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Unterrichtsstunde zu "Die Welle" von Morthen Rhue

Unterrichtsentwurf 2008 9 Seiten

Didaktik - Germanistik

Leseprobe

1. Vorstellung des Buches/ Kurze Inhaltsangabe

Morton Rhue: „Die Welle“

Der Roman „Die Welle“ von Morton Rhue beschreibt einen Unterrichtsversuch, des jungen Geschichtslehrer Ben Ross an der Gordon High School. Dieser nimmt in seinem Unterricht den zweiten Weltkrieg und die Vernichtung der Juden durch die Nazis durch. Er zeigt seinen Schülern einen Film über diese Thematik und die meisten Schüler sind betroffen, jedoch können sie nicht verstehen, wieso die deutsche Bevölkerung tatenlos zugesehen hat und ein solches Regime entstehen konnte.

Ross selbst, kann diese Fragen nicht einfach beantworten und startet somit in der nächsten Unterrichtsstunde ein Experiment. Die Schüler werden regelrecht auf Disziplin gedrillt, so dass sie bei der Beantwortung von Fragen aufstehen müssen und die Antworten laut herausbrüllen. Die Schüler sind jedoch erstaunlicherweise nicht abgeschreckt, sondern finden Spaß an dieser Form des Unterrichts. Ben Ross führt immer wieder neue Regeln ein, die streng zu befolgen sind und letztendlich gründet er die Organisation „Die Welle“. Es entsteht ein spezieller Gruß unter den Teilnehmern, es gibt ein Abzeichen und Überwacher, die auf die Einhaltung der Regeln achten. Die Leitsätze „Macht durch Disziplin!“, „Macht durch Gemeinschaft!“ und „Macht durch Handeln!“ stehen nun im Vordergrund. „Die Welle“ beschränkt sich zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht mehr nur auf den Geschichtskurs, auch andere Schüler werden unter Druck gesetzt teilzunehmen und die Organisation beginnt die gesamte Schule zu beherrschen. Langsam beginnt das Experiment Ben Ross aus den Händen zu gleiten und „Die Welle“ entwickelt sich zu einer gefährlichen Institution. Schüler, die nicht Mitglieder werden wollen, werden belästigt und bedroht, Kritik an dem Experiment wird unterbunden und es wird ein Junge zusammengeschlagen, weil er der Welle nicht beitreten wollte.

Das Experiment ist zu einem Wahnsinn geworden, der die Schüler mitreißt und Gegner dieser Bewegung werden ausgeschlossen, schikaniert und schaffen es letztendlich nicht, ihre Mitschüler wieder in die „Normalität“ zurück zu holen. Es scheint, als ob Ben Ross selbst von der „Welle“ gefangen sei. Auch er hat sich stark verändert und die Organisation steht im Mittelpunkt seines Lebens. Nach einem Gespräch mit zwei seiner Schüler, zieht der Geschichtslehrer jedoch am nächsten Tag die Notbremse und beendet das Experiment. Bei einer Versammlung aller Wellenmitglieder in der Aula der Schule, zeigt Ross ein Bild von Adolf Hitler auf einer großen Leinwand. Die Schüler begreifen welches Ausmaß dieses Experiment genommen hat und sind erschüttert darüber, wie leicht sie zu Faschisten wurden.

2. Sachanalyse

Das Buch bietet viele Möglichkeiten für den Literaturunterricht. Die inhaltliche Bedeutung der Geschichte ist hierbei besonders hervorzuheben, da das Buch auf einer wahren Begebenheit basiert. 1967 wurde an einer High School in Palo Alto (USA) vom Geschichtslehrer Ron Jones das Experiment „die Welle“ durchgeführt.

Das Buch ist verständlich geschrieben und ermöglicht das Hineinversetzen in die einzelnen Charaktere. Es regt außerdem zum Nachdenken an. Die Schüler setzten sich mit der gesellschafs-politischen Situation der Geschichte und Gegenwart auseinander und werden angeregt „über den Tellerrand“ hinaus zu blicken.

Das Buch macht deutlich, wie Faschismus entstehen kann und wie einfach Menschen manipuliert werden können. Die Themen Nationalsozialismus und Faschismus sind immer noch aktuell und sollten nicht in Vergessenheit geraten. Sie sind aber sehr komplex und oftmals für Schüler relativ unverständlich. Daher bietet dieses Buch die Möglichkeit, dass die Schüler ein besseres Verständnis dafür entwickeln, wie es zu einer solchen Begeisterung kommen kann und warum eine Gruppe/ eine Klasse (bis auf wenige Ausnahmen) bedingungslosen Gehorsam zeigen. Weitere inhaltliche Möglichkeiten können z.B. die hierarchischen Strukturen in dem Buch sein. Die Schüler folgen dem Lehrer als „Führer“ und grenzen alle aus, die nicht ihrer Meinung sind und der Welle angehören.

Des Weiteren können die Unterrichtsfächer Deutsch- und Geschichte miteinander vernetzt werden, da das Thema Nationalsozialismus auch einen deutlichen Bezug zum Geschichtsunterricht aufweist. Ein weiterer Grund für die Auswahl ist die aktuelle Kinoverfilmung, die noch einmal den aktuellen Bezug zum Thema deutlich macht. Die geplante Unterrichtsstunde verknüpft zusätzlich noch einmal das Thema die Welle mit dem vorherigen Thema im Deutschunterricht (Zeitungsartikel) und vertieft dieses somit noch einmal.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass dieses Buch ein Prestigebeispiel dafür ist, das Faschismus auch heutzutage noch möglich ist. Als Lehrer ist es daher eine wichtige Aufgabe, die Kinder/Jugendlichen zur kritischen Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt anzuregen und ihre Autonomie zu fördern. Sie sollen durch das Buch angeregt werden selbständig Entscheidungen zu treffen und ihre eigene Meinung vertreten zu können.

3. Für welche Klassenstufe und warum?

Das Buch ist sehr geeignet für die Klasse 8., da in dem Alter das Verständnis und die Ernsthaftigkeit des Themas vorausgesetzt werden kann. Auch vom Schreibstil her ist es für die Alterstufe geeignet, da es für Jugendliche verständlich ist und ihrem eigenen Sprachgebrauch entspricht. Wie schon erwähnt ist auch der Bezug zum Geschichtsunterricht möglich bzw. förderlich, denn auch dort wird in dieser Altersstufe das Thema Nationalsozialismus und Faschismus intensiv besprochen.

4. Welche Anschlussmöglichkeiten an den niedersächsischen Lehrplan bestehen?

Das niedersächsische Kerncurriculum von 2006 sieht für das Fach Deutsch in der 8. Klasse vor einen Jugendromane wie „Die Welle“ zu behandeln. Des Weiteren sollen die Schüler journalistische Textsorten unterscheiden und beschreiben können. Bericht, Reportage und Interview sollen hinsichtlich ihrer Intention, Funktion und Wirkung differenziert werden können. Die Schüler sollen lernen beim verfassen eines Textes selbstständig zu entscheiden, wie sie den Text sprachlich gestalten und dabei die jeweiligen Anforderungen der gewählten Textsorte beachten. Innerhalb unseres Unterrichtsentwurfs sollen die Schüler lernen selbständig ein geschildertes Geschehen bzw. Ereignis aus einem Jugendroman in einen journalistischen Text umzusetzen. Dabei sollen sie Gedanken und Gefühle der jeweils gewählten Person berücksichtigen. Diesbezüglich fordert der Lehrplan, dass Schüler befähigt werden Handlungen, Verhaltensweisen und Motive literarischer Figuren zu analysieren. Die Texte müssen sie in der Gruppe gedanklich gliedern und sprachlich gestalten. Diese geforderte Gruppenarbeit und Kreativaufgabe fördert die im Lehrplan geforderte Verwendung von handlungs- und produktionsorientierten Verfahren zur Erschließung von Texten. Des Weiteren wird durch die im Unterrichtsentwurf gestellte Aufgabe der Umgang mit Medien bzw. mit der Zeitung gefördert. Durch den abschließenden Vortrag der Ergebnisse wird sowohl das vorlesen und vortragen, wie auch das anschließende diskutieren, kritisieren und kommentieren von Ergebnissen der Mitschüler eingeübt.

Abschließend kann man sagen, dass bei dem von uns gewählten Jugendroman besonders wichtig ist, dass die Schüler lernen die historischen Bezüge zum Nationalsozialismus herzustellen und darauf umsetzen können. Es bietet sich an dieses Thema Faschismus fächerübergreifend mit dem Geschichtsunterricht zu bearbeiten, weil die Sachinformationen darüber für das Verständnis und die Umsetzung des Textes unbedingt erforderlich sind. So könnte Zeitgleich im Geschichtsunterricht der 2. Weltkrieg und das Naziregime unter Hitler thematisiert werden.

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Details

Seiten
9
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656032007
ISBN (Buch)
9783656032076
Dateigröße
770 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v180437
Institution / Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1,8
Schlagworte
unterrichtsstunde welle morthen rhue

Autor

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Titel: Unterrichtsstunde zu "Die Welle" von Morthen Rhue