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Social Media-Nutzung von Jugendlichen

Bakkalaureatsarbeit über die Nutzung der sozialen Netzwerke seitens der Jugendlichen

Bachelorarbeit 2011 124 Seiten

Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung
a. Erwartungen an die Bakkalaureatsarbeit
b. Ziele der Bakkalaureatsarbeit

II. Erkenntnisinteresse
a. Was wird untersucht?
b. Warum wird das untersucht?
c. Wie wird das untersucht?

III. Problemdefinition
a. Forschungsfragen

IV. Begriffserklärungen
a. Jugendliche
b. Generation C
c. Mitmachnetz-„Produtzung“
d. Social Media
e. Newsgroups
V. Theoretischer Rahmen und Forschungsstand
a. Uses & Gratifications-Approach
b. Selbstpräsentationstheorie im Bereich „Social Media“
c. Mediennutzung von Jugendlichen
d. Social Networks in der Forschung
e. Chancen und Risiken

VI. Empirische Fallstudie
a. Studiendesign
i. Hauptkategorien der Fallstudie
ii. Angaben zu den Interviewteilnehmern
b. Datenauswertung
i. Genutzte Social Communities
ii. Popularität von Social Communities
iii. Nutzungsmotive
iv. Nutzen der Social Communities
v. Kommunikationsverhalten
vi. Publiziertes
vii. „Fan“- und Gruppenseitennutzung
viii. Gesundheitsinteresse
ix. Gesundheitsinteresse via Social Communities

VII. Interpretation der Daten und Ausblick

VIII. Anhang
a. Literaturverzeichnis
b. Forschungsleitende Fragestellungen
c. Screening Fragebogen
d. Systematische Auswertung im Kategoriensystem
i. Codebogen
ii. Codebuch
iii. Auswertung „Constanze“
iv. Auswertung „Konstantin“
v. Auswertung „Sandro“
vi. Auswertung „Susi“
e. Transkripte
i. Transkript „Constanze“
ii. Transkript „Konstantin“
iii. Transkript „Sandro“
iv. Transkript „Susi“

Einleitung:

In den letzten Jahren kam es bei der Jugendkommunikation zu zahlreichen Veränderungen. Zum einen geschah dies durch die technologische Entwicklung vor allem im Digitalbereich und zum anderen wurden bestimmte Themen wie zum Beispiel „Gesunde Ernährung“ von außenstehenden Personen an die Jugendlichen herangetragen.

Der Digitalbereich wurde durch die technische Konvergenz immer weiter verbessert und nimmt seither vor allem durch das Internet eine besonders wichtige Stelle im Bereich des Kommunikationsverhaltens ein. Dabei spielen bereits seit einigen Jahren Social Communities - allen voran die Plattform „Facebook“ - eine bedeutende Rolle, da sie nahezu täglich von den Jugendlichen genutzt werden. Die Social Networks haben sich bereits im Alltag von den Rezipienten etabliert und werden zum Kommunikationsaustausch mit Freunden, Verwandten und auch mit fremden Personen genutzt.

Jedoch werden meist auch andere Funktionen auf den Plattformen angeboten wie beispielsweise Spiele oder das Hochladen und Betrachten von persönlichen Fotos, etc. Mithilfe dieser angebotenen Features ist es für die Nutzer der Social Communities möglich, sich selbst im Internet zu präsentieren und sich möglicherweise eine weitere Identität zu verschaffen.

Aufgrund der neuen Möglichkeiten der Kommunikation via Social Networks werden vermutlich andere Kommunikationsformen im Online Bereich wie z.B. die E-Mail-Funktion weniger beziehungsweise anders genutzt als zuvor. Sie werden zwar nicht verdrängt, jedoch ist es wahrscheinlich, dass die Nutzung dieser Funktionen durch das Hinzukommen einer weiteren Kommunikationsmöglichkeit beeinflusst wird.

Weiters werden unter anderem Themen wie beispielsweise „Gesundheit, gesunde Ernährung oder nachhaltige Bio-Produkte“ von Politikern, Ernährungswissenschaftlern, etc. angesprochen und somit auf die Agenda von zumindest einigen Jugendlichen gebracht. Jedoch wird auch des Öfteren betont, dass die Erziehungsberechtigten einen erheblichen Einfluss auf das Geundheitsbewusstsein ihrer Kinder haben, da die Erziehung gewisse Verhaltensweisen und Einstellungen beeinflussen kann.

a.Erwartungen an die Bakkalaureatsarbeit:

Der Studienleiter erwartet von dieser Bakkalaureatsarbeit, dass die wesentlichen Aspekte bezüglich Social Community Nutzung von Jugendlichen dargestellt werden. Weiters geht er davon aus, dass die grundlegenden Punkte bezüglich gesunder Ernährung, Gesundheit der Jugendlichen, etc. in den folgenden Seiten näher erläutert werden. Vor allem wird durch eine empirische Fallstudie auf das Beispiel der Gesundheit der Jugendlichen eingegangen.

Der Studienleiter erwartet von dieser Fallstudie, dass die Jugendlichen unterschiedliche Einstellungen und Meinungen zum Thema „Gesunde Ernährung“ haben und sich daher auch die Informationsbeschaffung bzgl. gesundheitlicher Themen differenziert.

Weiters sollen Unterschiede und Differenzen bei der Mediennutzung und dem Kommunikationsverhalten im Web 2.0 dargestellt werden.

Ziele der Bakkalaureatsarbeit:

- Darstellen des aktuellen Forschungsstandes bezüglich der Social Network Nutzung von Jugendlichen
- Aufzeigen des Kommunikationsverhaltens der Jugendlichen in den neuen Medien
- Erhalten von Informationen bzgl. der Informationsbeschaffung der Jugendlichen zu Themen, die die Gesundheit betreffen.

Erkenntnisinteresse:

Was wird untersucht?

Bei dieser Bakkalaureatsarbeit soll das Kommunikationsverhalten beziehungsweise die Nutzungsmotive von jungen Personen von Angeboten im Web 2.0 untersucht werden. Dabei werden die grundlegenden Aspekte der neuen Kommunikationsformen im Internet näher erläutert und weitere Informationen zum Verhalten und Auftreten der Nutzer untersucht. Außerdem sollen das Gesundheitsbewusstsein von Jugendlichen und ihre Informationsbeschaffung durch eine empirische Fallstudie qualitativ untersucht werden.

Weiters wird in die Fallstudie das bereits erwähnte Thema des Kommunikationsverhaltens im Internet und die Nutzungsmotive für die Communities von Jugendlichen einfließen.

Warum wird das untersucht?

Da das Thema „Web 2.0 / Social Media“ in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewann – vor allem bei jungen Menschen -, ist es besonders wichtig, neue Erkenntnisse darüber zu gewinnen. Die Jugendlichen nutzen die neuen Kommunikationsmöglichkeiten häufig und verlagern auch Teile ihrer sozialen Beziehungen ins Web 2.0.

Das Beispiel „Gesunde Ernährung“ spielt dabei auch eine wichtige Rolle in dieser Forschungsarbeit, da sich dieses Thema ebenfalls in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Bereich in der Gesundheitspolitik etabliert hat. Es soll mithilfe der Fallstudie erhoben werden, welche Quellen die befragten Personen nutzen, um sich über gesunde Ernährung zu informieren.

Wie wird das untersucht?

Diesem Problem nähert sich der Studienleiter, indem er den aktuellen Forschungsstand bezüglich Social Communities/Web 2.0 und die Mediennutzung von Jugendlichen darstellt. Um das Begriffsgefüge zu verbessern, werden am Beginn der Bakkalaureatsarbeit die wichtigsten Begriffe näher beschrieben und definiert. Anschließend wird die kommunikationswissenschaftliche Theorie, die für diese Arbeit von essentieller Bedeutung ist, zuerst allgemein beschrieben, um einen grundlegenden Rahmen zu schaffen. Diese Theorie ist bei dieser Untersuchung der Uses & Gratifications-Ansatz, da das untersuchte Problem rezipientenorientiert ist. Des weiteren wird erläutert, warum diese Theorie für diese Forschungsarbeit ausgewählt wurde und auf den aktuellen Forschungsstand übergeleitet. Im Forschungsstand sollen alle bisher gewonnen Daten, die für die Untersuchung von Bedeutung sind, einfließen. In der anschließenden empirischen Fallstudie sollen weitere Daten und Informationen zum Kommunikationsverhalten im Internet und zu den Nutzungsgründen des Social Media-Angebots der Jugendlichen generiert werden und Informationen bzgl. des Ernährungsbewusstseins der befragten Personen erhoben werden. Um dies zu erreichen, werden mehrere qualitative Einzelinterviews durchgeführt. Nähere Informationen zu der Methodik, der Auswahl der Interviewteilnehmer, etc. befinden sich im Studiendesign.

Problemdefinition:

Das Problem, dem in dieser Bakkalaureatsarbeit nachgegangen wird, beschäftigt sich überwiegend mit der Nutzung der so genannten „Neuen Medien“ im Internet, also Social Communities wie zum Beispiel Facebook, Myspace, etc.. Es wird dabei erarbeitet, welche Nutzungsmotive die Jugendlichen bezüglich Social Networks haben. Das heißt, dass untersucht wird, warum die jungen Personen die neuen Kommunikationsmöglichkeiten im Internet nutzen und wie sie damit umgehen.

Es ist bedeutend herauszufinden, wie die angebotenen Funktionen bei Social Communities genutzt werden von den Jugendlichen und warum, da ein großer Teil der jungen Menschen viel Zeit in die Nutzung der neuen Medien legt. Durch die sozialen Netzwerke im Internet ergeben sich außerdem neue Chancen - aber auch Risiken – für deren Nutzer. Daher soll herausgefunden werden, wie Jugendliche mit diesen Möglichkeiten und den Gefahren, die bei den Netzwerken lauern, umgehen. Zu den Chancen und Risiken werden im Laufe der Bakkalaureatsarbeit noch nähere Informationen bereitgestellt.

Da man in der Öffentlichkeit des Öfteren mit dem Aspekt konfrontiert wird, dass die Jugendlichen zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, um im Internet zu „surfen“, ist es besonders wichtig, dass über dieses Thema weiter geforscht wird. Daher wird versucht – mit dieser Bakkalaureatsarbeit – einerseits einen allgemeinen Überblick über diesen Bereich zu schaffen, und andererseits weitere Informationen mithilfe der empirischen Fallstudie zu erheben.

Aufgrund der anwachsenden Popularität des Aspekts „Gesunde Ernährung“ in der Gesellschaft und den zahlreichen Kampagnen, um die Jugendlichen auf die Wichtigkeit dieses Themas aufmerksam zu machen, ist es von Bedeutung herauszufinden, wie die jungen Personen mit diesem Input umgehen.

Vor allem in Schulen und öffentlichen Einrichtungen für Jugendliche werden Themen bezüglich deren Gesundheit immer wieder forciert, jedoch interessieren sich nicht gleichzeitig alle Jugendlichen für diese Bereiche.

In dieser Forschungsarbeit wird das Kommunikationsverhalten von Jugendlichen, insbesondere über Social Communities, am Beispiel „Gesunde Ernährung, Bio-Produkte, Gesundheit“ näher beleuchtet. Das bedeutet also, dass in dieser Bakkalaureatsarbeit unter anderem die Nutzungsmotive von Social Networks dargestellt werden und der Aspekt des Gesundheitsbewusstseins der Jugendlichen dabei eine bedeutende Rolle spielt. Da die Nutzung von Social Networks rasant ansteigt, werden jedoch nicht nur Nutzungsmotive bezüglich Themen zur gesunden Ernährung dargestellt, sondern allgemein die Gründe, weshalb die jungen Personen Social Communities nutzen.

Forschungsfragen(, denen in dieser Bakkalaureatsarbeit nachgegangen wird):

- Welche Motive haben die Jugendlichen, um Social Communities zu nutzen?
- Wie werden Social Communities von Jugendlichen genutzt?
- Welche Chancen und Risiken gibt es bei der Nutzung von Social Communities?
- Wie beschaffen sich die Jugendlichen Informationen bezüglich Themen, die die Gesundheit betreffen – insbesondere „Gesunde Ernährung“ - ?

Begriffserklärungen:

Jugendliche:

Mit den Begriffen „Jugend“ und „Jugendliche“ werden zumeist Menschen angesehen, die noch nicht im Berufsleben stehen und die zumeist noch von den Eltern (vor allem finanziell) abhängig sind. Die Jugend soll einen Raum zur Selbstfindung und Selbsterprobung der Jugendlichen schaffen, damit die Jugendlichen reifen und erwachsen werden können. (vgl. Kulick, 2006: 6) Die Jugend beginnt mit dem Einsetzen der Pubertät – einem psychischen, sozialkulturellen und v.a. körperlichen Entwicklungsprozess – und beinhaltet mehrere Teilübergänge bis zum Erwachsenwerden. Jedoch befindet sich zwischen der Jugend und der s.g. „Erwachsenheit“ die Postadoleszenz – eine Phase der jungen Erwachsenen. Mit ihnen ist eine ansteigende Menschengruppe gemeint, die sowohl freizeitbezogen, politisch als auch kulturell in der Wahl ihrer Lebensformen überwiegend autonom agiert und keine pädagogische Betreuung mehr benötigt. Die bereits erwähnten Teilübergänge sind voneinander abhängig und man kann sie nicht eindeutig voneinander differenzieren, da die Grenzen unscharf sind. Sie umfassen unterschiedliche Teilreifen in sozialer, politischer und sexueller Hinsicht. In der Regel besitzt die Jugendphase keinen einheitlichen Abschluss, da sie sich durch viele asynchrone Entwicklungsprozesse auszeichnet. (vgl. Ferchhoff, 2007: 85ff) Die Gruppe der Jugendlichen, die sich intensiv mit dem Web 2.0 auseinandersetzen, bzw. die mit den neuen Formen der Kommunikation aufgewachsen sind, bildet die so genannte „Generation C“.

Generation C:

Die Generation C beschreibt das Entstehen einer neuen Generation von Nutzern. Das „C“ steht in erster Linie für „content“ (àInhalte) und „creativity“ (àKreativität). Damit wird ein Modell des Inhaltsaustausches beziehungsweise der Inhaltskreation beschrieben. Eine weitere Bedeutung für das „C“ bildet der „casual collapse“ (àKontribution zum langsamen Kollaps). Damit ist gemeint, dass die alten Systeme in den bereits etablierten Medien von Open Source – Projekten bedroht werden. Ein Beispiel hierfür wäre das Entstehen der Online Enzyklopädie „Wikipedia“. Obwohl die Inhalte aufgrund der simplen Veränderbarkeit durch alle Online-Nutzer nicht „zitierwürdig“ für wissenschaftliche Arbeiten sind, bildet diese Open Source Plattform eine ernsthafte Konkurrenz für die herkömmlichen Enzyklopädien. Während auf diese Art und Weise die älteren Modelle verfallen, bietet diese neue Form der Generation C die Möglichkeit zur „control“ (àKontrolle) über die publizierten Inhalte, da jeder Nutzer Beiträge erstellen, verändern beziehungsweise löschen kann (am Beispiel: Wikipedia). Das „C“ steht des weiteren für „celebrity“ (àBerühmtheiten), da durch das Publizieren der Inhalte jeder seine eigenen Stars hervorbringen kann bzw. es ermöglicht wird, selbst Artikel zu verfassen, die populär werden könnten. Daraus resultiert eine weitere Bedeutung: „cash“ (àGeld). Wenn die veröffentlichten Inhalte berühmt werden und ein „Star“ sozusagen hervorgebracht wird, ist es möglich, durch solche Erfolge finanziell zu profitieren. Die Idee der „Generation-C“ als soziale Dimension der aktuellen Trendentwicklungen wurde durch das s.g. „Mitmachnetz“, dem Web 2.0, ermöglicht. Diese neue Form des Internets bildet den technischen Rahmen, damit die Generation-C überhaupt entstehen konnte. (vgl. Bruns: 2009: 1f: http://www.sowiport.de/tomcat/journals/text/K.G/10/B3_2009_Bruns.pdf [Zugriff:23.5.2011])

Mitmachnetz – „Produtzung“:

Mittlerweile ist es schon mehr als sechs Jahre her, als Tim O´Reilly den Begriff Web 2.0 einführte und dadurch einem neuen Phänomen des Internets einen Namen gab. Er sprach schon damals vom so genannten „Mitmachnetz“. Die wohl bedeutendsten Produkte der neuen Internetform sind Social Communities(z.B.: Facebook), Online-Enzyklopädien (z.B.: Wikipedia) und Videoportale (z.B.: YouTube). (vgl. Busemann, Gscheidle, 2010: 359) Das Web 2.0 hat sich in den letzten Jahren vor allem bei Jugendlichen aber auch bei den älteren Personen etabliert. Die wohl bedeutendste Eigenschaft der neuen Internetform ist die Partizipationsmöglichkeit der Rezipienten. Dadurch können sie aktiv in das Geschehen eingreifen und beispielsweise Beiträge verfassen, verändern, etc. Die Partizipation im Internet wird in Fachkreisen als „User-Generated“ bezeichnet. Grundlegend für den Erfolg des Webs 2.0 ist der Aspekt, dass kaum technische Fähigkeiten verlangt werden, um online mitwirken zu können. Insbesondere Jugendliche zeigen sich besonders interessiert an den Partizipationschancen und nutzen Social Communities, etc. häufig. Außerdem ermöglicht das Web 2.0, dass publizierte Beiträge laufend aktualisiert, verändert, erweitert oder auch gelöscht werden können. (vgl. Busemann, Gscheidle, 2009: 356ff) Bei Online-Enzyklopädien wie beispielsweise Wikipedia ist diese Form der Informationsbeschaffung und Veröffentlichung ein grundlegender Bestandteil für das Funktionieren der Plattform.

Der Web 2.0 Nutzer, der aktiv an der Gestaltung im Internet teilnimmt, wird jedoch heute nicht mehr nur als Nutzer bezeichnet, sondern viel mehr als so genannter „Produtzer“. Einerseits werden zwar die Inhalte genutzt, indem sie rezipiert werden, aber andererseits sind die Konsumenten zugleich Produzenten, da sie selbst Inhalte im Internet publizieren, die wiederum für andere Personen einsehbar sind. Aus den Wortstämmen der beiden Begriffe „Produzent“ und „Nutzer“ stammt schließlich das neu geschaffene Wort „Produtzer“.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Abbildung 1: Produtzungskreislauf

Produtzung stützt sich vor allem auf die Beteiligung von mehreren Teilnehmern an einem gemeinsamen Projekt. Dies stellt eine grundlegende Abwendung von der industriellen Produktion dar, die vor allem auf engagierte professionelle Einzelpersonen als Inhaltsentwickler aufbauen. Beim Produtzungsprozess wird die Gemeinschaft als Ganzes gesehen, die dazu in der Lage ist, ein Team von zahlreichen Produzenten aufzustellen.

Um die Nachhaltigkeit der entstandenen Produtzungsprodukte gewährleisten zu können, ist es jedoch essentiell, dass auch Personen außerhalb der Gemeinschaft die Regeln akzeptieren und respektieren, die von der Gemeinschaft beschlossen worden sind. (vgl. Bruns: 2009: 2ff: http://www.sowiport.de/tomcat/journals/text/K.G/10/B3_2009_Bruns.pdf [Zugriff:6.4.2011]) [Anmerkung: Abbildung 1 erstellt von Stadlmayr Alexander auf Grundlage der oben genannten Quelle]

Diese technische Entwicklung des Internets führte schließlich auch dazu, dass neue Plattformen im Onlinebereich entstehen konnten. Einen äußerst populären Part nimmt dabei der „Social Media“-Bereich ein.

Social Media:

Social Media beschreiben soziale Netzwerkgemeinschaften im Web 2.0, die den Nutzern zahlreiche Funktionen anbieten, die sich überwiegend mit Kommunikation beschäftigen. Außerdem werden sie auch als Social Networks beziehungsweise Social Communities bezeichnet. Sie offerieren die Möglichkeit, gemeinsam sowie eigenständig in Form einer Zusammenarbeit, zu handeln. Dadurch entsteht soziale Kommunikation mithilfe der digitalen technischen Entwicklung. Dabei wird es ermöglicht, Inhalte nicht nur ansehen zu können sondern auch zu archivieren beziehungsweise sie selbst zu gestalten. Beispielsweise können auf der Internetplattform YouTube.com Videodateien hochgeladen und somit für andere Nutzer publiziert werden. Um die gewünschten Informationen zu erlangen, wird es durch so genannte „Tags“ ermöglicht, die Suchoptionen zu verfeinern. Diese „Tags“ sind Zusammenfassungen des Inhalts in Stichwörtern, die mit dem Produkt verknüpft werden.

Der wohl wichtigste Aspekt von Social Media ist die Möglichkeit der interpersonalen Kommunikation und sozialen Interaktion im Internet. Diese Form des kommunikativen Austausches kann beispielsweise aus Kommentaren, Bewertungen oder aber auch aus eigenen Beiträgen bestehen. Diese virtuelle Kommunikationsart soll der realen mündlichen Kommunikation möglichst nahe kommen. Bei Social Networks wie beispielsweise Twitter.com werden Kurznachrichten ermöglicht, die der SMS-Funktion des Mobilfunks nahe kommen. Dies stellt eine Methode dar, durch die man aktuelle Nachrichten rasch übermitteln kann ohne den Umfang eines ganzen Artikels durchgehen zu müssen. Personen, die bei derselben Social Community aktiv sind, können –wenn es der Verfasser zulässt- direkt auf diese Kurzmitteilungen reagieren und ein Feedback geben. Jedoch gibt es auch noch andere Anbieter wie beispielsweise Facebook.com oder Studivz.de, die den Nutzern eine Profilfunktion offerieren. Jeder Nutzer kann dabei sein eigenes Profil individuell gestalten, um sich beispielsweise selbst zu präsentieren. Des Weiteren besteht für jeden registrierten Nutzer die Möglichkeit, über ein Adressbuch zu verfügen, um seine Kontakte in Gruppen gliedern zu können. (vgl. Tylla, 2010: 3ff)

Jedoch werden im Onlinebereich nicht nur in Social Networks Informationen übermittelt und ausgetauscht sondern auch in den s.g. „Newsgroups“.

Newsgroups:

Newsgruppen bzw. Newsgroups sind Foren, die überwiegend der Information dienen. In diesen Foren treffen Personen mit ähnlichen Interessen aufeinander und können sich durch persönlich verfasste Beiträge austauschen. (vgl. Schels, 2007: 210) In den Newsgruppen sind alle Teilnehmer gleichberechtigt und können durch das Verfassen von Artikeln am Kommunikationsgeschehen partizipieren. (vgl. Hein, 2007: 28)

Diese neuen Artikulationsformen im Onlinebereich sind aus dem Grund so erfolgreich bei den Internetnutzern, da diese einen individuellen Nutzen durch die angebotenen Funktionen erhalten. Theoretisch lässt sich dies zum kommunikationswissenschaftlichen Uses & Gratifications-Ansatz zuordnen.

Theoretischer Rahmen und Forschungsstand:

Uses & Gratifications Approach

Die Nutzung der Massenmedien nimmt einen wichtigen Aspekt in der Kommunikationsforschung ein. Sie hat sich vor allem in den 1970er Jahren nach zahlreichen unterschiedlichen Theorien und Ansätzen im deutschsprachigen Raum durchgesetzt. Zuvor herrschte überwiegend die medienzentrierte Betrachtungsweise in der Massenkommunikation vor, in welcher die Rezipienten überwiegend als Objekte betrachtet wurden. Es war die passive Reaktion auf äußerliche Reize – ganz im Sinne der Stimulus Response Theorie - vorherrschend.

Durch den Nutzenansatz veränderte sich diese Ansicht jedoch allmählich zur rezipientenzentrierten Perspektive. Mit dem Nutzenansatz ging die Entwicklung im Verstehensprozess einher, dass das Publikum aktiv agiert und gewisse Medieninhalte bewusst rezipiert. Mediennutzung gilt als eine in zahlreiche verschiedene Handlungsabläufe eingebettete Aktivität des Publikums. Es soll vor allem als ein Mittel (von vielen) zur Befriedigung von Bedürfnissen dienen. Der Nutzenansatz kann außerdem als Variante zum Funktionalismus gesehen werden, weil er Medienzuwendung im gesamten Kontext der Bedürfnisbefriedigung der Menschen beschreibt.

Die Medien bieten laut dem Nutzenansatz den Rezipienten nur Produkte und Inhalte an, die das potenzielle Publikum zu so genannten „Objekten seiner Umwelt“ machen kann – oder eben nicht. Es werden die Massenmedien also nicht als Stimuli gesehen, sondern als interpretationsbedürftige Objekte des jeweiligen Mediums.

Beim Uses & Gratifications – Ansatz wird davon ausgegangen, dass die Rezipienten die Massenmedien als so genannte „Gratifikationsinstanzen“ sehen. Diese stellen die Quellen zur Befriedigung verschiedener Interessen, Wünschen und Bedürfnissen dar. Der Grund für den Medienkonsum sind also Gratifikationen, welche als eine Art „Belohnung“ aufgefasst werden können. Jedoch sind diese Gratifikationen nicht nur subjektspezifischer Natur sondern auch weitgehend inhaltsunabhängig. Dies bedeutet, dass verschiedene Rezipienten die gleichen Inhalte aus völlig unterschiedlichen Gründen aufnehmen und auch Differenzen bei den Gratifikationen, die sie durch den Medienkonsums erhalten, auftreten.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die bereits erwähnte Aktivität des Publikums. Ob und wie mit Medieninhalten umgegangen wird, ist eine Entscheidung, die alleine die Rezipienten treffen. Medienrezeption wird als zielgerichtetes Handeln seitens des Publikums gesehen und ist weit davon entfernt, „passiv“ zu sein. Die Zielorientierung der Rezipienten resultiert aus dem Zustand der individuellen menschlichen Bedürfnisse und ist nicht bloß Resultat aus bestehenden normativen Erwartungen und Einstellungen. Die Bedeutung des Begriffs „aktives Publikum“ wird klar, wenn man beachtet, dass die „ O -Komponente“ der erweiterten Stimulus-Response-Theorie (S- O -R) nunmehr zum zentralen Bezugspunkt wurde. Das Publikum wird also so verstanden, dass die Menschen in ihrem jeweiligen Handlungszusammenhang intentional handeln und sich dabei auch den Massenmedien und ihren Inhalten zuwenden.

Allerdings sind die Massenmedien nur eine Möglichkeit von vielen, um die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen. Sie treten in unmittelbare Konkurrenz zu anderen Gratifikationsinstanzen.

Die Gratifikationen, die man durch den Medienkonsum erhält, kann man auch noch in weiteren Schritten differenzieren.

Es gibt Gratifikationen im Hinblick auf Zeitvertreib und Ablenkung:

Dabei wird von Seiten des Publikums versucht, mithilfe der Medien der Routine im Alltag und der Langeweile zu entfliehen. Diese Gratifikation wird aber auch als Flucht (Eskapismus) aus der Last von persönlichen Problemen gesehen. Vor allem in Stresssituationen, die der Alltag mit sich bringt, werden Medien aufgrund der Gratifikationen Eskapismus, Zeitvertreib und Ablenkung genutzt. Damit wird versucht, die psychische Spannung, die beispielsweise durch die Schule oder die Arbeit verstärkt wurde, abzubauen.

Des Weiteren gibt es Gratifikationen bezüglich persönlicher Beziehungen:

Mit dieser Gratifikation wird bezeichnet, dass die Rezipienten versuchen, quasisoziale Beziehungen mit Medienakteuren aufzubauen und sich mit ihnen freundschaftlich verbunden zu fühlen. Sie agieren so, als würden sie mit den in den Medien handelnden Personen direkten persönlichen Kontakt pflegen. Vor allem diejenigen Menschen, die in ihrem Alltag nur sporadischen Sozialkontakt haben und ihre aktuelle Lebenssituation als wenig zufriedenstellend betrachten, versuchen durch die parasoziale Interaktion mit den Medienakteuren einen Mangel an realen Kontakten zu kompensieren.

Zusätzlich gibt es außerdem noch Gratifikationen im Hinblick auf die persönliche Identität:

Das Publikum nutzt nämlich die Medien dazu, um mehr über sich selbst herauszufinden. Sie versuchen in den Inhalten und Produkten, die von den Massenmedien angeboten werden, beispielsweise einen persönlichen individuellen Bezug zu finden. Dieser soll ihnen helfen, ihre eigene Persönlichkeit bzw. ihre aktuelle Situation an der vermittelten Darstellung in den Medien relativieren zu können. Beispiele für Gratifikationen in der Art sind die Identifikation mit Personen (nach dem Motto: der ist mir ähnlich, etc.), Handlungen, Ideen und Situationen.

Weiters gibt es noch Gratifikationen bezüglich der Kontrolle der Umwelt:

Die Rezipienten versuchen mithilfe der Massenmedien, nützliche Informationen über ihre Umwelt zu erhalten. Dies wäre ein Beispiel für den Gratifikationstyp, der dem Wunsch nachgeht, mehr über die „weite Welt“ beziehungsweise die eigene persönliche Umgebung zu erfahren. (vgl. Burkart; 2002: 220ff)

Diese Arten kann man zusätzlich noch in „informativ-bildende“ und „unterhaltend-eskapistische“ Gratifikationen beziehungsweise Bedürfnisse unterscheiden.

Abschließend kann festgestellt werden, dass die Massenmedien von der Gesellschaft einer Erwartungshaltung ausgesetzt sind, die zu dem unterschiedlich verlaufenden Medienkonsum führt. Wichtig ist dabei die Aktivität und Zielgerichtetheit der Rezipienten, da sie nur diejenigen Inhalte rezipieren, für die sie gewisse Gratifikationen erhalten. Ein Medieninhalt kann bei den Nutzern unterschiedliche Bedürfnisse befriedigen, da sie aufgrund von verschiedenen Erwartungen der Medienkonsumenten ausgewählt wurden. (vgl. Blumler/Gurevitch/Katz; 1973: 509ff)

Bei dieser Bakkalaureatsarbeit wird davon ausgegangen, dass die Nutzer der Social Media-Produkte einen beziehungsweise mehrere Nutzen beziehungsweise Gratifikationen (Ausprägungen der Gratifikationen siehe oben) aus den Angeboten ziehen. Daher bildet der Uses & Gratifications-Ansatz den theoretischen Rahmen für diese Untersuchung.

Selbstpräsentationstheorie im Bereich „Social Media“:

Die eigene Selbstdarstellung bei jeglichen sozialen Begegnungen im Alltag wird durch die Einschätzung der jeweiligen Situation deutlich bestimmt, was unser Verhalten unbewusst beziehungsweise irrational steuern kann. In sozialen Online-Netzwerken wie den Social Communities agieren die Kommunikationspartner durch das Nutzen ihrer Profile in virtuellen Gesprächssituationen. Dabei erschaffen sie entweder ein Nutzerprofil, welches positive Assoziationen auf die reale Person schließen lässt, oder sie verändern ihr Benutzerprofil aufgrund ihrer persönlichen Verhaltensstrategie. Im Internet ist die Selbstpräsentation dynamischer als außerhalb der virtuellen Welt. Es wird Personen, die wenig technisches Vorwissen über die Materie besitzen, simpel ermöglicht, sich eine Online-Identität nach ihren Wünschen zu schaffen. Dies schließt ein, dass sie negativ bewertete Charaktereigenschaften modifizieren beziehungsweise auch verschweigen können. Mithilfe dessen werden neue soziale Charakter im Web 2.0 kreiert, die den Vorstellungen der Nutzer entsprechen und einen positiven Eindruck bei den anderen Personen, die diese Interaktionsmöglichkeit nutzen, erwecken können.

Mit diesen Methoden ist es möglich, dass sich die Nutzer ständig verändern und spielerisch ausprobieren können. Sie handeln anders als außerhalb der virtuellen Welt im realen Alltag. Beispiele für die steigende Beliebtheit dieser Form der Selbstpräsentation in den digitalen Welten sind vor allem Internet-Rollenspiele wie World of Warcraft aber auch die sozialen Netzwerke wie Myspace oder Facebook. (vgl. Prommer, Brücks, Mehnert, Neumann, Räder, Roßland, 2009: 13)

Dieser Ansatz der Selbstpräsentation spielt für diese Bakkalaureatsarbeit eine zentrale Rolle, da davon ausgegangen wird, dass sich die Nutzer in ihren Profilen in den sozialen Netzwerken in einer gewissen Art und Weise präsentieren. Damit ist gemeint, dass der Aspekt der Selbstpräsentation einen Nutzen (Uses & Gratifications-Ansatz siehe oben) für die registrierten Teilnehmer darstellt.

Mediennutzung von Jugendlichen:

Ungefähr 80% der Konsumenten zwischen 14- und 19 Jahren wenden mindestens vier Mal pro Monat die Möglichkeit des „Instant Messaging“ an. Auch die anderen virtuellen Interaktionsformen via Web 2.0 werden von dieser Gruppe der Internetnutzer häufig verwendet. Insbesondere steigt das Interesse bei den Jugendlichen für Social Communities und andere Plattformen im Netz. Am meisten nutzen jedoch nicht die 14- bis 19jährigen diese Netzwerke sondern die junge Erwachsenen zwischen 20- und 29 Jahren. Allerdings lässt sich derzeit noch nicht feststellen, ob die Personen, die in diese beiden Altersgruppen fallen, das Internet mit zunehmendem Alter weiter so intensiv nutzen wie bisher. (vgl. Busemann, Gscheidle, 2009: 356ff) Laut einer aktuellen Studie aus der Fachzeitschrift „Media-Perspektiven“ steigt die Nutzung der Angebote im Web 2.0 weiter an, jedoch geht das Interesse an der aktiven Beteiligung zurück. Dies lässt sich anhand eines Beispiels gut erklären. Während eine Vielzahl der Jugendlichen häufig Angebote der Videoplattform „YouTube“ nutzt, ist die Anzahl der Personen, die selbst aktiv Videos hochladen, vergleichsweise gering. Weiterhin das wichtigste Kommunikationsmittel im Netz bleibt die E-Mail-Funktion. 84% der Internetnutzer empfangen und senden mindestens ein Mal pro Woche eine E-Mail. Auffallend ist jedoch, dass die klassischen Chatroomnutzungen in den letzten Untersuchungsperioden etwas zurückgegangen sind. Grund dafür könnte der bereits einfache Direktaustausch mittels Programmen wie beispielsweise „Skype“ sein. Diese ermöglichen einen Sofortaustausch in Echtzeit inklusive Ton und Bild. Die einfache Bedienung dieser Softwareprogramme verstärkt diese Nutzung immens. (vgl. Busemann, Gscheidle, 2010: 359)

Die Mediennutzung und das Freizeitverhalten der Jugendlichen differenzieren sich außerdem auch durch die soziale Herkunft. Im Gegensatz zu den Jugendlichen aus privilegierten Elternhäusern, die sich überwiegend mit kreativen Tätigkeiten befassen, nutzen Jugendliche, die aus sozial benachteiligten Familien stammen, vor allem den Fernseher und den Computer. Jedoch haben die beiden Gruppen gemeinsam, dass fast alle bereits Zugang zum Internet haben. Im Vergleich zu den Vorjahren stieg nicht nur die Zahl der Internetnutzer, sondern auch die Zahl der Stunden, in der Jugendliche „online“ sind. Im Durchschnitt liegt die Internetnutzungsdauer der Jugendlichen bei knapp 13 Stunden pro Woche. Die Art der Internetnutzung unterscheidet sich jedoch wieder aufgrund der sozialen Differenzierung. Man unterscheidet insgesamt vier Nutzertypen:

- Gamer (24% der Jugendlichen mit Internetzugang)
- Digitale Netzwerker (25% der Jugendlichen mit Internetzugang)
- Funktions-User (17% der Jugendlichen mit Internetzugang)
- Multi-User (34% der Jugendlichen mit Internetzugang)

Die Gruppe der Gamer sind vor allem jüngere männliche Nutzer aus sozial benachteiligten Familien. Sie nutzen das Internet überwiegend, um verschiedene Onlinespiele zu spielen. Die Digitalen Netzwerker sind vor allem jüngere weibliche Personen. Sie nutzen die sozialen Netzwerke wie beispielsweise Facebook oder Myspace. Funktions-User sind überwiegend älter und weiblich. Sie verwenden das Internet, um Informationen zu sammeln, E-Mails zu verfassen oder beispielsweise um von zu Hause aus einkaufen zu können. Die Multi-User sind meist älter und männlich und stammen aus privilegierten Familien. Diese Gruppe zeichnet sich dadurch aus, dass sie die gesamte Bandbreite des Internets mit allen angebotenen Möglichkeiten nutzen.

Für diese Bakkalaureatsarbeit spielen dabei die Digitalen Netzwerker und die Multi-User eine bedeutende Rolle, da sie die Social Networks nutzen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Abbildung 2: Internetnutzertypen in %

(vgl. Albert, Hurrelmann, Quenzel, 2010: 5: http://www-static.shell.com/static/deu/downloads/aboutshell/our_commitment/shell_youth_study/2010/youth_study_2010_flyer.pdf [Zugriff: 18.5.2011])

[Anmerkung: Abbildung 2 erstellt von Stadlmayr Alexander auf Grundlage der oben genannten Quelle]

Die Internetnutzer von Newsgroups verwenden diese meist aus kognitiven Gründen. Das heißt, sie benutzen die Diskussionsforen, um sich über gewisse Sachverhalte zu informieren, um an Fachdiskussionen teilzunehmen oder beispielsweise um Hinweise zu versenden. Bei den Personen, die überwiegend Chatfunktionen (u.a. auch bei den Digitalen Netzwerkern) nutzen, stehen vor allem soziale Motive im Vordergrund. Diese sozialen Nutzungsmotive sind zum Beispiel, dass die Nutzer neue Personen kennenlernen wollen, bestehende Bekanntschaften pflegen oder auch nur um sich zu vergnügen. Obwohl es durch die Internetdienste bereits ermöglicht wurde, mehrere Profile zu erstellen, um damit sozusagen mit verschiedenen Identitäten „zu spielen“, wird dies kaum genutzt. Die meisten Nutzer haben in ihren Social Networks, in denen sie aktiv partizipieren, einen User-Account und haben nicht das Bedürfnis, sich einen weiteren anzulegen. (vgl. Heintz, 1999: http://paedpsych.jku.at:4711/LEHRTEXTE/HeintzMueller99.html [Zugriff: 18.5.2011])

In den letzten Jahren wurden vor allem bei jungen Personen Social Networks immer populärer. International befindet sich die Plattform Facebook in der Position des Marktführers. Im deutschsprachigen Raum hält studiVZ diese Stellung inne. StudiVZ wird überwiegend von jungen Frauen genutzt, um die angebotenen Kommunikationsmöglichkeiten zu nutzen. Sie ziehen also Gratifikationen aus der Nutzung, indem sie durch die Funktionen mit anderen Personen interagieren. Dies fällt in den Bereich der Gratifikationen im Hinblick auf die persönlichen Beziehungen (s.o.). Außerdem wird diese Plattform von jüngeren Mitgliedern und von Frauen am intensivsten verwendet. Umso jünger die registrierten Teilnehmer sind, desto offener stehen sie zu den einzelnen Funktionen der sozialen Netzwerke. Mit zunehmendem Alter befassen sich die Nutzer kritischer mit den Risiken der Communities.

Social Networks in der Forschung

Das Phänomen der Social Networks entstand zwar bereits vor der Entstehung des Webs 2.0, jedoch sind die Nutzerzahlen dieser Netzwerke vor allem in den letzten Jahren immer weiter angestiegen. Dadurch sind Themen rund um Social Communities in das Interessensfeld von Sozial- und Medienwissenschaften gerückt. Das größte internationale Online-Netzwerk ist Facebook. Eines der Hauptmotive, die für die Nutzung der sozialen Netzwerke sprechen, ist die Bewahrung beziehungsweise die Bildung von sozialen Kontakten. Laut einer Studie der Michigan State University im Jahr 2007 wird von den befragten Nutzern das virtuelle Nachrichtensystem der Communities als Ersatz für die traditionellem Kommunikationsmittel wie E-Mail oder SMS genutzt. Die größte deutschsprachige Social Community-Plattform ist studiVZ. Dieses soziale Netzwerk wurde im Oktober 2005 gegründet und war ursprünglich für 2.6 Millionen Studenten im deutschsprachigen Raum gedacht. 2006 verzeichnete studiVZ bereits mehr als 100 000 Nutzer, was für den raschen Erfolg der Plattform spricht. Diese Zahl vervielfachte sich jedoch in den letzten Jahren enorm, da nach eigenen Angaben bereits über 9 Millionen Nutzer bei studiVZ registriert sind. (vgl. Prommer, Brücks, Mehnert, Neumann, Räder, Roßland, 2009: 4ff)

Chancen und Risiken:

Neben der Möglichkeit, sich selbst in seinem Nutzerprofil zu präsentieren, indem man Inhalte in Text und Bild veröffentlicht, kann man sich mit anderen Nutzern austauschen und auf Publikationen anderer reagieren. Dies geschieht wieder in Form von Texten und Bildern oder auch Videos. Des Weiteren wird es den Personen ermöglicht, eine Freundesliste zu erstellen, um sich mit anderen Personen zu vernetzen. Dies schließt ein, dass sich die Personen miteinander verlinken. Beispielsweise gelangt man per Mausklick von Profil A zu Profil B oder durch die Markierung eines Fotos auf ein weiteres Nutzerprofil. Die Mediennutzung der Social Networks ist kein Selbstzweck, sondern sie befriedigt gewisse Bedürfnisse, wodurch man wieder zur rahmenbildenden Theorie dieser Bakkalaureatsarbeit kommt: Der Uses & Gratifications-Ansatz. Die Social Communities zielen auf die Bedürfnisse von Jugendlichen ab. Vor allem die Beziehungspflege der Jugendlichen wird dadurch stark beeinflusst.

Die neu entstandene Jugendkultur der digitalen Netzwerker wird weiters als „fulltime intimate communities“ beschrieben. Damit soll verdeutlicht werden, dass Jugendliche das Internet rund um die Uhr nutzen, um zu kommunizieren und tun überwiegend das, was in der Öffentlichkeit möglicherweise als störend empfunden werden könnte: sie „hängen“ nämlich herum“. Sie verbringen also viel Zeit mit der Nutzung der Social Networks dazu, um sich zu entspannen oder sich abzulenken oder einfach um der täglichen Routine zu entkommen. Diese Nutzungsmotive spiegeln Gratifikationen im Hinblick auf Zeitvertreib und Ablenkung (siehe Uses & Gratifications-Ansatz) wieder.

Die Social Community-Nutzung bildet jedoch nicht nur die Chance für die Jugendlichen, um dem Alltag zu entfliehen, sie birgt auch Gefahren und Risiken. In den sozialen Web 2.0 - Plattformen ist es für viele Jugendliche von essentieller Bedeutung, dass sie ein hohes Ansehen bei den anderen Nutzern haben, weshalb sie ihr Image kontinuierlich pflegen. Aus diesem Grund kann die Nutzung von den neuen Medien Stress bei den registrierten Personen auslösen. Sie verspüren ein ständiges Gefühl von Druck, da sie der Ansicht sind, dass sie zum Beispiel möglichst viele Freunde in ihrer Kontaktliste haben „müssen“, um ihren guten Ruf zu wahren. Ein weiteres Beispiel wäre, dass sie dem Druck ausgesetzt sind, immer schnell auf Nachrichten reagieren zu „müssen“ oder die Publikationen von anderen Nutzern ständig aktualisieren zu wollen, damit sie sich von ihrer besten Seite zeigen können. Man kann dies auch als eine Art „Wettbewerb um Aufmerksamkeit“ betrachten, da viele Nutzer ständig etwas Kreatives publizieren wollen, damit sie mit ihren Freunden beziehungsweise Kontakten mithalten können. (vgl. Fileccia, 2009: 6ff: https://www.klicksafe.de/cms/upload/user-data/pdf/klicksafe_Materialien/LH_Zusatzmodul_Social_Communities.pdf [Zugriff: 18.5.2011])

Die Jugendlichen selbst haben – wenn sie auf die Gefahren im Internet angesprochen werden – am meisten Bedenken, dass sie Opfer von Abzocke bzw. Betrugsfällen werden könnten. Laut der JIM – Studie 2010 zeigen sich 44 % der jungen Nutzer besorgt, wenn sie über dieses Thema nachdenken. Mit 42 % knapp dahinter befindet sich die Angst der Jugendlichen, dass durch die Web 2.0 Nutzung Viren auf ihren Computer gelangen könnten und infolge dessen der PC möglicherweise repariert werden muss. An dritter Stelle - jedoch schon weit dahinter (28 %) - befindet sich die Angst vor Datenmissbrauch. Weitere Risiken sind verstecke Kosten durch die Onlinenutzung oder dass ihre Inhalte von Dritten gestohlen werden könnten. Bei den Risiken, um die sich die Jugendlichen selbst sorgen, treten deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern auf. Beispielsweise fürchten die männlichen Jugendlichen Gefahren technischer Art und die weiblichen Jugendlichen zeigen sich besorgter, um persönliche Informationen, die sie preisgeben. Der meistgewählte Schutzmechanismus, den die jungen Personen anwenden, ist der, dass sie wenige Informationen über ihre Person publizieren. Die männlichen Jugendlichen schützen sich mehr dadurch, indem sie Anti-Virenprogramme auf ihrem Computer installieren, da sie – wie bereits erwähnt – mehr technische Gefahren im Web 2.0 fürchten. Sowohl die männlichen als auch die weiblichen Web 2.0 Nutzer suchen wenig Hilfe bei den Eltern, wenn es um den Schutz vor Risiken und Gefahren im Internet geht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Abbildung 3: Gefahrenschutz im Web 2.0

(vgl. Behrens, Kutteroff: 2010: 46f: http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf10/JIM2010.pdf [Zugriff: 18.5.2011]) [Anmerkung: Abbildung 3 erstellt von Stadlmayr Alexander auf Grundlage der oben genannten Quelle]

Auch wenn viele Risiken bei der Nutzung von Social Communities gegeben sind, werden die Netzwerke trotzdem intensiv genutzt. Das zentrale Element spielt dabei die Kommunikation – sei es direkt oder indirekt oder in öffentlichen beziehungsweise geschlossenen Räumen. Seit dem Jahr 2010 werden die Online-Communities von den Jugendlichen als häufigstes Medium im Internetbereich genutzt. Im Jahr davor waren noch Instant-Messenger wie beispielsweise ICQ, oder MSN populärer. Immerhin 84% der jugendlichen Web 2.0-Nutzer kommunizieren in Social Networks. Vor allem bei den 18-19-jährigen Personen finden sich kaum Personen, die keine Social Communities nutzen (lediglich 10% Abstinenz). Bei den 12-13-Jährigen liegt der Anteil an der Gruppe, die in keinem Netzwerk registriert sind, mit etwa 30 % noch relativ hoch.

Für den Großteil der Jugendlichen gehören die Online-Communities jedoch bereits zum Alltag. Die Plattformen zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass die Nutzer oft viel Zeit damit verbringen, um die Angebote anzuwenden. Da bereits ein großer Teil der Jugendlichen die Social Community Nutzung verinnerlicht hat, ist bei der aktuellen Angebotsstruktur im Sektor der Social Networks vorerst nicht mit einem erheblich großen Zuwachs der Intensivnutzer in den nächsten Monaten zu rechnen.

Zu den meistgenannten Gründen für die Auswahl einer Community für junge Personen zählt in erster Linie die Etabliertheit des Netzwerkes (etwa 62%). Aus diesem Grund hat der Marktführer Facebook bereits einen erheblichen Vorteil gegenüber regionaleren Online-Portalen, da sich Facebook am Markt bereits gefestigt hat. Das zweitwichtigste Motiv für die Selektion einer Plattform (59%) ist eng mit dem Freundeskreis verbunden. Viele Nutzer geben an, ihre Community zu nutzen, da bereits viele ihrer Freunde bei derselben Plattform registriert sind. Etwa 30% wählen ein Portal, weil sie die angebotenen Anwendungsoptionen bei ihrer Community für besonders gut halten. Unter die Anwendungsoptionen fallen auch die als besser empfundenen Chancen des Informationsaustausches. Das bedeutet, dass man bei einer Plattform einfacher kommunizieren kann als bei einer anderen. Das einfache Handling einer Community und eine gute Übersicht haben also ebenfalls einen hohen Stellenwert bei den Nutzern. Weiters ist hierbei auch die Kontaktpflege von essentieller Bedeutung für die Nutzer. Auch die Möglichkeit, Onlinespiele zu spielen, sowie das Publizieren von Videos und Fotos fällt unter den Bereich der Anwendungsoptionen.

Der internationale Charakter eines sozialen Netzwerkes ist für etwa sechs Prozent ausschlaggebend.

Die Themen der Datensicherheit und die Anonymität sind bei der Communityauswahl bei den Jugendlichen nur latent vorhanden, da nur vier Prozent der Ansicht sind, dass Datensicherheit bei ihrer Plattform ein Nutzungsmotiv darstellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Abbildung 4: Nutzungsmotive für Social Communities von Jugendlichen in %.

(vgl. Behrens, Kutteroff: 2010: 41f: http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf10/JIM2010.pdf [Zugriff: 18.5.2011] [Anmerkung: Abbildung 4 erstellt von Stadlmayr Alexander auf Grundlage der oben genannten Quelle]

Um die Informationen und Daten bezüglich dem Kommunikationsverhalten der Jugendlichen weiterzuführen, wurde vom Studienleiter eine empirische Fallstudie durchgeführt. Das Studiendesign sowie die Datenauswertung befinden sich auf den folgenden Seiten. Die Mittel, die zur Auswertung notwendig waren, sowie die vollständigen Transkripte sind im Anhang wiederzufinden.

Empirische Fallstudie

Studiendesign:

Diese empirische Fallstudie wurde anhand von mehreren qualitativen Einzelinterviews erhoben. Die Selektion der Gesprächsteilnehmer erfolgte durch einen Screening-Fragebogen (im Anhang, Anm. d. Verf.), worin die für die Untersuchung entscheidenden Merkmale abgefragt wurden. Da die Themen bezüglich Gesundheit und gesunder Ernährung immer mehr an Wert in der Gesellschaft gewinnen, wird auch erhoben, ob und wie sich die befragten Personen über Gesundheit/gesunde Ernährung informieren, warum sie dies tun, und wie sie das Internet bzw. die Social Communities dafür nutzen. Des Weiteren soll dadurch herausgefunden werden, welchen Stellenwert diese Themen in der Kommunikationswelt der Interviewteilnehmer haben.

Der Grund dafür, dass eine qualitative Befragung gewählt wurde, liegt darin, dass es dadurch ermöglicht wird, Detailfragen zu stellen und so lange nachzufragen und in die Tiefe zu gehen, bis man ausreichend Material generiert hat, dass man damit weiterarbeiten kann. Das Hauptziel bei qualitativen Methoden ist nicht die Repräsentativität sondern, dass man den Wissensstand erweitert. Wichtig dabei sind das Prinzip der Offenheit beim Gespräch, sowie die Orientierung am Verstehen. In der Befragungssituation und beim Auswerten ist außerdem Flexibilität notwendig, da ein schematisches Abarbeiten des Leitfadenblockes zu nicht ausreichenden Ergebnissen führen könnte. Ein weiterer wichtiger Aspekt bei qualitativen Untersuchungen ist der, dass Einzelfälle untersucht werden und einen Hypothesen generierenden Stimulus verfolgen. Im Gegensatz dazu steht bei quantitativen Methoden der Hypothesen prüfende Stimulus im Vordergrund. Bei den Gesprächen wird akademisches Fachvokabular vermieden, um mögliche Störquellen zu vermeiden. (vgl. Verwiebe, Roland: [Vorlesung: 2.5.2011: Einführung in die Methoden der empirischen Sozialforschung]) Das offene Konzept ist eines der Hauptinstrumente der induktiven Forschung. Es wird zur Klärung von komplexen Korrelationen angewandt und nimmt vor allem bei Einzelinterviews, bei Experteninterviews und bei Gruppendiskussionen einen wichtigen Standpunkt ein. (vgl. Atteslander, 2003: 153) Bei Einzelinterviews kann die Qualität der Befragungsergebnisse in mehreren Hinsichten verbessert werden. Falls der Interviewteilnehmer unmotiviert erscheinen sollte, kann der Interviewer motivierend agieren, damit ausreichend Informationen erhoben werden können. Vor allem bei einer längeren Befragung ist die Abbruchwahrscheinlichkeit geringer, wenn sie in Form einer face-to-face-Kommunikation stattfindet. Des Weiteren kann der Interviewer Hilfestellungen geben, falls der Gesprächsteilnehmer eine Frage nicht sofort versteht oder sie falsch auffasst. Außerdem kann man bei nicht passenden Antworten als Gesprächsleiter des Interviews nachhaken, bis man über ausreichend Material verfügt. (vgl. Scholl, 2009: 37f)

Für diese Befragung ist es von essentieller Bedeutung, dass die Testpersonen bei mindestens einer Social Community registriert sind und diese auch aktiv nutzen. Außerdem werden in dieser empirischen Fallstudie Daten zu Personen zwischen 17 und 20 Jahren erhoben. Die Befragung dieser Altersgruppe ergibt sich aus dem Grund, dass die Personen in diesem Alter bereits mit der „Generation-C“ in Verbindung gebracht werden; d.h., dass sie mit den angebotenen Funktionen des Web 2.0 zum Großteil umgehen können. Es fallen zwar auch jüngere Personen in die „Generation-C“-Gruppe, jedoch sollen durch diese Fallstudie vergleichbare Daten generiert werden, wodurch die Gruppe weiter eingegrenzt wird. Ein weiterer Grund dafür, dass in dieser Studie Personen zwischen 17 und 20 Jahren befragt werden, ist der, weil sie in der Regel selbstständiger leben als beispielsweise 12jährige, was einschließt, dass sie mit den Aspekten bzgl. Gesundheit/gesunde Ernährung möglicherweise mehr konfrontiert werden als eben die Jüngeren. Falls die Testpersonen bereits vom Elternhaus ausgezogen sind, müssen sie sich jedenfalls selbst ernähren. Alleine aus diesem Grund sind sie mit dem Thema, wie sie sich ernähren sollen/wollen, mehr vertraut als der Großteil der etwas jüngeren Personen der „Generation-C“.

Bei der Befragung spielt das Geschlecht keine Rolle. Es werden sowohl weibliche als auch männliche Jugendliche, die den Anforderungen (Screening Fragebogen) entsprechen, zum Interview gebeten.

Die qualitativen Befragungen werden im April beziehungsweise Mai 2011 in einem Zimmer, in dem ein offenes Interview ohne Störfaktoren möglich ist, durchgeführt. Dies ist erforderlich, um einen gemeinsamen Kommunikationsraum herstellen zu können. (vgl. Verwiebe, Roland: [Vorlesung: 23.5.2011: Einführung in die Methoden der empirischen Sozialforschung]) Die Personen, die in die Zielgruppe fallen, werden im Feld vom Studienleiter gesucht und gebeten, an der Fallstudie teilzunehmen. Es wird ihnen zu Beginn des Gesprächs ausführlich mitgeteilt, dass ihre angegebenen persönlichen Informationen vollständig anonymisiert werden. Die Daten, die in der Studie publiziert werden, sind das Alter, der Beruf sowie das Geschlecht der Gesprächsteilnehmer.

Die durchgeführten Interviews werden genau dokumentiert. D.h., dass sie vollständig transkribiert werden und mittels zwei Aufnahmegeräten aufgenommen werden. Zum einen mit einem Computerprogramm und zum anderen mit einem vom PC externen Aufnahmegerät. Dies dient dazu, dass man die Gespräche trotzdem verwerten kann, falls eines der beiden Geräte bei der Aufnahme unvorhersehbarer Weise ausfallen sollte. Die Transkripte sind im Anhang auffindbar. Vor dem ersten Gespräch, das in die Datenauswertung der empirischen Fallstudie einfließt, wird außerdem ein Pre-Test durchgeführt. Bei diesem Pre-Test wird das gesamte Interview getestet, um etwaige unverständliche Fragen, etc. zu verbessern. Bei der Datenauswertung werden die relevanten Inhalte der transkribierten Interviews zuerst den Hauptkategorien zugeteilt. Anschließend werden sie in die jeweiligen Unterkategorien differenziert und mit Ankerbeispielen dargestellt. Die detaillierte Erklärung zu den Haupt- und Unterkategorien befindet sich im Anhang im Codebuch, bzw. im Codebogen und im Kategoriensystem.

Bei dieser Fallstudie werden nach der Fertigstellung der Gesprächstranskripte die Inhalte ausgewertet. Um die grundlegendsten Punkte darlegen zu können, werden die relevanten Daten verschiedenen Kategorien zugeordnet.

Hauptkategorien der Fallstudie:

a) genutzte Social Communities
b) Popularität von Social Communities
c) Nutzungsmotive
d) Nutzen der Social Communities
e) Kommunikationsverhalten
f) Publiziertes
g) „Fan“-Seitennutzung
h) Gesundheitsinteresse
i) Gesundheitsinformationen via Social Communities

Bei Kategorie a) sollen die Social Networks, die von den befragten Interviewteilnehmern genutzt werden, dargestellt werden. Durch die Kategorie b) soll herausgefunden werden, warum die Interviewteilnehmer der Ansicht sind, dass die neuen Formen des Internets so populär geworden sind und warum sie so einen „Boom“ in den letzten Jahren erlebt haben. Durch die Kategorie c) sollen die Gründe der Gesprächspartner für die Social Media Nutzung erhoben werden. In die Kategorie d) fallen alle Funktionen, die durch die sozialen Netzwerke aufkommen, und es soll dadurch auch das Charakteristische der Plattformen dargestellt werden. Wie sich die Jugendlichen im Web 2.0 und insbesondere in den Social Communities verhalten und wie sie kommunikativ agieren, soll durch Kategorie e) erhoben werden. In die Kategorie f) fallen alle Publikationen, die die Interviewteilnehmer in ihren Nutzerprofilen veröffentlichen und alle Informationen, die sie im Web 2.0 von ihrer Person preisgeben. Die s.g. „Fanseiten“ und Gruppenseiten werden von vielen Nutzern verwendet. In der Kategorie g) soll die Nutzung dieser Seiten der Onlineplattformen behandelt werden. Die Kategorie h) behandelt einen etwas anderen Aspekt. Es soll abgefragt werden, ob und wie sehr sich die Testpersonen für Themen, die sich mit Gesundheit bzw. gesunder Ernährung auseinandersetzen, interessieren und warum. Wie sie sich über diese Themen informieren und ob bzw. wie dies durch das Web 2.0 geschieht, soll in der Kategorie i) dargestellt werden.

Die daraus resultierenden Ergebnisse sind bei der Auswertung der Daten relevant und fließen in die Ausarbeitung ein. Um die Ergebnisse, die anschließend beschrieben werden, zu untermauern, werden Zitate von den Interviewteilnehmern bei der Datenauswertung verwendet. Dadurch werden die Ergebnisse verdeutlicht und der Text verständlicher und nachvollziehbarer. Darauf folgt die Interpretation der erhobenen Daten sowie der Ausblick. Abschließend soll hierbei auf weiterführende Untersuchungsmöglichkeiten, die zu diesem Thema passen und sich durch die Bearbeitung ergeben haben, hingewiesen werden.

Angaben zu den Interviewteilnehmern:

- Constanze, weiblich

18 Jahre, Schülerin; Interview durchgeführt am: 28.4.2011

- Sandro, männlich

19 Jahre, Student; Interview durchgeführt am: 30.4.2011

- Konstantin, männlich

18 Jahre, Schüler; Interview durchgeführt am: 30.4.2011

- Susanne, weiblich

19 Jahre, Studentin; Interview durchgeführt am: 12.5.2011

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Details

Seiten
124
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656053859
Dateigröße
980 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v180236
Institution / Hochschule
Universität Wien
Note
1,0
Schlagworte
Social Community Social Media Neue Medien soziale Netzwerke Social Mediennutzung Nutzung Medien Gesunde Ernährung Gesundheit Web 2.0 Empirie empirisch aktuell aktualität Communities Community Social Communities Mitmachnetz Produtzung Newsgroups Kommunikationsverhalten Nutzungsverhalten

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Titel: Social Media-Nutzung von Jugendlichen