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Eine kritische Betrachtung der Auswirkungen von Social Media aus wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht anhand von Unternehmensbeispielen aus der Fitnessbranche

Bachelorarbeit 2011 67 Seiten

Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Methodik der Untersuchung
1.4 Aufbau der Arbeit

2. Die Geschichte des Internet
2.1 Anfänge und Entwicklung
2.1.1 Web 2.0
2.1.2 Social Media

3. Facebook - Das social network
3.1 Geschichte und Entwicklung
3.2 Nutzung von Privatpersonen
3.3 Nutzung von Unternehmen
3.4 Kommunikation zwischen Privatpersonen und Unternehmen

4. Die Fitness-Branche
4.1 Allgemeine Entwicklung des Fitnessmarktes in Deutschland
4.1.1 Anlagen- und Mitgliederentwicklung
4.1.2 Übersicht über den Gesamtmarkt
4.1.3 Entwicklung der Branchenkennzahlen
4.1.4 Ausblick der wirtschaftlichen Situation
4.2 Der Fitness-Boom

5. McFit
5.1 Marktanteile
5.2 Zielgruppe
5.3 Internetpräsenz
5.4 Kundenkommunikation über Facebook
5.5 Auswertung der Umfrage

6. Fitness First
6.1 Marktanteile
6.2 Zielgruppe
6.3 Internetpräsenz
6.4 Kundenkommunikation über Facebook
6.5 Auswertung der Umfrage

7. Kieser Training
7.1 Marktanteile
7.2 Zielgruppe
7.3 Internetpräsenz
7.4 Kundenkommunikation bei Facebook
7.5 Auswertung der Umfrage

8. Gegenüberstellung der Umfrageergebnisse

9. Resümee & Zukunftsvisionen

Literaturverzeichnis

Anhang A: Umfragebogen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Entwicklung der Internetnutzung in Deutschland von 2001 bis 2011

Abb. 2: Kommunikationsbeziehung 1:n Medien

Abb. 3: Kommunikationsbeziehung der n:n Medien

Abb. 4: Google Insights - Suchmaschinenrelevanz der Social Networks

Abb. 5: Die Bedürfnispyramide nach Maslow

Abb. 6: Die Möglichkeiten in Communities

Abb. 7: Anteil der deutschen Internetnutzer, die länger als eine Stunde pro Tag das Internet nutzen in den Jahren 2000 bis 2010

Abb. 8: Vier Freunde beim gemeinschaftlichen Essen mit mobilen Endgeräten

Abb. 9: Welcher Art von Werbung schenkt man am meisten Vertrauen?

Abb. 10: Anlagenentwicklung in Deutschland

Abb. 11: Entwicklung der Gesamtmitgliederzahlen aller Fitnessanlagen in Deutschland

Abb. 12: Entwicklung der Penetrationsquote am Fitnessmarkt

Abb. 13: Übersicht der Anteile der verschiedenen Anlagenformen am Gesamtmarkt

Abb. 14: Entwicklung wichtiger Branchenkennzahlen

Abb. 15: Ausblick auf die wirtschaftliche Situation

Abb. 16: McFit Unternehmenslogo

Abb. 17: Startseite der Homepage von McFit

Abb. 18: Unterer Rand der McFit Homepage

Abb. 19: McFit-Fanpage Startseite auf Facebook

Abb. 20: McFit Resonanz auf Facebook

Abb. 21: Das Fitness First Unternehmenslogo

Abb. 22: Startseite der Fitness First Homepage

Abb. 23: Landingpage von Fitness First auf Facebook

Abb. 24: Das Kieser Training Unternehmenslogo

Abb. 25: Startseite der Homepage von Kieser Training

Abb. 26: Facebook Präsenz von Kieser Training

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: McFit Umfrageergebnisse

Tab. 2: Fitness First Umfrageergebnisse

Tab. 3: Kieser Training Umfrageergebnisse

Tab. 4: Gegenüberstellung aller Umfrageresultate

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

Das Internet hat sich im Laufe der letzten Dekade rasant entwickelt. Neue Anwendungen, Möglichkeiten und Plattformen entstehen und bieten Privatpersonen und Unternehmen grenzenlose Opportunitäten sich zu verbinden, neue Märkte zu schaffen oder ihren Markt weiter zu durchdringen. Im Vergleich zu den klassischen Medien, bei welchen die Zielgruppe nur durch kostenintensives Marketing erreicht werden konnte, scheinen sich die neu entstandenen Plattformen als kostengünstige Alternative anzubieten. Die kontinuierliche Kommunikation auf dieser neuen Ebene ist das Resultat von Social Media Plattformen. Sie sind der Inbegriff für die Kommunikation im world wide web. Jedoch sind die Chancen und Risiken aus gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Sicht kritisch zu betrachten. Ob das Medium seinen Zenit bereits erreicht hat und den Zielen der Menschen und Unternehmen schon gewachsen ist, scheint fraglich. Die damit verbundenen Grenzen, aus unternehmerischer und privater Sicht, sind nicht eindeutig definiert.

1.2. Zielsetzung

In der vorliegenden Arbeit wird die Relevanz von Social Media Aktivitäten anhand der drei Marktführer im Fitness Segment untersucht. Es soll analysiert werden, ob mit der Social Media Plattform Facebook die Zielgruppe erreicht und auf welche Art und Weise mit dieser kommuniziert oder interagiert werden kann. Des Weiteren soll erkannt werden, welche Zielgruppen sich überwiegend mit diesen Plattformen auseinandersetzen. Mit diesem Resultat können Unternehmen dann Strategien entwickeln, welche über diesen Kommunikationsweg eine nachhaltige Markentreue mit den Kunden aufbauen können.

Die Bewertung dieses Prozesses ist von größerer Relevanz, da die Zahl der Unternehmen, welche sich mit den neuen Vertriebskanälen auseinandersetzen, kontinuierlich steigen wird. Ist das Internet als Aufenthaltsort der Zielgruppe lokalisiert, so werden sich die Unternehmen unvermeidbar auf dieser Ebene etablieren müssen, um dort ihre eigene Community zu bilden.

1.3. Methodik der Untersuchung

Die Untersuchung basiert auf vier Stufen.

In der ersten Stufe wird die eigene Internetpräsenz der Unternehmen analysiert. Hier wird darauf geachtet, wie benutzerfreundlich und informativ die Unternehmenswebsite aufgebaut ist und inwiefern Social Media Komponenten eingebaut sind oder auf social networks verwiesen wird.

In der zweiten Stufe wird die Präsenz der Unternehmen auf der social network Plattform Facebook untersucht. Hier wird dabei ein Augenmerk darauf gelegt, inwiefern die Unternehmen mit ihren Mitgliedern kommunizieren und welche Möglichkeiten ihnen hier geboten werden.

Stufe drei erläutert die Ergebnisse einer Umfrage die durchgeführt wurde. An je einem Studio jeder Fitnesskette wurden 100 Personen bzgl. der Themengebiete „Fitness“ und „Social Media“ befragt.

In Stufe vier, werden alle erarbeiteten Ergebnisse gegenübergestellt und interpretiert.

1.4. Aufbau der Arbeit

Die Arbeit ist im Prinzip in fünf Themengebiete aufgebaut.

Im ersten Themenbereich wird die geschichtliche Entwicklung des Internets erläutert. Von den Anfängen, der Grundidee des Erfinders Berners-Lee, über die die Thematik von Web 2.0 bis hin zu den aktuellen Ständen von Social Media.

Das zweite Themengebiet untersucht die social network Plattform Facebook. Hier werden die Entstehung und der aktuelle Stand des social networks behandelt und erläutert, welche Nutzungsmöglichkeiten Privatpersonen und Unternehmen hierin sehen. Des Weiteren wird noch veranschaulicht, inwiefern Unternehmen und Privatpersonen wechselseitig auf Facebook miteinander kommunizieren können.

Themengebiet Nummer drei zeigt eine Analyse der deutschen Fitness Branche. Es wird veranschaulicht, wie sich der Markt in den letzten Jahren entwickelt hat und in welche Richtung der Trend in Zukunft gehen wird. Es werden mögliche Gründe für den enormen Aufschwung dieser Branche aufgeführt und erläutert.

Der vierte Themenbereich analysiert die drei Unternehmen im Einzelnen unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte.

Im fünften Themengebiet werden die verschiedenen Umfrageergebnisse der Unternehmen gegenübergestellt und miteinander verglichen. Ein Resümee kommentiert und schließt die Arbeit als Ganzes ab.

2. Die Geschichte des Internets

Dieses Kapitel soll eine Grundlage für das Verständnis der Thematik von Social Media schaffen. Es bietet einen kurzen Überblick über die Geschichte und die Entwicklung des Internets von den Anfängen bis hin zum aktuellen Stand, um ein Grundverständnis für die folgenden Kapitel zu vermitteln.

2.1. Anfänge und Entwicklung

Bei der Darlegung der Geschichte des Internets, wird hier chronologisch vorgegangen, wobei die Meilensteine der Internetentwicklung überwiegend vom ökonomischen Aspekt her erläutert werden.

Als Vorläufer des heutigen Internets wird das 1969 entwickelte ARPANET gesehen. Die Grundidee war, verschiedene US-amerikanische Universitäten, welche für das Verteidigungsministerium forschten, dezentral miteinander zu verbinden. Das revolutionäre Konzept der Dezentralisierung enthält bis dato die grundlegenden Aspekte des Internets.[1] Mit der Entwicklung des WWW‘s 1989 durch Tim Berners-Lee wurde ein Meilenstein in der Branche erreicht. Dieser hatte die Vision von einem Medium, das den Austausch von Informationen, Daten und Inhalten für jeden Menschen realisierbar machen sollte. Das Besondere an seinem Konzept war, dass jeder Teilnehmer an diesem Netzwerk sowohl Produzent als auch Konsument sein konnte.[2]

1993 wurde der erste Webbrowser, namens „Mosaic“, mit einer graphischen Benutzeroberfläche (GUI) veröffentlicht. Die Weiterentwicklung des „Mosaic“ war der „Netscape Navigator“. Aufgrund seiner Benutzerfreundlichkeit für jedermann sorgte dieser für einen rasanten Aufschwung des Internets.[3] Später kamen noch viele weitere Browser hinzu, wie z.B. 1994 der „Internet Explorer“ von Microsoft und 2004 der „Firefox“ von Netscape.[4]

Viele Unternehmen erkannten Mitte der 90er Jahre, dass das Internet auch wirtschaftlichen Zwecken dienen konnte. Durch den raschen Erfolg der Informationstechnik in der Wirtschaft und Gesellschaft kam es zu einem Internetboom. Dieser Boom wurde mit dem Begriff „New Economy“ betitelt, da sehr viele Anleger in diese Branche investierten, was mit dem absehbaren Aufschwung und dem darauffolgendem Erfolg zu erklären ist.

Ab 1998 wagten viele Firmen und Personen mit traglosen Unternehmenskonzepten Start-Ups, die allerdings nach kürzester Zeit Insolvenz anmelden mussten. Jedoch gab es auch erfolgreiche Unternehmen, die sich auf dem neuen Markt, genannt e-Commerce, behaupten konnten, wie z.B. „eBay“ und „Amazon“. Diese Unternehmen zeigten vorbildlich, dass es auch im e-Commerce nicht nur auf den Preis ankommt, sondern auch Faktoren wie Markenführung, Bekanntheit, Service und Vertrauen für den langfristigen Erfolg im neuen Verkaufsmedium eine wichtige Rolle spielen.[5]

Nach 2002 kam es erneut zu einem Boom bei den privaten Nutzern und einem Aufschwung in den Unternehmen. Im Jahre 2006 kaufte der Marktführer der Suchmaschinen „Google“ das größte Videoportal „YouTube“ für 1,6 Milliarden Dollar auf[6] und 2007 erwarb Microsoft für 250 Millionen US-Dollar 1,6% der Aktien der Social Networking Plattform „Facebook“.[7] Diese riesigen Investitionen in dieser Branche sind leichter nachzuvollziehen, wenn man die Daten der Internetnutzer in Deutschland über den Zeitraum von 2001 bis 2011 in der folgenden Abbildung hinzuzieht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Entwicklung der Internetnutzung in Deutschland von 2001 bis 2011 [8]

2001 waren es noch 37% der über 14-jährigen, die das Internet regelmäßig genutzt haben. Fünf Jahre später, 2006, waren es bereits 58,2%. Die letzte Messung nach weiteren fünf Jahren im Mai 2011 zeigte, dass 74,7% das Internet bereits nutzen. Die Statistik belegt eindeutig, dass das Internetnutzungsverhalten stetig angestiegen ist und voraussichtlich auch noch weiterhin zunehmen wird.

Es ist also nicht zu verkennen, dass große Unternehmen zu Beginn und Mitte der ersten Dekade der Jahrtausendwende wieder in eine ähnliche Aufbruchsstimmung gekommen sind, wie zur oben genannten Zeit der New Economy. Diese „neue“ Zeit, mit den dazugehörigen Netzwerkplattformen wie YouTube und Facebook, wird oft mit dem Begriff „Web 2.0.“ gleich gesetzt. Jedoch teilen sich hier die Meinungen.[9] Zum einen werden damit die neuen Möglichkeiten des Internets verbunden, andere empfinden diese Wahrnehmung als überflüssig und setzen ihn mit dem Web 1.0 gleich, also dem ursprünglichen Web mit seinen Möglichkeiten.

Es scheint demnach eine generelle Unklarheit um den Begriff Web 2.0 zu herrschen, was die Frage aufwirft, wie dieser Terminus entstanden ist und was sich dahinter verbirgt.

2.1.1. Web 2.0

Erstmals taucht der Begriff „Web 2.0“ 2004 bei dem Verleger Tim O’Reilly auf. Nach einer Brainstorming Session stellte man fest, „...dass das Web nicht etwa zusammengebrochen sei. Interessante neue Anwendungsmöglichkeiten und Seiten tauchten mit erstaunlicher Regelmäßigkeit auf und die überlebenden Firmen schienen einige wichtige Dinge gemeinsam zu haben.“[10] O'Reilly beschloss, eine Konferenz ins Leben zu rufen, bei der sich die Partizipienten über die Veränderungen des Webs nach dem Zeitalter der New Economy (Web 1.0) austauschen könnten. Diese Konferenz nannte er „Web 2.0“.[11]

Im Laufe dieser Konferenz stellten Tim O’Reilly und die weiteren Beteiligten fest, dass das Web 1.0 vom Web 2.0 nicht eindeutig abzugrenzen ist. In seinem Artikel „What is Web 2.0“ beschrieb er wie folgt: „Wie viele andere wichtige Konzepte hat Web 2.0 keine genauen Begrenzungen, sondern vielmehr ein Gravitationszentrum. Man kann es als eine Ansammlung von Prinzipien und Praktiken visualisieren, die ein regelrechtes Sonnensystem von Seiten zusammenhalten, die einige oder alle dieser Prinzipien in unterschiedlicher Entfernung vom Zentrum demonstrieren.“ [12] Damit meint O’Reilly, dass nicht alle Seiten im gleichen Ausmaß diese Möglichkeiten nutzen, im Endeffekt allerdings auf irgendeine Art und Weise auf diese neuen Anwendungen zurückgreifen. Wikipedia definiert den Begriff wie folgt: „Web 2.0 ist ein Schlagwort, das für eine Reihe interaktiver und kollaborativer Elemente des Internets, speziell des World Wide Webs, verwendet wird. Hierbei konsumiert der Nutzer nicht nur den Inhalt, er stellt als Produzent selbst Inhalt zur Verfügung. Der Begriff postuliert in Anlehnung an die Versionsnummern von Softwareprodukten eine neue Generation des Webs und grenzt diese von früheren Nutzungsarten ab“. [13] Bei dieser Definition von ist erkennbar, dass bei Web 2.0 die Interaktion und die Kollaboration der Menschen untereinander die wichtigsten Merkmale im Vergleich zu Web 1.0 sind. Tim Berners-Lee, der Begründer des WWW sagte 2006 über den Begriff Web 2.0 in einem IBM-Developer-Works-Podcast, er halte den Begriff für einen „Jargonausdruck, von dem niemand weiß, was er wirklich bedeutet.“. Er vertritt die Ansicht, dass das angeblich „neue Netzverständnis“ letztendlich nichts anderem entspricht als dem ursprünglichen Netzverständnis, das bereits dem Web 1.0 zugrunde lag.

Es könnte angenommen werden, dass das Konzept und die Grundidee von Bernes-Lee dieselbe war wie jene des heutigen Web 2.0, also der Austausch von Informationen, und wo jeder Nutzer gleichzeitig Produzent und Konsument sein kann. Zu seiner Zeit war dies jedoch nicht für jedermann möglich, zumindest nicht so einfach umsetzbar wie heute. Es setzte einen bestimmten Fundus an IT- Wissen voraus um selber einen Content im WWW zu platzieren und die Informationen anderen zu Verfügung zu stellen. Demzufolge waren die Anwendungen zu dieser Zeit nicht gesellschaftsfähig.

Die Technologien, die das Web 2.0 umschreiben, sind keine großartigen Neuerungen im Vergleich zum Internet der ersten Stunde. Web 2.0 umschreibt eher die veränderte Wahrnehmung dieser alt bekannten Techniken.[14]

Daraus folgt, dass es durchaus vergleichbar mit dem Web 1.0 ist. Zwar handelt es sich hierbei um Interaktion und Kollaboration, wie man es dem Ursprungsgedanken von Berners-Lee entnehmen kann, jedoch werden die sozialen und kommunikativen Aspekte in den Hintergrund gestellt. Setzt man aber die Technologien mit der heutigen Benutzerfreundlichkeit, der veränderten gesellschaftlichen Akzeptanz des Internets und der Möglichkeit der sozialen Kommunikation der Nutzer untereinander in Bezug, entsteht daraus der Begriff „Social Media“.

2.1.2. Social Media

Unter dem Begriff Social Media versteht man Dienste und Anwendungen im WWW, welche die Erstellung und Bereitstellung von Informationen in Form von Videos, Bildern und Texten ermöglichen. Der Dialog zwischen den Nutzern dieser Dienste steht hierbei im Vordergrund. Die Internetseite www.onlinemarketing- praxis.de definiert den Begriff wie folgt: „Social Media (deutsch: soziale Medien) ist der Überbegriff für Medien, in denen Internetnutzer Meinungen, Eindrücke, Erfahrungen oder Informationen austauschen und Wissen sammeln.“[15]

Diese Medien ermöglichen den Menschen eine neue Art von Kontakt und bieten eine Verstärkung der zwischenmenschlichen Kommunikation, woraus der Name „Social Media“ resultiert. Voraussetzung für Social Media ist die Social Software, wie Systeme genannt werden, welche die Kommunikation und den Informationsaustausch der Social Media Networks erleichtern und ermöglichen.

Das Interface dieser Anwendungen ist so leicht umsetzbar konzipiert, dass die Nutzer ihre eigenen Inhalte (User Generated Content [UGC]) problemlos publizieren können. Dies hat zur Folge, dass der Nutzer, ohne besondere Programmierkenntnisse, Autor seiner eigenen Veröffentlichungen und Kommentator fremder Beiträge sein kann.[16] Im Vergleich zu Foren, läuft dieser Dialog und Rollentausch im Chat-Format , also zeitgleich, ab.

Die folgende Abbildung (Abb. 2) zeigt das Kommunikationsprinzip der klassischen Medien, bei dem ein Medienanbieter als Produzent den Usern Inhalte anbietet.

Abbildung 2: Kommunikationsbeziehung 1:n Medien[17]

„ 1 :n. Medien ermöglichen einem Sender, die Inhalte an viele Empfänger zu übermitteln. Diese Kommunikationsbeziehung ist typisch für Massenmedien wie Zeitungen, TV, Radio aber auch für klassische Websites.“[18] Hier steht der Interaktionsprozess im Hintergrund. Der Mediennutzer ist klar in der Rezipientenrolle. Ist der Nutzer an einer Interaktion interessiert, ist der Weg meist umständlich (Leserbrief bei Zeitungen, E-Mail oder Kontaktformular bei Websites) und die zu erwartende Antwort wird womöglich eine Wartezeit von Tagen oder womöglich Wochen mit sich ziehen.[19]

Social Media dagegen ist hiermit nicht vergleichbar. Als n:n Medium ermöglicht es die Kommunikation zwischen vielen Sendern und Empfängern. Die auf der Basis von Social Media stattfindende Kommunikation findet somit in einem globalen, öffentlichen Rahmen mit einer persistenten Speicherung der Informationsinhalte statt.[20]

Die klassischen Medienanbieter in der 1:n Kommunikation sind in dem Modell der n:n Kommunikation (siehe Abb. 3) nur Teilnehmer und ihre Beiträge stehen in Konkurrenz zu emanzipierten, öffentlichkeitswirksam kommunizierenden Usern, die sich nicht mehr nur auf die Rolle von Rezipienten reduzieren lassen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Kommunikationsbeziehung der n:n Medien[21]

Social Networks sind sogenannte n:n Medien, die eine ständige Interaktion zwischen Sender und Empfänger ermöglichen.

Die folgende Abbildung (Abb. 4) zeigt die Suchmaschinenrelevanz der Social Networks, also die Häufigkeit der Suchanfragen in Google.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Google Insights - Suchmaschinenrelevanz der Social Networks[22]

Hettler (Social Media Marketing, 2010)

Die orange markierte Kurve zeigt die Relevanz von Facebook im Vergleich zu anderen Networks wie YouTube, MySpace, & Twitter an. Facebook ist, der Abbildung nach, deutlich der meistgesuchte Begriff. Über die Zeitspanne von 2004 bis 2011 hat dieser Begriff sogar das Doppelte an Resonanzen bei der Google­Suche als der Begriff YouTube.

3. Facebook - Das social network

In Anbetracht der notwendigen Begrenztheit dieser Arbeit soll an dieser Stelle lediglich das social network Unternehmen Facebook, als Fallbeispiel herangezogen werden. Facebook ist, wie in Abbildung vier erkennbar, das momentan meistgesuchte und populärste Netzwerk im Internet. Demzufolge eignet es sich sehr gut um herauszuarbeiten, ob die Unternehmen Social Media als ernstzunehmende Aufgabe aufgefasst und dementsprechend umgesetzt haben. In den folgenden Kapiteln wird gezeigt, ob Chancen und Risiken erkannt wurden und wie sich die Unternehmen mit diesem stetig wachsenden social network auseinandersetzen.

3.1. Geschichte und Entwicklung

Für Unternehmen ist es heutzutage unumgänglich, sich mit Social Media, zu beschäftigen. Um diese Hypothese zu festigen, soll nachfolgend die Geschichte und Entwicklung des Social Networks kurz umrissen werden, die die Wichtigkeit dieses Unternehmens eindeutig veranschaulicht.

Am 04.02.2004 gründete der damalige Harvard Student Marc Zuckerberg mit drei weiteren Kommilitonen das Netzwerk Facebook. Ursprünglich war Facebook nur für die dortigen Studenten zugänglich und diente als Kommunikationsmittel für den Campus. Aufgrund seines schnellen Erfolges wurde im Laufe der Zeit das Netzwerk für alle Studenten in den Vereinigten Staaten freigegeben. Nachdem die ersten Expansionsschritte die Anmeldemöglichkeiten auf den High Schools und für Unternehmensmitarbeiter durchgeführt wurden, wurde es gegen Ende des Jahres 22 2006 auch Studenten aus dem Ausland ermöglicht sich anzumelden. Kurz darauf wurde die Seite weltweit für alle Interessenten freigegeben. Die rasante Entwicklung des Unternehmens führte dazu, dass heute 750 Millionen aktive Nutzer zu verzeichnen sind, die Website in 74 verschiedenen Sprachen weltweit übersetzt wurde und ein jährlicher Umsatz von 2 Milliarden US-Dollar verzeichnet ist. [23] Allein in Deutschland sind 47% der Internetnutzer (ab 14 Jahren) bei Facebook angemeldet und tragen dazu bei, dass es als das mit Abstand beliebteste social network berühmt ist. [24]

Da sich immer mehr Menschen auf dieser Plattform aufhalten, ist die Seite nicht nur für Privatpersonen interessant, sondern auch Unternehmen sehen hier Chancen, ihre Zielgruppe anzutreffen und zu kontaktieren. Die Nutzung für Privatpersonen und für Unternehmen ist zu unterscheiden, da diese Gruppen mit der Anmeldung und den Aktivitäten auf Facebook unterschiedliche Absichten verfolgen.

3.2. Nutzung von Privatpersonen

„Jedermann wird zugestehen, dass der Mensch ein soziales Wesen ist. Wir sehen es in seiner Abneigung gegen Einsamkeit sowie seinem Wunsch nach Gesellschaft über den Rahmen seiner Familie hinaus.“[25]

Dieses Zitat von Charles Darwin beschreibt den natürlichen Drang des Menschen sozial aktiv zu sein. Der Mensch braucht gesellschaftliche Kontakte, irrelevant ob on- oder offline, um zu überleben. Auch Maslow zeigt in seiner Bedürfnispyramide (siehe Abb. 5), dass sich auf Stufe drei und vier soziale Bedürfnisse und Ich- Bedürfnisse befinden, die also den Hauptteil des menschlichen Lebens bilden. Aufgrund der Tatsache, dass im Sozialstaat Deutschland die ersten zwei Stufen der Maslowschen Pyramide gesichert sind, verbringt der Großteil der Bevölkerung seine Zeit damit, sich mit den in Stufe drei und vier bezeichneten Bedürfnissen zu beschäftigen und sie zu verwirklichen (Stufe fünf wird hier außer Acht gelassen, da es sich hierbei um Selbstverwirklichung und innere Glückseligkeit handelt).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Die Bedürfnispyramide nach Maslow[26]

Social Media Plattformen wie Facebook vereinfachen und verstärken die Kommunikation und das soziale Leben der Menschen in der virtuellen Welt des Internets.

Um dies zu verdeutlichen, zeigt die folgende Abbildung (Abb. 6) eine Statistik, welche veranschaulicht, welche Faktoren letztendlich verantwortlich dafür sind sich in Internetgemeinschaften anzumelden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Die Möglichkeiten in Communities[27]

„Menschen haben widersprüchliche psychologische Bedürfnisse: Einerseits brauchen sie persönlichen Freiraum, in dem sie allein sein können, andererseits wollen sie Teil einer Gemeinschaft sein, in der sie von anderen geschätzt werden. Deshalb sind sie bereit, online offene Tagebücher zu führen, um Kontakt zu halten und ihr Grundbedürfnis nach Akzeptanz zu befriedigen.“ [28] Mit dem Grundbedürfnis nach Akzeptanz deutet Qualmann auf das Feedback der Freunde, auf jene Einträge, die im social network veröffentlicht werden, hin. Wird viel miteinander interagiert, fühlt sich der Mensch sozial akzeptiert und anerkannt.

Die Interaktion und Kommunikation auf der Online Ebene zwischen Fremden, Freunden und Bekannten wird durch solche Systeme geradezu beflügelt.

Es sei dahin gestellt, ob diese extreme Entwicklung für die Gesellschaft langfristig gesehen von Nutzen ist, oder ob das gesellschaftliche Leben zu stark beeinträchtigt wird, da viele Menschen ihr reales Leben gegen eine virtuelle Welt austauschen und die Kommunikation überwiegend nur noch auf dieser Ebene stattfindet.

Über diese Seiten kann man schneller, einfacher und kostengünstiger Kontakte pflegen, alte Bekanntschaften wieder aufleben lassen und unkomplizierter Treffen organisieren. Ist man z.B. unterwegs, kann man mittels des Lokalisierungstools von Facebook sehen, wer sich von seinen Freunden in der Nähe befindet, was eine mögliche Verabredung vereinfacht.

Durch Social Networks kann man auch sein Image und seine gesellschaftliche Stellung im Sinne einer „Eigen PR“ verbessern. „Die gelegentliche Angeberei im Pausenzimmer hat sich zu einem permanenten Aufplustern in Echtzeit gewandelt. Was würden Sie lieber posten: „Gucke gerade eine Wiederholung der „Verbotenen Liebe“ oder „Bin gerade in Grindelwald mit dem Hubschrauber auf den Eiger und mit dem Snowboard runtergebrettert!“ So schafft man sich ein Image, verma rktet sich selber. Für die Gesellschaft ist dies gut. Menschen denken gründlicher über ihre Rollen in der Gemeinschaft nach und stellen sich der Frage früher, was sie eigentlich mit ihrem Leben anfangen wollen, anstatt erst Jahre später einer vergeudeten Jugend nachzutrauern.“ [29]

[...]


[1] Vgl. Wikipedia (Arpanet), (keine weiterführende Quelle verfügbar) letzter Zugriff 30.07.2011

[2] Vgl. Hettler (Social Media Marketing, 2010) S.1

[3] Vgl. Hettler (Social Media Marketing, 2010) S.1

[4] Vgl. Wikipedia (Webbrowser), (keine weiterführende Quelle verfügbar) letzter Zugriff 02.08.2011

[5] Vgl. Hettler (Social Media Marketing, 2010) S.2

[6] Vgl. diezeit.de (Google kauft YouTube, 2006)

[7] Vgl. connect.de (Microsoft kauf Facebook-Anteile, 2007)

[8] Statista.de (Entwicklung der Internetnutzung in Deutschland in den Jahren 2001 bis 2011)

[9] Vgl. Hettler (Social Media Marketing, 2010) S.2

[10] Oreilly.de (Was ist Web 2.0)

[11] Vgl. Hettler (Social Media Marketing, 2010) S.2

[12] Oreilly.de (Was ist Web 2.0)

[13] Wikipedia (Web 2.0), (keine weiterführende Quelle verfügbar) letzter Zugriff 03.08.2011

[14] Vgl. Hettler (Social Media Marketing, 2010) S.11

[15] Onlinemarketing-praxis.de (Social Media), letzter Zugriff 04.08.2011

[16] Vgl. Behrens (Social Media als Bestandteil des Online-Marketing-Mix, 2010) S.10

[17] Hettler (Social Media Marketing, 2010)

[18] Vgl. Hettler (Social Media Marketing, 2010) S.16

[19] Vgl. Hettler (Social Media Marketing, 2010) S.16

[20] Hettler (Social Media Marketing, 2010) S.17

[21] Hettler (Social Media Marketing, 2010)

[22] http://www.google.com/insights/search/ (Gesucht nach: Facebook, YouTube, MySpace & Twitter) letzter Zugriff 08.08.2011

[23] Wikipedia (Facebook), (keine weiterführende Quelle verfügbar) letzter Zugriff 05.08.2011

[24] Bitcom.org (Die Top-10 der Online-Communitys) letzter Zugriff 05.08.2011

[25] Bk-Luebeck.de (Charles Darwin) letzter Zugriff 05.08.2011

[26] http://dialogmarketing.anarcho-versand.de/wp-content/uploads/2011/03/maslow.gif

[27] http://kefk.org/bilder/viele_moeglichkeiten_in_communities_bitkom

[28] Qualmann (Socialnomics, 2010) S.20

[29] Qualmann (Socialnomics, 2010) S.59

Details

Seiten
67
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656022244
ISBN (Buch)
9783656022251
Dateigröße
1.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v179692
Institution / Hochschule
Mediadesign Hochschule für Design und Informatik GmbH München
Note
2,3
Schlagworte
eine betrachtung auswirkungen social media sicht unernehmensbeispielen fitnessbranche

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