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Möglichkeiten und Grenzen der Absicherung von Währungsrisiken durch Swap-Geschäfte

Seminararbeit 2011 16 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Einleitung

1. Das Währungsrisiko als Herausforderung für Unternehmen 01 1.1 Der Wechselkurs als Chance und Risiko
1.2 Die drei verschiedenen Formen des Währungsrisikos

2. Swap als ein problemlösendes Instrument
2.1 Zins- und Währungs-Swaps als Hauptform der verschiedenen Varianten
2.2 Die Funktionsweise von Währungs-Swaps anhand von zwei konkreten Beispielen

3. Möglichkeiten und Grenzen der Absicherung von Währungsrisiken durch Swap-Geschäfte
3.1 Die Möglichkeit der Absicherungsfunktion als Hauptmotiv
3.2 Das Kreditrisiko als größtes Risiko beim Währungs-Swap

Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: EUR/USD Chart der letzten drei Jahre; Stand 29.04.2011

Abb. 2: Ein Währungs-Swap

Abb. 3: Cashflows für Microsoft im Währungs-Swap

Abb. 4: Kredit-Zinssätze als Basis für einen Währungs-Swap

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

In einer globalisierten Welt werden Unternehmen vor neue Aufgaben und immer größer werdende Herausforderungen gestellt.[1]Der Zugang zu internationalen Geld- und Kapitalmärkten wird immer leichter.[2]Daraus und aus der immer weiter fortschreitenden Globalisierung resultiert eine zunehmende Bedeutung von Währungssicherungsgeschäften.[3]Insbesondere für international operierende Unternehmen aus Deutschland ist ein intensives Währungsmanagement von zentraler Bedeutung. Denn Deutschland ist als „Exportweltmeister“ davon in besonderen Maßen betroffen.[4]Der Markt der Derivate ist weltweit in den letzten 30 Jahren immens gewachsen.[5]Ein Teil dieses Marktes wird durch das Instrument des Währungs-Swaps abgedeckt.

Der Schwerpunkt dieser Seminararbeit liegt in der Absicherung von Wechselkursrisiken durch Swap-Geschäfte. Zunächst wird das Währungsrisiko anhand der drei verschiedenen Formen des Wechselkursrisikos kurz beschrieben. Im zweiten Teil wird das Swap-Geschäft als problemlösendes Instrument für Unternehmen erläutert. Eine eingehende Behandlung erfahren hier die Währungs-Swaps in zwei konkreten Beispielen. Im letzten Punkt der Arbeit werden die Möglichkeiten und Grenzen der Absicherung von Währungsrisiken durch Swap-Geschäfte kritisch dargestellt.

1. Das Währungsrisiko als Herausforderung für Unternehmen

International tätige Unternehmen sind in einer Vielzahl von Ländern Währungsrisiken ausgesetzt, sei es aufgrund Fakturierungen in einer anderen als der funktionalen Währung, der Aufnahme von Fremdkapital in Euro für Investitionen außerhalb des Eurolandes oder durch Erträge bzw. Aufwendungen ausländischer Tochtergesellschaften in deren funktionalen Währungen, die bei der Konsolidierung im Konzernabschluss in die Berichtswährung Euro umgerechnet werden müssen.[6]

1.1 Der Wechselkurs als Chance und Risiko

Der Preis einer Währung in einer anderen Währung ist als Wechselkurs definiert.[7]An Devisenmärkten werden Wechselkurse durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Der Devisenmarkt ist ein spezieller und zugleich der größte Teil des Finanzmarktes. Im Zuge der Globalisierung ist dieser Markt enorm gewachsen.[8]Im Jahr 1989 lag das durchschnittliche täglich gehandelte Volumen bei 590 Milliarden US-Dollar. Bis zum Jahre 2004 ist das Volumen an durchschnittlich täglich gehandelten US-Dollar auf 1.880 Milliarden angestiegen. Eine Erhebung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ergab 2007, dass im internationalen Devisenhandel täglich im Durchschnitt 3,2 Billionen US-Dollar umgesetzt wurden. Dieses Ergebnis bedeutet gegenüber dem Stand von 2004 einen Anstieg von mehr als 71 %.[9]

Im internationalen Handel spielen Währungen eine zentrale Rolle, da sie es unter der Verwendung von Wechselkursen möglich machen, die Preise der Güter und Dienstleistungen verschiedener Länder miteinander zu vergleichen.[10]Die Abbildung 1 ist ein Chart, welcher die stetigen Kursschwankungen des Euros gegenüber dem US-Dollar ausgedrückt im Wechselkursverhältnis zeigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: EUR/USD Chart der letzten drei Jahre; Stand 29.04.2011 (Quelle: Onvista.de)

Die Währungsschwankungen wirken sich auf den Import und Export eines Unternehmens aus, was wiederum die Wertschöpfung eines Unternehmens und damit dessen Wachstum beeinflusst. Steigt der Wechselkurs einer Währung, so spricht man von deren Aufwertung. Durch die Aufwertung werden Importe billiger und Exporte teurer. Fällt der Wechselkurs, so wird dies als Abwertung bezeichnet. Daraus resultiert, dass Importe teurer und Exporte günstiger werden. Auf- und Abwertungen von Währungen wirken sich somit direkt auf den Wettbewerb aus.[11]Das folgende Beispiel verdeutlicht den genannten Sachverhalt. Angenommen, ein deutsches Unternehmen hat gegenüber einem amerikanischen Unternehmen eine Forderung in Höhe von 100.000 USD. Bei einem Wechselkurs von 1,00 EUR/USD, also einem Verhältnis von 1:1, erhält das deutsche Unternehmen 100.000 EUR, sobald das amerikanische Unternehmen die Zahlung in Höhe von 100.000 USD anstößt. Verändert sich der Wechselkurs, bis das amerikanische Unternehmen die Forderung begleicht, in einen Kurs von 1,25 EUR/USD, so erhält das deutsche Unternehmen 80.000 EUR. Die Aufwertung des EUR führt somit für das deutsche Unternehmen zu einem Verlust in Höhe von 20.000 EUR. Die Forderung von 100.000 USD ist in EUR umgerechnet weniger wert. Sinkt der Wechselkurs auf 0,80 EUR/USD, gelten die Zahlungsströme invers.[12]

Wie das Beispiel unterstreicht, stellen Wechselkursschwankungen Chancen, aber auch große Risiken für Unternehmen dar.

1.2 Die drei verschiedenen Formen des Währungsrisikos

Die Risikoarten des Währungsrisikos lassen sich in das ökonomische Risiko, das Transaktionsrisiko und das Translationsrisiko aufteilen.

Ersteres wird auch als Economic Exposure bezeichnet und beschreibt das aus Wechselkursschwankungen hervorgerufene Wettbewerbsrisiko, welches unmittelbar Auswirkungen auf die weitere Entwicklungsmöglichkeit eines Unternehmens hat. Somit ist es das Risiko, das den Barwert zukünftiger Cashflows durch Wechselkursbewegungen beeinflusst.

Das Transaktionsrisiko, in der Literatur auch als Transaction Exposure und Umwechslungsrisiko benannt, wird beschrieben als das Risiko von Wechselkursänderungen auf zukünftige Zahlungsströme aus bereits abgeschlossenen Geschäften. Das Transaktionsrisiko bezieht sich dabei rein auf die Netto-Cashflows, die bis zum Zahlungszeitpunkt einem Wechselkursrisiko ausgesetzt sind.

Das Translationsrisiko, auch oft als translation exposure und accounting exposure zu finden, ist die dritte Form des Wechselkursrisikos und als Risiko der konsolidierten Finanzberichte definiert. Es tritt auf, wenn ein Unternehmen Vermögen und Verbindlichkeiten, die nicht in der Berichtswährung geführt werden, zum Zweck der Konsolidierung mit dem jeweiligen Wechselkurs umrechnet.[13]

2. Swap als ein problemlösendes Instrument

Swaps gehören zur Gruppe der unbedingten Termingeschäfte.[14]Die Swap-Märkte zählen zu den umsatzstärksten derivativen Finanzmärkten.[15]Hauptsächlich werden Swap-Kontrakte over-the-counter (OTC) gehandelt, da es sich grundsätzlich um speziell formulierte Vereinbarungen handelt und weniger um standardisierte Werke. Folglich sind die gehandelten Positionen auf dem Börsenmarkt im Vergleich sehr gering.[16]Ein Swap ist eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien, typischerweise mehrere Zahlungen an festgelegten, in der Zukunft liegenden Zeitpunkten auszutauschen.[17]Swaps werden sowohl zur Arbitrage als auch zum aktiven Risikomanagement eingesetzt.[18]Letzterer Aspekt ist besonders für international agierende Unternehmen von entscheidender Bedeutung, um die Herausforderungen an den Finanzmärkten zu bewältigen.

[...]


[1]Vgl. Bloss et al. (2009a) Gleitwort.

[2]Vgl. Olfert (1999) S. 346.

[3]Vgl. Bloss et al. (2009b) Gleitwort.

[4]Vgl. Bloss et al. (2009c) Vorwort.

[5]Vgl. Hull (2009a) S. 1.

[6]Vgl. Bloss et al. (2009d) S. 12 f.

[7]Vgl. Rübel (2009a) S. 53; Görgens/Ruckriegel/Seitz (2008) S. 46.

[8]Vgl. Bruns/Meyer-Bullerdiek (2008a) VI.

[9]Vgl. Bloss et al. (2009e) S. 9 f.

[10]Vgl. Bloss et al. (2009f) S. 12.

[11]Vgl. Bloss et al. (2009g) S. 12.

[12]In Anlehnung: Rübel (2009b) S. 59.

[13]Vgl. Bloss et al. (2009h) S. 56–59.

[14]Vgl. Albrecht/Maurer (2008a) S. 42.

[15]Vgl. Bruns/Meyer-Bullerdiek (2008b) S. 539.

[16]Vgl. Bloss et al. (2009i) S. 63 f; Hull (2009b) S. 194.

[17]Vgl Rieger (2009a) S. 47.

[18]Vgl. Bruns/Meyer-Bullerdiek (2008c) S. 539.

Details

Seiten
16
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656000846
ISBN (Buch)
9783656000433
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v178128
Institution / Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,7
Schlagworte
möglichkeiten grenzen absicherung währungsrisiken swap-geschäfte

Autor

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