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Komposita - Semantische Unklarheiten zwischen Sender und Empfänger

Seminararbeit 2011 13 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Die einzelnen Komposita und ihr semantischer Bezug
i. Verbales Determinativkompositum
ii. Das konfixale Determinativkompositum
iii. Das Determinativkompositum andererWortarten
iv. Das Kopulativkompositum
v. Die Reduplikation
vi. Die Kontamination

II. Zwischenfazit

III. Die Right-Hand-Head-Rule
i. DasTaschentuch
ii. Glasschmelzen
iii. Das Krankenhaus

IV. Semantische Deutung von Komposita
1. Prädikat-Argument-Struktur
2. Nomen-Nomen-Komposita
i. Die Haustür
3. Enzyklopädisches Wissen
i. Die Ohrfeige
4. Syntaktische Gegebenheiten

V. Fazit

VI. Literatur

Einleitung

In der vorliegenden Hausarbeit soll der Frage nachgegangen werden, ob es in der Morphologie im Bereich der Komposita semantische Unklarheiten zwischen Sender und Empfänger gibt, wie diese zustande kommen und wie sie vollzogen werden. Dafür werden zunächst die verschiedenen Möglichkeiten von Komposita nach Dr. Elke Donalies aufgezeigt und im Fazit bedarf es schließlich der Klärung der zugrunde liegenden Frage dieser Arbeit.

Zunächst bedarf es einer Definition, was Komposita genau sind und welche verschiedenen Bildungsmöglichkeiten bestehen.

Der Begriff Kompositum (Plural: Komposita) entstammt dem Lateinischen compositio und bedeutet so viel wie Zusammenstellung. In der Sprachwissenschaft ist ein Kompositum ein Zusammentreffen von zwei oder mehreren lexikalischen Morphemen zu einem neuen Wort. Hierbei können sowohl freie Morpheme als auch Konfixe zu Komposita zusammengefügt werden.

Doktor Elke Donalies vom Institut für Deutsche Sprache in Mannheim unterteilt Komposita generell in Determinativkomposita und Kopulativkomposita. Nach ihrer Auffassung sind Determinativkomposita besonders in ihrer Bildung und ihrem Gebrauch vielfältig und die Bildung nominaler, verbaler und adjektivischer Determinativkomposita sei insbesondere von der Bildung adjektivischer Kopulativkomposita deutlich abzugrenzen.1 Sie fügt außerdem die Unterscheidung von Reduplikation und Kontamination hinzu.

I. Die einzelnen Komposita und ihr semantischer Bezug

Das Determinativkompositum kann weiter unterteilt werden in das verbale, das konfixale Determinativkompositum und in das Determinativkompositum anderer Wortarten. Anhand des Wortes schleifpolieren 2wird im Folgenden zunächst veranschaulicht und erläutert, was ein verbales Determinativkompositum ist. Im Folgenden werden dann die übrigen Determinativkomposita erläutert.

i. Beide Einheiten des Wortes sind fest miteinander verbunden und ergeben somit einen eindeutigen Sinn für Sprecher und Hörer. Die erste Einheit schleif- bestimmt die zweite Einheit -polieren näher. Das Determinatum -polieren wird durch das Determinans schleif­genauer bestimmt. Somit ist das Grundwort -polieren gekennzeichnet durch die konkretisierende Bestimmung schleif- und wird semantisch folgerichtig vom Hörer erkannt. Nach Donalies Beurteilung ist die Bezeichnung Kopulativkompositum zweifelhaft, da diese „gleichgeordnete Einheiten"3 besitzen. Folglich ist eine semantische Determination nicht vorhanden.

ii. Das konfixale Determinativkompositum, hier: geolog- nimmt eine Sonderstellung in der Wortbildung ein, da bei dieser lediglich „Wörter, also freivorkommende Einheiten"4 gebildet werden. Sie bilden als Zweiteinheiten neben Nomina, wie Zoologe auch Adjektive, wie xenophob und bilden als komplexe Konfixe Basen von Derivaten, welche mit den geläufigen Wortbildungsaffixen -e, -ie, -isch abgeleitet werden. In dem hier nach Donalies aufgeführten Beispiel ergeben sich folgende Wörter: Geologe, Geologie und geologisch. Generell sind die Möglichkeiten der Bildung offen und auch die Bildung sowohl entlehnter, als auch einheimischer Ersteinheit + Konfix ist generell möglich. Ein Beispiel hierfür wäre „ kulturologisch, das zwar nach den Regeln des Bildungsprinzips durchaus möglich ist, jedoch ungewöhnlich erscheint und daher auch nicht im alltäglichen standardisierten Sprachgebrauch vorkommt.

Semantisch betrachtet sind Komposita solcher Art eindeutig definiert und bedürfen keiner konkreten Umschreibung oder Angabe durch den Sender.

iii. Das Determinativkompositum anderer Wortarten gilt es am Rande zu erwähnen. Da sich bereits die Komposita dieser Art vollständig im standardisierten Sprachgebrauch etabliert haben und es sehr wahrscheinlich keine weitere größere Vermehrung geben wird, sind die folgenden Wörter konkrete Beispiele für die Bildung von Determinativkomposita anderer Wortarten: Neben Präpositionen (z.B. gegenüber), Partikeln (z.B. durchaus), Junktoren (z.B. wobei), Artikeln (z.B. wieviele) werden insbesondere Adverbien (z.B. deshalb) häufig gebildet. Auch Gelegenheitsbildungen sind in diesem Bereich der Wortbildung eher auszuschließen.

[...]


1 Vgl., Donalies, E.: Die Wortbildung des Deutschen. Ein Überblick, Tübingen 2005, S.88.

2 So wie auch Zhu in seiner Dissertation den Gebrach fachsprachlicher Komposita beschreibt, verweist auch Donalies auf die Besonderheit des Gebrauchs von Komposita solcher Art insbesondere im Bereich der technischen Fachsprache. Vgl., Donalies, E., S. 82. Daraus lässt sich schließen, dass Komposita solcher Art hauptsäclich nicht in der Alltagssprache vorkommen, sondern vielmehr in ganz speziellen Bereichen verschiedener Berufsgruppen und -sparten vorzufinden sind.

3 Ebd., S. 86.

4 Ebd., S. 83.

Details

Seiten
13
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656037071
ISBN (Buch)
9783656036883
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v180655
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg – Germanistik
Note
2,0
Schlagworte
Wortbildung Komposita Semantik Determinativkompositum Kopulativkompositum Reduplikation Kontamination Right-Hand-Head-Rule Kompositum

Autor

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