Lade Inhalt...

Zu "Power an Independence in the Information Age", "Globalization: What's new? What's not?" und "False Promis of International Institutions"

Textanalyse

Rezension / Literaturbericht 2009 4 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Globalisierung, pol. Ökonomie

Leseprobe

1. Überblick über die zentralen Thesen der vorliegenden Texte

John J. Mearsheimer vertritt in seinem Text die Annahme, dass Institutionen nur minimalen Einfluss auf das Verhalten von Staaten haben und somit ihrem Versprechen, die Stabilität in der Zeit nach dem Kalten Krieg zu fördern, nicht hinreichend gerecht werden. Zudem betont er, dass jede Theorie des Institutionalismus, auf Grund einer mangelhaften kausalen Logik und zu wenig historisch belegbarer Beispiele, fundamentale Fehler aufweist. Keohane und Nye betonen in ihren zwei Texten, dass die Informationsrevolution und die zunehmende Globalisierung eine Verschiebung des Machtgefüges im internationalen System und somit zwangsläufig eine Veränderung der Weltpolitik nach sich zieht. Auf Grund der zunehmend komplexeren transnationalen Netzwerke haben Institutionen ihrer Ansicht nach eine Schlüsselrolle inne, vor allem, indem sie Regeln und Normen für die internationale Zusammenarbeit und dadurch Ordnung und Stabilität schaffen, sowie Kriminalität vorbeugen. Somit ist klar ersichtlich, dass sich die Ansichten des Realisten John J. Mearsheimer und der beiden Neoinstitutionalisten Robert Keohane und Joseph S. Nye gegenüberstehen. Während letztere die organisatorische und verwaltende Bedeutung von Institutionen im komplexen internationalen System, vor allem im Zuge der Globalisierung, hervorheben, widerspricht Mearsheimer dieser These. Neben seinen Argumenten, dass Institutionen keine Garanten für Frieden und Sicherheit darstellen und zudem die Haupttheorien des Institutionalismus fehlerhaft sind, weist er sogar darauf hin, dass blindes Vertrauen auf die Wirkung von Institutionen gefährliche Folgen für die Stabilität im internationalen System haben kann.

2. Rolle und Stellenwert internationaler Institutionen im Realismus (Mearsheimer)

In Bezug auf Rolle und Stellenwert internationaler Institutionen erkennt der Realismus zwar an, dass Staaten innerhalb und durch diese agieren können, betont aber gleichzeitig, dass Institutionen und deren Regeln vor allem das Ergebnis der subjektiven Interessen und Ziele der Großmächte sind. Stets sind es die mächtigsten Staaten des Systems, die Institutionen schaffen und formen, damit sie ihren Anteil an der Weltmacht behaupten oder erhöhen können. Auf Grund dessen fungieren Institutionen nach Ansicht des Realismus eher als Arenen für den Machtkampf der Staaten, als als ein Garant für Stabilität und Frieden. Während Institutionen nur die Machtverteilung im internationalen System wiederspiegeln, gilt für den Realismus das Gleichgewicht der Kräfte als Ursache für Krieg und Frieden. Institutionen sind somit kein entscheidendes Element bei der Schaffung von Stabilität, sondern lediglich eine nebensächliche Variable im Prozess des Friedensaufbaus – oder Verlustes. Am Beispiel der NATO bekräftigt Mearsheimer seine Argumente und betont, dass Institutionen und ihre Wirkungen von äußeren Gegebenheiten beeinflusst werden (z.B. von konkreten Machtverhältnissen) und nur so lange in ihrer Form bestehen können, wie diese Gegebenheiten andauern.

[...]

Details

Seiten
4
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656014102
Dateigröße
409 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v178975
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Politikwissenschaft
Note
2,0
Schlagworte
textanalyse mearsheimer false promise international institutions keohane power independence information globalization what’s

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Zu "Power an Independence in the Information Age", "Globalization: What's new? What's not?" und "False Promis of International Institutions"