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Russland: Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Klimapolitik

Hausarbeit 2011 11 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Russland, Länder der ehemal. Sowjetunion

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rolle Russland in der internationalen Klimapolitik
2.1. Der wirtschaftliche Einfluss auf die Klimapolitik
2.2. Prozess der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls

3. Russische Position in der Umweltpolitik aus Sicht des realistischen Ansatzes

4. Erneuerbare Energie und die internationale Kooperation in der Klimapolitik

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Umwelt „gehört“ niemandem speziell, wird aber von jedem genutzt und wirkt sich auf jeden einzelnen aus. Die Probleme, die man heute als Umweltprobleme bezeichnet oder als Umweltgefährdung, Umweltbelastung oder Umweltzerstörung, betreffen alle Umweltmedien - Luft, Wasser, Boden, Klima- und alle Menschen, Tiere und Pflanzen, die darin leben. Niemand ist davon ausgenommen, wenngleich die Betroffenheit unterschiedlich ist“ (Altmann, Jörn 1997:1). Um die Umweltprobleme zu lösen, müssen die Menschen bestimme Forderungen erfüllen.

Meine Hausarbeit bezieht sich auf das Thema Klimapolitik. Wir wissen, dass sich die internationale Klimapolitik in den vergangenen zwanzig Jahren relativ schnell entwickelt hat. Es gibt kaum Länder, die sich nicht mit den Öko-Themen beschäftigen. Jedes Land ist einerseits vom Klimawandel betroffen und kann andererseits großen Einfluss auf das Ausmaß der Klimazerstörung nehmen. Ich werde mich mit einem nicht unwichtigen Land im Bezug auf Umweltpolitik beschäftigen, und zwar mit Russland. Die Russische Föderation ist auch teilweise vom Klimawandel betroffen, ein Beispiel dafür sind die Wald- und Torfbrände im Jahr 2010.

Ziel dieser Arbeit es ist, die Frage zu klären, welchen Einfluss Russland auf die Entwicklung der internationalen Klimapolitik hat, und welcher Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Umwelt in diesem Land besteht. Desweiteren enthält diese Arbeit Informationen über die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls. Russland spielte eine wichtige Rolle bei der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls, weil Russland den drittgrößten CO2-Ausstoß nach China und den USA hat, und es zu den größten Emittenten von Treibhausgasen weltweit gehört. Danach wird die Position Russlands in der Klimapolitik aus Sicht des realistischen Ansatzes erklärt.

Am Schluss der Hausarbeit wird die aktuelle Lage Russlands beschrieben, und zwar die Projekte im Bereich Erneuerbarer Energien und die internationalen Kooperationen in der Klimapolitik.

2. Die Rolle Russland in der internationalen Klimapolitik

2.1. Der wirtschaftliche Einfluss auf die Klimapolitik

Wie in jedem Land werden auch in Russland die Umweltbelastungen als Nebenprodukt von Wirtschaftswachstum und Industrialisierung verstanden. Es gibt allgemein einen Zusammenhang zwischen ökonomischer Entwicklung und Umweltbelastung. „Ein zynischer Ausspruch eines (unbekannten) Politikers macht dies deutlich:„ Pollution is a sign of progress““ (Altmann, Jörn 1997: 63).

Seit dem Zusammenbruch des früheren Ostblocks hat das politische System Russ- land in keiner Phase zu erkennen gegeben, dass es eine Verantwortung für das glo- bale Weltklima gibt. Russlands Pro-Kopf-Emissionen von CO2 mit über 16 tzählten im Jahre 1990 zu den höchsten der Welt (vgl. Oberthür, Sebastian/ Herrmann, Ott 2002: 49). Außerdem war in dieser Zeit Russland einer der größten Produzenten fos- siler Energieträger, mit geringen Anteilen von Kohle und großen Anteilen von Erdgas und Öl.

Die Umweltbewegungen haben sich in der Russischen Föderation bisher kaum ent- wickelt, dafür standen die wirtschaftlichen Prioritäten an der ersten Stelle. In den 1990er Jahren wurde Russland im Allgemeinen als Land im Übergang zur Markwirt- schaft (Country with economy in transition, CEIT) bezeichnet. Der Übergang von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft führte zu großen Veränderungen in der russischen Ökonomie. Die Zahl der privaten Industriebetriebe nahm zu, aber diese Betriebe konnten nicht mit den großen Industrieunternehmen verglichen werden, weil diese besser im Bereich der Energieversorgung und des Ressourcenverbrauchs waren. Die Anpassung an die Markwirtschaft, neue Veränderungen im Management und in der Organisation prägten sehr stark die alten Strukturen der großen Industriebetrie- be. Es führte langsam zu Effizienzverlusten der alten Strukturen und insgesamt zu der wirtschaftliche Krise in der Russischen Föderation (vgl. Lokhov, Roman 2006: 49). Aber es gab auch eine positive Seite für den Umweltschutz, weil der Niedergang der Planwirtschaft die Emissionen auf 1,5 Milliarden Tonnen sinken ließ. (vgl. Bollin- ger-Kanne, Josephine 2004: 5).

Die ökonomische Lage Russlands hängt vom Energieexport und den Weltmarktprei- sen ab. Weil Russland über riesige fossile Brennstoffvorräte verfügt, ergreift es kaum Maßnahmen, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Um aber dauerhaft wirtschaft- lich erfolgreich zu sein, muss Russland jedoch in Zukunft die Abhängigkeit von den alten, billigen fossilen Brennstoffvorkommen reduzieren und modernisierte, umwelt- freundliche Technologien einführen. Die Hauptprobleme der heutigen wirtschaftlichen Entwicklung in der Russischen Föderation sind, dass das Land von der Brennstoff- verarbeitungs- und Transportwirtschaft abhängig ist, d.h. die Wirtschaft Russlands entwickelt sich auf Kosten der Ressourcennutzung und Verbrauchszunahme, was für die Zukunft sehr gefährlich sein kann (vgl. Lokhov, Roman 2006: 43). Daraus können wir ableiten, dass die Russische Föderation auf die veralteten, billigen Strukturen der wirtschaftlichen Entwicklung basiert und kaum an die Folgen denkt, die für die Um- weltpolitik tragisch sein können. Sie sollten mehr für das Prinzip der Nachhaltigkeit sorgen, das gute Lebensbedingungen für die kommende Generation bietet.

2.2. Prozess der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls

Wir wissen, dass die russische Position in der internationalen Klimapolitik nicht un- wichtig ist. Auch die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls durch Russland war eine Vo- raussetzung für dessen Inkrafttreten. Moskau nutzte seine Veto-Position in dieser Situation, um eigene Interessen durchzusetzen, wodurch es die internationale Klima- politik bremst. Russland interessiert sich kaum für Umweltprobleme, sondern es geht um wirtschaftliche Interessen und Souveränitätsvorstellung auf der einen Seite und die Integration in internationale Kooperationen auf der anderen Seite. Für die russi- sche Regierung war auch klar, dass ihre Position als ernstzunehmender Partner bei multilateralen Zusammenarbeiten sinken würde, falls sich Russland nicht zur Ratifi- zierung des Protokolls entschlossen hätte (vgl. Müller, Friedmann 2004: 49).

Der Weg zur Ratifizierung des Kyoto-Protokolls war sehr lang und mit vielen Auseinandersetzungen verbunden. Wie schon oben erwähnt, hatte Russland immer wieder unterschiedliche Meinungen und Zielen hinsichtlich seiner Position zum Protokoll. Selbst der damalige russische Präsident Wladimir Putin verfolgte eigene Interessen, und zwar wollte er, dass Russland in die WTO aufgenommen wird. Das Entgegenkommen der EU bei der Aufnahme Russlands in die WTO hat Putin bewogen, sich verstärkt für die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls einzusetzen.

Von anderen Gegnern des Vertrags innerhalb der russischen Regierung wurde vor- gebracht, dass die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls das Wirtschaftswachstum bremsen kann.

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Details

Seiten
11
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656035398
ISBN (Buch)
9783656035152
Dateigröße
418 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v180714
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Note
2,7
Schlagworte
Klimapolitik Russland Kyoto-Protokoll Erneuerbare Energien Einfluss auf die Klimapolitik Rolle von Russland

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