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Geschlechterordnungen und Rollenbilder in Erich Kästners Kinderromanen

Bachelorarbeit 2010 55 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschlechterordnungen und Rollenbilder Mann und Frau stehen zur Diskus- sion

3. ‚Neue Kinder‘, ‚Neue Mädchen‘, ‚Neue Sachlichkeit‘ die Kinderliteratur der 1920er Jahre

4. Geschlechterkonstruktionen in den „Emil“ -Romanen (1929; 1934), „Pünktchen und Anton“ (1931) und „Das doppelte Lottchen“ (1949) Eine exemplari- sche Analyse
4.1 „Emil und die Detektive“ (1929) und „Emil und die drei Zwillinge“ (1934) Von ganzen und halben Jungen
4.2 „Pünktchen und Anton“(1931) Gleichstellung oder hierarchische Ge- schlechterverhältnisse?
4.3 „Das doppelte Lottchen“ (1949) Evas Schwestern und ein fast richtiger Mann

5. Figurenund Familienkonstellationen
5.1 Frauenfiguren Mütter, Patente Kerle, Evas Schwestern
5.2 Männerfiguren (Stief-)Väter, Musterknaben, erzählerische Überväter

6.Fazit

Anhang

Bibliographie

1. Einleitung

Erich Kästner ist einer der bekanntesten deutschen Autoren.1 Verse von ihm wie „Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es!“2 sind quasi sprichwörtlich geworden. In den letzten Jahren scheint er jedoch etwas zu verschwinden. Als das ZDF 2004 nach den „100 Lieblingsbücher der Deutschen“ suchte so wenig verlässlich das Ermittlungsverfahren auch sein mag -, fanden sich zwar viele Kinderbücher darunter, nicht jedoch die Kästners.3

Auch in der stark polarisierten Forschung der letzten 30 Jahre findet ein Loslösen von der ehemaligen ‚Überfigur‘4 der deutschsprachigen Kinderliteratur statt. Diesbezügliche Kritik von Teilen der Forschung bezieht sich wiederholt auch auf das Geschlechterverständnis, das in Kästners Romanen für Kinder deutlich wird. So resümiert Andreas Drouve in seiner Dissertation, „[d]ie Grenze der Toleranz des fragwürdigen Satirikers ist erreicht, wenn es wie gesehen um sexuell Andersartige, um selbstbewusste und emanzipierte Frauen [ ] geht.“5 Marianne Bäumler kritisiert beispielsweise Kästners „altruistische[s] Mutterideal [ ], das sich in Varianten schwarz-weiß und ungebrochen durch alle Romane zieht“6. Ähnlich argumentieren Dorothee Markert7 und Gundel Mattenklott8, in Teilen auch Susanne Haywood.9 Auch Kästners Vaterbild wird kritisiert. So seien die Väter in seinen Romanen für Kinder stets tot oder ließen ihr Kind allein.10 Auftrieb hat dieser Forschungsstrang vor allem durch die ungeklärte Vaterfrage in der eigenen Biografie des Autors Hausarzt oder Emil Kästner und die sehr enge Beziehung zur Mutter, Ida Kästner, er- halten.11 Die Kritik an Erich Kästners Geschlechterbild geht häufig mit einem autobiographischen Interpretationsansatz einher.12 Die Frage, die ich mit dieser Arbeit beantworten möchte, allerdings ist, ob das Geschlechterbild Kästners wirklich so einseitig ist, wie es die zitierten Teile der Forschung annehmen.

Überdies verleitet auch ein anderer Aspekt dazu, Kästner unter der Perspektive von Rollenbildern und Geschlechterordnungen zu betrachten. Eine in der vielfältigen Kästnerrezeption wiederholt zitierte Aussage, findet sich in „Kästner über Kästner“13 :

„Er ist ein Moralist. Er ist ein Rationalist. Er ein Urenkel der deutschen Aufklärung [ ]“.14

Der Aufklärungsbegriff wird dabei in der Rezeption kaum hinterfragt. Im Zusammenhang mit dem hier untersuchten Gegenstand lässt sich eine Verbindung zur dichotomen Geschlechterteilung ziehen. Immerhin ist die Zeit der Aufklärung auch die ‚Epoche‘, in der diese fixiert und in die Natur des Menschen gelegt werden. Inwiefern Kästner in Hinblick auf Rollenbilder und Geschlechterordnungen als ein „Urenkel der Aufklärung“ gesehen werden kann, soll Gegenstand dieser Arbeit sein.

Den beiden aufgeworfenen Fragen werde ich nachgehen, indem ich zunächst in Kapitel 2, den hier verwendeten Geschlechterbegriff erläutere. Spezifisch werde ich hier auf die Aufklärung eingehen, um den Begriff „Urenkel der Aufklärung“ füllen zu können. Im Kapitel 3 werde ich Kästner in den kinderliterarischen Kontext einordnen, um das Spezifische seiner Romane hervorheben und kontextualisieren zu können. Ausgehend von diesem theoretischen Hintergrund werde ich im Kapitel 4 in Hinblick auf die Geschlechterkonstruktion vier Romane genauer betrachten. Ausgewählt habe ich hierfür „Emil und die Detektive“ („ED“), „Emil und die drei Zwillinge“ („EZ“), „Pünktchen und Anton“

(„PA“) sowie „Das doppelte Lottchen“ („DL“)15. Die Auswahl begründet sich durch die unterschiedlichen Geschlechtskonstellationen der Hauptfiguren, die gleiche und somit vergleichbare Gattungszugehörigkeit und den zeitlich nahen Entstehungszeitraum.16

In der Analyse werde ich auf ein mimetisches Figurenkonzept unter Berücksichtigung funktionaler Aspekte zurückgreifen.17 Da Erzählungen bestehende Vorstellungen von Geschlecht nicht nur inszenieren und reflektieren, sondern durch sie Geschlechterkonstruktionen überhaupt erst erzeugt und kulturell stabilisiert werden,18 ist die Betrachtung von Geschlecht und seine Konstruktion in literarischen Texten bedeutsam. An Wichtigkeit gewinnt dieser Aspekt zudem, wenn der Adressatenkreis der hier untersuchten Romane bedacht wird: Heranwachsende, die eine Geschlechtsidentität erst ausbilden. Der Aspekt muss, selbst wenn er hier nicht weiter konkretisiert werden kann, stets mitgedacht werden, wenn es wie im folgenden um die Konstruktion von Geschlecht geht. Hierbei gilt es im Sinne einer dekonstruktiven Lektüre vor allem auch, Widersprüchlichkeiten und die Vielfalt des Textes stehen zu lassen,19 auch wenn im Kapitel 5 der Arbeit eine kurze vergleichende Betrachtung und Zusammenführung unterschiedlicher Aspekte vorgenommen wird. Die dort erfolgende Trennung zwischen Frauenund Männerfiguren und die Zuordnung der Figuren zu einem dieser Geschlechter fußt auf der Unterscheidung Kästners. Auf Grund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit wird die Art und Weise der Einordnung der Figuren in diese Kategorien innerhalb der Romane in dieser Arbeit nicht hergeleitet.20

2. Geschlechterordnungen und Rollenbilder Mann und Frau stehen zur Diskussion

Geschlechter, die Anzahl dieser und ihre Konstruktion sind hoch kontrovers und vor allem die Geschlechterordnung ist höchst umstritten. In diesem Kapitel möchte ich einen kurzen historischen Überblick über die Rollenbilder von Mann und Frau geben, um dann auf Begriffsbestimmungen zu kommen, die die Grundlagen für die Analyse im Kapitel 4 bilden werden.

In unserer Gesellschaft wird zumeist von einer Zweigeschlechtlichkeit ausgegangen es gibt Mann und Frau. Auch diejenigen, die ohne eindeutiges Geschlecht auf die Welt kommen, werden irgendwann, oft schon kurz nach der Geburt, einer dieser Geschlechterkategorien zugeordnet. Darüber hinaus wird allgemein von einer Kontinuität von Geschlecht ausgegangen: Man ist nicht heute Frau und morgen Mann, sondern man wird es auch morgen und übermorgen sein. Transsexualität und Transvestie haben dieses Empfinden zumindest verunsichert, wenn bisher auch nicht tiefgreifend in Frage gestellt.

Mit der Zuschreibung des Geschlechts werden weitere Zuschreibungen gemacht. Eine davon ist die grundlegende Annahme einer bestehenden Geschlechterdifferenz, d.h. einer Verschiedenheit der Geschlechter.21 Die Herleitung dieser Annahme ist sehr unterschiedlich: Bis zur Aufklärung wurde Geschlechterdifferenz zunächst aus der jüdisch-christlichen Schöpfungstradition abgeleitet.22 So wird im zweiten Schöpfungsbericht der Bibel die Frau nach dem Mann erschaffen.23 Aus dieser Nachrangigkeit bei der Schöpfung wurde lange Zeit Fundamentales für das Geschlechterverhältnis abgeleitet: Die Frau ist dem Mann untergeordnet24. Das Neue Testament bietet eine weitere Begründung für eine solche gottgewollte Geschlechterordnung in Zusammenhang mit dem Sündenfall und der Verführung des Mannes zur Sünde an.25 Der Geschlechterdiskurs in der Aufklärung, der für den gesamten Geschlechterdiskurs in der Moderne prägend wurde, ersetzt die religiös motivierte durch eine ratio- nalistische Begründung und legt die Unterschiede in „die natürliche Ordnung der Dinge“.26 Die Geschlechtsdifferenz wird also zur Natur der Geschlechter. Zementiert wird diese Festschreibung durch die Industrialisierung und die damit verbundene Trennung zwischen Heim und Arbeitsplatz. War dies im Proletariat bereits Normalität, bedeutete es für das Bürgertum eine Neuerung. Einhergehend damit wurden auch die Ebene des Privaten durch Intimisierung und Emotionalisierung im Gegensatz zum öffentlichen Bereich geschaffen.27 Erst mit dieser deutlichen Trennung von Arbeitsplatz und Privatbereich kam auch das Bild von der ‚Natur der Frau‘ als treusorgende Hausfrau und Mutter auf, die das Haus pflegt, die Kinder erzieht, dem Mann eine ‚gute‘ Gattin ist und deren Gemüt ‚von Natur aus‘ mit Eigenschaften wie Großzügigkeit, Nachsicht, einer liebevollen, herzlichen Fürsorglichkeit und der Fähigkeit eigene Bedürfnisse zurückzustellen ausgestattet ist. Dem Mann hingegen, der draußen in der Welt für die Familie sorgen müsse, wurde Rationalität, Verstand, besonne Urteilsfähigkeit zugeordnet.28 Diese Geschlechterideale galten seit der Mitte des 19. Jahrhunderts als Vorbild29, verstärkt dadurch, dass es nur wenige Frauen der Oberschicht verwirklichen konnten30. Es prägt hierzu das Bild der klassischen bürgerlichen Familie, die sich von einer Großfamilie teilweise mit Bediensteten in den 1920er Jahren immer stärker zur Kernfamilie mit zwei Kindern wandelte.31 Auffallend an diesem Geschlechterbild ist zudem die Genese des Weiblichen durch das Männliche: Im gegenwärtigen Regelfall wird eine Frau durch einen Mann Mutter, dazu kann sie zu meist Ehefrau auch nur an der Seite eines Mannes sein und auch Hausfrau ist sie nur im Gegensatz zum Mann, der ihr außer Haus dieses Leben ermöglicht. In einem solchen Frauen- bild ist die weibliche Existenz auf die Suche nach einem Mann ausgerichtet, denn nur durch ihn findet sie Erfüllung. Weibliche Sexualität dient demnach auch nur funktional zur Fortpflanzung.32

Von einem Gegensatzpaar ‚Mann‘ ‚Frau‘, das auf biologischen Unterschieden fußt, muss nicht zwingend ausgegangen werden. So konnte Laquer darstellen, dass von der Antike bis ins 18. Jahrhundert hinein ein Ein-GeschlechtsModell im Diskurs vorhanden war, das die Geschlechtsorgane der Frau als nach innen gekehrt und die des Mannes als nach außen gestülpt verstanden hat.33 Ein weiterer Weg, der aber die bestehende Zweigeschlechtlichkeit nicht antastet, war die Ende der 1960er vor allem von Stoller forcierte Unterscheidung zwischen biologischem Geschlecht (sex) und sozial konstruiertem Geschlecht bzw. Geschlechtsidentität (gender). Hiermit sollte ein Biologisieren der Geschlechtsdifferenz vermieden werden ohne sie gänzlich aufzuheben.34

Der Dekonstruktive Feminismus und vor allem Judith Butler gehen hierüber weit hinaus. Knapp gesagt, nimmt Butler an, dass als Folge aus dem Inszestund dem damit verbundenen Homosexualitätsverbot sich eine ‚Zwangsheteronirmativität‘ eingestellt habe, auf Grund derer eine Zweigeschlechtlichkeit angenommen werde.35

Zweigeschlechtlichkeit sei damit grundsätzlich ebenso wie biologisches und auch soziales Geschlecht konstruiert.36 Daraus folge, dass Geschlecht nicht angeboren sei, sondern erzeugt werde. Weil Heterosexualität als Norm gesetzt werde, liege das Hauptaugenmerk vor allem auf bipolaren Unterschieden (Vagina/ Penis). Diese Merkmale würden somit geschlechtsunterscheidend. Die damit kulturell verbundenen „[Geschlechterr]ollen werden [jedoch] nicht einfach ansozialisiert, sondern ergeben sich vielmehr aus dem performativen Akt der Bestätigung (oder Ablehnung) kulturell vorgegebener Weiblichkeitsund Männlichkeitsmuster.“37 Geschlecht ist demnach also immer ein Tun, was fachsprachlich ‚doing gender‘ genannt wird. Diese interaktive Herstellung von Geschlecht in Auseinandersetzung mit anderen Menschen in allen Situationen des Lebens ist unvermeidbar. Wie Simone de Beauvoir feststellt, steht jedes Wesen immer in einer spezifischen Situation und somit kann sich niemand über sein Geschlecht einfach hinwegsetzen.38 Das Gelingen und die Ausgefallenheit der Geschlechtsdarstellung werden normativ in Bezug auf Geschlechterstereotype bewertet. Mit diesen sind weit verbreitete und stark vereinfachte Bilder von Geschlecht gemeint, die der kognitiven Entlastung durch Reduktion der Komplexität dienen.39 Welches Bild von Geschlecht sie enthalten, ist kulturell variabel und intrakulturellgruppenspezifisch.

Geschlechterstereotype prägen Rollenbilder. Der Begriff der ‚Rolle‘ bezeichnet die Gesamtzahl der Erwartungen, die an das Verhalten eines Individuums als Träger von Positionen gestellt werden. Diese Erwartungen ordnen Verhalten und machen es berechenbar. In Kombination mit dem postmodernen, dekonstruktivistischen Ansatz der Performativität heißt das, dass durch Erfüllen der Geschlechterrolle erst das konstituiert werde, was gemeinhin bis heute als substantielle Identität oder Natur bezeichnet wird.40 Die Kategorien ‚Mann‘ und ‚Frau‘ wie ich sie auch in dieser Arbeit verwende sind somit Bezeichnungen für zwei soziale Rollenmuster, die auf der „Interpretation bestimmter genound phänotypischer Ausprägungen des Körpers“ basieren, auf Grundlage dessen Unterschiede in Bezug auf Geschlecht kulturell festgeschrieben werden.41 Das impliziert auch, dass das Kriterium, wie ‚männlich‘ oder ‚weiblich‘ das Verhalten einer Figur oder diese selbst dargestellt werden, auf die Darstellung unter dem Aspekt der Performativität untersucht wird. Es geht also nicht darum, wie in den 1970er Jahren in der differenzfeministischen Frauenbewegung die androzentristische Frauenbeschreibung aufzubrechen und ‚die Frau als solche‘ mit angemessenen Attributen zu versehen, noch darum, im Sinne eines gleichheitsfeministischen Ansatzes die Kinderromane Kästners dahingehend zu bewerten, welche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gemacht werden. Sondern es soll um die Darstellungsart von Geschlecht gehen wie also wird Geschlecht konstruiert, welche Rollenbilder werden in den Romanen entwi- ckelt und welche Geschlechtermodelle stehen dahinter. Um dies herauszuarbeiten, werde ich auf stereotype Rollenbilder verweisen müssen. Da die Erzähler der Romane die Figuren explizit als ‚weiblich‘ oder ‚männlich‘ beschreiben, werde ich bei der Romananalyse diese Begriffe auch generalisierend nicht vermeiden können.

Rollenbilder und grundlegende Differenzkonzeptionen führen zudem stets zu einer hierarchischen Geschlechterordnung, deren Merkmal eine Bewertung und damit einhergehend eine Überbzw. Unterordnung der Geschlechter ist. Abhängig von zeitlichen, räumlichen und kulturellen Bedingungen gestaltet sie sich unterschiedlich, doch „bildet [die Geschlechterordnung] einen grundlegenden Ordnungsfaktor in jeder Gesellschaft“.42 In der Ausgestaltung der Familie manifestiert sie sich im Kleinen. Geschlecht ist nicht die einzige Kategorie, durch die eine Gesellschaft sich ordnet, und ihre Wichtigkeit ist kulturell variabel. Auch Klasse, Rasse, sexuelle Identität spielen eine entscheidende Rolle. Insbesondere in Zusammenhang mit Mehrfachdiskriminierung auf Grund von Klassenund Geschlechtszugehörigkeit43 beispielhaft Frau Gast und Frau Pogge in „PA“ oder der unterschiedlichen Ausbildung eines Geschlechterbewusstseins auf Grundlage verschiedener sozioökonomischer Faktoren vor allem in Hinblick auf die Haushälterinnen Resi in „DL“ und Berta in „PA“ wäre eine Untersuchung am Werk Kästners aufschlussreich und interessant. Dies soll an dieser Stelle erwähnt sein, da der Aspekt im AnalyseKapitel aus Platzgründen nicht berücksicht werden kann.

3. ‚Neue Kinder‘, ‚Neue Mädchen‘, ‚Neue Sachlichkeit‘ die Kinderliteratur der 1920er Jahre

Ob [eine Geschichte] wirklich passiert oder nicht, das ist egal. Haupt sache, da ß die Geschichte wahr ist! Wahr ist eine Geschichte dann, wenn sie genauso, wie sie berichtet wird, wirklich h ä tte passieren k ö n nen. Habt ihr das verstanden? Wenn ihr das verstanden habt, habt ihr ein wichtiges Gesetz der Kunst begriffen.44

Dies lässt Kästner seinen Erzähler im Vorwort seines Romans „PA“ über Kunst sagen. Damit trifft er einen Kerngedanken der Strömung der ‚Neuen Sachlichkeit‘. Wollte Kästner sein Werk auch nicht in diese eingeordnet wissen45, so lassen sich Merkmale seiner Romane für Kinder durch eine solche Einordnung klassifizieren. Der Begriff ‚Neue Sachlichkeit‘ galt lange als negativ besetzt, da diese kulturelle Strömung im Sinne des marxistischen ÜberbauBasis-Modells als Kapitalismus stabilisierend gesehen wurde und ist damit vor allem auf die Stabilisierungsphase der Weimarer Republik, d.h. nach Ende der Inflation und vor Beginn der Weltwirtschaftskrise, festgelegt worden.46 In der Kinderliteratur wird sie ungefähr um 1925 angesetzt. Bezeichnet wird mit ‚Neuer Sachlichkeit‘ eine ästhetische Richtung und kulturelle Strömung, die vor allem realistische Darstellung in der Kunst als Maxime setzt. Anders als meist angenommen, ist diese Strömung, wie Becker zeigt, nicht nur auf die Weimarer Republik begrenzt, sondern trage sich vor allem auch durch die Exilliteratur über die Weimarer Republik hinaus.47

In der Kinderund Jugendliteratur wird mit ‚Neuer Sachlichkeit‘ vor allem ein Paradigmenwechsel verbunden: Wurden Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem Märchen gelesen und verlegt, erschienen nun realistische Romane mit neuen Genres wie der Detektivgeschichte, deren Haupthandlungsort statt auf dem Land nun in der Großstadt lag und die mit viel Tempo und Aktualität erzählt wurden.48 Neben den neuen Motiven sieht Helga Karrenbrock vor allem den Rollenwechsel im Verhältnis zwischen Kindern und Erwachsenen für diese Literatur als entscheidend an: Nicht mehr das unwissende Kind, das dem Erwachsenen zu gehorchen habe, steht im Mittelpunkt, sondern das aktive, selbstständige Kind, das vorrangig in Gruppen in die Erwachsenenwelt hineindrängt und in dieser, wie beispielsweise der Umgang und das Benutzen der Großstadt zeigt, weitaus erfolgreicher ist als einige Erwachsene. Kehren sich die Rollen zwischen Kindern und Erwachsenen um, hat dies auch Auswirkungen auf die Familie. Diese entwickelt sich immer mehr vom „Befehlshaushalt“ zum „Verhandlungshaushalt“ das Wort der Eltern wird nicht mehr schweigsam hingenommen, sondern ist Gegenstand der Auseinandersetzung, wobei festzustellen ist, dass die Kinderfiguren kaum gegen ihre Eltern rebellieren müssen.49 Neu in diesem Zusammenhang ist auch die kinderliterarische Distanzierung von der Pädagogik.50 Als Prototypen solcher ‚neu sachlichen‘ Kinderromane51 gelten vor allem Durians „Kai aus der Kiste“52 und Kästners „ED“, die, wie Karrenbrock sie versteht, „demokratische Antwort auf den anarchischen Kai“53. Vor allem „ED“ hat das neue kinderliterarische Genre der Detektivgeschichte mit dem nach Otto Brunken klassischen Fünfschritt, bestehend aus Vorgeschichte, Fall, Detektion, Überführung, Nachgeschichte, geprägt. Das Setzen des Sujets der Großstadt ist für Brunken ein Ausdruck einer modernen Technikund Fortschrittbegeisterung.54 Becker weist hier jedoch zu Recht darauf hin, dass sehr wohl eine kritische Auseinandersetzung mit Urbanität und industrialisierter Moderne stattfindet.55

Mit den neuen Schauplätzen, kommen neue, vormals nicht literarische Motive hinzu. Diese werden aber nicht wie im Expressionismus erhöht, sondern möglichst detailgetreu und authentisch wiedergegeben. Eine gewisse Entästhetisierung findet statt. Literatur wird verstärkt unter ihrem Gebrauchswert und dem Aspekt der Funktionalität gesehen. Dies hat auch Änderungen im Erzählkonzept und dem Autorverständnis zur Folge. Der Autor wird verstärkt als Beobachter empfunden und als Produzent, nicht als großer Schöpfer, deklariert. Die Authentizität der Darstellungen wird vor allem in Rückgriff auf Montageverfahren durch Faktenreichtum bestärkt. Damit verbunden, lösen sich in Ansätzen auch traditionelle Gattungsbestimmungen auf: Fiktion und Realität vermischen sich. Besonders deutlich wird das im verstärkten literarischen Gebrauch von journalistischen Genres wie dem Bericht.56

Strukturell hinzu, kommen auch die Thematisierung des Erzählvorgangs und ein in der Fiktion personal präsenter Erzähler.57 Dies ist auch in den kinderliterarischen Werken Kästners immer wieder zu finden. So taucht beispielsweise ein Journalist mit Namen „Kästner“58 auf, der Erzähler spricht von sich als Autor „Kästner“ und unterhält sich mit seinen Figuren59. Hierdurch wird der kunstprogrammatische Satz aus „PA“ noch einmal anders realisiert. Die wirklich anmutenden Geschichten, die durch in ihnen auftretende vermeintlich reale Personen wie „Herrn Kästner“ an Authentizität gewinnen, werden durch die enge Verknüpfung der Fiktion, zum einen in ihrer Realitätswirkung bestärkt, zum anderen auf ihren fiktionalen Boden, beispielsweise durch das Gespräch des „Herrn Kästner“ mit den Figuren des Romans, zurückgeholt und stellen sich dann als lediglich „wahr“60 heraus.

Im Hinblick auf das in dieser Arbeit untersuchte Thema lässt sich feststellen, dass sich vor allem Neuerungen in der Familie, die Abbild der Manifestation der Geschlechterordnung im Kleinen ist, in der Kinderliteratur der 1920er Jahre abzeichneten. Der Familie und den Eltern kommt generell eine marginalisierte Rolle in den kinderliterarischen Werken dieser Zeit zu, da die Geschichten wie auch „ED“ meist im elternfernen Raum spielen.61 War die Auseinandersetzung mit dem Vater noch einer der zentralsten literarischen Topoi um die Jahrhundertwende62 und mussten die Expressionisten den Vater noch ermorden63, hat die sich Auseinandersetzung mit der Vaterfigur nach dem Ersten Weltkrieg verändert. Väter kommen häufig gar nicht mehr vor oder sind schwach, krank oder arbeitslos, so dass sie kaum noch als Respektspersonen fungieren.64 Wenn Väter, wie im klassischen Mädchenbuch, präsent sind, so werden sie durch die Herausverlagerung des Arbeitsplatzes aus der Wohnung auch in der Handlung immer weiter marginalisiert. Kommen sie dort anfangs noch zum Hausbesuch für das Mittagessen vor, verschwindet dieses Bild immer weiter aus der literarischen Wirklichkeit.65 Dieses Nichtvorkommen der Väter wie auch ihr allmähliches Ausblenden kann historisch erklärt werden. Etwa durch den Tod vieler Soldaten im Ersten Weltkrieg, durch die schwache wirtschaftliche Stellung aufgrund der hohen Arbeitslosenquote oder durch die neuen Beschäftigungsbedingungen, welche auch im Bürgertum für eine Auslagerung des Arbeitsplatzes aus der Familie sorgte.66 Statt ein literarisches Wunschbild einer idealen Familie, vor allem eines idealen Vaters, aufzubauen, verschwindet dieser immer weiter aus der Literatur.67

Bei der Zeichnung der Mutterfiguren nehmen Hans-Heino Ewers/ Inge Wild hingegen an, dass deren literarische Zeichnung zum Teil durchaus eine kompensatorische Funktion habe. Parallel zu den verschwindenden Vätern treten immer mehr alleinerziehende, starke Mütter auf, die häufig gut ausgebildet sind.68 Diese Frauen sind eigenständig, haben ein soziales Leben und begegnen ihrer Familie gleichzeitig jedoch sehr liebevoll und mit viel Verständnis.69 Als kompensatorisch sehen Ewers/Wild diese Mutterbilder, da sie im Kontrast zur Emanzipationsbewegung und dem Typ der neuen Frau mit Bubikopf, rot geschminkten Lippen und einer Zigarette in der Hand stehen.70 Wild stellt dazu die These auf, dass „[d]ie Hochstilisierung der Mutter zum Gegenbild dieser modernen bis mondänen und daher bedrohlichen jungen Frau [ ] eine nicht seltene psychische Reaktion der vom Krieg verunsicherten jungen Männer [sei]“.71

Noch mehr als das Mutterbild wandelt sich allerdings die Mädchenrolle in den neuen Romanen der Weimarer Republik. Mädchen treten nun als Anführerinnen von gemischten Kindergruppen in Erscheinung,72 sind generell aktiver, erobern sich eine ganz andere Welt und neue Handlungsräume73 und agieren in der Großstadt ähnlich wie die Jungen in „Kai aus der Kiste“ und „ED“.

[...]


1 Weiterführend: Hans-Heino Ewers u.a. (Hrsg.): Erich Kästners weltweite Wirkung als Kinderschriftsteller: Studien zur internationalen Rezeption des kinderliterarischen Werks. Frankfurt am Main/ Berlin/ Bern/ Bruxelles/ New York/ Oxford/ Wien/ Lang 2002. Alle Werke werden bei einem erneuten Verweis als Kurztitel bestehend aus Verfassernamen, ggf. Herausgeber und Erscheinungsjahr genannt.

2 Erich Kästner: Doktor Erich Kästners Lyrische Hausapotheke. Zürich 1936. S. 36.

3 Siehe http://www.zdf-jahrbuch.de/2004/programmarbeit/arens.htm [letzter Zugriff am 29.09.2010].

4 Kaminski nach Otfried Preußler. In: Winfried Kaminski: Kinderund Jugendliteratur in der Zeit von 1945-1960. In: Klaus Doderer (Hrsg.): Jugendliteratur zwischen Trümmern und Wohlstand 1945-1960. Ein Handbuch. Weinheim/ Basel 1993. S. 17-208. S. 135.

5 Andreas Drouve: Erich Kästner Moralist mit doppeltem Boden. Marburg 1999. S. 264.

6 Marianne Bäumler: Die aufgeräumte Wirklichkeit des Erich Kästner. Köln 1984. S. 43.

7 Dorothee Markert: Momo, Pippi, Rote Zora .was dann? Leseerziehung, weibliche Autorität und Geschlechterdemokratie. Köngistein/ Taunus 1998. S. 179.

8 Gundel Mattenklott: Erich Kästner und die Kinder. In: Matthias Flothow (Hrsg.): Erich Kästner: Ein Moralist aus Dresden. Leipzig 1996. S. 60-72. S. 64.

9 Susanne Haywood: Kinderliteratur als Zeitdokument. Alltagsnormalität der Weimarer Republik in Erich Kästners Kinderromanen. Frankfurt am Main 1998.

10 Mattenklott 1996. In: Matthias Flothow (Hrsg.) 1996. S. 67.

11 Zusammenfassung bei Inge Wild: Rollenmuster Rollenspiele. Literarische Erkundungen von Pubertät und Adoleszenz. Gesammelte Aufsätze zur neueren Jugendliteratur. Frankfurt am Main 2006. S. 11-36.

12 Beispielsweise Inge Wild: Die Phantasie vom vollkommenen Sohn. Erich Kästners Familiengeschichte/ Familiengeschichten in psychoanalytischer Sicht. In: Hans-Heino Ewers u.a. (Hrsg.): Kinderund Jugendliteraturforschung 1988/99. Mit einer Gesamtbibliographie der Veröffentlichungen des Jahres 1998. Stuttgart/ Weimar 1999. S. 50-69. S. 57. Weiterführend Fußnote 96.

13 Beispielhaft: Winfried Kaminski: Weimarer Republik. In: Reiner Wild (Hrsg.): Geschichte der deutschen Kinderund Jugendliteratur. Stuttgart 1990. S. 251-265. S. 253.; Dagmar Grenz: Erich Kästners Kinderbücher in ihrem Verhältnis zu seiner Literatur für Erwachsene. Am Beispiel eines Vergleichs zwischen ‚Fabian‘ und ‚Pünktchen und Anton‘. In: Maria Lypp (Hrsg.): Literatur für Kinder. Studien über ihr Verhältnis zur Gesamtliteratur. Göttingen 1977. S. 155-169. S. 167.

14 Erich Kästner: Kästner über Kästner. In: Die kleine Freiheit. Chansons und Prosa 1949-1952. In: Erich Kästner: Gesammelte Schriften. Band 5 Vermischte Beiträge. Köln 1959. S. 304.

15 Grundlage für alle Werkzitate aus Kästners kinderliterarischen Romanen bildet die zweibändige Werkausgabe „Kästner für Kinder“ von 1985. Die Werke werden der Übersicht wegen wie folgt zitiert: Bandangabe: Band 1 (I)/ Band 2 (II), Kurztitel des Romans. Seitenzahl. Die Romane im Ganzen finden sich in: I, ED. S. 11-112.; I, EZ. S. 113-248.; I, DL. S. 249-352; II, FK S. 7-120; II, PA. S. 121-218.

16 Auf Grund der Gattungszugehörigkeit werde ich hier „Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee“ (1932) und „Die Konferenz der Tiere“ (1949), „Als ich ein kleiner Junge war“ (1957) nicht untersuchen. Da das „Fliegende Klassenzimmer“ (1933) zu den Umweltromanen und in den zeitlichen Entstehungszeitraum der hier behandelten Romane zählt, werde ich kurz auf dieses verweisen. Auf Grund ihres Entstehungszeitraumes werden „Der kleine Mann“ (1963) sowie „Der kleine Mann und die kleine Miss“ (1967) nicht berücksichtigt.

17 Begriffe nach Stephanie Bachorz: Zur Analyse der Figuren. In: Peter Wenzel (Hrsg.): Einführung in die Erzähltextanalyse. Kategorien, Modelle, Probleme. Trier 2004. S. 51-68.

18 Begriffe nach: Vera u. Ansgar Nünning: Von der feministischen Narratologie zur gender-orientierten Erzähltextanalyse. In: Vera Nünning u.a. (Hrsg.): Erzähltextanalyse und Gender Studies. Stuttgart/ Weimar 2004. S. 1-32. S. 22.

19 Begriff nach Lena Lindhoff: Einführung in die feministische Literaturtheorie. Stuttgart/ Weimar 2003.

S. 97.

20 Geschlechtskonstruktion z.B. durch Bezeichnung ‚Mann‘/ ‚Frau‘; Illustration, Vornamen.

21 Renate Kroll: Art. Geschlechterdifferenz. In: Renate Kroll (Hrsg.): Metzler Lexikon: Gender Studies Geschlechterforschung. Ansätze-Personen-Grundbegriffe. Stuttgart/ Weimar 2002. S. 153f.

22 Markert 1998: S. 159.

23 Gen 2,18-25.

24 An dieser Stelle sei auf Einwände der feministischen Theologie hingewiesen. Weiterführend Helen Schüngel-Straumann: Art. Eva Biblisch. In: Elisabeth Gössmann u.a.: Wörterbuch der Feministische Theologie. Gütersloh 2002. S. 126.

25 Beispielsweise: Eph 5,24; Kol 3,18; 1.Tim 2,12-14; 1.Pet 3,1 In Bezug hierauf ist die Lesart der feministischen Theologie gewinnbringend: Schüngel-Straumann. In: Elisabeth Gössmann u.a. 2002. S. 127.

26 Claudia Honegger: Die Ordnung der Geschlechter. Die Wissenschaften vom Menschen und das Weib. 1750-1850. Frankfurt am Main/ New York 19Alfer91. S. IX.

27 Rosemarie Nave-Herz: Mutterschaft und Mutterrolle. Eine soziologische und historische Betrachtung. In: Margeret Schuchard u.a. (Hrsg.): Mutterbilder Ansichtssache. Beiträge aus sozialwissenschaftlicher und psychoanalytischer, juristischer, historischer und literaturwissenschaftlicher, verhaltensbiologischer und medizinischer Perspektive. Heidelberg 1997. S. 5-16. S. 13.

28 Kulturgeschichtlich sehr prägend ist diese Zuschreibung in Schillers „Lied von der Glocke“ zu finden. Insbesondere Strophe 12, V.4f.; Strophe 13, V. 1f., Strophe 24. In: Friedrich Schiller: Das Lied von der Glocke. In: Norbert Oellers (Hrsg.): Schillers Werke Nationalausgabe. Zweiter Band Teil 1. Gedichte. In der Reihenfolge ihres Erscheinens 1799-1805 der geplanten Ausgabe letzter Hand (Prachtsausgabe)aus dem Nachlaß (TEXT). Weimar 1981. S. 227-239.

29 Dorothee Alfermann: "Ein Kind gehört zu seiner Mutter". Über Rollenerwartungen und ihre Folgen. In: Margeret Schuchard u.a. (Hrsg) 1997. S. 31-48. S. 33.

30 Carmen Wulf: Mädchenliteratur und weibliche Sozialisation: Erzählungen und Romane für Mädchen und junge Frauen von 1918 bis zum Ende der 1950er Jahre. Eine motivgeschichtliche Untersuchung. Frankfurt am Main 1995. S. 121f.

31 Adelheid zu Castell Rüdenhausen: Familie und Kindheit. In: Dieter Langewiesche u.a. (Hrsg.): Handbuch der deutschen Bildungsgeschichte. Band V. 1918-1945. Die Weimarer Republik und die nationalsozialistische Diktatur. München 1989. S. 65-85. S. 76.

32 Stephanie Catani: Das fiktive Geschlecht. Weiblichkeit in anthropologischen Entwürfen und literarischen Texten zwischen 1885 und 1925. Würzburg 2005. S. 53f.

33 Silvia Nora Labado: Art. Ein-Geschlecht-Modell (Laquer).In: Renate Kroll (Hrsg.) 2002. S. 79.

34 Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt am Main 1991. S. 22.

35 Butler 1991: S. 199.

36 Butler 1991: S. 26. Dies ist eine wie sehr häufig anzutreffen sehr selektive Rezeption Butlers, welcher der psychoanalytische Rahmen fehlt. Weiterführend: Heike Jensen: Judith Butler: Gender Trouble. In: Martina Löw u.a. (Hrsg.): Schlüsselwerke der Geschlechterforschung. Wiesbaden 2005. S. 254-266.

37 Renate Kroll: Art. Geschlechtsidentität. In: Renate Kroll (Hrsg.) 2002. S. 160.

38 Simone de Beauvoir: Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau. Hamburg 1951. S. 8.

39 Anke Theresia Mattlener: Familiale Geschlechterrollen eine erziehungswissenschaftliche Betrachtung sowie eine Analyse des Themas in aktuellen Bilderbüchern. In: Tanja Wieners (Hrsg.): Familienbilder und Kinderwelten. Kinderliteratur als Medium der Familienund Kindheitsforschung. Frankfurt am Main 2005. S. 39-70. S. 41.

40 Butler 1991: S. 24.

41 Kornelia Hahn: Art. Frau/Mann. In: Renate Kroll (Hrsg.) 2002. S. 116.

42 Renate Kroll: Art. Geschlechterordnung/ Geschlechterhierarchie. In: Renate Kroll (Hrsg.) 2002. S. 158.

43 Weiterführend: Hilde van den Boogaart: Beziehung: Soziale Kontrolle, Feminismus und Foucault. Bonn 1994. S. 64-69.

44 II, PA. S. 122. [kursiv im Original].

45 Erich Kästner: Lyriker ohne Gefühl. In: Neue Leipziger Zeitung, 4. Dezember 1928. Gefunden in: Johann Zonneveld: Erich Kästner als Rezensent 1923-1933. Frankfurt am Main/ Bern/ New York 1991. S. 221f.

46 Sabina Becker: Neue Sachlichkeit im Roman. In: Sabina Becker u.a. (Hrsg.): Neue Sachlichkeit im Roman.Neue Interpretationen zum Roman der Weimarer Republik. Stuttgart/ Weimar 1995. S. 7-26. S. 7.

47 Becker 1995. In: Sabina Becker u.a. (Hrsg.) 1995. S. 7-12.

48 Helga Karrenbrock: "Revolution im Bücherschrank der Kinder". Zur Synchronisierung von Kindheit in den Kinderromanen der Neuen Sachlichkeit. In: Reiner Wild (Hrsg.): Gesellschaftliche Modernisierung und Kinderund Jugendliteratur. St. Ingbert 1997. S. 124-139. S. 131.

49 Birte Tost: Moderne und Modernisierung in der Kinderund Jugendliteratur der Weimarer Republik. Frankfurt am Main 2005. S. 184.

50 Helga Karrenbrock: Das stabile Trottoir der Großstadt. Zwei Kinderromane der Neuen Sachlichkeit: Wolf Durans >Kai aus der Kiste< und Erich Kästners >Emil und die Detektive<. In: Sabina Becker u.a. (Hrsg.) 1995. S. 176-194. S. 177-179.

51 Bettina Kümmerling-Meibauer: Klassiker der Kinderund Jugendliteratur. Ein internationales Lexikon. Band 2 H-P. Stuttgart/Weimar 2004. S. 512.

52 Wolf Durian: Kai aus der Kiste. Hamburg 2004.

53 Karrenbrock 1997. In: Reiner Wild (Hrsg.) 1997. S. 135.

54 Otto Brunken: Kinderund Jugendliteratur von den Anfängen bis 1945. Ein Überblick. In: Günter Lange (Hrsg.): Taschenbuch der Kinderund Jugendliteratur. Band 1. Grundlagen-Gattungen. Baltmannsweiler 2002. S. 17-96. S. 76f.

55 Becker 1995. In: Sabina Becker u.a. (Hrsg.) 1995: S. 15.

56 Becker 1995. In: Sabina Becker u.a. (Hrsg.) 1995: S. 11.

57 Wild 2006: S. 24.

58 I, ED. S. 94f.

59 I, EZ. S. 118f.

60 II, PA. S. 122.

61 Helga Karrenbrock: ‚Familienbande‘? Eltern und Kinder in der neuen Kinderliteratur der Weimarer Republik. In: Hans-Heino Erwers u.a. (Hrsg.): Familienszenen. Die Darstellung familialer Kindheit in der Kinderund Jugendliteratur. Weinheim/ München 1999. S. 95-110. S. 95.

62 Für Lenzen gipfelt die kulturelle Auseinandersetzung mit dem Vater in Freuds Ödipuskomplex und Vaterhass sowie Kafka. Siehe Dieter Lenzen: Vaterschaft. Vom Patriarchat zur Alimentation. Reinbek bei Hamburg 1991. S. 221ff.; Weiterführend Monika Sommer: Literarische Jugendbilder zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit. Studien zum Adoleszenzroman der Weimarer Republik.Frankfurt am Main/ Berlin/ Bern/ New York/ Paris/ Wien 1996. S. 36-44.

63 Walter Fähnders: Avantgarde und Moderne 1890-1933. Stuttgart/ Weimar 1998. S. 212.

64 Karrenbrock 1999. In: Hans-Heino Erwers u.a. (Hrsg.) 1999. S. 96. Beispielhaft: Lotte Arnheim: Lusch wird eine Persönlichkeit. Ein lustig-nachdenkliches Mädelbuch. Stuttgart 1932.; Friedrich Schnack: Klick aus dem Spielzeugladen. Stuttgart 1965.

65 Beispielhaft Else Steup: Wiete will nach Afrika. Ein Jungmädchenbuch. Berlin 1936.; Lisa Heiss: Cornelia. Ein Mädelroman. Stuttgart 1940. Vertiefend Wulf 1995: S. 79.

66 Tost 2005: S. 192.

67 Karrenbrock 1999. In: Hans-Heino Erwers u.a. (Hrsg.) 1999. S. 96.

68 Beispielhaft hierfür Frau Dr. Brandt in: Kadidja Wedekind: Kalumina. Der Roman eines Sommers. Berlin 1931. Oder Frau Dr. Gerte Linde in: Tami Oelfken: Nickelmann erlebt Berlin. Potsdam 1931.

69 Tost 2005: S. 198.

70 Hans-Heino Ewers/ Inge Wild: Einleitung. In: Hans-Heino Erwers u.a. (Hrsg.) 1999. S. 9-24. S. 16.

71 Wild 2006: S. 20.

72 Beispielhaft: Wedekind 1931 oder Wilhelm Speyer: Kampf der Tertia. Reinbek bei Hamburg 1965.

73 Beispielhaft Estrid Ott: Drei Mädel in einem Auto. Stuttgart 1929.

Details

Seiten
55
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656011699
ISBN (Buch)
9783656011873
Dateigröße
839 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v178886
Note
Schlagworte
Das doppelte Lottchen Emil und die Detektive Emil und die drei Zwillinge Pünktchen und Anton Erich Kästner Mädchenfiguren Kinderromane Kinderliteratur Gender Neue Sachlichkeit Frauen Jungen Geschlechterrollen Vaterfigur Mutterbild

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Titel: Geschlechterordnungen und Rollenbilder in Erich Kästners Kinderromanen