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Elterneinfluss auf die Berufswahl

Seminararbeit 2011 34 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1Vorwort
1.2 Skizzierung des Problemfeldes

2. Hauptteil
2.1 Verschiedene Bergriffsbestimmungen
2.1.1Beruf
2.1.2 Berufsorientierung
2.1.3 Berufswahl
2.1.4 Sozialisationsprozess
2.2 Elterneinfluss
2.2.1 Bedeutsamkeit der Eltern bei der Berufswahl
2.2.2 Die Geschlechterrolle
2.2.3 Elterlicher Einfluss als Teilbereich der Gesamtberatung
2.3 Wichtige Ergebnisse
2.3.1 Die Gießener Studie
2.3.2 Die Osnabrücker Studie
2.3.3 Befragung an verschiedenen regionalen Berufsschulen
2.3.4 Befragung an der Pädagogischen Hochschule Weingarten

3. Schluss
3.1 Zusammenfassung und Beantwortung meiner Frage
3.2 Fazit/Schlussfolgerungen
3.3 Verknüpfung zu anderen Vorlesungen

4.Literaturverzeichnis

1.Einleitung

1.1 Vorwort

Mein Interesse für die Thematik Berufsorientierung ist auf meinem persönlichen Werdegang zurückzuführen.

Nach dem Abitur im Jahre 2005 habe ich mich nach einiger „Erholungszeit“ selbst für den Weg der dualen Ausbildung entschieden. Ich bin in die Fußstapfen eines Bankkaufmanns gestiegen und erlebte in verkürzter Ausbildungszeit die Welt der Finanzen und Versicherungen.

Allerdings merkte ich bald, dass der „berufliche Anzug“, den ich mir selbst geschneidert hatte, nicht zu mir passt und ich mich bei meiner zukünftigen Tätigkeit als schlichtweg Verkäufer und nicht Berater, wie es meist nach außen dargestellt wird, nicht wohlfühle.

Aus diesem Grund stieg ich nach erfolgreichem Abschluss um und landete schließlich in der Pädagogischen Hochschule in Weingarten.

Im Wintersemester 2009/2010 in Erziehungswissenschaften Modul 2 besuchte ich die Vorlesung „Quantitative Befragung“ bei Frau Blaschke und Herrn Gras. Zusammen mit zwei anderen Mitstudentinnen haben wir im Zuge dieser Vorlesung eine Umfrage getätigt.

Wir haben uns die Frage gestellt, ob es einen aktuellen Trend gibt, dass immer mehr Abiturienten, anstatt eines Studiums, eine berufliche Ausbildung annehmen und absolvieren.

Diese schriftliche quantitative Befragung wurde mithilfe eines Fragebogens an verschiedenen Berufsschulen durchgeführt.

Im Verlauf dieser Hausarbeit werde ich nochmals etwas näher auf die Untersuchung eingehen und unsere Ergebnisse präsentieren.

Mein persönliches Interesse zu diesem Thema ist natürlich nicht erloschen. Aus diesem Grund habe ich im Sommersemester 2010 die Vorlesung „Berufsorientierung“ bei Frau Fink besucht, mit dem Hintergedanken eine Wissenschaftliche Hausarbeit in diesem Gebiet zu schreiben.

Die Initialzündung für das Thema meiner Hausarbeit erhielt ich von unserer Dozentin Frau Fink, die mir empfohlen hatte, mich mit dem Schwerpunkt „Elterneinfluss auf die Berufswahl“ auseinander zu setzen.

1.2 Skizzierung des Problemfeldes

Analysiert man einige aktuelle Forschungsberichte, die sich explizit mit dem Gebiet „Elterneinfluss auf die Berufswahl“ befassen, dann stellt sich ein Defizit in der Berufswahlforschung heraus. Deutlich wird, dass der Eltereinfluss eine Rolle spielt, dabei wird diesem Aspekt nur punktuell Beachtung geschenkt, infolgedessen ist eine Verallgemeinerung nicht zu erwägen. Einerseits ist der Elterneinfluss auf die Berufswahl eine Auseinandersetzung, bei dem aktiv beraten und diskutiert wird. Andererseits erfolgt diese Lenkung innerhalb der Familie indirekt. Laut einigen Berichten stellen Berufsberater aus ihrer täglichen Arbeit fest, dass Jugendliche, die sich mit ihren Eltern beraten lassen, nicht nur berichten, was sie einmal werden möchten, sondern bereits Bewerbungen zu ihren Wunschberufen laufen. Damit ist das ein Beleg für den Einfluss aus dem elterlichen Hause, jedoch weist das auf einen Sachverhalt, der schon längst passé ist, auf Vorgänge, die bereits vorher getroffen wurden.

Genau diesem Sachverhalt der beruflichen Sozialisation wird auf die Spur gegangen und der Elterneinfluss systematisch dargestellt.

Im Rahmen dieser Hausarbeit soll nun folgende Fragestellung untersucht werden:

Die Bedeutsamkeit der Eltern bei der Berufswahl zusammenhängend mit dem Einfluss auf die Berufswahl als Teilbereich der Gesamtberatung

Es geht hier also darum, herauszufinden, in wie fern die Eltern bei der Berufswahl ihrer Kinder eine Rolle spielen.

Bevor ich jedoch auf die einzelnen Studien eingehe, sollten im Vorfeld zunächst einmal einige wichtige Begrifflichkeiten in diesem Kontext geklärt werden.

2. Hauptteil

2.1 Verschiedene Bergriffsbestimmungen

2.1.1 Beruf

Im deutschsprachigen Raum geht der Begriff „Beruf“ bedeutungsgeschichtlich von der Bibelübersetzung Luthers hervor, nach dem die Menschen eine „göttliche Berufung“ für bestimmte Ausübungen und Betätigungen gegeben sei. Aus historischer Sicht beruht das deutsche Berufsprinzip auf ethisch-religiöse Bindungen in der Reformationszeit. Erst im Verlauf der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wird der Berufsbegriff in Zusammenhang mit der Erwerbsarbeit gebracht und allgemein angewandt. Es kommt deshalb ans Tageslicht, dass die Bedeutung von Beruf als ein gesellschaftliches Ereignis sehr von generellen Faktoren für Arbeit in einer Gesellschaft abhängig ist.[1]

Genau vier pädagogisch relevante Aspekte hebt Herr Dr. Harald Dibbern von Beruf hervor.[2]

Als erster Aspekt wird der empirische genannt. Dieser bezeichnet Beruf als eine Tätigkeit, die ganz besondere Kenntnisse fordert und zusätzlich über neutrale, wertfreie Merkmale der Tätigkeit und Anforderungsprofile charakterisiert werden kann. Aus pädagogischer Sicht ist dabei relevant, dass ohne Kenntnisse dieser objektiven Merkmale einschließlich der Einschätzung des sozialen Umfeldes des Arbeitsplatzes keine sinnvolle Berufsentscheidung getroffen werden kann. Nun kommt der ökonomische Aspekt hinzu, der besagt, dass der Berufsbegriff auf den Beruf als eine auf Erwerb gerichtete Arbeit verweist, die von Dritten bewertet wird und der materiellen Bedürfnisbefriedigung dient. Die Leistungsfähigkeit und das Einkommen durch den Beruf sind pädagogisch relevant, weil die persönliche und soziale Entwicklung von Menschen in unserer Gesellschaft auch stark durch die Möglichkeit zum Konsum bestimmt ist.

Außerdem erhält der Begriff einen sozialen Aspekt, da die Beschäftigung mit einem gesellschaftlichen Status und der Einnahme einer sozialen Rolle verknüpft ist, beinhaltet Beruf auch immer einen sozialen Aspekt. In spezifischen Kommunikationsmustern der jeweiligen Berufsgruppen findet der soziale Aspekt der Berufsbestimmung seinen Niederschlag. Stark von der Berufsrolle mitbestimmt werden Erziehungsvorstellungen, Konsumverhalten sowie allgemeine Ansprüche und Bedürfnisse.

Am deutlichsten wird die pädagogische Relevanz von Beruf, wenn man den personalen Aspekt betrachtet, weil die Berufsarbeit den größten Teil der eigenen Lebenszeit einnimmt. Die Zufriedenheit im Beruf ist das A und O. Die Befriedigung geistiger, seelischer und sozialer Bedürfnisse des Individuums und die Möglichkeit sich selbst zu verwirklichen, ist bedingt, wie man in seinem Beruf zufrieden ist.[3]

2.1.2 Berufsorientierung

Orientierung als Terminus hat zwei differierende Betrachtungsweisen. Einerseits das „Sich zurechtfinden“, d.h. eine sehr persönliche Bestimmung des eigenen Standorts; ich muss mich erst einmal orientieren. Andererseits wird es auch als eine Ausrichtung und eigene Einstellung verstanden, wie man demzufolge auf den bestimmten Beruf hin orientiert ist.

Feststellbar ist, dass in der ersten Bedeutung inhaltlich ein Prozess wiederzufinden ist.[4]

Der Begriff lässt sich wie folgt definieren:

Berufsorientierung ist ein lebenslanger Prozess der Annäherung und Abstimmung zwischen Interessen, Wünschen, Wissen und Können des Individuums auf der einen und Möglichkeiten, Bedarfen und Anforderungen der Arbeits- und Berufswelt auf der anderen Seite.“[5]

Gesellschaftliche Werte, Normen und Ansprüche, die selbst einem ständig andauernden Wandel und der technologischen und sozialen Entwicklung im Wirtschafts- und Beschäftigungssystem ausgesetzt sind, beeinflussen die oben genannten beiden Aspekte und die Prozesshaftigkeit der Berufsorientierung.

Demzufolge darf sich Berufsorientierung nicht nur auf die Berufwahl beschränken, wie wir es schon in der Vorlesung anhand von den Texten von BUTZ und FAMULLA gelernt haben.

Berufsorientierung wird dementsprechend als ein Prozess des Lernens verstanden, der an verschiedenen Orten sich ereignet. Beispielsweise in formellen, organisierten Lernumgebungen, wie den Schulen als auch in alltäglichen Lebensumgebungen.

2.1.3 Berufswahl

Die Berufswahl wird als Entscheidungsprozess einer beruflichen Kompetenz, für eine auf Dauer angelegte Erwerbstätigkeit definiert. Dazu fordert es vom Menschen, Entscheidungen über die berufliche Entwicklung zu treffen.

Die Wahl einer Berufsausbildung wird durch mehrere Faktoren, wie z.B.

Schulzugehörigkeit, Nationalität, Geschlecht, Schulerfolg, Erziehung, finanzielle Situation der Familie, aber auch eigener Interessen, Fähigkeiten und Vorstellungen über ihre zukünftige berufliche Tätigkeit beeinflusst. Die Bewertung dieser Faktoren und die Ausprägung der Interessen und Wertemuster bei den Jugendlichen sind in großem Maße von ihrer Sozialisation abhängig, genauer gesagt, von ihrem familiären Umfeld usw.[6]

Insofern stellt Berufswahl eine – auch von außen an sie herangetragene Aufgabe am Ende der Schulzeit dar, der sich Jugendliche stellen müssen. An diese Aufgabe wird meistens schon in den letzten Schuljahren, zum Beispiel im Arbeitslehreunterricht und bei Informationsveranstaltungen, aber auch beim Besuch im Berufsinformationszentrum des Arbeitsamtes herangegangen. Dieser prozessbeinhaltende Entscheidungsakt beginnt zwar bereits in der Schulzeit, dauert aber bis über das Erwerbsleben hin. Wenn man von einer Entscheidung spricht, dann von keiner endgültigen Festlegung. Allerdings werden die weiteren Möglichkeiten für die berufliche Entwicklung damit eingeschränkt. Somit handelt es sich bei der Wahl eines Berufes nicht um eine punktuelle Entscheidung, sondern um eine mit mittel- bis langfristigen Konsequenzen. Von berufspädagogischen Vertretern gibt es jedoch viele verschiedene Definitionsversuche von „Berufswahl“, was uns wiederum zeigt, wie vielseitig diese ist.

2.1.4 Sozialisationsprozess

„In kaum einem anderen Bereich ist der Sachverhalt so evident, dass die persönlichen Entscheidungsprobleme und Entscheidungsmöglichkeiten von sozialgeschichtlichen vorstrukturierten Opportunitätsstrukturen abhängen, wie im Bereich der Berufsfindung“.[7]

In unserer sehr modernen und individuellen Gesellschaft mit sich ständig veränderten Strukturen haben sich auch Berufsfelder, zukünftige Möglichkeiten und Prozesse der Berufswahl und -findung für Jugendliche im Laufe der Jahre verändert. Früher war es fast gang und gäbe in die Fußstapfen der Eltern zu treten, deren Unternehmen weiterzuführen und Familientraditionen aufrecht zu erhalten, so ist es in der heutigen Zeit schwieriger geworden, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen und konkrete Ziele zu verfolgen. Dass sich die Einflussfaktoren in verschiedenen Bereichen wiederfinden, ist offensichtlich und bereits schon angeführt. Auch der Instanz „Schule“ sollte ein besonderes Augenmerk geschenkt werden: „Ohne Frage sind die beiden Sozialisationsagenturen Familie und Schule nach wie vor von größter Bedeutung“. [8] Allerdings lege ich meinen Schwerpunkt auf die familiäre Determinante und betrachte ihr Verhalten und Intervention im Zuge der Berufswahl: „Doch auch heute noch vollzieht sich Berufswahl im sozialen Kontext der Herkunftsfamilie“ [9], wobei ich im Verlauf dieser Hausarbeit, betrachtend auf die Gesamteinflüsse, noch ein paar Worte für die Schule verlieren möchte.

2.2 Elterneinfluss

2.2.1 Bedeutsamkeit der Eltern bei der Berufswahl

Wie schon bereits oben erwähnt, ist die Berufswahl ein Prozess des Einzelnen, der aus einer Palette von Möglichkeiten (Bundesweit gab es im Jahr 2009 349 anerkannte Ausbildungsberufe[10] ) einen Beruf wählt, der natürlich mit seinen Neigungen und Interessen übereinstimmt, allerdings von verschiedenen Faktoren gesteuert wird.

Die Forschung ihrerseits befasst sich mit diesen verschiedenen Rahmenbedingungen. Auch mit der Rolle der Eltern, die einen erheblichen Beitrag dazu leisten und die mit von der Partie sind, wenn es um die Frage geht, was ich werden möchte. Welcher Beruf passt zu mir? In welchem Berufsfeld kann ich eine steile Karriere hinlegen?

Welche „Auskunft“ können uns die Forschungsergebnisse geben? Deckt sie unsere Fragestellung auf, oder entstehen umso mehr Verwirrungen und stößt man auf Ungeklärtheiten?

Diesen Forschungsergebnissen zahlreicher Autoren werde ich nun auf den Grund gehen.

Wenn man vom elterlichen Einfluss spricht, dann im klassischen Sinne, also der „Zwei-Eltern-Familie“. Dieses Familienbild ist heute auch schon wieder überholt, und es muss nicht eigens erwähnt werden. Dass Partnerwechsel und mehrmalige Eheschließung, unter dem modernen Begriff „Patchworkfamilie“ bekannt, die familiären Strukturen verändert haben, ist auch augenscheinlich. Wenn man sich also mit dem Feld „Eltern“ auseinander setzt, dann muss man über den Wandel, dem Familienstrukturen ausgesetzt sind, bewusst sein. NAVE-HERZ spricht in ihrer Monographie von insgesamt 16 Familientypen.[11] Dieser Gesichtspunkt ist zwar bestimmt auch sehr relevant für die Arbeit, aber auf diesen Wandel werde ich nicht näher eingehen.

Ich beschränke mich bei der Untersuchung auf die „traditionelle“ Familienstruktur.

Eltern im traditionellen Sinn sind also für die Heranwachsenden eine wesentliche Einflussgröße:

Die wahren Gewinner in der erwachsenen Generation sind aber die eigenen Eltern. Sie werden am häufigsten als persönliche Vorbilder genannt – eine Hochschätzung, die sie heute nur noch mit bestimmten Medienprominenten aus der Musikbranche (Sängerinnen bei den Mädchen) und aus

dem Profisport (Fußballspieler bei den Jungen) teilen müssen.“[12]

Die Analyse der BERTELSMANNSTIFTUNG von 2005, die unter dem Titel „Jugend und Beruf“ geführt wird, räumt dergleichen ein: „Die Berufswahl ist auch einer der wenigen Bereiche, in dem Jugendliche ihre Eltern noch um Rat fragen, in dem sie ihnen noch Kompetenz einräumen.“[13] Man erlangt nicht die Kenntnis, ob es in anderen Bereichen Unterschiede oder Gemeinsamkeiten gibt, deutlich ist aber, dass bei der Berufswahl die Eltern befragt und um Empfehlung gebeten werden. Noch gravierender ist eine andere Studie „Berufswahl in Hamburg 2004“, nach der rund 91 % aller Teenager bei der Berufswahl auf den Rat ihrer Eltern bauen.[14]

Was ist aber nun wesentlich bei der Beratung aus Sicht der Eltern? In diesem Kontext muss gesagt werden, dass die Kenntnisse und Vorstellungen der Eltern auf die Kenntnisse der Kinder zur Berufswahl einwirken. Dabei spielen die Beziehung zwischen ihnen und die Lebenslagen der Eltern in ihrem eigenen Beruf eine große Rolle.[15]

Ähnliches findet man auch bei LANGE. Einflussfaktoren nennt LANGE (1978) Werthaltungen der Eltern in Bezug auf den Beruf, das berufliche Anspruchsniveau, in welchem Umfang Wissensvermittlung bezüglich beruflicher Alternativen stattfindet, Art und Weise der Hilfestellung bei der Berufswahl, Berufsstatus der Eltern, Gehälter der Eltern, also die wirtschaftliche Situation, und welches Bildungsniveau der Eltern haben.[16]

Zieht man andere Untersuchungen hinzu, wie z.B. von BRAND und SCHUSTER, findet man ein ähnliches Bild. Laut ihren Ergebnissen spiegle sich ein erheblicher Zusammenhang zwischen Schulabschluss, der beruflichen Ausbildung, der Berufskarriere von Vater und Mutter und der Einflussnahme auf die beruflichen Prozesse von ihren Kindern wieder.

Auffallend sei dabei, die Ausrichtung der Eltern auf die Berufswahlabläufe ihrer Kinder sehr ausgeprägt an den eigenen beruflichen Entwicklung orientiert sei.

So sympathisieren sie Beschäftigungen für ihre Jüngsten, mit denen sie selbst durch eigene Ausübung täglich in Kontakt seien.

Genauere Beobachtungen lassen erkennen, dass in den meisten Fällen die handwerklichen Berufe übereinstimmen. Wenn sie selber handwerkliche Berufe ausüben, dann erwarten und erhoffen sie es genauso von ihren „Liebsten“. Sowohl in den niedrigeren Klassen der Hauptschule bezüglich der handwerklichen Berufe, als auch bei den Realschülern, deren Eltern kaufmännische Berufe ausüben, bestehen Übereinstimmungen zwischen Berufswünsche der Schüler und Vorstellungen der Eltern.[17]

Im Kontrast dazu steht eine andere Studie, die an dieser Stelle erwähnt werden sollte.

Die Schülerinnen und Schüler verschiedener Abgangsklassen wurden befragt, wie sie auf ihr Berufsinteresse gestoßen seien. Dabei haben sie ihre Eltern als wichtigste Personen bestimmt, die ihnen dazu Anregungen gaben.

Die Berufsentscheidung der Jugendlichen sei gegensätzlich zum ausgeübten Beruf von Mutter und Vater. Dabei seien nur 20 % bestrebt, den gleichen Beruf oder das gleich Studium anzupeilen wie ihre Eltern.[18]

Allerdings orientieren sich vor allem Jungen und Jugendliche aus höheren Angestellten-, Beamten- und Selbstständigenfamilien am elterlichen (meist väterlichen) Beruf, während Kinder aus Arbeiterfamilien eher an einer Ausbildungsstelle in einem konkreten Betrieb interessiert sind“.[19]

[...]


[1] Vgl. Harney, Klaus. Beruf. In: Kaiser, Franz-Josef/ Pätzold, Günther (Hg.). Wörterbuch Berufs- und Wirtschaftspädagogik. Bad Heilbrunn: Klinkhardt –Handwerk und Technik 1999. S. 51-52

[2] http://www.sowi-online.de/reader/berufsorientierung/dibbern.htm

[3] Ebd.

[4] http://www.swa-programm.de/texte_material/glossar/index_html_stichwort=Berufsorientierung.html

[5] Ebd.

[6] vgl. Tenorth/Trippelt 2007

[7] Vgl. Fend 1991, S.49

[8] Beinke S. 20

[9] Beinke S.22

[10] Vgl. Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2010, S.108

[11] Vgl. Nave-Herz , S. 16f

[12] Zinnecker 2005, S. 179

[13] http://www.bertelsmann-stiftung.de/bst/de/media/Studie_Jugend_und_Beruf.pdf, S.9

[14] http://www.einstieg.com/extern/Berufswahl_HH2004.pdf, S. 9

[15] Vgl. Beinke S.22

[16] Vgl. Lange

[17] http://www.thifas.de/pdf/Brand_Schuster.pdf

[18] Vgl. Hoose und Vorholt, S. 14f

[19] Ebd.

Details

Seiten
34
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656030980
ISBN (Buch)
9783656031215
Dateigröße
551 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v180187
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Note
noch offen
Schlagworte
elterneinfluss berufswahl

Autor

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