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Zum Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften George A. Akerlof (Adverse Selektion)

Hausarbeit 2011 20 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Gliederung

1. Einführung
1.1. Untersuchungsziel
1.2. Gang der Handlung

2. Informationen der Akteure am Markt
2.1. Symmetrische Informationen
2.2. Asymmetrische Informationen

3. Wissenschaftliche Arbeit von George A. Ackerlof
3.1. Publikation: The market for “lemons“
3.2. Fallbeispiele
3.2.1. Übertragung auf den Automobilmarkt
3.2.2. Übertragung auf den Versicherungsmarkt
3.3. Weitere Implikationen
3.3.1. Beschäftigung von Minderheiten
3.3.2. Unterentwickelte Länder und ihre Kapitalmärkte
3.3.3. Kosten der Unehrlichkeit

4. Überwindung der asymmetrischen Informationen
4.1. Signalling
4.2. Screening

5. Auswirkungen der wissenschaftlichen Arbeit
5.1. Auswirkungen auf die Wissenschaft
5.2. Auswirkungen auf die Praxis

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis:

Abbildung 1: Praxisbeispiel Adverse Selektion

Abbildung 2: Qualität und Preise von Gebrauchtwagen

Abbildung 3: Preise in Relation zur Menge von Gebrauchtwagen

1. Einführung

1.1. Untersuchungsziel

Ein wichtiger Bestandteil für eine gut funktionierende Ökonomie, welche nicht nur es- sentiell für den materiellen Wohlstand der Bevölkerung, sondern auch für die soziale und kulturelle Entwicklung einer Gesellschaft als Ganzes ist, sind Informationen. Die Akteure einer Volkswirtschaft benötigen also eine Menge an Informationen über verschiedene Bereiche, wie zum Beispiel Serviceleistungen, verfügbare Güter oder Möglichkeiten zum Handel. Allerdings gibt es auch Märkte, auf denen diese Informati- onen asymmetrisch sind, das heißt, dass die Akteure der Verkaufsseite über bessere In- formationen verfügen, als die Akteure der Kaufseite und umgekehrt.

Bei genauerem Nachdenken stößt man auf verschiedene Fragen. Wie können besser bzw. schlechter informierte Akteure ihr Marktergebnis verbessern? Warum ist private Krankenversicherung so teuer? Warum schütten Unternehmen Dividenden aus, selbst wenn diese stärker besteuert werden als Kapitalgewinne? 1 Diese und weitere entste- hende Fragen haben alle eine Gemeinsamkeit: Eine Marktseite verfügt über bessere Informationen als die Andere.

Den Wissenschaftlern George A. Akerlof, A. Michael Spence und Joseph E.Stiglitz wurde 2001 durch die schwedische Reichsbank in Gedenken an Alfred Nobel der Preis für Wirtschaftswissenschaften verliehen. Ausgezeichnet wurden sie dabei für wirt- schaftliche Implikationen bezüglich asymmetrischer Informationen auf verschiedenen Märkten.

George A. Akerlof beschäftigte sich mit Märkten, in denen die Akteure der Verkaufs- seite besser informiert sind, als die Akteure der Kaufseite, bezüglich der Qualität ver- schiedener Produkte. Bei hochpreisigen Produkten sind die Verkäufer weniger bereit zu einem gegebenen Preis zu verkaufen als bei weniger hochpreisigen Produkten. Er zeigte also, dass qualitativ minderwertige Produkte die qualitativ hochwertigen Produkte von den Märkten verdrängen. Dieses Phänomen wird in der Literatur als “Adverse Selekti- on“ bezeichnet und führt im schlimmsten Fall zum Versagen des Marktes. Die beiden anderen ausgezeichneten Wissenschaftler zeigten später Möglichkeiten auf, um genau dieses Marktversagen zu verhindern.

Im Weiteren wird hauptsächlich auf die wissenschaftlichen Implikationen von George

A. Akerlof eingegangen. Die Arbeiten von Joseph E. Stiglitz und A. Michael Spence werden jedoch auch noch einmal aufgegriffen und genauer beschrieben.

1.2. Gang der Handlung

Zu Beginn der Hausarbeit werden Informationen beschrieben, welche sich in asymmet- rische und symmetrische Informationen unterteilen. Anschließend wird auf die Publika- tion aus dem Jahre 1970 von George A. Akerlof eingegangen. Hierbei wird auf seine Ansichten bezüglich des im obigen Teil beschriebenen Phänomens eingegangen und seine Theorie anhand eines “Automobilbeispiels“ und eines “Versicherungsbeispiels“ aufgezeigt. Im Anschluss hierzu erfolgt eine Beschreibung der Beschäftigung von Min- derheiten, der Kapitalmärkte unterentwickelter Länder, sowie der Kosten der Unehr- lichkeit, welche weitere Implikationen seines Aufsatzes sind. Auch werden danach noch die Möglichkeiten zur Überwindung dieser asymmetrischen Informationen beschrieben. Danach werden die Auswirkungen der wissenschaftlichen Arbeit von George A. Akerlof auf die Wissenschaft, sowie auf die Praxis näher erläutert. Als letzter Punkt sind eine übergreifende Zusammenfassung, sowie eine kritische Würdigung in Form eines Fazits vorzufinden.

2. Informationen der Akteure am Markt

2.1. Symmetrische Informationen

Liegen auf einem Markt symmetrische Informationen vor, verfügen zwei Akteure dieses Marktes, die einen Vertrag miteinander abschließen, nicht über vollkommene, aber identisch gute oder schlechte Informationen. Diese Informationen können sich auf die Qualität eines Gegenstandes des Vertrages beziehen oder auf die Eigenschaften und Verhaltensweisen der jeweils anderen Vertragsseite. Auch lässt sich anhand des vor- handenen Wissens über die Qualität ein genauer Preis festlegen. 2 Weder vor, noch nach

Vertragsabschluss können Probleme durch unterschiedlich verteilte Informationen auf- treten. Das heißt, was im Vertrag vereinbart wird, wird von beiden Seiten auch erfüllt.

2.2. Asymmetrische Informationen

Das Mysterium der asymmetrischen Informationen haben vor George A. Akerlof, A. Michael Spence und Joseph E.Stiglitz auch schon diverse andere Wissenschaftler unter- sucht. Ein Beispiel hierfür sind Berle und Means (1933), welche unter den ersten waren, die sich mit diesem Thema intensiv beschäftigt haben. Sie haben damals schon die asymmetrischen Informationen als ein Problem für das Management eines Unterneh-

mens angesehen. Was wir heute als Prinzipal-Agenten-Problem kennen, nannten sie damals “Problem der Trennung von Eigentum und Kontrolle“. 3

Auch die Wissenschaftler William Vickrey (1961) und James Mirrlees (1971) erhielten im Jahre 1996 schon einen Preis für ihre grundlegenden Beiträge zur ökonomischen Theorie von Anreizen bei asymmetrischer Information. 4 Asymmetrische Informationen gibt es auf verschiedenen Märkten und auch in verschiedenen Formen praktisch gesehen also schon länger. Diese Informationsasymmetrien sind immer zwischen zwei Markt- teilnehmern vorhanden. Diese beiden sind der Prinzipal als Auftraggeber und der Agent als Auftragnehmer.

Zunächst kann es asymmetrische Informationen in zwei Formen geben, bzw. sie kön- nen zu zwei verschiedenen Zeitpunkten auftreten.

Die erste Möglichkeit bietet sich bereits vor Vertragsabschluss, wenn eine Vertragspar- tei schon über Informationen verfügt, welche die andere Partei nicht kennt. Die Partei, die über diese Informationen verfügt, ist die des Agenten. Diese könnte in diesem Fall eine bessere Kenntnis über die Beteiligten oder den Transaktionsgegenstand zum Bei- spiel hinsichtlich der Qualität besitzen. Auch kann der Prinzipal über Konkurrenzsitua- tionen oder Marktpotenziale nicht die gleiche Kenntnis haben wie der Agent. Die besse- re Informationsverfügung nennt man in diesem Fall “hidden information“, was lediglich bedeutet, dass Informationen verschwiegen werden. Beispiele für Informationsasym- metrien vor Vertragsabschluss sind Hold-up und Adverse Selektion.

Die zweite Möglichkeit bietet sich nach Vertragsabschluss. Hier entstehen die asymmet- rischen Informationen daraus, dass eine Vertragspartei das Verhalten der anderen Partei nicht exakt beobachten bzw. wahrnehmen kann. Auch hier ist es wieder der Agent, der über bessere Informationen verfügt, bzw. sie nicht weitergibt. Dadurch möchte der Agent natürlich seinen Nutzen maximieren, was jedoch nicht bedeutet, dass der Nutzen des Prinzipals ebenfalls gesteigert wird, denn er kann die Handlungen des Agenten wie bereits erwähnt nicht wahrnehmen. Dieses Verhalten nennt man “hidden action“, was aussagt, dass Handlungen für die schlechter informierte Seite im Verborgenen bleiben. Dies kann dazu führen, dass die Erfüllung des jeweiligen Vertrags von einer der beiden

Seiten nicht richtig stattfindet, bzw. die Gegenseite mit unwahren Informationen ver- sorgt wird. Ein Beispiel hierfür ist Moral Hazard. 5

Es gibt also drei grundlegende Typen asymmetrischer Information:

- Holdup
- Moral Hazard
- Adverse Selektion

Auf die Informationsasymmetrien in Form der Adversen Selektion wird im Gliede- rungspunkt drei näher eingegangen.

3. Wissenschaftliche Arbeit von George A. Ackerlof

3.1. Publikation: The market for “lemons“

„Der Aufsatz von George A. Akerlof „The Market for Lemons´: Quality Uncertainty and the Market Mechanism”, welcher im „Quarterly Journal of Economics” 1970 ver- öffentlicht wurde, gilt als Meilenstein der Informationsökonomik und legte den Grund- stein für eine allgemein gültige Theorie über Märkte mit asymmetrischen Informatio- nen.“ 6

[...]


1 Vgl. Weibull (2001).

2 Vgl. Linde (2005), Seite 25.

3 Vgl Rosser, JR. (2003), Seite 7.

4 Vgl. http://www.nobelprize.org.

5 Vgl. Franke/Hax (2004), Seite 420 ff..

6 Dürr (2006), Seite 1.

Details

Seiten
20
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656039648
ISBN (Buch)
9783656040224
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v180938
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
"-"
Schlagworte
Adverse Selektion George A. Akerlof market for lemons

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Titel: Zum Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften George A. Akerlof (Adverse Selektion)