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Doing business in China

Erfahrungsbericht eines Chinamoduls an der Fudan University (Shanghai)

Hausarbeit 2011 5 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Impressum

1. Wichtigste Erfahrungen und Erkenntnisse des China-Moduls
Geschichte
Gesetzliche Rahmenbedingungen
Beziehungen - kulturelle Besonderheit
Besonderheiten in der Geschäftstätigkeit
Bedeutung Chinas
Herausforderungen Chinas
Chancen Chinas
Fazit für den Umgang mit China

2. Vorgehen bei Geschäftsaufbau in China
Eignung
Vorgehen
Umsetzbarkeit
Fazit

Literaturverzeichnis

Baker, Ronald J. 2011. Implementing Value Pricing: A Radical Business Model for Professional Firms. Hoboken, New Jersey : John Wiley & Sons Inc., 2011.

Flynn, Norman. 1999. Miracle to Meltdown in Asia. New York : Oxford University Press, USA, 1999. 978- 0198295532.

getAbstract.com. 2000. Asien - Wunder in der Krise. [PDF] s.l. : getAbstract.com, 2000.

—. 2007. Operation China. [PDF] s.l. : getAbstact, 2007.

Hexter, Jimmy and Woetzel, Jonathan. 2007. Operation China - from Strategy to Execution. s.l. : Harvard Business School Press, 2007. p. 288. 978-1422116968.

Seitz, Konrad. 2006. China - Eine Weltmacht kehrt zurück. 5. München : Wilhelm Goldmann Verlag, 2006. 978-3-442- 15376-3.

Impressum

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wissen und die Erfahrung selbst erlangt werden um langfristig im Chinesischen Umfeld zu bestehen.

1. Wichtigste Erfahrungen und Erkenntnisse des China-Moduls

Geschichte

Das heutige China mag vielen beim Anblick der futuristischen Städte wie z.B. Shanghai oberflächlich und trocken erscheinen. Beim genaueren Hinsehen stellt man jedoch fest, dass die chinesische Geschichte, bzw. viel mehr die chinesische Tradition und Kultur in vielen Teilen des Lebens tief verankert ist. Z.B. ist die Idee der „moralischen Autorität“ durch den Konfuzianismus über 2000 Jahre prägend für Kultur und Menschen Chinas[1]. Ich glaube, dass insbesondere diese Wurzeln heute eine besondere Rolle spielen, wenn wir über China sprechen wollen. Jedoch - und das macht China für Europäer schwierig begreifbar, spielt auch die jüngere Geschichte eine latente Rolle. Von der Kulturrevolution von Mao über die Öffnung mit Deng Xiaoping und die Kommunistische Partei, etc. sind präsent. China und die Chinesen sind also immer auch in Reflexion ihrer Geschichte zu sehen und fundierte Kenntnisse darüber spielen für den Aufbau und die Pflege von Geschäftsbeziehungen eine wichtige Grundlage.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Die Gesetze und die Staatsautorität in China sind nicht verhandelbar! Die Strafen sind drakonisch und werden auch durchgesetzt. Korruption oder andere Formen der Kriminalität sind daher gänzlich zu unterlassen.

Hingegen hat China seine Gesetzgebung für die Wirtschaft optimiert; so gibt es beispielsweise spezielle Handelszonen in Industrieparks, die es erlauben sehr effizient und effektiv Güter zu importieren, verarbeiten du wieder zu exportieren. Der Staat tritt in China nicht als unparteiischer Schiedsrichter auf die politische Bühne[2], sondern nimmt aktiv Teil am Wirtschaftssystem. Das bedeutet auch, dass der Staat keine stillschweigende Vereinbarung mit dem Volk hat, welcher für einen Wohlfahrtsstaat zu sorgen hat![3] Im Rahmen der Geschäftstätigkeit in China darf nicht leichtfertig von westlichem Moral- und Werteverständnis ausgegangen werden. Es ist hierbei wichtig, sich die nötigen Verhaltensweisen und das nötige Wissen anzueignen. Berater leisten dabei höchstens eine unterstützende Rolle und sind wenn überhaupt nur punktuell sinnvoll und rentabel. Letztlich muss das Wissen und die Erfahrung selbst erlangt werden um langfristig im Chinesischen Umfeld zu bestehen.

Beziehungen - kulturelle Besonderheit

Es gibt in der chinesische Gesellschaft ein mehrschichtiges System von Beziehungen, die für erfolgreiche Geschäfte in China relevant sind; Norman Flynn unterteilt die Beziehungen in drei Gruppen[4].

1. instrumentelle Bindung Transaktionsorientierung mit Vorteilen für beide Beteiligte – Motiv ist Gewinn.
2. expressive Bindung Solidaritäts- und Zusammenhalts- Orientierung einer langfristigen Beziehung.
3. politische Autorität Gehorsam durch Freiwilligkeit oder Zwang.

Während uns die erste und dritte Bindungsart wohlbekannt ist, liegt der wohl effektivste Schlüssel zum geschäftlichen Erfolg in China im Verständnis und der Praxis der 2. Bindungsart. Expressive Bindungen sind besser bekannt unter dem Term GuangXi. Guangxi sind moralische Prinzipien, die auf dem kontinuierlichen und gewissenhaften Austausch von Gefallen[5] basieren. „In Guangxi-Beziehungen leitet sich die Ethik von der Verpflichtung in einer Beziehung ab und nicht von einheitlichen moralischen Prinzipien“[6]. Das bedeutet, dass der Pfad zwischen Legalität und Korruption in einer Guangxi-Beziehung sehr schmal ist, was es erforderlich macht, sich frühzeitig und intensiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Aber, der Vorteil einer stabilen und seriösen Guangxi-Beziehung ist der Zugang zu einflussreichen Netzwerken und Personen und stellt eine essentielle Grundlage für erfolgreiche Geschäftsbeziehungen dar.

Besonderheiten in der Geschäftstätigkeit

Häufigster Fehler bei einem Markteintritt in China ist, dass der Markt falsch eingeschätzt wird. China ist kein einziger, nationaler Markt, sondern besteht aus regionalen und vielstufigen Märkten[7].

Eine weitere Besonderheit ist – obwohl Gesetze und Staat strikte Geltung haben, dass Verträge in China keine besondere Verbindlichkeit haben, sondern eher als eine Art „Absichtserklärung“ einzustufen sind. Tragende Abmachungen sind Abmachungen auf der Basis von Vertrauen, bzw. einer starken Beziehung (Stichwort Guangxi).

Bedeutung Chinas

International bricht China in den letzten Jahren ein Rekord nach dem andern und tritt zu Recht als selbstbewussten Player auf den globalen Märkten auf. China hatte Ende der 90er Jahre vor allem den Ruf als lowcost Produktionsstandort. In den letzten Jahren hat sich diese „workbench oft the World“ auf den Weg gemacht, mehr Innovationen, Forschung und Entwicklung anzusiedeln. China wird zwar von der grossen Mehrheit der Menschen noch nicht als Innovator wahrgenommen. Beim genaueren Hinsehen stellt man aber fest, dass Beachtliches in diese Richtung getan wurde. Ich gehe davon aus, dass China in den nächsten 2-4 Jahren in immer kürzeren Abständen innovative Produkte und Dienstleistungen auf den Markt bringen wird. Damit wird China überproportional grössere Wertschöpfung bzw. grösseres Wachstum erzielen, als dies mit reiner Fertigung und Produktion möglich war - vergleichbar mit der Stan Shih „smile curve“[8].

Andererseits ist dadurch und durch die steigende Inflation des Yuan mit künftig steigendem Preisniveau zu rechnen.

Um in diesem Markt weiterhin mitzuhalten ist es wichtig, auf die eigenen Stärken (Entwicklung, Forschung, Spezial-Wissen, etc.) zu setzen und mit China partnerschaftlich zu kooperiere, wobei wir stets einen Schritt voraus sein müssen.

Herausforderungen Chinas

China wird in den nächsten Jahren die steigende Inflation bekämpfen müssen. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit dem Problem der fixen Wechselkurse zwischen dem RMB und USD, um insbesondere die importierte Inflation zu bekämpfen. Demgegenüber stehen die vielen Billionen US Staatsanleihen, welche durch eine Aufwertung der Währung massive Verluste bedeuten würden.

Eine weitere Herausforderung Chinas ist die immer grösser werdende soziale Schere, die sich zwischen arm und reich öffnet. Jedoch muss an dieser Stelle gesagt sein, dass eine einseitige Einschätzung am westlichen Wertemodell alleine nicht reicht und die Gefahr von falscher Einschätzung des Problems birgt. Ich glaube, dass insbesondere die Bedeutung des Kollektivismus und der tief verwurzelten Beziehungsnetze beachtet werden muss. Ich persönlich schätze das Problem nicht als primäres Risiko ein.

China konnte zwar mit der Ein-Kind-Politik das Bevölkerungswachstum in gelenkte Bahnen führen. Die sozialen Auswirkungen von hunderten Millionen Ein-Kind-Familien treten jetzt in Erscheinung - das Phänomen wird als „Generation Strawberry“ bezeichnet und bedeutet, dass die Nachkommen aus Ein-Kind-Familien eine andere Arbeitsmoral und andere Motivationsschwerpunkte haben, was eine Umwälzung in der Gesellschaft zur Folge hat.

Steigende Produktionskosten und der „talent shortage“ belasten das Wachstum ebenfalls.[9]

Als eine weitere akute Herausforderung ist sicherlich der Umgang mit den natürlichen Ressourcen, bzw. mit dem wachsenden Energiebedarf zu nennen. Hier ist zwar ein grosses Bewusstsein entstanden[10], jedoch wird der Eindruck erweckt, dass Entscheide eher zu Gunsten des Wachstums als zu Gunsten der Umwelt gefällt werden. Nachhaltige Entscheide zu treffen ist für den langfristigen Erfolg aber zwingend!

Chancen Chinas

China hat aber auch die Chance, sich weiter Schritt für Schritt kontrolliert zu öffnen. Durch die teils sehr gute Bildung vergrössert sich die Schicht der gut und sehr gut gebildeten Personen und öffnet China den Zugang zu Innovation, Wissen und Fortschritt aus eigener Kraft.

Wenn die Bestrebungen, die natürlichen Ressourcen zu schonen und sich auf erneuerbare, CO2-neutrale Technologien zu fokussieren weiter getragen und gefördert wird, so kann China selbst zu einem interessanten und grossen Markt für westliche Technologieanbieter werden. Dabei würde sich Chinas Wirtschaft in eine nachhaltige Richtung entwickeln.

Die Erstarkung des chinesischen Konsumenten-markts birgt grosses Potenzial für Chinesische und westliche Unternehmen. [11]

Fazit für den Umgang mit China

Ich bin offen, vorurteilsfrei und interessiert an das Thema China heran gegangen und habe eine spannende, prosperierende Welt gesehen. Das gängige China-Bild unserer Medien muss ich revidieren – ich habe China weit positiver wahrgenommen als es hier oft vermittelt wird.

Geschäftlich benötigt China seriöse Vorbereitung, eine klare Strategie und bekannte, realistische Erwartungen. Das Wichtigste ist aber genug Zeit für die Umsetzung. Für die Umsetzung unentbehrlich ist es, sich die nötigen Beziehungen aufzubauen und zu pflegen (GungXi). Insgesamt sollte man die „westliche Brille“ ausziehen können und so unbelastet in eine spannende Welt eintauchen. Ich kann mir gut vorstellen, in China zu arbeiten oder mit chinesischen Partnern gemeinsam Geschäfte zu machen – China ist für mich primär eine Chance.

[...]


1 (Vgl. Seitz, 2006 S. 52)

2 (Vgl. Flynn, 2006. zit. n. getAbstract.com, 2000 S. 3)

3 (Vgl. Flynn, 2006 zit. n. getAbstract.com, 2000 S. 1)

4 (Vgl. Flynn, 1999 S. 42-48)

5 Im Sinne von kleinen und grösseren Aufmerksamkeiten

6 (Flynn, 2006. zit. n. getAbstract.com, 2000 S. 3)

7 (Hexter et.al., 1999, zit. n. getAbstract.com, 2007 S. 1)

8 (Vgl. Baker, 2011 S. 67-68)

9 (Vgl. Hexter et.al., 1999, zit. n. getAbstract.com, 2007 S. 2)

10 Derzeit 3% GDP von Shanghai für Umweltschutz budgetiert.

11 (Vgl. Hexter et.al., 1999, zit. n. getAbstract.com, 2007 S. 2)

Details

Seiten
5
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640988136
Dateigröße
997 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v177297
Institution / Hochschule
Berner Fachhochschule
Note
Grade A
Schlagworte
studieren in China business in china guang xi guanxi

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Titel: Doing business in China