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Die Finanzierung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung der Schweiz: Vorbild für Deutschland?

Hausarbeit 2011 17 Seiten

Pflegemanagement / Sozialmanagement

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Krankenversicherungsgesetz (KVG) der Schweiz von 1996
2.1 Hintergründe des KVG
2.2 Obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) des KVG

3. Auswirkungen der Finanzierung der obligatorischen Kranken- pflegeversicherung (OKP)
3.1 Finanzierungsbezogene Komponenten der OKP
3.1.1 Ausgestaltung der Kopfprämien
3.1.2 Ausgestaltung der Kostenbeteiligung
3.1.3 Ausgestaltung der Prämienrabatte
3.1.4 Ausgestaltung der Prämienverbilligung
3.2 Sozialpolitische Wirksamkeit der OKP
3.2.1 Stichwort: Solidarität
3.2.2 Stichwort: Kosten

4. Fazit und Schlussbemerkungen

5. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Finanzierungssystem der obligatorischen Krankenpflege- versicherung (OKP) (zur Vervollständigung mit Leistungs- erbringern, Bund, Risikoausgleich) 7

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Kennzahlen für die Solidarität anhand der Prämienverbilligung und der Kostenbeteiligung in der obligatorischen Krankenpflege- versicherung (OKP) zwischen den Jahren 1996 und 2008 mit den prozentualen Veränderungen 12

Tabelle 2: Kennzahlen für die Kosten anhand der Prämien und der Leis- tungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) zwischen den Jahren 1996 und 2008 mit den prozentualen Veränderungen 14

Tabelle 3: Kennzahlen für die Kosten anhand der Gesundheitskosten im schweizerischen Gesundheitswesen und für die schweize- rischen Haushalte zwischen den Jahren 1996 und 2008 mit den prozentualen Veränderungen 15

Tabelle 4: Kennzahlen für die Kosten anhand der Gesundheitskosten pro Kopf und des Anteils der Gesundheitskosten am Brutto- inlandsprodukt (BIP) von OECD-Ländern zwischen den Jahren 1996 und 2008 15

1. Einleitung

Das Gesundheitswesen der Schweiz stößt in Deutschland in der Debatte über eine Reform und die zukünftige Ausgestaltung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf großes Interesse. Vor allem die in der Schweiz im Jahr 1996 mit dem „Krankenversicherungsgesetz“ (KVG) in Kraft getretene „obligatorische Krankenpflegeversicherung“ (OKP) sowie die Neuerungen in ihrer Finanzierung werden hierzulande diskutiert. Dabei stehen die einkommensunabhängigen „Kopfprämien“[1] im Mittelpunkt. Sowohl die mit den Kopfprämien vorzuweisenden Praxiserfahrungen in der Schweiz als auch die als Konzepte vorhandenen Kopfpauschalenmodelle werden in Deutschland von Politik und Wissenschaft debattiert.

Die Debatte der Neuerung der GKV-Finanzierung, um die sich neben der „Kopfpauschale“ auch die Modelle „Bürgerversicherung“ und „Bürgerprämie“ drehen, endete politisch 2007 vorerst mit dem Kompromiss Gesundheitsfonds. Die favorisierten Modelle der damaligen Koalitionsparteien CDU/CSU und SPD stehen sich auch heute noch diametral gegenüber. CDU/(CSU) befürworten die Kopfpauschale. Die SPD sprechen sich für eine Bürgerversicherung aus. Auch die aktuelle Koalition aus CDU/CSU und FDP hat bisher keines der in dieser Debatte diskutierten Modelle (in voller Konzeptionsbreite) umgesetzt. Aufgrund der Parteienkonstellation der Koalition und der im Koalitionsvertrag vereinbarten Zielsetzung einer Einführung von „einkommensunabhängigen Arbeitnehmerbeiträgen“[2] hat das Modell der Kopfpauschale die höchste Aktualität und die besten Umsetzungschancen. Deshalb ist die Frage von Bedeutung, ob das schon seit längerem erörterte schweizerische Prämiensystem ein Vorbild für die GKV ist und ob es sich für eine Umsetzung empfehlen kann.

Nach der Einführung in das KVG (Abschnitt 2) werden die Finanzierungskomponenten der OKP vorgestellt (Abschnitt 3.1). Danach wird die OKP hinsichtlich ihrer sozialpolitischen Auswirkungen analysiert (Abschnitt 3.2),[3] um beantworten zu können, welchen Beitrag die Erfahrungen mit der OKP zur Debatte in Deutschland liefern können (Abschnitt 3.3). Das Ende der Arbeit leiten das Fazit und die Schlussbemerkungen ein (Abschnitt 4).

2. Krankenversicherungsgesetz (KVG) der Schweiz von 1996

Bevor die schweizerische Krankenversicherung im Jahr 1996 durch das „Krankenversicherungsgesetz“ (KVG) reformiert wurde, bestand das „Kranken- und Unfallversicherungsgesetz“ (KUVG) von 1911. Das KUVG beinhaltete ein freiwilliges und privates Krankenversicherungssystem. Wie im KVG wurde die Krankenversicherung im Umlageverfahren und mit einkommensunabhängigen Kopfprämien[4] der Versicherten finanziert. Im Unterschied zum KVG konnten die Prämien nach dem Geschlecht und dem Eintrittsalter in die Versicherung berechnet und somit am Krankheitsrisiko der Versicherten angepasst werden. Mit dem KVG nahm die Krankenversicherung neue Züge an.

2.1 Hintergründe des KVG

Das KVG ist im Jahr 1994 über eine Volksabstimmung mit der Mehrheit von 51,8 Prozent und über die Bundesversammlung beschlossen worden. Im Jahr 1996 trat es in Kraft. Damit ging ein Reformprozess zu Ende mit dem Ergebnis einer Neugestaltung der Krankenversicherung.[5] Die Krankenversicherung wurde nicht komplett reformiert. Einige Systemelemente z.B. die Kopfprämien sind mit veränderter Ausgestaltung vom KUVG übernommen worden. Andere waren eine Antwort auf die im KUVG vorhandenen Schwächen: die Ausgabensteigerungen, die Entsolidarisierung, die Versorgungslücken sowie Probleme mit „managed competition“.[6]

Vor dem Hintergrund der Schwächen verfolgte der Bundesrat in einer Botschaft zur Revision der Krankenversicherung drei sozialpolitische Zielsetzungen mit dem KVG und insbesondere mit der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP):

- Stärkung der Solidarität bei der Finanzierung der Versorgung,
- Dämpfung der Kostenentwicklung und
- Bereit- und Sicherstellung einer qualitativ hohen medizinischen Versorgung.[7]

[...]


[1] Im KVG wird der Begriff „(Kopf-)Prämie“ gebraucht. In der Debatte über eine GKV-Reform hat sich der Begriff „Kopfpauschale“ durchgesetzt. In dieser Arbeit finden beide Bezeichnungen als Synonyme Verwendung, aber so, dass eine thematische Trennung zwischen Schweiz und Deutschland eingehalten wird.

[2] Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und FDP 2009, S. 78

[3] Die zusammen mit Versicherten (Patienten), Krankenkassen (Kostenträger) und dem Staat (Bund, Kantone) systembildenden Leistungserbringer sowie der zwischen den Kassen bestehende Risikoausgleich sind nicht Gegenstand der Arbeit. Es werden die Finanzierungsströme thematisiert, die die Versicherten direkt betreffen (nicht die zwischen Kassen und Leistungserbringern oder zwischen den Kassen). Die Wirkungsanalyse orientiert sich an zwei der drei Kategorien, die die Ziele des KVG repräsentieren: Solidarität und Kosten.

[4] Kopfprämien bestehen in der schweizerischen Krankenversicherung seit dem Jahr 1914. Laut Oggier (2010, S. 44) entsteht in der deutschen Debatte der Eindruck, dass die Prämien mit dem KVG eingeführt wurden.

[5] Seit der Einführung im Jahr 1996 unterlief das KVG mehrere Revisionen. Nach dem Scheitern der zweiten Teilrevision im Jahr 2003 wurde der unbestrittene, verbliebene Reformbedarf im Rahmen einer Gesamtstrategie in Gesetzgebungspakete festgehalten. Die Pakete beinhalten Revisionspunkte, sog. „Botschaften“, zum KVG: Prämienverbilligung etc. Bis heute fanden zu diesen Punkten Veränderungen statt. (vgl. BAG 2010)

[6] Vgl. Bernardi-Schenkluhn 1992 zit. in: Gerlinger 2003, S. 7; BSV 2001, S. 1; S. 1f; Spycher 2004, S. 20

[7] Vgl. BBl 1992 I 93

Details

Seiten
17
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656023319
ISBN (Buch)
9783656023029
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v179740
Institution / Hochschule
Hochschule Neubrandenburg
Note
3,0
Schlagworte
Kopfprämie OKP obligatorische Krankenpflegeversicherung Kopfpauschale Finanzierung Pauschalprämie Gesundheitsprämie

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