Lade Inhalt...

Zur Anwendbarkeit der Texttypologie von Katharina Reiß auf die Sprachenpaare Slovakisch-Deutsch und Russisch-Deutsch bei Übersetzungen

Magisterarbeit 2010 73 Seiten

Russistik / Slavistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die übersetzungsrelevante Texttypologie von K. Reis
2.1 Texttypen
2.2 Übersetzungsmethoden
2.3 Klassifizierung von Texten

3 Textanalyse

4 Anwendung der Texttypologie von K. Reiß auf das Beispiel Gebrauchsanleitung

5 Zusammenfassung

6 Abbildungsverzeichnis

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Wie übersetze ich richtig?" Auf den ersten Blick kann die Antwort einfach sein: Dasselbe sagen, aber in einer anderen Sprache. Sie aber reicht nicht mehr aus, wenn man anfängt die ersten Texte zu übersetzen. Jeder Text birgt andere Anforderungen und andere Übersetzungsprobleme.

Eine ähnliche Frage stellt sich auch Katharina Reiß im Artikel „Der Texttyp als Ansatzpunkt für die Lösung von Übersetzungsproblemen". Die Frage lautet: „Wie soll, wie darf, wie kann, wie muss man übersetzen? [...] Jahrzehntelang hieß die Antwort auf diese Frage: So genau wie möglich, so frei wie nötig." Diese Antwort, so Reiß, ist eher eine Faustregel, und das auch noch eine, die sich in der Praxis nicht umsetzen lässt.

Eine mögliche Antwort sieht Reiß darin, dass jede Textsorte eigene Ansprüche an Übersetzung stellt. So wird beispielsweise ein Buchtitel nicht wörtlich übersetzt, sondern werbewirksam und die ersten Bibelübersetzungen hatten die Aufgabe zu missionieren, deswegen mussten sie die jeweilige soziokulturelle Umwelt der Zielsprache berücksichtigen. Für jede Textsorte eine eigene Textmethode zu entwickeln betrachtet Reiß als nicht durchführbar. Deshalb wählt sie eine der Textsorte übergeordnete Einheit - den Texttyp. Einem Texttyp kann man eine Übersetzungsmethode zuordnen, weil diese Einheit kleiner und überschaubarer ist. (Reiß 1973)

In der Textlinguistik gibt es zur Texttypologisierung verschiedene Ansätze. Beispielsweise das Lexikon der sprachwissenschaftlichen Termini aus dem Jahre 1985 (Conrad 1985) definiert den Texttyp als eine Grundeinheit der Klassifikation von Texten, wobei die Textsorte eine Teilmenge des Texttyps ist. In Abhängigkeit von der zugrundeliegenden Typologisierung-Basis wurden bisher unterschiedliche Texttypologien entwickelt. Als Beispiel führt das Lexikon den Ansatz mit kontextuellem Fokus von Werlich[1] an. Ausgehend von Werlichs Ansatz erhält man die Texttypen Deskription, Narration, Exposition, Argumentation und Instruktion. Betont wird jedoch, dass die Ansätze zur einheitlichen Erfassung von Texten nur partiell adäquat sind.

Das Lexikon der Sprachwissenschaft aus dem Jahre 2002 (Bußmann 2002) verweist zum diesem Thema auf den Ansatz von Heinemann[2] aus dem Jahr 2000. Bei ihm beruht Texttyp auf einem einheitlichen Kriterium. Als Beispiel wird der Aspekt der Textkonstellation oder der Textfunktion genannt.

Die Forschung auf dem Gebiet der Texttypologie ist nicht einheitlich. Ein Überblick über die verschiedenen Ansätze der Texttypologie bietet zum BeispielKron in seiner Arbeit „Probleme der Texttypologie“ (Kron 2002).

Neben der Textlinguistik strebt auch die Übersetzungswissenschaft die Erarbeitung von einer Texttypologie an. Neben Reiß die unter anderem in dem Artikel „Textbestimmung und Übersetzungsmethode. Entwurf einer Typologie. (1969)“ darauf hinweist, dass die Erarbeitung einer Texttypologie im Hinblick auf die Erfordernisse adäquaten Übersetzens erforderlich ist (Reiß 1981), erachtet auch Koller es als sinnvoll eine Typologie unter dem Aspekt der Übersetzung vorzunehmen. (Koller 2001)

Ziel dieser Arbeit ist es darzulegen, dass sich die übersetzungsbezogene Texttypologie von Katharina Reiß auf die Sprachenpaare Slowakisch-Deutsch, Russisch-Deutsch anwenden lässt. Als Grundlage für die Untersuchung diente vorrangig die Monografie „Texttyp und Übersetzungsmethode. Der operative Text (1993)“ (Reiß 1993) und „Grundlegung einer allgemeinen Translationstheorie. (1984)“ (Reiß und Vermeer 1984)

Die Notwendigkeit, die Anwendbarkeit dieser Typologie auf die slavischen Sprachen zu untersuchen, ergibt sich daraus, dass sich die slovakische, tschechische und russische Übersetzungswissenschaft bisher vorrangig mit der Übersetzungstheorie von literarischen Texten beschäftigt hat. Auf den Bedarf einer Übersetzungstheorie der Fachtexte beziehungsweise der nicht-literarischen Texte im Bereich der Slovakistik verweist unter anderem Edita Gromová in ihrem Artikel „Teória a didaktika prekladu odborných textov“, der die Anthologie „Antologie teorie odborného prekladu“ einleitet (Gromová a Hrdlička 2003). Diese Anthologie stellt die wichtigsten Arbeiten von slovakischen und tschechischen Autoren zum Thema Übersetzen von Fachtexten zusammen. In der slowakischen und tschechischen Fachliteratur werden vorranging die Begriffe „umelecký/literárny preklad" (künstlerische Übersetzung, Übersetzung literarischer Texte) und „odborný preklad" (Übersetzung von Fachtexten) verwendet. Gromová schlägt vor, den Begriff „odborný preklad" durch den Begriff „neliterárny preklad" (Übersetzung nichtliterarischer Texte) zu ersetzen. Als Grund dafür gibt sie an, dass man im Allgemeinem als Fachtexte nur Texte der Wissenschaft und Technik versteht, wohingegen der Begriff „odborný preklad", wie er in der slowakischen und tschechischen Übersetzungswissenschaft gebraucht wird, bezeichnet alle nicht künstlerischen Texte (Gromová 2003). Gromová unterscheidet also Übersetzung von literarischen und nicht-literarischen Texten. Ihre Typologie (Gromová 2003, 136) geht von neuen Erkenntnissen der Textlinguistik aus, wie sie Dolník und Bajzíková[3] praktizieren, und den Erkenntnissen der traditionellen Stilistik von Mistrík und Miko, die ebenfalls in der vorliegenden Arbeit berücksichtigt werden. Diese Unterscheidung verwendet Gromová auch in ihrer Monografie „Teória a didaktika prekladu (2003)", in der sie auf die Problematik der Theorie und Didaktik bei Übersetzungen literarischer und nichtliterarischer Texte eingeht. In dieser Arbeit konstatiert Gromová, dass in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts Jana Rakšányiová auf die Notwendigkeit einer Übersetzungstheorie der Fachtexte hingewiesen hatte und dass sich auch zehn Jahre später daran nichts geändert hatte. (Gromová 2003, 132) Im Jahre 2010 können wir leider erneut feststellen, dass sich diese Situation in der Slavistik noch immer nicht geändert hat. Gromová fordert darüber hinaus auch genre-orientierte Monografien wie die von M. Tomášek: „Preklad v právni praxi (1999). (Gromová 2003, 132) Eine weitere Monografie zur Übersetzung von Rechtstexten hat M. Škrlantová erarbeitet (Preklad právnych textov na národnej a nadnárodnej úrovni, 2005). Monografien zu anderen Genres fehlen bislang.

Eine andere übersetzungsrelevante Einteilung von Texten ist in der Monografie „Preklad ako interkultúrna komunikácia[4] " der Autorin Jana Rakšányiová (Rakšanyiová 2005) zu finden. Rakšányiová vertritt die Ansicht, dass ein erfahrener Übersetzer, der Experte auf dem Gebiet der interkulturellen Kommunikation ist, Ausgangstexte anhand derer Funktion zu klassifizieren vermag. Sie verweist auf die Untergliederung in informative, operative und expressive Texte, wie man sie bei Reiß findet. Daraus ergibt sich für den Übersetzer Rakšányiová zufolge dann die jeweilige Form der Übersetzung[5]: die dokumentarische (dokumentárny preklad) oder die instrumentelle Übersetzung (inštrumentálny preklad). Sowohl Gromová als auch Rakšányiová berücksichtigen in ihren Untersuchungen die Ergebnisse der Übersetzungswissenschaft aus dem westeuropäischen und osteuropäischen Raum.

Ein weiterer Autor aus dem slovakischen Sprachraum, der in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts eine erste typologische Unterscheidung von Übersetzungsmaterial vorgenommen hatte, ist Anton Popovič. Popovič beschäftigte sich zwar hauptsächlich mit literarischer Übersetzung (Teória umeleckého prekladu 1975), war jedoch auch Herausgeber von Sammelbänden wissenschaftlicher Konferenzen zum Thema Übersetzen von Fachtexten (Preklad odborného textu, 1977; Preklad spoločenskovedných textov, 1978), die zum Teil auch in der Anthologie von Gromová und Hrdlicka anzutreffen sind. In seiner speziellen Übersetzungstheorie (Špeciálna teória prekladu) unterscheidet Popovič die Übersetzung von wissenschaftlich-technischen, publizistischen und literarischen Texten[6]. Die einzelnen Typen werden noch zusätzlich gegliedert. Diese speziellen Übersetzungsfälle klassifiziert Popovič auf der Grundlage der Funktionalstile. Eine Ähnliche Unterteilung wie bei Popovič hat auch der russische Übersetzungswissenschaftler Fjodorov (Фёдоров 1968) vorgelegt.

Da sich die Texttypologien der Autoren aus dem slavischen Sprachraum durch Funktionalstile[7] begründen oder durch diese beeinflusst worden sind, werden in der vorliegenden Arbeit auch die Monografien des slovakischen Stilist Jozef Mistrík „Die exakte Texttypologie“ (Mistrík 1973) und „Štylistika" (Mistrík 1997) berücksichtigt, obwohl Mistrík seine Typologie nur aus der Sicht einer Sprache unterscheidet. Des Weiteren werden die Funktionalkategorien bei Miko untersucht, und das anhand der Beiträge in dem Sammelband „Preklad odborného textu (1977) und seiner Arbeit „Aspekty literárneho textu“[8] (Miko 1989).

Im deutschsprachigen Raum ist die Situation im Bereich der Texttypologie unter dem übersetzerischen Aspekt nicht deckungsgleich mit jener im slavischen Sprachraum. Hier wird das Übersetzen der nicht-literarischen Texte viel eingängiger erforscht.

Der deutsche Übersetzungswissenschaftler Werner Koller unterscheidet in seiner „Einführung in die Übersetzungswissenschaft" (Koller 2001), zwei Haupt­Textkategorien, die Fiktivtexte und die Sachtexte. Die Zuordnung eines Textes zu einer Textgattung geschieht in erster Linie aus der Sicht des Rezipienten und aus den Erwartungen, die er an einen zu einer Textgattung gehörenden Text hat. Der Übersetzer wird als Rezipient „sui generis" und gleichzeitig als Sekundärsender angesehen. Die übersetzungswissenschaftliche Relevanz der Unterscheidung der Textgattungen in Fiktivtexte und Sachtexte sieht Koller durch die textgattungsbezogene Übersetzungstheorien untermauert (Koller 2001), nämlich die Theorien der literarischen Übersetzung von Kloepfers und Levý und die Theorie der naturwissenschaftlichen und technischen Übersetzung von Jumpelts. Rudolf Walter Jumpelt unterscheidet sechs Übersetzungsgattungen: 1. die ästhetische (künstlerische) Übersetzung, 2. die religiöse Übersetzung, 3. die pragmatische Übersetzung, 4. die ethnografische Übersetzung, 5. die sprachwissenschaftliche Übersetzung und 6. die geisteswissenschaftliche Übersetzung. (Jumpelt 1961)

Katharina Reiß unterscheidet drei Grundtypen: den expressiven, informativen und operativen Texttyp. Der audio-medialen Texttyp gehört immer einem der drei Grundtypen an und wird zusätzlich noch durch ein Medium charakterisiert. Sie ist Vertreterin der Skopostheorie. Da sie in ihrer Monografie „Texttyp und Übersetzungsmethode" (Reiß 1993) der kommunikativen Funktion eines Textes die höchste Priorität zuschreibt und dieselbe Meinung wie Mistrík[9] (Mistrík 1997, 416) vertritt, werden in der vorliegenden Arbeit die Berührungspunkte zwischen der Typologie von Reiß und der slovakichen Stilistik untersucht. Die slovaksiche Stilistik wird anhand von zwei Richtungen vorgestellt, den Funktionsstillen von Mistrík und den Primärstilen von Miko, die auch der Übersetzungswissenschaftler Popovič berücksichtigt.

Die vorliegende Arbeit besteht aus einem theoretischen Teil, in dem die übersetzungsrelevante Texttypologie von Katharina Reiß vorgestellt und mit Arbeiten der angeführten Übersetzungswissenschaftler verglichen wird, und einem praktischen Teil. In dem praxisorientierten Teil werden die Erkenntnisse aus dem theoretischen Teil auf einen konkreten Text und seine Übersetzungen angewandt. Da sich bis jetzt die slavistische Übersetzungswissenschaft bislang auf die literarischen Texte konzentriert hatte, wird in der vorliegenden Arbeit ein Text untersucht, der entsprechend der Unterscheidung bei Koller den Sachtexten oder gemäß der Unterscheidung bei Gromová den nicht-literarischen Texten zuzuordnen ist. Es wird untersucht, welche Funktion, entsprechend den Funktionen bei Reiß, dieser Text erfüllt, und welche Anforderungen zu berücksichtigen sind. Es ist der Text der Gebrauchsanleitung für das Fernsehgerät TOP DAVIO 55 T 55-4201/5 des Herstellers Grundig. Er liegt in der Ausgangssprache Deutsch und in den Zielsprachen Slovakisch und Russisch vor.

Abschließend ist noch die Frage der Terminologie zu klären. Diese Arbeit verwendet Sekundärliteratur aus verschiedenen Ausgangsprachen und dem entsprechend werden Begriffe aus den Ausgangsprachen in die Zielsprache Deutsch übersetzt, gleichzeitig wird jedoch auch der Terminus aus der Ausgangsprache aufgeführt. Um eine einheitliche Terminologie zu gewährleisten, werden die Übersetzungen der Terminologie aus dem Bereich der slovakischen Stilistik der Terminologie in der Monografie „Deutsche Stilistik" von E. Riesel (Riesel und Schendels 1975) und der Monografie von Mistrík „Exakte Typologie von Texten" (Mistrík 1973) angeglichen. Des Weiteren wird nicht der Begriff Original verwendet, sondern der Begriff Ausgangstext, der nicht nur in der theoretischen Literatur verwendet wird, sonder auch in der deutschen Norm „DIN 2345 Übersetzungsaufträge" und in der Norm „DIN EN 15038:2006 Übersetzungs­Dienstleistungen - Dienstleistungsanforderungen" festgelegt ist. Diese Normen legen unter anderem auch die Termini Ausgangssprache, Zieltext und Zielsprache fest. In Fällen, in denen unterschiedliche Autoren bei gleicher Definition uneinheitliche Terminologie verwenden, werden auch die parallelen Termini aufgeführt.

2 Die übersetzungsrelevante Texttypologie von К. Reis

2.1 Texttypen

In der Einleitung ist aufgezeigt worden, dass in der Fachliteratur eine übersetzungsrelevante Texttypologie grundsätzlich als sinnvoll erachtet wird. In diesem Kapitel soll deshalb die Texttypologie von Reiß vorgestellt werden und mit Erkenntnissen und Meinungen anderer Wissenschaftler verglichen werden.

Wie bereits erwähnt, unterscheidet Reiß vier übersetzungsrelevante Texttypen (Reiß 1993, 18). Darüber hinaus erkennt sie noch Mischtypen. Diese erweiterte Einteilung erklärt sie in ihrer Arbeit von 1969 (Reiß 1981). Sie hält zwar die Einteilung in pragmatische und literarische Texte für sinnvoll[10], jedoch als nicht ausreichend was die übersetzerische Praxis angeht. Reiß argumentiert, dass sich in beiden Gruppen weitere Textarten isolieren lassen, die nicht den gleichen Gesetzmäßigkeiten unterliegen und die unterschiedliche Übersetzungsmethoden erfordern. (Reiß 1981, 76)

Reiß baut ihre Typologie auf dem Bühlerschen Organon-Model auf[11]. Sie fasst die Ergebnisse des sprachwissenschaftlichen und des kommunikationstheoretischen Zugangs zusammen und kommt zu dem Schluss, dass bei jeder sprachlichen Äußerung grundsätzlich alle drei Sprachfunktionen[12] und alle drei Komponenten des Kommunikationsvorgangs[13] relevant sind. Bei der Erzeugung von Texten kann eine der Funktionen oder Komponenten eine Vorrangstellung gegenüber den anderen einnehmen. Diese Dominanz charakterisiert den Texttyp und seine kommunikative Funktion. (Reiß 1993, 17)

Der sprachwissenschaftliche Zugang lässt Reiß drei Grundtypen anhand der formalen Textgestaltung isolieren, die eine entsprechende Textfunktion übernehmen. Bei einem Text, der Informationen vermitteln soll, überwiegt die Darstellungsfunktion. In Sprachkunstwerken, für die kreative Gestaltung von Inhalten charakteristisch ist, dominiert die Ausdrucksfunktion. Die Appellfunktion zeichnet Texte aus, welche die Auslösung von Verhaltensimpulsen beabsichtigen. Doch allen diesen drei Funktionen stellt Reiß die kommunikative Funktion als den eigentlichen Bezugspunkt für den Übersetzer voran. Sie meint, dass das Übersetzen als „ein zweisprachiger Kommunikationsvorgang zu betrachten sei, bei dem es primär auf die Erhaltung der kommunikativen Funktion des Textes in der Zielsprache ankommt.“ Sie fordert somit, dass jeder Text vor der Wahl der geeigneten Übersetzungsmethode auf seine kommunikative Funktion untersucht werden muss. (Reiß 1993, 17)

Wenn man alle diese Bedingungen beachtet, gelangt man, wie Reiß (Reiß 1993, 18) zu drei Grundtypen: dem informativen, dem expressiven und dem operativen Texttyp[14] Texte des audio- oder multimedialen Typus[15], gehören immer einem Grundtypus an und werden zusätzlich durch ein Medium charakterisiert.

I. Typ - informative Texte

- können einen oder mehrere Autoren aufweisen
- wenden sich an einen oder mehrere Leser
- sprachliche Gestaltung wird primär vom Redegegenstand diktiert

II. Typ - expressive Texte
- können sich an einen Leser richten
- die sprachliche Gestaltung wird primär vom Mitteilungs- und Gestaltungswillen des Autors diktiert

III. Typ - operative Texte
- können einen oder mehrere Autoren aufweisen
- befassen sich mit dem Redegegenstand
- sprachliche Gestaltung wird (in erster Linie) durch die Art der „Ansprechbarkeit“ des Ziel-Textempfängers bestimmt.

IV. Typ - audio-mediale Texte
- werden in Abhängigkeit von deren kommunikativen Funktion zu einem der drei Grundtypen
- die sprachliche Gestaltung wird durch die Erfordernisse des technischen Mediums oder durch die Bedingungen des Zusammenwirkens mit anderen, nichtsprachlichen, Textelementen bestimmt. (Reiß 1993, 18)

In einem kreisförmigen Diagramm ordnet Reiß diesen Texttypen einige kennzeichnende Textsorten zu. Beispielsweise dem informativen Texttyp ein Bericht, dem operativen Texttyp die Propaganda, dem expressiven Texttyp Lyrik. Außerdem stellt Reiß dar, dass „die dominierende Sprachfunktion im Text nur in der Regel eine Gleichsetzung mit der kommunikativen Funktion des Texts erlaubt". Sie betont, dass diese Darstellung nur idealtypische Phänomene darstellt. Bei der Realisierung von konkreten Texten ist mit Mischtypen zu rechnen. Der Kommentar wäre die Schnittstelle zwischen dem informativen und dem operativen Texttyp, das Sachbuch zwischen dem expressiven und dem informativen Texttyp und schließlich die Komödie, die sich zwischen dem expressiven und dem operativen Texttyp befindet. (Reiß 1993, 19)

2.2 Übersetzungsmethoden

Zusammenfassend geht man davon aus, dass für die Übersetzung die Erhaltung der kommunikativen Funktion oberstes Gebot ist. Jetzt ist darzulegen, wie sich diese Annahme auf die Übersetzungsmethode auswirkt. Die intentionsadäquate Methode lässt sich in einer Tabelle darstellen, wie sie bei Reiß (Reiß 1993, 20), vorgezeichnet ist. Sie liefert einen Überblick über die nachfolgenden Ausführungen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Intentionsadäquate Übersetzungsmethode

Der informative Text

Aus der Tabelle ergibt sich, dass der informative Texttyp durch seine Sachorientiertheit charakterisiert ist. Unter Äquivalenz-Maßstab ist das Ziel der Übersetzung zu verstehen. Als Ziel der Übersetzung von informativen Texten betrachtet Reiß die Invarianz auf der Inhaltsebene. Beim Stichwort Invarianz erkennt Ilek eine wichtige Unterscheidung zwischen einem literarischen und einem nichtliterarischen Text. Am Beispiel des Newtonschen Gravitationsgesetzes zeigt er, dass man aus jeder Übersetzung des Ausgangstextes wieder die Formel F=kmM/r2 ableiten kann. Vorausgesetzt, die Übersetzung ist nicht defekt. (Illek 1977, 16) Die Übersetzungsmethode muss demnach sachgerecht sein. Was konkret bedeutet, dass der Redegegenstand im Mittelpunkt steht.[16] Die äußeren Formelemente können bei der Übersetzung verändert (Reiß 1993, 21), die Verwendung von Lexik, Syntax und Stil den Normen der Zielsprache angepasst werden. Falls im Ausgangstext expressive und appellative Merkmale der Sprache enthalten sind und deren Erhaltung die ungekürzte und unverzerrte Übertragung von textimmanenten Sachinformationen hindern würde, kann man sie reduzieren oder ganz weglassen. (Reiß 1993, 21) Die innere Form ist beim informativen Texttyp durch die dem Redegegenstand adäquate Redeweise gekennzeichnet. Diese Form muss im Zieltext erhalten bleiben. Ein wichtiges Kriterium, das bei Reiß nicht erwähnt wird ist eins das bei Fjodorov zu finden ist: je öfter in einem Text Fachtermini anzutreffen sind, desto wahrscheinlicher handelt es sich um einen Sachtext. (Фёдоров 1968, 252) Fachtermini sind auch mit der Funktionalkategorie[17] (výrazová kategória) „pojmovosť[18] ‘‘ eng verbunden (Miko 1977, 44f), die als eine objektive, logische Mittteilungsmethode zu verstehen ist (Kraus 54/1971). Anhand der Oppositionen von vier Funktionalkategorien bildet Miko ein Elementarsystem von Funktionalstilen: den umgangssprachlichen (hovorový štýl), den künstlerischen (umelecký štýl), den wissenschaftlichen (vedecký štýl) und den Verhandlungsstil (rokovací štýl). Diese Funktionalkategorien werden auch bei Popovič zur Unterscheidung von Übersetzungstypen verwendet[19].

Der expressive Text

Der expressive Text ist senderorientiert. Texte dieses Typus sind individuell und künstlerisch vom Autor geprägt. Ziel der Übersetzung sollte die Analogie bei der Gestaltung sein. Die Übersetzungsmethode sollte die individuelle Komponente des Textes und seinen künstlerischen Charakter adäquat wiedergeben. Eine solche Methode nennt Reiß autorgerechte Übersetzungsmethode[20].

Lexik, Stil, Syntax und Aufbau eines expressiven Textes werden so eingesetzt, dass sie in der Zielsprache eine ästhetische Wirkung erzielen, die analog zur ästhetischen Wirkung ist, die der Text in der Ausgangssprache hat.

Die innere Form ist bei diesem Texttyp durch eine „ästhetisch stimmige" Wechselwirkung zwischen Redegegenstand und Redeweise, und durch eine künstlerische Aussage charakterisiert. Sie muss auch bei diesem Texttyp auf jeden Fall gewahrt werden.

Die äußeren Formelemente sind nicht beliebig austauschbar. Bei diesen Elementen werden die expressiven und assoziativen Möglichkeiten der Sprache genutzt. In den Zieltext sind diese Elemente ästhetischen Gesichtspunkten entsprechend zu übertragen. (Reiß 1993, 21)

Der operative Text

Der operative Texttyp wird durch seine Verhaltensorientiertheit charakterisiert. Diese Texte sollen beim Textempfänger bestimmte Verhaltensimpulse, Reaktionen und Aktionen auslösen. Bei der Übersetzung dieser Texte ist es wichtig, dass die sprachexterne Effektauslösung erhalten bleibt. Die Übersetzungsmethode, die bei diesem Texttyp anzuwenden wäre, ist die appellgerechte Methode. Durch sie soll die Identität des textimmanententen Appells erreicht werden. Die appellgerechte Methode muss den soziokulturellen Hintergrund und die Mentalität des Textempfängers berücksichtigen.

Die innere Form muss, wie auch bei den beiden anderen Texttypen, beibehalten werden. Sie drückt sich in der Spannung zwischen Redegegenstand und Redeweise aus.

Die äußere Form muss der Zielsprache angepasst werden. (Reiß 1993, 22)

Der audio-mediale Text

Die Übersetzungsmethode für diesen Texttyp ergibt sich aus seiner Zugehörigkeit zu einem der Grundtexttypen. Der übergeordnete Gesichtspunkt, der bei der Übersetzung berücksichtigt werden muss, ist die Darbietungsform dieses Textes. Es müssen folglich die nichtsprachlichen Elemente, die den Text begleiten und das Medium, durch das er realisiert wird, beachtet werden. Die zu verwendende Übersetzungsmethode ist die suppletorische Methode, die von Reiß so genannt wird, weil sie ergänzend zu schlicht-prosaischen, der identifizierenden und der parodistischen Methode noch zusätzliche Kriterien berücksichtigt. (Reiß 1993, 23)

Bei intentionsadäquaten Übersetzungsmethoden ist nachgewiesen worden, dass jede von ihnen es bis zu einem bestimmten Grad erlaubt, die jeweiligen Sprachelemente der Zielsprache anzupassen[21], um das Ziel der Übersetzung, das sich mit dem Ziel des Ausganstextes in diesen Erläuterungen deckt, zu erreichen. Dass sich die Textfunktion und die Übersetzungsfunktion decken, bezeichnet Reiß als Primärfunktion[22]. (Reiß 1993, 23)

Wie in allen Bereichen des menschlichen Handelns entstehen auch beim Übersetzen Abweichungen vom „Normalfall“. Reiß zeigt zwei Möglichkeiten auf, bei denen sich die Textfunktion nicht mit der Übersetzungsfunktion deckt. So gibt es außer der Primärfunktion auch die Sekundärfunktion oder Tertiärfunktion. Die Übersetzungsmethode wird in diesen Fällen von Reiß als funktionsadäquate Methode bezeichnet.

Von einer Sekundärfunktion spricht man, wenn die Funktion der Übersetzung nicht der ursprünglichen Textfunktion entspricht. Daher werden bei der Übersetzungsmethode nicht die Belange der originalen Textfunktion sondern der Übersetzungsfunktion berücksichtigt. Eine Sekundärfunktion tragen z. B. Interlinearversionen zu Zwecken der Sprachforschung, die Übersetzungen für Sprachunterricht, Resümee-Übersetzungen von Romanen.

Im Falle der Tertiärfunktion sind zwar die ursprüngliche Textfunktion und die Funktion der Übersetzung gleich, aber dem Übersetzer wird ein textfremdes, übergeordnetes Kriterium als Richtschnur für sein übersetzerisches Vorhaben auferlegt. Bei der gleichen Grundfunktion werden inhaltliche und/oder formale Elemente verändert. Dies ist vor allem der Fall, wenn die Übersetzung im Unterschied zum Original auf einen speziellen Leserkreis abgestimmt werden soll. (Reiß 1993, 24)

Anhand der Zuordnung zu einem Texttyp lässt sich nicht nur eine Übersetzungsmethode bestimmen, es lassen sich auch Übersetzungsprobleme lösen. Im folgenden Abschnitt wird dies an einigen Beispielen gezeigt. Bei diesen Beispielen geht man von der Primärfunktion aus.

Das erste Beispiel betrifft einen Fehler im Ausgangstext. Das Übersetzungsproblem besteht darin, dass sich der Übersetzer entscheiden muss, ob er diesen Fehler korrigieren darf oder nicht. Dieses Problem bildet bei Koller den Ausgangspunkt des Kriteriums Fiktionalität. Demnach wirken sich die unterschiedlichen Beziehungen von Sachtexten und Fiktivtexten zur Wirklichkeit auf die Entscheidungen des Übersetzers aus, vor allem bei Unstimmigkeiten zwischen dem Sachverhalt im Text und der Realität. Ein Übersetzer von Sachtexten wird die Unstimmigkeiten korrigieren[23], wohingegen eine Diskrepanz mit der Realität in Fiktivtexten nicht als Fehler gewertet und textgetreu übersetzt wird. (Koller 2001,278)

So stellt auch Reiß fest, dass bei einem Fehler im Text, der dem informativen Texttyp zuzurechnen ist, der Fehler am realen Sachverhalt zuverlässig überprüft werden müsste. Falls nach der Überprüfung der Fehler bestätigt wird, ist ein Übersetzer berechtigt und sogar verpflichtet, diesen Fehler zu korrigieren. (Reiß 1973, 117) Diese unmissverständliche Meinung relativiert Rakšányiová. Sie verweist auf die Norm DIN 2345, welche die Verantwortung für Fehler im Ausgangstext und damit auch die Vermeidung dieser Fehler im Zieltext ausschließlich beim Auftraggeber sieht. (Rakšanyiová 2005, 28) Die Norm DIN EN 15038:2006 besagt in Punkt 4.5, dass „der Übersetzungsdienstleister [...] sich im Kontakt mit dem Kunden um den Erhalt von Zusatzinformationen zum Ausgangsdokument und um die Klärung von mehrdeutigen Stellen im Ausgangstext bemühen [muss]." Daraus lässt sich schließen, dass auch Korrekturen in Texten des informativen Texttyps nicht ohne Rücksprache mit dem Auftragsgeber erfolgen sollten.

Ein Beispiel für einen möglichen Fehler in einem Sachtext ist eine Angabe in der Informationsbroschüre der Stadt Bratislava. (Bratislava, Hlavné mesto SR, Oddelenie cestovného ruchu 2006) Die Angabe in der Ausgangssprache lautet: „S ôsmimi univerzitami a 60 tisíc študentmi je Bratislava mestom mladých." Das eine Stadt mit einer halben Million Einwohnern 8 Universitäten beherbergt, erschein auf den ersten Blick unwahrscheinlich. Die Übersetzer in die Zielsprachen Englisch, Italienisch und Spanisch haben diese Angabe unverändert übernommen. Im Text der Zielsprache Deutsch ist diese Angabe verändert worden und der Begriff „univerzita" wird als Hochschule übersetzt. Der Vergleich mit der Realität ergibt, dass Bratislava nur drei öffentliche und eine staatliche Universität, und ca. 4 wichtige Hochschulen hat. Wie diese Abweichung von der Realität zu werten ist, hängt nicht davon ab, ob eine Informationsbroschüre für Touristen zu einem Sachtext oder einem Fiktivtext angehört, sondern vielmehr davon, zum welchem Typ von Sachtexten diese Broschüre zuzurechnen ist. Entsprechend der Typologie von Reiß davon ab, ob dieser Text dem informativen oder dem operativen Texttypus angehört. Eine Touristeninformation dient in erster Linie dazu, einem Besucher ein positives Bild zu vermitteln und ihm die Orientierung zu erleichtern. Der zitierte Satz soll nicht vorrangig darüber informieren, wie viele Universitäten oder Hochschulen die Stadt Bratislava tatsächlich zählt, sondern soll suggerieren, dass Bratislava eine junge Studentenstadt ist. In dieser Broschüre ist es nicht wichtig die richtigen Fachtermini zu verwenden, in der Umgangssprache werden die Begriffe „univerzita" und „vysoká škola" synonym verwendet. Die Übersetzung in die Zielsprache Deutsch ist also richtig zu werten, weil die Angabe im Text näher an der Realität angesiedelt ist und einem der Ausgangkultur fremden Empfänger plausibler erscheint. Ebenso richtig wäre auch die Übersetzung „Mit ihren vielen Hochschulen und 60 000 Studenten ist Bratislava die Stadt der Jugend.[24] "

Würde diese Angabe in einem Informationsmaterial über die Studienmöglichkeiten in Bratislava stehen, wäre sie unvollständig und dadurch fehlerhaft. Denn in einem informativen Texttyp, zu dem eine solche Broschüre zählen würde, wäre es wichtig die richtigen Fachtermini zu verwenden. In diesem Fall müsste der Übersetzer, möglichst nach Absprache mit dem Auftragsgeber, diese Angaben korrigieren.

Reiß und Koller sind sich darüber einig, dass eine andere Situation entsteht, wenn der Übersetzer mit einem Fehler in einem Text konfrontiert wird, der dem expressiven Texttyp zuzuordnen ist. Wenn ein Übersetzer einen „Sachfehler" entdeckt, kann er diesen zwar auch am realen Sachverhalt überprüfen, trotzdem darf er diesen „Fehler" nicht korrigieren, weil er davon ausgehen muss, dass der Autor eventuell die Wirklichkeit verändert hatte, um eine bestimmte Assoziation zu wecken[25]. Ein Beispiel dafür wäre im Dostojewskijs Roman „Verbrechen und Strafe" zu finden. Die Übersetzerin S. Geier stand bei ihrer Neuübersetzung des Romans vor der Frage, ob Raskolnikow[26] aus seiner Kammer im 5. Stock auf die Straße treten kann, oder ob der Autor an dieser Stelle nachlässig war.

В начале июля, в чрезвычайно жаркое время, под вечер, один молодой человек вышел из своей каморки, которую нанимал от жильцов в С — м переулке, на улицу и медленно, как бы в нерешимости, отправился к К — ну мосту.

Он благополучно избегнул встречи с своею хозяйкой на лестнице. Каморка его приходилась под самою кровлей высокого пятиэтажного дома и походила более на шкаф, чем на квартиру[27]. (Достоевский 2001)

Geier entscheidet sich dafür, den vermeintlichen Fehler nicht zu korrigieren und sie lässt Raskolnikow, ebenso wie Dostojewskij, in die Wirklichkeit „stürzen". Sie lässt ihn nicht, im Unterschied zur älteren deutschen Dostojewskij-Übersetzungen, die Treppe hinunter gehen. (Saalfeld 2008, 120ff)

Anderes als Koller und Reiß schließt Vilikovský die Korrekturen in literarischen Texten nicht gänzlich aus. Er räumt im Fall einer Diskrepanz zwischen Realität und Wirklichkeit, wenn sich diese aus dem zeitlichen Abstand zwischen der Entstehung des Originals und der Entstehung der Übersetzung ergibt, dem Übersetzer die Möglichkeit ein, Kompromisse einzugehen, wenn durch diese die ästhetische Wirkung erzielt wird, die der Autor des Originals beabsichtigte. (Vilikovský 2002, 91)

Es gibt jedoch auch Fälle, in denen der Übersetzer einen Fehler in einem literarischen Text entdeckt, ohne die Absicht des Autors zu ermitteln, weil es vielleicht keine gab. Eco führt in seinem Buch „Quasi das Selbe mit anderen Worten"[28] einige Fälle an, in denen ein Übersetzer einen oder einige Fehler korrigiert hatte und dabei ein gutes Ergebnis erzielte, hält jedoch fest, dass er „im Prinzip sagen [würde], dass der Übersetzer sich nicht vornehmen sollte, den Originaltext zu verbessern. [...] Wenn man ein mittelmäßiges, schlechtgeschriebenes Werk übersetzt, sollte es mittelmäßig und schlecht bleiben, damit der Leser sieht, was der Autor gemacht hat." (Eco 2006, 140)

[...]


[1] Von Kron (2002) wird der Ansatz von Werlich unter die mehrdimensionalen strukturell­funktionalen Ansätze oder unter die strukturellen Ansätze auf semantischer Basis eingeordnet.

[2] Der Ansatz von Heinemann wird von Kron (2002) unter die mehrdimensionalen struktural- kontextual-funktionalen Ansätze eingeordnet.

[3] Dolník, J.-Bajzíková, E.: Textová lingvistika. Stimul, FiF UK, Bratislava 1998

[4] „Übersetzung als interkulturelle Kommunikation"; Titel übersetzt durch Verfasserin der vorliegenden Arbeit

[5] Diese zwei Formen sind auch bei (Horn-Helf 2009, 336) zu finden. Sie sieht die dokumentarische Übersetzung, wie bei Nord, in einer theoretischen Opposition zu der kommunikativen Übersetzung im Sinne von Bühler.

[6] vedeckotechnický preklad, publicistický preklad, literárny preklad

[7] Im Sinne der Prager Schule. Die Begründer der Theorie der Funktionalstile sind B. Havránek, R. Jakobson und J. Mukarovský. Vergl. (Mistrík 1997, 25, 426)

[8] Aspekte von literarischen Texten; Titel übersetzt von Verfasserin der vorl. Arbeit

[9] Als einzige Ausnahme sieht Mistrík den künstlerischen Stil, da dieser zwei Funktionen gleichzeitig erfühlt: die kommunikative und die ästhetische.

[10] Diese Einteilung entspricht der Einteilung in Fiktiv- und Sachtexte bei Koller.

[11] Vergl. (Göpferich 1998, 63)

[12] „Nach Bühler (Bühler 1965, 28) ist die Sprache gleichzeitig Darstellung, Ausdruck und Appell“ (Reiß 1981,77)

[13] Reiß/Vermeer gehen von der Kommunikationsintention des Autors aus, d.h. der Intention zu informieren, künstlerisch organisierte Inhalte vermitteln und das Handeln von Textempfänger zu beeinflussen. (Reiß und Vermeer 1984, 205)

[14] In früheren Arbeiten werden sie inhaltsbetonter, formbetonter und effektbetonter Text genannt. Vergl. (Reiß 1981) und (Reiß 1971)

[15] Vergl. Bezeichnung in (Göpferich 1998), (Reiß 1993), (Reiß und Vermeer 1984). In (Reiß 1981) wird dieser Typ „der subsidiäre Text“ genannt.

[16] Vergl. Abbildung 1

[17] Kraus schlägt vor den Terminus „výrazová kategória" durch „funkčná kategória" zu ersetzen, weil der Terminus „výraz" (Ausdruck) in der Sprachwissenschaft bereits überlastet ist. Eine Funktionalkategorie verbindet in sich Form und Funktion. (Kraus 54/1971)

[18] Abgeleitet von dem Wort „Pojem" also „Begriff"

[19] Die Unterscheidung von Popovič und Miko wird im folgendem Abschnitt näher erläutert

[20] Zum Thema übereinzelsprachigen Textsorten wird auf die Autorenmethode (autorská metóda) verwiesen, wie sie bei Feldek beschrieben worden ist. Die autorengerechte Methode ist nicht mit der von Feldek vergleichbar. Feldek geht in seiner Darstellungen von einem Übersetzer aus, der selbst die Funktion des Autors übernimmt und einen neuen Text auf demselben Prinzip realisiert. Vergl. (Feldek 1977) Übersetzung von Pantuns und Übersetzung von Gedichten für Kinder.

[21] Reiß bezieht sich auf Schadewalt (1964), wenn sie das textadäquate Übersetzen als „die Kunst des richtigen Opferns“ bezeichnet. (Reiß 1971, 137)

[22] Oder auch als Normalfall des Übersetzens. (Reiß 1993, 23)

[23] Vergi. Schmitt 1987 bei Koller 2001, S. 279

[24] Übersetzung ist von der Verfasserin der Vorliegenden Arbeit erstellt worden.

[25] Jedoch auch hier gibt es einen Auftragsgeber, und deshalb würden auch hier die Vorschriften der Normen DIN 2345 und DIN EN 15038 greifen, und eine nichtdurchgeführte Änderung sollte mit Auftragsgeber konsultiert werden.

[26] In Dostojewskijs Roman „Verbrechen und Strafe".

[27] Zitiert nach einer Internet-Ressource, die sich auf: Ф. M. Достоевский. Собрание сочинений в 15-ти томах. Л., "Наука", 1989. Том 5 bezieht.

Details

Seiten
73
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656001591
ISBN (Buch)
9783656001348
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v178155
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Slavisches Institut
Note
1,3
Schlagworte
Übersetzungswissenschaft Russisch Slovakisch Slowakisch Reiß Slavistik Slawistik Sprachwissenschaft Texttypologie Katharina Reiß Übersetzungsmethoden Texttypem Nord Göpferich Köller

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Zur Anwendbarkeit der Texttypologie von Katharina Reiß auf die Sprachenpaare Slovakisch-Deutsch und Russisch-Deutsch bei Übersetzungen