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Basel III und mögliche Auswirkungen auf den deutschen Mittelstand

Masterarbeit 2011 223 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einführung
1.1 Aktueller Anlass und Zielsetzung
1.2 Aufbau und Vorgehensweise

2. Der Mittelstand in Deutschland
2.1 Abgrenzung KMU
2.2 Merkmale des Mittelstandes in Deutschland
2.3 Finanzwirtschaftliche Situation
2.3.1 Leistungsindikatoren
2.3.2 Finanzierung
2.3.3 Fazit über die finanzwirtschaftliche Situation des Mittelstandes

3. Die Baseler Eigenkapitalvereinbarungen
3.1 Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht
3.1.1 Entstehung und Ziele
3.1.2 Mitglieder und Struktur
3.1.3 Motive und Ziele
3.2 Basel I
3.2.1 Eigenkapitalunterlegung nach Basel I
3.2.2 Anwendung von Basel I
3.2.3 Eigenmittel der Banken
3.2.4 Motive für die Novellierung von Basel I
3.3 Basel II
3.3.1 Der Weg von Basel I zu Basel II
3.3.2 Inhaltliche Kernpunkte - Das Drei-Säulen-Konzept

4. Mittelstand und Basel II
4.1 Mittelstandsrating nach Basel II
4.1.1 Begriffliche Einordnung
4.1.2 Elemente im Ratingprozess
4.2 Auswirkungen von Basel II auf die Finanzierung von KMU
4.2.1 Eigenkapitalunterlegung für Kredite an den Mittelstand
4.2.2 Auswirkungen von Basel II auf die Kreditkonditionen
4.2.3 Fazit über die Auswirkungen von Basel II auf KMU

5. Die neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung Basel III
5.1 Motive für die Novellierung von Basel II - Die Subprime-Krise
5.2 Zielsetzung von Basel III
5.3 Inhaltliche Kernpunkte
5.3.1 Eigenkapitalanforderungen
5.3.2 Liquiditätsanforderungen
5.4 Auswirkungen von Basel III auf das deutsche Bankensystem
5.4.1 Eigenkapitalanforderungen
5.4.2 Liquiditätsanforderungen
5.5 Mögliche Auswirkungen von Basel III auf den deutschen Mittelstand
5.5.1 Gesamtkapitalquote und Neudefinition der Eigenmittel
5.5.2 Leverage Ratio
5.5.3 Liquiditätsanforderungen
5.5.4 Bankenumfrage zu Basel III

6. Handlungsmöglichkeiten für den deutschen Mittelstand
6.1 Ausgesuchte Maßnahmen zur Verbesserung des Ratings
6.1.1 Vorbereitung auf das Rating
6.1.2 Ratingstrategie
6.2 Ausgesuchte alternative Finanzierungsinstrumente
6.2.1 Beteiligungsfinanzierung
6.2.2 Mezzanine-Finanzierung
6.2.3 Leasing
6.2.4 Factoring

7. Fazit und Ausblick

Anhang

Literatur- und Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: KMU-Anteile in Deutschland

Abbildung 2: Entwicklung der Ertragslage der KMU und des Geschäftsklimas

Abbildung 3: Durchschnittliche Umsatzrenditen des deutschen Mittelstandes nach Beschäftigtenanzahl

Abbildung 4: Entwicklung der Eigenkapitalquote der deutschen KMU

Abbildung 5: Entwicklung der durchschnittlichen Eigenkapitalquote der deutschen KMU und Großunternehmen

Abbildung 6: Durchschnittliche Eigenkapitalquote deutscher KMU im internationalen Vergleich

Abbildung 7: Entwicklung des Bonitätsindex deutscher Unternehmen

Abbildung 8: Entwicklung der Investitionsbereitschaft der KMU im Vergleich zum BIP

Abbildung 9: Entwicklung der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum BIP

Abbildung 10: Anteil von Finanzierungsquellen an den Innovations- sowie den Investitionsaufwendungen

Abbildung 11: Finanzierungsinstrumente des deutschen Mittelstandes zur Liquiditätsbeschaffung

Abbildung 12: Kreditanträge der Mittelständler nach Finanzierungszweck

Abbildung 13: Kreditgewährung und –ablehnung an die Mittelständler nach Finanzierungszweck

Abbildung 14: Entwicklung des vergebenen Kreditvolumens im Vergleich zum BIP

Abbildung 15: Veränderung der Kreditkonditionen nach Größenklassen

Abbildung 16: Anteil der KMU mit Finanzierungsproblemen anhand ihrer Eigenkapitalquote

Abbildung 17: Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht

Abbildung 18: Schuldnerkategorien nach Basel I

Abbildung 19: Definition der Eigenmittel

Abbildung 20: Zusammensetzung des Kernkapitals

Abbildung 21: Zusammensetzung des Ergänzungskapitals

Abbildung 22: Beispiele für Abzugsposten

Abbildung 23: Beispiele für Drittrangmittel

Abbildung 24: Das Drei-Säulen-Konzept

Abbildung 25: Übersicht der Ratingansätze

Abbildung 26: Eigenkapitalunterlegung nach dem Standardansatz

Abbildung 27: Risikokomponente und ihre Bestimmung im IRB-Ansatz

Abbildung 28: Einfluss des Ratingverfahrens auf die Risikogewichte

Abbildung 29: Gesamteigenkapitalbedarf für ein Kreditportfolio mit durchschnittlichem Risikoprofil

Abbildung 30: Das Ratingverfahren und ihre typische Schwerpunkte

Abbildung 31: Das Sparkassen-Standardrating

Abbildung 32: Typisches Ablaufschema eines Kreditgewährungsverfahrens

Abbildung 33: Struktur der Jahresabschlussanalyse

Abbildung 34: Retail-Risikogewichte im Vergleich

Abbildung 35: Stellenwert der Sonderregelungen nach Basel II für den deutschen Mittelstand

Abbildung 36: Kreditkonditionen von Basel I und Basel II im Vergleich

Abbildung 37: Typisches Mittelstandsportfolio einer Bank

Abbildung 38: Einfluss der Bonität des Kreditnehmers auf die Kreditkonditionen

Abbildung 39: Basel II und Kreditzinsbestandteile

Abbildung 40: Höhe der Kernkapitalquote nach Basel III

Abbildung 41: Höhe der Eigenmittel nach Basel III

Abbildung 42: Übergangsfristen für das harte Kernkapital und die Kernkapitalquote

Abbildung 43: Gesamteigenkapitalanforderungen nach Basel III

Abbildung 44: Möglicher Einfluss von Basel III auf die Kreditzinsbestandteile

Abbildung 45: Mögliche Auswirkungen von Basel III auf die Kreditkonditionen

Abbildung 46: Konzept zur Ratingvorbereitung

Abbildung 47: Ratingvorbereitung und Rating-Prozess

Abbildung 48: Erstellung eines Ist-Ratings durch die Identifizierung kritischer Rating-Kriterien

Abbildung 49: Die Rating-Lücke als Ansatzpunkt für Finanz-Controlling

Abbildung 50: Ablaufplan eines Rating-Projektes

Abbildung 51: Bestandteile einer Rating-Strategie

Abbildung 52: Klassifizierung der Finanzierungsformen

Abbildung 53: Ausgesuchte alternative Finanzierungsformen

Abbildung 54: Abgrenzung Private Equity von Venture Capital

Abbildung 55: Funktionen von Private Equity

Abbildung 56: Bilanzielle Einordnung von Mezzanine-Kapital

Abbildung 57: Klassifierung von Mezzanine-Finanzierungsinstrumenten in Equity- und Debt- Mezzanine-Kapital

Abbildung 58: Klassifierung von Mezzanine-Finanzierungsinstrumenten in standartisiertes und individuelles Mezzanine-Kapital

Abbildung 59: Kosten von standartierten und individuellen Mezzanine-Produkten

Abbildung 60: Phasen der Mezzanine-Finanzierung

Abbildung 61: Übliche Motive für Mezzanine-Finanzierung

Abbildung 62: Factoringverfahren im offenen Factoring

Abbildung 63: Swot Analyse von Basel III und Mittelstand

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Quantitative Abgrenzungskriterien des Mittelstandes in Deutschland

Tabelle 2: Definition und Abgrenzung des deutschen Mittelstandes

Tabelle 3: Nutzung des Bankkredits nach Branchen

Tabelle 4: Schwierigkeiten des Mittelstandes bei der Aufnahme vom Fremdkapital durch Bankkredit

Tabelle 5: Risikokategorien von Säule 1

Tabelle 6: Beispiel von Risikogewichten je nach ausgewähltem Ratingansatz

Tabelle 7: Typische Kreditsicherungstechniken nach Basel II

Tabelle 8: Offenlegungsinhalt von Saule 3

Tabelle 9: Eigenkapitalunterlegung für Kredite an KMU im Retailsegment nach dem Standardansatz

Tabelle 10: Eigenkapitalunterlegung für Kredite an KMU im Retailsegment nach den IRB-Ansätzen

Tabelle 11: Sonderregelungen für Kredite an KMU unter Basel II

Tabelle 12: Kalkulationsschema des Kreditzinssatzes und seine Einflussfaktoren

Tabelle 13: Berechnungsbeispiel für Kreditkonditionen im Standardansatz nach Basel II

Tabelle 14: Berechnungsbeispiel für Kreditkonditionen in den IRB-Ansätzen nach Basel II

Tabelle 15: Berechnungsbeispiel für mögliche Gestaltung der Kreditkonditionen im Standardansatz nach Basel III

Tabelle 16: Berechnungsbeispiel für mögliche Gestaltung der Kreditkonditionen in den IRB-

Tabelle 17: Überblick über den Inhalt des Fragebogens

Tabelle 18: Vor- und Nachteile von Mezzanine-Kapital

Tabelle 19: Vergleich von Mezzanine-Kapital mit anderen Finanzierungsformen

Tabelle 20: Vor- und Nachteile von Leasing

Tabelle 21: Vor- und Nachteile von Factoring

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung

1.1 Aktueller Anlass und Zielsetzung

„Mittelstand befürchtet schlechtere Kreditkonditionen“[1]

„Folgeschäden für den Mittelstand drohen bei Basel III“[2]

„Mittelstand warnt vor Kreditklemme“[3]

„Die Zeche zahlt der Mittelstand“[4]

„Basel III killt Mittelstand“[5]

Viel diskutiert werden aktuell in der Presse die Auswirkungen der neuen Vorschriften des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht, die unter dem Namen „Basel III“ firmieren, auf die Finanzierung von Unternehmen und insbesondere die des deutschen Mittelstandes, der ein zentrales Element der nationalen Volkswirtschaft und somit des Wirtschaftwachstums darstellt. Basel III wurde zwar für den Bankensektor geschaffen, allerdings beeinflussen diese neuen Regelugen auch die Kreditvergabe der Banken an den deutschen Mittelstand. Aufgrund der Tatsache, dass Mittelständler in Deutschland infolge ihrer niedrigen Eigenkapitalausstattung eine höhere Risikostruktur aufweisen als die Großunternehmen, sind sie stärker auf ein funktionierendes Bankensystem angewiesen als in anderen europäischen Ländern bzw. in den USA. Aus diesem Grund besteht in Deutschland die allgemeine Befürchtung, dass die neuen Anforderungen und insbesondere die Eigenkapitalanforderungen, die Kreditkonditionen und/oder sogar die Kreditvergabe von klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) erheblich benachteiligen bzw. verschlechtern werden.

Um herauszufinden, ob diese Befürchtungen mit der Realität übereinstimmen, d.h. ob und inwieweit diese die deutschen Mittelständler durch die Kreditvergabe der Kreditinstitute beeinträchtigen können, steht im Mittelpunkt der vorliegenden Masterthesis eine inhaltliche Analyse der Kernpunkte der neuen Anforderungen von Basel III. Ziel dieser Arbeit ist es somit, wie der Titel bereits andeutet, zu untersuchen, mit welchen möglichen Auswirkungen der deutsche Mittelstand auf seine Finanzierung durch Bankkredite aufgrund der neuen Vorschriften von Basel III zu rechnen hat und welche Handlungsmöglichkeiten als Gegenmaßnahmen bestehen.

1.2 Aufbau und Vorgehensweise

Um das gesetzte Ziel erreichen zu können, wird die vorliegende Masterthesis in sieben Kapitel gegliedert, wobei jedes einzelne zusätzlich dazu beitragen soll, die Zusammenhänge zwischen der Konjunktur, der finanzwirtschaftlichen Lage des Mittelstandes und den Baseler Eigenkapitalvereinbarungen zu verdeutlichen.

Bevor auf den Inhalt von Basel III eingegangen wird, wird im zweiten Kapitel zunächst der Begriff „Mittelstand“ definiert und abgegrenzt sowie seine Wichtigkeit für die deutsche Volkswirtschaft dargestellt. Anschließend wird die aktuelle finanzwirtschaftliche Lage des deutschen Mittelstandes sowie ihre Entwicklung in den letzten Jahren einschließlich der Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2007 analysiert. Hier werden insbesondere finanzwirtschaftliche Kennzahlen herangezogen, die mit der Entwicklung der Konjunktur und anderen Wirtschaftsindikatoren verglichen werden.

Das dritte Kapitel beginnt mit einer kurzen Darstellung der Rolle und Funktionen des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht sowie anschließend des Inhalts der ersten Eigenkapitalvereinbarungen von Basel I aus dem Jahre 1988, einschließlich der Definition der Eigenmittel der Banken, die mit einer späteren Behandlung der Eigenkapitalanforderungen des neuen Reformpakets (Basel III) zusammenhängt. Im Folgenden wird tiefer u.a. auf den in Zusammenhang mit der Kreditvergabe stehenden wesentlichen Inhalt der derzeit geltenden Eigenkapitalanforderungen von Basel II seit 2007 eingegangen.

Basierend auf den Vorschriften von Basel II folgt im vierten Kapitel eine Analyse anhand zweier Beispiele über die Auswirkungen von Basel II, insbesondere auf den Kreditvergabeprozess und die Gestaltung der Kreditkonditionen, und eine entsprechende Schlussfolgerung resultierend aus einem Vergleich des Inhalts von Basel II mit der Entwicklung der Kreditvergabe an den deutschen Mittelstand aus dem zweiten Kapitel.

Im fünften Kapitel, welches den Kern dieser Masterthesis ausmacht, werden zunächst die wesentlichen Änderungen hinsichtlich der Eigenkapitalanforderungen sowie die neuen Liquiditätsvorschriften nach Basel III behandelt. Anschließend wird versucht die Auswirkungen von Basel III auf das deutsche Finanzsystem insgesamt anhand ihres aktuellen Eigenkapitalbedarfs zu skizzieren. Basierend zum Teil auf diesen Erkenntnissen wird abschließend versucht herauszufinden, wie die einzelnen neuen Anforderungen von Basel III die Kreditvergabe und die Kreditkonditionen für den deutschen Mittelstand möglicherweise beeinflussen werden.

Das sechste Kapitel beinhaltet empfohlene Handlungsmöglichkeiten für KMU, die in der Lage sind, möglichen künftigen negativen Auswirkungen aus den Vorschriften von Basel III resultierend entgegenzuwirken. Zunächst wird auf die Wichtigkeit der Entwicklung bzw. Verbesserung einer bestehenden Ratingstrategie eingegangen, die das Ratingergebnis und auf diese Weise die Kreditkonditionen für den deutschen Mittelstand erheblich beeinflussen kann. Im zweiten Teil des sechsten Kapitels werden ausgesuchte Finanzierungsformen dargestellt, die sowohl als Mittel zur Verbesserung des Ratingergebnisses als auch als Alternative zum Bankkredit im Falle einer künftigen Verschlechterung der Kreditkonditionen und/oder einer Kreditklemme dienen.

Im siebten und letzten Kapitel werden die Erkenntnisse der Ausführungen dieser Masterthesis zusammengefasst.

2. Der Mittelstand in Deutschland

2.1 Abgrenzung KMU

Eine einheitliche Auffassung bzgl. der Definition des Begriffes „Mittelstand“ gibt es in Deutschland weder in der Literatur noch in der Praxis.[6] Um zu einer Definition zu gelangen, werden verschiedene Abgrenzungskriterien verwendet bzw. vorgeschlagen, die sowohl quantitative als auch qualitative Aspekte berücksichtigen. Auf quantitativer Ebene werden meist der Umsatz und die Mitarbeiteranzahl als Abgrenzungsgrundlage verwendet, jedoch manchmal auch die Bilanzsumme, wobei diese Grenzen jeweils unterschiedlich festgesetzt werden. Nachstehende Tabelle zeigt die jeweiligen angesetzten Größenmaßstäbe nach HBG, EU-Kommission und IfM Bonn und teilt anhand der o.g. Kriterien die Unternehmen in Groß-, Mittel-, Klein- und Kleinstunternehmen auf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Quantitative Abgrenzungskriterien des Mittelstandes in Deutschland

Quellen: Eigene Darstellung in Anlehnung an die jeweiligen Abgrenzungskriterien nach:

HGB: § 267, Vgl. a. Fachhochschule Koblenz, Mittelstand:

http://www.fh-koblenz.de/index.php?id=3382 , Aufruf am 03/03/2011.

EU-Kommission: Empfehlung 2003/361/EG. Vgl. a. Europäische Kommission: Die neue KMU

Definition, 2006.

IfM Bonn: KMU Definition seit 2002: http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=89 , Aufruf am

03/03/2011.

In Deutschland findet die quantitative Definition von IfM Bonn die meiste Verbreitung und deshalb wird es als Abgrenzungsgrundlage in dieser Arbeit verwendet.[7] Der Mittelstand setzt sich somit danach aus allen unabhängigen Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten und weniger als 50 Mio. Euro Jahresumsatz zusammen. Der Begriff Mittelstand bedeutet dementsprechend nicht nur mittlere Unternehmen sondern schließt auch kleine Unternehmen ein.[8]

Zu einer weiteren Abgrenzung des Mittelstandes wird jedoch auch die Berücksichtigung qualitativer Merkmale gefordert. Diese umfassen insbesondere die Betonung der Person des Unternehmers, in der das Eigentum, die Leitung und das unternehmerische Risiko vereinigt sind.[9] Demzufolge handelt es sich laut dieser Kriterien in der überragenden Mehrheit um eigentümergeführte als um managementgeführte Unternehmen.[10] Als weitere qualitative Abgrenzungskriterien sind zusätzlich die meist persönliche Beziehung zwischen Unternehmensführung und Mitarbeitern sowie die in aller Regel fehlende Konzernzugehörigkeit anzuführen.[11] Ferner werden diese Kriterien auch über die Rechtsform des Unternehmens erfasst, wobei der deutsche Mittelstand durch Einzelunternehmen geprägt ist. Zusätzlich zählen die GbR, die OHG, die KG, die GmbH & Co. KG und die GmbH zu den gängigen Unternehmensformen.[12] Nachstehende Tabelle fasst die quantitativen und die wesentlichen qualitativen Kriterien der Abgrenzung nach IfM Bonn zusammen.[13]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zweck der beantragten Kredite war in erster

Tabelle 2: Definition und Abgrenzung des deutschen Mittelstandes

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Salge T.-O., 2006, S. 15 und IfM Bonn, KMU Definition:

http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=89 , Aufruf am 03/03/2011.

2.2 Merkmale des Mittelstandes in Deutschland

Betrachtet man die Struktur des deutschen Mittelstandes, lässt sich schlussfolgern, dass fast jedes deutsche Unternehmen zu dieser Kategorie gezählt wird (Abb. 1): Der Mittelstand hat einen Unternehmensanteil von 99,6% in Deutschland; dies entspricht einem Bestand von ca. 3,62 Mio. Unternehmen. Der deutsche Mittelstand erzielt einen Umsatz i.H.v. 38% und beschäftigt 59,9% der Mitarbeiter aller Unternehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: KMU-Anteile in Deutschland

Quelle: IfM Bonn: KMU-Anteile 2008 in Deutschland nach KMU-Definition des IfM Bonn:

http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=959 , Aufruf am 05/03/2011.

Daraus ergibt sich, dass der Mittelstand in Deutschland von besonderer Bedeutung für Wachstum und Beschäftigung ist und somit als Treiber der deutschen Volkswirtschaft angesehen werden kann.[14] Folglich wird ersichtlich, welches Gewicht das Thema „Mittelstand“ auch in Basel-Regelungen hat.

2.3 Finanzwirtschaftliche Situation

In diesem Unterkapitel werden einige Schlüsselindikatoren bzw. finanzwirtschaftlichen Kennzahlen des deutschen Mittelstandes aus den letzten Jahren kurz dargestellt und analysiert, die für die spätere Darstellung der Analyse über die Auswirkungen von den Baseler-Eigenkapitalvereinbarungen von Bedeutung sind. Darüber hinaus werden diese finanzwirtschaftlichen Kennzahlen mit der Entwicklung der Konjunktur und anderen Wirtschaftsindikatoren verglichen, sodass eine nähere Betrachtung der Korrelationen zwischen denen gewährleistet wird.

2.3.1 Leistungsindikatoren

2.3.1.1 Ertragslage

Die Ertragslage deutscher KMU, als ein wichtiger Indikator für das erfolgreiche Wirtschaften eines Unternehmens und somit für seine Kreditwürdigkeit bzw. Bonität (s. Kap. 4.1.2.1.3), hat sich grundsätzlich während der letzten 10 Jahre und insbesondere während der Finanz- und Wirtschaftskrise (ab 2007) dem Verlauf des allgemeinen Geschäftsklimas entsprechend entwickelt. So hat sich die Ertragssituation nach einem erheblichen Rückgang ab 2007 bis 2009 wieder im Jahr 2010 verbessert. Fast ein Drittel der KMU (32,6%) berichteten für das Jahr 2010 eine Ertragssteigerung, wobei es im Vorjahr nur ein Fünftel (20,5%) waren. Analog verringerte sich der Anteil der KMU mit einem Gewinnrückgang: von 42,7% im Jahr 2009 auf 22,6% im Jahr 2010. Dementsprechend hat der Saldo aus Ertragssteigerungen und –rückgängen zum ersten Mal nach dem Anfang der Finanz- und Wirtschaftskrise (7,2% im Jahr 2007) bzw. zum zweiten Mal in den letzten 10 Jahren ein positives Vorzeichen aufgewiesen (10,0% im Jahr 2010), wie folgende Abbildung verdeutlicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Entwicklung der Ertragslage der KMU und des Geschäftsklimas

Entwicklung der Ertragslage der KMU 2001-2010, Veränderungen zum Vorjahr in %.

Quelle: Creditreform, Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand, Herbst 2004, S. 19 / Herbst

2010, S. 20.

Entwicklung des Geschäftsklimas 2001-2010, Veränderungen zum Vorjahr in %.

Quelle: Ifo, Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft:

http://www.cesifo-group.de/portal/page/portal/ifoHome/a-winfo/d6zeitreihen/15reihen/_reihenkt , Aufruf am 06/03/2011.

2.3.1.2 Umsatzrendite

Betrachtet man insgesamt die Entwicklung der Umsatzrentabilität des deutschen Mittelstandes über die vergangenen Jahre, kann man eine nahezu stabile Entwicklung feststellen (Abb. 3). Stabile Umsatzrenditen zeigen sich im Beobachtungszeitraum allerdings nicht nur für den gesamten Mittelstand sondern auch für die einzelnen Größenklassen. So konnten sich KMU mit weniger als 10 Beschäftigten während der Finanz- und Wirtschaftskrise und insbesondre während des Rezessionsjahres 2009 konstant bei 9,4% halten. Ähnliche Entwicklungen lassen sich auch für größere Mittelständler mit einer höheren Beschäftigtenanzahl beobachten, die im gleichen Zeitraum (2007-2009) eine leichte Verschlechterung ihrer Umsatzrendite erfahren haben. Bemerkenswert herbei ist es, dass eine sinkende Beschäftigtenanzahl eine höhere Umsatzrendite ausweist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Durchschnittliche Umsatzrenditen des deutschen Mittelstandes nach Beschäftigtenanzahl

Entwicklung der Umsatzrendite der KMU 2005-2009 (gewichteter. Mittelwert), Veränderungen zum Vorjahr in %.

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2010, S. 27-28.

2.3.1.3 Eigenkapitalsituation

Die Eigenkapitalquote, als ein weiterer zentraler Bestandteil der Einschätzung der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens (s. Kap. 4.1.2.1.1), hat sich sowohl während der letzten 10 Jahre als auch während der Krise grundsätzlich positive entwickelt. Größte Änderungen in die Eigenkapitalsituation der deutschen KMU werden im Zeitraum 2001 bis 2005 betrachtet, insbesondere bei den KMU, deren Eigenkapitalquote unter 30% lag.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Entwicklung der Eigenkapitalquote der deutschen KMU

Entwicklung der Eigenkapitalquote der KMU 2001-2010, Veränderungen zum Vorjahr in %. Die

Prozentsätze für KMU mit einer Eigenkapitalquote zwischen 10 und 30% ergeben sich aus der Differenz der

Angaben der KMU mit unter 10% und über 30% Eigenkapitalquote.

Quelle: Modifiziert entnommen aus Creditreform, Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand, Herbst

2010, S. 24.

Ab dem Jahr 2006 bis 2010 haben sich diese Fluktuationen verringert, wobei eine leichte Verbesserung bzw. Erhöhung der Eigenkapitalquote zu beobachten ist. So lag die Eigenkapitalquote der KMU im Jahr 2010, die unter 10% Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme aufweisen, bei 31% (Vorjahr: 33,1%). Eine ähnliche Entwicklung lässt sich auch bei den KMU mit einer Eigenkapitalquote zwischen 10% und 30% beobachten. Demgegenüber, nahm parallel stark der Anteil der KMU zu, deren Eigenkapitalquote über 30% lag: 27,1% im Jahr 2010 (Vorjahr: 24,5%). Hier kann die Entwicklung der Eigenkapitalquote der KMU insgesamt positiv angesehen werden, da sich der Anteil der KMU mit einer Eigenkapitalquote unter 30% verringert und parallel der Anteil der KMU mit einer Eigenkapitalquote über 30% erhöht hat. Bei einer Betrachtung der Entwicklung der durchschnittlichen Eigenkapitalquote des deutschen Mittelstandes, lässt sich ebenso eine ständige Verbesserung seit 2001 beobachten. Diese lag im Jahre 2008 bei 19,2% im Verhältnis zu 9,9% im Jahre 2001, wie folgendes Diagramm verdeutlicht.[15]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Entwicklung der durchschnittlichen Eigenkapitalquote der deutschen KMU und Großunternehmen

Durchschnittliche Eigenkapitalquoten der KMU und Großunternehmen für den Zeitraum 2001 bis 2008,

Veränderungen zum Vorjahr in %.

Quelle: IfM Bonn (auf Basis der Daten der Deutschen Bundesbank), durchschnittliche Eigenkapitalquote der

KMU und Großunternehmen für den Zeitraum 1997-2008:

http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=560 , Aufruf am 07/03/2010.

Einer der wichtigsten Gründe für diese Verbesserung der Eigenkapitalsituation bzw. –quote der KMU über die letzten Jahren, stellte die nahezu stabile Entwicklung der Umsatzrendite und folglich der Gewinne der Mehrheit der KMU, die ihnen die Thesaurierung von Gewinnen ermöglicht haben[16] (s. a. Abb. 3). Vergleicht man allerdings die durchschnittliche Eigenkapitalquote der KMU mit derjenigen der Großunternehmen, kommt man zum Entschluss, dass trotz der Verbesserung der Eigenkapitalquote der KMU, immer noch Differenzen in der Eigenkapitalausstattung[17] bestehen.

Ferner, im Vergleich zu anderen Industrieländern weisen deutsche KMU eine sehr geringe Ausstattung mit Eigenkapital auf (Abb. 6). Die durchschnittliche Eigenkapitalquote deutscher KMU befindet sich auf dem letzten Platz mit ca. 20%, wobei den Spitzenreiter die amerikanischen KMU mit 45% darstellen. Es folgen Spanien und England mit 41% und 40% entsprechend.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Durchschnittliche Eigenkapitalquote deutscher KMU im internationalen Vergleich

Durchschnittliche Eigenkapitalquoten der KMU von Industrieländern 2008, Angaben in %. Quelle: Private Equity GmbH: Eigenkapital oder Mezzanine – Der Einzelfall ist entscheidend, Wirtschaftsforum Mannheim, 2008: www.l-bank.de/allg/dokarchiv/103677 , S. 5.

Aus der Grafik kann entnommen werden, dass die deutschen Mittelständler im internationalen Vergleich stärker auf Fremdkapital angewiesen sind. Diese Unterschiede resultieren daraus, dass das deutsche Finanzsystem seit Jahrzehnten grundsätzlich die Kreditaufnahme in Deutschland erleichtert hat. Steuerliche Benachteiligungen der Eigenkapitalfinanzierung gegenüber der Fremdfinanzierung geben den Mittelständlern einen Anreiz dafür, den klassischen Bankkredit gegenüber anderen alternativen Finanzierungsformen zu bevorzugen.[18] Hinzu kommt, dass den deutschen KMU und insbesondere den kleinen Unternehmen aufgrund ihrer Größe keine direkte Finanzierung über den freien Kapitalmarkt ermöglicht wird und deswegen der überwiegende Anteil der Unternehmensfinanzierung mit den Banken abgewickelt wird. Grund dafür ist der typische deutsche Hausbankcharakter, der aus langfristigen und vertrauensvollen Geschäftsbeziehungen zwischen Banken und KMU besteht. Deshalb wird in Deutschland vom „Hausbankprinzip“ gesprochen. Die Hausbank bietet in diesem Fall u.a. das ganze Spektrum der Finanzierung.[19]

2.3.1.4 Bonität

Während der Finanz- und Wirtschaftskrise wurde die Bonität der deutschen KMU erheblich beeinträchtigt. Gute Bonitätsnoten wurden seltener vergeben, wobei sich entsprechend die schlechten Noten erhöht haben, wie im nachstehenden Diagramm ersichtlich wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Entwicklung des Bonitätsindex deutscher Unternehmen

Entwicklung der Bonitätsindex deutscher Unternehmen 2007-2010, Veränderungen zum Vorquartal in %.

Quelle: Creditreform, Die Krise als Stresstest zur Bonität deutscher Unternehmen, 2010, S. 22.

Allerdings, im Vergleich zu der Entwicklung des Bonitätsindex der Großunternehmen im 1. Quartal 2009 (Höhepunkt der Rezession in Deutschland, s. BIP-Werte), der sich um 3,8% gegenüber dem Vorquartal verschlechtert hat, erwiesen sich die KMU als stabilisierendes Moment: hier haben sich die Bonitätsnoten nur um 1,3% verschlechtert. Erst nach der teilweisen Erholung der Konjunktur mit Beginn des Jahres 2010 begann sich der Trend zu drehen, wobei sich beide Unternehmenskategorien besser bewertet wurden als in den Vorquartalen.

2.3.1.5 Investitionsverhalten

Die Investitionsbereitschaft des deutschen Mittelstandes ist ab 2002 bis 2006 stetig gestiegen. Nach dem Eintritt der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007 und weiterhin bis zum Jahr 2009 lässt sich beobachten, dass der Mittestand schrittweise weniger investieren wollte, wie Abbildung 7 verdeutlicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Entwicklung der Investitionsbereitschaft der KMU im Vergleich zum BIP

Entwicklung der Investitionsbereitschaft der KMU 2001-2010, Veränderungen zum Vorjahr in %.

Angaben für die nicht-investierbereiten KMU ergeben sich als Saldo aus denjenigen KMU, die investieren wollten und der Gesamtheit der KMU (100%).

Quelle: Creditreform, Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand, Herbst 2010, S. 18.

Entwicklung der BIP-Werte 2001-2010, Veränderungen zum Vorjahr in %.

Quelle: CRP, Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts:

http://www.crp-infotec.de/01deu/wirtschaft/grafs/bip_vgl_jahre.gif , Aufruf am 01/04/2011.

Nachdem sich die Konjunktur im Jahr 2010 sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich erholt hatte, hat sich auch die Investitionsbereitschaft des deutschen Mittelstandes erhöht, welche im Jahr 2010 47,4% betrug. Dieser Anteil hat sich gegenüber dem Vorjahr (40,9%) um 6,5 Prozentpunkte erhöht. Aus dem deutlichen Anstieg der Investitionsbereitschaft, im Vergleich zu den BIP-Werten von 2001 bis 2010, lässt sich erkennen, wie stark der Mittelstand von der Konjunkturentwicklung abhängig ist.

2.3.1.6 Insolvenzentwicklung

Betrachtet man die Entwicklung der Insolvenzen in Deutschland[20] und vergleicht sie mit der Entwicklung der Konjunktur, lässt sich auch hier ein paralleler Lauf zwischen beiden Entwicklungen vermuten (Abb. 9). Steigende BIP-Werte haben demnach weniger Insolvenzen zur Folge und umgekehrt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: Entwicklung der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum BIP

Entwicklung der Insolvenzen in Deutschland 2001-2009, Veränderungen zum Vorjahr in %.

Quelle: IfM Bonn, Insolvenzen von Unternehmen in Deutschland (1991-2009).

Entwicklung der BIP-Werte 2001-2009, Veränderungen zum Vorjahr in %.

Quelle: CRP, Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts:

http://www.crp-infotec.de/01deu/wirtschaft/grafs/bip_vgl_jahre.gif , Aufruf am 01/04/2011.

Ab dem Jahr 2002 bis einschließlich 2007 lässt sich ein stabiler Trend zu sinkenden Insolvenzen beobachten, wobei auch die Entwicklung der Konjunktur grundsätzlich als positiv bezeichnet werden könnte. Bemerkenswert ist die starke Veränderung des Verlaufs der Insolvenzkurve ab 2008 und insbesondere während des Konjunktureinbruchs im Jahre 2009. Innerhalb dieser zwei Jahre stiegen die Insolvenzen von -14,6% (2007) auf 11,6% (2009).

2.3.2 Finanzierung

2.3.2.1 Finanzierungsinstrumente

Für die Finanzierung von Investitionen und Innovationen der deutschen Mittelständler kommt Fremdmitteln, nach den Eigenmitteln, eine erhebliche Bedeutung zu, wobei der klassische Bankkredit und die Fördermittel die wichtigsten Fremdfinanzierungsquellen darstellen. Folgendes Diagramm bildet die Höhe der Eigen-, Fremd- sowie sonstige Finanzierungsquellen, wenn es um innovierende oder investierende KMU handelt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 10: Anteil von Finanzierungsquellen an den Innovations- sowie den Investitionsaufwendungen

Finanzierungsquellen deutscher KMU 2008, Anteile in %. Quelle: KfW-Mittelstandspanel, 2008, S. 47.

Wie aus der obigen Abbildung ersichtlich wird, stellen die Eigenmittel die dominierende Finanzierungsquelle des Mittelstandes für sowohl Innovationen als auch Investitionen dar. So finanzieren 71% der Mittelständler ihre Innovationen und 48% ihre Investitionen durch Eigenmittel. Die Fremdmittel (hier: Bankkredite + Fördermittel) folgen als zweite wichtige Finanzierungsquelle mit 19% und 43% entsprechend.

Betrachtet man allerdings die Finanzierungsquellen der Mittelständler zum Zwecke der Liquiditätsdeckung in der Abbildung 11, stellen Bankkredite die wichtigste Finanzierungsquelle dar und es folgen die Eigenmittel und sonstige Finanzierungsinstrumente, d.h. die Verwendung von Eigen- und Fremdfinanzierungsquellen bzw. Bankkrediten unterscheidet sich erheblich je nach dem Zweck der zu beschaffenden Gelder.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 11: Finanzierungsinstrumente des deutschen Mittelstandes zur Liquiditätsbeschaffung

Finanzierungsquellen, die deutsche KMU hauptsächlich zur Liquiditätsdeckung verwenden 8/2007. Quelle: VISAVIS Finanzmagazin, Nachhaltiges Investment, 8/2007, S. 31.

2.3.2.2 Bankkredit

In Bezug auf die Finanzierungsquellen vom Fremdkapital, zeigt eine Studie von Creditreform, dass der Bankkredit hauptsächlich die wichtigste Fremdfinanzierungsquelle für den Mittelstand darstellt (Stand 2010). Wie folgende Tabelle zeigt, bevorzugt fast jedes zweite Unternehmen aller Branchen (48,2%) diese Finanzierungsform zur Deckung seines Kapitalbedarfs.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Nutzung des Bankkredits nach Branchen

Quelle: Creditreform, Unternehmensfinanzierung in Zeiten der Krise; Faktoren für den erfolgreichen

Kreditantrag, 2010, S. 3.

Zweck der beantragten Kredite war in erster Linie die Finanzierung von Investitionsvorhaben (44,5%). Fast jeder dritte Mittelständler (32,4%) hat einen Betriebsmittelkredit und 11% einen Kredit zur Warenfinanzierung beantragt.

Schließlich wollte fast jeder zehnte Mittelständler (10,3%) Umschuldungsmaßnahmen durch den Kredit ergreifen. Folgende Abbildung fasst die o.g. Zwecke des beantragten Kredits zusammen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 12: Kreditanträge der Mittelständler nach Finanzierungszweck

Quelle: Creditreform: Unternehmensfinanzierung in Zeiten der Krise; Faktoren für den erfolgreichen

Kreditantrag, August 2010, S. 2.

Die Gewährung des Kreditantrags variiert erheblich je nach dem Zweck der zu beschaffenden Gelder: fast 9 von 10 der beantragten Kredite zum Zwecke der Investition wurden gewährt. Es folgen Betriebsmittelkredite (78,2%) und Kredite für Umschuldungsnahmen (76,2%). Noch weniger wurden Kredite zur Finanzierung von Waren eingeräumt (69,9%), wie in der folgenden Abbildung zu sehen ist:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 13: Kreditgewährung und –ablehnung an die Mittelständler nach Finanzierungszweck

Die Prozentsätze der Kreditablehnungen ergeben sich daraus, indem die Prozentsätze der Kreditgewährungen von 100% abgezogen werden.

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Creditreform: Unternehmensfinanzierung in Zeiten der Krise; Faktoren für den erfolgreichen Kreditantrag, August 2010, S. 3.

Im Rahmen der Laufzeit bzw. Fristigkeit der nachgefragten Bankkredite in der Krise (2008), handelte es sich bei der Mehrheit der Kredite (47,3%) um einen mittelfristigen Bankkredit (Laufzeit: zwei bis fünf Jahre). Es folgten langfristige Bankkredite mit 27,2% (Laufzeit: über fünf Jahre) und kurzfristige Kredite mit 23,8% (Laufzeit: bis zu einem Jahr).[21]

Bezüglich der Entwicklung des vergebenen Kreditvolumens an inländische Unternehmen und Privatpersonen lässt sich seit 2001 eine ähnliche Entwicklung mit derer der BIP-Werte beobachten, wie Abbildung 14 zeigt. Das geringste Kreditvolumen von 2009 könnte somit mit dem Tiefpunkt der letzten Krise (2009) zusammenhängen. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist es, dass sich Veränderungen der BIP-Werte nicht sofort, sondern erst im darauffolgenden Jahr auswirken. Dies wird insbesondere im Jahr 2008 ersichtlich, wobei die BIP- Werte sanken, aber trotzdem das Kreditvolumen hoch blieb. Erst im Jahr 2009 lassen sich die ersten Auswirkungen auf das Kreditvolumen beobachten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 14: Entwicklung des vergebenen Kreditvolumens im Vergleich zum BIP

Entwicklung des vergebenen Kreditvolumens an inländische Unternehmen und Privatpersonen 2001-2010, relative Differenz zum Vorjahr in %.

Quelle: Deutsche Bundesbank,

http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_zeitreihen.php?open=banken&func=row&tr=PQ3001& year=2011 , Aufruf 01/04/2011.

Entwicklung der BIP-Werte 2001-2010, Veränderungen zum Vorjahr in %.

Quelle: CRP, Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts:

http://www.crp-infotec.de/01deu/wirtschaft/grafs/bip_vgl_jahre.gif , Aufruf: 01/04/2011.

Ein weiterer wichtiger Faktor für die Entwicklung des vergebenen Kreditvolumens und der häufig damit verbundenen Investitionsbereitschaft der KMU ab 2007 bis 2009 (s. Abb. 8) stellte auch die Verschärfung der Finanzierungsbedingungen dar. Dies betraf insbesondere bonitätsschwache KMU, die im Verlauf der Krise mit restriktiven Kreditkonditionen rechnen mussten.[22] Dies bestätigen auch die Ergebnisse einer Umfrage von DIHK aus dem Jahr 2010, nach denen sich die Finanzierungskonditionen für deutsche Unternehmen und insbesondere für KMU während des Höhepunktes der Krise (2008-2009) verschlechtert hatten. Mit der ersten Erholung der Konjunktur im Jahre 2010, verbesserten sich auch die Kreditkonditionen, wie in der nachstehenden Grafik deutlich wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 15: Veränderung der Kreditkonditionen nach Größenklassen

Saldo aus „verbessert“ – minus „schlechter und abgelehnt“ – Meldungen in %. KMU Abgrenzungskriterium: nach IfM Bonn (s. Kap. 2.1): Unternehmen mit unter 500 Beschäftigten.

Quelle: DIHK, Wirtschaftslage und Erwartungen – Sonderauswertung „Kreditkonditionen“, Frühsommer 2010, S. 4.

Ferner ergibt sich aus der gleichen Umfrage, dass die Probleme bei den Kreditverhandlungen mit zunehmender Größe des Unternehmens abnehmen, da tendenziell größere Unternehmen höhere und werthaltigere Sicherheiten und insbesondere eine bessere Eigenkapitalausstattung besitzen (s.a. Abb. 5).

In Bezug auf die Kreditvergabe zeigt eine andere Studie, dass die Situation bzgl. der Kreditvergabe sich, im Vergleich zu dem Zeitraum 2007-2009, im Jahre 2010 deutlich verbessert hat: Nur 29,5% der KMU bezeichneten die Kreditvergabe der Banken als restriktiv (44,2% im Jahre 2009). Dennoch weisen KMU mit einer niedrigen Eigenkapitalquote immer noch Schwierigkeiten bei der Finanzierung von Investitionsprojekten auf: 24,6% der KMU mit einer Eigenkapitalquote unter 10% konnten ihre Investitionsvorhaben mangels Fremdfinanzierung von Banken nicht verwirklichen. Demgegenüber lag dieser Anteil bei KMU mit einer Eigenkapitalquote über 30% bei 4,8% (Abb. 16). Folglich ziehen diejenigen Mittelständler Vorteile daraus, die eine hohe Eigenkapitalquote aufweisen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 16: Anteil der KMU mit Finanzierungsproblemen anhand ihrer Eigenkapitalquote

Anteil der KMU mit Finanzierungsproblemen anhand ihrer Eigenkapitalquote in %.

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Creditreform, Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand, Herbst 2010, S. 26.

Hier kann festgestellt werden, wie viel Wert die Kreditinstitute auf das Eigenkapital der KMU als Sicherheit für den zu vergebenden Kredit legen, insbesondere bei Krisenzeiten, bei denen ihre Risikostruktur hinsichtlich der Eigenkapitalquote höher ist als bei den Großunternehmen. Ähnliche Schlussfolgerungen können auch aus der Umfrage von Creditreform gezogen werden, nach der die Banken höhere Sicherheiten im Frühjahr 2010 als im 2008 verlangten, d.h. die Banken vergaben keinen Kredit ohne ausreichende Sicherheiten mehr. Tabelle 4 bildet die Schwierigkeiten ab, die die Mittelständler bei der Aufnahme von Fremdkapital durch einen Bankkredit hatten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 4: Schwierigkeiten des Mittelstandes bei der Aufnahme vom Fremdkapital durch Bankkredit

Quelle: Creditreform: Unternehmensfinanzierung in Zeiten der Krise; Faktoren für den erfolgreichen

Kreditantrag, 8/2010, S. 4.

2.3.3 Fazit über die finanzwirtschaftliche Situation des Mittelstandes

Aus der obigen Analyse lässt sich beobachten, dass grundsätzlich die Entwicklung von Schlüsselindikatoren und finanzwirtschaftlichen Kennzahlen des deutschen Mittelstandes stark in Abhängigkeit mit der Entwicklung der Konjunktur bzw. den BIP-Werten steht. Eine negative Entwicklung der Konjunktur führt gleichzeitig zu einer negativen Entwicklung der Gesamtwirtschaftslage des Mittelstands u.a. der Investitionsbereitschaft oder sogar auch der Anzahl der Insolvenzen und umgekehrt. Vergleicht man ferner den Verlauf der Kurve des Kreditvolumens mit der Entwicklung der Investitionsbereitschaft, scheint es einen engen Zusammenhand zwischen beiden zu geben. Somit stellt sich hierbei die Frage, ob die Konjunktur der einzige Einflussfaktor für die o.g. Entwicklungen, insbesondere bzgl. des Kreditvolumens und der Investitionsbereitschaft, ist bzw. ob die letzte Finanz- und Wirtschaftskrise allein für die Verschärfung der Kreditkonditionen verantwortlich ist. Da aber auch für die Kreditvergabepolitik der Banken auf Basis der Bonität der KMU (Eigenkapitalquote, Sicherheiten etc.) die Einführung von Basel II im Jahre 2007 eine wichtige Rolle spielt (s. Kap. 3), ist in diesem Zusammenhang herauszufinden, ob die Regelungen in Bezug auf die Eigenkapitalanforderungen an Banken unter Basel II die Situation beeinträchtigt haben. Falls dies zutrifft, wird dann die Einführung von schärferen Regelungen bzgl. der Eigenkapitalunterlegungspflicht der Banken (Basel III) die Kreditkonditionen verteuern und/oder sogar eine Kreditklemme für den deutschen Mittelstand bedeuten? Würde demzufolge Basel III aufgrund der Tatsache, dass die Fremdfinanzierung bzw. der Bankkredit eine der wichtigsten Finanzierungsquellen für den deutschen Mittelstand ist, zu weniger Investitionen oder darüber hinaus zu Insolvenzen und letztendlich zu einem Wachstumsrückgang in Deutschland führen? Auf all diese Fragen wird in den folgenden Kapiteln eingegangen und versucht diese zu beantworten.

3. Die Baseler Eigenkapitalvereinbarungen

Im diesem Kapitel sollen die bisherigen zwei Baseler Eigenkapitalvereinbarungen dargestellt und analysiert werden. Zunächst wird die Entstehung, Zusammensetzung und die Rolle des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht sowie der Hintergrund und der wesentliche Inhalt der ersten Baseler Eigenkapitalvereinbarung „Basel I“ von 1988 beschrieben. Anschließend wird tiefer neben den Motiven zur Novellierung von Basel I auf die inhaltlichen Anforderungen der seit 2007 geltenden Eigenkapitalvereinbarung „Basel II“ eingegangen.

3.1 Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht

Der sogenannte Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (kurz: Baseler Ausschuss oder BCBS[23] ) ist eine nach dem Tagungsort benannte ständige Konferenz[24] von Vertretern der Zentralbanken der bedeutendsten marktwirtschaftlich organisierten Volkswirtschaften, von Interessenvertretern der öffentlichen und privaten Banken sowie von Vertretern der Staaten, auf deren Märkte sich der Geltungsbereich erstreckt.[25]

3.1.1 Entstehung und Ziele

Gegründet wurde der Ausschuss im Jahre 1974 von den Zentralbank- Gouverneuren der G10-Staaten[26] bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich[27] (BIZ) in Basel, ist aber kein Organ dieses Instituts. Grund für seine Entstehung war die damals schwache Überwachung der internationalen Finanzaktivitäten. Den Anstoß zur Gründung lieferte die Pleite von zwei Banken aufgrund u.a. erheblicher Defizite bei der Kontrolle und Regulierung internationaler Finanzgeschäfte dar, die die damalige Finanzwirtschaft erschütterten.[28]

Hauptaufgabe des BCBS ist es, die Sicherheit und Verlässlichkeit des internationalen Finanzsystems zu stärken bzw. im internationalen Bankensystem einheitliche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und das Risiko der Insolvenz von Finanzinstituten soweit wie möglich zu reduzieren. Dadurch soll die Wirksamkeit der Bankaufsicht und die Qualität der eingesetzten Instrumente verbessert werden, mit dem Ziel, durch die Vermeidung von volkswirtschaftlich prekären Bankenkrisen zur Stabilität des internationalen Finanzsystems beizutragen. Dies versucht er durch den Erlass von internationalen Mindeststandards, Handlungsempfehlungen und Richtlinien für die Bankenaufsicht zu verwirklichen. Diese Anforderungen bezogen auf die Bankenaufsicht sind zwar rechtlich nicht bindend bzw. haben keine Gesetzgebungskompetenz, sollen aber von den Banken übernommen werden und in der Regel von den Regierungen der jeweiligen Länder in das nationale Gesetz umgesetzt werden. Auf diese Weise sollen gemeinsame Verfahrensweisen und Standards implementiert werden ohne die nationalen Aufsichtspraktiken im Detail zu harmonisieren. Des Weiteren hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht zum Ziel, die internationale Zusammenarbeit unter Aufsichtsbehörden bei der Überwachung grenzüberschreitender Tätigkeiten bzw. von in mehreren Ländern tätigen Bank- und Finanzkonzernen zu erleichten und zu fördern. Ferner dient er auch als informelles Forum zum Informationsaustausch über die Entwicklung der nationalen Aufsichtsregulierung und –praxis sowie über aktuelle Geschehnisse im Finanzbereich.[29]

3.1.2 Mitglieder und Struktur

Der Basler Ausschuss war zunächst, wie oben ausgeführt, eine Gründung der Industrienationen (G10). Inzwischen sind noch andere Länder zu dem Ausschuss beigetreten, wobei er sich heute aus 27 Ländern zusammensetzt (Stand: 2011). Der Baseler Ausschuss besteht aus vier Fach-Ausschüssen, die wiederum eine Anzahl von Unterausschüssen beinhalten.[30] Deutschland wird von der „Deutschen Bundesbank“ und der „Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht“ (BaFin) vertreten.[31]

3.1.3 Motive und Ziele

Die sog. Eigenkapitalvereinbarung „Basel I“ von 1988 war das erste Regelwerk des Basler Ausschusses mit Eigenmittelempfehlungen. Anlass für seine Entstehung stellte die Besorgnis der damaligen Zentralbankpräsidenten der G10-Länder dar, dass das Eigenkapital der weltweit wichtigsten Banken durch ihren anhaltenden Verdrängungskampf und in Kombination mit dem Auftritt zunehmender Insolvenzen von Kreditnehmern auf ein gefährliches Niveau gefallen war. Da Kreditausfälle die Sicherheit der Einlagen und die Existenz einer Bank in Gefahr bringen können, verlangte Basel I, dass international tätige Banken einen bestimmten Kapitalbeitrag zur Unterlegung der eingegangen Risiken vorhalten mussten (sog. regulatorisches Kapital).Ziel dieser Vorschriften war somit die Förderung und Sicherung eines funktionierenden Bankwesens, um das Insolvenzrisiko der Banken und mögliche Kosten für die Einleger beim Konkurs der Bank zu verringern. Basel I zielte somit auf die Sicherung einer angemessenen Eigenkapitalausstattung und die Schaffung einheitlicher internationaler Wettbewerbsbedingungen ab.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 17: Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht

Quelle: Hundt I. / Neitz B. / Grabau F., 2003, S. 6.

3.2 Basel I

3.2.1 Eigenkapitalunterlegung nach Basel I

Bezogen auf die standardisiert risikogewichteten Positionen einer Bank legte Basel I grundsätzlich die Mindest- bzw. Gesamteigenkapitalquote auf 8% (sog. Solvabilitätskoeffizient) fest. Dies hatte zur Folge, dass Kreditinstitute für jeden ausgereichten Kredit 8% aus Ihrem Eigenkapital (EK) hinterlegen mussten. Grundgedanke für die Festlegung der Höhe der Eigenkapitalunterlegung stellte die Schätzung dar, dass ein mehr als 8% Ausfall der gesamten Kreditsumme eines Kreditinstituts auf einmal als unwahrscheinlich angesehen wurde. Das anzurechnende Risiko-Geschäftsvolumen war somit auf das 12,5-fache des haftenden Eigenkapitals beschränkt.

Besonderes Merkmal von Basel I waren die für definierte Gruppen von Kreditnehmern bzw. Schuldnern fest vorgegebenen Risikogewichtsätze (sog. Anrechnungsfaktor), die die Eigenkapitalanforderung eines Kredites bestimmen. Demnach wurden Kreditnehmer in vier Schuldnerkategorien mit bestimmten vorgeschriebenen Bonitätsgewichten aufgeteilt (Abb. 18). So waren Kredite an einen staatlichen Kreditnehmer (z.B. OECD Länder) mit einer Gewichtung von 0% zu versehen, an Wertpapierfirmen/Banken mit einem Faktor von 20%, an Kreditnehmer mit Avalen und grundpfandrechtlichen besicherten Geschäften mit 50% und an Unternehmen, unabhängig von ihrer Größenklasse, grundsätzlich mit 100%.[32]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 18: Schuldnerkategorien nach Basel I

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Heider T., 2010, S. 24.

Ein Risikogewicht von 100% bedeutete, dass der zugrunde liegende Kredit mit seinem vollen Wert in die Berechnung der risikogewichteten Aktiva einging und mit 8% Eigenkapital zu unterlegen war. Zur Ermittlung des zu unterlegenden Eigenkapitals wurde folgende Formel herangezogen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

So war bspw. ein Kredit an ein Unternehmen bzw. an einen Mittelständler (100% Anrechnung) i.H.v. 1 Mio. Euro mit 8% = 80.000,00 € Eigenkapital bei dem gewährenden Institut zu hinterlegen. Hieraus wird deutlich, dass die tatsächlich realisierte Eigenkapitalunterlegung für jede Schuldnerkategorie erheblich schwankte. Im obigen Beispiel gilt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2.2 Anwendung von Basel I

Die Sicherung einer angemessenen Eigenkapitalausstattung im internationalen Bankwesen und die Schaffung einheitlicher Wettbewerbsbedingungen wurden allgemein anerkannt. Basel I entwickelte sich zum weltweit anerkannten Kapitalstandard für Banken und fand in über 100 Ländern als Maßstab für die Solvenz von Kreditinstituten Anwendung. Auch die entsprechenden EU- Regelungen waren maßgeblich beeinflusst.[33] Der Akkord von 1988 bildete die Grundlage für die 1989 von der EU verabschiedeten EU-Solvabilitäts- und die EU-Eigenkapitalrichtlinie als wesentliche Meilensteine auf dem Weg zu einem harmonisierten Bankaufsichtsrecht in Europa. Durch diese Richtlinien wurden innerhalb der EU einheitlich die Eigenkapitalbestandteile bzw. die Zusammensetzung der Eigenmittel von Banken definiert, die Risikogewichtsätze für Risikoaktiva festgelegt und die Mindesteigenkapitalquote bestimmt haben.[34]

In den deutschen bankaufsichtlichen Regelungen war Basel I in den §§ 10 und 10a des Kreditwesengesetzes (KWG) (Grundsatz I) verankert.[35] Die Definition von Eigenmitteln der Banken wird nachfolgend ausgeführt, die für die spätere Darstellung der neuen Eigenkapitalanforderungen nach Basel III von zentraler Bedeutung sein wird.

3.2.3 Eigenmittel der Banken

3.2.3.1 Definition der Eigenmittel

Gemäß § 10 Abs. 1 KWG muss jedes Kreditinstitut angemessene Eigenmittel aufweisen, um seine Verpflichtungen gegenüber den Gläubigern nachkommen zu können, d.h. die Eigenmittel sollen die Sicherung der kontinuierlichen Tätigkeit der Kreditinstitute und der anvertrauten Vermögenswerte ermöglichen (Gläubigerschutz). Der Gläubigerschutz dient somit der Sicherung des Vertrauens in das Bankensystem, das wiederum eine Grundvoraussetzung für die Stabilität des Finanzsystems darstellt. Diese Eigenmittel sind in der Bilanz einer Bank als Eigenkapital ausgewiesen. Zu diesen zählen verschiedene Bilanzpositionen, die Unterschiede in ihrer Haftungsqualität aufweisen. Deswegen werden diese auf Basis ihrer Schuldendeckungsfähigkeit in mehreren Kategorien unterteilt.

3.2.3.2 Zusammensetzung der Eigenmittel

Die Bestandteile der Eigenmittel eines Kreditinstituts setzen sich nach § 10 Abs. 2 Satz 1 und 2 KWG aus dem haftenden Eigenkapital und den Drittrangmittel zusammen. Das haftende Eigenkapital besteht aus dem Kernkapital und dem Ergänzungskapital abzüglich diverser Abzugsposten sowie der Drittrangmittel zusammen. Auf internationaler Ebene werden auch die Begriffe Tier 1 (Kernkapital), Tier 2 (Ergänzungskapital) und Tier 3 (Drittrangmittel) zur Abgrenzung der Eigenmittelbestandteile verwendet.[36]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 19: Definition der Eigenmittel

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Böger A. / Heidorn T. / Rupprecht S., Frankfurt School of Finance and Management: Einführung in das Kapitalstrukturmanagement bei Banken, Working Paper No.121, 2009, S. 12.

3.2.3.2.1 Kernkapital

Das sog. Kernkapital, oder häufig als Tier 1 bezeichnet, setzt sich aus Komponenten zusammen, die eingezahlt sind und einer Bank dauerhaft und uneingeschränkt, d.h. ohne Rückzahlungsverpflichtungen, zur Verfügung stehen. Dies ist die qualitativ hochwertigste Kapitalform, die im Falle von Verlusten zur Verlustdeckung verwendet wird.[37] Die Ermittlung des Kernkapitals orientiert sich im Wesentlichen am bilanziellen Eigenkapital, korrigiert um noch nicht bilanzwirksam gewordene Verluste und Positionen, von denen im Insolvenzfall nur eine eingeschränkte Haftungsfunktion ausgeht.[38] Das Kernkapital ist in zwei Unterkategorien aufgeteilt: Eigene Aktien, d.h. der Wert aller ausgegebenen Aktien sowie der „stillen Einlagen“ und einbehaltene Gewinne einer Bank bilden das „harte“ Kernkapital, das einer Bank in der Krisensituation helfen soll, wie oben ausgeführt, Verluste auszugleichen und sich selbst zu stabilisieren. Der zweite Bestandteil des Kernkapitals stellt das „weiche“ Kernkapital dar, das sichaus anderen Kapitalinstrumenten mit niedriger Verlustteilnahme zusammensetzt. Dabei kommt dem Kernkapital zur Absicherung der Risiken eine besondere Bedeutung zu, da der Risikopuffer einer Bank durch die sog. Kernkapitalquote angezeigt wird. Die Kernkapitalquote trifft die Aussage, wie viele risikotragende Positionen einer Bank durch eigenes Kernkapital gedeckt sein müssen. Zur Bestimmung der Kernkapitalquote ist das Kernkapital eines Kreditinstituts ins Verhältnis zu seinen gewichteten Risikoaktiva (Kredite, risikobehaftete Wertpapiere etc.) zu setzen. Die Mindestkernkapitalquote beträgt nach KWG 4%, die mindestens 50% aus hartem und maximal 50% aus weichem Kernkapital bestehen muss (§ 10 Abs. 2a KWG).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 20: Zusammensetzung des Kernkapitals

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Vgl. Böger A. / Heidorn T. / Rupprecht S., Frankfurt School of Finance and Management: Einführung in das Kapitalstrukturmanagement bei Banken, Working Paper No.121, 2009, S. 14 und Deutsche Bundesbank, Solvabilität, Eigenmittel: http://www.bundesbank.de/bankenaufsicht/bankenaufsicht_eigen_eigenmittel.php , Aufruf 20/04/2011.

3.2.3.2.2 Ergänzungskapital

Im Gegensatz zum Kernkapital, handelt es sich beim Ergänzungskapital (Tier 2) um Eigenkapital niedrigerer Haftungsqualität. Das Ergänzungskapital wird in zwei Klassen unterteilt: das Ergänzungskapital erster Klasse (Upper Tier 2) ist maximal in der Höhe des Kernkapitals als haftendes Eigenkapital anrechenbar (§ 10 Abs. 2 Satz 3 KWG) und das Ergänzungskapital zweiter Klasse (Lower Tier 2), das geringere Haftungsqualität gegenüber der 1. Klasse ausweist und maximal 50% des Kernkapitals betragen darf (§ 10 Abs. 2 Satz 4 KWG). Darüber hinausgehende Mittel können den Drittrangmittel zugerechnet werden (s. Kap. 3.2.4.2.4).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 21: Zusammensetzung des Ergänzungskapitals

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Böger A. / Heidorn T. / Rupprecht S., Frankfurt School of Finance and Management: Einführung in das Kapitalstrukturmanagement bei Banken, Working Paper, No.121, 2009, S. 17-18.

3.2.3.2.3 Abzugsposten

Zur Vermeidung einer Doppelbelegung von Bankkapital, darf das haftende Eigenkapital, das bereits zur Unterlegung anderer Risiken verwendet wurde (z.B. Großkredite, Organkredite etc.) nicht mehr zur Unterlegung von anderen Risikopositionen herangezogen werden (§ 10 Abs. 6 und 6a KWG). Somit sind diese Positionen vom haftenden Eigenkapital abzuziehen. Nach Abzug dieser Posten verbleibt das sog. modifizierte verfügbare Eigenkapital, das die Basis zur Berechnung der Angemessenheit der Eigenmittel darstellt (s. a. Abb. 19).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 22: Beispiele für Abzugsposten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Böger A. / Heidorn T. / Rupprecht S., Frankfurt School of Finance and Management: Einführung in das Kapitalstrukturmanagement bei Banken, Working Paper No.121, 2009, S. 16.

3.2.3.2.4 Drittrangmittel

Die Zurechenbarkeit der Drittrangmittel zu den Eigenmitteln wird auf 250% der Höhe des freien Kernkapitals begrenzt.[39] Die Drittrangmittel (Tier 3) sind von geringerer Haftungsqualität als das Ergänzungskapital und bestehen aus den Nettogewinnen des Handelsbuchs und den kurzfristigen nachrangigen Verbindlichkeiten, die zusammen mit dem Kern- und Ergänzungskapital[40] zur Unterlegung der Marktrisikoposition dienen.[41] Außer diesen Marktrisikopositionen dürfen mit Drittrangmitteln keine weiteren Risikoarten unterlegt werden.[42] Drittrandmittel bestehen aus folgenden Komponenten (§ 10 Abs. 2c KWG):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 23: Beispiele für Drittrangmittel

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Böger A. / Heidorn T. / Rupprecht S., Frankfurt School of Finance and Management: Einführung in das Kapitalstrukturmanagement bei Banken, Working Paper No.121, 2009, S. 21-22.

3.2.4 Motive für die Novellierung von Basel I

Die Höhe des für einen Kredit oder für ein anderes unterlegungspflichtiges Geschäft maßgeblichen Risikogewichtes richtete sich nach Basel I nicht nach der tatsächlichen Bonität des Schuldners, sondern nach der Art des Schuldners. Darüber hinaus wurde eine deutliche Trennung zwischen „guten“ und „schlechten“ Krediten nicht vorgenommen, d.h. es war unerheblich, ob der Kredit an einen solventen oder weniger solventen Kreditnehmer innerhalb einer Kategorie vergeben wurde.[43] Unterschiedliche Kreditrisiken wurden danach undifferenziert bewertet. Lediglich konnten die jeweiligen Sicherheitspositionen von Einzelgeschäften hier zu unterschiedlichen Risikoeinschätzungen und damit zu differenzierter Preisgestaltung der Kredite führen. Die Folge war eine fast einheitliche Zinsmarge, in der die individuelle Bonität des Kreditnehmers kaum berücksichtigt wurde. Kreditnehmer mit guter Bonität wurden über die Kreditkonditionen mit zu hohen Kapitalkosten, jene mit schlechter Bonität mit zu niedrigen Kapitalkosten belastet. In der Folge kam es zu einer unerwünschten Subvention innerhalb des Kreditportfolios: Gute Kreditnehmer subventionierten über ihre schlechten (bonitätsunabhängigen) Kreditkonditionen diejenigen mit schlechter Bonität, die normalerweise teurere Kreditkonditionen hätten haben müssen.[44]

Ferner bestand keine Verbindung zwischen aufsichtsrechtlichen und ökonomischen[45] Kapitalanforderungen. Diese Diskrepanz zwischen regulatorischen und ökonomischen Eigenkapitalanforderungen konnte zu unerwünschter Kapitalarbitrage der Kreditinstitute führen. Dies hatte zur Folge, dass Banken solche Geschäfte bevorzugten, für die, im Verhältnis zu anderen Risikobehafteten Geschäften, zu niedrige regulatorische Kapitalanforderungen bestanden bzw. die generell die Kapitalanforderungen reduzierten (z.B. Verbriefungen). Des Weiteren bestand die Gefahr, dass Kreditrisiken von Finanzmarktteilnehmern übernommen wurden, die nicht der Bankenaufsicht unterlagen.[46] Nicht zuletzt auch wegen des Ertragsdrucks analysierten die Banken, losgelöst vom Aufsichtsrecht, ihre Produkte, um festzustellen, welche Geschäfte einen dem Risiko angemessenen Ertrag erzielten. Auf diese Weise ermöglichten Kredite bzw. Risikogeschäfte, mit erkannt höherem Risiko, den Kreditinstituten die Durchsetzung höherer Margen.[47]

Gesamtwirtschaftlich betrachtet, wurde mit Basel I die Stabilität des Banksystems ausschließlich durch Festlegung einer Mindesteigenkapitalbasis der Institute verfolgt. Da somit unterschiedlichen Risikograden nicht Rechnung getragen wurde, führte dies zu fehlender Preisdifferenzierung von Risiken und damit u.U. zu Fehlallokationen des Faktors EK der Banken. Des Weiteren wurden mit Basel I die klassischen Bankrisiken nur teilweise berücksichtigt. Insbesondere fanden sowohl das operationelle Risiko als auch das Liquiditätsrisiko keine Berücksichtigung, Faktoren die zur Beurteilung der Risikolage eines Unternehmens einzubeziehen sind (s. Kap. 3.3). Damit bestand für ein Kreditinstitut kein Anreiz, ein funktionsfähiges Risikomanagementsystem einzurichten. Seit Inkrafttreten von Basel I haben sich die Kapitalmärkte jedoch stark verändert. Anleger wurden risikosensitiver und erwarteten für riskante Investitionen eine entsprechend höhere Rendite.[48]

3.3 Basel II

3.3.1 Der Weg von Basel I zu Basel II

Aufgrund der o.g. Problematiken und insbesondere der Nichtberücksichtigung des operationellen Risikos und der damit verbundenen Verlustgefahren, hielt der Baseler Ausschuss den Eigenkapitalakkord in der Fassung nach Basel I für reform- und ergänzungsbedürftig. Aus diesen Erkenntnissen resultierend hat der Baseler Ausschuss im Juni 1999 den ersten Entwurf (1. Konsultationspapier) einer Neufassung des Eigenkapitalakkordes unter dem Namen „Basel II“ veröffentlicht (A New Capital Adequancy Framework) und die Fachkreise um Stellungnahme gebeten. Nach Auswertung und Prüfung der eingegangenen Stellungnahmen mit Verbesserungsvorschlägen hat der Basler Ausschuss im Januar 2001 einen zweiten Entwurf (2. Konsultationspapier) vorgelegt, der u.a. die Verwendung von internen Ratingverfahren für die Bemessung des unterlegungspflichtigen Kreditrisikos vorsah. Anschließend führte der Basler Ausschuss mit ausgewählten Banken empirische Studien über die Eigenkapitalauswirkungen von Basel II durch (QIS 1 und 2). Da die Ergebnisse der Studien zu hohe Eigenkapitalanforderungen bei der Verwendung von internen Ratingverfahren (sog. IRB-Ansatz, s Kap. 3.3.2.1.1.2) zeigten, wurden diese in der Risikogewichtfunktion für Kredite an Unternehmen im IRB-Ansatz gesenkt. Des Weiteren wurde nach langen Verhandlungen, insbesondere durch die deutschen Vertreter im Baseler Ausschuss (Deutschen Bundesbank und BaFin), Mitte 2002 die Eigenkapitalanforderungen für KMU gemindert (sog. Mittelstandskompromiss), um eine eventuelle Benachteiligung des Mittelstandes durch den neuen Akkord Rechnung zu tragen (s. Kap. 4.2.1). Basierend auf diese Erleichterungen führte der Basler Ausschuss von Oktober bis Dezember 2002 eine dritte empirische Studie (3. QIS) durch, mit dem Ziel, die Kapitalanforderungen an das Kreditrisiko unter Berücksichtigung der obengenannten Erleichterungen und an das operationelle Risiko abschätzen zu können. Die Ergebnisse dieser 3. QIS wurden im Mai und Juni 2003 von dem Basler Ausschuss[49] und der Deutschen Bundesbank[50] veröffentlicht. Für Deutschland zeigte diese Auswirkungsstudie, dass alle Institute, die in der Mittelstandsfinanzierung engagiert waren, durch Basel II Reduzierungen der Kapitalanforderungen erwarten konnten. Diese Ergebnisse flossen in Form einzelner technisch-quantitativer Änderungen in das 3. Konsultationspapier zu Basel II ein, das im April 2003 veröffentlicht wurde.[51]

Ende Juni 2004 hat der Baseler Ausschuss die endgültige Fassung von Basel II verabschiedet. Die EU-Kommission hat den Regelungsrahmen des Baseler Ausschusses inhaltlich weitgehend übernommen und im Juli 2004 den Entwurf einer EU-Richtlinie zur Umsetzung von Basel II in das EU-Bankaufsichtsrecht veröffentlicht. Die Umsetzung von Basel II erfolgte durch die Veröffentlichung der Bankenrichtlinie und der Kapitaladäquanzrichtlinie im Juni 2006.[52] Der überarbeitete Akkord ist in den EU-Mitgliedsstaaten Ende 2006 in Kraft getreten.[53] In deutsches Recht erfolgte die Umsetzung durch das KWG, die Solvabilitätsverordnung (SolvV) und die Mindestanforderungen an das Risikomanagement der Kreditinstitute (MaRisk).[54]

3.3.2 Inhaltliche Kernpunkte - Das Drei-Säulen-Konzept

Das vorrangige Ziel und die Kernidee der Überarbeitung des Baseler Eigenkapitalakkords von 1988 (Basel I) war, wie oben ausgeführt, eine risikogerechte Eigenkapitalunterlegung für das Kreditrisiko sowie die Einbeziehung des immer wichtiger gewordenen operationellen Risikos in die Eigenkapitalunterlegung. Der Grund lag in der Behauptung, dass ein realistisches Verhältnis zwischen dem tatsächlichen Risiko als potenzielle Verlustgefahr und dem zu seiner Deckung erforderlichen Eigenkapital hergestellt werden sollte. Die Banken sollten somit durch Basel II veranlasst werden, sich laufend mit dem aktuellen Risikoprofil und dem erforderlichen Eigenkapital als Risikopuffer zu befassen, um bestandsgefährliche Entwicklungen frühzeitig erkennen und Risikovorsorgemaßnahmen ergreifen zu können. Dadurch wird auch die interne, risikoadäquate Allokation des Eigenkapitals in den Banken vorangetrieben, sodass die Solidität und Handlungsfähigkeit der einzelnen Kreditinstitute und des gesamten Bankensystems gewahrt werden sollte.[55] Auf diese Weise sind die Kapitalanforderungen an Banken stärker, als nach Basel I, vom ökonomischen Risiko abhängig und neuere Entwicklungen an den Finanzmärkten werden im Risikomanagement der Kreditinstitute berücksichtigt.[56]

Erklärte generelle Ziele von Basel II sind:[57]

Förderung der Sicherheit und Solidität des Finanzwesens

Verbesserung der Wettbewerbsgleichheit

Umfassende Behandlung der Risiken

Ansatz für die Ermittlung der angemessenen EK-Ausstattung auf Basis des Risikogrades von Positionen und Geschäften eines Kreditinstituts

Schwerpunkt der Neuregelungen primär auf international tätigen Banken

Basel II brachte drei grundlegende Neuerungen, bekannt als Drei-Säulen- Konzept (Abb. 24), die alle auf eine risikogerechte Ausrichtung der Eigenkapitalvereinbarung abzielen, sodass ein sicheres und solides Finanzsystem gewährleistet wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 24: Das Drei-Säulen-Konzept

Quelle: Heider T., 2010, S. 33.

Mit der Definition dieser drei Säulen werden neben einer Neuregelung der nach Basel I geltenden Eigenkapitalanforderungen zusätzlich aufsichtliche Überprüfungsverfahren und Marktdisziplin gestellt. Damit ist Basel II umfangreicher als Basel I. Die drei Säulen stehen nicht isoliert, sondern sind miteinander verknüpft und sollen nach Meinung des Ausschusses gemeinsam zu erhöhter Sicherheit und Solidität, d.h. zur Realisierung des Zieles der risikoadäquaten Eigenkapitalausstattung eines Kreditinstitutes im Bankensystem beitragen.[58] In den folgenden Abschnitten wird der wesentliche Inhalt der drei Säulen dargestellt.[59]

3.3.2.1 Mindesteigenkapitalanforderungen (Säule 1)

Das Hauptziel von Basel II ist es, wie oben ausgeführt, gegenüber den Regellungen nach Basel I, die Einführung einer stärkeren Risikosensitivität der Eigenkapitalanforderungen an Banken. Dies soll dadurch erreicht werden, indem die Risikogewichte zur Anrechnung auf das Eigenkapital nicht mehr ausschließlich von der Zuordnung eines Kredits zu einer Forderungsklasse (Unternehmen/Banken/Staaten) abhängen, sondern von kreditnehmer- spezifischen Bonitätskennziffern bzw. Ratings. Dies stellt auch die grundlegende Veränderung von Basel II dar. Die Bonität gibt Aufschluss über die Fähigkeit des Schuldners, seinen Kreditverpflichtungen nachzukommen. Diese wird im Rahmen des Ratings evaluiert. Dabei hat das Kreditinstitut die Möglichkeit, Unternehmen auf Basis externer oder eigener Risikobeurteilung (intern) durch eine über oder unter 100% liegenden Gewichtung einzustufen (Kreditrisiko). Das heißt, dass es den Banken nach genauer Risikomessung erlaubt ist, für Schuldner in Kategorien mit geringem Risiko weniger Eigenkapital zu unterlegen.[60]

Die erste Säule hat folglich großen Einfluss auf die Kreditvergabepraxis der Banken und ist auch bedeutungsvoll für KMU. Sie bestimmt die Mindesteigenkapitalanforderungen zur Unterlegung von Kredit-, Markt- und operationellem Risiko. Risiken resultieren ursachenbezogen aus der Unsicherheit zukünftiger Ereignisse, die die Ertragslage eines Unternehmens beeinflussen. Die in Basel II enthaltenen Risikokategorien weisen die in Tabelle 5 zu sehenden Inhalte auf:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 5: Risikokategorien von Säule 1

Quelle: Hofbauer G. / Bergmann S., 2008, S. 32.

Nach Basel I konzentrierte sich die Risikobemessung nur auf das Kreditrisiko und das Marktrisiko. Ergänzt wurde nach Basel II die Risikobetrachtung um das operationelle Risiko, d.h. um das allgemeine Betriebsrisiko der Banken, mit dem Ziel, die Risiko- und Eigenkapitalstrategie bei der Kreditvergabe durch die Bank in Einklang zu bringen.[61]

Unverändert durch Basel II bleibt jedoch die Definition des aufsichtsrechtlichen Eigenkapitals bzw. der Eigenmittel[62] sowie die Mindesteigenkapitalquote 8% im Verhältnis zu den risikogewichteten Aktiva (Solvabilitätskoeffizient, s. Kap. 3.2.4).[63] Der Nenner der Gesamtkapitalquote besteht allerdings, durch die Einbeziehung von operationellem Risiko, aus drei Komponenten: der Summe der risikogewichteten Aktiva (RWA) für das Kreditrisiko plus das 12,5-fache der Anrechnungsbeträge für die Marktpreisrisiken und für das operationelle Risiko:[64]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Durch die direkte Verknüpfung der mittels Rating taxierten Risiken der Geschäfte mit den daraus resultierenden Kapitalanforderungen wächst der Risikoeinschätzung der Banken entscheidende Bedeutung zu. Zur Messung des Risikos können verschiedene Ansätze gewählt werden, mit dem Ziel, eine höhere Risikosensivität und damit die Einführung verbesserter Risikomanagementsysteme von den Kreditinstituten zu schaffen. Basel II lässt die Banken die Wahl zwischen zwei grundlegenden Methoden zur Ermittlung der Mindesteigenkapitalanforderungen. Demnach können Kreditinstitute zwischen dem Standardansatz und dem IRB-Ansatz für Forderungen an Unternehmen auswählen.[65]

[...]


[1] Vgl. Online Kredit- und Finanzierungsinfos:

http://www.online-kredit-hilfe.de/nachrichten/kreditnews/kreditklemme-mittelstand.php#resultView , Aufruf am 14/05/2011.

[2] Vgl. Bundesverband mittelständische Wirtschaft:

http://www.bvmw.de/nc/homeseiten/news/artikel/folgeschaeden-fuer-den-mittelstand-drohen-bei-basel- iii.html , Aufruf am 14/05/2011.

[3] Vgl. Manager Magazin: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,717122,00.html , Aufruf am 14/05/2011

[4] Vgl. Handwerksblatt: http://www.handwerksblatt.de/Handwerk/Mittelstand/Betrieb/13406.html , Aufruf am 14/05/2011.

[5] Vgl. MM News: http://www.mmnews.de/index.php/etc/6377-basel-iii-killt-mittelstand , Aufruf am 14/05/2011

[6] Vgl. Hundt I. / Neitz B. / Grabau F., 2003, S. 1.

[7] Vgl. Reinemann H., 2011, S. 3.

[8] Vgl. Damit werden in dieser Masterarbeit die Begriffe Mittelstand und klein- und mittelständische

Unternehmen (KMU) als gleichberechtigte Synonyme verwendet

[9] Vgl. Mittelstand Optimierung, qualitative Abgrenzungsmethodik:

http://www.mittelstand-optimierung.de/definition_mittelstand.shtml , Aufruf am 04.03.2011.

[10] Für die Rechts- und Führungsstrukturen im deutschen Mittelstand s. Anhang, S. 147

[11] Vgl. Salge T.-O., 2006, S. 14.

[12] Vgl. Hofbauer G. / Bergmann S., 2008, S. 22

[13] Für detaillierte qualitative Merkmale über den deutschen Mittelstand s. Anhang, S. 148.

[14] Für weitere Schlüsselzahlen des deutschen Mittelstandes s. Anhang, S. 149.

[15] Für die Betrachtung der Entwicklung der Eigenkapitalquote der KMU und Großunternehmen werden die aktuellstmöglichen Daten der deutschen Bundesbank verwendet. Allerdings liegen Daten bis zum Jahre 2008 vor. 2009 und 2010 werden aus diesem Grund nicht berücksichtigt

[16] Vgl. IfM Bonn, Mittelstandsmonitor 2010, S. 158.

[17] Das deutsche Kreditwesengesetz (KWG) spricht im Zusammenhang mit dem Begriff Eigenkapital von der Eigenkapital- und Eigenmittelausstattung. Diese Begriffe werden in dieser Abreit als gleichberechtigte Synonyme verwendet. Vgl. a. Deloitte & Touche, White Paper No. 14, Einführung in Basel II, 2003, S. 1.

[18] Vgl. McKinsey&Company, die Zukunft der Mittelstandsfinanzierung, 2003, S. 10.

[19] Als Hausbanken fungieren z.B. Sparkassen, Raiffeisen- und Volksbanken, Privatbanken etc.

Vgl. Finanzierungsratgeber, Hausbankprinzip und Hausbankverfahren:

http://www.fit-in-finanzen.de/index.php?id=1787 , Aufruf am 24/03/2011.

[20] Eine Ausweisung der Unternehmensinsolvenzen ausschließlich nur von KMU ist anhand der Insolvenzstatistik des Statistischen Bundesamtes nicht möglich. Die amtliche Insolvenzstatistik weist zwar Unternehmensinsolvenzen nach Beschäftigungsgrößenklassen aus, aber nur für Größenklassen, aus denen sich keine Angaben für die Gesamtzahl der KMU ableiten lassen. Nach Schätzungen von Creditreform haben KMU (Unternehmen mit bis zu 50 Mio. € Jahresumsatz) an den Unternehmensinsolvenzen einen Anteil von 99,4%. Vgl. IfM Bonn, Insolvenzen:

http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=621 , Aufruf am 15/03/2011.

[21] Vgl. Creditreform: Unternehmensfinanzierung in Zeiten der Krise; Faktoren für den erfolgreichen Kreditantrag, 8/2010, S. 2.

[22] Vgl. Creditreform, Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand, Herbst 2010, S. 25

[23] Abkürzung der englischen Bezeichnung: Basel Committee on Banking Supervision.

[24] Die Konferenz findet in regelmäßigen Abständen vier Mal p.a. bei der BIZ statt. Vgl. Bank für internationalen Zahlungsausgleich: History of Basel Committee and its Membership: http://www.bis.org/bcbs/history.htm , Aufruf am 18/03/2011

[25] Vgl. Bank für internationalen Zahlungsausgleich: The Basel Committee on Banking Supervision: http://www.bis.org/bcbs/index.htm, Aufruf am 18/03/2011.

[26] USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien, die Niederlande, Schweden und Japan.

[27] Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich verfolgt das Ziel, ein Forum für die Zusammenarbeit zwischen den Notenbanken und Aufsichtsbehörden verschiedener Länder zu schaffen. Vgl. Füser K., Gleißner W., 2005, S. 121.

[28] Pleite von Herstatt-Bank in Deutschland und Franklin national Bank in den USA.

Vgl. Wirtschaftswissenschaften Suite101, Geschichte des Baseler Ausschusses:

http://www.suite101.de/content/internationale-bankenregulierung-a70912 , Aufruf am 21/03/2011.

[29] Vgl. Heider T., 2010, S. 22-24.

[30] Vgl. Bank für internationalen Zahlungsausgleich: About the Basel Committee: http://www.bis.org/bcbs/index.htm, Aufruf am 26/03/2011.

[31] Vgl. Rentenbank. Basel II und die Landwirtschaft, 2003, S. 9.

[32] Vgl. Heider T., 2010, S. 24-25.

[33] Vgl. Heider T., 2010, S. 26.

[34] Vgl. Becker A. / Gaulke M. / Wolf M., 2005, S. 6.

[35] Vgl. Gesetz über das Kreditwesen, neugefasst durch Bekanntmachung vom 09.09.1998, zuletzt geändert durch Art. 5 G vom 05.04.2004. Für die historische Entwicklung der Eigenkapitalkomponenten

des KMG sowie diese der Baseler Eigenkapitalvereinbarungen s. Anhang, S. 150-153.

[36] (engl. Tier = Rang). Vgl. Böger A. / Heidorn T. / Rupprecht S., Frankfurt School of Finance and Management: Einführung in das Kapitalstrukturmanagement bei Banken, Working Paper No.121, 2009, S. 12.

[37] Vgl. Böger A. / Heidorn T. / Rupprecht S., Frankfurt School of Finance and Management: Einführung in

das Kapitalstrukturmanagement bei Banken, Working Paper No.121, 2009, S. 13.

[38] Vgl. Wirtschaftslexikon24, Kernkapital: http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/kernkapital/kernkapital.htm , Aufruf am 15/04/2011.

[39] Für die Berechnung der Höhe der Drittrangmittel sowie der Zusammensetzung der Eigenmittel s.

Anhang, S. 154.

[40] Unter freiem Kern- und Ergänzungskapital wird das Kapital verstanden, das nach Abzug der Risiken des

Anlagebuches von Kern- und Ergänzungskapital verbleibt. Seine Höhe begrenzt die Zurechnung von

Drittrangmitteln.

[41] Die Marktrisikopositionen beinhalten Fremdwährungsrisiken, Rohwarenpreisrisiken und

Handelsbuchsrisiken. Vgl. Klement J., 2006, S. 164.

[42] Für einen detaillierten Überblick über die Zusammensetzung des Eigenkapitals bzw. der Eigenmittel s. Anhang, S. 155.

[43] Vgl. Link A., 2006, S. 1.

[44] Vgl. Becker A. / Gaulke M. / Wolf M., 2005, S. 6

[45] Unter ökonomischem Eigenkapital versteht man die Risikovorsorge, die ein Kaufmann, die Bank,

sinnvoller Weise betreiben sollte. Vgl. Füser K., Gleißner W., 2005, S. 347.

[46] Vgl. Deutsche Bundesbank: Das Eigenkapital der Kreditinstitute aus bankinterner und regulatorischer Sicht, in Monatsbericht Januar 2002, Frankfurt/M. (2002), S. 47.

[47] Vgl. Heider T., 2010, S. 25.

[48] Vgl. Heider T., 2010, S. 26.

[49] Vgl. Basler Ausschuss für Bankenaufsicht: Quantitative Impact Study 3 – Overview of Global Results, 05.05.2003.

[50] Vgl. Deutsche Bundesbank, Ergebnisse der dritten Auswirkungsstudie zu Basel II – Länderbericht Deutschland, Frankfurt am Main, Juni 2003.

[51] Vgl. Becker A. / Gaulke M. / Wolf M., 2005, S. 7-8.

[52] EU-Richtlinie 2006/48/EG und EU-Richtlinie 2006/49/EG. Vgl. Deutsche Bundesbank, Basel II – Die neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung: http://www.bundesbank.de/bankenaufsicht/bankenaufsicht_basel.php , Aufruf am 22/04/2011.

[53] Für den zeitlichen Übergang von Basel I zu Basel II s. Anhang, S. 156.

[54] Vgl. Banken und Sparkassen, Compliance und Risikomanagement im Bankensektor, Mai 2008, S. 1.

[55] Vgl. Becker A. / Gaulke M. / Wolf M., 2005, S. 10.

[56] Vgl. Heider T., 2010, S. 27.

[57] Vgl. Heider T., 2010, S. 27-28.

[58] Vgl. Heider T., 2010, S. 33.

[59] Da es sich bei der zweiten und dritten Säule um spezielle Regelungen handelt, welche keinen direkten Einfluss auf die Kreditvergabe an Unternehmen bzw. KMU haben und folglich nicht relevant für die vorliegende Masterthesis sind, werden diese nur kurz ausgeführt.

[60] Vgl. Hofbauer G. / Bergmann S., 2008, S. 33.

[61] Vgl. Gleißler W. / Füßer K, 2003, S. 55.

[62] Vgl. Basler Ausschuss für Bankenaufsicht, Konsultationspapier, Überblick über die neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung, Januar 2001, S. 13.

[63] Mit der Umsetzung von Basel II in nationales Recht zum 1. Januar 2007 wurden diese Mindeststandards grundlegend modifiziert und sind seither in der „Solvabilitätsverordnung“ geregelt, Vgl. Böger A. / Heidorn T. / Rupprecht S., Frankfurt School of Finance and Management: Einführung in das Kapitalstrukturmanagement bei Banken, Working Paper, No.121, 2009, S. 8.

[64] Vgl. Hundt I. / Neitz B. / Grabau F., 2003, S. 9.

[65] Die Entscheidung einer Bank für den IRB-Ansatz führt dazu, dass dieser Ansatz stets anzuwenden ist. Vgl. Hundt I. / Neitz B. / Grabau F., 2003, S. 12.

Details

Seiten
223
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640994588
ISBN (Buch)
9783640995837
Dateigröße
4.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v177716
Institution / Hochschule
European School of Business Reutlingen
Note
2,5
Schlagworte
basel auswirkungen mittelstand

Autor

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Titel: Basel III und mögliche Auswirkungen auf den deutschen Mittelstand