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Wir üben das Nachschlagen im Wörterbuch (Unterrichtsentwurf, 2. Schuljahr)

Unterrichtsentwurf für das Fach Deutsch in der Grundschule

Unterrichtsentwurf 2011 25 Seiten

Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

1. Thema der Unterrichtsreihe

„Sei schlau, schlag nach! – Wörterbuch-Detektive bei der Arbeit“

Eine produktionsorientierte Unterrichtsreihe zur Einführung des Mediums „Wörterbuch“, mit dem Ziel, die Arbeitstechnik des Nachschlagens innerhalb eines Wörterbuches zu erlernen und zu üben und mithilfe dieser neu erlernten Technik zukünftig mehr Verantwortung im Hinblick auf das Verfassen eigener Texte übernehmen und Rechtschreibprobleme selbstständig lösen zu können.

2. Aufbau der Unterrichtsreihe

1. Von A bis Z – Detektiv-Übungen rund um das Alphabet“: Die Schülerinnen und Schüler[1] reaktivieren ihre bereits zu Beginn des Schuljahres erlangten Wissensbestände bezüglich der festgelegten Ordnung der Buchstaben innerhalb des Alphabets mit Hilfe verschiedener Übungsformen, um das spätere, zielgerichtete Nachschlagen von Anfangsbuchstaben (bzw. nachfolgender Buchstaben innerhalb eines Wortes) zu beherrschen.
2. „So ein Durcheinander! Wir ordnen Wörter nach ihrem Anfangsbuchstaben“: Die SuS wiederholen und vertiefen den Aspekt des Ordnens von Wörtern nach ihrem Anfangsbuchstaben, um weitergehend die Systematik des Hilfsmittels „Wörterliste“ zu entdecken und verschiedene Orientierungsübungen in diesem Medium durchführen zu können.
3. „Noch mehr Durcheinander! Wir ordnen Wörter mit gleichen Anfangsbuchstaben“: Die SuS setzen sich mit der Problematik auseinander, Wörter mit bis zu drei identischen Anfangsbuchstaben zu ordnen, mit dem Ziel, die Orientierungsfähigkeit und Schnelligkeit bei der Arbeit mit der Wörterliste (bzw. später im Wörterbuch) weiter zu verbessern.
4. „Wörterlisten-Rätsel für Spürnasen – Wir üben das Arbeiten mit der Wörterliste“: Die SuS vertiefen den Umgang mit dem Medium „Wörterliste“ anhand verschieden differenzierter „Detektiv-Aufgaben“, um darauf aufbauend Einsichten in den systematischen Aufbau eines Wörterbuches anzubahnen.
5. „Von A bis Zett - Wir lernen unser Wörterbuch kennen“: Die SuS erarbeiten anhand verschiedener Orientierungs- und Suchaufgaben den Aufbau des Wörterbuchs „Von A bis Zett“[2], um einerseits die bisher erarbeiteten Wissensbestände weiter zu vertiefen und des Weiteren den sicheren Umgang mit diesem Medium mit Blick auf die Arbeit an der Lerntheke in den kommenden Stunden zu gewährleisten.
6. „Wir bereiten uns auf unsere Prüfung zum Wörterbuch-Detektiv vor“ (Lernsequenz im Umfang von zwei bis drei Unterrichtsstunden): Die SuS setzen sich im Zuge der Arbeit an einer Lerntheke[3] zum Thema selbstständig mit verschiedenen Aufgabenformaten zur Wiederholung, Festigung und Vertiefung des Umgangs mit dem Wörterbuch auseinander, um die Arbeitstechnik des Nachschlagens zu üben und zu optimieren[4] und somit eine zentrale Methode zur Anbahnung eines Rechtschreibgespürs[5] zu erlangen, welches die SuS dazu befähigen soll, zunehmend mehr Verantwortung für eigene Texte zu übernehmen.
7. „Die Prüfung zum Wörterbuch-Detektiv“ (Lernsequenz im Umfang von zwei Unterrichtsstunden): Die SuS verfassen Geschichten zum Thema „Winter“ zu unterschiedlichen Stimuli und überarbeiten mit Hilfe ihres Wörterbuches ihre Texte, um ihre neu erworbenen Kompetenzen anzuwenden und eine Rückmeldung hinsichtlich ihres Leistungsstandes zu erhalten („Wörterbuch-Führerschein“).

3. Ziele der Stunde

Das Schwerpunktziel der vorliegenden Stunde besteht darin, dass die SuS sich ihrer individuellen Strategien zum Nachschlagen von Wörtern im Wörterbuch zunächst bewusst werden, indem sie anhand eines Pflichtangebotes aus der Lerntheke die einzelnen Schritte, die sie zum Auffinden eines Wortes im Wörterbuch benötigen, darstellen und vergleichen, um schlussendlich Schritte zu verallgemeinern, welche eine optimierte bzw. ökonomische Nachschlagetechnik charakterisieren.

Des Weiteren soll bei den Kindern durch die eventuelle Weiterarbeit an den anderen Lernangeboten ansatzweise ein gewisses Maß an Fehlersensibilität[6] angebahnt werden, welches es den Kindern ermöglicht, Verantwortung – im Sinne eines adressatengerechten Schreibens – für eigene Textproduktionen zu übernehmen und das Medium des Wörterbuches als adäquates Hilfsmittel dafür wahrzunehmen.

3.1 Ziele im Bereich der Fachkompetenz Deutsch

- Bereich „Schreiben“[7]

(Schwerpunkte: Texte situations- und adressatengerecht verfassen, richtig schreiben)

Die SuS sollen…

- sich mithilfe des entsprechenden Pflichtangebotes aus der Lerntheke ihrer individuellen Strategien zum Nachschlagen von Wörtern im Wörterbuch bewusst werden, indem sie die einzelnen Schritte darstellen, die zum Auffinden eines Wortes benötigt werden.
- verschiedene Schüler-Strategien zum Nachschlagen von Wörtern hinsichtlich ihrer Ökonomik einschätzen, indem sie beurteilen, ob alle notwendigen Schritte genannt wurden, Schritte fehlen oder überflüssige Schritte genannt wurden.
- die nach Leistungsstand differenzierten Angebote zur Übung und Optimierung der Arbeitstechnik des Nachschlagens möglichst selbstständig bearbeiten, indem sie ihre Kenntnisse über die Reihenfolge der Buchstaben innerhalb des Alphabets anwenden und einen Rückbezug zur bereits erarbeiteten Systematik des Hilfsmediums „Wörterliste“ herstellen.
- das Wörterbuch als Hilfsmittel zur schnellen Suche bei Rechtschreibirritationen nutzen, indem sie durch wiederholtes Üben die Nachschlagetechnik vertiefen und langfristig automatisieren.

3.2 Ziele im Bereich der Sozialkompetenz

- Die SuS sollen sich während der Arbeit an den Lernangeboten an die vereinbarten Gesprächs- und Arbeitsregeln halten und in einer der Arbeitsform angemessenen Lautstärke sprechen.
- Das soziale Lernen innerhalb des Klassenverbandes soll gestärkt werden, indem die SuS sich bei der Arbeit an den verschiedenen Lernangeboten gegenseitig unterstützen bzw. auf den Rat von sog. „Expertenkindern“ zurückgreifen.

3.3 Ziele im Bereich der Methodenkompetenz

- Die SuS sollen lernen, in Situationen problemorientierten Lernens auf bereits vorhandene Lernergebnisse zurückzugreifen, indem sie selbstständig Hilfsmittel wie beispielsweise Tippkarten oder Lernplakate nutzen.
- Die SuS sollen ihre Arbeit an den diversen Aufgabenformaten möglichst zielgerichtet und effektiv gestalten, indem sie sich die ihnen zur Verfügung stehende Zeit effektiv einteilen.
- Die SuS sollen lernen, sich sachbezogen zu verständigen, indem sie in der Reflexionsphase Ergebnisse ihrer Arbeitsphase mitteilen und austauschen.

4. Fachwissenschaftliche Analyse des Unterrichtsgegenstandes

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5. Didaktische Schwerpunktsetzung

Der Schwerpunkt der vorliegenden Unterrichtsstunde besteht (mit Blick auf das zu bearbeitende Pflichtangebot) darin, dass die SuS – differenziert nach ihrem jeweiligen Leistungsstand – die Möglichkeit erhalten sollen, ihre individuellen Nachschlagetechniken bewusst wahrzunehmen und Strategien zur Optimierung dieser Arbeitstechnik zu erarbeiten.

Bezug nehmend auf das Gesamtarrangement der Lerntheke sollen die Kinder die Arbeitstechnik des Nachschlagens wiederholen und festigen. Darüber hinaus soll bei den SuS durch die Arbeit an den entsprechenden Angeboten ansatzweise ein Rechtschreibgespür angebahnt werden, welches es den Kindern ermöglicht, Verantwortung – im Sinne eines adressatengerechten Schreibens – für eigene Textproduktionen zu übernehmen, und das Medium des Wörterbuches als adäquates Hilfsmittel dafür wahrzunehmen.[15]

Die Arbeit an der Lerntheke im Allgemeinen, die sich insgesamt über zwei bis drei Unterrichtsstunden erstrecken soll, besitzt eine nicht zu unterschätzende Bedeutung mit Blick auf das Handlungsprodukt: Am Ende der Unterrichtsreihe sollen die SuS die „Prüfung zum Wörterbuchdetektiv“ absolvieren. Die SuS werden zunächst zu diesem Zweck eigene Texte zum Thema „Winter“ produzieren und anschließend mit Hilfe des Wörterbuches in einer sog. „Wörterbuchkonferenz“ überarbeiten. Angemerkt sei in diesem Kontext, dass – unter Bezug auf Hilbert Meyer – bei der vorliegenden Unterrichtsreihe hinsichtlich der Begriffe „Handlungsprodukt“ bzw. „Produktionsorientierung“ nicht alle Kriterien für handlungs- und produktionsorientierten Unterricht in vollem Umfang zum Tragen kommen können. Um eigene Texte mit Hilfe eines Wörterbuches zeitsparend überarbeiten zu können, ist es notwendig, die Arbeitstechnik des Nachschlagens ökonomisch zu gestalten, indem man verschiedene Strategien einsetzt, z.B. die Nutzung der Kopfbuchstaben.

Mit Blick auf Richtlinien und Lehrpläne lässt sich der geschilderte Unterrichtsgegenstand zunächst damit legitimieren, dass die Schülerinnen und Schüler das Schreiben und Rechtschreiben in einem „aktiven, durch Beispiel, Reflexion und Anleitung unterstützten Prozess“[16] erlernen; in diesem Zusammenhang erwerben die Kinder Rechtschreibstrategien auf vielfältige Art und Weise – unter anderem auch durch das Nachschlagen in Wörterbüchern.[17] In Auseinandersetzung mit Normschreibungen soll sich bei den SuS nach und nach ein Rechtschreibgespür entwickeln, welches sie dazu befähigt, zunehmend mehr Verantwortung für eigene Texte zu übernehmen.[18]

[...]


[1] Im Folgenden durch „SuS“ zugunsten der Lesefreundlichkeit abgekürzt. Aus Gründen der vereinfachten Lesbarkeit wird an entsprechenden Stellen zudem auf die geschlechtsneutrale Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten aber im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für beide Geschlechter.

[2] Sennlaub, Gerhard: Von A bis Zett. Allgemeine Ausgabe. Wörterbuch für Grundschulkinder. Berlin, 2003.

[3] Da diese Methode in der Fachliteratur mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen definiert wird, beziehe ich mich im Folgenden auf: Winerl, Irmintraud (u.a.): Das Methodenhandbuch Grundschule, S. 219-223.

[4] Eine Hervorhebung innerhalb des Textes erfolgt, um den Schwerpunkt bzw. den beabsichtigten Kompetenzzuwachs der UB-Stunde zu verdeutlichen.

[5] Vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen: Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen, S. 26.

[6] Vgl. Bremerich-Vos: Die Bildungsstandards Deutsch, in: Bremerich-Vos u.a.: Bildungsstandards für die Grundschule: Deutsch konkret, S. 18.

[7] Vgl. im Folgenden: Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen: Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen, S. 29f.

[8] Vgl. Baurmann, Jürgen/ Eisenberg, Peter/ Kempcke, Günter: Wörterbücher und ihre Nutzung. In: Praxis Deutsch 165/ 2001, S.5.

[9] Vgl. URL: http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%B6rterbuch , abgerufen am 03.01.2011 um 15:34 Uhr.

[10] Vgl. Menzel, Wolfgang/Sandfuchs, Uwe: Nachschlagen im Wörterbuch. In: Praxis Grundschule 5/1999, S. 4.

[11] Vgl. ebd.

[12] Sennlaub, Gerhard: Von A bis Zett. Allgemeine Ausgabe. Wörterbuch für Grundschulkinder. Berlin, 2003.

[13] Vgl. im Folgenden: Sennlaub, Gerhard: Lehrerheft zum Wörterbuch für Grundschulkinder Von A bis Zett. Berlin 1996, S. 6.

[14] Vgl. ebd, S. 7.

[15] Vgl. Bremerich-Vos: Die Bildungsstandards Deutsch, in: Bremerich-Vos u.a.: Bildungsstandards für die Grundschule: Deutsch konkret, S. 18.

[16] Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen: Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen, S. 26.

[17] Vgl. ebd.

[18] Vgl. auch: Bremerich-Vos: Die Bildungsstandards Deutsch, in: Bremerich-Vos u.a.: Bildungsstandards für die Grundschule: Deutsch konkret, S. 18.

Details

Seiten
25
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656021551
ISBN (Buch)
9783656021971
Dateigröße
1006 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v177965
Institution / Hochschule
Studienseminar für Lehrämter an Schulen Arnsberg
Note
1,3
Schlagworte
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