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Regionale Standortplanung eines Distributionszentrums in der Textilbranche

Hausarbeit 2011 28 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Die Bedeutung des Standortes für ein Unternehmen
1.1 Definition: Standort
1.2 Die Aufgabe eines Distributionszentrums
1.3 Wann und wo tritt die Wahl des Standortes auf?

2 Standortfaktoren
2.1 Quantitative Standortfaktoren
Transportzeit, -kosten Personalkosten
Grund- und Gewerbesteuern Energie
Subventionen
Gewerbefl ä che
Verkehrsanbindung Absatzpotenzial Infrastruktur

3 Nutzwertanalyse als Methode der Entscheidungstheorie
3.1 Die Entscheidungstheorie
3.2 Nutzwertanalyse
3.2.1 Zielfunktion
3.2.2 Alternativen
3.2.3 Ergebniswerte

4 Standortwahl für ein Distributionszentrum
4.1 Kritik

5 Fazit

6 Abbildungsverzeichnis

7 Tabellenverzeichnis

8 Literaturverzeichnis

Einleitung

Im Rahmen dieser Arbeit wird die Wahl des Standortes für ein Distributionszentrum beschrieben werden. Diese Wahl beschränkt sich auf eine regionale Standortwahl innerhalb Deutschlands für die Städte Dortmund, Hamburg und Boxberg Oberlausitz. Das erste Kapitel beschäftigt sich mit grundlegenden Themen, wie der Bedeutung der Standortwahl für ein Unternehmen sowie der Definition des Standortes. Die für ein Distributionszentrum ausschlaggebenden Standortfaktoren werden im zweiten Kapitel ausführlich beschrieben Die Standortwahl wird mit Hilfe einer Nutzwertanalyse ermittelt. Eine Erläuterung dieser Methode findet in Kapitel 4 statt. Im darauf folgenden Abschnitt wird die Nutzwertanalyse anhand des konkreten Beispiels durchgeführt. Abschließend wird kurz auf die Kritik an der Nutzwertanalyse eingegangen sowie einige Alternativen für die Standortwahl genannt.

1 Die Bedeutung des Standortes für ein Unternehmen

Grundsätzlich ist die Wahl des Standortes in der Bundesrepublik Deutschland für die meisten Unternehmen frei. Vorgegeben bzw. örtlich gebunden sind lediglich solche Unternehmen, die aufgrund der Eigenart ihrer Produktion naturgemäß nicht anders produzieren können. Dies sind vor allem Unternehmen der Urproduktion, Fischereibetriebe oder Bergbauunternehmen (Kohle und Erz). Wechselt man jedoch die Seite hinzu den „Unternehmen des letzten Verbrauchs“, so sind an dieser Stelle Unternehmen wie Bäcker, Friseure, Discounter und Kinos meist in Ballungsgebieten angesiedelt.1

Die Ermittlung der optimalen Anzahl und Lage von Werken, Lägern und Distributionszentren, gehört mit zu den wichtigsten logistischen Planungsaufgaben.2 Eine Fehlentscheidung bei der Standortplanung kann zu erheblichen Kosten führen, wenn diese korrigiert werden müssen. Es kann sogar Betriebe in existenzielle Bedrängnis bringen, wenn sich die Entscheidung für einen Standort im Nachhinein als fehlerhaft herausgestellt hat.3

„ Die Wahl des optimalen Standorts f ü r einen Einzelbetrieb ist eine unternehmerische Entscheidung, die sich an dem Unternehmensziel zu orientieren hat. Die traditionelle Theorie der Unternehmung unterstellt eine monovariable Zielfunktion: die Gewinnmaximierung. Danach ist es das langfristige Ziel der Unternehmung, den gr öß tmöglichen absoluten Gewinn, d. h. die gr öß tmögliche Differenz zwischen Gewinn und Kosten, zu erzielen. “

(Vgl. Schätzl, 2003, S. 30)

Anders ausgedrückt könnte man sagen, dass der günstigste Standort nicht derjenige ist, mit den absolut niedrigsten Kosten, sondern der Standort mit den relativ geringsten Kosten im Verhältnis zu den Erlösen.4

1.1 Definition: Standort

Der Standort ist der geografische Ort, an dem ein Unternehmen seine Produktionsfaktoren (nach Gutenberg) einsetzt, um Güter oder Leistungen herzustellen. Es handelt sich bei der Wahl des Standortes für den Betrieb um eine grundlegende konstitutive Entscheidung, die beispielsweise bei Gründung, Verlagerung oder räumlicher Ausdehnung zu treffen ist.5 Für ein Unternehmen geht es bei der Wahl des Standortes einer Produktionsstätte, Distributionszentren oder Umschlagspunkten, um eine strategische Entscheidung, die das Unternehmen somit langfristig bindet.6

Neben der Wahl des Standortes gehören noch die Wahl der Rechtsform und die Formen von Zusammenschlüssen mit anderen Unternehmungen zu den konstitutiven Entscheidungen eines Unternehmens.

1.2 Die Aufgabe eines Distributionszentrums

Ein Distributionszentrum besitzt die Aufgabe, in einem geographischen Raum die Produktionsstandorte und Nachschublager mit den Kundennachfragen zu koordinieren und die Warenströme zu den Kunden zu leiten. Die Struktur eines Distributionszentrums wird dabei durch die Kundennachfrage sowie die Standorte der Produktion und Nachschublager bestimmt.7

1.3 Wann und wo tritt die Wahl des Standortes auf?

Die Wahl eines neuen Standortes stellt sich nach Wöhe bei:8

- Gründung,
- Standortverlagerung oder
- Standortspaltung

eines Unternehmens.

Die enorme Tragweite, die eine Entscheidung nach dem optimalen Standort mit sich bringt, wird durch die Abbildung 1 verdeutlicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Zeitzonen unterschiedlicher Planungsarten: Quelle Eversheim & Schuh, 1996, S. 9-40

Die zeitlichen Angaben sind lediglich Richtwerte und können bei jeder Planungsart noch deutlich überschritten werden. Dennoch wird die Bedeutung der Standortplanung von ca. 15-30 Jahren als einer der wichtigsten Entscheidungen für ein Unternehmen deutlich.9

Weiterhin stellt sich die Frage, ob es sich bei der Standortplanung um eine innerbetriebliche oder außerbetriebliche Standortwahl handelt. Die innerbetriebliche Standortwahl beschäftigt sich mit der Frage:

- einer sinnvollen Anordnung der Betriebsmittel oder
- einer optimalen Anordnung der Verkaufsprodukte innerhalb eines Verkaufsraums.

Die innerbetriebliche Standortwahl fällt jedoch in den Bereich der Produktion bzw. Absatzes und wird hier nicht näher behandelt.

In diesem Rahmen geht es vielmehr um die außerbetriebliche Standortwahl und um die Frage, wo sich ein Unternehmen insgesamt (einheitlicher Standort) bzw. in Teilen (gespaltener Standort) niederlassen soll.10

Bei der außerbetrieblichen Standortwahl lassen sich drei verschiedene Gliederungsebenen unterscheiden. Die Abbildung 2 zeigt eine Übersicht der Gliederungsebenen bei der Standortplanung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Gliederungsebene bei Standortplanung, Quelle: Eversheim, W. & Schuh, G., Hütte - Produktion und Management, S. 9-42

Die drei Gliederungsebenen weisen einen unterschiedlichen Detailierungsgrad auf. Der globale Standort beschreibt den Wirtschaftsraum, in dem sich ein Unternehmen niederlassen bzw. in das es expandieren möchte. Die Kennzeichen für diesen Standort sind politisch- wirtschaftlicher Natur und beziehen sich auf die Wirtschaftspolitik oder das politische System.

Auf der zweiten Ebene dominieren die technisch-wirtschaftlichen Faktoren. Diese beschäftigen sich mit der Suche nach einer geeigneten Stadt in einem Wirtschaftsraum. Hier spielen besonders die Verkehrsanbindung, Arbeitskosten und die Infrastruktur eine übergeordnete Rolle.

Die lokale Ebene konkretisiert die vorher genannten Faktoren, indem es sich explizit mit einer geeigneten Gewerbefläche beschäftigt. Wichtige Faktoren auf der technisch-geographischen Ebene sind die Energieversorgung und Energiepreise sowie Grundstücksgefälle.11

Die Standortentscheidung dieser Arbeit bezieht sich auf die Suche nach dem optimalen Standort auf regionaler Ebene. Der globale Standort wurde mit Deutschland bereits im Vorfeld ermittelt. Nun stehen für die regionale Standortwahl die Städte Dortmund, Boxberg Oberlausitz und Hamburg zur Auswahl.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Regionale Standorte, Quelle: Google maps

Sobald auf regionaler Ebene eine Entscheidung getroffen wurde, erfolgt eine Entscheidungsfindung auf lokaler Ebene.

Für die Planung einer erfolgsorientierten Standortentscheidung sind zwei wesentliche Planungsschritte von Bedeutung:

- Berücksichtigung aller standortspezifischer Einflussgrößen auf den Erfolg der Unternehmung (Standortfaktoren),
- Erfassung und Bewertung der Ausprägungen von Standortfaktoren (Anwendung von Entscheidungsmodellen).12

Zur Entscheidungsfindung des optimalen Standortes werden sogenannte Standortfaktoren zu Hilfe genommen. Der Einfluss dieser Standortfaktoren auf die Qualität der Entscheidung wird anhand einer Nutzwertanalyse ermittelt. Eine Erläuterung dieser Standortfaktoren findet im nächsten Kapitel statt. Auf die Nutzwertanalyse wird in Kapitel 3.2 eingegangen.

2 Standortfaktoren

Nach A. Weber (1909) ist ein Standortfaktor ein in seiner Art stark abgegrenzter Vorteil, der dann eintritt, w]enn er sich nur an bestimmten oder generellen Plätzen bestimmter Art vollzieht.13 Anders ausgedrückt: Ein Faktor, der an jedem Standort in gleicher Anzahl und Güte auftritt, ist nicht als Standortfaktor zu bezeichnen.

Als Beispiel sei hier der Standortfaktor Boden genannt. Goldvorkommen gibt es nur in bestimmten Regionen der Welt, wie z. B. in Südafrika oder Australien. Sie sind demnach örtlich begrenzt und nicht überall verfügbar.

Die Standortfaktoren können nach qualitativer und quantitativer Art unterschieden. Die Abbildung 4 zeigt eine Gegenüberstellung der Standortfaktoren.14

In anderen Literaturen findet man die Unterscheidung nach „harten“ und „weichen“ Standortfaktoren.15

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Qualitative und quantitative Standortfaktoren nach Hansmann (2010)

Nachfolgendend werden die oben genannten Standortfaktoren näher beschrieben.

[...]


1 Vgl. Korndörfer, W., Allgemeine Betriebswirtschaftslehre: Aufbau, Ablauf, F ü hrung, Leitung, S. 142

2 Vgl. Klaus, P., Krieger, W., Gabler Lexikon Logistik, S. 519

3 Vgl. Hansmann, K.-W., Industrielles Management, S. 103

4 Vgl. Korndörfer, W., Allgemeine Betriebswirtschaftslehre: Aufbau, Ablauf, F ü hrung, Leitung, S. 142

5 Vgl. Schneck, O., Lexikon der Betriebswirtschaft, S. 859

6 Vgl. Klaus, P., Krieger, W., Gabler Lexikon Logistik, S. 519

7 Vgl. Vahrenkamp, R., Logistik, S. 85

8 Vgl. Wöhe, G., Einf ü hrung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, S. 268

9 Vgl. Eversheim, W., Schuh, G., Betriebsh ü tte Produktion und Management, Teil 2, S. 9-40

10 Vgl. Wöhe, G., Einf ü hrung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, S. 269

11 Vgl. Eversheim, W., Schuh, G., Betriebsh ü tte Produktion und Management, Teil 2, S. 9-42

12 Vgl. Hansmann, K.-W., Industrielles Management, S. 103

13 Vgl. Klaus, P., Krieger, W., Gabler Lexikon Logistik, S. 519

14 Vgl. Hansmann, K.-W., Industrielles Management, S. 104 ff.

15 Vgl. Vahrenkamp, R., Logistik, S. 458

Details

Seiten
28
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656007098
ISBN (Buch)
9783656007388
Dateigröße
2.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v178522
Institution / Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
2,0
Schlagworte
Standortplanung Beschaffung Distribution Distributionzentrum Logistik

Autor

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