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Die soziale Konstruktion von Weiblichkeit in der ‚westlichen Gesellschaft’ aufgezeigt am Beispiel der Mutterliebe

Seminararbeit 2011 23 Seiten

Frauenstudien / Gender-Forschung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Thematik

2. Klärung begrifflicher Grundlagen
2.1. Weiblichkeit aus feministischer Perspektive
2.2. Liebe aus feministischer Perspektive

3. Zur Konstruktion von Weiblichkeit
3.1. Doing gender – doing difference?
3.2. „Man kommt nicht als Frau zur Welt“ - Erziehung, Sozialisation und Geschlecht

4. Mutterschaft und Hausarbeit aus Liebe?
4.1. Die „Bestimmung als Hausfrau und Mutter“?
4.2. Mutterrolle als Konstrukt? – Argumente wider ihrer Natürlichkeit
4.2.1. Von der Mutterliebe zur Vaterliebe?

5. Schlussfolgerungen und persönliche Stellungnahme

Bibliografie

1. Einführung in die Thematik

„Die Liebe [ist] im Leben des Mannes nur eine Beschäftigung, für die Frau dagegen [ist] sie das Leben selbst“ (Byron zit. n. Beauvoir 1992, S.799).

Die Liebe, als menschliches Grundbedürfnis, kann subjektiv empfunden vieles sein: Wundervoll, schmerzhaft, aufwühlend, leidenschaftlich, platonisch. Eines scheint sie jedoch nicht zu erfüllen: für beide Geschlechter gleichbedeutend zu sein. Doch worauf lässt sich dieser Umstand zurückführen? Lange Zeit wurde mit dem Naturbegriff argumentiert und behauptet, dass die Unterschiede zwischen Mann und Frau natürlich gegeben seien. Daraus resultierte die vermeintlich logische Schlussfolgerung, dass Frauen aufgrund ihrer biologischen Nähe zur Natur – sprich ihrer Fähigkeit zu gebären – liebliche, sanfte und nach Freud masochistische und passive Wesen seien (vgl. Badinter 1991, S.267ff). Aus diesem Grund wurde zum einen eine sexistische Unterdrückung der Frau legitimiert und dieser zum anderen der Zutritt zur öffentlichen Sphäre und in weiterer Folge beruflicher Erfolg untersagt. Das weibliche Geschlecht war stets dem Reproduktionsbereich zugeordnet und wurde, wie es Simone de Beauvoir (1949) zum Ausdruck brachte, als „das andere Geschlecht“ angesehen, während der Mann das „Absolute“ repräsentierte (vgl. Beauvoir 1949/1987, S.11). Dieser Ansicht nach erscheine die Frau „dem Mann in erster Linie als Sexualwesen. […] Sie wird bestimmt und unterschieden mit Bezug auf den Mann, dieser aber nicht mit Bezug auf sie; sie ist das Unwesentliche angesichts des Wesentlichen“ (vgl. ebd.). Daraus folgend war die Frau stets schlechter gestellt als der Mann, welcher seine Vorherrschaft in Gesetzen, Gebeten o. Ä. genoss, hatte weniger Erfolgschancen und zeichnete sich nach und nach durch eine Unterwerfungsbereitschaft aus (vgl. ebd., S.11f). Im Zuge der industriellen Entwicklung wurde zunehmend deutlich, dass Frauen, welche allmählich an der Produktion teilhaben wollten, zurück „an den Herd“ gedrängt werden und sich der Kindererziehung widmen sollten (vgl. ebd., S.12). Mutterliebe wurde als ein Instinkt der „weiblichen Natur“ oder als ein Sozialverhalten dargestellt (vgl. Badinter 1991, o. S.), an dem sich Frauen zu orientieren und dem sie sich zu fügen hatten. Rousseau wie auch Freud interpretierten die Hingabe und Opferbereitschaft der Frau „als Wesensmerkmale“ derselben (ebd.). Als sich jedoch in den 1960er Jahren eine feministische Bewegung, welche sich von den USA ausgehend in der ‚westlichen Welt’ ausbreitete, mit der Frage nach der Konstruiertheit scheinbarer Wesensmerkmale auseinandersetzte, begann der Freudsche Mythos ins Wanken zu geraten und an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Frauenrechtlerinnen plädierten für neue weibliche Verhaltensweisen und einen gesellschaftlich strukturellen Wandel, der mit der Gleichbehandlung der Geschlechter einhergehen sollte. Freuds Theorien gerieten ins Visier vieler Feministinnen und wurden einer Kritik unterzogen. Besonders die phallogozentrischen Normvorstellungen der Psychoanalyse hätten dazu beigetragen, dass Frauen als passiv und narzisstisch angesehen wurden. Der Mann war dieser Theorie zufolge stets der Aktive, während die Frau in ihrer Passivität verharrte (vgl. ebd., S.268f) – oder (mit den Worten von Beauvoir) in der Immanenz[1] zurückblieb (vgl. Beauvoir 1992, S. 799ff). Freud, der von einem Penisneid der Frau ausging, sah das Gebären lediglich als dessen Kompensation an und schrieb der Frau einen natürlichen Masochismus zu, indem er der Auffassung war, dass sie die Schmerzen beim Gebären und Stillen als Lust und Freude empfinden würde. Ihre Erfüllung könne die Frau weiters nur in ihren Kindern finden und sie sei die Hauptverantwortliche für das Wohl und Glück des Nachwuchses (vgl. Badinter 1991, S. 268ff). Was hier jedoch vernachlässigt wurde, sind Einflussfaktoren, wie Sozialisation und Erziehung, welche eine nicht unwesentliche Rolle bei der Entwicklung der Geschlechtsidentität spielen. Elisabeth Badinter (1991) versucht in ihrem Werk „Die Mutterliebe. Geschichte eines Gefühls vom 17. Jahrhundert bis heute“ die Mutterrolle als ein Konstrukt zu entlarven. In diesem Sinne beschäftigt sich die vorliegende Seminararbeit u. a. mit der Argumentation Badinters gegen die Natürlichkeit der Mutterliebe. Im Folgenden wird der Frage nachgegangen, wie Weiblichkeit in der ‚westlichen Welt’ konstruiert wird und was dies für die Mutterrolle bedeutet. In Anlehnung an Badinter soll, nach einer Erläuterung wichtiger Grundbegriffe, geklärt werden, ob Mutterschaft als ein Mittel zur sexistischen Unterjochung der Frau fungiert und somit das Verlangen danach ein soziales Konstrukt darstellt, oder ob in der Tat ein weiblicher Instinkt hierfür verantwortlich ist. Es wird aufgezeigt, wie Frauen ihre „Bestimmung als Hausfrau und Mutter“ fanden und was hinter diesem Mythos steckt. Abgeschlossen wird die vorliegende Arbeit mit einer Konklusion über gewonnene Erkenntnisse und einer persönlichen Stellungnahme zu dieser Thematik.

2. Klärung begrifflicher Grundlagen

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der Klärung zentraler Begriffe, die in weiterer Folge häufig Erwähnung finden und soll somit dem besseren Verständnis der vorliegenden Arbeit dienlich sein.

2.1. Weiblichkeit aus feministischer Perspektive

„’Weiblich’ gehört wohl zu den meist missbrauchten Begriffen. Männer […] haben sich seit Jahrtausenden ernsthaft dazu geäussert (!) und tun es heute noch, […] dies oft mit katastrophalen Folgen für Frauen. Es ist kaum mehr als ein Jahrtausend her, seit Geist, Wort und Schrift nicht länger als eigentliche Männerdomäne gelten […]. Viele Frauen unseres Zeitalters beweisen den entwürdigenden Unsinn von männlichen Zuschreibungen wie Materie (Aristoteles) oder Häuslichkeit / Privatheit (Hegel)“ (Brüllmann 2005, S.117).

Zum Verständnis von Weiblichkeit gibt es die unterschiedlichsten Ansichten. Um nur einige zu nennen: Die „Mutter der feministischen Philosophie“ (Young 1989, S.37), Simone de Beauvoir (1949), geht beispielsweise davon aus, dass Weiblichkeit eine Erfindung des Mannes sei. Somit würde die Frau lediglich der Subjektwerdung des Mannes – der Hervorbringung von Männlichkeit – dienen, ihn gleichzeitig jedoch in den Zustand der Immanenz zurückholen. Beauvoir ist der Auffassung, dass es „das Andere“ nicht geben dürfte – es solle demnach nur ein Geschlecht existieren, welches das Stadium der Transzendenz erreichen könne. Sie sieht das Weibliche als ein künstliches Konstrukt an, als etwas, das man abstreifen müsse (vgl. de Beauvoir 1949/1987, S.190ff). Auch „die Hauptvertreterin der Theorie der sexuellen Differenz“ (Stoller 2011, S.11) Luce Irigaray (1979) geht davon aus, dass Männlichkeit stets als die Norm angesehen werde. Anders als Beauvoir, die der Auffassung ist, dass Weiblichkeit jemanden einschränken und eingrenzen würde und dass das Mensch – Sein bloß männlich bestimmt sei, meint Irigaray jedoch, dass das Weibliche überhaupt erst benannt werden müsse. Irigaray legt vor allem Wert auf eine positive Beschreibung des Weiblichen, auf eine Ermöglichung des autonomen weiblichen sexuellen Begehrens. Sie weist darauf hin, dass sich das weibliche Begehren fundamental vom männlichen unterscheiden würde und es daher von großer Wichtigkeit sei, herauszufinden, was die Lust der Frau sei und wie das Weibliche aufgewertet werden könne (vgl. Irigaray 1979, S.22ff), um Geschlechtersymmetrie herstellen zu können. In ihren Werken „Ethik der sexuellen Differenz“ und „I love to you“ plädiert sie zudem dafür, dass eine Liebesbeziehung „den anderen“ nicht zum Gegenstand haben sollte, sondern „es geht in erster Linie um ein Denken der ‚Beziehung zu…’ in der liebenden Hinwendung“ (Stoller 2011, S.11). Auch Iris Young (1989) erhebt Kritik an Simone de Beauvoirs Ansichten von Weiblichkeit. Sie kritisiert die Gleichsetzung von Mensch – Sein mit Männlichkeit; des Weiteren würden in Beauvoirs Analysen gewisse Wertvorstellungen unangetastet bleiben. Rationalität und Macht würden von Beauvoir nicht in Frage gestellt werden. Reproduktive Tätigkeiten würden zudem eine Abwertung erfahren. Young stellt in ihrer Arbeit den Humanistischen Feminismus (Vertreterinnen: z.B. Simone de Beauvoir sowie die meisten Feministinnen des 19. und 20. Jahrhunderts) dem Gynozentrischen Feminismus (Vertreterinnen: z.B. Carol Gilligan, Mary O´Brien, Nancy Hartsock etc.) gegenüber:

„Der humanistische Feminismus definiert Weiblichkeit als die Ursache der Unterdrückung der Frau und verlangt, daß (!) die von Männern getragenen Institutionen auch Frauen den vollen Zugang zu den weltbestimmenden Aktivitäten von Industrie, Kunst und Wissenschaft gewähren. Im Gegensatz dazu stellt der gynozentrische Feminismus den Wert dieser traditionell öffentlichen, männlichen Unternehmungen in Frage. Die Repression der Frau besteht nicht darin, daß (!) sie von ihrer Selbstverwirklichung abgehalten wird, sondern in der Negation und Abwertung spezifisch weiblicher Tugenden und Tätigkeiten durch eine übermäßig instrumentelle und autoritäre männliche Kultur. Weiblichkeit ist für den gynozentrischen Feminismus nicht das Problem; vielmehr ist sie der Ausgangspunkt einer Vision der Gesellschaft und des Subjekts, die nicht nur Frauen, sondern alle Personen befreien kann“ (Young 1989, S.55f).

Vor allem der Sachverhalt, dass die Auffassungen von Weiblichkeit kulturell und sozial geprägt und somit konstruiert sind, ist für die vorliegende Seminararbeit grundlegend. Im Folgenden soll aufgezeigt werden, wie dem weiblichen Geschlecht die Rolle der liebenden Mutter und Hausfrau über Jahrhunderte hinweg unhinterfragt zugeschrieben wurde und welche Rolle dabei das Verständnis von Liebe spielt.

2.2. Liebe aus feministischer Perspektive

„Die Welt der Männer und die der Frauen sind wie Sonne und Mond: Sie sehen sich vielleicht jeden Tag, aber sie kommen nicht zusammen“ (Mammeri zit. n. Badinter 1987, S.77).

Eros, Philia und Agape[2] – dies sind allesamt Begriffe, die ein bestimmtes Grundphänomen menschlicher Erfahrung bezeichnen: die Liebe. Helmuth Kuhn (1975), für den „die Liebeskraft gemeinschaftsbildend ist“ (Kern 2000, S.182), zeigt auf, dass diese Grundbegriffe verwendet werden, um sexuelles Begehren, Freundschaft und Nächstenliebe voneinander differenziert zu betrachten (vgl. Stoller 2011b). Im europäischen Sprachraum fällt zudem auf, dass Liebe ein komplexer Begriff menschlichen Denkens ist: „Im Gegensatz zum Griechischen und zum Lateinischen können in den meisten modernen Sprachen die verschiedenen Formen der Liebe nur durch Hinzufügung von Adjektiven bezeichnet werden, die den Begriff in einer bestimmten Richtung qualifizieren. So reden wir von einer ‚platonischen Liebe’, einer ‚erotischen’ […] oder einer ‚romantischen’“(Aertsen 2009, S. 191). Während jedoch die Sexualität im Rahmen der Gender Studies einen häufig aufgegriffenen und thematisierten Gegenstand darstellt, scheint das Thema Liebe in der wissenschaftlichen Betrachtung im Hintergrund zu verweilen oder mit geschlechtlichem Begehren und sexueller Leidenschaft gleichgesetzt zu werden (vgl. Stoller 2011, S.4). Liebe scheint in der von einer Heteronormativität geprägten ‚westlichen Welt’ bislang ein Gefühl zu sein, das besonders dem weiblichen Geschlecht häufig zugeschrieben wurde. Auf diese Weise versuchte man beispielsweise, die im Zuge der Industrialisierung einsetzende geschlechtsspezifische Arbeitsteilung zu legitimieren, was u. a. die Sozialhistorikerin Karin Hausen (1976) in ihrem Werk „Die Polarisierung der Geschlechtscharaktere – Eine Spiegelung der Dissoziation von Erwerbs- und Familienleben“ veranschaulicht. Daraus geht hervor, dass „Charaktereigenschaften“, wie Passivität, Emotionalität sowie Schwäche den Frauen und Aktivität, Rationalität oder Durchsetzungsvermögen den Männern zugeordnet wurden, um eine Separation in öffentliche und private Sphäre und die damit verbundene Zuständigkeit der Geschlechter für je eine derselben zu rechtfertigen (vgl. Hausen 1976, S.368). Aufgrund ihrer Gebärfähigkeit wurde die Frau nahezu wie selbstverständlich dem Reproduktionsbereich zugewiesen. Marianne Weber (1907) ging hierbei davon aus, dass Frauen somit als Geschlechtswesen und Männer als die zur Kulturarbeit Bestimmten definiert wurden (vgl. ebd., S.369). Die patriarchalen Strukturen sahen es dabei vor, dass das weibliche Geschlecht als „herrschaftsunterworfene Hausfrau“ (vgl. ebd.) dem Mann zu dienen hatte. Als im Zuge der Französischen Revolution die Forderung nach Gleichberechtigung jedoch immer vehementer zunahm, suchte man nach einer neuen Form der Legitimation, um die patriarchale Ordnung aufrecht zu erhalten. In diesem Zusammenhang stieg das Interesse an den vermeintlichen Geschlechtscharakteren deutlich an. Ziel war es nun, Naturbegabungen herauszuarbeiten und die „Bestimmung des Weibes zur Gattin, Hausfrau und Mutter“ (ebd., S.373) zu postulieren. Fichte (1796) ging zudem davon aus, dass die Frau nur über einen einzigen Naturtrieb – die Liebe – verfügen würde. Ihr Trieb sei es somit, „einen Mann zu befriedigen. Liebe ist nach Fichte die völlige Hingabe der Persönlichkeit und konsequenterweise auch die Abtretung allen Vermögens und aller Rechte an den einen und einzigen Mann“ (ebd.). Die Frau wird somit ausschließlich über ihre Familie und ihre mütterlichen Pflichten definiert, was in weiterer Folge, trotz der zuvor propagierten Menschenrechte, zur Privilegierung der Männer in sämtlichen Bereichen führte (vgl. ebd., S.375). Bock und Duden (1976) zeigen in ihrem Text „Arbeit aus Liebe – Liebe als Arbeit: Zur Entstehung der Hausarbeit im Kapitalismus“ zudem auf, dass die Hausarbeit, welche Frauen zu verrichten hatten, als etwas ebenso Natürliches dargestellt wurde wie Sexualität. Hausarbeit, als „labor of love“ (Bock / Duden 1976, S.121) entstamme der Liebe und werde durch Liebe entlohnt (vgl. ebd.). Auf diese Art und Weise wurden spezifische Geschlechtscharaktere verfestigt und als etwas Naturhaftes verbreitet. Die einzige Existenzform der Frau begründete sich mehr und mehr in ihrer vermeintlichen Fähigkeit, Liebe zu geben sowie Mann und Kinder mit Hilfe dieser zu umsorgen. Waren Ehe und Liebe bis ins 18. Jahrhundert noch strikt voneinander getrennt, gab es bis dahin nicht so etwas wie eine „Mutterrolle“ oder gar Kindheit im heutigen Sinne, so änderte sich dies im Zuge des Kapitalismus und führte zu einer „natürlichen Bestimmung“ der Frau als liebende Mutter und begehrende Ehegattin (vgl. ebd. S.133ff.). Auch die Philosophin und Soziologin Elisabeth Badinter (1991) geht der Frage nach, ob es eine Naturhaftigkeit der Mutterliebe gäbe oder ob das Naturargument lediglich dazu verwendet wurde, um Frauen dem Reproduktionsbereich zuzuordnen. Über Jahrzehnte hinweg wurde die Frau stets in ihrer Mutterrolle beschrieben. Feministinnen, wie beispielsweise Simone de Beauvoir, welche eine „authentische Liebe“ zwischen zwei gleichberechtigten Menschen forderte (vgl. Stoller 2011, S.5), zeigten jedoch deutlich auf, dass das, was als natürlich gegeben angenommen wurde, einer soziale Konstruktion zugrunde liegt. Darauf wird im folgenden Kapitel näher eingegangen.

[...]


[1] Anmerkung : Unterscheidung zwischen Immanenz und Transzendenz: Der Zustand der Transzendenz könne laut Simone de Beauvoir nur vom Mann erreicht werden. Dieser Begriff beinhalte Ziele im Lebensentwurf, Pläne, Geistiges, Kulturelles, Selbsterfüllung etc. Immanenz hingegen sei ein Stadium, in dem die Frau verhaftet bleiben würde – ein bloßes Dasein unter Beherrschung des Mannes (vgl. de Beauvoir, 1987).

[2] Anmerkung: Eros (Urheber: Platon): Begehren. Platon beschreibt Eros, den Vermittler zwischen Göttlichem und Menschlichem, als „’eine Begierde nach etwas’, und zwar nach dem Schönen, das mit dem Guten identifiziert wird“ (Aertsen 2009, S.191). „Eros ist eine Liebe von begehrender, egozentrischer Art“ (ebd., S.192). Philia (Urheber: Aristoteles): Freundschaftsliebe. Agape (Urheber: Christentum): Gottesliebe, Nächstenliebe (vgl. Stoller 2011b). Agape bezeichnet die „christliche Gestalt der Liebe […]. Agape ist göttlich in einem zweifachen Sinne: sie steigt von Gott zum Menschen herab und sie wird von Gott dem Menschen geschenkt“ (Aertsen 2009, S.191). Im Hohelied sieht Apostel Paulus die Agape als eine der theologischen Tugenden „’ Glaube’, ‚Hoffnung’ und ‚Liebe’“ (ebd.). Agape wird auch als selbstlose Liebe, die spontan geschieht, angesehen (vgl. ebd., S.192).

Details

Seiten
23
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656028758
ISBN (Buch)
9783656028901
Dateigröße
560 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v180179
Institution / Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz
Note
1
Schlagworte
Gender Sex Konstruktion Mutterliebe Geschlechterforschung Weiblichkeit Elisabeth Badinter Liebe

Autor

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Titel: Die soziale Konstruktion von Weiblichkeit in der ‚westlichen Gesellschaft’ aufgezeigt am Beispiel der Mutterliebe