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Europäischer Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen

Hausarbeit 2011 20 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Europäische Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen
Comenius
Erasmus
Leonardo da Vinci
Grundtvig

3. Der Europäische Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen
Der Europäische Qualifikationsrahmen
Entwicklung des EQR
Inhalte und Ziele des EQR
Nutzen des EQR

4. Der Deutsche Qualifikationsrahmen

5. Bedeutung des EQR und DQR für die Erwachsenenbildung

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Onlinequellenverzeichnis

1. Einleitung

Im heutigen Europa, das durch einen schnellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Wandel gekennzeichnet ist, ist lebenslanges Lernen unabdingbar geworden. Die demografische Entwicklung, hin zu einer stetig älter werdenden Bevölkerung verstärkt diese Herausforderung. Kompetenzen und Qualifikationen müssen kontinuierlich aktualisiert und erneuert werden um eine Internationalisierung und eine Mobilität der europäischen Bürger zu ermöglichen.

Die Verwirklichung dieser Angelegenheit ist jedoch durch mangelnde Kommunikation und Kooperation zwischen Institutionen und Behörden bisher kaum zu realisieren. Die Gründe dafür liegen hauptsächlich in der mangelnden Transparenz und der fehlenden Anerkennung internationaler Qualifikationen. Dadurch wird nicht nur der Zugang zu Bildung, sondern vor allem die Nutzung bereits vorhandener Kenntnisse und Fertigkeiten erheblich erschwert (vgl. Kommission der Europäischen Gemeinschaften 2005, S. 8-9).

Im Rahmen des Europäischen Qualifikationsrahmens wurden verschiedene Instrumente entwickelt, um den europäischen Bürgern, Bildungsanbietern, Unternehmen, Berufsberatern und Bildungsbehörden eine vollständige Nutzung des Potenzials des lebenslangen Lernens und des europaweiten Arbeitsmarkts zu ermöglichen.[1] Drei dieser Instrumente sollen in dieser Arbeit vorgestellt werden.

Im ersten inhaltlichen Kapitel soll das Europäische Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen mit seinen vier Einzelprogrammen vorgestellt werden. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf dem folgenden Kapitel, welches den Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) für lebenslanges Lernen und insbesondere die Entwicklung sowie die Inhalte, Ziele und den Nutzen des Programms thematisiert. Daran anknüpfend wird die Umsetzung des EQR im Rahmen eines nationalen Qualifikationsrahmens, dem deutschen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR), im vierten Kapitel beschrieben. Obwohl und gerade weil die Diskussion um die Realisierung des nationalen Qualifikationsrahmens in Deutschland fast ausschließlich im Bereich der Berufsbildung geführt wird, werden im fünften Kapitel der Arbeit die potenziellen Veränderungen und Schwierigkeiten bei der Umsetzung des EQR und DQR aus Sicht der Erwachsenenbildung dargelegt.

Abgeschlossen wird die Arbeit mit einem kritischen Fazit, welches die Kerninhalte und die möglichen resultierenden Probleme des Europäischen und des Deutschen Qualifikationsrahmens nochmals aufgreift.

2. Das Europäische Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen

Um ein einheitliches Verständnis des lebenslangen Lernens zu erreichen, ist zunächst eine Definition des Begriffs nötig.

Die Europäische Kommission hat 2001 in ihrer Mitteilung „Einen Europäischen Raum des lebenslangen Lernens schaffen“ lebenslanges Lernen definiert als „…Lernen während des gesamten Lebens, das der Verbesserung von Wissen, Qualität und Kompetenzen dient und im Rahmen einer persönlichen, bürgergesellschaftlichen sozialen bzw. beschäftigungs-bezogenen Perspektive erfolgt“ [2] .

Die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung ergänzt die Definition in dem Dokument „Strategie für lebenslanges Lernen in der Bundesrepublik Deutschland", wie folgt:

„Lebenslanges Lernen umfasst alles formale, nicht-formale und informelle Lernen an verschiedenen Lernorten von der frühen Kindheit bis einschließlich der Phase des Ruhestands. Dabei wird „Lernen“ verstanden als konstruktives Verarbeiten von Informationen und Erfahrungen zu Kenntnissen, Einsichten und Kompetenzen“ (Hillmann, S. 2004, S. 18).

Eine Ergänzung der Definition beschreibt, dass „d er gesellschaftliche Wandel, die immer schnelleren Veränderungen der Arbeitswelt und die damit einhergehende Veralterung des Wissens“ eine permanente Weiterbildung und Neuqualifizierung in Form von lebenslangem Lernen erfordert.[3]

Die Europäische Union fördert mit dem Programm für lebenslanges Lernen von 2007 bis 2013 verschiedene europäische Bildungskooperationen mit einem Gesamtbudget von fast 7 Milliarden Euro. Das Programm deckt mit vier Einzelprogrammen die Schulbildung, Hochschulbildung, berufliche Bildung und die Erwachsenenbildung und demzufolge alle Bildungsbereiche und Altersgruppen ab. An diesem Programm nehmen zurzeit alle 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Türkei teil.[4]

Die vier Einzelprogramme sollen im Folgenden vorgestellt werden.

Comenius

Comenius ist das europäische Programm für die schulische Bildung. Hierbei soll die europäische Integration gestaltet werden und gleichzeitig den Herausforderungen der Globalisierung begegnet werden. Schüler sollen Europa im Unterricht vermittelt bekommen und dadurch Fähigkeiten und Kompetenzen erwerben, die für ihre persönliche Entfaltung, ihre Beschäftigungschancen und eine aktive Bürgerschaft erforderlich sind. Zielgruppe des Programms Comenius sind folglich vorschulische Einrichtungen und Schulen sowie Einrichtungen und Organisationen der Schulverwaltung und der Lehrerausbildung und -fortbildung.

Dabei werden diverse Aktionen, wie multilaterale und bilaterale Schulpartnerschaften, schulische Partnerschaften zwischen Regionen und Gemeinden, Assistenzzeiten von Studierenden der Lehramtsfächer an Schulen im Ausland sowie Fortbildungskurse für Lehrer im Ausland gefördert. Die Erarbeitung von Projekten für die Zusammenarbeit von Einrichtungen der Lehrerausbildung und -fortbildung zählt ebenso wie die Bildung von thematischen Netzwerken für Bildungseinrichtungen zu den Aufgaben von Comenius. Als festgelegtes Ziel soll Comenius über den Projektzeitraum 2007-2013 mindestens 3 Millionen Schüler in gemeinsame Bildungsaktivitäten einbinden. Verantwortlich für die Durchführung des Programms und die Erreichung der Ziele in Deutschland ist der Pädagogische Austauschdienst der Kultusministerkonferenz.

Zusammengefasst unterstützt das Programm Comenius die Mobilität von Schülern und Lehrern, fördert das Erlernen von Fremdsprachen und ermöglicht innovative Wege der Zusammenarbeit und Partnerschaft.[5]

Erasmus

Das Bildungsprogramm der EU für den Hochschulbereich mit dem Namen Erasmus, stellt ebenfalls die Mobilität von Studierenden, Dozenten und anderem Hochschulpersonal sowie von ausländischem Unternehmens-personal in den Vordergrund. Zusätzlich fördert das Programm die transnationale Zusammenarbeit von Hochschulen in Europa und in der Wirtschaft. Das Programm trägt somit zur Verwirklichung eines Europäischen Hochschulraums im Zuge des Bologna-Prozesses bei. Ziel von Erasmus ist es, im Projektzeitraum eine Gesamtzahl von 3 Millionen Einzelteilnehmern an studentischen Mobilitätsaktionen zu erreichen. Dazu gehören Studierende, Lehrkräfte und Dozenten, sonstige Hochschulmitarbeiter sowie auslän-disches Unternehmenspersonal.

Zu den geförderten Aktionen gehören unter anderem das Auslandsstudium sowie das Auslandspraktikum, Gastdozenturen, Intensivprogramme und vorbereitende Besuche. Zudem weitere Maßnahmen wie die Modernisierung der Hochschulbildung, die multilaterale Curriculumentwicklung und die Zusammenarbeit von Hochschule und Wirtschaft unterstützt.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst beziehungsweise die Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit nehmen dabei die Aufgaben einer Nationalen Agentur für Erasmus im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wahr.[6]

[...]


[1] Vgl. Europäische Kommission (2009): Unterstützung der Mobilität der Bürger und des lebenslangen Lernens. [online] Homepage: Europäische Kommission. URL: http://ec.europa.eu/education/lifelong-learning-policy/doc40_de.htm [Stand: 06.01.2010].

[2] Arbeit und Leben e.V. (2006): Definition Lebenslanges Lernen. [online] Homepage: Bildungsberatung Berlin. URL: http://www.bildungsberatung-berlin.de/ueber-uns/weitere-unterseiten/bedeutung/definition-lebenslanges-lernen.html [Stand: 08.01.2010].

[3] Bildungsnetzwerk Versicherungswirtschaft: Glossar L. [online] Homepage: Bildungsnetzwerk Versicherungswirtschaft. URL: http://www.lernpark.de/sonstiges-funktionalitaet/ueber-das-bildungsnetzwerk/expertenteams/e-learning-in-der-versicherungswirtschaft/glossar/glossar-l/index.html [Stand: 08.01.2010].

[4] Vgl. Nationale Agenturen im Programm für lebenslanges Lernen: Das europäische Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen. [online] Homepage: Lebenslanges Lernen. URL: http://www.lebenslanges-lernen.eu/ [Stand: 08.01.2010].

[5] Vgl. Nationale Agenturen im Programm für lebenslanges Lernen: Comenius. [online] Homepage: Lebenslanges Lernen. URL: http://www.lebenslanges-lernen.eu/comenius_2.html [Stand: 10.01.2010].

[6] Vgl. Nationale Agenturen im Programm für lebenslanges Lernen: Erasmus. [online] Homepage: Lebenslanges Lernen. URL: http://www.lebenslanges-lernen.eu/erasmus_3.html [Stand: 10.01.2010].

Details

Seiten
20
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656034902
ISBN (Buch)
9783668148338
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v180571
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,7
Schlagworte
EQR

Autor

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