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Gottlob Freges Semantik. Über Sinn und Bedeutung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2003 28 Seiten

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Der Aufsatz

3. Die Identität

4. Namen – Sinn und Bedeutung
4.1. Eigennamen und Sinn
4.2. Sinn ohne Bedeutung
4.3. Vorstellung, Sinn, Bedeutung und Verknüpfung
4.4. Zahlen – Sinn, Bedeutung

5. Sätze – Sinn und Bedeutung
5.1. Der Sinn des Satzes
5.2. Die Bedeutung des Satzes

6. Abschluss, Kritik und Ausblick

7. Literatur

Andere Beschäftigungen und Mangel an Kraft [...][1]

1. Einleitung

Wir wissen nicht, ob Wolfgang Grams, als er 1993 in Bad Kleinen erschossen wird, weiß, dass er dort 68 Jahre nach Gottlob Frege stirbt. Frege, der "Aristoteles von Mecklenburg-Vorpommern",[2] der Großvater der modernen Logik, der Vater der Sprachphilosophie, der selbst nie eigene Kinder hatte, wird mit unterschiedlichsten Prädikaten bezeichnet – "analytic philosopher", "rationalist", "neokantian“, "platonist" "neophytagorean",[3] wie sie etwa Wolfgang Carl aufzeigt. Obwohl Frege mit philosophischen Größen seiner Zeit wie Russell und Wittgenstein in Kontakt steht, wird seine Philosophie zunächst, vor allem im deutschen Raum, geringgeschätzt oder gar ignoriert. Die Differenz von Geltung zu Lebzeiten und posthumer Wirkung – ist fast tragisch zu nennen. Doch sein schmales Werk gewinnt mit der Ausdehnung der analytischen Philosophie im 20. Jahrhundert großen Einfluss. Fragen nach Sprache und ihrem Verstehen erlangen in der Metaphysik neuen Stellenwert. An der paradigmatischen Wende hin zur Sprachphilosophie hat Frege wesentlichen Anteil. In seinem Streben, die Beziehungen zwischen Gedanken, Sprache und Welt darzustellen, ist ihm erstmals seit Aristoteles, in Logik und Semantik ein Durchbruch gelungen. Ihn interessiert es, die Struktur des Denkens zu begreifen, was es heißt, Sprache zu verstehen, was Wahrheit ausmacht, was Zahlen darstellen. Obwohl oder weil seine Fragestellungen sowohl psychologischer als auch philosophischer und mathematischer Natur sind, finden seine Schriften zunächst nur begrenzte Rezeption, und sein Stil, der Distinktion und Präzision vor pathetischen Gestus stellt, stößt im wissenschaftlichen Umfeld auf Befremdung. Wenn Frege auch in seinen semantischen Studien großen Wert auf unbedingte Kohärenz legt und sich bemüht, auf unsinnige Spekulationen und falsche Ambitionen zu verzichten, so ist er doch kein Systemdenker im eigentlichen Sinne, sein Philosophieren mehr ein Streben, das bereit ist, Irrungen einzugestehen und neue Wege zu gehen. So stellt sein Aufsatz Über Sinn und Bedeutung eine Abwendung von der Begriffsschrift dar. In ihm entwirft er einen „Urtext der modernen Semantik“[4]

Man macht sich leicht unnötige Sorgen über die Ausführbarkeit der Sache[5]

2. Der Aufsatz

Grundlegende semantische Fragen wie „Was sind die Bedeutungen von Zeichen und sprachlichen Ausdrücken“ und „Wie unterscheidet sich die Bedeutung von Begriffswörtern, Prädikaten, Namen, Sätzen?“ versucht Frege in den Aufsätzen Funktion und Begriff, Über Begriff und Gegenstand und Über Sinn und Bedeutung, die in den Jahren 1892/93 erscheinen, neu zu beantworten. In ihnen revidiert Frege Auffassungen der Begriffsschrift und der Grundlagen der Arithmetik und gelangt von früheren Unklarheiten und Unstimmigkeiten auf den semiotischen Ebenen zur Unterscheidung von Sinn und Bedeutung sowie zur Differenzierung des beurteilbaren Inhalts in Gedanke und Wahrheitswert. In Über Sinn und Bedeutung setzt Frege die Termini Bedeutung, Sinn, Vorstellung, Gedanke und Wahrheitswert in Beziehung zueinander. Vor allem die Wörter Sinn und Bedeutung verwendet Frege abweichend von alltagssprachlichem Gebrauch. Und eben seine Definition dieser Termini, die ja in gewöhnlicher Rede meist synonym gebraucht werden, macht den innovativen Schnitt in der Semantik aus. Es sei dahingestellt, ob man hier vom differenzieren, zerlegen oder auffächern wie Gabriel Falkenberg[6] sprechen sollte – es geht gleichwohl um Unterscheidungsweisen, um Probleme der Sprache, um Fragen nach ihrem Inhalt, nach ihrem Bezug, nach ihrer Form und Funktion. In Über Sinn und Bedeutung fragt Frege nach Sinn und Bedeutung von singulären und generellen Termini, Funktionsausdrücken, Gedanken und Sätzen und gelangt so zu einer generellen philosophischen Theorie der Ausdruckskategorien der Sprache. Wenn auch das Bild der semantischen Trias von Bedeutung, Sinn und Vorstellung nicht ohne katachrestische Gefahr[7] besteht, veranschaulicht es doch die drei ontologischen Ebenen von Welt, Objektivität und Subjektivität, die die zentralen semantischen Fragen betreffen. Doch trotz der Novität des Fregeschen Entwurfs wäre es falsch, vorschnell Freges Bedeutung mit modernen Termini gleichzusetzen. Freges Bedeutung entspricht eben nicht der Extension und Freges Sinn nicht der Intension, worauf Verena Mayer zu recht[8] hinweist.

Jesus ist, was das Begriffswort 'Mensch' bedeutet in dem Sinne von "Jesus ist ein Mensch".[9]

3. Die Identität

Es scheint sophistisch zu sein, zu bemerken, dass im ersten Satz des Aufsatzes Über Sinn und Bedeutung der Gegenstand der Untersuchung selbst – die Gleichheit – zum Subjekt wird: "Die Gleichheit fordert das Nachdenken heraus durch Fragen [...].[10] " Darauf folgen drei Fragen, von denen die ersten beiden gar nicht, und die letzte verneinend beantwortet wird.

Die erste Frage – "Ist sie eine Beziehung?"[11] – scheint rein rhetorische Funktion zu haben und die Alternative – ob sie eine Eigenschaft ist – wird nicht in Betracht gezogen. Der zweiten Frage, in der Identität als "eine Beziehung zwischen Gegenständen" gedacht wird, wird ebenso wenig Beachtung geschenkt. Häufig zitiert man in diesem Kontext Wittgensteins Tractatus: "Beiläufig gesprochen: Von zwei Dingen zu sagen, sie seien identisch, ist ein Unsinn [...]."[12] Genauso oft wird wohl übersehen, dass Wittgenstein vorangehend mit der Behauptung "Daß die Identität keine Relation zwischen Gegenständen ist, leuchtet ein."[13] einen weit verhalteneren Gestus gebraucht.

Mit der dritten Frage, die Gleichheit als Beziehung "zwischen Namen oder Zeichen für Gegenstände"[14] annimmt, rekapituliert Frege die Identitätsauffassung seiner Begriffschrift. Doch während es in dieser darum ging, ein Zeichen für die Inhaltsgleichheit einzuführen und zu begründen, so fragt er in Über Sinn und Bedeutung, "wie ist die Gleichheit zu kennzeichnen, damit dem unterschiedlichen Erkenntniswert von "a = a" und "a = b" Rechnung getragen wird?"[15] Im Folgenden wird die Notwendigkeit dieser Revision begründet und erläutert.

Zunächst stellt Frege mit Rekurs auf kantische Terminologie Sätze der Form "a = a", die a priori bestehen und analytisch genannt werden, Sätzen der Form "a = b" gegenüber. Doch prima facie fällt auf, dass Frege Sätze der Form "a = b" nicht mit dem Pendant a posteriori und synthetisch versieht. Mit dieser Zurückhaltung ist wohl der Umstand, dass es synthetische Urteile a priori gibt, die keinen eigentlichen Erkenntnisgewinn liefern, beachtet.

Im Gegensatz zu diesen gibt es jedoch Sätze der Form a = b, die durchaus erkenntniserweiternd und nicht a priori zu erkennen sind. Während die Aussage "Der Morgenstern ist der Morgenstern" analytisch zu treffen und ebenso richtig wie banal[16] ist, drückt die Aussage "Der Morgenstern ist der Abendstern" eine astronomische Wiederentdeckung aus. Der unterschiedliche Erkenntniswert dieser Identitätsaussagen ist die Motivation für Freges neuen semantischen Ansatz, in dem er dem Umstand, dass Identitätssätze nicht nur wahr, sondern auch informativ sein können, gerecht werden will.[17] Wenn Gleichheit nämlich lediglich heißt, dass eine Beziehung zwischen dem ausgedrückt wird, wofür die Bezeichnungen stehen, dann kann a = b von a = a nicht unterschieden werden, vorausgesetzt, dass a = b wahr ist.

Identitätsaussagen können aber, wie der Fall der Morgenstern–Abendstern–Übereinstimmung gezeigt hat, mehr ausdrücken, als diese Entsprechung, die letztlich die simple Selbstidentität darstellt. Und die Auffassung der Identität, die sie als Beziehung zwischen Gegenständen sieht, wird als unzulänglich verworfen.

Doch auch die Alternative, die Beziehung zwischen den Zeichen, die sich auf denselben Gegenstand beziehen, kann nicht befriedigen. Denn da die Verknüpfung des Zeichens mit dem Bezeichneten willkürlich ist, würde ein Satz der Form a = b "nicht mehr die Sache selbst, sondern nur noch unsere Bezeichnungsweise betreffen [...]."[18] Da die Zeichen "a" und "b" sich aber nur in ihrer Gestalt unterscheiden, nicht jedoch in ihrer Beziehung zum Gegenstand, wäre wieder der Erkenntnisgewinn in dieser Identitätsauffassung missachtet.

Konstruieren wir eine Person, die die Anwendung des Zeichens "Moliere" kennt und erfährt, dass sie genauso gut auch "Poquelin" sagen kann, so hätten wir nach dem vorangehenden Fregeschen Argument den Fall, dass die Kenntnis eines weiteren Zeichens einen Informationsgewinn darstellt. (Kritisch muss angemerkt werden, dass hier nicht eine ausschließliche Beziehung zwischen den Zeichen "Moliere" und "Poquelin" besteht, sondern die neue Information nur besteht, wenn es sich um eine korrekte Verknüpfung mit dem französischen Lustspieldichter handelt.) Eine genuine Erkenntnis kann nur dann bestehen, wenn der Gegenstand dem Bezeichneten entspricht. Synonymie zu attestieren, setzt einen Verifikationsprozess mit der "Welt" voraus.

Es lässt sich unbedarft fragen, warum Frege nicht, um dem Problem des Informationszuwachses in einigen Fällen gerecht zu werden, einfach zwei unterschiedliche Theorien der Identität aufstellt, in denen lediglich Identitätsaussagen des einfachen Selbstbezugs von Identitätsaussagen mit Erkenntnisgewinn unterschieden werden.

Denn angenommen, es gelänge Frege, die mit einem wahren Satz der Form "a = b" ausgedrückte Gleichheit nach Ausscheidung der Interpretationsalternative "Beziehung zwischen Zeichen für Gegenstände oder Beziehung eines Gegenstandes zu sich selbst" positiv als X zu bestimmen, so müßte, da der Erkenntniswert von "a = b" nicht auf den von "a = a" hinauslaufen soll, die mit "a = a" behauptete Identität positiv oder negativ verschieden von X bestimmt werden – es sei denn, daß in beiden Sätzen die Gleichheit qua X auf unterschiedliche Weise in den Blick käme.[19]

Daraus folgt, dass, wenn man Identität als Beziehung zwischen Zeichen auffasst, Aussagen der Form "a = a" Beziehungen zwischen typographisch gleichen, Aussagen der Form "a = b" zwischen typographisch verschiedenen Zeichen darstellen. Schirn verweist mit Frege auf die kontingente Beziehung zwischen Zeichen und Bezeichnetem, die die Verknüpfung von verschiedenen Ausdrücken mit dem selben Gegenstand nicht "verbietet." Wiederholt wird deutlich, dass der unterschiedliche Informationswert nach dieser Auffassung nicht erklärt werden kann.

Es ist nicht uncharmant, wenn Schirn zunächst die alternative Identitätsdefinition, die der Beziehung des Gegenstandes zu sich selbst, als für die erforderliche Doppelfunktion unbrauchbar bezeichnet und fast hilflos anfügt: "Wenn aber andererseits bei einer Bestimmung der Identität als Beziehung eines Gegenstandes zu sich selbst eine greifbare Möglichkeit bestünde, [...] so läge für Frege in SB kein Grund vor, für diese Bestimmung nicht explizit einzutreten."[20]

Des weiteren führt Schirn an, dass, um dem unterschiedlichen Erkenntniswert gerecht zu werden, entweder das Begriffspaar Inhalt und Bestimmungsweise der Begriffsschrift oder analog dazu Bedeutung und Sinn aus Über Sinn und Bedeutung angewandt werden müsse.

Um vorzugreifen, ist es jedoch fraglich, ob es vonnöten ist, einen Begriff wie den des Sinns einzuführen, der so vielerlei Funktionen erfüllen muss. Die "verläßliche identitätstheoretische Basis" muss nicht unbedingt das Fundament zu einer umfassenden Semantik sein. Es ließe sich unphilosophisch fragen, ob überhaupt eine oder zwei kohärente Theorien vonnöten sind, die das Problem der Erkenntnisdifferenz lösen, da Erkennung oder Wiedererkennung von Dingen der physischen Welt dadurch weder forciert noch legitimiert wird.

Allerdings hatte ich meinen nun angenommenen Gebrauch der Wörter "Sinn" und "Bedeutung" noch nicht festgesetzt, sodass ich zuweilen "Sinn" sagte, wo ich jetzt "Bedeutung" sagen würde.[21]

4. Namen – Sinn, Bedeutung

4.1. Eigennamen und Sinn

Um in der Beantwortung der Gedanken zur Identität voranzuschreiten, vom Lösungsansatz der Begriffsschrift abzuweichen und den Erkenntnisgewinn in der Identitätstheorie befriedigend zu erklären, führt Frege schließlich den Sinn ein. Der Dualismus von Zeichen und Welt wird gleichsam um ein Drittes bereichert:

Es liegt nun nahe, mit einem Zeichen (Namen, Wortverbindung, Schriftzeichen) außer dem Bezeichneten, was die Bedeutung des Zeichens heißen möge, noch das verbunden zu denken, was ich den Sinn des Zeichens nennen möchte, worin die Art des Gegebenseins enthalten ist.[22]

Zunächst wird dieser Terminus auf Eigennamen, also singuläre Termini angewandt. In späteren Ausführungen, die im Nachlass veröffentlicht werden, hat Frege dies auch für Begriffe, also generelle Termini ausgeführt.[23] Genauso überraschend wie die Einrichtung der neuen semantischen Ebene für den Sinn ist die Umkodierung der Bedeutung. Bedeutung ist nach Frege nicht mehr das umgangssprachliche Sinn -Synonym, sondern ein "bestimmter Gegenstand",[24] also in der Welt zu suchen.

Die Wendung "Art des Gegebenseins" hilft den Sinn des Sinns zu verstehen. Dadurch wird die kognitive Perspektive eröffnet, ein Zwischenstück zwischen das Ding in der Welt und den privaten psychischen Zustand gesetzt. Das Ding in der Welt – respektive im Universum – die Venus, erscheint uns – je nach Tageszeit – als Morgenstern oder Abendstern. Es liegt nahe, dass man, um den Planeten Venus zu kennen, nicht all seine Sinne, also all seine möglichen Erscheinungsweisen, kennen muss. Der passionierte Frühaufsteher ist genau wie der notorische Langschläfer ein Betrachter der wirklichen Venus.

Doch Frege ist auch erkenntniskritisch zu verstehen: "Zu einer allseitigen Erkenntnis der Bedeutung würde gehören, daß wir von jedem gegebenen Sinne sogleich angeben könnten, ob er zu ihr gehöre. Dahin gelangen wir nie."[25] Verstehen kann graduiert werden: Je häufiger ich einen Sinn erfasse und ihn dem Gegenstand zuordnen kann, umso mehr weiß ich über ihn. Freges erkenntnistheoretischer Ansatz verbindet hier skeptisches, realistisches und idealistisches Weltbild.

"Dahin gelangen wir nie." Mit der Melancholie eines Mathematikers drückt Frege seine kritische Haltung gegenüber den natürlichen Sprachen aus, in denen derselbe Sinn verschiedene Ausdrücke hat – der Gegensatz dazu wäre eine Kunstsprache, die streng formalisiert jedem Sinn eine Bezeichnung zuordnet.

Eigennamen lassen sich, wie wir auf den zweiten Blick sehen, differenzieren. Scheinbar hat Frege den potenziellen Unterschied nicht sonderlich deutlich gemacht. Die Gleichsetzung von singulären Termini und Eigennamen ist nicht mehr in allen Fällen berechtigt, wenn wir berücksichtigen, dass die Zeichen "Venus" und "Aristoteles" im Gegensatz zu Morgen- bzw. Abendstern und Schüler Platons bzw. Lehrer Alexanders des Großen keinen kennzeichnenden Charakter haben.[26]

Doch tertia facie birgt eine Fußnote Freges eine aufschlussreiche Randbemerkung: "Bei einem eigentlichen Eigennamen wie 'Aristoteles' können freilich die Meinungen über den Sinn auseinandergehen."[27] Es wäre also zwischen "eigentlichen" Eigennamen, die keine kennzeichnende Wirkung haben, und denen, die gleichzeitig Kennzeichnungen sind, wie "Schüler Platons", zu unterscheiden.

Kripkes Kritik an Freges Identitätsauffassung setzt an dem Verhältnis zwischen kennzeichnenden Eigennamen an. Identitätsaussagen mit kennzeichnenden Termini sind lediglich kontigent, also nicht notwendig: "daß z.B. der Himmelskörper, den wir morgens da und da sehen, derselbe ist wie derjenige, den wir abends dort und dort sehen, könnte auch falsch sein."[28] Eigennamen bezeichnen den Gegenstand unabhängig von bestimmten Gegebenheitsweisen, sie können zwar kennzeichnenden Charakter haben, doch auch dieser steht in kontingentem Verhältnis zum Gegenstand. Kripke gesteht zu, dass wir die gemeinten Identitätsaussagen der Form A = B nicht a priori treffen können, da a priori die Namen sozusagen noch bedeutungslos sind. Doch die Identitätsaussagen a posteriori haben – eben wegen besagter Kontingenz – den gleichen Status wie Aussagen über bloße Selbstidentität a priori.

[...]


[1] Gottlob Freges Briefwechsel mit D. Hilbert, E. Husserl, B. Russell, sowie ausgewählte Einzelbriefe Freges. Hg. v. Gabriel Gottfried u.a. Hamburg: 1980. S. 100. (Frege an Russell 9.6. 1912)

[2] Böttcher, Dirk: Der Aristoteles von Mecklenburg-Vorpommern. In: Frankfurter Rundschau (06.11.2002).

[3] Carl, Wolfgang: Frege's Theory of Sense and Reference. Its Origins and Scope. Cambridge: 1994. S.1.

[4] Bartlett, J.M., zit. n. Speck, Josef: Grundprobleme der großen Philosophen – Philosophie der Gegenwart I. Göttingen: 1985. S. 16.

[5] Frege, Gottlob: Über die wissenschaftliche Berechtigung einer Begriffsschrift. In: Funktion, Begriff, Bedeutung. Fünf logische Studien. Hg. v. Günther Patzig. 7. Auflage. Göttingen: 1994. S. 97.

[6] Falkenberg, Gabriel: Sinn, Bedeutung, Intensionalität. Der Fregesche Weg. Tübingen: 1998. S. 6.

[7] Ebd. (Eben wegen der unterschiedlichen ontologischen Stufen von Sinn, Bedeutung, Vorstellung).

[8] Mayer, Verena: Gottlob Frege. München 1996. S. 102. f. (Begriffsgleichsetzung z.B: Kutschera, Franz von: Gottlob Frege. Eine Einführung in sein Werk. Berlin, New York: 1989. S. 82-83).

[9] Frege, Gottlob: Nachgelassene Schriften. Hg. v. Hans Hermes u.a. Hamburg: 1969. S. 133.

[10] Frege, Gottlob: Über Sinn und Bedeutung. In: Funktion, Begriff, Bedeutung. Fünf logische Studien. Hg. v. Günther Patzig. 7. Auflage. Göttingen: 1994. S. 40.

[11] Ebd.

[12] Wittgenstein, Ludwig: Tractatus logico-philosophicus. Logisch-philosophische Abhandlung. Frankfurt a. M.: 1960. S. 83.

[13] Ebd. S. 82.

[14] Ebd.

[15] Schirn, Matthias: Identität und Identitätsaussage bei Frege. In: Studien zu Frege II. Logik und Sprachphilosophie. Hg. v. Schirn Stuttgart: 1976. S. 181.

[16] Wittgenstein: Tractatus: "[...] und von Einem zu sagen, es sei identisch mit sich selbst, sagt gar nichts." S. 83.

[17] Es fällt auf, dass die Autoren, der Verfasser nicht ausgenommen, ihr Hauptaugenmerk vor allem auf den zweiten astronomischen Sachverhalt des Aufsatzes richten (Morgenstern und Abendstern = Venus). Ist doch der erste, "Die Entdeckung, daß nicht jeden Morgen eine neue Sonne aufgeht, sondern immer dieselbe [...]", ungleich tröstender. Frege: Über Sinn und Bedeutung. S. 40.

[18] Frege: Über Sinn und Bedeutung. S. 41.

[19] Schirn: Studien zu Frege. S. 183, 184.

[20] Ebd. S. 184.

[21] Frege: Nachgelassene Schriften. Ausführungen über Sinn und Bedeutung. S. 134.

[22] Frege: Über Sinn und Bedeutung. S. 41.

[23] Frege: Nachgelassene Schriften. S. 128.

[24] Frege: Über Sinn und Bedeutung. S. 41.

[25] Ebd. S. 42.

[26] Vgl.: Tugendhat, Ernst & Wolf, Ursula: Logisch-semantische Propädeutik. Stuttgart: 1993. S. 150-151.

[27] Frege: Über Sinn und Bedeutung. S. 42 (Fußnote 2).

[28] Tugendhat: Logisch-semantische Propädeutik. S. 179, 180.

Details

Seiten
28
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638223850
Dateigröße
578 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v17948
Institution / Hochschule
Universität Siegen
Note
Sehr gut
Schlagworte
Gottlob Freges Semantik Sinn Bedeutung Theorie

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Titel: Gottlob Freges Semantik. Über Sinn und Bedeutung