesetzgebung gewagt. Der Landesausschuss unterstützte in den folgenden Jahren in dem ihm möglichen Maße die Bestrebungen, ein weitgehend selbst verwaltetes Reichsland zu schaffen, welches mit eigenen Organen ohne Einmischung des Reiches agieren konnte. Dabei befand sich die Institution in einer kritischen Lage. Solange der Landesausschuss allein aus kaiserlicher Verordnung hervorging, konnte er auf diesem Wege auch wieder beseitigt werden. Er war in seinen Äußerungen und Beschlüssen daher stets um ein empfindliches Gleichgewicht bemüht. Einerseits reklamierte er Selbstverwaltungsrechte, andererseits durfte er diese nicht so vehement vortragen, dass in Berlin der Eindruck von Aufmüpfigkeit entstand.[26]

Der erste große Schritt in Richtung Autonomie wurde mit dem Gesetz über die Landesgesetzgebung vom 02.05.1877 gemacht, welches die Befugnisse des Landesausschusses deutlich erweiterte.

Er blieb nicht mehr auf seine konsultative Funktion begrenzt, sondern erhielt konstitutive Mitwirkungsrechte bei der Gesetzgebung für das Reichsland. So lautete §1, dass

„Landesgesetze für Elsaß-Lothringen, einschließlich des jährlichen Landeshaushalts-Etats, mit Zustimmung des Bundesraths vom Kaiser erlassen [werden], wenn der [...] Landesausschuß denselben zugestimmt hat". Da die Regierung aber noch immer am Landesausschuss vorbei ein bestimmtes Landesgesetz (durch die Reichsgesetzgebung oder das kaiserliche Notverordnungsrecht) erlassen konnte, verlor das Gesetz vom Mai 1877 an autonomieschaffender und damit integrierender Effektivität.[27]

Zuvor (1875/1876) wurde bereits der Oberpräsident von Möller auf eigenen Wunsch als einer der siebzehn preußischen Bundesratsvertreter in eben diesen entsandt. Dort befasste er sich in erster Linie mit reichsländischen Anliegen[28], obwohl er verfassungsrechtlich ein Vertreter Preußens war. Damit war Elsass-Lothringen zumindest in Person seines Oberpräsidenten im Bundesrat vertreten, in dem es zuvor nicht einmal mit beratender Stimme repräsentiert war.[29]

1.4 Reformierung des Reichslandes 1879 - Die Statthalterverfassung

Im Jahr 1879 kamen erneut Punkte der Verwaltungsreform und verfassungsrechtliche Anliegen auf die Agenda. Diese waren aufgrund einer uneffektiven Verwaltung und durch die bestehende Rechtsunsicherheit in Bezug auf die Fortgeltung französischer Gesetze in Elsass- Lothringen notwendig geworden.[30]

Als wichtigste Neuerungen, die das Gesetz vom 04.07.1879 mit sich brachte, bleiben festzuhalten: Das Initiativrecht für den Landesausschuss, durch welches er selbst notwendige Gesetzgebungsverfahren initiieren konnte; die Möglichkeit, drei Kommissare in den Bundesrat zu entsenden, die dort konsultativ in Angelegenheiten des Reichslandes gehört werden sollten und die Einrichtung des Statthalteramtes.[31] Dem Statthalter konnten nach §1 landesherrliche Befugnisse, die ihn zur Ausübung der Staatsgewalt berechtigten, vom Kaiser übertragen werden. Seinen Sitz hatte er in Straßburg. Der Umfang der an den Statthalter übertragenen Befugnisse wurde durch kaiserliche Verordnung bestimmt, weiterhin wurde er vom Kaiser ernannt und konnte jederzeit wieder durch diesen abberufen werden.[32] Dadurch, dass alle dem Reichskanzler in elsass-lothringischen Angelegenheiten zugesprochenen Rechte sowie die Aufgaben des Oberpräsidenten auf den Statthalter übergingen, nahm dieser teils fakultative landeherrliche, teils obligatorische ministerielle Befugnisse wahr. Das Gegenzeichnungsrecht und damit die parlamentarische Verantwortung übernahm der Staatssekretär des elsass-lothringischen Landesministeriums, durch dessen Einrichtung die Abteilung für Elsass-Lothringen im Reichskanzleramt wegfiel.[33]

1.5 Die Verfassungsreform von 1911

Mit der Statthalterverfassung und der faktischen Gleichstellung in weiten Teilen des Staatslebens konnte sich der Großteil der elsass-lothringischen Bevölkerung arrangieren und so verblieben einzig die Notabeln, die nach 1879 noch Forderungen nach einer vollwertigen Verfassung erhoben. Diese Verfassungsbemühungen ermüdeten jedoch bis Mitte der 1890er Jahre, da der Fokus zunehmend auf tagespolitische Fragestellungen gelegt wurde. Als Fernziel bestand jedoch weiterhin die Erhebung Elsass-Lothringens zu einem gleichberechtigten Bundesstaat. Die Schritte, die das Reichsland diesem Ziel näher bringen sollten, waren die Ausschaltung von Bundesrat und Reichstag aus der Landesgesetzgebung, die Annäherung des Landesausschusses an den Status eines Landtages, die Abschaffung des Diktaturparagraphen und die vollwertige Vertretung Elsass-Lothringens im Bundesrat. Obwohl diese Ziele schon seit den 1890er Jahren intensiv verfolgt wurden, in einer Zeit als das Reichsland sich immer stärker in das Deutsche Reich integrierte und die politischen Rahmenbedingungen für eine Verfassungsreform günstig waren, wurden die meisten dieser Wünsche erst 1911 (im Falle des Diktaturparagraphen 1902) von der Reichsleitung erfüllt.[34] Gegenüber dem Verfassungsgesetz von 1879 bedeutete dasjenige von 1911 einen weiteren Fortschritt. So gewährte es dem Reichsland die Vertretung im Bundesrat durch drei voll stimmberechtigte Vertreter, deren Stimmen allerdings dann kein Gewicht hatten, wenn sie in der Abstimmung zugunsten Preußens den Ausschlag gegeben hätten. Diese Zusatzbestimmung richtete sich gegen die preußische Übermacht im Bundesrat, nicht gegen Elsass-Lothringen. Ein zentrales Problem lag jedoch darin, dass die Bundesratsstimmen vom Statthalter instruiert werden sollten, dieser jedoch von den Weisungen des Kaisers und preußischen Königs abhängig war. Einer gleichberechtigten Vertretung im Bundesrat stand somit die staatsrechtliche Organisation als Reichsland entgegen.

Die Ausschaltung von Bundesrat und Reichstag aus dem Landesgesetzgebungsverfahren wurde ebenfalls mit der Verfassungsreform von 1911 durchgesetzt. Damit wurde die Landesgesetzgebung aber nur fast eine ausschließlich reichsländische Aufgabe, da der Kaiser als Träger der Staatsgewalt in Elsass-Lothringen noch immer Gesetze gegen den Willen der beiden Landtagskammern zu Fall bringen konnte.[35]

Die interne Verfassung des Landes entsprach dagegen weitgehend denjenigen der deutschen Bundesstaaten, war in einigen Aspekten sogar liberaler und freiheitlicher. Der Landtag beruhte zwar auf dem Reichsgesetz von 1911, stand aber in seinen Rechten den anderen bundesstaatlichen Parlamenten des Reiches nicht nach. Im Vergleich zum indirekt gewählten Landesausschuss, ging die zweite Kammer des Landtages durch freie, geheime, gleiche und direkte Männerwahl hervor. Die Immunität der Abgeordneten und das Petitionsrecht waren bereits vorhanden und wurden 1911 noch durch das Interpellationsrecht des Landtages erweitert. Die erste Kammer rekrutierte sich aus drei Personengruppen: indirekt gewählte Personen, Mitglieder Kraft ihres Amtes und zur Hälfte Kandidaten, die vom Kaiser ernannt wurden, wodurch dieser die erste Kammer unter seiner Abhängigkeit halten konnte. Die Zusammensetzung der ersten Kammer musste der Kaiser gegenzeichnen, wodurch nochmals zum Ausdruck kommt, dass es sich bei ihrer Besetzung um eine Reichsangelegenheit handelte. Die Binnenverfassung Elsass-Lothringens kam denen der Bundesstaaten zwar nahe, von echter Autonomie konnte aber aufgrund der fortbestehenden kaiserlichen Machtbefugnisse keine Rede sein, obwohl der Einfluss des Reiches nach innen weniger spürbar war als in den staatsrechtlichen Beziehungen.

Es bleibt festzuhalten, dass das Verfassungsgesetz von 1911 für Elsass-Lothringen ein Höchstmaß dessen gewährte, was unter Beibehaltung der Reichslandkonstruktion staatsrechtlich möglich war. Dieses Reichslandkonstrukt war es, das einer Erhebung zum eigenständigen Bundesstaat entgegen stand. Dafür hätte das Land erst völlig vom Kaiser losgelöst werden müssen. Indem sich die Reichsleitung dafür entschied, das Reichsland weiterzuentwickeln, zementierte sie einen Zustand, der zwar praktisch einem Bundesstaat entsprach, rechtlich aber keine spätere Gleichstellung ermöglichte. Preibusch kommt daher zu dem Schluss, dass das Reichsland mit der Reform von 1911 die Grenzen seiner Entwicklungsfähigkeit erreicht hatte.[36]

1.6 Die Beziehung der reichsländischen Bevölkerung zum Deutschen Reich

Im Zitat des Historikers Rehm wird die Situation im Reichsland unmittelbar nach dem Übergang an das Deutsche Reich treffend zusammengefasst: „Zwar waren die Elsaß­Lothringer 1870/71 in der Mehrheit deutschstämmig, aber zumeist nicht mehr deutschwillig“[37]. Es war ein schwieriges Unterfangen, in den Bewohnern Elsass-Lothringens ein deutsches Nationalgefühl zu wecken und sie an die politische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung Deutschlands anzuschließen. Das Elsass gehörte zwar seit dem Vertrag von Mersen 870 zum Ostfränkischen-, später zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, wurde aber im 17. Jahrhundert durch Ludwig XIV. annektiert.[38] Die eindeutig deutsche kulturelle Vergangenheit drückte sich vor allem dadurch aus, dass ca. 88% der Bevölkerung in Elsass-Lothringen die deutsche Sprache in unterschiedlichen Dialekten sprach, wobei der frankophone Anteil in Lothringen bedeutend größer war als im Elsass.[39] Während sich das Bildungsbürgertum mehr nach Paris orientierte und die französische Sprache pflegte, hielten Landbevölkerung und städtische Unterschichten noch an der alten Mundart fest.[40]

Für Deutschland als Prototyp einer Kulturnation waren die ältere Geschichte und die kulturell/sprachliche Prägung die entscheidenden Argumente hinsichtlich der nationalen Zugehörigkeit der Reichsländer. Die Tatsache, dass sich über Elsass-Lothringen innerhalb von fast zweihundert Jahren Zugehörigkeit zum westlichen Nachbarn ein „dichter und echter französischer Firnis“[41] gelegt hatte, machte es der Bevölkerung jedoch unmöglich, „einfach gute Deutsche“[42] zu sein. Obwohl die wirtschaftlichen und geistigen Verbindungen des Elsass nach Deutschland nie gänzlich abrissen, fühlte sich vor allem die Bourgeoisie der Region durch die prägende Wirkung der Revolution von 1789 Frankreich zugehörig.

Als „abgerissener Teil der grand nation“ waren die deutsche Amtssprache außerhalb frankophoner Orte und die Einflüsse im Schul-, Universitäts- und Zeitungswesen für die bürgerlichen Schichten daher schwer zu ertragen.[43]

Es waren somit vor allem Akademiker, Freiberufler und leitende Angestellte, die unter den 50000 Abwanderern waren, die in den ersten Jahren nach dem Deutsch-Französischen Krieg die Region in Richtung Frankreich verließen.[44] Es liegt vielleicht ein Stück Symbolkraft in der Tatsache, dass die Marseillaise ausgerechnet in Straßburg verfasst wurde.

Die erste Reaktion derer, die nach der Annexion[45] im Lande blieben, war Protest, getragen von französischen Vereinen, Notabeln, Lokalpolitikern und der Presse. Die neue deutsche Verwaltung, die eine preußisch-protestantische Beamtenschaft ins Land gebracht hatte, reagierte mit Verboten, Ausweisungen und einem Passzwang repressiv auf alle Protest- und Autonomiebewegungen, wodurch diese noch mehr angefacht wurden. Die schulpolitischen Maßnahmen während des Kulturkampfes bewirkten weiterhin, dass sich katholischer und germanophober Widerstand gegenseitig verstärkten.

Eine Tendenz zur Normalisierung setzte erst nach 1890 allmählich ein. Eine neue Generation, die an deutschen Schulen ausgebildet worden war, begann, sich mehr und mehr an der politischen Debatte zu beteiligen und die älteren Notabeln, die bisher stur auf Konfrontationskurs mit dem Reich lagen, gingen eher zu einer opportunistischen Realpolitik über.[46] Besondere Bedeutung in Richtung einer Assimilation des Reichslandes kam neben dem Wirtschaftssektor den Parteien zu. Die Wahlergebnisse[47] der Reichstagswahlen von 1874-1912 zeigen, dass bis einschließlich 1887 regionale Parteien (Protestler, Autonomisten, Individualkandidaten des politischen Katholizismus) überwältigende Wahlerfolge feiern konnten. Durch die Wahlen von 1890 und 1893 wurden deren Anteile jedoch mehr als halbiert, was Voraussetzung für die nun einsetzende Entstehung einer abwechslungsreicheren Parteienlandschaft war. Profitieren konnten in erster Linie die Nationalliberalen, die Deutsche Reichspartei, die Deutschkonservative Partei, das Elsass-Lothringische Zentrum und die Sozialdemokratie, die 1912 stärkste Kraft wurde.

[...]


[1] Schenk, Erwin, Der Fall Zabern (Beiträge zur Geschichte der nachbismarckischen Zeit und des Weltkrieges hrsg. von Fritz Kern), Stuttgart 1927, S. 4ff.

[2] Vgl. vertiefend dazu Wehler, Hans-Ulrich, Das "Reichsland" Elsaß-Lothringen 1870-1918, in ders., Krisenherde des Kaiserreichs 1871-1918, Göttingen 1979, S. 17ff.

[3] Lenin über Zabern vgl. Werke Bd. 19 (März-Dezember 1913), Berlin 1971, S. 409-411.

[4] Juli 1870-Mai 1871 - endete mit dem Sieg Preußens und seiner deutschen Verbündeten. Neben dem Verlust großer Teile des Elsass und Lothringens musste Frankreich fünf Milliarden Francs Kriegsentschädigung zahlen.

[5] Die beiden Gebiete gehörten kulturell und geschichtlich keineswegs unmittelbar zusammen und wurden künstlich zusammengefasst vgl. vertiefend dazu: Preibusch, Sophie, Verfassungsentwicklungen im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871-1918. Integration durch Verfassungsrecht? Berliner Juristische Universitätsschriften Bd.38, Berlin 2006, S. 71. Wehler weist darauf hin, dass das Deutsche Reich bereits am 2. März 1871 mit der Ratifikation des Versailler Präliminarfriedens völkerrechtlicher Besitzer von Elsass-Lothringen wurde, vgl. Wehler, Hans-Ulrich, Das "Reichsland" Elsaß-Lothringen 1870-1918, in ders., Krisenherde des Kaiserreichs 1871-1918, Göttingen 1979, S. 30.

[6] Kettenacker, Lothar, Rezension zu Hiery, H., Reichstagswahlen im Reichsland. Ein Beitrag zur Landesgeschichte von Elsaß-Lothringen und zur Wahlgeschichte des Deutschen Reiches 1871 - 1918, Düsseldorf 1986, in: Archiv für Sozialgeschichte Bd. 28 (1988), S. 747.

[7] Konfessionen: E/L 1910 = 76,2 % katholisch, 21,7 % evangelisch; Preußen 1900 = 35,1% katholisch, 63,2 % evangelisch, Zahlen nach http://www.verwaltungsgeschichte.de (05.03.2011, 17:56 Uhr).

[8] Preibusch, Sophie, Verfassungsentwicklungen im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871-1918. Integration durch Verfassungsrecht? Berliner Juristische Universitätsschriften Bd.38, Berlin 2006, S. 47-60. Hier auch die wörtlichen Zitate von Treitschke (S. 53) und Bismarck (S. 54).

[9] Die Pfalz gehörte 1871 zum Königreich Bayern vgl. dazu die Karte im Anhang auf Seite 30.

[10] Oder E/L ganz an Bayern oder Baden anzugliedern was ebenfalls diskutiert wurde.

[11] Preibusch, Sophie, Verfassungsentwicklungen im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871-1918. Integration durch Verfassungsrecht? Berliner Juristische Universitätsschriften Bd.38, Berlin 2006, S. 56ff.

[12] Abgesehen von der Belassung von E/L im französischen Staatsverbund bei gleichzeitiger Schleifung der Festungen in E/L, die zwar diskutiert aber bald wieder verworfen wurde.

[13] Anspielung auf die neutralen Beneluxländer. Die permanent im Kaiserreich vorhandene Erwartung eines neuen Krieges wird durch das Zitat deutlich.

[14] Preibusch, Sophie, Verfassungsentwicklungen im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871-1918. Integration durch Verfassungsrecht? Berliner Juristische Universitätsschriften Bd.38, Berlin 2006, S. 58ff. Hier auch das wörtliche Zitat Bismarcks (S. 58).

[15] Wehler, Hans-Ulrich, Das "Reichsland" Elsaß-Lothringen 1870-1918, in ders., Krisenherde des Kaiserreichs 1871-1918, Göttingen 1979, S. 30.

[16] Wehler, Hans-Ulrich, Das "Reichsland" Elsaß-Lothringen 1870-1918, in ders., Krisenherde des Kaiserreichs 1871-1918, Göttingen 1979, S. 31.

[17] Wehler, Das "Reichsland" Elsaß-Lothringen 1870-1918, S. 31ff.

[18] Preibusch, Sophie, Verfassungsentwicklungen im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871-1918. Integration durch Verfassungsrecht? Berliner Juristische Universitätsschriften Bd.38, Berlin 2006, S. 73ff.

[19] Vertiefend: Preibusch, Verfassungsentwicklungen im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871-1918, S. 132-143.

[20] Ebd. S. 80ff.

[21] Lebensdaten: 1814-1880, vertiefend vgl. Wippermann, Karl, Art. Eduard von Möller, in: ADB Bd. 22, Leipzig 1885, S. 132-140.

[22] Einige Teile wurden jedoch schon früher durch kaiserliche Verordnungen unter Zustimmung des Bundesrates eingeführt, z.B. Bestimmungen über das Zoll-, Handels-, Eisenbahn-, Post-, Telegraphen- und Kriegswesen.

[23] Preibusch, Sophie, Verfassungsentwicklungen im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871-1918. Integration durch Verfassungsrecht? Berliner Juristische Universitätsschriften Bd.38, Berlin 2006, S. 83ff.

[24] Preibusch, Verfassungsentwicklungen im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871-1918, S. 84.

[25] Ebd. S. 86ff., dort auch das wörtliche Zitat Bismarck (S. 86).

[26] Preibusch, Sophie, Verfassungsentwicklungen im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871-1918. Integration durch Verfassungsrecht? Berliner Juristische Universitätsschriften Bd.38, Berlin 2006, S. 119ff.

[27] Preibusch, Verfassungsentwicklungen im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871-1918, S. 168ff.

[28] Er setze beispielsweise einen Zuschuss in Höhe von 400 000 Mark für die Reichsuniversität Straßburg durch.

[29] Preibusch, Sophie, Verfassungsentwicklungen im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871-1918. Integration durch Verfassungsrecht? Berliner Juristische Universitätsschriften Bd.38, Berlin 2006, S. 145.

[30] Preibusch, Verfassungsentwicklungen im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871-1918, S. 177ff.

[31] Die Statthalterverfassung trat zum 01.10.1879 in Kraft.

[32] Preibusch, Sophie, Verfassungsentwicklungen im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871-1918. Integration durch Verfassungsrecht? Berliner Juristische Universitätsschriften Bd.38, Berlin 2006, S. 192-206.

[33] Preibusch, Verfassungsentwicklungen im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871-1918, S. 213 ff.

[34] Preibusch, Sophie, Verfassungsentwicklungen im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871-1918. Integration durch Verfassungsrecht? Berliner Juristische Universitätsschriften Bd.38, Berlin 2006, S. 319ff und 340-346.

[35] Preibusch, Verfassungsentwicklungen im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871-1918, S. 510ff.

[36] Preibusch, Sophie, Verfassungsentwicklungen im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871-1918. Integration durch Verfassungsrecht? Berliner Juristische Universitätsschriften Bd.38, Berlin 2006, S. 510ff.

[37] Abgedruckt bei: Preibusch, Verfassungsentwicklungen im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871-1918, S. 44.

[38] Vertiefend zur Geschichte der Region vor 1871 vgl. Schreiber, Hermann, Das Elsaß und seine Geschichte, eine Kulturlandschaft im Spannungsfeld zweier Völker, Augsburg 1996.

[39] Hiery, H., Reichstagswahlen im Reichsland. Ein Beitrag zur Landesgeschichte von Elsaß-Lothringen und zur Wahlgeschichte des Deutschen Reiches 1871 - 1918, Düsseldorf 1986, S. 39ff.

[40] Fisch, Stefan, Das Elsass im deutschen Kaiserreich (1870/71-1918), in Michael Erbe (Hrsg.), Das Elsass. Historische Landschaft im Wandel der Zeit, Stuttgart 2003, S. 124.

[41] Wehler, Hans-Ulrich, Das "Reichsland" Elsaß-Lothringen 1870-1918, in ders., Krisenherde des Kaiserreichs 1871-1918, Göttingen 1979, S. 25.

[42] Fisch, Stefan, Das Elsass im deutschen Kaiserreich (1870/71-1918), in Michael Erbe (Hrsg.), Das Elsass. Historische Landschaft im Wandel der Zeit, Stuttgart 2003, S. 125.

[43] Wehler, Hans-Ulrich, Das "Reichsland" Elsaß-Lothringen 1870-1918, in ders., Krisenherde des Kaiserreichs 1871-1918, Göttingen 1979, S. 25ff.

[44] Fisch, Stefan, Das Elsass im deutschen Kaiserreich (1870/71-1918), in Michael Erbe (Hrsg.), Das Elsass. Historische Landschaft im Wandel der Zeit, Stuttgart 2003, S. 125.

[45] Fisch weist darauf hin, dass E/L völkerrechtlich durch eine Zession oder vertragliche Abtretung und nicht durch eine einseitige Annexion an das Deutsche Reich kam. In der Literatur hat sich aber der Begriff eingebürgert und der Bevölkerung in E/L muss es zweifellos wie eine Annexion vorgekommen sein, daher ist an dem Begriff kein Anstoß zu nehmen, vgl. Fisch, Stefan, Das Elsass im deutschen Kaiserreich (1870/71-1918), in Michael Erbe (Hrsg.), Das Elsass. Historische Landschaft im Wandel der Zeit, Stuttgart 2003, S. 126-127.

[46] Nipperdey, Thomas, Deutsche Geschichte in 2 Bänden, Bd. 2 Machtstaat vor der Demokratie, München 1995, S. 282-286.

[47] Im Anhang befindet sich eine Übersicht über die Wahlergebnisse auf Seite 31.

Details

Seiten
48
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656045304
ISBN (Buch)
9783656046622
Dateigröße
12.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v181349
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Historisches Institut
Note
1,0
Schlagworte
Kaiserreich Integration Deutschland Elsass Lothringen Neuere Geschichte 19. Jahrhundert 20. Jahrhundert Verfassung Reichsland Deutsches Reich Zabern Zabernaffäre Zabern-Affäre Militarismus Reichstag Parlament Kaiser Parteien Militär Bismarck Frankreich Elsass-Lothringen Geschichte

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Titel: Die Zabern-Affäre 1913/1914 im Reichsland Elsass-Lothringen als Verfassungskrise und Parlamentarisierungschance