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Praktikumsbericht Unterrichtspraktikum Musik Gymnasium

Praktikumsbericht / -arbeit 2008 29 Seiten

Musik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Allgemeine Rahmenbedingungen
1.1 Das Goethe-Gymnasium
1.2 Das Fach Musik
1.3 Das Kollegium
1.4 Der Praktikumszeitraum

2 Praktikumsleistungen
2.1 Hospitationen
2.2 Selbst erteilte Unterrichtsstunden
2.3 Ausserunterrichtliche Tätigkeiten

3 Planung und Durchführung einer Unterrichtseinheit und Un- terrichtsstunde
3.1 Die Unterrichtsreihe
3.2 Der zeitliche Rahmen
3.3 Die Planung einer Unterrichtsstunde

4 Reflexion
4.1 Reflexion der Unterrichtsergebnisse
4.2 Reflexion der eigenen Leistungen
4.3 Eigener Erfahrungsgewinn

Abbildungsverzeichnis

Quellenverzeichnis

1 Allgemeine Rahmenbedingungen

1.1 Das Goethe-Gymnasium

Das Goethe-G ymnasium in ist ein altsprachliches Gym- nasium. Es ist grundständig und damit eins der wenigen grundständigen alt- sprachlichen Gymnasien in Ein Zitat des Namensgebers, auf dessen Leitbild sich die Schule stützt, lautet: ”DerrechteSchülerlerntausdemBe- kannten das Unbekannte entwickeln und nähert sich dem Meister.“[1] Die Schule hat eine Tradition von 104 Jahren.

Das Abitur ist aktuell ab der 7. Klasse in 12 Jahren zu erreichen, wie an Gymnasien generell. Alle höheren Klassen machen ihr Abitur noch nach 13 Schuljahren.

Ab der 5. Klasse haben die Schüler Englisch, was aus der Grundschule fort- geführt wird, und es kommt Latein hinzu. Ab der 8. Klasse ist Alt-Griechisch ebenfalls im Pflichtprogramm und die 4. Fremdsprache Französisch wird wahl- weise angeboten.

Wie angeblich an vielen anderen altsprachlichen Gymnasien ebenso, gibt es am Goethe-Gymnasium den Schulsamstag. An jedem 2. Samstag gibt es einen vollständigen Schultag, an dem in der Regel alle Klassen, alle Lehrer und alle Fächer vertreten sind.

Die Schüler kommen zu etwa 50% aus dem direkten Umfeld und sonst aus ganz angereist. Insgesamt gibt es derzeit leicht über 800 Schüler(innen) am Goethe-Gymnasium. 20% davon kommen aus nicht-deutschen Familien und insgesamt 15 Nationen. Lehrer gibt es 53, hinzu kommen 5 bis 12 Refe- rendare. Das Durchschnittsalter der Lehrerschaft beträgt etwa 50 Jahre. Der Prozentsatz der Schüler, die das Probehalbjahr nicht schaffen, liegt bei unter 0,8%.

Insgesamt habe ich am Goethe-Gymnasium eine fast ausschliesslich freundliche und offene Atmosphäre gespürt. Das begann bereits am Tag meiner dortigen Vorstellung.

1.2 Das Fach Musik

Musik wird am Goethe-Gymnasium von insgesamt 3 Lehrern unterrichtet. Diese 3 sind grundverschieden und ich hatte die Gelegenheit, bei allen in verschiedenen Klassen zu hospitieren sowie auch unter der Obhut eines jeden Musiklehrers zu unterrichten.

Es gibt einen hauptsächlichen Musikraum, der einen Flügel beherbergt und ein mittelgrosses Archiv an Noten und Instrumenten. Zusätzlich gibt es eine Aula, ebenfalls mit einem Flügel und sogar einer Orgel bestückt. Die Aula wird jedoch nicht für den Unterricht genutzt, die ist lediglich Konzert- und Klau- sursaal. Auf Grund dieser Raumnot wird hin und wieder der Musikunterricht in den Klassenraum verlegt, was leider einige Probleme mit sich bringt.

Zum einen ist immer der Lehrer Gast bei der Klasse, und nicht umgekehrt, wie es ein Musikraum mit entsprechender Atmosphäre hergibt. Zum anderen ist es in den Klassenräumen sehr schwierig, entsprechendes Equipment mit- zubringen. Es gibt zwar einen tragbaren CD-Player mit Kassette, der sehr unhandlich und schwer ist, doch man kann ihn transportieren. Alles weitere, etwa ein Keyboard, weitere Instrumente, Medien oder Partituren oder auch allgemeine musikspezifische Gegenstände, an Hand derer gern spontan etwas demonstriert wird, gibt es nicht bzw. ist mit erheblichen zusätzlichen Wegen und damit Zeiteinbussen verbunden.

Dennoch gibt es in der Schülerschaft sehr viele, die Instrumente spielen und/oder in diversen Bands oder Orchester mitwirken. Leider sind solche Angebote nicht von der Schule gestellt, die Schüler besuchen und bezahlen eigenständig für solche Angebote. Nichts desto Trotz finden im GoetheGymnasium regelmässig Veranstaltungen statt, die musikalischer oder sonstiger künstlerischer Natur sind.

1.3 Das Kollegium

Das Lehrerkollegium am Goethe-Gymnasium ist laut Statistik über 50 Jah- re alt im Durchschnitt. Dennoch gibt es im Lehrerzimmer auch eine Reihe jüngerer Kollegen. Diese sind allerdings häufig Aushilfen, Referendare oder Teilzeit-Lehrer, die an mehreren Schulen unterrichten (z.B. Religion).

Ich bin zumeist sehr entgegenkommend empfangen worden und habe mich schnell auch im Lehrerzimmer heimisch gefühlt. Zu Beginn des Praktikums hat es scheinbar jemand versäumt, mich im Kollegium anzukündigen, denn ich musste mich bei fast jedem Lehrer (auch fast jedem Musik- und Informa- tiklehrer) einzeln vorstellen. Das an sich empfinde ich als selbstverständlich, doch waren einige Kollegen meiner Fächer sowie der stellvertretende Schulleiter durchaus überrascht, einen weiteren Praktikanten zu haben. Insgesamt stellte dies jedoch kein Problem dar. Vermutlich ist es in der Maschinerie Schule auch besonders schwer bis unmöglich, am ersten Tag nach den Sommerferien bereits alles geklärt zu haben.

Das Klima im Lehrerzimmer ist überwiegend freundlich und ein wenig an- onym. Als ich eine Kollegin darauf ansprach, dass ich die meisten Kollegen nicht kenne, erwiderte sie überraschenderweise, dass sie ebenso nur die Kolle- gen kenne, mit deren Fächern die zu tun habe und sonst nur eine Handvoll.

Im Laufe der Zeit habe ich allerdings auch Spannungen innerhalb des Kol- legiums bemerkt, die auch mal heftiger wurden. Über den Inhalt bin ich mir natürlich nicht im Klaren, aber einen Streit habe ich mitbekommen, der Äus- serungen wie ”IchverbittemirvonIhnendiesenTon,Herrx!“oder ”Ichlasse mir von Ihnen nicht vorschreiben, wie ich meinen Unterricht gestalten soll!“ enthielt. Doch will ich das nicht werten, sondern lediglich bemerken, da ich über die näheren Umstände nicht informiert bin und Auseinandersetzungen eben zum menschlichen Alltag gehören.

Am Ende des Praktikums haben mir zwei Kollegen (Informatik sowie Musik) angeboten, mich jederzeit bei Fragen oder Materialschwierigkeiten an sie wenden zu dürfen. Auch was das Referendariat betrifft, kann ich mich jederzeit bei den beiden Lehrern melden um Unterstützung zu bekommen.

1.4 Der Praktikumszeitraum

Insgesamt habe ich das Praktikum in 7 Wochen absolviert. Beide meiner Fächer, Musik und Informatik, waren inbegriffen. Zu Beginn waren die 7 an Stelle von 6 Wochen ein Rechenfehler und ich hätte auch nur 6 Wochen an der Schule sein können. Dann haben allerdings einige Punkte dafür gesprochen, doch die 7 Wochen wie angekündigt einzuhalten:

- Sehr wenig Informatikunterricht

An der gesamten Schule gab es nur 3 Kurse Informatik, von denen ei- ner im Unklaren war, auf Grund von geringer Schülerzahl überhaupt fortgeführt zu werden (wurde er dann aber). Daher hätte es schwierig werden können, die geforderten Hospitations- und Unterrichtsleistungen zu erbringen.

- Herbstferien als Abschluss

Die 7. Schulwoche wurde mit den Herbstferien abgeschlossen. Viele Lehrer haben dies als Themenabschluss genommen, den ich gern miterlebt hätte (nun habe ich das) und mein Abschied vom Kollegium und der Schülerschaft hatte somit einen günstigen Termin.

- Späte Unterrichtseinheiten in Musik

In Musik war es etwas unklar, wann ich in welchen Klassen unterrichten werde. Um verschiedene Klassen und Klassenstufen zu erleben, musste einiges organisiert werden, was sich unerwartet in die Länge zog. Dass am Ende doch alle selbst gehaltenen Stunden in 6 Wochen gepasst haben, war ein Zufall, der nicht abzusehen war.

2 Praktikumsleistungen

2.1 Hospitationen

Abbildung 1: Hospitationsliste Musik

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Hospitationsliste Informatik

Ich habe während des Praktkums 44 Unterrichtsstunden hospitiert. Darunter 26 Stunden im Fach Musik.

Die Spannbreite der Altersklassen reichte von der 5. Klasse bis zur 13. Klasse (einer der wenigen Jahrgänge, die noch 13 Jahre bis zum Abitur haben). Alle drei Musiklehrer konnte ich mehrfach und in verschiedenen Klassen beim Unterrichten beobachten und habe dabei ganz klar die Verschiedenheit des Unterrichtsstils gesehen. Diese Unterschiede äussern sich auf mehreren Ebe-nen, vom eigenen Standpunkt zu Musik, dem Einsatz von Instrumenten und Hilfsmitteln, dem spürbaren Hintergrundwissen auf einigen Gebieten, dem Auf-treten vor der Klasse bis hin zu Fragen der gegenseitigen Akzeptanz. Letzteres bezieht sich auf einen Konflikt, der sich zwischen einer Klasse und einem Lehrer über einige Wochen hinweg abspielte und in dessen Mitte ich einige Stunden besucht habe.

Von allen drei Lehrern und allen beteiligten Klassen bin ich sehr freundlich empfangen worden und konnte selbstverständlich jede Stunde besuchen, ohne mich extra anmelden zu müssen. Die Hospitationen liefen daher sehr unkom- pliziert. In einer Klasse (6.) bin ich mit Fragen regelrecht überhäuft worden zu meinem Studium, meinen Instrumenten und musikalischen Vorlieben.

Zu den Hospitationen generell muss ich rückblickend sagen, dass ich sehr viel fachliches gelernt habe in den Wochen, wie ich es nicht für möglich gehal- ten habe. Vermutlich war der Unterricht zu meiner eigenen Schulzeit ebenso informativ, doch fehlte mir damals vielleicht das entsprechende Vorwissen und Interesse, um die Informationen so aufzunehmen, wie ich sie jetzt aufnehmen kann. Daher auch die über das Pensum hinausgehenden Hospitationsstunden.

[...]


[1] Johann Wolfgang von Goethe: Maximen und Reflexionen 620

Details

Seiten
29
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640985838
ISBN (Buch)
9783640985685
Dateigröße
7.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v177059
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Institut für Musik und Musikpädagogik
Note
Schlagworte
Musikunterricht Praktikum Musik Schule Unterrichtspraktikum

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