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Das CMOP - ein ergotherapeutisches Modell und seine Anwendung in der Heilerziehungspflege

Seminararbeit 2009 15 Seiten

Gesundheit - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Das Canadian Model of Occupational Performance (CMOP)
1.1 Die Entstehungsgeschichte des Modells CMOP
1.2 Die beiden Kernelemente des Praxismodells CMOP
1.3 Die Betätigungsperformanz (OP)

2 Das Messinstrument COPM
2.1 Der Aufbau des COPM
2.2 Die Durchführung des COPM-Interviews
2.3 Der Prozess der Betätigungsperformanz

3 Der Praktische Teil: Frau K.s Einschätzung auf der Grundlage des CMOP
3.1 Die anamnestischen und biografischen Daten von Frau K
3.2 Die Situation von Frau K. aus der Sicht des CMOP
3.3 Fallstudie Frau K. - Durchführung und Auswertung des COPM

4 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Einleitung

In dieser Arbeit soll das Canadian Model of Occupational Performance1 vorgestellt werden. Das in der Ergotherapie bekannte und angewandte Modell, soll in einem Bereich der heilerziehungspflegerischen Praxis, dem Betreuten Einzelwohnen, Anwendung finden.

Das Betreute Einzelwohnen bietet Menschen mit geistiger, körperlicher und/oder mehrfacher Behinderung, bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen und Anspruchsgrundlagen, die Möglichkeit im eigenen Wohnraum allein oder als Paar, bedarfsgerecht unterstützt leben zu können. Die rechtliche Grundlage bildet die Eingliederungshilfe nach SGB XII2. Anspruch auf Finanzierung dieser sozialpäda- gogischen Hilfe haben alle Erwachsenen, die zum Personenkreis §§ 53, 54 SGB XII gehören. Für diese Personen wird auf der Grundlage des individuellen Hilfebedarfs der Umfang an durchschnittlicher wöchentlicher Betreuungszeit durch die zuständige Stelle des Bezirksamts festgelegt. Die Fachlichkeit der Hilfe entspricht anerkannten Stan- dards und hat zum Ziel, Menschen mit vorwiegend chronischer Erkrankung Unter- stützung und Begleitung zu geben. Dadurch wird dem Klienten eine möglichst selbstständige Lebensform ermöglicht.

In dieser Arbeit soll am Beispiel einer Klientin des Betreuten Einzelwohnens untersucht werden, mit welchem Ergebnis, dass Canadian Model of Occupational Performance in diesem Bereich angewendet werden kann.

1 Das Canadian Model of Occupational Performance (CMOP)

1.1 Die Entstehungsgeschichte des Modells CMOP

In Deutschland gewinnt die Einbeziehung des Patienten in seine Rehabilitation zunehmend an Bedeutung (BGM3, 2001). Um die optimale Reintegration des Klienten in sein soziales Umfeld zu ermöglichen, ergibt sich die Notwendigkeit den individuellen biopsychosozialen Kontext stärker zu berücksichtigen. In den letzten zwei bis drei Jahrzehnten wirken verschiedene gesellschaftliche und strukturelle Veränderungs- prozesse zusammen. Aus diesem gegebenen Anlass, sollte die Erbringung von Dienstleistungen im Gesundheitswesen, kritisch überdacht und verändert werden. Wesentliche Gründe dafür sind die gestiegene Anzahl von Personen mit chronischen Erkrankungen, die durch verbesserte medizinische und diagnostische Versorgung ihre Krankheit und Verletzung überstehen. Die allgemein gestiegene Lebenserwartung, sorgt für mehr Senioren, die in der eigenen Wohnung leben wollen. Der verständliche Wunsch nach einer optimalen Lebensqualität, stellt erhöhte Anforderungen an die Ressourcen im Gesundheitswesen. Es besteht eine Verpflichtung der Dienst- leistungserbringer gegenüber dem Kostenträger, die Effizienz ihrer Interventionen nachzuweisen. Dazu kommt die Forderung der chronisch kranken oder behinderten Menschen, nach Mitbestimmung und ganzheitlicher Betrachtungsweise. Der kana- dische Verband der Ergotherapeuten (CAOT) setzte sich frühzeitig mit dem Zusammenspiel der genannten Faktoren auseinander und suchte nach Möglichkeiten, eine Form der Qualitätssicherung für den Beruf des Ergotherapeuten zu entwickeln (vgl. Marotzki 2002, S.104). Das kanadische Institut für Nationale Gesundheit und Soziales und der kanadische Ergotherapeutenverband (DNHW und CAOT) bildeten 1980 eine Arbeitsgruppe, um Leitlinien für die Qualitätssicherung der ergotherapeu- tischen Arbeit in Kanada aufzustellen. Neben der Erfüllung dieser Aufgabe durch die Arbeitsgruppe, wurde weitere konzeptionelle Arbeit geleistet, als deren Ergebnis „Das Model of Occupational Performance“ entstand. Es kam zu drei Veröffentlichungen durch die Arbeitsgruppe. Diese sind in einem Band unter dem Titel „Occupational Therapy Guidelines for Client - centred Practice“, CAOT 1991 (Ergotherapeutische Leitlinien für klienten - zentrierte Praxis) zusammengefasst (vgl. Law 1998, S.6).

1.2 Die beiden Kernelemente des Praxismodells CMOP

Die Klientenzentriertheit ist das erste Kernelement des kanadischen Modells. Die neuesten kanadischen Leitlinien (CAOT 1997), benennen die Betätigung des Menschen als wichtigstes Ziel der Ergotherapie. Dazu gehören z.B. informieren, zuhören, unterstützen, beraten und anderes, mit dem Ziel den Klienten in die Lösung seines Problems weitestgehend mit einzubeziehen und somit in der Praxis der Ergotherapie klientenzentriert vorzugehen (vgl. Marotzki 2002, S.106). Die Beziehung zu den Klienten, die die ergotherapeutische Behandlung suchen, sollte sich part- nerschaftlich und respektvoll gestalten. Damit die Bedürfnisse der Klienten, ihrer Angehörigen und Partner berücksichtigt werden können, muss der Ergotherapeut die Überzeugung in sich tragen, dass es dem Klienten grundsätzlich möglich ist, seine Probleme zu erkennen und er benennen kann, welche Lebensrollen und Betätigungen ihm wichtig sind. Darin lässt sich erkennen, dass Klientenzentriertheit mehr als ein Element des Modells ist, denn es beleuchtet den ethischen Standpunkt, den der Therapeut einnimmt (vgl. Marotzki 2002, S.107). Die Betätigung ist das zweite Kernelement des kanadischen Modells. Unter Betätigung werden in diesem Zusammenhang alle Aktivitäten verstanden, die Menschen in ihrem Leben ausführen. Die Betätigung strukturiert unsere Zeit und beinhaltet u.a. auch unsere Arbeit. In erster Linie gibt die Betätigung unserem Leben einen Sinn. Sie ist für jeden Menschen ganz individuell und gibt Auskunft über die jeweiligen Lebensrollen. Die Betätigung passt sich den entsprechenden Lebensabschnitten und Entwicklungsphasen an. So unterscheiden sich die Betätigungen von Kindern gegenüber denen älterer Menschen oder Jugendlichen (vgl. Marotzki 2002, S.108). Das kanadische Modell unterscheidet drei Bereiche der Betätigung:

Beispiele aus den drei Bereichen:

- Selbstversorgung: sich fortbewegen, essen, anziehen, duschen, Angelegen- heiten des öffentlichen Lebens regeln
- Produktivität: Haushaltsführung, Erwerbstätigkeit oder unbezahlte Tätigkeit, kochen, Wäsche waschen
- Freizeit: Lesen von Büchern und Zeitungen, Musik hören, Hobbys (ruhige Freizeit) Sport, Reisen (aktive Freizeit) und soziale Aktivitäten: Partys, Freunde besuchen, telefonieren, Korrespondenzen u.s.w. (vgl. Marotzki 2002, S.108). Der Klient ent- scheidet selbst, welchem Bereich er die unterschiedlichen Betätigungen zuordnet.

[...]


1 Kanadisches Modell der Betätigungsperformance

2 Sozialgesetzbuch

3 Bundesgesundheitsministerium

Details

Seiten
15
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656033950
ISBN (Buch)
9783656035985
Dateigröße
706 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v180616
Institution / Hochschule
IB-Hochschule, Berlin
Note
1,3
Schlagworte
Geistige Behinderung Betreutes Einzelwohnen

Autor

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