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Schätzen - Vergleichen - Wiegen

Unterrichtsentwurf 2011 19 Seiten

Didaktik - Mathematik als Schulfach

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Bedingungsanalyse
1.1 Die Schule
1.2 Zur Situation der Klasse

2 Sachanalyse

3 Didaktische Analyse
3.1 Bildungsplanbezug
3.2 Bedeutung des Themas für die Schüler
3.3 Einbettung der Stunde in die Unterrichtseinheit
3.4 Vorkenntnisse der Schüler
3.5 Didaktische Reduktion
3.6 Unterrichtsziele

4 Methodische Analyse
4.1 Einstieg
4.2 Organisation der Stationen
4.3 Stationsarbeit
4.4 Abschluss

5 Verlaufsplanung

6 Literatur

7 Anhang

1 Bedingungsanalyse

1.1 Die Schule

Die XXX ist eine Grund-, Haupt- und Realschule mit derzeit 551 Schülern. Das Einzugsgebiet für die Grundschule umfasst größtenteils die Ortschaft XXX, wobei Schüler von der Hauptschule auch aus den umliegenden Ortschaften XXX und XXX sowie Schüler von der Realschule auch aus den Orten XXX, XXX, XXX und XXX diese Schule besuchen.

Die Lage auf der Schwäbischen Alb, mit einer Entfernung von etwa 20 km zur Stadt XXX, kann als ländlich und ruhig bezeichnet werden.

Die Grundschule setzt sich aus fünf Klassen mit insgesamt 116 Schülern zusammen, was einem Durchschnitt von 23,2 Kindern pro Klasse entspricht.

Räumlich besteht die Schule aus mehreren Gebäuden, in denen die verschiedenen Schularten untergebracht sind. Im Gebäude B2, in dem die Klasse 4c unterrichtet wird, befinden sich vier Klassenzimmer, eine Küche sowie Lehrer- bzw. Schülertoiletten.

Der Klassenraum der Klasse 4c ist groß genug, sodass trotz drei Gruppentischen und vier Einzeltischen ein Sitzkreis im hinteren Bereich des Zimmers eingerichtet werden kann. Des Weiteren befindet sich vor dem Klassenzimmer ein Gruppentisch, an dem gearbeitet werden kann.

1.2 Zur Situation der Klasse

Die jetzige 4c wurde zu Beginn des dritten Schuljahres aus zwei verschiedenen jahrgangsgemischten Klassen gebildet. Die Kollegin, die die dritte Klasse übernommen hatte, war im vergangenen Schuljahr häufig krank, sodass sich die Klasse nur schwer zusammen finden konnte. Viele Schüler und Schülerinnen sind mit dem ständigen Lehrerwechsel nur schwer zurecht gekommen. Erst im letzten Drittel des vergangenen Schuljahres gab es eine verlässliche Vertretung und die Klasse begann damit, eine Klassengemeinschaft zu entwickeln.

Die 4. Klasse besuchen zurzeit 21 Kinder, 10 Jungs und 11 Mädchen. Allgemein ist die Klasse, bedingt durch einige impulsive Kinder, eine sehr lebhafte und mitunter laute Gemeinschaft. Vorteilhaft ist dies in gewissen Phasen, in denen Mitarbeit und Tatendrang gefordert werden. Von Nachteil ist dies wiederum in stillen Perioden und Sitzkreisen, in denen sich häufig schon nach wenigen Minuten die Aufmerksamkeit eher auf den Sitznachbarn, als auf den thematischen Gegenstand konzentriert. Dennoch muss der Sitzkreis als eine methodische Form des Unterrichtseinstiegs weiterhin geübt und verbessert werden.

Auch in anschließenden Partner- bzw. Gruppenarbeitsphasen setzt sich die Lebhaftigkeit der Schüler häufig weiter fort, was zu einem gewissen Lautstärkepegel führt, der in der Regel jedoch in einem akzeptablen Rahmen bleibt.

Drei Schüler dieser Klasse sitzen an Einzeltischen, da sie in einer Gruppe oftmals Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren und sich sehr schnell von ihren Mitschülern ablenken lassen.

Besonders hervorzuheben ist, dass drei Kinder in der Klasse an ADHS (lt. ärztlicher Diagnose) leiden, zwei davon leben mit Beruhigungsmitteln.

Zwei weitere Schüler leben aufgrund problematischer Familienverhältnisse in Pflegefamilien.

Eine Schülerin ist vor etwas mehr als zwei Jahren von Polen nach Deutschland gekommen und beherrscht die deutsche Sprache nur bruchstückhaft, was sich oftmals in Schwierigkeiten des Aufgabenverständnisses äußert. Mathematik jedoch fällt ihr größtenteils nicht besonders schwer. Darüber hinaus ist diese Schülerin stark sehbehindert, wogegen im Moment, mangels Elternmitarbeit, nichts unternommen werden kann.

2 Sachanalyse

Das Thema Gewicht ist dem mathematischen Bereich Größen zuzuordnen, zu dem auch Geldwerte und Längen sowie Zeit-, Flächen- und Rauminhalte gehören.

Der Begriff Gewicht wird als Kurzform für Gewichtskraft verwendet. Die Gewichtskraft ist die Kraft, mit der ein Körper durch die Erdanziehungskraft zum Erdmittelpunkt hin beschleunigt wird. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Gewicht synonym für den Begriff Masse verwendet, obwohl ihm physikalisch gesehen eine andere Bedeutung zukommt. Masse bezeichnet nämlich eine ortsunabhängige Materieneigenschaft, die durch die Einheit Kilogramm bestimmt wird. Das Gewicht dagegen ist im eigentlichen Sinne die Anziehungskraft, die auf seine Masse einwirkt und wird in Newton (N) angegeben.

Repräsentanten für diese Größe können beliebige Körper sein. Wenn man sie vergleicht, gelangt man zu einer Ordnungsrelation (ist schwerer/leichter als) oder Äquivalenzrelation (ist genauso schwer wie). Das Wissen um die Relationen ist die Voraussetzung um eine bestimmte Reihenfolge festzulegen.

Das Schätzen mir den Händen oder das Wiegen mit einer Tafel- oder Balkenwaage bezeichnet man als direkten Vergleich. Der direkte Vergleich durch Schätzen mit den Händen ist nur begrenzt möglich. Von der Größe (dem Volumen) eines Gegenstandes kann nicht auf das Gewicht geschlossen werden. Außerdem sind das Gewichtsempfinden mit der rechten und linken Hand und auch der Druck, der auf der Handfläche je nach Auflagefläche gespürt wird, unterschiedlich. Der Gewichtsvergleich durch Schätzen bei ähnlichem Gewicht der Repräsentanten ermöglicht keine eindeutige Festlegung, welcher der beiden Körper leichter oder schwerer ist. Aus diesem Grund lässt sich die Notwendigkeit der Verwendung von standardisierten Messinstrumenten (Waagen) ableiten.

Die Tafel- und die Balkenwaage sind, wie eingangs beschrieben, geeignete Hilfsmittel für einen direkten Vergleich zweier Gegenstände. Beide Waagen sind mechanische Waagen, die Funktionsweise beruht auf dem Hebelprinzip. Der Körper, der eine größere Kraft auf die Waagschale ausübt, ist schwerer als der andere Körper und verfügt demnach über das größere Gewicht. Stehen die beiden Waagschalen genau auf gleicher Höhe, sind die Kräfte, die die beiden Körper auf die Waagschalen ausüben, gleich groß. Demnach sind die beiden Repräsentanten gleich schwer und haben das gleiche Gewicht. Auf diese Weise lassen sich in mehreren direkten Vergleichen auch mehr als zwei Gegenstände bezüglich ihres Gewichts vergleichen und es kann eine Reihenfolge festgelegt werden.

Die Federwaage ist ein Messgerät, welches durch die Dehnung einer Schraubenfeder die Gewichtskraft anzeigt, mit der die Gravitation am Körper zieht. Durch eine Zugkraft, die auf die Feder einwirkt, wird diese linear gedehnt und zeigt diese auf einer Skala an. Die Messgenauigkeit wird dabei jedoch durch einige Faktoren (Reibung, Klemmung der Feder) eingeschränkt und lässt somit nur eine grobe Bestimmung zu.

3 Didaktische Analyse

3.1 Bildungsplanbezug

Eine der zentralen Aufgaben des Mathematikunterrichts in der Grundschule ist es, die Kinder darin zu schulen „allein und mit anderen, individuelle und gemeinsame Lösungswege und Antworten für Fragen und Probleme zu finden.“[1] Des Weiteren sollen die Schülerinnen und Schüler Lösungswege darstellen, analysieren und bearbeiten können.[2] In dieser Stunde soll dies gefördert werden, indem die Kinder in Partnerarbeit an verschiedenen Stationen eigene Lösungswege finden und diese in Teams besprechen.

Darüber hinaus ist der „handelnde Umgang mit Materialien der Umwelt oder der Einsatz didaktisch ausgewählter Arbeitsmittel unter mathematischer Fragestellung“[3] ein zentrales Anliegen des Mathematikunterrichts. Dies soll in der Stunde insofern umgesetzt werden, als dass die Schüler mit Hilfe von verschiedenen Waagen Dinge aus ihrem Alltag wiegen und miteinander vergleichen. Zudem wurde Wert darauf gelegt, die einzelnen Stationsangebote „motivierend, fordernd und fördernd zu gestalten“[4], so dass Freude an mathematischem Lernen geweckt wird.

Das Stundenthema „Schätzen – Vergleichen – Wiegen“ ist im neuen Bildungsplan 2004 der Grundschule im Wesentlichen in die „2. Leitidee: Messen und Größen“[5] integriert. Im Rahmen dieser Leitidee stehen besonders folgende Kompetenzen im Vordergrund:

Die Schülerinnen und Schüler können

- mit geeigneten nichtstandardisierten und standardisierten Einheiten in allen relevanten Größenbereichen experimentell und problembezogen messen
- ihr Wissen und Können im Umgang mit Größen zur Klärung realistischer, kindgemäßer Sachverhalte nutzen[6]

Diese Kompetenzen sollen in der Stunde mit dem Bildungsplaninhalt Gewichte angebahnt werden.

[...]


[1] Bildungsplan 2004 GS, S. 54

[2] vgl. Bildungsplan 2004 GS, S. 54

[3] Bildungsplan 2004 GS, S. 54

[4] Bildungsplan 2004 GS, S. 54

[5] Bildungsplan 2004 GS, S. 61

[6] Bildungsplan 2004 GS, S. 61

Details

Seiten
19
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640984312
ISBN (Buch)
9783640984176
Dateigröße
812 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v176988
Institution / Hochschule
Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (GWHS) Albstadt
Note
1,0
Schlagworte
Schätzen Wiegen Vergleichen Waage Gewicht Kilo Balkenwaage

Autor

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Titel: Schätzen - Vergleichen - Wiegen