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Erlebnispädagogik im schulischen Kontext mit Schwerpunkt „Kommunikation“

Seminararbeit 2011 53 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Einleitung

2 Lehrplan und Kommunikation

3 Grundzüge der Kommunikation
3.1 Was ist Kommunikation
3.1.1 Kommunikation als Grundbedürfnis
3.1.2 Kritik an der Maslowschen Theorie
3.2 Kommunikation als Teil des Werteverständnisses

4 Grundlagen der Kommunikation
4.1 Verbale Kommunikation
4.1.1 Die Stimme als Ausdrucksmittel
4.1.2 Inhalt einer Nachricht
4.2 Nonverbale Kommunikation
4.2.1 Mimik
4.2.2 Augensprache und Blickkontakt
4.2.3 Körperhaltung und Ausnutzung des Raumes
4.2.4 Gestik
4.3.5 Communication

5 Erlebnispädagogische Trainingsmethoden in der Schule

6 Praxisprojekt
6.1 Die Klassensituation
6.2 Projektziele
6.3 In den Regelunterricht eingebundene Übungen
6.3.1 Kommunikationschaos
6.3.2 Die Werwölfe von Düsterwald
6.3.3 Kreativ Parcours
6.3.4 Nonverbales „1 2 3“
6.3.5 Energizer „17 und 4“
6.4 Erlebnispädagogischer Tag
6.4.1 „Gerade aus!“
6.4.2 Bullring
6.4.3 Spinnennetz
6.4.4 Acid Pound
6.4.5 Reflexion

7 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Vorwort

Ein besonderer Dank gilt meinem Direktor DPTS OSR Johannes Berger, der stets meine Ausbildung gefördert hat. An dieser Stelle sei auch die Schulbehörde (vor allem BSI Franz Weißenböck) erwähnt, die mich bei meinem Studium durch Gewährung von Sonderurlaub unterstützt hat.

Abschließend ein Dank an das Team des Hochschullehrganges EP/OT für die nachhaltigen Erlebnisse. Ein spezieller Dank an Ewald Spießmayr Bernardino, MAS der für jede Frage und jedes Anliegen ein offenes Ohr hatte und geduldig Lösungen für uns suchte.

Danke!

1. Einleitung

Die Polytechnische Schule gliedert sich in unterschiedliche Fachbereiche. Im Fachbereich „Informatik“, den ich in diesem Schuljahr geleitet habe, lag das Hauptaugenmerk auf der Einbindung von erlebnispädagogischen Übungen mit Schwerpunkt Kommunikation. Dazu wurden vor allem „Lebenskundestunden“ verwendet, da in diesem Fach neben theoretischem Wissen zum Thema „Kommunikation“ auch soziale Kompetenzen vermittelt werden sollen.

Zunächst wird der Lehrplan der PTS beleuchtet, denn gerade dieser verweist an vielen Stellen auf die Wichtigkeit des Kommunikations trainings Erlebnispädagogik kann diese Ansprüche wesentlich unterstützen.

Kommunikation als ein menschliches (Grund)bedürfnis ermöglicht auch die Vermittlung von Werten im Unterricht.

Speziell Lehrern und Lehrerinnen sollte bewusst sein, dass Kommunikation nicht nur verbal geschieht, sondern zum Großteil auch nonverbal darauf wird im Kapitel „Grundlagen der Kommunikation“ eingegangen.

In der heutigen Zeit darf auch das Schlagwort „ e Communication“ nicht fehlen, da es gerade jetzt ein wichtiges und interessantes Thema für Pädagogen und Pädagoginnen ist.

Abschließend wird versucht, erlebnispädagogische Übungen, in Abstimmung auf die Klassensituation, in den schulischen Alltag einzubinden und die Vielfältigkeit der Kommunikation für die SchülerInnen erlebbar zu machen.

Da diese Diplomarbeit zur allgemeinen Verwendung in der Lehrerbibliothek abgelegt wird, wurde zu den einzelnen Übungen direkt eine Quellenangabe hinzugefügt um die Suche nach der vollständigen Übungserklärung zu erleichtern!

2. Lehrplan und Kommunikation

Wenn im Lehrplan der Polytechnischen Schule von „Kommunikation“ die Rede ist, findet man das Stichwort häufig im Unterrichtsfach Deutsch. Im Kernbereich wird die mündliche und schriftliche Form behandelt und beschrieben:

„Kernbereich Deutsch:

Mündliche Kommunikation:

Kommunikationsbarrieren überwinden durch Rollenspiele, nonverbale Kommunikation usw. Diskussionstechniken verbessern (bewusst zuhören, eigene Meinung formulieren, andere Meinungen anerkennen und überprüfen; Konflikte erkennen und Lösungsmöglichkeiten finden).

Erlebtes, Gelesenes und Gehörtes reflektieren und wiedergeben (auch unter Nutzung elektronischer Kommunikationsmittel): erzählen, beschreiben, erklären, zusammenfassen, referieren und informieren; in gespielten und realen Situationen; an Inhalten, die den Interessen und beruflichen Zielen der Schülerinnen und Schüler entsprechen, wie z.B. Lehrstellensuche, Vorstellungsgespräch, Telefonat.

Schriftliche Kommunikation:

Informationen einholen und kritisch verarbeiten.

Formlose und normierte Texte des persönlichen und geschäftlichen Schriftverkehrs verfassen (z.B. Kurzmitteilungen, Berichte, Protokolle, Exzerpte, Lebenslauf, Bewerbungsschreiben); formale Gestaltung von Geschäftsbriefen nach gebräuchlichen Normen, Schriftverkehr mit Ämtern, Behörden und Firmen (Kaufvertrag); Formulare und Drucksorten ausfüllen.“ (bmukk 2008, S. 25)

Dabei finden folgende didaktische Grundsätze Anwendung:

„Das Üben mündlicher und schriftlicher Kommunikation soll sinnvollerweise in fachübergreifenden Handlungszusammenhängen erfolgen. Jeder Unterrichtsgegenstand soll explizit zur Sprachbildung beitragen .“ (bmukk 2008, S. 26)

Da die PTS auf das zukünftige Berufsleben vorbereiten soll, wird auch in den einzelnen Fachbereichen auf dieses Thema eingegangen. Vor allem aber in den Fachbereichen „Handel & Büro“ und „Informatik“. Manche Polytechnische Schulen führen auch das Freifach „Kommunikation & Werbung“. In diesem Fach wird besonders auf mündliche Kommunikation Wert gelegt:

Mündliche Kommunikation:

Gesprächsklima, Kommunikationstraining. Kommunikationsmodelle in spielerischer Form, Kommunikationsblockaden; Diskussion, sachbezogene objektive Argumentation, Gesprächsstrategien, Telefonate.

Werbung und Präsentation:

Selbstpräsentation und Präsentation im Vorstellungs , Verkaufs und Beratungsgespräch; Standpunktformulierungen, Werbemittel, Werbesprache, Werbetechniken.“ (bmukk 2008, S. 67) Der Lehrplan der Polytechnischen Schule liefert somit in vielerlei Hinsicht die Möglichkeit, vielmehr jedoch auch die Verpflichtung, Kommunikation im Unterricht zu lehren und zur Sprachbildung beizutragen. Eine besondere Art „Kommunikation“ spür und erlebbar zu machen, bieten Übungen aus der Erlebnispädagogik diese werden im Praxisteil näher beschrieben.

3 Grundzüge der Kommunikation

3.1 Was ist Kommunikation?

„Kommunikation (lat. communicare gemeinsam tun, besprechen) [ ] Prozess der Informationsübertragung zw. Individuen mittels verbaler u. nichtverbaler Ausdrucksmittel (Gestik u. Mimik), wobei neben der Sachinformation i. e. S. auch Beziehung definiert u. komplexe soziale Mitteilungen ausgetauscht werden (Metakommunikation).“ (Hildebrandt 1997, S.847) Mit der Aussage „Alles ist Kommunikation“ liegt man demnach gar nicht so falsch.

Friedemann Schulz von Thun beschreibt in seinen Arbeiten sehr ausführlich die vier Seiten einer verbalen Aussage und unterscheidet zwischen Sender und Empfängerwahrnehmung.

Dennoch ist Kommunikation mehr, denn selbst wenn man mit einem anderen Menschen nicht direkt (von Angesicht zu Angesicht) in Kontakt tritt, so kann man dennoch mit ihm kommunizieren. Hierbei denkt man vielleicht an Briefe, Chat oder E Mails nein, vielmehr sollte man als LehrerIn zum Beispiel auch an die Wahl der Kleidung oder die Klassengestaltung denken. Dazu aber näheres im Kapitel „Nonverbale Kommunikation“.

3.1.1 Kommunikation als Grundbedürfnis

Hildebrandt (1997, S. 180) definiert den Begriff „Bedürfnis“ wie folgt: „Bedürfnis (engl.) need; Bez. für den mit dem Erleben eines Mangels verbundenen intrapsych. Spannungszustand, der über das Streben nach Beseitigung des Mangels [ ] zur Entspannung führt;“ Er unterscheidet zudem primäre (z.B. Hunger, Durst) und sekundäre Bedürfnisse (z.B. Anerkennung).

Spricht man von „Bedürfnissen“, kommt man nicht an Abraham Maslows „Bedürfnispyramide“ vorbei.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Bedürfnispyramide nach Maslow.

Kommunikation findet man in jeder Stufe der Bedürfnispyramide. Denkt man etwa an die Überlieferung des Experiments Friedrichs II. die „Ursprache“ zu finden, kann Kommunikation in Form von Zuspruch durchaus essentiell sein und somit als physiologisches (Grund)bedürfnis gewertet werden.

Friedrich II wollte die „Ursprache“ der Menschheit erforschen. Um herauszufinden um welche Sprache es sich bei der „Ursprache“ handelte er ging davon aus, dass es sich um eine Sprache hebräischen, griechischen oder lateinischen Ursprungs handeln müsste ließ er Säuglinge durch Ammen aufziehen die weder Sprechen noch Zuwendung in irgendeiner Form zeigen durften. Trotz ausreichender Ernährung und körperlicher Pflege verstarben die Kinder schon nach kurzer Zeit (vgl. Eppler 2008, S. 14 f).

In der ersten Stufe der Maslowschen Bedürfnispyramide die der physiologischen Bedürfnisse finden sich die essentiellen Bedürfnisse, wie etwa die nach mütterlicher Reaktion, Nahrung, Sexualität und Stillung von Durst. Innerhalb dieser Stufe können diese einzelnen Bedürfnisse für die anderen einstehen so kann übermäßiger Hunger auch ein Zeichen fehlender (mütterlicher) Geborgenheit sein (vgl. Maslow 2010, S. 63).

Zwar wird in dieser Stufe nicht explizit die Kommunikation ange sprochen, betrachtet man jedoch das zuvor genannte Beispiel der „Ursprachensuche“ und die „mütterliche Reaktion“ der ersten Stufe, so kann man auch hier die essentielle Bedeutung erahnen.

Sind die physiologischen Bedürfnisse gestillt und auch gesichert, treten andere höhere Bedürfnisse in den Vordergrund (vgl. Maslow 2010, S. 65).

Die Stufe der „ Sicherheitsbedürfnisse “ beinhaltet Begriffe wie etwa „Sicherheit“, „Stabilität“, „Angstfreiheit“, „Bedürfnis nach Struktur“ oder aber auch „Grenzen“ (vgl. Maslow 2010, S. 66).

Speziell Ängste spielen im schulischen Kontext eine große Rolle. Erwachsene haben gelernt Ängste zu verbergen und/oder zu überspielen. Kinder jedoch zeigen ihre Ängste relativ offen und reagieren auf eine unsichere Umgebung. Diese Ängste zeigen sich in Alpträumen, Erbrechen, Durchfall oder starken Schmerzen. Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass Kinder eine Umgebung mit Grenzen nicht nur vorziehen, sondern auch brauchen diese gibt Stabilität und Sicherheit (vgl. Maslow 2010, S. 66 f).

Kinder, als auch Erwachsene, ziehen eine geordnete, vorhersehbare Welt vor. Unerwartete, chaotische Situationen führen oftmals zu Unsicherheit und zu einem stärkeren Schutzbedürfnis (vgl. Maslow 2010, S. 68).

Gerade diese Situation findet man im Schulalltag häufig Wiederholungen, Tests und Schularbeiten führen zu einer Verunsicherung. Diese Tatsache sollte jede/r LehrerInn berücksichtigen und für einen dennoch „sicheren“ Rahmen in der Klasse sorgen. Auch hier kann der Lehrer oder die Lehrerin durch Gespräche und beruhigende Gesten positiv einwirken.

Ist das „Sicherheitsbedürfnis“ gestillt und die „physiologischen Bedürfnisse“ sind ebenfalls befriedigt, treten immer mehr die Bedürfnisse nach „ Zugehörigkeit und Liebe “ in den Vordergrund.

In dieser Stufe tritt das wirkliche Zusammensein, Gruppenzugehörigkeit und Kontaktbedürfnis hervor. Oft wird auch beobachtet, dass ein „gemeinsamer Feind“ zur Bildung einer Freundesgruppe beiträgt (vgl. Maslow 2010, S. 71).

Gerade in Schulklassen kann dies häufig beobachtet werden. Hier ist es die Aufgabe des Lehrers einzuschreiten und Interventionsmöglichkeiten parat zu haben. Speziell hier bietet die Erlebnispädagogik eine Vielzahl an Übungen um Gruppen zu stärken und derartige Situationen zu klären.

Maslow (2010, S. 72 f) beschreibt als nächste Ebene das Bedürfnis nach „ Achtung “. Die Befriedigung dieses Bedürfnisses führt zur Stärkung der Selbstachtung dies wiederum führt zur Steigerung des Selbstvertrauens und zum Gefühl nützlich für die Umwelt zu sein. Die nachhaltigste Form von Selbstachtung basiert auf verdientem Respekt äußerer Ruhm beziehungsweise unverdiente Bewunderung führen dabei zu keiner langfristigen Befriedigung.

Das Bedürfnis nach „ Selbstverwirklichung “ ist die höchste Stufe in Maslows Bedürfnispyramide. Wenn alle anderen Stufen erfüllt sind, kann es dennoch zu einer Unzufriedenheit kommen der einzelne Mensch möchte seine Fähigkeiten umsetzen und sich selbst verwirklichen. MusikerInnen wollen in der Musik ihre Bestimmung finden und DichterInnen in der Dichtkunst.

Zwar können LehrerInnen die letzten Stufen bei Schülern und Schülerinnen selten miterleben, dennoch arbeiten sie verstärkt in den Stufen 2 und 3 mit, die ja als Grundlagen für weitere Entwicklungen dienen.

„Geheimnis, Zensur, Unehrlichkeit, Unterbindung von Kommunikation bedrohen alle Grundbedürfnisse.“ (Maslow 2010, S. 75) Dies gilt nicht nur für eine gesamte Gesellschaft, sondern auch für eine einzelne Klasse. Offene Gespräche, ordentliche Gesprächskultur und ein „sicherer“ Rahmen bieten demnach eine ideale Voraussetzung für eine gelungene Kommunikation.

3.1.2 Kritik an der Maslowschen Theorie

Die Kritik an der von Maslow entwickelten Theorie richtet sich vor allem an die strenge Hierarchie der Bedürfniserfüllung.

Heute geht man davon aus, dass mehrere Bedürfnisse aus unterschiedlichen Ebenen gleichzeitig auftreten können, oder sogar eine Ebene übersprungen werden kann (vgl. Woolfolk 2008, S. 455). So dürfte es nach Maslows Theorie keine „Lebensretter“ geben, da das Sicherheitsbedürfnis noch vor allen anderen Ebenen steht. So zeigt sich auch, dass wenn ein Student oder eine Studentin vor einer wichtigen Prüfung die ganze Nacht durch lernt er oder sie auf das physiologische Bedürfnis „Schlaf“ verzichtet (vgl. Heidner 2005, S. 10). Neuere Theorien gehen daher davon aus, dass jeder Mensch eine gewisse Selbstbestimmung über die eigene Bedürfnisbefriedigung hat (vgl. Woolfolk 2008, S. 455).

Trotz aller Kritik bietet uns Maslows Theorie einen ganzheitlichen Blick auf unsere SchülerInnen. So wird klar, dass ein Schüler oder eine Schülerin deren Familie durch eine bevorstehende Scheidung bedroht wird, eher nach Sicherheit trachtet als nach Anerkennung durch gute Noten (vgl. Woolfolk 2008, S. 455).

3.2 Kommunikation als Teil des Werteverständnisses

Über verbale und nonverbale Kommunikation werden natürlich auch Werte transportiert.

Makrosch & Regenbogen (2009, S. 5 f) definieren folgende Grundwerte: Frieden, Freiheit, Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit, Solidarität, Menschenwürde, Gesundheit, Schönheit und Nachhaltigkeit.

Gerade in der Schule versucht man den Schützlingen Werte zu vermitteln und auch vorzuleben. Diese müssen genauso gelehrt werden wie etwa Mathematik. Man kann von den SchülerInnen nicht erwarten, dass sie „Friede“ oder auch „Gerechtigkeit“ als einen unschätzbaren Wert sehen, wenn diese nicht von den Lehrern und Lehrerinnen transparent vorgelebt wird.

Man erwartet oft von SchülerInnen, dass sie mit unserer mittel europäischen Wertewelt vertraut sind vergisst aber gleichzeitig auch, dass nicht alle Werte in der Lebenswelt der SchülerInnen vermittelt und gelebt werden! Deshalb ist es wichtig, dass man sich bewusst wird, dass Kommunikation verbal als auch nonverbal Wertehaltungen und Wertvorstellungen transportiert!

„ Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor denälteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ä ltere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die S üß speisen, legen die Beineübereinander und tyrannisieren ihre Lehrer. “

Sokrates

Dieses überlieferte Zitat vom griechischen Philosophen Sokrates (um 469 v.Chr. 399 v.Chr.) zeigt sehr deutlich, dass Werteerziehung nicht einfach so passiert, denn genau dieses darin beschriebene Verhalten wird auch heute noch der Jugend vorgeworfen.

Schule soll heute geht es nach Eltern und Medien vermehrt diese Werteerziehung leisten. Jedoch kann diese Aufgabe nicht vollends an der Institution Schule hängen bleiben Kinder kommen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und die dort geltende Werteordnung führt zu einem Wertepluralismus in der Klasse. LeherInnen können den Schülern und Schülerinnen maximal einen Eindruck von ihren (wichtigsten) Werten vermitteln (vgl. Bahlke 2009, S. 131).

Egal ob verbal oder nonverbal, beabsichtigt oder unbeabsichtigt (Werte)Erziehung findet bei jeder zwischenmenschlichen Interaktion statt (vgl. Bahlke 2009, S. 135).

Somit trifft auch in der Werteerziehung die in pädagogischen Kreisen weithin bekannte Aussage „Der Schüler lernt den Lehrer.“ mit Sicherheit zu! SchülerInnen können oftmals nichts mit dem Begriff „Wert“ anfangen. Es ist auch schwierig „Werte“, „Normen“, „Regel“, „Tugend“ und „Anstand“ oft findet man im täglichen Sprachgebrauch (fälschlicherweise) verschiedene Worte für ein und denselben Begriff. Mit der Floskel „Ich lege Wert auf “ beschreibt man den Wertebegriff schon recht gut und meist sind die verbalisierten Aussagen dazu auf die zuvor beschriebenen Grundwerte zurückzuführen. Eine weitere Unterteilung führt zu den Begriffen „ reale Werte “ und „ ideelle Werte “ . Unter realen Werten versteht man materielle Dinge wie etwa das Auto, Handy, etc.. Ideelle Werte hingegen sind Dinge die man sehr schätzt und nicht mit Geld erworben werden können zum Beispiel Freiheit (vgl. Fellsches 2009, S. 119).

Im Lebenskundeunterricht der PTS steht soziales Lernen im Mittelpunkt. Manche Schulbücher gehen hier zwar auf den Wertebegriff ein zumeist jedoch sehr mangelhaft.

Um diesen „Mangel“ auszugleichen, bietet die Erlebnispädagogik eine Vielzahl an Interaktionsübungen an, um Werte (be)greifbar zu machen.

[...]

Details

Seiten
53
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656033271
ISBN (Buch)
9783656033127
Dateigröße
1.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v180418
Institution / Hochschule
Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz
Note
Schlagworte
Erlebnispädagogik Schule Österreich Polytechnische Schule Kommunikation Pädagogik Erlebnispädagogische Übungen

Autor

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Titel: Erlebnispädagogik im schulischen Kontext mit Schwerpunkt „Kommunikation“