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Niedriglohnsektor: Armut trotz Arbeit

Eine Situationsanalyse, Ursachensuche und Diskussion staatlicher Eingriffe für Deutschland

Wissenschaftlicher Aufsatz 2011 33 Seiten

VWL - Arbeitsmarktökonomik

Leseprobe

Inhalt

1 EINLEITUNG

2 BEGRIFFSABGRENZUNGEN
2.1 Definition:Niedriglohn
2.2 Definition: Armut
2.3 Zusammenhang zwischen Armut und Niedriglohn

3 TREND- UND SITUATIONSANALYSE
3.1 Historischer T rend
3.2 S ozioökonomische Daten
3.3 Beschäftigungsform

4 URSACHEN DES „WORKING POOR“-PHÄNOMENS
4.1 Schwaches Wirtschaftswachstum
4.2 Technologischer Fortschritt
4.3 Offshoring und Outsourcing
4.4 Wandel der Erwerbsformen durch politische Wegbereitung
4.5 Gesunkene Tarifbindung
4.6 Sozioökonimische Konstanten und Variablen

5 STAATLICHE EINGRIFFSMÖGLICHKEITEN
5.1 Mindestlohn
5.2 Bedingungsloses Grundeinkommen
5.3 Kombilohnmodelle

6 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT

7 LITERATURVERZEICHNIS

8 ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Verzeichnis der Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

„Vollbeschäftigung in Sicht - Die Arbeitslosenzahl sinkt und sinkt - bald sogar unter drei Millionen, erwartet die Bundesagentur “, titelt der Tagesspiegel am 31. März 2011 in dem Wirtschaftsteil seiner Zeitung. Dieses Zitat sticht unter vielen negativen Mel­dungen als äußerst positiv heraus, da die meisten Menschen mit dem Begriff „Beschäf­tigung“ allgemein verbinden, dass die Beschäftigten durch ihre Arbeit genug Geld zum Leben haben, also ihren Lebensunterhalt aus eigenen Kräften finanzieren können. Was aber, wenn diese Schlussfolgerung gar nicht stimmt? Wenn Menschen mit Arbeit ihren Lebensunterhalt gar nicht bestreiten können?

Ob das so ist, welche Ursachen es dafür geben könnte und welche staatlichen Eingriffe sinnvoll oder nicht sinnvoll sein könnten, wird in dieser Arbeit untersucht. Konkret wird der Niedriglohnsektor beleuchtet, da in diesem Sektor jene Menschen arbeiten, die von eben diesem Phänomen des „working poor“, also einer Arbeitsstelle, mit der sie aber nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten können, betroffen sind. Dafür definiert der Autor zunächst die Begriffe Armut und Niedriglohn und zeigt den empirischen Zu­sammenhang auf. Da es keine allgemein gültigen Definitionen gibt werden verschiede­ne Definitionsansätze aufgezeigt. Daraufhin wird auf Grundlage verschiedener Studien die aktuelle Situation und die Entwicklung in den vergangenen Jahren im Bereich des Niedriglohnsektors in Deutschland beleuchtet. Diese Analyse liefert wichtige Erkennt­nisse für die Suche nach den Ursachen für die Entstehung eines Niedriglohnsektors, welche im Anschluss an die Situationsanalyse erläutert werden. Dabei geht der Autor nicht von einem modell-bezogenen theoretischen Ansatz aus, sondern von der empiri­schen Wirklichkeit in Deutschland. Im letzten Teil werden konkrete staatliche Eingrif­fe vorgestellt und diskutiert, wobei der Autor einen Schwerpunkt auf den Mindestlohn legt, da dieser nicht nur von politischen Parteien konkret gefordert wird, sondern auch in der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion besonders in Deutschland einen hohen Stellenwert einnimmt, auch deshalb weil mittlerweile weltweit über hundert Staaten einen Mindestlohn eingeführt haben (Schulten, 2011, S. 131).

2 Begriffsabgrenzungen

Um die Suche nach den Ursachen von Armut trotz Erwerbstätigkeit, also des Arbei­tern, ohne sich damit den Lebensunterhalt verdienen zu können, effektiv durchführen zu können, muss erst geklärt werden, was nach allgemeiner wissenschaftlicher Auffas­sung unter eben diesem Phänomen (in der Fachliteratur wird auch von „working poor“ gesprochen) verstanden wird. Einerseits wird Niedriglohn definiert, weil das „Arbei­ten“ logischerweise im Niedriglohnsektor stattfindet, da man sich sonst den Lebensun­terhalt sicherlich verdienen könnte. Andererseits wird die Armut definiert, da das nicht Bestreiten des Lebensunterhalts auf eine prekäre Lage, also auf relative Armut hindeu­tet. In Kapitel 2.3 wird der Zusammenhang zwischen Niedriglohn und Armut beleuch­tet, denn nur wenn ein Niedriglohn auch zu Armut führt, kann daraus geschlussfolgert werden, dass der Lebensunterhalt nicht mehr bestritten werden kann. Bei der Definiti­on der Armut wird der Autor also auch eine Verbindung zu dem Begriff „Lebensunter­halt“ ziehen, um damit eine Grundlage zu schaffen, die Forschungsfrage umfassend zu beantworten.

2.1 Definition: Niedriglohn

Beim Versuch einer allgemeingültigen Definition des Begriffes, sind verschiedene Sichtweise zu beachten. Zum einen muss man zwischen Brutto- und Nettolöhnen und zum anderen zwischen Stunden- oder Monatslöhnen unterscheiden. Außerdem kann man die Bezugnahme auf eine Person oder einen Haushalt sowie die Art und die Dauer der Beschäftigung (Vollzeit, Teilzeit, etc.) unterscheiden (Bruckmeier et al., 2010, S. 203). Des Weiteren muss man eine bestimmte Grenze ziehen, ab der man von Niedrig­lohn spricht, wobei man zwischen relativen und absoluten Definitionsansätzen unter­scheiden kann.

Der absolute Definitionsansatz zieht interne oder externe Kriterien heran, um einen ab­soluten Betrag als Niedriglohnschwelle anzusetzen. Beispielsweise kann mithilfe der Leitlinien der Verfassung ein soziokulturelles Existenzminimum begründet werden, was wiederum als Schwellenwert für den Niedriglohn dienen kann - in Deutschland beispielsweise Hartz IV beziehungsweise Arbeitslosengeld II (Eichhorst, 2005, S. 111). Der relative Definitionsansatz kann ebenfalls viele Ausprägungen haben. So kann man Beispielsweise die internen Lohnsätze in Quantile aufteilen und dadurch, unter Einbe­zug des eigenen Gestaltungsspielraums, den relativen Niedriglohn bestimmen, was je­doch zur Folge hat, dass die festgelegten Quantile immer im Niedriglohnbereich blei­ben. Die OECD und die EU haben ebenfalls einen relativen Definitionsansatz anhand externer Kriterien gewählt und beschreiben den Niedriglohn im Verhältnis zum Medi­an. Wer weniger als zwei Drittel des Medianlohns bekommt, ist Niedriglohnempfän­ger. Der Median definiert die quantitative Mitte zwischen der gesamten Lohnspanne, das heißt die eine Hälfte der Löhne ist höher als der Median, während die andere Hälf­te geringer ist. Des Weiteren geht die OECD von Bruttolöhnen aus, wobei Weihnacht- und Urlaubsgeld sowie sonstige Zuschläge miteinbezogen werden (IAQ-Report, 2008). Gerade wegen der verschiedenen Ansätze und Sichtweisen gibt es keine allgemein gül­tige Definition für den Niedriglohn (Vanselow, 2006, S. 8) und je nach Ansatz unter­scheidet sich auch die Anzahl der „Betroffenen“, weshalb der Autor Statistiken in de­nen nicht auf die OECD-Definition zurückgegriffen wird entsprechend kennzeichnet.

2.2 Definition: Armut

Die Definition von Armut ist ein schwieriges Unterfangen, da die Subjektivität bei der Bewertung des Begriffes Armut eine große Rolle spielt. Um eine erste Eingrenzung vorzunehmen, legt der Autor im Folgenden Ansätze zur Armutsdefinition in Deutsch­land dar, weil die Problematik beispielsweise in Entwicklungsländern eine ganz andere ist (Gabler, 2011). Darüber hinaus kann man sich dem Begriff von ganz unterschiedli­chen Seiten annähern, so zum Beispiel, über das Einkommen, über die Lebenslage, über den Konsum oder über einen definierten Warenkorb, der zum Überleben notwen­dig ist - um nur einige zu nennen. Trotz aller Unterschiede haben die meisten Defini­tionen zwei Dinge gemeinsam: Sie haben erstens ein dichotomes Konzept, also eine Armutsgrenze oder bestimmte Kriterien, die eine Unterscheidung zwischen arm und „nichtarm“ zulassen und zweitens beschreiben sie mit Armut stets einen Mangel an „Wohlbefinden“ im weitesten Sinne (Strengmann-Kuhn, 2003, S. 13).

Obwohl es wie dargelegt eine Vielzahl von Definitionsmöglichkeiten gibt, von denen jede ihre Stärken und Schwächen hat, greifen die meisten deutschen und europäischen Studien der empirischen Sozialforschung auf die OECD Definition zurück, die Armut als Einkommensarmut beschreibt und einen konkreten mathematischen Wert vorgibt, der sich entsprechend einfach wissenschaftlich untersuchen lässt. Wie auch die EU, geht die OECD1 von 60 % (des Äquivalenzeinkommens2 ) des Median aller Äquiva­lenzeinkommen als Armutsgrenze aus.

Auch wenn das Einkommen für Armut nur ein grober Indikator sein kann und ein di­rektes Armutsmaß, welches den vorhandenen Lebensstandard untersucht, wahrschein­lich sinnvoller wäre, so hat der relative Ansatz der OECD bzw. der EU doch den Vor­teil der einfachen Vergleichbar- und Interpretierbarkeit, weswegen sich diese Definiti­on zu einem quasi-offiziellen Standard entwickelt hat (Strengmann-Kuhn, 2003, S. 34).

Doch die Formulierung „Lebensunterhalt bestreiten“ lässt sich in keinen direkten Zu­sammenhang mit der OECD Definition bringen. Auch mit 60% des Medianäquiva­lenzeinkommens könnte es ja the]oretisch möglich sein meinen Lebensunterhalt zu be­streiten. Was bedeutet es also konkret, seinen Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten zu können?

Die Definition von Armut des EU-Ministerrats von 1984 lautet folgendermaßen: „Als verarmt sindjene Einzelpersonen, Familien und Personengruppen anzusehen, die über so geringe (materielle, kulturelle und soziale) Mittel verfügen, dass sie von der Le­bensweise ausgeschlossen sind, die in dem Mitgliedsstaat, in dem sie leben, als Mini­mum annehmbar ist.“ (Deutsche Bundesregierung, 2001, S. XIV)

Ausgehend von dieser Definition kann man also seinen Lebensunterhalt bestreiten, wenn man über die nötigen Mittel verfügt, um eine Lebensweise zu führen, die in dem entsprechenden Land zum entsprechenden Zeitpunkt als Minimum annehmbar ist, was bei 60 % des Medianlohns im Allgemeinen nicht mehr der Fall ist (vgl. Bäcker et al., 2008, S. 357ff).

2.3 Zusammenhang zwischen Armut und Niedriglohn

In diesem Kapitel soll nun untersucht werden, ob Niedriglöhne nach oben vorgestellter OECD-Definition tatsächlich zur Armut und damit zu einem Ausschluss von der als Minimum annehmbaren Lebensweise führen oder ob lediglich Erwerbslosigkeit zu Ar­mut, wie sie oben angesprochen wurde führt. Auch hier ist es wichtig, welche Definiti­on von Armut ausgewählt wird. Obwohl die Definition des EU-Ministerrats treffend ist, kann man keine konkreten empirisch mathematischen Schlüsse daraus ziehen, wes­wegen der Autor auch bei der Armutsdefinition auf den Ansatz der OECD zurück­greift. Rein mathematisch führen nach dieser Armutsdefinition also Niedriglöhne, die ca. 9 % unter der Niedriglohnschwelle sind zur Armut und damit zu einer Lage, die es einem nicht ermöglicht den eigenen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Das Statis­tische Bundesamt in Deutschland sieht gut 14 % der atypischen3 Beschäftigten Ar­mutsgefährdet. Knapp die Hälfte aller atypisch Erwerbstätigen verdient einen Niedrig­lohn, woraus der Autor schlussfolgert, das knapp ein Drittel der Erwerbstätigen im Niedriglohnsektor gleichzeitig armutsgefährdet ist. Bei Vollzeitbeschäftigten lag die Niedriglohnquote im Jahr 2006 bei 11,1% und die Armutsgefährdungsquote bei 3,2%, was wiederum knapp ein Drittel der im Vollzeit-Niedriglohnsektor Erwerbstätigen sind (vgl. Kapitel 3.3). Gut zwei Drittel gehören nicht zu den Armutsgefährdeten, da bei der Betrachtung des gesamten Haushalts genug Geld zur Verfügung steht, um über der De­finitionsgrenze zu sein. Dies kann durch Transferleistungen der Sozialhilfe oder Ein­nahmen anderer Haushaltsmitglieder passieren oder eben indem sie, wie obengenannt einen Niedriglohn direkt auf bzw. unter der Niedriglohnschwelle verdienen (innerhalb der 9 %).

Auch wenn gezeigt wurde, dass ein Niedriglohn nicht direkt in die Armut führen muss, so es ist in absoluten Zahlen, bei fast 7 Millionen Erwerbstätigen im Niedriglohnsektor doch eine große Zahl an Leuten, die trotz Arbeit unter die Armutsgrenze fallen (mehr als 2,3 Millionen), also fast so viele wie es momentan Arbeitslose in Deutschland gibt (vgl. Zitat in der Einleitung).

3 Trend- und Situationsanalyse

Nachdem nun das „Working poor“ Phänomen beschrieben und eingegrenzt worden ist, will der Autor zeigen welche Menschen überwiegend betroffen sind. Es wird im Fol­genden der Niedriglohnsektor analysiert, um daraus bei der Suche nach den Ursachen des Phänomens „working poor“ wichtige Schlüsse ziehen zu können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Niedriglohnerwerbstätige nach Studien

Quelle: Kalina, T. / Weinkopf, C. (2006): Mindestens sechs Millionen Niedriglohnbeschäftigtein Deutschland: Welche Rolle spielen Teilzeitarbeit und Minijobs?,in: Institut Arbeit und Technik (Hrsg.2006): IAT-Report 2006-03, S. 3

Je nach Institut liegt der Anteil der Niedriglohnbezieher höher oder niedriger, dajedes Institut eine eigene Bemessungsgrenze anlegt (siehe Abbildung 1). Der IAQ-Report aus dem Jahr 2010, der ebenfalls mit der OECD Definition arbeitet, gibt für 2008 an, dass 20,7 % aller Erwerbstätigen im Niedriglohnsektor arbeiten. (Kalina & Weinkopf, 2010).

3.1 Historischer Trend

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Anteil derNiedriglohnbeschäftigten unter Abhängigbeschäftigten von 1995-2008

Quelle: lAQ-Report, 2010, S. 6

Seit 1995 hat sich der Niedriglohnsektor in Deutschland beständig vergrößert. Im Jahr 1995 lag er noch bei 14,9 % und wuchs dann bis 2006 auf 21,7 % und verkleinerte sich dann wieder leicht auf 20,7 %. Auch wenn sich die Zahlen bei anderen Statistiken leicht unterscheiden, so ist doch die Tendenz des wachsenden Niedriglohnsektors in al­len Statistiken gegeben.

3.2 Sozioökonomische Daten

Abbildung 3 zeigt die Niedriglohnverdiener in Abhängigkeit von ihrer Qualifikation in den Jahren 1995, 2000 und 2006. Im Jahr 1995 verfügten bereits knapp zwei Drittel der im Niedriglohnsektor Erwerbstätigen über eine formale Qualifikation, elf Jahre später hat sich der Anteil der unqualifizierten (ohne Berufsausbildung) Geringverdie­ner sogar noch verringert, sodass nach dieser Statistik mittlerweile fast drei von vier Erwerbstätige über eine Berufsausbildung verfügen. Andere Institute gehen von einem höheren Anteil von unqualifizierten Arbeitskräften im Niedriglohnbereich aus (bis zu 45 %, IAT). Dabei darf man jedoch nicht außer Acht lassen, dass Deutschland relativ wenige gering qualifizierte Personen im Vergleich zu Personen mit Berufsausbildung hat. Wenn man die relativen Zahlen betrachtet, sind nur 14,1% mit Ausbildung im Niedriglohnsektor tätig und nur 3,7% mit Hochschulabschluss, dagegen 30 % der Un­qualifizierten (Statistisches Bundesamt (SBA), 2009).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Anteil am Niedriglohnsektor nach Qualifikation

Quelle: IAQ-Report, 2008

Weitere Statistiken im IAQ-Report aus dem Jahr 2010 (die Statistiken sind von 2008, der Report selbst wurde 2010 veröffentlicht) zeigen, dass Frauen (ca. 30 %) mehr als doppelt so häufig im Niedriglohnsektor tätig sind wie Männer (ca. 12 %).

Auch Ausländer sind wesentlich häufiger im Niedriglohnsektor (33,7 % im IAQ-Re­port 2010) tätig als Deutsche (19,5 %). Außerdem sind besonders die unter 25-Jährigen im Niedriglohnsektor tätig (54,4 %), während die anderen Altersgruppen (25-34, 35­44, 45-54 und 55+)zwischen 15 % und 23 % pendeln.

3.3 Beschäftigungsform

Abbildung 4 zeigt das Armutsrisiko nach Erwerbsform im Zehnjahresvergleich. Man sieht, dass besonders atypisch beschäftigte und dort besonders die geringfügig Be­schäftigten einem erhöhten Armutsrisiko unterliegen. An den absoluten Zahlen kann man erkennen, dass die Zahl deutlich gewachsen ist (um 46,2%), was eben daran liegt, dass sich die Zahl der geringfügig Beschäftigten sich ebenfalls erhöht hat (von 1,5 Mil­lionen auf knapp 2,6 Millionen) und außerdem ca. 81 % der geringfügig Beschäftigten einen Niedriglohn erhalten. Die Zahl der Teilzeiterwerbstätigen ist ebenfalls von gut 3,5 Millionen auf fast 5 Millionen im Zeitraum von 1998 bis 2008 gestiegen, dort sind besonders Frauen tätig (mehr als 80%).

[...]


1 Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

2 „Das Äquivalenzeinkommen ist ein bedarfsgewichtetes Pro-Kopf-Einkommenje Haushaltsmitglied, das ermittelt wird, indem das Haushaltsnettoeinkommen durch die Summe der Bedarfsgewichte der im Haushalt lebenden Personen geteilt wird. Nach EU-Standard wird zur Bedarfsgewichtung die neue OECD-Skala verwendet. Danach wird der ersten erwachsenen Person im Haushalt das Bedarfsgewicht 1 zugeordnet, für die weiteren Haushaltsmitglieder werden Gewichte von < 1 eingesetzt (0,5 für weitere Personen im Alter von 14 und mehr Jahren und 0,3 fürjedes Kind im Alter von unter 14 Jahren), weil angenommen wird, dass sich durch gemeinsames Wirtschaften Einsparungen erreichen lassen“ (Statistisches Bundesamt, 2009, S. 23)

3 Siehe Kapitel 4.4 für eine Erläuterung zu atypischen Beschäftigungsverhältnissen

Details

Seiten
33
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640998678
ISBN (Buch)
9783640998944
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v177955
Institution / Hochschule
Universität St. Gallen – School of Economics
Note
5,0/2,0
Schlagworte
niedriglohnsektor armut arbeit eine situationsanalyse ursachensuche diskussion eingriffe deutschland

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Titel: Niedriglohnsektor: Armut trotz Arbeit