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Tod - Und dann?

Facharbeit (Schule) 2005 31 Seiten

Theologie - Religion als Schulfach

Leseprobe

„Weder wünsche ich, noch wünsche ich nicht, dass wir ein Leben nach dem Tode hätten, und ich möchte auch dergleichen Gedanken nicht kultivieren; aber ich muss, um die Wirklichkeit zu Worte kommen zu lassen, feststellen, dass ohne meinen Wunsch und ohne mein Zutun Gedanken solcher Art in mir kreisen. Ich weiß nichts darüber, ob sie wahr oder falsch sind, aber ich weiß, dass sie vorhanden sind und dass sie geäußert werden können, falls ich sie nicht aus irgendwelchem Vorurteil unterdrücke.“[1]

Einleitende Gedanken

Immer wieder wurde ich gefragt, wieso ich mir gerade dieses Thema für meine Facharbeit ausgewählt habe. Viele Menschen in meinem Umfeld waren erstaunt, weshalb ich mich freiwillig mit so einem, ihrer Meinung nach, traurigen und düsteren Thema beschäftige oder ob es mir von meinem Lehrer aufgezwungen wurde. Ich konnte stets nur antworten, dass der Tod uns nun einmal allen begegnet, dass wir alle durch ihn hindurchgehen müssen und ihn deshalb auch nicht „totschweigen“ sollen. Tatsächlich gibt es für meine Entscheidung zu diesem Thema mehrere Gründe:

Stark beeinflusst und konfrontiert wurde ich mit dem Tod das erste Mal vor ca. drei Jahren, als innerhalb kürzester Zeit drei Familienväter, alle um die vierzig Jahre, aus meinem Bekanntenkreis starben. Alle auf unterschiedliche Weise: Ivo, der Mann einer Freundin meiner Mutter, starb bei einem Autounfall. Siggi, ein Bekannter meiner Familie, starb innerhalb von vier Wochen an den Spätfolgen von Lungenkrebs und Norbert, der Bruder meiner Nachbarin, starb an Herzversagen, während er mit seinen Kindern spielte. Ich bekam nun mit, wie die Frauen und teilweise auch die Kinder mit dieser Situation umgingen. Teils spirituell, teils rational, aber auch stark religiös. Natürlich machte ich mir nun auch Gedanken, wie es denn wäre, wenn jetzt einer meiner Angehörigen sterben würde. Ich begann zu diesem Thema Bücher zu lesen. Besonders die Meinung von Elisabeth Kübler-Ross beeinflusst meine Auffassung zum Tod und der Frage nach dem „Danach“ bis heute sehr.

Vor zwei Jahren starb dann mit 93 Jahren meine Urgroßtante, die mir sehr viel bedeutete. Ich besuchte sie noch am Tag vor ihrem Tod, an dem sie sehr gut gelaunt und munter war, und sah sie das nächste mal tot auf einer Liege in der Intensivstation des Juliusspitals. Bis heute bin ich froh, dass ich sie noch einmal sehen und berühren konnte. Das waren die Hauptgründe, weshalb ich mich zu diesem Thema entschlossen haben. Zusätzlich bestärkt wurde ich in meiner Themenwahl, als ich meine 73-jährige Oma bat, mir doch bitte den von mir erstellten „Fragebogen zum Thema Tod“[2] auszufüllen. Ihre Reaktion, die mich in meiner Themenwahl nochmals nachträglich bestätigte war: „Wieso soll ich mich denn jetzt schon mit dem Tod beschäftigen?“

Im Folgenden nun werden der Tod und die Seele aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und ich lege ein ausführliches Beispiel der Reinkarnation dar. Darauf folgt eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema „Tod in der Gesellschaft“, wobei ich auch die Ergebnisse meiner Fragebogenaktion vorstelle. Weiterhin kläre ich über die Jenseitsvorstellungen des Christentums und des Buddhismus auf und beende schließlich meine Arbeit mit einem zusammenfassenden Vergleich der Jenseitsvorstellungen jener beiden Religionen.

1. Tod - Definitionsversuche

1.1 Der Tod aus biologischer Sicht

Biologisch ist der Tod als „Aufhören der Lebensfunktionen als in Etappen ablaufender biologischer Vorgang“[3] definiert. Man unterscheidet dabei den klinischen Tod und den biologischen bzw. Hirntod. Der klinische Tod ist durch Atem- und Herzstillstand gekennzeichnet, beinhaltet jedoch innerhalb der ersten drei Minuten die Möglichkeit der Wiederbelebung. Mit der Bezeichnung „biologischer Tod“ ist der mit dem Tod des Individuums identische Organtod des Gehirns gemeint. Beim „biologischen Tod“ ist eine Wiederbelebung ausgeschlossen. Der menschliche Körper ist tot.[4]

1.2 Der Tod aus historischer Sicht

1.2.1 Die Ägypter

Seit Urzeiten machen sich die Völker und selbst die kleinsten Stämme auf der ganzen Welt Gedanken über den Tod. Dies ist meist durch erhaltene Schriften, Erzählungen oder Höhlenmalereien belegt. Verschiedene Erklärungsversuche finden sich bereits in den Mythen und Legenden, die in den frühen Hochkulturen zu diesem Thema entstanden sind.

Die „Alten Ägypter“ (2660 – 2160 v. Chr.) zum Beispiel richteten das weltliche Leben auf ein Weiterleben nach dem Tod aus. Diese Hoffnung verbunden mit dem Ritual der Einbalsamierung findet ihren Ursprung im Osiris-Mythos:

Osiris, der Gott der Fruchtbarkeit, war mit seiner Schwester Isis verheiratet. Sein Bruder Seth, der als Inbegriff des Bösen galt, war neidisch auf seine Achtung im Volk. Deshalb ließ er eine sargähnliche, genau an die Körpermaße des Osiris angepasste Lade bauen. Unter einem Vorwand lockte er seinen Bruder in diese Lade, ließ diese mit Blei ummanteln und warf sie in den Nil. Daraufhin machte sich Isis auf die Suche nach ihrem Gemahl und fand die Lade schließlich in den Ästen eines Baumes, der sehr fruchtbar wuchs. Sie holte die Lade nach Ägypten zurück und bestattete Osiris dort. Als Seth dies erfuhr, zerstückelte er die Leiche in 14 Teile und zerstreute sie in alle Himmelsrichtungen. Doch Isis gelang es alle Teile wiederzufinden, bis auf den Penis, der den Fischen zum Fraß vorgeworfen worden war. In der Gestalt eines Vogels schwebte Isis nun über die Leiche und holte so ihren Mann mit einer magischen Formel ins Leben zurück. Noch nach seinem Tod zeugten sie ihren Sohn Horus, in welchem Osiris fortlebte und gleichzeitig Herrscher des Totenreichs wurde.

Die gewaltigen Gräber und Pyramiden, die rituelle Bestattungspraxis sowie die Einbalsamierung, die dazu dient den Körper unversehrt für die Ewigkeit zu erhalten, drücken die Hoffnung der Altägypter auf Unsterblichkeit und körperliche Auferstehung aus. Die Seele (Ba) soll nach ihrem Übergang frei beweglich sein und außerdem unabhängig vom Körper existieren. Um jedoch in der Unterwelt weiterleben zu können, muss sich diese immer wieder mit dem Körper vereinigen. Weiterhin glaubten die alten Ägypter, die Seele besäße materielle Verlangen wie zum Beispiel die Nahrungsaufnahme. Deswegen legten sie den Toten immer zahlreiche Grabbeilagen und Speiseopfer bei. Aus den magischen Sprüchen zum Schutz der Verstorbenen (Hieroglyphen) und zur Begleitung der Seele in der Unterwelt bzw. im Jenseits, entstand das Ägyptische Totenbuch.[5]

1.2.2 Die Sumerer

Vor über 6000 Jahren verehrten die Sumerer in Mesopotamien die sumerische Hauptgöttin Inanna, später Ishtar bzw. Astarte genannt. Diese verliebte sich in den schönen Dumuzi, der jedoch starb. Auf der Suche nach ihm stieg sie ins Totenreich hinab und verlor dort ihr Leben. Nach drei Tagen erfuhr der Bote der Wahrheit Ninshubar was geschehen war und suchte Gott Enlil, Inannas Vater, und die Mondgöttin Nanna auf. Doch diese waren nicht bereit zu helfen, da sie meinten, Inanna sei Opfer ihrer eigenen Lust und auch sie müsste den Tod akzeptieren. Daraufhin gewann er das Mitleid des Gottes Enki, der ihm zu helfen versprach. Es gelang ihm Inanna wieder zum Leben zu erwecken und sie war so schön und lebendig wie zuvor. Doch die Geister der Unterwelt wollten sie nicht ohne Ersatz gehen lassen. Daher suchte sie in allen Städten, bis sie Dumuzi fand. Sie schickte ihn in die Unterwelt und flog selbst in den Himmel hinauf. Jetzt war zwar die Totenwelt zufrieden, aber nicht die Menschen, denn sie weinten um Dumuzi. Also wurde entschieden, dass er nur die Hälfte des Jahres in der Unterwelt verbringen musste. Dieser Mythos gilt als die vielleicht früheste Aufzeichnung über eine Auferstehung nach dem Tod.[6]

1.3 Der Tod in Märchen und Sagen

Auch in Sagen und Märchen spielt der Tod und die Frage nach der Unsterblichkeit eine wichtige Rolle. Mit dem Schlusssatz „...und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ enden viele bekannte Märchen. Sicher haben wir alle diesen Satz schon unzählige Male gelesen oder gehört, jedoch fällt trotzdem nicht gleich auf, dass diese Formel für Zeitlosigkeit und den glückseligen Zustand des Märchenhelden steht, für den es eigentlich keinen Tod gibt. Anhand einiger Beispiele will ich dies verdeutlichen:

Schneewittchen beispielsweise ist nicht tot, obwohl sie für tot gehalten wird. Sie verwest auch nicht in ihrem gläsernen Sarg, sondern als die Sargträger stolpern, löst sich das giftige Apfelstück aus ihrem Hals und sie erwacht wieder aus ihrem „Scheintod“.

Im Machandelbaum-Märchen verwandelt sich ein von seiner Stiefmutter geschlachteter Junge in einen Vogel und kehrt am Ende sogar wieder in seine menschliche Gestalt zurück. Und als im Märchen „Brüderchen und Schwesterchen“ die ermordete Königin zurückkehrt um nach ihrem Kind zu sehen, erblickt sie der König und sie wird in diesem Augenblick wieder lebendig.

Es bleibt festzuhalten, dass der Tod in den meisten Märchen eine wichtige Rolle spielt, jedoch immer nur für die „Nebendarsteller“. Es sterben die Eltern des Helden, seine Gegenspieler oder andere böse Kreaturen, wie die Hexe bei „Hänsel und Gretel“, die im Backofen verbrennt. Der Held selbst bleibt aber vom Tod verschont.

2. Die Seele

Viele bekannte Persönlichkeiten beschäftigten sich mit der Unsterblichkeit der Seele und mit einem Leben nach dem Tod. Hier seien nur einige Zitate zur Veranschaulichung erwähnt[7]:

„Der Tod ist nur ein Übergang von diesem Leben in eine andere Existenz, in der es keinen Schmerz und keine Angst mehr gibt. Alle Bitterkeit und Zwietracht wird sich auflösen, und das einzige, was ewig bleiben wird, ist die Liebe!“ (Elisabeth Kübler-Ross)

„Der Körper ist ein Mietwagen, den man irgendwann abgeben muss. Nichts spricht dagegen, dass der Fahrer bleibt. Aber es spricht auch nichts dafür.“ (Peter Ustinow)

„Das Denken ist das Selbstgespräch der Seele“ (Platon)

„Verzichten wir auf die Illusion, in der Seele eine immaterielle ´Substanz´ zu sehen, dann leugnen wir nicht deren Existenz, sondern wir beginnen im Gegenteil, die Komplexität (...) zu erkennen, die zusammen das Wesen ausmachen, das sich in uns einmalig und unwiderleglich selber bezeugt.“ (Jaques Monoa)

„Und im Wissen, dass die Seele den Körper überlebt, brennt er nicht ungeduldig darauf, den Sieg der Wahrheit im gegenwärtigen Körper zu erleben.“ (Mahatma Gandhi)

2.1 Der Begriff „Seele“

Der Begriff „Seele“ (griech.: psyche, lat.: anima) wird vielfach verwendet und ist doch kaum genau zu definieren. Er bezeichnet beispielsweise in der Musik die Botschaft eines Musikstückes und außerdem wird mit dem englischen Ausdruck soul eine populäre Form des Gospels bezeichnet. Jedoch deckt sich der englische Begriff soul nicht völlig mit dem deutschen Begriff Seele. Soul bezeichnet praktisch nur die religiöse Vorstellung einer von Gott geschenkten und nach dem Tod weiterlebenden Seele. Im Deutschen hat der Begriff Seele ebenfalls einen religiösen Hintergrund und wird zudem häufig mit dem Begriff Psyche oder Geist gleichgesetzt. Soziologisch bezeichnet Seele ein gutwilliges Mitglied einer Gruppe. Als „gute Seele“ oder als „eine Seele von Mensch“ werden insofern besonders sozial veranlagte Mitmenschen charakterisiert. Weiterhin wird Seele auch in der Literatur als Synonym für den Menschen gebraucht, z.B. ein Dorf hat 400 Seelen.

Ursprünglich jedoch bezeichnet die Seele einen zentralen Aspekt jedes Menschen. Vor allem die Philosophie, die Psychologie und die Religionen verwenden diese Bedeutung.

2.2 Die Seele aus philosophischer Sicht

In der Geschichte der Philosophie findet man unterschiedliche Bedeutungen des Begriffs „Seele“. Bei Demokrit beispielsweise besteht die Seele aus Atomen. Platon dagegen vertritt einen Dualismus zwischen Körper und Seele. Die Seele ist immateriell und präexistent. Sie existiert also vor dem Eintritt in den Körper im Reich der Ideen (Ideenlehre) und dorthin kehrt sie auch nach dem Tod des Körpers wieder zurück. Nach Platon ist das Gute und Schlechte im Leben durch die sittlichen Qualitäten der Seele bedingt. In seinem Dialog „Phaidon“ beispielsweise lässt er Sokrates kurz vor seinem Tod von dessen Erfahrungen mit der Seele berichten: „Das Schlimmste von allem aber ist, dass uns der Leib auch dann, wenn er uns Zeit lässt und wir uns irgendeiner Betrachtung hingeben, mitten im Suchen immer wieder stört und verwirrt und erschreckt, so dass es seinetwegen nicht möglich ist, das Wahre einzusehen. Vielmehr ist uns in der Tat bewiesen, dass wir uns, wenn wir von irgend etwas die reine Erkenntnis erlangen wollen, von ihm losmachen und allein mit der Seele die Dinge an sich betrachten müssen. Das, wonach wir verlangen und als dessen Liebhaber wir uns ausgeben, der vernünftigen Einsicht nämlich, das wird uns offenbar erst dann zuteil werden, wenn wir gestorben sind (...). Dann wird die Seele ganz für sich sein, getrennt vom Leib, vorher aber nicht. Und solange wir leben, werden wir offenbar in dem Maße dem Wissen am nächsten kommen, als wir mit dem Leibe möglichst wenig verkehren und keine Gemeinschaft mit ihm haben, soweit es nicht unbedingt notwendig ist.“ [8]

Sokrates spricht hier ganz nüchtern von eigenen Erfahrungen. Man kann davon ausgehen, dass er unmittelbar erlebt hat, wie der Leib immer wieder seiner suchenden Seele in die Quere kam. Deshalb war Sokrates auch der festen Überzeugung, dass die Philosophen den Tod nicht fürchten müssten, da sie schließlich durch ihn zu den Einsichten kommen würden, nach denen sie sich ihr ganzes Leben gesehnt haben.

Auch Mahatma Gandhi war der Ansicht, dass die Seele nicht mit dem Körper vergeht, sondern dass sie nach dem Tod des Körpers zu der Erkenntnis höherer Wahrheiten gelangt:

„Und im Wissen, dass die Seele den Körper überlebt, brennt er nicht ungeduldig darauf, den Sieg der Wahrheit im gegenwärtigen Körper zu erleben.“

2.3 Die Seele aus psychologischer Sicht

Psychologisch betrachtet ist die Seele ein Teilbereich des Geistes und bezeichnet hauptsächlich die Gesamtheit aller Gefühle und Gefühlsäußerungen. Sie ist Ort der Triebe, Ängste, Konflikte und Komplexe. Auch Tieren wird inzwischen aufgrund empirisch nachgewiesener Gefühlsäußerungen eine Seele zugesprochen. In der Psychologie fasst man die Seele aber auch als die individuelle Persönlichkeit jedes einzelnen Menschen, mit all seinen Erfahrungen und vererbten Charakterzügen, auf. So gesehen ist die Seele mit unserem Gedächtnis identisch. [9]

2.4 Die Seele aus theologischer Sicht

In der Theologie der meisten Religionen ist die Seele etwas „Besonderes“, oft Unsterbliches. Die Hindus zum Beispiel glauben an die Reinkarnation, d.h. an eine Wiedergeburt der Seele. Auch der Buddhismus lehrt die Wiedergeburt, jedoch wird hier die Existenz einer Seele strengstens verneint. Das heutige Christentum ist von einem Weiterleben der Seele im Jenseits überzeugt, aber eine Reinkarnation existiert, wie auch im Judentum, nicht. Laut der Bibel ist die Seele entstanden, als Gott den Geist in den Körper des Menschen gehaucht hat („Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch ein lebendiges Wesen.“ Gen. 2,7). Die Seele kommt demnach von Gott. Oft wird sie, beziehungsweise das Leben, in der Bibel auch im Blut der Menschen lokalisiert. Beispiele: „Denn das Leben aller Wesen aus Fleisch ist das Blut, das darin ist.“ (Lev. 17,14) oder „ Doch beherrsche dich und genieße kein Blut; denn Blut ist Lebenskraft und du sollst nicht zusammen mit dem Fleisch die Lebenskraft verzehren“ (Dtn. 12,23). Die Seele erscheint in der Bibel nie als etwas Undefinierbares. Dies wird auch in der Offenbarung 6,9 deutlich: „Als das Lamm das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen aller, die hingeschlachtet worden waren wegen des Wortes Gottes und wegen des Zeugnissen, das sie abgelegt hatten.“ Obwohl also nach der Öffnung des fünften Siegels lediglich die Seelen toter Christen vor Gottes Altar zu sehen sind, kann Johannes diese eindeutig als Märtyrer identifizieren.

Da Gott nur einem einzigen Menschen jemals eine Seele gegeben hat, muss davon ausgegangen werden, dass alle anderen Menschen Anteil an dieser Seele haben. Wir bekommen unsere Leben und damit die Seele also sowohl von unseren Eltern „vererbt“ als auch von Gott geschenkt.

Eine genaue Definition der Seele sowie eine Beschreibung von deren Weitergabe ist allerdings nicht möglich.

3. Reinkarnation

Die Reinkarnation, unabhängig von allen Religionen oder Glaubensrichtungen, stellt ein ungeklärtes Phänomen unserer modernen, aufgeklärten Zeit dar. Mit Reinkarnation ist die Wiedergeburt der Seele durch einen anderen Körper gemeint. Die am besten belegten und stärksten Hinweise dafür stammen von spontanen Aussagen von Kindern zwischen 2 und 6 Jahren. Ein kleiner Prozentsatz an Kindern in allen Kulturkreisen der Erde gibt an, sich an Fakten oder Ereignisse aus einem früheren Leben zu erinnern. Es bleibt aber nicht nur bei Erinnerungen. Die Angaben der Kinder sind durch Namensnennungen von Personen und Orten teilweise so präzise, dass die Familien bzw. die Wohnsitze der verstorbenen, früheren Personen gefunden werden konnten. Damit sind Überprüfungen möglich. Die Kinder erkennen Personen, Orte und Gegenstände eines angeblich früheren Lebens wieder. Auch weitergehende Persönlichkeitsmerkmale wie Phobien, Gewohnheiten, Vorlieben, Tonfall, Wortwahl usw. bis hin zu Geburtsmerkmalen und angeborenen körperlichen Missbildungen korrespondieren mit den Eigenheiten der angeblich früheren Person.

[...]


[1] C. G. Jung: Erinnerungen, Träume, Gedanken, Zürich, Walter Verlag, 1971, S. 101

[2] vgl. Gliederungspunkt 4.3

[3] Roche Lexikon Medizin, München, Urban & Fischer, 1998; S. 1666

[4] a. a. O. vgl. S. 755

[5] vgl. M. A. Stadler: Wege ins Jenseits, Würzburg 2004, S. 15-55

[6] B. Innes: Jenseits, Der Tod und das Leben danach, Bindlach, Gondrom Verlag, 1999, S. 32-34

[7] Alle folgenden Zitate sind Kalendersprüche

[8] F. Lauxmann: Das Philosophische ABC, München, Herbig Verlagsbuchhandlung, 1997,S. 231f

[9] vgl. L.J. Pongratz: Problemgeschichte der Psychologie, Bern, A. Francke Verlag, 1967,S. 17-39

Details

Seiten
31
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783656017738
ISBN (Buch)
9783656017912
Dateigröße
554 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v179408
Institution / Hochschule
Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz
Note
1,5
Schlagworte
Religion Tod Trauer Sterben Buddhismus Judentum Christentum

Autor

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Titel: Tod - Und dann?