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Die 5 Rhythmen von Gabrielle Roth. Erarbeitung mit den Mitteln der Rhythmik für Volksschulkinder

Unterrichtsentwurf 2003 33 Seiten

Musikwissenschaft

Leseprobe

1. TEIL: DIE PÄDAGOGISCHE RHYTHMIK NACH DALCROZE

Geschichte und Wesen der pädagog. Rhythmik nach Dalcroze

Die Rhythmisch-musikalische Erziehung – oft einfach kurz "Rhythmik" genannt – geht in ihrer heutigen Form auf den Schweizer Emile Jaques Dalcroze (1865 – 1950) zurück. Er entwickelte sie zu Beginn des 20.Jahrhunderts aus der Musikerziehung heraus zu einer allgemeinen, den ganzen Menschen umfassenden Erziehungsmethode, die er anfangs "Rhythmische Gymnastik" nannte. Er wollte dadurch den musikalischen Schulunterricht reformieren, da er der Meinung war, „ein wahrhafter Pädagoge müsse zugleich Physiologe, Psychologe und Künstler sein“. (vgl. Zuckrigl, 1994, S.11)

Die Rhythmisch-musikalische Erziehung ist mit ihrer Verbindung von Bewegung, Musik und Sprache komplex und mehrdimensional angelegt, sowohl in ihrer Arbeitsweise als auch in ihren Wirkungen: (vgl. Sommer, 02)

Motorische Dimension: Die Rhythmik arbeitet mit den vielfältigen Möglichkeiten der menschlichen Bewegung. Auf Bewegung baut sie auf. Damit kommt sie dem natürlichen Bewegungsbedürfnis entgegen und regt neben geistig-seelischen auch körperliche Funktionen an wie Kreislauf, Atmung oder Stoffwechselvorgänge; darüber hinaus kann sie psychisch und körperlich entkrampfen und entspannen.

Sensorische Dimension: Bewegung und Wahrnehmung stehen dabei in einer engen Wechselbeziehung, in der die Bewegung durch Wahrnehmung immer besser geführt und kontrolliert, aber auch die Wahrnehmung durch den Bewegungseinsatz differenzierter und sensibler wird, vorwiegend in den akustischen, optischen, taktilen, haptischen und kinästhetischen Bereichen.

Affektive Dimension : In den sensiblen Aktionen der einzelnen Übungen wachsen Behutsamkeit und Sorgfalt, aber auch Selbstvertrauen, Selbstsicherheit, Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein und korrigiert sich auf der Basis handelnder Erfahrung die Selbsteinschätzung. Wenn die Übungen reizvoll und dem Lern- und Entwicklungsstand angemessen sind, machen sie Freude.

Kognitive Dimension: Auf der Basis handelnder Erfahrung entwickeln sich Begriffe, Denkfähigkeit, Wissen, Bewußtsein und Können.

Sozial-kommunikative Dimension: Die Übungen vollziehen sich in der Regel in und mit einer Gruppe und sind oft auf einen Partner bezogen. Hier werden viele Formen der Kooperation und Kommunikation angeregt und geübt.

An dieser Auflistung ist leicht zu erkennen, dass die Mehrdimensionalität der Rhythmik der enormen Komplexität der menschlichen Persönlichkeit und ihrer Entwicklung voll entspricht. Genau darin liegt für mich die Stärke und Faszination der Rhythmik.

Mittel der Rhythmik (vgl.Witoszynski, 1989, S.17ff)

1. Bewegung:

Basierend auf dem Grundgedanken der Rhythmik, dass der Mensch ein ganzheitliches Wesen ist, geht sie davon aus, dass die körperliche Verfassung mit der psychischen in enger Wechselbeziehung steht. Durch das spontane Sich-Bewegen des Kindes im Raum, mit Gegenständen, mit Partnern und mit der Gruppe werden mehrere Sinneskanäle gleichzeitig beansprucht, wodurch eine intensive Verarbeitung der Reize gewährleistet ist und motorische, affektive und kognitive Lernprozesse gefördert werden.

Bewegung in der Rhythmik kann:

- Körpergefühl und Körperbewusstsein entwickeln helfen
- muskuläre und in Folge auch psychische Spannungen lockern und lösen
- die Reaktions- und Koordinationsfähigkeit entwickeln
- die Feinmotorik und den Umgang mit dem Gleichgewicht üben
- die Muskulatur kräftigen und Haltungsfehler vermeiden
- den Körper als Instrument für individuellen Ausdruck aufbereiten

2.Musik:

Eine der ersten Schülerinnen von Dalcroze, Maria Scheiblauer, sagte: "Allein schon durch das Anhören von Musik werden im Zuhörer Bewegungsvorstellungen ausgelöst...Kann sich der Mensch gleichzeitig bewegen, so bilden sich dadurch seine motorischen und sensorischen Fähigkeiten aus."

Musik in der Rhythmik kann:

- körperliche Bewegung auslösen
- Bewegung in Tempo und rhythmischer Gliederung beeinflussen
- Bewegungsverläufe formal gliedern und abschließen
- Bewegungsfantasie wecken
- Vorstellungsinhalte und Assoziationen auslösen
- die Bereitschaft zum Kontakt mit der Umwelt wecken
- psychische Störungen motorisch ableiten
- entspannen oder aktivieren.

3. Sprache und Stimme:

Das Medium Sprache in Form einfacher Lautverbindungen, Silben, Wörter und Sätze, in Form von Reimen und Gedichten, Liedern, Geschichten und Märchen leistet ebenfalls einen enormen Beitrag zur ganzheitlichen Entwicklung des Kindes.

Sprache und Stimme in der Rhythmik kann:

- den individuellen Wortschatz erweitern
- die Begriffsbildung fördern
- den sprachlichen Ausdruck und den Sprachrhythmus sensibilisieren
- die Koordination von Sprache und Bewegung bewirken
- sprachliche und körperliche Ausdrucksmöglichkeiten differenzieren lernen
- Freude am Spielen und Experimentieren mit Sprache und Stimme gewinnen
- den Zugang zu zeitgenössischer Sprachgestaltung und Musik der Avantgarde eröffnen

4. Materialien:

Nicht selten werden (Hand-)Geräte wie Seile, Reifen, Bälle, Stäbe, Bänder, Kugeln, sowie Klanghölzer, Trommeln und andere Rhythmus- bzw. Musikinstrumente in die Übungen einbezogen; jeder manipulierbare Gegenstand kann Gerät im Sinne rhythmischer Übungen werden. Von Geräten geht oft eine starke Faszination aus; sie können durch ihr Aussehen, ihre Eigenschaften und Manipulationsmöglichkeiten faszinieren und über diese Faszination stimulieren, emotional und kommunikativ lösen, entspannen, befreien und zu kreativem Handeln anregen. Sie können zur Entfaltung von Selbsttätigkeit, Selbstkontrolle und Selbständigkeit einen wichtigen Beitrag leisten und die Grundlage für Sachkompetenz legen; ebenso können sie Symbol, aber auch Anreger und Mittler für kommunikative Prozesse werden.

Elemente von Bewegung und Musik : Zeit– Kraft– Raum– Form:

Raum und Zeit werden erlebend und gestaltend in die Übungen einbezogen, u.a. als Medien zur sensiblen Feinsteuerung der Motorik: der Raum in vielfältigen grob und feinmotorischen Aktionen, die Zeit als erlebter und gestalteter Rhythmus, als Musik-, Bewegungs- und Sprachrhythmus. Rhythmus ist "gestaltete Zeit". (Prof. Dr. A.Sommer)

(Abb. vgl. Witoszynskyj, 1989, S. 23)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Verhaltensprinzipien des Rhythmikers:

- Den Menschen in seiner Entwicklung dort abholen, wo er gerade steht,

Orientierung an den emotionalen Bedürfnissen der Klienten

- Beachtung der Ganzheitlichkeit (LEIB – SEELE – GEIST) des Menschen und

Förderung aller drei Bereiche (motorischer und sensorischer, sozial-emotionaler und kognitiver Bereich) è immer alle Übungsbereiche miteinbeziehen, auch wenn jeweils EIN bestimmter Schwerpunkt Ausgang und Ziel der Übung ist

- Impulse geben für individuelle Erlebnisse, Erfahrungen, Erkenntnisse und Einsichten
- Kein Leistungsdruck
- Wechsel von Spannung und Entspannung
- Divergentes Lösungsverfahren
- Verschiedene Sozialformen: Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit

Besonderheit der Rhythmik: Der individuelle Aspekt

Das Großartige an der Rhythmik ist das große Spektrum an Möglichkeiten zur individuellen Umsetzung. Jede/r Rhythmiker/in hat seine persönliche Art der Gestaltung von rhythmischen Einheiten, die Umsetzungsmöglichkeiten der Prinzipien sind unendlich. Gerade darin kann aber für viele auch eine Schwierigkeit liegen. Es ist oft einfacher, sich einer klar definierten, abgegrenzten Arbeit (z.B. Jazzdance) zuzuwenden als sich auf das weite, nur durch seine Elemente (Zeit-Kraft-Raum-Form) begrenzte Feld der Rhythmik hinauszuwagen. Schafft man jedoch den Schritt ins Abenteuer der freien Rhythmik, werden die persönlichen Erfolgserlebnisse und die positiven Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder umso größer und zahlreicher sein.

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass genau diese Problematik für mich das größte Lernpotential des gesamten, hier vorgestellten Rhythmik-Projektes beinhaltete. Da ich es bevorzugt hatte, ein zwar sehr komplexes, aber doch komplett vorgegebenes Programm für mein Rhythmik-Projekt auszuwählen (nämlich die

"5 Rhythmen von Gabrielle Roth"), fiel es mir anfangs nicht leicht, alle rigiden Strukturen hinter mir zu lassen und das gesamte Thema im weiten Feld der individuellen und freien Rhythmik zu erarbeiten. Ich denke, dass sich meine inneren Einstellungen und Erfahrungen der Rhythmik durch die Monate hindurch kontinuierlich verändert und weiterentwickelt haben (angefangen bei der Wahl des Projektthemas, über die Planung und Durchführung der Rhythmik-Einheiten hin, bis zur Nachbereitung und schriftlichen Endfassung dieser Arbeit) und auf weite Bereiche meines Lebens Einfluss genommen haben.

Ein großes, von Herzen kommendes Dankeschön gebührt deshalb meiner Rhythmik-Lehrerin Brigitte Weissmann, die mich durch den gesamten Entwicklungsprozess geduldig begleitet hat.

2. TEIL: DIE "5 RHYTHMEN" VON GABRIELLE ROTH

(Alte Sufi-Weisheit)

Gabrielle Roth:

Gabrielle Roth ist Tanzlehrerin, Schamanin und Philosophin. Zur Zeit unterrichtet sie Experimentaltheater in New York. Gabrielle Roth ist Begründerin der "5 Rhythmen" und hat vor einigen Jahren eine Schule ins Leben gerufen - The Moving Center School in Mill Valley, Kalifornien. Mittlerweile werden die "5 Rhythmen" weltweit von ausgebildeten Lehrern unterrichtet; in Wien ist es Claudia Pichler, die auch mich in diese Art des Tanzens einführte.

Das Ziel der "5 Rhythmen" ist es, durch Körperbewegung die jedem Menschen innewohnenden Heilprozesse in Gang zu bringen, die schöpferische Kraft freizusetzen und uns zu einem tieferen Bewusstsein zu führen.

"Wenn wir den Körper befreien, beginnt sich
das Herz zu öffnen. Wenn der Körper und das
Herz den Geschmack von Freiheit verspüren,
mag der Geist nicht nachhinken. Und hast du
die Psyche erst einmal in Bewegung gebracht,
so wird sie anfangen, sich selbst zu heilen."

(Gabrielle Roth, Leben ist Bewegung)

Die "5 Rhythmen" (vgl. http://www.ecstatic-dance.de)

Die 5 Rhythmen umfassen eine einfache Bewegungspraxis mit dem Ziel, den Tänzer, der in jedem Körper lebt, hervortreten zu lassen. Unabhängig von Form, Größe, Alter, Einschränkungen und Tanzerfahrung. Den eigenen Tanz zu finden heißt, sich selbst zu finden, mit seiner ganzen Kreativität und Beweglichkeit. Bei all ihrer Einfachheit hat die Praxis der 5 Rhythmen die Kraft, tiefe Heilung und kreativen Ausdruck auszulösen.

“Setze die Psyche in Bewegung und sie wird sich selbst heilen.“ (Gabrielle Roth)

Die 5 Rhythmen sind Flowing, Staccato, Chaos, Lyrical und Stillness. Zusammen bilden sie „the wave“ (die Welle), eine Bewegungsmeditation. Dabei geht es nicht darum, bestimmte Schrittfolgen zu tanzen. Jeder Rhythmus ist ein eigenes Energiefeld, in welchem jeder Tänzer einen eigenen Ausdruck findet und gestaltet. Jeder Rhythmus ist ein Lehrer: Wir begegnen verschiedenen und manchmal unbekannten Aspekten von uns je weiter sich unser Tanz entwickelt und sich unsere Praxis der 5 Rhythmen vertieft.

Die Rhythmen sind das Fundament von Gabrielle Roths Lehre, einer Reihe von heilenden „Landkarten“ ("maps") für den Körper, das Herz, den Verstand (mind), die Seele und den Geist (spirit). Diese Landkarten sind hilfreich auf dem lebenslangen Weg der Selbsterkenntnis und sind in Gabrielles Büchern ausführlich beschrieben

Warum die Zahl 5 ?:

Füße, Hände und Kopf bilden fünf Punkte, die unsere Teile mit dem Ganzen verbinden. Das Leben läuft ebenfalls in einem Fünfer-Rhythmus ab (Geburt – Kindheit – Pubertät – Reife – Tod) und auch in vielen unserer Alltagsrhythmen können wir das Fünfer- Prinzip beobachten (z.B. Sex: Vorspiel – Leidenschaft – Kontrollverlust, Orgasmus – Schwelgen in lyrischem Zustand – sinnliches Nachglühen in Stille; Geburtswehen: sanfte Bewegungen der Gebärmutter – starke Kontraktionen – umfassende Schmerzen – Presswehen, die das Kind herausdrücken und Freude durch jede Körperzelle jagen – Stille).

In ihren zwei Büchern ( Totem – Gelebter Schamanismus, Leben ist Bewegung) fasst Gabrielle ihre Erkenntnisse zusammen und gliedert sie in fünf Tanzrhythmen, welche fünf Ebenen des Bewusstseins (Körper, Herz, Seele, Verstand, Geist) und verschiedenen Archetypen entsprechen (vgl. unten).

1. Flowing: fließend, weiblich, weich und rund

Bewusstseinsebene: Körper

Archetypen: Mutter, Geliebte, Madonna

"Im Rhythmus Flowing entspannt sich mein Körper, wird flexibel und fließend. Ich verbinde mich mit der weiblichen Kraft der Erde und verschmelze zu einer Einheit. Ich folge dem Strom des Lebens und Sinnlichkeit und Wärme durchfluten meinen Körper.
Mein Körper bewegt sich in Kreisen, meine Füße werden zu Wurzeln, die sich mit der Erde verbinden. Ich bewege mich auf dem Boden. Langsam fängt mein Körper an, sich von selbst zu bewegen, ohne mein Zutun."(vgl. http://www.ecstatic -dance.de)

Der fließende Rhythmus lehrt Beweglichkeit und Anmut. (vgl. Roth/ Arrien, 1989, S. 9)

2. Staccato: zielgerichtet, männlich, abgehackt

Bewusstseinsebene: Verstand

Archetypen : Vater, Sohn, Heiliger Geist

Der Staccato-Rhythmus lehrt Abgrenzung und Klarheit. (vgl. Roth/ Arrien, 1989, S. 9)

3. Chaos: Vereinigung von Männlich und Weiblich in wogender Ekstase

Bewusstseinsebene : Herz

Archetypen : Künstler, Liebender, Suchender

"Flowing und Staccato treffen aufeinander und schaffen das Chaos. Die Musik wird wild und unregelmäßig der Rhythmus. Ich lasse meinen Körper los und gebe mich dem Chaos hin.

Meine Füße bewegen sich abwechselnd von links nach rechts, der Tanz passiert ganz mühelos, ohne Anstrengung. Ich schwitze und gerate in Ekstase, Intensität liegt in der Luft.
Das Chaos steht auch für die Leere, vor der viele Menschen Angst haben. Die Leere ist ein Vakuum, aus der Neues entsteht und ist das Reich der Kunst. Es ist die Reise ins Unbekannte."(vgl. http://www.ecstatic -dance.de)

Der Rhythmus des Chaos ist eine Manifestation von Kreativität auf der Suche nach Form. (vgl. Roth/ Arrien, 1989, S. 9)

4. Lyrical: beschwingte Leichtigkeit

Bewusstseinsebene: Seele

Archetyp: Shapeshifter

"Lyrical sind die Nachwehen von Chaos. Ich tanze mich in eine beschwingte Leichtigkeit, fühle mich fröhlich und entspannt. Meine Füße heben sich empor und die Schritte werden leichter. Ich tanze auf den Zehenspitzen und könnte hüpfen vor Freude."(vgl. http://www.ecstatic -dance.de)

Der lyrische Rhythmus lehrt Synthese und Integration. (vgl. Roth/ Arrien, 1989, S. 9)

5. Stillness: der innere Tanz

Bewusstseinsebene : Geist

Archetyp: Alchemist

"Ich bewege mich fast wie in Zeitlupe durch den Raum. Meine Bewegungen sind anmutig und fast subtil. Ich genieße diesen Rhythmus sehr, weil er mich ganz auf mich selbst zurückwirft. Je mehr ich in den anderen Rhythmen geschwitzt habe, desto intensiver die Stille. Stillness ist wie ein Gebet. Stillness ist Nahrung für die Seele. Langsame Bewegungen enden in vollkommener Stille. Meditation."

(vgl. http://www.ecstatic -dance.de)

Der Rhythmus der Stille lehrt Einfachheit und Frieden. (vgl. Roth/ Arrien, 1989, S. 9)

Die Entstehung der "5 Rhythmen"

Um Geld für das College zu verdienen, gab Gabrielle Roth bereits in sehr jungen Jahren Kindern und alten Leuten in verschiedenen Freizeiteinrichtungen Unterricht in Tanz und Schauspiel. Schnell erkannte sie, dass nicht SIE die wahre Lehrerin war, sondern ihre Schüler selbst. Sie lehrten Gabrielle Roth zu führen, indem sie folgte. Es war unmöglich, 300 Kinder auf einem Spielplatz oder 50 Senioren zu „kontrollieren“. Jeder einzelne lebte in seiner eigenen Welt und mit seinen festen Vorstellungen. Gabrielle Roth konnte ihre sorgfältig ausgearbeiteten Pläne oft nicht umsetzen, sondern musste all ihre Ideen fallen lassen und ganz spontan Bewegung und Tanz aus der Energie heraus schaffen, die im Raum oder auf dem Spielplatz vorhanden war. Sie musste die Menschen dort abholen, wo sie waren.

(vgl. Roth 1989, S. 24 f)

In jener Zeit, während Gabrielle Roth auf die Bewegungen ihrer Klienten achtete, auf die abrupten Änderungen in der Intensität und im Stil, stieß sie das erste Mal auf die Rhythmen, durch die Energie fließt. Besonders die Kinder wechselten ständig den Rhythmus, und Gabrielle Roth musste sich auf sie einstellen. Sie schreibt dazu: „Eine Minute lang erzählte ich ihnen eine Geschichte, im nächsten Moment dachte ich eine neue Variante von Fangen aus, dann musste ich erklären, warum sich zwei Hunde aneinander festklammerten, bald darauf fungierte ich als Schiedsrichter bei einem Baseballspiel und dann musste ich ein weinendes Kind trösten.“(Roth, 1989, S. 24 f)

[...]

Details

Seiten
33
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638224024
ISBN (Buch)
9783638645393
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v17968
Note
sehr gut
Schlagworte
Rhythmen Gabrielle Roth Erarbeitung Mitteln Rhythmik Volksschulkinder

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