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Historieninventur als Instrument des Wissensmanagement für Standortentscheidungen

Eine kritische Betrachtung

Hausarbeit 2011 28 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Ein mögliches Mittel zur Beurteilung von Standortentscheidungen: die Historieninventur

2. Voraussetzungen zur Durchführung einer Historieninventur
2.1 Notwendigkeit des Wissensmanagements zur Durchführung einer Historieninventur
2.2 Einfluss von Unternehmensstrategie und Internationalisierungsziel auf die Historieninventur

3. Ziele und Aufbau einer Historieninventur
3.1 Theoretische Annäherung
3.1.1 Bilanzierung der bisherigen Auslandsengagements
3.1.2 Aufarbeitung und Reflexion der Standortentscheidung
3.1.3 Rückblickende Bewertung der Standortentscheidung
3.2 Praxisbezogene Annäherung
3.3 Kernaussagen der Historieninventur

4. Bilanzierung eines Markteintritt in Mexiko mit Hilfe der Historieninventur
4.1 Vorstellung des Zulieferers „Behr Thermot-tronik GmbH“
4.2 Ursachen für die Historieninventur
4.3 Die Historieninventur des mexikanischen Standorts
4.3.1 Strategischer Hintergrund des Markteintritts in Mexiko
4.3.2 Standortalternativen und Entscheidungskriterien
4.3.3 Rückblickende Beurteilung des Standorts und Perspektiven
4.4 Fazit der Historieninventur in Mexiko

5. Fazit zur Historieninventur

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bausteine des Wissensmanagements

Abbildung 2: Die BESTAND-Standortfaktorensystematik

Abbildung 3: Frageblöcke der Historieninventur für Standortentscheidungen

Abbildung 4: Weltweite Standorte der Behr Thermot-tronik

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Standortfaktoren in Anlehnung an BERNDT ET AL

Tabelle 2: Erfolgskritische Standortfaktoren für die Internationalisierungsstrategie „Kostenreduktion“ in Anlehnung an KINKEL

Tabelle 3: Abstimmung von Unternehmensstrategie und Internationalisierungs- ziel in Anlehnung an O.V

Tabelle 4: Kriterien der Standortwahl und ihre Bewertung im Überblick in Anleh nung an REH

Tabelle 5: Weiche Standortfaktoren in Mexiko in Anlehnung an REH

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Ein mögliches Mittel zur Beurteilung von Standortentscheidungen: die Historieninventur

Für Unternehmen wird es immer schwieriger betriebswirtschaftliche Fragestellungen wie Standortentscheidungen im Rahmen von Internationalisierungen erfolgreich zu bewältigen. Hinsichtlich unterschiedlichster Markt-, Arbeits- und Fiskalbedingungen1 können Standortverlagerungen dazu dienen neue Absatzmärkte zu erschließen oder Kosten zu sparen.2 Jedoch unterliegen diese Bedingungen dynamischen Veränderungen, sodass vorausgegangene Standortentscheidungen einer Beurteilung bzw. Kontrolle unterzogen werden sollten, um in der Vergangenheit gemachte Fehler bei zukünftigen Standortwechseln möglichst zu vermeiden.3

Ein mögliches Mittel zur Bewertung von vorherigen Standortverlagerungen ist die Hi- storieninventur.4 Diese setzt jedoch gute Wissensmanagementkanäle als auch eine Bewusstmachung der mit der Standortentscheidung verbundenen Ziele des Unter- nehmens voraus.5 Die Historieninventur kann also eine systematische Beurteilung von früheren Internationalisierungsentscheidungen unter Nutzung eines Fragenkata- logs ermöglichen sowie vorherige Fehler ersichtlich und vermeidbar für künftige Standortentscheidungen machen. Die Notwendigkeit der Bilanzierung bisheriger Aus- landsengagements ergibt sich daher aus einer zunehmenden Anzahl an Rückverla- gerungen6, die auch aufgrund von schlechter Vorbereitung abwendbar gewesen wä- ren.

KINKEL und auch JUNG ERCEG finden sich in dieser Arbeit häufig wieder, da sie die Forschung zum Thema „Standortplanung“ stark beeinflusst haben und sich mit dem BESTAND-Projekt ausführlich mit der Historieninventur beschäftigt haben und als Vorreiter in diesem Bereich der Betriebswirtschaftslehre zu sehen sind.7 Somit soll der Schwerpunkt dieser Arbeit auf der Untersuchung des Einflusses von Unternehmensstrategie bzw. Standortziel auf die Historieninventur liegen.

Im zweiten Kapitel werden grundsätzliche Vorüberlegungen zu den Themen Wis- sensmanagement und Standortstrategie8 behandelt. Anschließend sollen der Aufbau und die Funktion einer Historieninventur untersucht werden. Im vierten Kapitel sollen dann die theoretischen Ansätze zur Historieninventur an einem Praxisbeispiel ver- deutlicht werden. Zum Abschluss erfolgt ein persönliches Fazit, das die wichtigsten Aspekte der Historieninventur als Instrument des Wissensmanagement widerspie- gelt.

2. Voraussetzungen zur Durchführung einer Historieninventur

2.1 Notwendigkeit des Wissensmanagements zur Durchführung einer Historieninventur

Um die nötigen Informationen für die Vorbereitung einer Historieninventur schnell zur Verfügung zu haben, ist es für Unternehmen von Vorteil, wenn nicht sogar notwen- dig, die benötigten Informationen zu bündeln und somit methodisch aus den Erfah- rungen früherer Standortentscheidungen zu lernen. Deshalb müssen Unternehmen Strukturen schaffen, die das eigene Wissen im Unternehmen als auch externe Wis- sensquellen identifizieren, bewahren, leicht zugängig machen und folglich zur Wei- terentwicklung des Wissens sowie zur allgemeinen Entwicklung des Unternehmens beitragen.9 Des Weiteren muss das generierte Wissen so miteinander verknüpft wer- den, dass es für die Ziele des Unternehmens tatsächlich nützlich ist und auch Bewer- tungen zulässt (s. Abb. 1).10

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Bausteine des Wissensmanagements

Quelle: in Anlehnung an PROBST ET AL. (2006), S.32.

Angesichts einer Vielzahl an Bedingungen hinsichtlich der benötigten Informationen für die Standortfindung wurde die Historieninventur entworfen, um Erfahrungen zu er- fassen und Auslandsengagements hinsichtlich Erfolg und Misserfolg zu bilanzieren.11 Dafür ist eine Kombination aus interner Softwarelösung sowie externe Wissensquel- len wie erworbene Länderscorings zu empfehlen.12 Des Weiteren ist insbesondere das Wissen von immer noch im Unternehmen beschäftigten Mitarbeitern, die an da- maligen Standortentscheidungen beteiligt waren, nützlich. Sie haben den Prozess oftmals noch recht präsent vor Augen, verfügen über Standortkompetenz und sind somit eine sehr gute Möglichkeit zur Informationsbeschaffung.13 Dennoch darf bei der durchgeführten Historieninventur nicht der Eindruck entstehen, dass Entschei- dungen zur Revision stehen, dies erzeugt ansonsten unnötigen Rechtfertigungscha- rakter beim betroffenen Mitarbeiter. Jedoch dürfen die Kosten dieses Wissen zu er- langen nicht unverhältnismäßig sein. Vorteilhaft wäre es die richtigen 20% der Fra- gen zu stellen, die 80% der relevanten Informationen preisgeben.14

2.2 Einfluss von Unternehmensstrategie und Internationalisierungsziel auf die Historieninventur

Im Zuge einer Internationalisierung sollte ein Unternehmen zusätzlich prüfen inwieweit sich die Unternehmensstrategie mit den Zielen der Internationalisierung vereinbaren lässt.15 Dies spiegelt sich auch bei Betrachtung der Standortfaktoren wider. Zunächst einmal gibt es eine große Anzahl an Standortfaktoren, die sich grob in Wettbewerbs-, Unternehmens- und Branchenfaktoren einteilen lassen. Je nach Präferenz der Standortstrategie werden Kriterien ausgesucht (s. Tab.1).16

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Standortfaktoren

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an BERNDT ET AL. (2010), S. 20.

Es erscheint jedoch wenig sinnvoll beim Internationalisierungsziel „Kostenreduktion“ Wert auf Beschaffenheit und Größe der Marktsegmente des Ziellandes, Gepflogenheiten oder Klima zu legen. Für das Ziel „Kostenreduktion nehmen Faktoren wie Lohnkosten, tarifäre und nicht-tarifäre Handelshemmnisse, Kapazitätsauslastung oder aber auch Standardisierbarkeit vorrangige Bedeutung ein.17 Somit sind die erfolgskritischen Faktoren für „Kostenreduktion“ nur eine Auswahl der Tabelle.18 Das BESTAND-Projekt hat die Faktoren nochmal anders kategorisiert und in Produktions, Markt- und Performancefaktoren unterschieden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Die BESTAND-Standortfaktorensystematik

Quelle: KINKEL (2009), S.61.

Um die für die jeweilige Strategie herausragenden Standortfaktoren zu bestimmen, wurden die Erfahrungen von 25 Unternehmen genutzt und deren Auslandsengage- ments ausgewertet. Für das Ziel „Kostenreduktion“ befanden die Unternehmen als ausschlaggebend alle Kostenarten und -treiber der Gesamtkostenbetrachtung, wo- hingegen Subventionen und Steuern eine geringere Rolle spielten (vgl. Tab. 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Erfolgskritische Standortfaktoren für die Internationalisierungsstrategie „Kostenreduktion“

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an KINKEL (2009), S.70.

Beim Ziel „Kostenreduktion“ bietet sich zunächst eine Betrachtung mit dem Gesamt- kostenverfahren an, um eben auch versteckte Kosten wie zum Beispiel eine hohe Fluktuation an Arbeitskräften zu entdecken und folglich eine geringe Verbundenheit mit dem Unternehmen und damit verbundene Kosten aufzuspüren.

[...]


1 Umfangreiche Erläuterungen der oben genannten Bedingungen und ihr Einfluss auf die Motive ei- ner Internationalisierung. Vgl. ZENTES ET AL. (2006), S. 62-70.

2 Vgl. FRIDRICH (2004), S. 3.

3 Vgl. KINKEL/JUNG ERCEG (2001), S. 1.

4 Zur ausführlichen Erklärung s. Kap. 3.

5 Vgl. KINKEL/JUNG ERCEG (2001), S. 5.

6 Vgl. KINKEL/MALOCA (2009), S.26.

7 Studien als auch Fallbeispiele finden sich in dem von KINKEL herausgegebenem Buch „Erfolgsfak- tor Standortplanung“. Vgl. Hrsg. KINKEL (2009).

8 Im Folgenden werden Standortstrategie und Internationalisierungsziel gleichbedeutend eingesetzt.

9 Vgl. JUNG ERCEG/LAY (2009), S. 105.

10 Vgl. FRANKEN/FRANKEN (2011), S. 52.

11 Vgl. JUNG ERCEG/LAY (2009), S. 106.

12 Vgl. JUNG ERCEG/LAY (2009), S. 106; Vgl. ZENTES ET AL. (2006), S. 106 ff., S.199-204.

13 Vgl. JUNG ERCEG/LAY (2009), S. 112 f.

14 Vgl. JUNG ERCEG/LAY (2009), S. 106.

15 Vgl. KINKEL (2009), S. 61.

16 Vgl. BERNDT ET AL. (2010), S. 19.

17 Vgl. KINKEL (2009), S. 70.

18 Es soll beispielshalber die Zielstrategie „Kostenreduktion“ ausführlicher behandelt werden. Die Erörterung der weiteren Hauptstrategien „Markterschließung“, „Following Customer“ und „Technologieerschließung“ würde den Umfang dieser Arbeit überschreiten.

Details

Seiten
28
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656029113
ISBN (Buch)
9783656029205
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v180297
Institution / Hochschule
Hochschule Bremen – School of International Business
Note
1,1
Schlagworte
Historieninventur Standort Standortplanung Internationalisierung Wissensmanagement

Autor

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Titel: Historieninventur als Instrument des Wissensmanagement für Standortentscheidungen