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Forschungsbefunde zur Kommunikation im Internet

Zwischenprüfungsarbeit 2006 19 Seiten

Psychologie - Medienpsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Begriffsklärung
1.2 Die Bedeutung des Internet

2 Asynchrone Kommunikation im Internet
2.1 Unidirektionale Kommunikation
2.2 Bidirektionale Kommunikation

3 Synchrone Kommunikation im Internet

4 Die Sprache des Internet
4.1 Syntax und Ausdrucksweise
4.2 Umgangsformen im Internet

5 Persönlichkeit und Selbstdarstellung

6 Zusammenfassung

Quellenverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Begriffsklärung

Kommunikation im Internet

Der Begriff der Kommunikation im Internet ist nicht besonders günstig gewählt, da er nicht eindeutig ist.

Das Internet als solches besteht weitestgehend aus Computern, die durch Netzwerke miteinander in Kontakt stehen. Aus diesem Grund kann der o.g. Terminus die Kommunikation zwischen den einzelnen Computern meinen. In computerwissenschaftlichem Zusammenhang ist dies sogar eine übliche Aus- drucksweise.

In der Psychologie und überall dort, wo es vorrangig um den Menschen anstatt Computersysteme geht (ebenso in der vorliegenden Arbeit), ist damit etwas anderes gemeint, nämlich die Kommunikation zwischen verschiedenen Menschen, die mit Hilfe des Internet, bzw. den Computern, die per Internet miteinander verbunden sind, stattfindet: comptervermittelte Kommunikation1.

1.2 Die Bedeutung des Internet

Seit etwa 1993 hat das Internet sowohl schnell, als auch bedeutend an kultureller Bedeutung gewonnen2.

Ein Werbespot ohne WWW-Adresse zum Weiterinformieren ist kaum noch denkbar. Ebenso bieten alle grossen Zeitungen auf ihrer Webseite die Schlagzeilen zum online3 Lesen an. Politische Parteien benutzen ihre Webseiten als eines der grössten Medien, um über sich zu informieren. Es ist mittlerweile möglich, über das Internet fernzusehen, sogar einzukaufen. Vom täglichen Bedarf an Lebensmitteln über Antiquitäten bis hin zu Einfamilienhäusern sind dem Handel im Internet keine Grenzen gesetzt.

Nicht besonders kompliziert ist es auch, sich als Privatperson eine eigene Internetpräsenz zu schaffen. Wie diese aussieht, liegt allein beim Inhaber der entsprechenden Seite, wodurch es nicht immer einfach ist, am Schein einer Seite das Sein richtig zu erkennen.

Neben der scheinbar endlosen Menge an Informationen, auf die mit Hilfe des Internet zugegriffen werden kann, kann man auch mit anderen Menschen über dieses Medium in Kontakt treten. Hierbei ist es zwar etwas gewöhnungs- bedürftig, aber dennoch naheliegend, dass beide Gesprächspartner sich nicht unbedingt kennen müssen, um Smalltalk, wissenschaftliche oder auch intime Gespräche zu führen. Da 62% der deutschen Haushalte einen Internetzugang haben4, werden diese Möglichkeiten auch viel genutzt. Auf diese Weise hat sich das Internet zu einem wichtigen Kommunikationsmedium etabliert und steht dem Brief oder dem Telefon in nichts nach. Ein Teil dieser traditionellen Medien lässt sich sogar komplett durch das Internet ersetzen, das ist oft nur eine Geschmacksfrage.

2 Asynchrone Kommunikation im Internet

Asynchrone Kommunikation bedeutet, dass eine Nachricht nicht unbedingt so- fort beim Adressaten ankommt, sondern in einer Art Sammelstelle zwischen- gelagert wird. Der Empfänger ist selbst dafür verantwortlich, regelmässig diese Sammelstelle zu überprüfen, ob es neue Nachrichten für ihn gibt. Ein Beispiel für asynchrone Kommunikation, losgelöst vom Internet, ist z.B. der Brief. Der Briefkasten an der Tür ist hier die Sammelstelle, die regelmässig geleert werden muss.

Es ist jedoch nicht immer möglich auf dem gleichen Kommunikationsweg zu antworten, deshalb ist es erforderlich, die asynchrone Kommunikation im Internet erneut zu unterteilen.

2.1 Unidirektionale Kommunikation

Man spricht von unidirektionaler Kommunikation, wenn der Empfänger einer Nachricht für eine Antwort auf ein anderes Medium ausweichen muss, oder aber ihm die Möglichkeit zur Antwort gänzlich verwehrt bleibt. Das Veröffentlichen einer Zeitung ist z.B. unidirektional, da man, um eine Antwort zu schreiben, auf den Brief umsteigen müsste, was ein anderes Kommunikationsmedium dar- stellt.

Im Internet gibt es die folgenden asynchronen, unidirektionalen Kommunikationsmittel:

- E-Mail5 ohne Absender

Eine E-Mail ist das Kommunikationsmittel im Internet, welches dem herkömmlichen Brief am ähnlichsten ist. Man benötigt analog auch ei- ne Adresse, in diesem Fall eine E-Mail-Adresse. Diese setzt sich aus einem frei wählbaren Bereich, einem festgelegten Sonderzeichen, dem @-Symbol, und einer Serverbezeichnung, bei welchem sein Postfach6 liegt, zusammen. Im Allgemeinen haben E-Mails einen Bereich, in den Empfängeradressen eingetragen werden, eine Absenderadresse und meh- rere hier nicht näher betrachtete Zusatzinformationen. Unter bestimmten Umständen ist es möglich eine E-Mail zu versenden, ohne dass der Ab- sender seine Adresse in der E-Mail hinterlässt. Mit etwas Engagement ist es sogar möglich, die in der E-Mail angezeigte Absenderadresse zu ändern, also zu fälschen.

Wenn eine E-Mail ohne Absender versendet wird, gibt es im Allgemeinen für den Empfänger keine Antwortmöglichkeit.

- Das WWW7

Der Begriff des WWW ist so dominierend, dass viele Menschen immer wieder fälschlicherweise das WWW mit dem Internet gleichsetzen. Das WWW ist das Netzwerk, welches aus den unzähligen Web-Seiten

und deren Verlinkung miteinander, entsteht. Es ist aus diesem Grund so umfangreich, dass die Grösse schwer abzuschätzen ist, aber mit Hilfe der Links ist es dem Benutzer möglich, mit wenig Schwierigkeiten durch die- sen Raum zu manövrieren. Diese Links bilden sozusagen die Intelligenz des Internet, eine Struktur, die der des menschlichen Gehirns tatsächlich recht ähnlich ist. So organisiert sich dieses Netz an Informationen selbst8.

- FTP9

FTP wird oft verwendet, wenn beliebige Dateien über das Internet ko- piert werden sollen. Auf der Gegenseite ist kein Mensch, sondern ein FTP-Server, der entweder Dateien annimmt oder bereit stellt zum Ko- pieren. Es ist ein einfaches Protokoll, mit wenig Komfort, aber universell einsetzbar.

2.2 Bidirektionale Kommunikation

Bei bidirektionaler Kommunikation ist der Sender und der Empfänger einer Nachricht vertauschbar, d.h. sie haben beide Rollen gleichzeitig inne. Hier ist es möglich auf dem gleichen Medium, über welches eine Information empfangen wurde, auch zu antworten. Der normale Briefwechsel ist ein Beispiel dafür, da das Medium das gleiche ist, auch wenn es zeitlich versetzt ist.

Folgende bidirektionale (und asynchrone) Kommunikationswege gibt es im In- ternet:

- E-Mail

Eine normale E-Mail hat einen Sender und einen Empfänger, und beides wird in der E-Mail auch angezeigt. Es ist also kein Problem, auf eine E- Mail ebenso mit einer E-Mail zu antworten. Der Kommunikationspartner muss nicht mit dem Internet verbunden sein, lediglich beim Abschicken der E-Mail und beim Abrufen seines Postfaches muss eine Internetver- bindung vorhanden sein. Das Schreiben der E-Mail kann auch offline10 stattfinden. Das Postfach allerdings liegt auf einem Server im Internet. Ohne eine entsprechende, wenigstens kurzzeitige Internetverbindung ist es nicht möglich, an seine E-Mails zu kommen.

- E-Mail Verteiler

Ein E-Mail Verteiler funktioniert analog zur normalen E-Mail mit dem Unterschied, dass es hier nicht nur einen, sondern mehrere Empfänger geben kann. Die Adresse des Absenders ist ebenfalls ersichtlich, was eine Antwort auch hier im Normalfall möglich macht.

- Usenet11

Im Usenet kann über jedes Thema diskutiert werden. Die Beiträge der einzelnen Teilnehmer werden in Form von E-Mails formuliert, die al- le öffentlich lesbar sind. Hier gibt es bestimmte Verhaltensrichtlinien. Durch die Vielfalt der Inhalte findet man zu fast jedem Thema meh- rere Diskussionsbeiträge. Das wohl bekannteste Beispiel für eine solche Organisation im Usenet ist vermutlich www.groups.google.de. Manche Webseiten stellen solche Diskussionsforen ebenfalls zur Verfügung. Teil- weise frei für alle Internetnutzer, teilweise aber auch nur für Mitglieder der Webseite. Eine solche Diskussionsgruppe wird auch Webboard ge- nannt. Eine andere Bezeichnung für das Usenet ist Newsnet, da häufig auch aktuelle Themen diskutiert werden.

- Mailinglisten

Mailinglisten sind eine etwas veränderte Form von E-Mail-Verteilern. Der Unterschied besteht darin, dass hier jedes Mitglied, also jeder der Empfänger einer E-Mail, auch an die gesamte Gruppe eine E-Mail schreiben kann. So entsteht hier ebenfalls eine Unterhaltung, an der jeder teilnehmen kann und sämtliche Beiträge per E-Mail bekommt. Die zustandekommende Diskussion ist hierbei nicht öffentlich.

[...]


1 Batinic, Bernad: Internet für Psychologen, S. 268 (entsprechendes Kapitel geschrieben von Döring, Nicola)

2 Döring, Nicola: Sozialpsychologie des Internet, S. 27 ff

3 englisch: online = verbunden, analog dazu: offline = nicht verbunden; Diese beiden Begriffe werden allgemein verwendet, um eine Verbindung zum Internet zu spezifizieren.

4 Statistisches Bundesamt, Statistik von 2005

5 englisch: electronic mail = elektronischer Brief

6 häufig Inbox genannt, der eigene Briefkasten für E-Mails 7 englisch: world wide web = weltweites Netz

8 Ein Beispiel hierfür ist die Suchmaschine google.de, die weniger auf Inhalte, vielmehr aber auf die gegenseitige Verlinkung von Webseiten schaut. Diese ist oft aussagekräftiger. 9 englisch: file transfer protocol = Datei-Transfer-Protokoll

10 siehe Fussnote zu online

11 englisch: usenet = Benutzernetz

Details

Seiten
19
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640988464
ISBN (Buch)
9783640988310
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v177271
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Note
Schlagworte
psychologie internet kommunikation zwischenprüfung forschungsbefunde

Autor

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Titel: Forschungsbefunde zur Kommunikation im Internet