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Der Aufstieg des Gaius Julius Caesar bis zum ersten Triumvirat

Herkunft, Jugend und Ausbildung; die ersten politischen Erfolge

Seminararbeit 2005 14 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographie
2.1 Herkunft, Jugend und Ausbildung
2.2 Die ersten politischen Erfolge

3. Forschungskontroverse War Gaius Julius Caesar Iupiterpriester (flamen Dialis) oder nicht?

4. Zusammenfassung

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Gaius Julius Caesar war eine wichtige Person in der Geschichte der späten römischen Republik und auch in der Zeit danach. Er war ein vielseitiger Politiker und Feldherr und ist durchaus als durchsetzungsfähige Person der römischen Geschichte zu bezeichnen.

Diese Ausarbeitung beschäftigt sich, neben der Biographie Caesars bis zum ersten Triumvirat 60 v. Chr., mit der Forschungskontroverse, ob Caesar zu Anfang seiner Karriere das Amt des Iupiterpriesters, flamen Dialis genannt, bekleidete oder nicht.

Die Bildung verschiedener Meinungen ist auf die unterschiedlichen Interpretationen der einzelnen Quellen durch die Historiker zurückzuführen.

Es gibt verschiedene Standpunkte:

- Caesar wurde in das Amt des flamen Dialis berufen, übte es also aus.
- Er wurde für das Amt vorgeschlagen, trat es aber nicht an.

Deshalb soll in dieser Ausarbeitung auf verschiedene Interpretationen von Historikern eingegangen werden unter Angabe und Berücksichtigung der von ihnen benutzten Quellen.

2. Biographie

2.1 Herkunft, Jugend und Ausbildung

Gaius Julius Caesar wurde ca. 100 v. Chr. geboren.[1] Dieses Datum wird von einigen Historikern sogar auf den Tag genau festgelegt, der 13.Juli 100 v. Chr.[2] Ernle Bradford hingegen gibt das Geburtsdatum nur mit Juli 100 v. Chr. an.[3] Es gibt also keine verbindliche Angabe über das Geburtsdatum von Gaius Julius Caesar. Auf diese Tatsache weist Wolfgang Will in seinem Buch „Julius Caesar. Eine Bilanz“ hin, da Angaben über die Geburt Caesars nur auf Sekundärliteratur beruhen.[4]

Caesar stammte aus einer alten Patrizierfamilie, seine Mutter Iulia heiratete den großen Marius nach dessen Spanienfeldzug (113-114 v. Chr.). Er war also der Neffe von Marius.[5] Die Familie Caesars berief sich, nach eigenen Worten, auf die Abstammung von den unsterblichen Göttern Roms. Im Jahre von Caesars Geburt war seine Familie gesellschaftlich eher unbedeutend. „Der Vater hatte damals gerade die Questur, das unterste Amt, erreicht. [...] Caesars Vater brachte es im Jahre 92 noch zur Prätur.“[6]

Im Jahre 85 v. Chr. starb Caesars Vater, aber genau wie er wurde Caesar für den cursus honorum erzogen und vorbereitet. „Für Angehörige der Nobilität gab es keinen anderen Beruf. Der junge Caesar lernte die Machtinstrumente kennen, mit denen der Senatorenstand Rom – und Rom die Welt beherrschte: Recht, Rhetorik, Religion für feinere, das Kriegshandwerk für größere Überzeugungsarbeit.“[7]

„Der junge Caesar wuchs fortan nur unter Frauen auf, die zu dieser Zeit eine sehr große Rolle in seinem Leben zu spielen begannen.“[8]

Im weiteren Lebenslauf Caesars setzt dann die Forschungskontroverse dieser Ausarbeitung an. Wurde Caesar im Jahre 84 v. Chr. zum Iupiterpriester flamen Dialis gewählt? Diese Frage wird später in dieser Ausarbeitung noch genau erläutert.

Als im Jahre 82 v. Chr. in Rom Lucius Cornelius Sulla „regierte“, wollte dieser Caesar zur Scheidung von seiner Frau Cornelia zwingen, Caesar aber weigerte sich.[9] Da Caesar der Neffe von Marius[10] und Cornelia die Tochter von Marius war[11], hielt Sulla sie für eine Gefahr. Nach der Weigerung Caesars zur Scheidung musste er vor Sullas Häschern fliehen, was ihm nur zeitweise gelang. Bei seiner Ergreifung konnte er sich aber freikaufen. Um sein Flüchtlingsleben zu beenden, traten für Caesars Begnadigung neben den Vestalischen Jungfrauen, die das Recht hatten Verurteilte in ihren Schutz zu nehmen[12], auch Mamerus Aemilius Lepidus (Konsul 77 v. Chr.) und Gaius Aurelius Cotta (Konsul 75 v.Chr.) ein. Sulla begnadigte Caesar und warnte gleichzeitig vor ihm, aufgrund Caesars Verwandtschaft zu Marius. Cornelia blieb bis zu ihrem Tod 69 v. Chr. Caesars Gattin und gebar ihm eine Tochter, Iulia. Caesar begann eine militärische Laufbahn im Stabe des Propraetors von Asia, Marcus Minucius Thermus.[13] Hierin lag die Gelegenheit für Caesar, aus der näheren Umgebung Sullas zu verschwinden. Thermus war im Jahre 81 v. Chr. beauftragt die Stadt Mytilene zu unterwerfen, da diese sich im ersten Feldzug des Mithridates dem römischen Reich wiedersetzte. Dabei ließ er sich von Caesar begleiten und schickte ihn zum Hof des Königs von Bythinien, Nikomedes.[14] Den sollte Caesar auffordern sich im Krieg gegen Mytilene mehr auf römischer Seite zu engagieren. Nach seiner Rückkehr von Nikomedes, beteiligte er sich im Jahre 80 v. Chr. am Sturmangriff auf Mytilene und wurde wegen erwiesener Tapferkeit mit der Bürgerkrone ob cives servatos ausgezeichnet.[15]

2.2 Die ersten politischen Erfolge

Caesar behielt die Politik in Rom auch bei seinem Aufenthalt im Osten im Blick und kehrte sofort nach Sullas Tod im Jahre 78 v. Chr. nach Rom zurück. Er wusste, dass einige Popularen nach Sullas Abdankung eine neue Erhebung planten.[16] Sulla legte schon bereits im Jahre 79 v. Chr. das Amt des Diktators nieder.[17]

Caesar klagte im Jahre 77/76 v. Chr. den ehemaligen Konsul Gnaeus Cornelius Dolabella wegen Erpressung im Amt als Prokonsul und wegen der Beteiligung an den Proskriptionen unter Sulla an.[18] Caesar verlor zwar den Prozess, hinterließ aber trotzdem einen guten Eindruck mit seiner Anklagerede. Im Jahre 76 v. Chr. klagte er einen weiteren Sullaner an, Gaius Antonius. Auch diesen Prozess konnte Caesar nicht gewinnen, da Antonius sich um Hilfe und Schutz an die Volkstribune wendete und so einem Richterspruch entging.[19] Caesar war zwar zweimal der Prozessverlierer, er hatte sich aber im ersten Prozess einen so guten Ruf als Gegner korrupter Politiker gemacht, dass die zweite Niederlage seiner Position nicht schadete. Allerdings hatte er nun die Unterstützer von Dolabella und Antonius gegen sich[20]. Auf dem Weg zu dem berühmten Rhetoren Apollonius Molon in Rhodos

- Caesar trat die Reise an um seine Redekunst zu verbessern und der teilweise gehässigen Stimmung gegen ihn auszuweichen - wurde er von Seeräubern gefangen genommen.[21]

Zu diesem historischen Vorgang gibt es in Plut. Caes. 2,1 und Suet. Iul. 4, 2 zwei sehr unterschiedliche Darstellungen. In Plut. Caes. 2,1 ist zu lesen: „ Sie [Seeräuber] verlangten zwanzig Talente Lösegeld von ihm, er [Caesar] lachte aber ihnen ins Gesicht, sie wüssten gar nicht, was sie für einen Fang getan, und versprach deren fünfzig abzuliefern. Dann sandte er seine Begleiter in die einzelnen Städte, die Summe herbeizuschaffen, und blieb selber mit einem einzigen Freund und zwei Dienern unter den kilikischen Mordbrennern zurück. Dabei trieb er es in seinem Hochmut soweit, dass er ihnen Befehle schickte, sich ruhig zu verhalten, wenn er schlafen wollte.[22] Diese Darstellung der Gefangennahme Caesars durch die Seeräuber erscheint eher unglaubwürdig. In Suet. Iul. 4, 2 gestaltet sich die Gefangennahme nicht so spektakulär. „ Seine Begleiter und die übrigen Diener hatte er nämlich gleich zu Anfang zur Beschaffung des Lösegeldes weggeschickt. Als dann die fünfzig Talente bezahlt und er selbst an Land abgesetzt worden war, [...].“[23] Sofort darauf sammelte Caesar in Eigeninitiative ein kleineres Geschwader und verfolgte die Seeräuber. Er setzte sie fest und ließ sie ans Kreuz schlagen. Caesar machte dies selbst, da der zuständige Statthalter die Execution verweigerte.[24] Danach nahm Caesar an der Vertreibung mithridatischer Truppen aus Asien teil. Er setzte von Rhodos aufs Festland über, als er von dem Einfallen mithridatischer Truppen in das römische Reich hörte. „[...][Caesar] übernahm den Befehl über die Ortsmilizen und vertrieb den Feind.“[25] Caesar kehrte nach Rom zurück und wurde in das Kollegium der pontifices, anstelle seines verstorbenen Vetters Gaius Cotta, kooptiert.[26] „Im Jahre 72 v. Chr. wurde er [Caesar] Militärtribun für das folgende Jahr. An erster Stelle gewählt war er gewiss alles andere als ahnungslos wie man einen Wahlkampf gewinnt.“ Caesar setzte sich in Reden für die Wiederherstellung der volkstribunizischen Macht ein. Diese war unter Sulla eingeschränkt worden.[27] Caesar erschien zu jener Zeit als Popular, d.h. als eine Art „Volkspolitiker“, der Gegensatz dazu ist ein Optimat, der als eine Art „Politiker der führenden Gesellschaftsschicht“ gilt. Man kann aber nicht einfach in Optimaten und Popularen unterteilen, da es in der römischen Republik keine Parteien nach heutiger Definition gegeben hat. Es gab politische Gebilde, factiones genannt, die zum Erreichen von politischen Zielen dienten. Diese factiones waren zeitlich begrenzt.[28]

[...]


[1] Vgl. Jehne, M., Caesar (München 1997), S. 7.; S. L. Uttschenko, Caesar (Berlin 82), S.40.

[2] Vgl. Will, W., Julius Caesar. Eine Bilanz (Stuttgart/Berlin/Köln 1992), S. 13; Walter, G., Caesar (Stuttgart 1955=Paris 1947 [franz.]), S. 11.

[3] Bradford, E., Julius Caesar (München 1985=London 1984 [engl.]), S. 7.

[4] Will, Caesar, S. 13.

[5] Canfora, L., Caesar (München 2001=Roma-Bari 1999 [ital.]), S. 446.

[6] Will, Caesar, S. 14.

[7] Ebd. S. 14.

[8] Uttschenko, Caesar, S. 41.

[9] Gelzer, Caesar. Der Politiker und Staatsmann, 6., erw. Aufl. (München 1960), S.18 f.

[10] Jehne, Caesar, S. 8.

[11] Uttschenko, Caesar, S. 41.

[12] Ebd., S. 42.

[13] Gelzer, Caesar, S. 19.

[14] Walter, Caesar, S. 22.

[15] Canfora, Caesar, S. 20.

[16] Gelzer, Caesar, S. 20.

[17] Jehne, Caesar, S. 16.

[18] Canfora, Caesar, S. 22.

[19] Uttschenko, Caesar, S. 44.

[20] Jehne, Caesar, S. 18 f.

[21] Will, Caesar, S. 17.

[22] Plut. Caes. 2,1.

[23] Suet. Iul. 4, 2.

[24] Jehne, Caesar, S. 19.

[25] Gelzer, Caesar, S. 22.

[26] Ebd. S. 22.

[27] Canfora, Caesar, S. 21.

[28] Uttschenko, Caesar, S. 48-50.

Details

Seiten
14
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640992140
ISBN (Buch)
9783640992157
Dateigröße
474 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v177490
Institution / Hochschule
Universität Osnabrück
Note
2,0
Schlagworte
aufstieg gaius julius caesar triumvirat herkunft jugend ausbildung erfolge

Autor

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