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Die Darstellung der Frau in den Medien

Essay 2003 13 Seiten

Germanistik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Die Darstellung der Frau in den Medien – zur Einführung in das Thema

1. Welche Darstellungsformen präsentieren uns die Medien?
1.1 Die Präsentation des Frauenbildes in Dokumentationen
1.2. Die Präsentation des Frauenbildes in der Werbung

2. Die Rolle der Gewöhnung

3. Analyse einzelner Spots

4. Abschließende Überlegungen

Literatur

Die Darstellung der Frau in den Medien – zur Einführung in das Thema

Die Darstellung der Frau in den Medien – das ist die Zeile, mit der dieser Artikel überschrieben ist, und in der westlich zivilisierten und emanzipierten Welt wird ein Großteil der Leser damit wohl zunächst die Darstellung der Frau in der Werbung assoziieren. Wer kennt sie nicht, die Diskussionen darum, ob die Frauen als Sexsymbole ausgebeutet werden, wenn sie leicht bekleidet für Produkte werben, die nicht im Mindesten etwas mit eben diesem gemein haben?

Nun, darum soll es in dieser Ausarbeitung auch gehen, aber wir werden darauf erst im späteren Verlauf eingehen. Thematisiert werden sollen vor allem die verschiedenen Darstellungsformen von Frauenbildern, die uns die Medien präsentieren, sowie die Rolle der Diskriminierung und die Frage der Realität und Fiktion.

1. Welche Darstellungsformen präsentieren uns die Medien?

Die Darstellung der Frau in den Medien - das impliziert zunächst einmal die Frage, wo und auf welche Weise uns die Frau in den Medien gegenübertritt und welche verschiedenen Rollenbilder geprägt werden. Nebenbei sei gesagt, dass ich mich, wenn ich in diesen Ausführungen von „Medien“ spreche, in erster Linie auf das Medium Fernsehen beziehen werde, da es meiner Meinung nach das präsenteste und hinsichtlich der zu erörternden Fragestellungen ergiebigste ist – Printmedien und das Internet sollen nur am Rande erwähnt werden.

Im Medium Fernsehen finden wir eine große Vielzahl an unterschiedlichen Frauenbildern und an sehr unterschiedlichen Darstellungsarten. Neben einigen Sendungen, die speziell für Frauen gemacht werden, den so genannten Frauenmagazinen, denen oftmals auch eine Frauenzeitschrift zugrunde liegt, gibt es zahlreiche Dokumentationen über Frauen in fernen Ländern und nicht zuletzt werden Frauenrollenbilder auch in der Werbung vertreten. Eins haben sie alle – wenn auch oft erst auf den zweiten Blick und nicht immer bewusst – gemein: Am Rande oder auch im Mittelpunkt steht die Diskriminierung der Frau.

1.1 Die Präsentation des Frauenbildes in Dokumentationen

Am offensichtlichsten ist dies zu sehen in den Dokumentationen über die Rolle der Frau in anderen Ländern, die auch häufig im Programmverlauf der Frauenmagazine thematisiert werden und nicht selten so bewusst betont werden, dass die Möglichkeit einer Verfälschung der Tatsachen nicht ausgeschlossen ist.

Am hartnäckigsten hält sich in diesem Zusammenhang sicher das Gerücht, dass immer wieder in den Medien vertreten wird: Die islamische Frau wird vom Koran benachteiligt.

Tatsache ist, dass nicht der Koran, sondern das islamische Gesetz, die Sharia, die eine spätere Konkretisierung des Koran ist, die ausschließlich durch männliche Gelehrte vorgenommen wurde, den Frauen vorschreibt, sich zu verschleiern. Begründung dafür: Männer sollen durch die weiblichen Reize nicht irritiert werden. Für unsere westlichen Denkstrukturen unvorstellbar und geradezu lächerlich; nichtsdestotrotz muss man hinzufügen, dass die strengen Regeln im Iran momentan eine Lockerung erfahren, die von nicht allen Frauen überhaupt angenommen wird: Sie tragen ihr Kopftuch mit Stolz und nicht als Zeichen von Unterdrückung, sondern als Zeichen ihrer Glaubenszugehörigkeit.

Doch das ist nicht das einzige Bild, dass wir durch die Medien von Frauen fern unserer westlich zivilisierten Welt erfahren und auch längst nicht das Einzige, dass uns die Unterdrückung der Frau und die Einschränkung ihrer Rechte durch von Männern erlassene Gesetze suggeriert.

Genannt sei in diesem Zusammenhang das exponentielle Wachstum der Aids- und HIV-Rate in vielen afrikanischen Ländern, wo Kondome abgelehnt werden, weil Fruchtbarkeit der Menschen höchstes Gut ist und von den Frauen erwartet wird, dass sie gebären: In Simbabwe sind mittlerweile Schätzungen zufolge ein Drittel der Bevölkerung mit HIV infiziert, der Anteil der infizierten Neugeborenen liegt bei 40 Prozent.

Ebenfalls häufig thematisiert wird in den Medien die Beschneidung der Frau in einigen afrikanischen Stämmen, wo den Frauen aus ethnischen Gründen die Klitoris entfernt und die Schamlippen zusammengenäht werden, häufig unter schlimmsten medizinischen Bedingungen und ohne Betäubung; grundsätzlich ohne, dass die Frauen bzw. die kleinen Mädchen wissen, was auf sie zukommt.

Weitere Unterdrückung der Frau ist uns bekannt aus Sendungen über Indien, wo zur Zeit etwa 70 Prozent der weiblichen Föten abgetrieben werden. Begründung: Die Frau kostet die Familie Geld; die Höhe ihrer Mitgift bestimmt, ob sie verheiratet werden kann oder nicht.

Oder Beispiel China: Das Gesetz der Ein-Kind-Familie führt –so uns die Medien die Realität darlegen – noch heute in ländlichen Gebieten immer wieder dazu, dass neugeborene Mädchen getötet werden, weil sie als Arbeitskräfte auf den Höfen „nicht zu gebrauchen sind“.

Selbst in aktuellen Klatschmeldungen – sowohl vertreten in Boulevard-Magazinen, als auch in Klatschillustrierten für Frauen - wird die Unterdrückung der Frau thematisiert – zuletzt in den vergangenen Tagen bezüglich der bevorstehenden Hochzeit des niederländischen Prinzenpaares, deren angeblicher Ehevertrag der Braut im Falle einer Scheidung sämtliche Rechte am gemeinsamen Eigentum und sogar an den dann eventuell geborenen Kindern entziehen soll.

Stellt sich bei all diesen Berichten vor allem die Frage: Was ist Realität, und wie stark wird der Blickwinkel, den der Mediennutzer gewinnt, durch eben diese beeinflusst? Empfinden die Frauen ihre ihnen zugeschriebene Unterdrückung tatsächlich so, wie sie für unsere Augen erscheint? Ohne Weiteres lässt sich eine solche Frage nicht beantworten; man müsste sich schon selbst auf den Weg in ferne Kulturen machen und die Frauen befragen, um sich ein wirklich realistisches Bild von der Rolle, dem Leben und der Unterdrückung der Frauen zu machen.

1.2. Die Präsentation des Frauenbildes in der Werbung

Werfen wir nun einen Blick auf den Anfang dieses Artikels, so stellen wir fest, dass es noch die Frage zu klären gilt, wie die Rolle der Frau in der Werbung aufzufassen ist, und ob sich auch dort Unterdrückung nachweisen lässt. (Die Rolle der Frau in den so genannten Frauenmagazinen werden wir an dieser Stelle ausklammern, da wir schon erwähnt haben, dass auch dort häufig Reportagen über Frauen in fernen Ländern Programminhalt sind und wir sie ansatzweise somit also auch schon erwähnt haben; zudem ist ihre Präsenz in den Medien nur begrenzt , so waren Sendungen wie „Mona Lisa“ in einem Seminar von 31 Studentinnen und 2 Studenten zwar allen Teilnehmern bekannt, geguckt hatte sie nach eigenen Aussagen jedoch bislang kaum jemand) .

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Details

Seiten
13
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638222112
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v17715
Institution / Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta – Germanistik
Note
1
Schlagworte
Darstellung Frau Medien Seminar Deutsche Männersprache

Autor

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Titel: Die Darstellung der Frau in den Medien