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Das Verhalten Norman Bates im Film "Psycho" von Alfred Hitchcock vor und nach beiden Mordszenen

Hausarbeit 2011 14 Seiten

Germanistik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Erste Mordszene
1.1. Das Verhalten Norman Bates vor der Ersten Mordszene
1.2. Das Verhalten Norman Bates nach der ersten Mordszene

2. Zweite Mordszene
2.1. Das Verhalten Norman Bates vor der zweiten Mordszene
2.2. Das Verhalten Norman Bates nach der zweiten Mordszene

3. Vergleich des Verhaltens zwischen beiden Szenen
3.1 Vergleich vor dem jeweiligen Morden
3.2 Vergleich nach dem jeweiligen Morden

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Der Spielfilm „Psycho“ aus dem Jahre 1960 von Alfred Hitchcock zählt zu den bedeutendsten Klassikern der Filmgeschichte. Er ist zu dem einer der am öftesten zitierten Filme, und gilt als zentrales Werk von Alfred Hitchcock. Nicht zuletzt durch die sogenannte Duschszene und den Hauptakteur Norman Bates, welcher von Anthony Perkins gespielt wurde, ist dieser Film selbst heute noch als „Schocker“.

Wenn man das Ende des Filmes bereits kennt, kann man schon in Gesprächen, die dem Mord vorangehen erahnen, was passieren könnte. Besonders das Verhalten Bates vor den jeweiligen Morden lässt viel Anlass zu Interpretationsversuchen, da man eine Art Entwicklung bei der Figur wahrnehmen kann.

In der nachfolgenden Hausarbeit gehe ich zunächst genauer auf das Verhalten Norman Bates vor und nach dem jeweiligen Mord ein und stelle dann später einen Vergleich zwischen beiden Ereignissen im Zusammenhang mit Bates Verhalten her.

1. Erste Mordszene

1.1. Das Verhalten Norman Bates vor der Ersten Mordszene

(34min10sec - 42min10sec)

Abbildung in dieserLeseprobenichtenthalten Nachdem Norman Bates Marion Crane in Bates Wohnzimmer ein provisorisches Abendbrot serviert hat, fängt Bates eine Unterhaltung an. Man merkt deutlich, dass Bates sehr nervös und unsicher ist, obwohl er zunächst klare und deutliche Bitten äußerst, wie am Anfang des Gespräches: „Setzen Sie Sich.“ oder „Nehmen Sie ruhig alles, ich habe nämlich gar keinen Hunger. Sie essen wie ein kleiner Vogel.“ (34min16sec – 34min35sec) Man sieht jedoch an der Gestik vom Protagonisten deutliche nervöse Merkmale, wie das reiben und verschließen der Handflächen, als ob ihm kalt und/oder etwas unangenehm wäre. Sogar als er mit einer Hand auf einen Vogel deutet und diese auch anfässt sucht er mit der anderen wieder „Halt“ an seinem Oberschenkel. Er muss immer etwas in der Hand haben, da er sonst womöglich noch nervöser wirken würde, weil er gar nicht wüsste wo er seine Hände hinzulegen hat. So ist in diesem Zusammenhang auch auffällig, dass er relativ wenig Gestiken mit seinen Händen beim Unterhalten macht. Man sieht auch als Marion ihn auf mögliche Freunde Bates anspricht, dass er sofort wieder die Hände faltet, die Knie anzieht und den Blick, womöglich vor Scham, nach unten senkt (vergleiche Abbildung 1).

Ein weiteres Indiz dafür das er nervös ist und die Unterhaltung ihm teilweise unangenehm ist. (35min55sec – 36min06sec) Weiter fängt er zu stottern an, bei Teilen des Gespräches wo er sich vorher fast überschlagen hätte und viel Begeisterung gezeigt hatte. „Ich weiß nicht genau. Immerhin, Sie kennen den Ausdruck „Isst wie ein kleiner Vogel“, aber das ist fal..., fal..., falsch ist das.(34min40sec – 34min50sec). Bates ist in dieser Situation keineswegs schüchtern, so redet er gerne über sein Hobby, das „Austopfen von Tieren“, und man hat insgesamt das Gefühl, dass er während des Gespräches selbstsicherer wird, so fragt er beispielsweise direkt ob Marion vor irgendetwas auf der Flucht sei. Nachdem Marion ihm eine Gegenfrage stellt ob sie so aussehe, verneint er und guckt aus dem Fenster nach oben in Richtung des Hauses wo seine Mutter zuhause zu sein scheint. Er überlegt danach einen Moment und sagt dann: „(..)Mir kommt das Leben vor, als wenn wir in unserer eigenen Falle gefangen sind,(..).“ Während er dies sagt ist sein Kopf nach oben links gerichtet, als ob er nachdenken würde, bzw. an seine Mutter denken würde. Wie im gesamten Film nimmt die Mutter auch bei dieser Szene eine wichtige Rolle ein, da diese immer wieder sowohl direkt als auch indirekt zum Thema wird. Beispielsweise direkt, als Marion Bates auf das vorangegangene Gespräch mit seiner Mutter, welches sie belauscht hat, anspricht und indirekt als es um die Falle geht in die Bates reingeboren wurde und sich damit abgefunden hat. “Nein, nun wir können unseren Schicksal sowieso nicht entfliehen(...)“

In diesem Dialog erkennt man auch deutlich wie Bates mit seinen Gefühlen hin und her schwankt. Im einen Augenblick wirkt er so als ob er eine Art Hass auf seine Mutter hat. „Ja, manchmal, wenn sie so rumgetobt hat, könnte ich hoch gehen vor Wut, dann könnte ich sie verfluchen (…).“ Auf der anderen Seite verteidigt er sie aber auch und ist wütend über Menschen die über seine Mutter urteilen, in diesem Falle über Marion Crane. Marion: „Wäre es nicht besser für alle, man brächte sie irgendwohin?“ Norman: „Sie meinen in eine Anstalt, Sie meinen, in ein Irrenhaus. Warum drücken sich denn die meisten vor dem Wort Irrenhaus, sagen: irgendwohin?“ Diese Schwankungen der Gefühle zeigen nun schon Teilansätze seiner Krankheit der Schizophrenie auf. Nachdem sich Marion zum Schlafen bzw. Duschen gehen verabschiedet hat, verfolgt Bates genauestens die Schritte von ihr, wartet bis sie aus der Tür ist und überprüft nochmals ihren Namen in der Anmeldeliste bei der Rezeption, da sie am Ende des Gespräches auf Nachfrage Bates diesen nochmals wiederholt hat. Sie erzählte ihm ihren richtigen Namen, Marion Crane, nicht den mit welchem sie unterschrieben hatte: Marie Samuels (vergleiche Abbildung 2).

Abbildung in dieserLeseprobenichtenthalten

Weiter entdeckt man, dass Bates nervös auf einen Kaugummi oder ähnlichen kaut. Er begibt sich danach wieder ins Wohnzimmer, wartet dort kurz und nimmt dann ein Bild von der Wand, hinter welchem sich ein kleines Loch befindet, durch welches er in das Zimmer von Marion Crane gucken kann. Er sieht wie sie sich auszieht und aus dem Bild verschwindet, dann setzt er das Bild wieder an die Wand und hält einen kurzen Moment inne. Danach guckt er ruckartig in Richtung des Fensters, hinter welchem sich das Haus seiner Mutter befindet, danach geht er aus dem Zimmer wartet nochmals kurz auf der Veranda, und atmet tief aus und guckt nochmals in Richtung des Hauses der Mutter, und geht dann mit schnellem Schritt ins Haus. Dort angekommen geht er zunächst in Richtung der Treppe, wartet dort dann aber und schaut zum Zimmer der Mutter hinauf und sackt deutlich mit den Schultern zusammen und senkt seinen Kopf zu Boden, als ob er wüsste was passieren muss. Danach setzt er sich in die Küche und es hat den Anschein, als ob er überlegen würde.

Kurz danach passiert der Mord an Marion Crane.

[...]

Details

Seiten
14
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656009870
ISBN (Buch)
9783656010586
Dateigröße
2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v178789
Institution / Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg) – Institut für Germanistik
Note
Schlagworte
Alfred Hitchcock psycho analyse

Autor

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