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Gesund Führen

Das betriebliche Gesundheitsmanagement

Hausarbeit 2010 25 Seiten

BWL - Personal und Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition und Begriffsbestimmung
2.1 Ausgangslage
2.2 Der Gesundheitsbegriff
2.3 Betriebliches Gesundheitsmanagement

3. Stellenwert, Nutzen und Notwendigkeit des betrieblichen Gesundheitsmanagements
3.1 Ziele des Gesundheitsmanagements
3.2 Vor- und Nachteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

4. Instrumente des Gesundheitsmanagements zur Diagnose und zur Gesundheitsförderung
4.1Der betriebliche Gesundheitsbericht
4.2 Mitarbeiterbefragungen
4.3 Gesundheitsfördermaßnahmen

5. Praktisches Beispiel anhand der Daimler AG

6. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts".[1] Schon der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer führte dieses Zitat vor rund 150 Jahren auf, welches noch heute einen hohen Grad an Aktualität besitzt. Jedoch ist in Anbetracht des demographischen Wandels Gesundheit heutzutage nicht nur eine subjektive, sondern vor allem auch eine betriebliche und volkswirtschaftliche Größe.[2]

Betrachtet man die Ergebnisse einer bundesweiten Erhebung des Sozialwissenschaftlichen Umfragezentrums der Universität Duisburg-Essen aus dem Jahre 2008 zu den Krankmeldungen in Abhängigkeit von der Arbeitsplatzgestaltung, so fällt auf, dass die Angaben der Beschäftigten zu ihren eigenen krankheitsbedingten Fehlzeiten positiv mit der Bewertung der Arbeitsplatzgestaltung korrelieren. Personen, welche ihren Arbeitsplatz als gesundheitsgerecht einstuften, waren in dem Jahr zuvor weniger krank und gaben aufgrund dessen tendenziell niedrigere Fehlzeiten an als Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsplatz als nicht gesundheitsgerecht eingestuft hatten.[3] Dieses Exempel verdeutlicht, dass ein effizientes Gesundheitsmanagement in Unternehmen Ausfällen vorbeugen, Mitarbeiter motivieren und auf lange Zeit den wirtschaftlichen Erfolg steigern kann.[4]

Die vorliegende Arbeit setzt sich als Ziel, die Thematik des betrieblichen Gesundheitsmanagements dem Leser zugänglich zu machen und diese durch einen praktischen Bezug zur hier behandelten Materie zu stützen.

Das zweite Kapitel geht auf die beiden in dieser Arbeit hervortretenden Begrifflichkeiten Gesundheit und Gesundheitsmanagement ein und definiert diese für das hier notwendige Verständnis.

Kapitel drei beschreibt im Allgemeinen die Notwendigkeit eines betrieblichen Gesundheitsmanagements. Dazu soll vorerst in Abschnitt 3.1 das Ziel eines betrieblichen Gesundheitsmanagements angegeben werden, woran anknüpfend die Vor- und Nachteile eines Gesundheitsmanagements in Unternehmen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber diskutiert werden.

Anschließend geht das vierte Kapitel auf die Instrumente des betrieblichen Gesundheitsmanagements ein. Hierzu werden Methoden und Mittel zur Gesundheitsdiagnose und Gesundheitsprävention sowie Instrumente bzw. Maßnahmen zur Gesundheitsförderung vorgestellt.

Der Bezug auf die Daimler AG in Kapitel fünf soll dem Leser das Verständnis der Thematik erleichtern. Somit soll das praktische Exempel dazu verhelfen, ein besseres Verständnis über die vorherige Theorie des betrieblichen Gesundheitsmanagements zu erhalten und einen Ausschnitt aus dem Gesundheitsmanagements des Automobilkonzerns Daimler AG kennenzulernen.

Das Fazit in Kapitel sechs schließt die Arbeit ab und fasst die wesentlichen Inhalte nochmals zusammen.

2. Definition und Begriffsbestimmung

Das betriebliche Gesundheitsmanagement stellt eine bewusste Steuerung betrieblicher Prozesse dar, mit dem Ziel die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten, gegebenenfalls zu fördern und das Wohlbefinden der Beschäftigten an ihrem Arbeitsplatz aufrechtzuerhalten. Weiterhin ist unter dem betrieblichen Gesundheitsmanagement ein strategischer Faktor zu verstehen, der die Gesundheit der Arbeitnehmer in das Leitbild, in die Kultur sowie in sämtliche Strukturen und Prozesse einer Organisation integriert. Somit kann allgemein von einer Managementaufgabe und einer Führungstätigkeit im Sinne der Unternehmensleitung gesprochen werden.[5]

Diese Feststellung soll in den folgenden Abschnitten gefestigt werden.

2.1 Ausgangslage

Bereits 1946 definierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Gesundheit als einen Zustand vollkommenen körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen. Knapp vierzig Jahre später wurde Gesundheit als die Fähigkeit und Motivation, ein wirtschaftlich und sozial aktives Leben zu führen umdefiniert. Die Veränderung in der Auffassung des Gesundheitsbegriffes spiegelt sich zugleich in der sogenannten „Ottawa-Charta“ der WHO-Konferenz von 1986 wider, welche den Organisationen der Arbeit und der Gestaltung der Arbeitsbedingungen einen besonderen Stellenwert zuschreibt.[6]

Der folgende Auszug aus der „Ottawa-Charta“ soll diesen Stellenwert nochmals hervorheben.

„[…] Die Art und Weise, wie eine Gesellschaft die Arbeit und die Arbeitsbedingungen organisiert, sollte eine Quelle der Gesundheit und nicht der Krankheit sein. Gesundheitsförderung schafft sichere, anregende, befriedigende und angenehme Arbeits- und Lebensbedingungen.“[7]

Weitere fünf Jahre später wurde in der „Kopenhagen-Konferenz“ (1991) zur Gesundheit der arbeitenden Bevölkerung formuliert, dass sich bis zum Jahre 2000 in allen Mitgliedsstaaten durch die Schaffung gesünderer Arbeitsbedingungen, Einschränkungen der arbeitsbedingten Krankheiten und Verletzungen sowie durch Förderungen des Wohlbefindens der arbeitenden Bevölkerung der Gesundheitszustand der Arbeitnehmer verbessert haben soll.[8]

Das angesteuerte Ziel der „WHO“ konnte nur teilweise erreicht werden. Jedoch ist in den letzten Jahrzehnten eine deutliche Reduzierung der Ausfallzeiten zu verzeichnen, was zum einen auf positive Arbeitsschutzmaßnahmen und zum anderen auf den technologischen Fortschritt zurückzuführen ist.[9]

Zwar steht der Gesundheitsbegriff in vielen Unternehmen aufgrund eines betrieblichen Gesundheitsmanagements im Mittelpunkt, wird allerdings unterschiedlich aufgenommen und definiert. Für ein Unternehmen, welches ein betriebliches Gesundheitsmanagement betreibt bzw. einzuführen gedenkt, muss deshalb eine klare Vorstellung existieren, was mit Gesundheit gemeint ist und welche Konsequenzen daraus für das Unternehmen abzuleiten sind.[10]

Auch heutzutage zeigen sich unterschiedliche Vorstellungen hinsichtlich der Definition von Gesundheit. Ferner fallen in die Diskussion zum Gesundheitsbegriff weitere Annahmen zur Erhaltung, Schwächung oder Stabilisierung der Gesundheit hinein. Differenzierte Konzepte und unterschiedliche Ansätze zur Vereinheitlichung eines Gesundheitsbegriffes stellen die Theorieentwicklung, die empirische Gesundheitsforschung, im Allgemeinen die Wissenschaft, aber vor allem das betriebliche Gesundheitsmanagement vor eine Herausforderung.[11] Auch wenn die „WHO“ mit ihrer Definition des Gesundheitsbegriffes in diesem Zusammenhang einen bedeutsamen Beitrag geleistet hat, so muss dieser für die wissenschaftliche Untersuchung sowie für das betriebliche Gesundheitsmanagement konkretisiert werden.[12]

In den folgenden Abschnitten soll der Versuch unternommen werden, den Gesundheitsbegriff sowie das betriebliche Gesundheitsmanagement detaillierter zu kennzeichnen und über die Definition der „WHO“ hinauszugehen.

2.2 Der Gesundheitsbegriff

Nach Talcott Parson, ein angesehener US-amerikanischer Soziologe[13], ist Gesundheit ein Zustand optimaler Leistungsfähigkeit eines Individuums für die wirksame Erfüllung der Rollen und Aufgaben, für die es sozialisiert worden ist.[14]

Führt man sich die in dieser Arbeit aufgeführten Definitionen der „WHO“ nochmals vor Augen, so sind die Parallelen zu der Beschreibung Parsons nicht abzustreiten. Es ist also offensichtlich notwendig gewesen, den Gesundheitsbegriff der „WHO“ aus dem Jahre 1946 umzugestalten, da es nicht mehr ausreichte, den Gesundheitsbegriff auf die Abwesenheit von Krankheit reduziert zu belassen. Gesundheit soll und kann nicht nur als Gegen- sowie Abgrenzungsbegriff zum Phänomen der Krankheit fungieren.[15]

Somit müssen dem Gesundheitsbegriff nach dem heutigen Wissensstand weitere Dimensionen zugeordnet werden, die den inhaltlichen und konzeptionellen Kern subjektiver Gesundheit stützen.[16] Trotz, dass sich eine Vielzahl von Gesundheitsdefinitionen in Abhängigkeit der Wissenschaftsdisziplin und dem Anwendungskontext zusammentragen lassen, besteht Konsens in der Annahme, dass es sich bei der Gesundheit um ein mehrdimensionales Konstrukt handelt.[17]

Bringt man die verschiedenen Gesundheitsperspektiven in Verbindung, kann man drei grundsätzliche Bestimmungsgrößen festhalten, mit denen man Gesundheit beschreiben kann: das Befinden (körperliches, psychisches Wohlbefinden), das Aktionspotenzial (Handlungs- und Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters) und das Fehlen von Störungen (Krankheit, Beschwerden).[18]

Da die Diskussionen bzgl. des Gesundheitsbegriffes in Wirtschaft und Wissenschaft besonders das Wohlbefinden des Mitarbeiters thematisieren, soll das physische und psychische Wohlbefinden auch in diesem Zusammenhang schwerpunktmäßig behandelt werden. Es wird deshalb in der Diskussion besonders thematisiert, weil für ein Unternehmen die Handlungs- und Leistungsfähigkeit eines Mitarbeiters im Vordergrund steht. Da aber alle drei Faktoren zusammenhängen und einander bedingen, körperliches und geistiges Wohlbefinden und das Fehlen von Störungen sozusagen die Grundvoraussetzung für eine größtmögliche Handlungs- und Leistungsfähigkeit sind, muss ein Unternehmen beim Wohlbefinden des Mitarbeiters ansetzen, um die Leistungsfähigkeit seiner Mitarbeiter und somit seines Betriebes zu gewährleisten bzw. zu erhöhen

Wie in Kapitel zwei bereits erläutert, stellt das individuelle Wohlbefinden eines Mitarbeiters für ein Unternehmen eine enorme Wichtigkeit dar. Daneben ist im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung des betrieblichen Gesundheitsmanagements die Integration körperlichen Befindens (Wohlbefindens) zum Gesundheitsbegriff evident und unerlässlich. Hinzu kommt für die Thematik des betrieblichen Gesundheitsmanagements das Interesse des tätigkeitsspezifischen Wohlbefindens auf.[19]

[...]


[1] Reisinger, (o. J.) [online].

[2] Vgl. Reisinger, (o. J.) [online].

[3] Vgl. Zok, 2009, S. 86.

[4] Vgl. Reisinger, (o. J.) [online].

[5] Vgl. Wienemann, 2002, S. 1. [online].

[6] Vgl. Ulich/ Wülser, 2009, S. 3.

[7] World Health Organization, 1986.

[8] Vgl. Ulich/ Wülser, 2009, S. 3.

[9] Vgl. Ulich/ Wülser, 2009, S. 4.

[10] Vgl. Ulich/ Wülser, 2009, S. 4.

[11] Vgl. Ulich/ Wülser, 2009, S. 29.

[12] Vgl. Ulich/ Wülser, 2009, S. 31.

[13] Vgl. Müller, (o. J.) [online].

[14] Vgl. Betriebliche Gesundheitsförderung, (o. J.) [online].

[15] Vgl. Betriebliche Gesundheitsförderung, (o. J.) [online].

[16] Vgl. Ulich/ Wülser, 2009, S. 31.

[17] Vgl. von Rosensteil/ Regnet/ Domsch, 2009, S. 591.

[18] Vgl. von Rosensteil/ Regnet/ Domsch, 2009, S. 591-592.

[19] Vgl. Ulich/ Wülser, 2009, S. 32.

Details

Seiten
25
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640984756
ISBN (Buch)
9783640984985
Dateigröße
544 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v177028
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,3
Schlagworte
gesund führen gesundheitsmanagement

Autor

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Titel: Gesund Führen