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Die Antizipation der nationalsozialistischen Propaganda in Wilhelm Hauffs "Jud Süß"

Hausarbeit 2007 23 Seiten

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Aufstieg und Falls des historischen Joseph Süß Oppenheimer

3.Judenhass und der Vorwurf der Rassenschande

4.Der nationalsozialistische Propagandafilm und Harlans Jud Süß
4.1 Der Film als Mittel der Beeinflussung
4.2 Veit Harlans Beitrag zur nationalsozialistischen Propaganda

1.Hauffs Jud Süß-Adaption als Antizipation nationalsozialistischer

Propaganda

1.Zusammenfassung

Literaturliste

1. Einleitung

„Liebe Freunde und Gevattern,

hört das Lied vom großen Vampyr,

schlimm sind Wölfe, Ratten, Nattern,

doch das allerschlimmste Raubtier:

Ist der Jud, der Jud, der Jud;

führt im Land das Regiment,

saugt uns aus bis auf das Blut,

nimmt uns Haus und Hof und Hemd.

Jagt den Jud zum Teufel!“

Der unter der Regie von Veit Harlan entstandene, 1940 in Venedig uraufgeführte Film Jud Süß ist nicht nur „die sicherlich spektakulärste und umstrittenste Version“[1] unter den Bearbeitungen des historischen Stoffes um den württembergischen Hoffaktor Joseph Süß Oppenheimer, der von 1733 bis 1737 am Hof des Herzogs Carl Alexander wirkte, sondern auch die wohl krasseste antisemitische unter den mittlerweile zahlreichen Adaptionen. Darauf weist schon dass der Einleitung vorangestellte Zitat hin, dass einem Lied der Figur des Leierkastenmannes aus Harlans Film entstammt.[2] Der älteren, gleichnamige Novelle von Wilhelm Hauff aus dem Jahre 1827 lassen sich dennoch ebenfalls bereits antisemitische Züge nachweisen. Die Adaptionen Hauffs und Harlans als die wichtigsten bisherigen zu bezeichnen, erscheint angebracht, wobei ebenso auf ihre jeweiligen Gegenpole hingewiesen werden soll, denn die Novelle grenzt sich bezüglich ihrer antisemitischen Färbung ebenso stark von dem Roman Jud Süß von Lion Feuchtwanger (1925) ab, wie sich der nationalsozialistische Propagandafilm Harlans von der Bearbeitung durch Lothar Mendes (Jew Süss , 1934) unterscheidet.

Dass der Film Harlans, der unter maßgeblicher Beteiligung von Reichspropagandaminister Dr. Joseph Goebbels entstanden ist, antisemitische Stereotype in ihren vielfältigsten, drastischsten Ausprägungen transportiert, soll und kann hier nicht untersucht werden, denn zum einen ist auf diesem Feld angesichts des bisherigen Forschungsstands kaum noch Bedarf für weitere Beiträge, die den Antisemitismus dieses Films entlarven sollen, zum anderen gehört der Film Jud Süß als so genannter ,Vorbehaltsfilm' auch nicht zu den Werken, die ohne Schwierigkeiten – selbst zu wissenschaftlichen Zwecken - beschafft werden können.[3]

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist ohnehin ein anderes: Nach einer Einführung in das Leben des historischen Joseph Süß Oppenheimer folgt ein Abschnitt zur Erklärung der Kernelemente nationalsozialistischen Judenhasses und der historischen Hintergründe des an den Harlanschen Süß Oppenheimer gerichteten Vorwurfs der Rassenschande. Daraufhin soll – zwangsläufig auf der Basis der bisher veröffentlichten Sekundärliteratur – ein möglichst fundierter Überblick gegeben werden über die Kernelemente der filmischen Bearbeitung durch Veit Harlan. Hier sollen insbesondere die antisemitischen Stereotype und Vorurteil benannt werden. Der Zweck dieses Teils der Arbeit soll es sein, einen Vergleich mit der Hauffschen Novelle bezüglich der diesem Werk immanenten antisemitischen Stereotype durchführbar zu machen. Damit ist der Kerngehalt der Arbeit erreicht, nämlich die Frage, inwiefern antisemitische Stereotype, wie sie in den dunkelsten zwölf Jahren deutscher Geschichte im 20. Jahrhunderts propagiert wurden, bereits in einer Novelle der (Spät-)Romantik antizipiert wurden. Ein Vergleich der Bearbeitungen des Jud Süß-Stoffes erscheint zu diesem Zwecke prädestiniert, da Vergleichspunkte zu Genüge gegeben sind und die filmische Bearbeitung des Stoffes in einem wichtigen antisemitischen Propagandafilm resultierte, weshalb sich die Frage nach dem antisemitischen Gehalt der Hauffschen Novellen-Fassung gleichsam aufdrängt.

2. Aufstieg und Fall des historischen Joseph Süß Oppenheimer

Hofjuden „waren als Hof- und Heereslieferanten, Hofbankiers, Hofjuweliere und Diplomaten in Finanzangelegenheiten tätig, [...] [um das] Spannungsfeld zwischen hohem finanziellen Bedarf und geringen Einkünften“ [4], in dem sich die Höfe im Zeitalter des beginnenden Absolutismus häufig befanden, zu reduzieren. „Zu jenen Zeiten [...] waren die Kaufleute hebräischen Glaubens auf dem Weg, eine allgemeine höfische Institution zu werden.“[5], schon im Jahr 1200 sei nachweislich der erste jüdische Finanzier bei einem christlichen Herrscher am Hofe gewesen.[6] Als prominenter Vertreter unter ihnen hat Joseph Süß Oppenheimer, der „1732 dem Prinzen Carl Alexander vorgestellt“[7] und zwei Jahre später Hoffaktor am Hof des mittlerweile zum Herzog gekrönten Carl Alexander wurde, „mit seiner politischen Karriere [...] andere Hofjuden überrundet“[8], wirtschaftlich jedoch getan, was man von ihm erwartete: Oppenheimer „regelte die Warenwirtschaft im Land nach modernen, nämlich merkantilistischen Grundsätzen.“[9] Dies „belastete die Untertanen Württembergs in bis dahin unbekanntem Ausmaß“[10], während es dem herzoglichen Hof zu mehr Liquidität verhalf, sodass folgerichtig Oppenheimer rasch zum Verantwortlichen der Misere der Untertanen gemacht wurde. Die politische Situation Württembergs war dabei ohnehin eine besondere, die aufgrund ihrer Konstellation kaum konfliktlos bleiben konnte, denn das Herzogtum Württemberg war „der Fall einer konstitutionellen Monarchie“[11], eine Sonderstellung im Reich mit Mitbestimmungsrechten für den Bauernstand, der „im Zeitalter des Absolutismus [...] freilich immer mehr entmachtet“[12] wurde. Die Stände im Allgemeinen waren dabei evangelischer Konfession – Konfliktpotential bot da schon die Tatsache, dass durch Herzog Carl Alexander als katholischen Monarchen der Unterschied der Konfessionen zum integralen Bestandteil des Konflikts um die Restaurationsbemühungen wurde. Mit dem plötzlichen Tod des Herzogs „am 12. März 1737“[13] entlud sich der über die Zeit der Herrschaft Carl Alexanders angewachsene Hass der Landstände über Jud Süß[14]. Zu Zeiten des Prozesses gegen Süß Oppenheimer hat dieser auch nicht auf die Unterstützung der jüdischen Gesellschaft hoffen können, denn dieser„hat er [zu Lebzeiten] wenig gegeben, [er] machte sich vielmehr durch seinen Lebenswandel suspekt und setzte sich letztlich zwischen alle Stühle“[15]. Die Rechtswillkür des folgenden Prozesses „begann mit der Festnahme ohne Haftbefehl, es folgte die verfrühte Beschlagnahmung des Vermögens.“ .[16] Das willkürliche Element des Prozesses zeigt sich auch darin, dass

„der Anklagepunkt 'fleischlicher Umgang mit Christinnen' [...] recht schnell wieder fallengelassen [wurde], weil zwar ein Gesetz den Geschlechtsverkehr zwischen Juden und Christen nicht gestattete, die darauf ausgesetzte Todesstrafe aber beiden Beteiligten drohte. Da nun zu Süß Oppenheimers diversen geliebten auch etliche Frauen aus Württembergs Hautevolee zählten, konnte und wollte sich die Gerichtskommission diesen Skandal nicht leisten.“[17]

Durch den ganzen Prozess hindurch ist dabei das geltende Recht durch die Ankläger mehrfach gebrochen worden[18], sodass gelten kann, dass an Oppenheimer „ jene Laster abgestraft werden [konnten], für welche die Obrigkeit sich nicht strafen ließ“[19]. So nenne auch das Urteil „keine Straftaten und [es] verweiger[e] eine Begründung.“ [20] Entsprechend hält Schneider fest „daß ungeachtet aller prozentualen Ausführlichkeiten eine vorgefaßte Rechtsbeugung stattfand und das gegen den Angeklagten verhängte Todesurteil ein aus judenfeindlichen Absichten erfolgter Justizmord war.“[21] Der Symbolcharakter der Hinrichtung Süß Oppenheimers, eines groß angelegten Spektakels[22] wird auch durch die Absicht deutlich, „jenen Delinquenten [...] höher zu henken als irgendein anderer Galgen sei“[23], nämlich „zwölf Meter über dem Erdboden [...], am höchsten Galgen des Deutschen Reiches“[24]. Schneider präzisiert das an Oppenheimer statuierte Exempel dadurch, dass er ihn „zu einer eindringlichen Symbolfigur für immer mehr und immer neu anwachsenden Judenhaß im Land“[25] macht,eine Einschätzung, die auch Rolf Schneider teilt, denn mit der Hinrichtung Süß Oppenheimers seien „die Linien eines künftigen Antisemitismus angelegt.“[26]

3. Judenhass und der Vorwurf der „Rassenschande“

Die Tatsache, dass traditionell Juden über großen Einfluß in ökonomischen Schlüsselstellungen verfügten, zeigt unter anderem das Beispiel Österreich-Ungarns Ende des 19.Jahrhunderts: Hier „besaßen Juden mehr als 50 Prozent der großen Banken“[27]. Fakten wie diese sollen nicht weiter vertieft werden, denn entscheidender ist, wie die jeweilige Gesellschaft auf den jüdischen Erfolg reagierte[28]: „Jüdisches Streben und jüdischer Erfolg, ob real oder eingebildet, wurden als Verhalten einer ausländischen und feindseligen Minderheitsgruppe wahrgenommen, welche kollektiv agierte, um die Mehrheit auszubeuten und zu beherrschen“[29]. Zu dieser Wahrnehmung gesellten sich verschiedene nichtrassige Ressentiments, die auf der „bloße[n] Existenz der jüdischen Besonderheit [fußten], lehnten die meisten Juden ein völliges kollektives Verschwinden ab“[30], wenngleich Assimilationsbemühungen seitens der Juden dabei durchaus zu verzeichnen gewesen seien.[31]

Fußend auf diesen und anderen, nur vorgeblich berechtigten Vorwürfen, erarbeitete die nationalsozialistische Propaganda eine Weltanschauung aus, in der neben „aggressive[m] Nationalismus [und] übersteigerte[m] Militarismus“[32] eben dieser Judenhass als Kernelemt angesehen werden muss. Ein Mittel der Wahl, um Ablehnung der Juden in der deutschen Bevölkerung zu provozieren, war das Schüren der Angst vor der so genannten „Rassenschande“. Die Gefahr der (imaginierten) „Rassenschande“, also der Blutsvermischung so genannter ,arischer' Menschen mit den – was schon an und für sich wissenschaftlich unhaltbar ist - als Rasse gedachten Juden schürten dabei „Degenerationsängste“ in der deutschen Bevölkerung. Das Argumentierten mit der ebenso unhaltbaren wie „diffuse[n] Kategorie der ,Racenehre'“[33] gehörte dabei zur Standardstrategie der nationalsozialistischen Propagandisten.

Wenngleich es auch im historischen Vorfeld des deutschen Nationalsozialismus Wissenschaftler gegeben haben mag, die die Mischehe als Möglichkeit zur Assimilation der verschiedenen „Rassen“ gesehen haben[34], sind doch mit „Eugen Dühring (1883-1921), Houston Chamberlain (1855-1927) und Artur Dinter (1876-1948) die schärfsten Propagandisten gegen“[35] die „Rassenschande“ zu nennen. Exemplarisch soll hier Dinter zitiert werden, nachdem die Deutsche, „die sich einem Juden hingibt, [...] als Blutschänderin ihres Volkes durch Abschneiden des Kopfhaares öffentlich gebrandmarkt werden [müßte].“[36]. Die weitläufige soziale Bedeutung der Mischehen von christlichen und jüdischen Paaren stellt Przyrembel schon für die Zeit weit vor dem Nationalsozialismus heraus:

„Im 19. Jahrhundert [...] entwickelte sich die Frage der christlich-jüdischen ,Mischehen' zum Indikator dafür, inwieweit die Mehrheitsgesellschaft eine Integration der jüdischen Minderheit [...] akzeptieren würde.“[37]. Das Scheitern der Akzeptanz solcher Mischehen sei dabei auf die „Die Verknüpfung des ,Reinheitspostulats' [des christlichen Körpers, A.H.] mit der Sexualisierung des jüdischen Körpers“[38] zurückzuführen und ein Charakteristikum des sich seit der Wende zum 20.Jahrhundert herausbildenden Antisemitismus.“ [39]. Insofern ist der zunehmend auf Propaganda basierende gesellschaftliche Widerstand gegen christlich-jüdische Mischehen konstitutiv für den Judenhass und zu NS-Zeiten außerdem gesetzlich abgesichert:

„Paragraph 1333 des Bürgerlichen Gesetzbuches sah jedoch vor, daß eine Ehe angefochten werden konnte, wenn ein Verlobter bei der ,Eheschließung in Unkenntnis von persönlichen Eigenschaften oder Umständen gewesen war, welche, sofern er sie gekannt hätte, die Verbindung verhindert hätten.“[40]

Diese noch harmlos anmutende Variante kommt zwar noch einem juristischen Hintertürchen gleich, aber entsprechende „Umstände“ waren letztlich leicht zu provozieren, worauf auch Friedländer an gleicher Stelle hinweist. Erst „mit dem Gesetz vom 6. Juli 1938 wurde es tatsächlich möglich, ,gemischtrassige Ehen legal zu anullieren.“[41], sodass die körperliche und sexuelle Trennung „arischer“ und jüdischer Menschen spätestens zu diesem Zeitpunkt der Herrschaft des NS-Regimes juristisch legitimiert wurde.

4. Der nationalsozialistische Propagandafilm und Harlans Jud Süß

4.1 Der Film als Mittel der Beeinflussung

Adolf Hitler präferierte zu Propagandazwecken das gesprochene Wort – insbesondere im Film – da „das Geschriebene in seiner begrenzten Wirkung im allgemeinen mehr der Erhaltung, Festigung und Vertiefung einer bereits vorhandenen Gesinnung oder Ansicht diente“[42]. Entsprechend muss der Film als „wesentlicher Faktor politischer Beeinflussung“[43] zu Zeiten des Nationalsozialismus gesehen werden. Neben veröffentlichten Reden, Heimatfilmen und anderem ist es also vor allem die Trias aus „rund 1.150 abendfüllende[...] Spielfilme[n], [...] Kulturfilmen [...][und der ] Wochenschau.“[44], die die audiovisuelle Propaganda des NS-Regimes ausmacht. Dabei sei nur „ein Zehntel der abendfüllenden Spielfilme“[45] als direkte Propaganda einzuordnen, den Rest machten unter anderem semidokumentarische Propagandafilme aus. Kreitmeier differenziert hier zwei Gruppen propagandistischer Filme:

„Nur einige Filme funktionieren wir stampfende Propagandamaschinen eines antisemitischen Fundamentalismus, dessen Dramaturgie, dessen Bildsprache und Verführungsgestus keine andere Perspektive als die der Ausrottung zuläßt.“[46]

Hierzu gehöre unter anderem Harlans Jud Süß, wie Kreitmeier an gleicher Stelle ausführt. Andere Filme, „die ihre Argumentation populistisch auf der Ebene eines traditionellen, in breiten Teilen der Bevölkerung verwurzelten Antisemitismus ansetzen“[47] seien unter anderem „Leinen aus Irland“, „Robert und Bertram“ und weitere Filmproduktionen[48]. Die Entstehung der nationalsozialistischen Filmindustrie fußt dabei auf einer langfristigen Planung. So ist darauf hinzuweisen, dass Joseph Goebbels „bereits in der Weimarer Republik [...] die Bedeutung des Films als eines ,der modernsten Massenbeeinflussungsmittel“[49] kannte und die Filmproduktion planvoll leitete: Beispielweise machte „die Reichsfilmkammer, die am 6.7.1933 als vorläufige Filmkammer ins Leben gerufen wurde, [...] die weltanschaulich-politische Zuverlässigkeit ihrer Bewerber zur Aufnahmebedingung“[50]. Zur Wirkung des Films schreibt Kreitmeier. „Die Massenvernichtung war vermutlich nur das am wirkungsvollsten verdrängte öffentliche Geheimnis, aber das Volk war, nicht zuletzt mit Hilfe einiger sehr erfolgreicher Filme, psychologisch vorbereitet worden.“[51] Das Kino zum propagandistischen Mittel erster Wahl mache dabei die Tatsache, dass „der Kinobesucher mit stilisierten Wunschbildern und bedrohlichen Feindbildern. konfrontiert“ [52] wurde und durch „die emotionale Beanspruchung des Zuschauers dem Film eine bewusstseinsverdrängende Wirkung [eröffnet werde]. [...] Sein [des Zuschauers, A.H.] Urteilsvermögen ist geschwächt und somit entsteht die Möglichkeit, die Filmbilder so auszuwählen und zu arrangieren, daß sie seine Sinne für die von ihnen propagierten Ideen empfänglichen machen“[53]. „Durch die Bewegung bietet der Film [überdies] zahlreiche Möglichkeiten, die Wirklichkeit je nach Bedarf für den Zuschauer zu verändern und eignet sich somit hervorragend als Instrument der Propaganda.“ [54]

Das Feindbild des Juden stand dabei ebenso planvoll im Fokus des Interesses, wobei eine Verschleierung der Tendenzhaltigkeit der Filme von Goebbels intendiert wurde: „Die [„Juden-Filme“] zeigen das Judentum, wie es ist. Wenn sie antisemitisch wirken, liegt das nicht an einer besonders erstrebten Tendenz“[55]. Konkret heißt das, dass „Filme, in deren Stoffen Juden eine Rolle spielen, [...] nicht als antijüdische Filme bezeichnet werden [sollen]. Wir wollen deutlich werden lassen, daß diese Filme [...] die historischen Tatsachen so wiedergeben, wie sie eben waren.“[56]

[...]


[1] Knut Hickethier: Veit Harlans Film Jud Süß und der audiovisuell inszenierte Antisemitismus. In: Przyrembel/Jörg Schönert (Hrsg.): „Jud Süß“. Hofjude, literarische Figur, antisemitisches Zerrbild. Frankfurt/Main, New York: Campus 2006, S.221 – 243, hier S. 221.

[2] Veit Harlans Film Jud Süß, hier zitiert nach Rolf Giesen/Manfred Hobsch: Hitlerjunge Quex, Jud Süß und Kolberg. Die Propagandafilme des Dritten Reiches. Dokumente und Materialien zum NS-Film. Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf 2005, S. 255.

[3] Vgl. hier u.a. Thomas Henne: Der Umgang der Justiz mit Veit Harlans Jud Süß seit den 1950er Jahren: Prozesse, Legenden, Verdikte. In: Alexandra Przyrembel/Jörg Schönert (Hrsg.): „Jud Süß“. Hofjude, literarische Figur, antisemitisches Zerrbild. Frankfurt/Main, New York: Campus 2006, S. 263 – 292, hier S. 285 ff.

[4] Gudrun Emberger/Rotraud Ries: Der Fall Joseph Süß Oppenheimer. Zum historischen Kern und den Wurzeln der Medialisierung. In: Alexandra Przyrembel/Jörg Schönert (Hrsg.): „Jud Süß“. Hofjude, literarische Figur, antisemitisches Zerrbild. Frankfurt/Main, New York: Campus 2006, S.29 – 55, hier S. 31.

[5] Schneider, Rolf: Süß und Dreyfuß. 1. Auflage, Göttingen: Steidl 1991, hier S. 10.

[6] Vgl. Ebd., S. 13.

[7] Emberger/Ries (2006), S. 34.

[8] Ebd., S. 46.

[9] Schneider (1991), S. 21.

[10] Alexandra Przyrembel.: Einleitung: Joseph Süß Oppenheimer – zur Wirkungsmacht einer ikonischen Figur. In: Dies./Jörg Schönert (Hrsg.): „Jud Süß“. Hofjude, literarische Figur, antisemitisches Zerrbild. Frankfurt/Main, New York: Campus 2006, S.11 – 25, hier S. 14.

[11] Schneider (1991), S. 15.

[12] Ebd.

[13] Emberger/Ries (2006), S. 40.

[14] Vgl. Ebd., S. 40

[15] Ebd., S. 47.

[16] Haasis, Hellmut G.: Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß: Finanzier, Freidenker, Justizopfer. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch 2001, S. 373. Diese neueste Biographie Oppenheimers bleibe „essayistisch und vor allem dem moralischen Ziel verpflichtet, das Unrecht des Todesurteils gegen Süß Oppenheimer nachweisen zu wollen.“ (Przyrembel (2006), S. 13.) Dem stimmen auch Emberger/Ries (2006), S. 30 zu. Das Haasis indes „auf Schubladen einer theoriefixierten Geschichtsdarstellung und erst recht auf eine eher verschleiernde als erklärende abstrakten Fachsprache“ Haasis (2001), S. 8 verzichten will, soll hier nicht als Begründung dienen, seine Oppenheimer-Biographie dennoch zu zitieren. Vielmehr soll die Tatsache maßgeblich sein, dass Haasis für seine Darstellung als erster sämtliche relevante Prozessakten auswertete; ein Umstand den auch Przyrembel (2006), S. 13 anerkennt.

[17] Sandra Nuy: Paul Kornfeld: Jud Süss. Studie zu einer dramatischen Bearbeitung des ,Jud Süß'-Stoffes. Vanif/Salzburg: Verlag Ursula Müller-Speiser 1995, S. 14.

[18] Vgl. Haasis (2001), S. 374.

[19] Ebd., S. 40.

[20] Ebd., S. 436.

[21] Schneider (1991), S. 25.

[22] Vgl. dazu u.a. Haasis (2001), S. 434 ff.

[23] Schneider (1991), S. 8.

[24] Haasis (2001), S. 441.

[25] Schneider (1991), S. 10.

[26] Ebd., S. 41.

[27] Saul Friedländer: Das Dritte Reich und die Juden. Erster Band: Die Jahre der Verfolgung 1933-1939. München: C.H. Beck 1998, S. 94.

[28] Damit soll nicht übergangen werden, dass es gerade der Neid auf den ökonomisch erfolgreichen Juden ist, der den Hass der Landstände auf Süß Oppenheimer in Hauffs Novelle ist, weshalb Hinweise auf wirtschaftlich erfolgreiche Juden in diesem Zusammenhang angebracht erscheinen.

[29] Friedländer (1998), S. 96.

[30] Ebd.

[31] Vgl. Ebd.

[32] Uwe Adam: Von der „Ausschaltung“ zur „Endlösung“. Antisemiten an der Macht. Die Judenpolitik des Dritten Reiches 1933-42. In: Gunther B. Ginzel (Hrsg.): Antisemitismus. Erscheinungsformen der Judenfeindschaft gestern und heute. Verlag für Wissenschaft und Politik: o. O. 1991, S. 192 – 215, hier S. 193.

[33] Friedländer (1998), S.35.

[34] Vgl. Ebd., S. 34.

[35] Ebd.

[36] Dinter: Die Sünde wider das Blut. Zitiert nach Przyrembel (2003), S. 38.

[37] Przyrembel (2003), S. 33.

[38] Ebd., S. 39.

[39] Ebd.

[40] Friedländer (1998), S. 137.

[41] Ebd.

[42] Adolf Hitler: Mein Kampf, zitiert nach Daniel Knopp: NS-Filmpropaganda. Wunschbild und Feindbild in Leni Riefenstahls „Triumph des Willens“ und Veit Harlaans „Jud Süß“. Marburg: Tectum 2004, S. 20.

[43] Giesen (2005), S. 6.

[44] Ebd.

[45] Ebd.

[46] Klaus Kreimeier: Antisemitismus im nationalsozialistischen Film. In: Cilly Kugelmann (Hrsg.): Jüdische Figuren in Film und Karrikatur. Die Rothschilds und Joseph Süß Oppenheimer. Sigmaringen: Thorbecke 1996, S. 135 – 157, hier S. 144.

[47] Ebd.

[48] Vgl. Ebd.

[49] Giesen (2005), S. 6.

[50] Knopp (2004), S. 17.

[51] Kreimeier (1996), S. 141.

[52] Knopp (2004), S. 5.

[53] Ebd., S. 11.

[54] Ebd., S. 9.

[55] Akte ZSG 102: 23 aus dem Bundesarchiv, zitiert nach Knopp (2004), S. 27.

[56] Goebbels zitiert nach Kreimeier (1996), S. 137.

Details

Seiten
23
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783656029625
ISBN (Buch)
9783656029892
Dateigröße
580 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v180316
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Insitut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
Note
2,0
Schlagworte
Nationalsozialismus Romantik Spätromantik Hauff Märchen Jud Süß Harlaan Interkulturalität

Autor

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Titel: Die Antizipation der nationalsozialistischen Propaganda in Wilhelm Hauffs "Jud Süß"