Lade Inhalt...

Methoden des Wissensmanagements

Wie kann man einen erfolgreichen Wissenstransfer durch wissensorientierte Unternehmenskulturen garantieren?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2011 23 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Problemeinführung

2. Wissen und Wissensmanagement
2.1 Wissen
2.2 Wissensmanagement
2.2.1 Definition Wissensmanagement
2.2.3 Bausteine des Wissensmanagements
2.2.4 Ziele des Wissensmanagements

3. Gestaltung eines erfolgreichen Wissenstransfers durch wissensorientierte Unternehmenskulturen
3.1 Definition Wissenstransfer
3.2 Gestaltung einer wissensorientierten Unternehmenskultur als Voraussetzung für einen erfolgreichen Wissenstransfer
3.2.1 Wissensorientierte Unternehmenskultur
3.2.2 Auswirkungen der wissensorientierten Unternehmenskultur auf den Wissenstransfer
3.2.3 Schritte zur Etablierung einer wissensorientierten Unternehmenskultur
3.2.4 Communities of Practice zur Gestaltung wissensorientierter Unternehmenskulturen

Literaturverzeichnis

1. Problemeinführung

„Wenn das Unternehmen wüsste, was es weiß, könnte es viel besser handeln.“[1] Es kommt häufig vor das die Mitarbeiter eines Unternehmens Aufgaben erfüllen, jedoch nicht über das notwendige Wissen verfügen oder nicht wissen wo sie das erforderliche Wissen finden können.[2] Es ist wichtig für jede Organisation das zur Aufgabenerfüllung erforderliche Wissen früh genug an den richtigen Stellen zugänglich zu machen.[3] Da das Handeln der Mitarbeiter auf dem Wissen des Unternehmens beruht und es Aufgabe des Managements ist das Handeln zu beeinflussen und in die richtige Richtung zu weißen, ist es notwendig das das Management sich mit dem Wissen des Unternehmens beschäftigt.[4] Dabei ist die Rede von verschiedenen Formen des Wissens, unter anderem praktischen oder theoretischen Wissen, in der Ausbildung erworbenes oder erfahrungsbasiertes Wissen, Expertenwissen, Wissen über die organisationalen Routinen.[5] Das Wissen kann auch in Maschinen, Dokumenten, Zeichnungen oder Handbüchern gespeichert sein.[6] Für den unternehmerischen Erfolg ist es nicht nur wichtig das Wissen an den richtigen Stellen verfügbar zu machen, sondern auch neues Wissen zu erlangen oder selbst zu schaffen.[7] Das Wissensmanagement nimmt eine immer größere Bedeutung im Zusammenhang mit der unternehmerischen Wertschöpfung ein, schon im Jahre 1998 schrieb man dem Wissensmanagement nach einer Untersuchung des Fraunhofer-Instituts und der Wirtschaftswoche große Erfolge zu.[8] Demzufolge wurden Entwicklungszeiten verkürzt, Consultingkosten eingespart, mehr Neuprojekte gewonnen, Kundenanfragen schneller beantwortet und vor allem wurden Kosten eingespart und das Geschäftspotential erhöht.[9] Auf Grund des Erfolges des Wissensmanagements, implementierten die meisten Großunternehmen Wissensmanagementsysteme wie Datenbanken, jedoch ergaben wissenschaftliche Studien, dass diese Systeme nur selten genutzt werden.[10] Viele Unternehmen sehen wissensorientierte Unternehmenskulturen mittlerweile als Bausstein zum Erfolg von Wissenstransfer.[11] Ziel dieser Arbeit ist es zu zeigen, wie man wissensorientierte Unternehmenskulturen gestaltet und wie diese einen erfolgreichen Wissenstransfer garantieren.

2. Wissen und Wissensmanagement

2.1 Wissen

Die Wurzeln des Wortes „Wissen“ liegen im gotischen „witan“ und im althochdeutschen „wizzan“, das heißt so viel wie „erkennen“ und „sehen“.[12] Schon seit Jahrtausenden beschäftigen sich Philosophen mit der Frage, Wissen zu definieren und auch aus wissenschaftlicher Sicht ist es bisher noch nicht gelungen, den Begriff eindeutig und ausreichend zu definieren.[13] Eine bekannte Definition von Probst/Raub/Rombhardt sagt aus, dass Wissen, die gesamten Fähigkeiten und Kenntnisse von Individuen sind, die sie zur Problemlösung einsetzen, demzufolge ist die Rede von praktischen Alltagsregeln, theoretischen Erkenntnissen und Handlungsanweisungen.[14] Weiterhin besagen sie das Wissen personenbezogen ist und auf Daten und Informationen beruht. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll eine weitere weit verbreitete Definition des Begriffes Wissens anzubringen, welche sich auf den Begriffen Zeichen, Daten und Informationen beruht.[15] Daten bestehen aus willkürlichen Zeichen, die erst interpretiert werden müssen, um zu Daten zu werden.[16] Werden die vorhandenen Daten in einen Zusammenhang gebracht, also geordnet und strukturiert, so erhält man Informationen, welche die Grundlage für Wissen darstellen.[17] Informationen werden zu Wissen in dem sie gespeichert werden, jedoch ist auch zu beachten, dass nur nützliche und anwendbare Informationen als Wissen gelten.[18] Insofern stellt Wissen die aufgenommenen und verarbeiteten Daten und Informationen dar, die es dem Individuum ermöglichen bestimmte Aufgaben zu erfüllen und Ziele zu erreichen.[19] Laut Oelsnitz/Hahmann, beruht Wissen jedoch nicht nur auf Informationen und Daten, sondern auch auf Erfahrungen, Weltbildern, (Vor-)Urteilen oder Faustregeln.[20] Sveiby beschreibt den Begriff Wissen als Erkenntnis, Weisheit, Information, Bewusstsein, Wissenschaft, Kenntnis, Fertigkeit, Fachkenntnisse, Einsicht, Kompetenz, Know-How, Befähigung, praktische Fähigkeit, Klugheit, Sicherheit usw.[21] Er sagt, die Definition ist davon abhängig, in welchem Zusammenhang sie verwendet wird,[22] jedoch legt er dar, dass im Zusammenhang des Managements an die Fähigkeit zu Handeln gedacht werden sollte.[23]

2.2 Wissensmanagement

2.2.1 Definition Wissensmanagement

Die Hauptaufgaben des Wissensmanagements bestehen im Erwerb, der Verteilung, der Entwicklung, im Transfer, der Speicherung, sowie in der Nutzung von Wissen und Fähigkeiten.[24] Somit sollen Daten, Informationen und Wissen mobilisiert und nutzbar gemacht werden, besondere Beachtung verdient dabei das Expertenwissen.[25] Weitere wichtige Aufgaben bestehen in der Kommunikation und der Suche nach den richtigen Empfängern von Wissen.[26] Das Wissensmanagement muss neue Wissenspotentiale entdecken und soziale Interaktionsmechanismen beachten und berücksichtigen, um das kreative Wissenspotential der Mitarbeiter freizusetzen.[27] Zu beachten ist, dass das Wissensmanagement nicht nur auf Erfahrungen aus der Vergangenheit beschränkt wird, sondern auch strategisch zielorientiert ausgerichtet ist.[28] Zusammenfassend kann man sagen, dass Wissensmanagement die ziel- bzw. erfolgsorientierte Organisation von Wissen ist.[29]

2.2.3 Bausteine des Wissensmanagements

Das bekannteste Modell des Wissensmanagements ist das Bausteinmodell von Probst/Raub/Rombhardt, die Bausteine stellen dabei die wichtigsten Aufgaben des Wissensmanagements dar.[30]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Bausteine des Wissensmanagements[31]

Die Bausteine gliedern sich in einen inneren und einen äußeren Kreislauf und wirken somit auf zwei Ebenen.[32] Der äußere Kreislauf wirkt auf der Steuerungsebene und beinhaltet die strategischen Bausteine, Wissensziele und Wissensbewertung.[33] Dabei müssen normative, strategische und operative Wissensziele definiert werden, um die Prozess-Schritte zu lenken und des Weiteren müssen diese Ziele dann bewertet werden, um deren Erfolg zu messen.[34] Der innere Kreislauf des Bausteinmodells wirkt auf der Gestaltungsebene und beinhaltet die Bausteine Wissensidentifikation, Wissenserwerb, Wissensentwicklung, Wissensverteilung, Wissensnutzung und Wissensbewahrung.[35] Insofern muss Transparenz für Daten, Informationen und Fähigkeiten geschaffen werden, die eigene Wissensbasis vergrößert werden, neue Prozesse, Fähigkeiten und Ideen aufgebaut werden, vorhandenes Wissen sinnvoll verbreitet werden, die Nutzung des Wissens sichergestellt werden und das Wissen gespeichert und regelmäßig erneuert bzw. aktualisiert werden.[36] Wie man in Abbildung 1 erkennt bilden die Bausteine einen vernetzten Managementregelkreis, die Kernaufgaben stehen dabei alle in Verbindung zueinander, sie müssen jedoch nicht vollständig oder der Reihenfolge nach durchlaufen werden.[37]

2.2.4 Ziele des Wissensmanagements

Die Ziele des Wissensmanagements werden aus den Unternehmenszielen abgeleitet und um eine Wissensstrategie erfolgreich in ein Unternehmen einzubinden sollten diese auch grundsätzlich immer mit beachtet werden.[38] Die Ziele sollen die Handlungen des Wissensmanagements in eine bestimmte Richtung führen und festlegen auf welchen Ebenen bestimmte Fähigkeiten aufgebaut werden sollen.[39] Man unterscheidet drei Arten von Zielen, strategische Ziele, operative Ziele und normative Ziele.[40]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Ebenen von Wissenszielen[41]

Die strategischen Wissensziele orientieren sich an dem langfristigen Bedarf von Kernkompetenzen in der Organisation.[42] Diese Ziele beinhalten somit den Aufbau von Kernkompetenzen, die Übertragung dieser Kompetenzen auf neue Geschäftsfelder und den zukünftigen Bedarf an Kernkompetenzen.[43] Die operativen Ziele sorgen für die Umsetzung der strategischen Ziele, d.h. die strategischen Ziele werden den zugehörigen Zielgruppen zugeordnet und anhand eines Organigramms ist festzulegen, welche Stellen in welchem Zeitraum mit Aufgaben, die ein bestimmtes Wissen erfordern, in Berührung kommen.[44] Operative und strategische Ziele müssen zudem aufeinander abgestimmt werden und eventuelle Zielkonflikte zwischen herkömmlichen Zielen und Wissenszielen diskutiert werden.[45] Letztendlich werden die operativen Ziele auf einzelne Ebenen, Abteilungen, Mitarbeiter usw. „heruntergebrochen“.[46] Die normativen Wissensziele beinhalten das Gestalten einer Wissenskultur oder die Vorgabe eines Wissensleitbildes.[47] Die wissensorientierte Unternehmenskultur unterstützt dabei das Verteilen und die Weiterentwicklung von dem Wissen der Individuen zum Wissen der Organisation.[48] Zusammenfassend kann man sagen, dass das Ziel eines Wissensmanagements in der Steigerung der Lernfähigkeit einer Organisation liegt.[49]

[...]


[1] Franken 2007, S. 481.

[2] Vgl. Franken 2007, S. 481.

[3] Vgl. Pieler 2003, S.109.

[4] Vgl. Franken 2007, S. 481.

[5] Vgl. Dick/Braun/Eggers 2010, S. 375.

[6] Vgl. Franken 2007, S. 481.

[7] Vgl. Franken 2007, S. 481.

[8] Vgl. Geiger 2009, S. 233; Pieler 2003, S. 109.

[9] Vgl. Pieler 2003, S. 109.

[10] Vgl. Geiger 2009, S. 233-234.

[11] Vgl. Wissenberger-Eibl/Ebert 2010, S. 360.

[12] Vgl. Prange 2002, S. 23.

[13] Vgl. Prange 2002, S. 23; Sveiby 1998, S. 55; Schreyögg/Geiger 2001, S. 5 f. und Roehl 2002, S. 21; zitiert nach: Braun in Kahle 2004, S. 23.

[14] Vgl. Probst/Raub/Robhardt 1999, S. 46; zitiert nach: Oelsnitz/Hahmann in Oelsnitz/Weibler 2003, S. 40.

[15] Vgl. Probst/Raub/Robhardt 1999, S. 46; zitiert nach: Oelsnitz/Hahmann in Oelsnitz/Weibler 2003, S. 40; Willke 1998, S. 13 f. und Picot/Reichwald/Wiegand 2001, S. 91; zitiert nach: Braun 2004; S. 24.

[16] Vgl. Willke 1998, S. 13 f. und Picot/Reichwald/Wiegand 2001, S. 91; zitiert nach: Braun in Kahle 2004; S. 24.

[17] Vgl. Willke 1998, S. 13 f. und Picot/Reichwald/Wiegand 2001, S. 91; zitiert nach: Braun in Kahle 2004; S. 24; Dirk von Felbert 1998, S. 122.

[18] Vgl. Willke 1998, S. 13 f. und Picot/Reichwald/Wiegand 2001, S. 91; zitiert nach: Braun in Kahle 2004 S. 24; Prange 2002, S. 92.

[19] Vgl. Felbert 1998, S. 122.

[20] Vgl. Oelsnitz/Hahmann in Oelsnitz/Weibler 2003, S. 39.

[21] Vgl. Sveiby 1998, S. 55.

[22] Vgl. Sveiby 1998, S. 55.

[23] Vgl. Sveiby 1998, S. 65.

[24] Vgl. Frost, http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/wissensmanagement.html, 10.02.2011; Oelsnitz/Hahmann in Oelsnitz/Weibler 2003, S. 45; Bullinger/Prieto 1998, S. 88.

[25] Vgl. Felbert 1998, S. 123; Prange 2002, S. 92.

[26] Vgl. Prange 2002, S. 92.

[27] Vgl. Felbert 1998, S. 122 f.

[28] Vgl. Kurtzke/Popp 1998, S. 189.

[29] Vgl. Gerhards/Trauner 2007, S. 12.

[30] Vgl. Bick, http://www.enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de/wi-enzyklopaedie/lexikon/daten-wissen/Wissensmanagement/Wissensmanagement--Modelle-des/Wissensmanagement--Bausteinmodell-des-, 10.02.2011.

[31] Quelle: Probst/Raub/Rombhardt 1999, S. 58; aus: Bick, http://www.enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de/wi-enzyklopaedie/lexikon/daten-wissen/Wissensmanagement/Wissensmanagement--Modelle-des/Wissensmanagement--Bausteinmodell-des-, 10.02.2011.

[32] Vgl. Oelsnitz/Hahmann in Oelsnitz/Weibler 2003, S. 100; Blick, http://www.enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de/wi-enzyklopaedie/lexikon/daten-wissen/Wissensmanagement/Wissensmanagement--Modelle-des/Wissensmanagement--Bausteinmodell-des-, 10.02.2011.

[33] Vgl. Oelsnitz/Hahmann in Oelsnitz/Weibler 2003, S. 100; Blick, http://www.enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de/wi-enzyklopaedie/lexikon/daten-wissen/Wissensmanagement/Wissensmanagement--Modelle-des/Wissensmanagement--Bausteinmodell-des-, 10.02.2011.

[34] Vgl. Oelsnitz/Hahmann in Oelsnitz/Weibler 2003, S. 100; Blick, http://www.enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de/wi-enzyklopaedie/lexikon/daten-wissen/Wissensmanagement/Wissensmanagement--Modelle-des/Wissensmanagement--Bausteinmodell-des-, 10.02.2011.

[35] Vgl. Oelsnitz/Hahmann in Oelsnitz/Weibler 2003, S. 100.

[36] Vgl. Blick, http://www.enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de/wi-enzyklopaedie/lexikon/daten-wissen/Wissensmanagement/Wissensmanagement--Modelle-des/Wissensmanagement--Bausteinmodell-des-, 10.02.2011.

[37] Vgl. Blick, http://www.enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de/wi-enzyklopaedie/lexikon/daten-wissen/Wissensmanagement/Wissensmanagement--Modelle-des/Wissensmanagement--Bausteinmodell-des-, 10.02.2011.

[38] Vgl. Prange 2002, S. 74.

[39] Vgl. Bullinger/Prieto 1998, S. 97.

[40] Vgl. Bullinger/Prieto 1998, S. 96; Oelsnitz/Hahmann in Oelsnitz/Weibler 2003, S. 109.

[41] Quelle: Oelsnitz/Hahmann in Oelsnitz/Weibler 2003, S. 110.

[42] Vgl. Bullinger/Prieto 1998, S. 96.

[43] Vgl. Bullinger/Prieto 1998, S. 96; Oelsnitz/Hahmann in Oelsnitz/Weibler 2003, S. 109 f.

[44] Vgl. Oelsnitz/Hahmann in Oelsnitz/Weibler 2003, S. 112.

[45] Vgl. Oelsnitz/Hahmann in Oelsnitz/Weibler 2003, S. 113.

[46] Vgl. Oelsnitz/Hahmann in Oelsnitz/Weibler 2003, S. 113.

[47] Vgl. Oelsnitz/Hahmann in Oelsnitz/Weibler 2003, S. 109; Bullinger/Prieto 1998, S. 96.

[48] Vgl. Bullinger/Prieto 1998, S. 96.

[49] Vgl. Pawlowsky 1988, S. 16.

Details

Seiten
23
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640986637
ISBN (Buch)
9783640986736
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v177163
Institution / Hochschule
Fachhochschule Lausitz in Cottbus
Note
1,3
Schlagworte
methoden wissensmanagements wissenstransfer unternehmenskulturen

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Methoden des Wissensmanagements