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Leseprobe

Vorwort

In der Arbeit „Christentum und Islam in der Weltpolitik“ soll aufgezeigt werden, wie es zu Kriegen zwischen den Religionen auf globaler Ebene kommt und wie diese die Weltpolitik verändern. Dabei soll auch die Radikalisierung durch Anschläge oder durch Gegenschläge dargestellt werden und als weiterer Punkt wird die Migration durch Flüchtlinge, aber auch von radikalen Kriegsparteien (z. B. Wahabiten) näher gebracht. Die Reihenfolge der Abschnitte verläuft entgegen der chronologischen Einteilung der Ereignisse.

Eine allgemeine Einleitung in das zu behandelte Thema

Nach den Anschlägen am 11. September 2001 meinten viele Medienberichterstatter, dass es einen politischen Wendepunkt gegeben habe.[1] Jedoch hatte dieser Tag nur den leisen Krieg der letzten Jahrzehnte fortgesetzt. Nach der Gründung des Staates Israels versuchten die Nachbarn Jordanien, Ägypten, Syrien und der Libanon den neuen Staat zu vernichten. Jedoch wehrte sich der Staat Israel und besetzte während des Krieges mit Ägypten die Sinai-Halbinsel (Suezkrise). Die USA forderten Israel auf das Gebiet wieder zurückzugeben. Dieser Bitte wurde Folge geleistet. Aber die Nachbarn bauten ihre Grenzbefestigungen aus bis es 1967 zum Krieg der genannten arabischen Staaten gegen Israel kam. Im Sechs-Tage-Krieg vernichtete die israelische Armee die arabischen Streitkräfte und besetzte Gaza, den Sinai, das Westjordanland und die Golan Höhen. Israel wurde durch die UN-Resolution 242 aufgefordert die besetzten Gebiete zurückzugeben und sich hinter die Waffenlinie von 1949 zurückzuziehen. Außer dem Sinai wurden all diese Gebiete bis auf den heutigen Tag besetzt gehalten[2]. Damit geriet Israel ins Kreuzfeuer der Weltgemeinschaft, dennoch wird es von den USA unterstützt.

Die USA, welche sich als Weltpolizist sieht versuchte sich in den verschiedensten Teilen der Welt einzumischen, doch die katastrophalste Entscheidung war sich in der arabischen Welt einzumischen. Begonnen hatte man dem iranischen Schah Reza Pahlewi, dann kam der Irak mit Saddam Hussein, Afghanistan und die Taliban[3], danach die Unterstützung Israels und die Stationierung von US-Truppen in der Arabischen Welt.

a) Europa und die USA

Westeuropa und die USA gingen wegen der Bedrohung der Sowjetunion ein militärisches Bündnis ein → die NATO. Die USA und Großbritannien waren und sind bis zum heutigen Tag die engsten Verbündeten. Durch die Unilaterale Politik der USA hatte sich ein Riss in der Atlantischen Partnerschaft gebildet. Spätestens als die USA bekannt gab ohne UN-Resolution in den Irak einzumarschieren. Nicht nur die Europäischen Verbündeten spalteten sich, sonder auch die anderen Verbündeten im ASEAN-Pakt oder im ANZUS (Australien, Neuseeland und die USA). Australiens Militär verweigerte die Unterstützung der USA bei der Verletzung der UN-Charta. Teile Europas wie Polen, Niederlande, Großbritannien und Spanien unterstützen den Einmarsch. Jedoch begann nach dem sogenannten Sieg und der sogenannten Befriedigung erst recht der Krieg. Denn nun begannen die Guerilla Kriege und die Anschläge auf offener Straße. Diese Anschläge auf christliche Soldaten und Zivilpersonen, setzte sich in Europa fort zuerst kamen die Anschläge in Madrid, welche viele Todesopfer forderten. Diese Anschläge brachten einen politischen Wechsel in Spanien und den Rückzug der spanischen Truppen aus dem Irak. Als im Juli dieses Jahres mehre Anschläge in London stattfanden, verließen polnische Truppen der Sicherheit[4] wegen den Irak. Die Al-Qaida, das viel zitierte Terrornetz, konnte nur durch einen Einmarsch in den Irak, durch Stationierung von Soldaten in islamischen Ländern, durch die Unterstützung von Diktaturen und Israels entstehen.

b) USA und die Iranpolitik

Die USA hatten sich schon seit 1941 in die Geschichte des Iran eingemischt und 1941 Mohammed Reza Pahlewi an die Macht verholfen. Der Schah hätte ohne eine Staatstreich der durch die CIA stattgefunden hatte nicht bis 1979 regieren können. Das US-Außenministerium hatte der iranischen Geschichte eine Webseite[5] gewidmet:

„Die Geschichte des Iran beginnt mit einer nationalistischen Erhebung gegen den Schah [K] 1905, der Gewährung einer eingeschränkten Verfassung 1906 und der Entdeckung von Öllagern 1908. Nachdem Staatstreich übernahm 1921 der persische Kosakenkommandeur Resa Khan die Macht. [K]

Khomeini war am Aufstand von 1963 beteiligt und musste das Land verlassen. Er war im türkischen Exil, floh 1965 nach Nadschaf, wo sich eine iranische Opposition bildete. Saddam Hussein exilierte ihn nach Frankreich[6]. 1979 brach die Iranische Revolution aus und Khomeini kehrte am 1. Februar zurück. Zehn Tage später übernahm er die Macht.

Als sich am 1.November 1979 Premierminister Bazargan, Außenminister Yadiz und Sicherheitsberater Brzezinski in Algier (Algerien) trafen, glaubten Radikale Kräfte an ein Komplott und stürmten am 4.November 1979 die amerikanische Botschaft in Teheran. Schuld daran war, dass Khomeini nicht eingeladen wurde. Botschaftsangehörige wurden als Geiseln genommen und es schien zur einen weiteren iranisch-amerikanischen Eskalation zu kommen. Am Ende des Geiseldramas wurde von Seiten Amerikas eine harte Befreiungsmaßnahme in Angriff genommen. Bei dem radikalen Befreiungsversuch kamen acht US-amerikanische Soldaten ums Leben.

Am 24.April 1980 flogen acht Hubschrauber vom Flugzeugträger Nimitz zu einem Treffen in der iranischen Wüste (Desert I) um dort mit sechs Herkules Transportern zusammenzutreffen, die aus der Golf- beziehungsweise aus der Mittelmeerregion gestartet waren. Mit einer weiteren Hubschraubergruppe sollten Spezialeinheiten die Geiseln in der Botschaft von Teheran befreien. Doch einer von den acht Nimitz Hubschraubern musste wegen Rotorschadens auf dem Hinflug aufgeben, ein zweiter kehrte wegen eines Schadens an den Navigationsinstrumenten zum Flugzeugträger zurück. Ein dritter hatte Probleme an der Hydraulik, so dass bei Ankunft in Desert I nach Rücksprache mit Carter die geplante Aktion abgebrochen werden musste. Sechs einsatzfähige Hubschrauber waren als Minimum für eine erfolgversprechende Aktion angesetzt worden, aber nur fünf standen zur Verfügung. Als bei einem Tankmanöver ein Hubschrauber mit einem Herkules C-130 kollidierte starben acht Soldaten. Aber den Sturz des Schahs konnte man nicht verhindern und die

[...]


[1] „ Der Standard“, Die Morgendämmerung des Einmannstaates, 15. Dezember 2001

[2] C. Hacke, Zur Weltmacht verdammt, S.116ff., S.166ff., S.205ff., S.236ff., S.347ff., S.405ff., S.576ff. Amira Hass, Gaza Tage und Nächte in einem besetzten Land - München 2004 Scholl-Latour, Peter: Kampf dem Terror - Kampf dem Islam?, 228-282

[3] „Der Standard“, Zusammenbruch der Taliban, Mi, 14. November 2001

[4] Hier ist die Sicherheit für das eigene Land gemeint. Man will Anschläge in Polen vermeiden.

[5] www.foia.state.gov

[6] L. Yahia, K. Wendl, Ich war Saddams Sohn. Als Doppelgänger im Dienst des irakischen Diktators Hussein, 105-110.

Details

Seiten
10
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640989270
ISBN (Buch)
9783640989416
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v177348
Institution / Hochschule
Universität Wien
Note
3
Schlagworte
christentum islam weltpolitik

Autor

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Titel: Christentum und Islam in der Weltpolitik