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Einführung von Mindestlöhnen

Hausarbeit 2011 21 Seiten

BWL - Wirtschaftspolitik

Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

1. Einführung

2. Mindestlohn
2.1 Befürworter des Mindestlohns
2.2 Gründe für den Mindestlohn
2.3 Aktuelles

3. Flexibilisierung und Deregulierung des Arbeitsmarkts
3.1 Begründung der Befürworter

4. Betrachtung des Arbeitsmarkts

5. Theoretische Grundlagen des Arbeitsmarkts
5.1 Die klassische Theorie
5.1.2 Die Arbeitsnachfrage in der Klassik
5.1.3 Das klassische Arbeitsangebot
5.2. Die keynesianische Theorie
5.2.1 Das Arbeitsangebot und die Arbeitsnachfrage bei Keynes

6. Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
6.1 Auswirkungen in der klassischen Theorie
6.2. Auswirkungen bei Keynes

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Arbeitsmarktzusammenhang

Abbildung 2 Arbeitsmarktmechanismus durch flexible Löhne

Abbildung 3 Arbeitsnachfragefunktion in der Klassik

Abbildung 4 Arbeitsangebot in der klassischen Theorie

Abbildung 5 Arbeitsangebot bei Keynes

Abbildung 6 Arbeitsnachfrage bei Keynes

Abbildung 7 Mindestlohn in der klassischen Theorie

Abbildung 8 Auswirkung Mindestlohn bei Keynes

1. Einführung

Zurzeit werden in arbeitsmarktpolitischen Diskussionen verschiedene Standpunkte deutlich, die in ihren Grundzügen stark voneinander abweichen. Zum einen wird immer wieder das Thema Mindestlohn aufgegriffen. Demgegenüber wird eine Deregulierung und Flexibilisierung des Arbeitsmarktes gefordert.

Um diese beiden Standpunkte näher durchleuchten zu können, muss eine genaue Definition dieser erfolgen. „Ein Mindestlohn ist zunächst ein durch den Staat oder durch Tarifpartner verbindlich festgelegtes Mindestarbeitsentgelt bzw. ein verbindlich festgelegter Mindeststundenlohn.“[1] Flexibilisierung des Arbeitsmarktes kann beispielsweise bedeuten, dass bestimmte Branchen selbständig über ihre Lohnpolitik entscheiden, ohne dabei Rücksicht auf bestehende tarifliche Vereinbarung nehmen zu müssen.[2] Unter der Deregulierung versteht man, dass staatliche Einflüsse zurückgefahren werden, um die Regulierung des Arbeitsmarktes den Marktteilnehmern selbst zu überlassen.

In meiner Hausarbeit werde ich auf die von den Befürwortern dieser Standpunkte angeführten Begründungen eingehen und die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt anhand der klassischen und der keynesianischen Theorie betrachten. Hierzu ist es zunächst notwendig, die Befürworter zu lokalisieren und eine grundlegende Betrachtung der Theorien vorzunehmen. Außerdem soll zum besseren Verständnis der Arbeitsmarkt näher betrachtet werden.

2. Mindestlohn

2.1 Befürworter des Mindestlohns

Zu den Befürwortern des Mindestlohns zählen zunächst einmal die Arbeitnehmer, die durch ein zu geringes Lohnniveau in Armut leben müssen, da ihr Lohn einfach nicht ausreicht, um die monatlichen Lebenskosten zu decken.

Außerdem wird der Mindestlohn durch Gewerkschaften befürwortet. Der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Mindestlohn für alle Arbeitnehmer zu fordern. Durch Veranstaltungen wie die jährlichen Kundgebungen zum 1.Mai tragen sie diese Meinung an die Öffentlichkeit unter dem Motto: „Wir gehen vor! Gute Arbeit, gerechte Löhne, starker Sozialstaat.“[3]

Bei den Parteien gibt es zum Thema Mindestlohn zurzeit keine einheitliche Meinung: Die SPD beispielsweise spricht sich für einen Mindestlohn von 7,50 Euro aus, die FDP hingegen ist gegen einen gesetzlichen Mindestlohn.[4]

2.2 Gründe für den Mindestlohn

Es gibt eine große Zahl an Argumenten, die die Befürworter des Mindestlohns für dessen Einführung anbringen:

Durch die Einführung eines Mindestlohns wird bei Arbeitnehmern, deren Lohn zuvor unter diesem lag, ein Mehrverdienst generiert. Dieser Mehrverdienst kann zu steigender Kaufkraft und somit zu mehr Umsatz der Unternehmen führen. Die Unternehmen wiederum können dadurch die Mehrkosten durch den Mindestlohn ausgleichen und neue Arbeitnehmer einstellen.

Außerdem könnte der Mindestlohn Lohndumping verhindern. Lohndumping entsteht durch den zunehmenden Preisdruck zwischen den Unternehmen, die versuchen durch Senkung der Lohnkosten Produkte günstiger anbieten zu können. Diese Abwärtsspirale könnte durch den Mindestlohn nach unten begrenzt werden.

Zusätzlich spricht für die Einführung des Mindestlohns, dass es in anderen EU-Mitgliedstaaten zu keinen negativen Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt kam und so die Anwendung in der Praxis schon vielfach getestet wurde. (72% der EU-Mitgliedstaaten haben schon einen gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn)[5] [6] [7]

Bekämpfung von Armutslöhnen ist ein weiteres Argument der Befürworter. In Deutschland leben viele Menschen unterhalb der Armutsgrenze, trotz Arbeit. So mussten beispielsweise im Jahre 2006 880 000 Erwerbstätige zusätzlich zu ihrem Lohn Sozialleistungen beantragen.[8]

Aus psychologischen Gründen könnte ein Mindestlohn insofern sinnvoll sein, da durch eine gerechtere Entlohnung der Mitarbeiter deren Motivation gesteigert werden kann. Für viele Arbeitnehmer ist die Arbeit nicht nur eine Beschäftigung, um die monatlichen Kosten zu begleichen, sondern auch in gewisser Weise eine Wertschätzung und Anerkennung, die durch höhere Löhne gesteigert werden könnte.

2.3 Aktuelles

Am 10. Februar 2011 fand eine Debatte im Bundestag bezüglich des Themas Mindestlohn statt. Auslöser dieser Debatte ist die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit der EU-Bürger ab Mai 2011, die es erlaubt, dass nahezu alle EU-Bürger in Deutschland arbeiten dürfen. Daraufhin haben die SPD und Bündnis 90/Die Grünen die Befürchtung, dass im Bereich niedriger Löhne noch stärkere Konkurrenz herrschen könnte und das Problem des Lohndumpings verstärkt wird. Aus diesem Grund haben sie den Antrag auf diese Debatte gestellt, um einen flächendeckenden Mindestlohn im Gesetz zu verankern.[9]

Die Debatte dauerte über eine Stunde und es wurde darüber diskutiert, wie die einzelnen Standpunkte der Parteien aussehen. Dabei stellten die Redner der CDU/CSU und der FDP klar, dass sie weiterhin gegen die Einführung des Mindestlohns sind und auf ihrer Meinung beharren. Sie begründen ihren Standpunkt damit, dass sie in der Einführung des Mindestlohns eine negative Entwicklung des Arbeitsmarkts vermuten. Die SPD und Bündnis 90/Die Grünen bestehen weiterhin darauf, dass der Mindestlohn eingeführt wird: „Nur Beschäftigte in Deutschland werden bislang nicht flächendeckend durch eine Lohnuntergrenze vor Sozialdumping geschützt“[10], schreiben die Grünen.

Diese Debatte führte jedoch noch nicht zu einem klaren Ergebnis und es werden wohl noch einige Diskussionen folgen müssen. Es zeigt also, dass das Thema Mindestlohn sehr komplex ist und es sehr schwer ist, einen gemeinsamen Nenner zu finden.[11]

3. Flexibilisierung und Deregulierung des Arbeitsmarkts

Zunächst ist zu definieren, was man unter Deregulierung und Flexibilisierung versteht:

„Mit Deregulierung wird allgemein der Abbau staatlicher Regelungen (Gesetze, Verordnungen, Richtlinien) bezeichnet. Ziel ist es, den freien Wettbewerb zu stärken um damit technische, wirtschaftliche und soziale Innovationen anzuregen und schnellere wirtschaftliche Entscheidungen zu ermöglichen.“[12]

„Auf den Arbeitsmärkten bezeichnet die Flexibilisierung den Übergang vom Normalarbeitsverhältnis mit festen Arbeitszeiten, tariflich geregelten Gehältern und Schutz vor Kündigung zu einer Arbeitsvermarktung, die ohne diese festen Regelungen auskommt.“[13]

Zu den Maßnahmen der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes zählen beispielsweise die Auflösung von Flächentarifverträgen, Lockerung des Kündigungsschutzes, sowie Anpassung des Ladenschlussgesetzes. Die Deregulierung tauchte erstmals 1985 mit dem Beschäftigungsförderungsgesetz auf. Dieses Gesetz diente dazu, Neueinstellungen zu erleichtern. Es wurde beispielsweise erstmals die Möglichkeit eines befristeten Arbeitsverhältnisses geschaffen, das auf 18 Monate beschränkt werden konnte. Außerdem war durch diese gesetzliche Neuregelung des Arbeitsmarktes der Weg frei für die heute vielfach angewandte Teilzeitarbeit oder das sogenannte Job-Sharing. Job-Sharing bedeutet, dass sich beispielsweise zwei Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz zeitlich teilen.

3.1 Begründung der Befürworter

- Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland durch Deregulierung des Arbeitsmarktes.
- Steigerung der Leistungsfähigkeit der deutschen Unternehmen durch bessere Anpassungsfähigkeit der Personalpolitik je nach Wirtschaftslage.
- Abbau von Kosten, die durch die Regulierung des Staates in Form von Bürokratie- und Verwaltungsaufwand entstehen.[14]
- Beschränkung der Gewerkschaftsmacht durch die Deregulierung des Arbeitsmarktes, um dadurch die Kosten für den Faktor Arbeit zu senken.[15]
- Das durch die Neueinstellung entstehende Risiko für Unternehmen in wirtschaftlicher Hinsicht kann durch die Lockerung des Kündigungsschutzes beispielsweise verringert werden.[16]

4. Betrachtung des Arbeitsmarkts

Um die Auswirkungen von Regulierungsmaßnahmen wie den Mindestlohn oder die Deregulierung des Arbeitsmarktes genauer betrachten und verstehen zu können, muss der Arbeitsmarkt in seinen Grundzügen näher betrachtet werden:„Auf dem Arbeitsmarkt werden menschliche Arbeitsleistungen (für abhängige Beschäftigung) gegen Entgelt getauscht.“[17] Der Arbeitnehmer bietet am Arbeitsmarkt seine Arbeitsleistung an, er stellt also dasArbeitsmarktangebot. Die Unternehmen fragen diese Arbeitsleistung nach (Arbeitsmarktnachfrage). Treffen nun Angebot und Nachfrage aufeinander, so können Differenzen zwischen diesen entstehen und es kommt zu einem Ungleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt.

Abbildung 1 Arbeitsmarktzusammenhang

(Eigene Darstellung)

Die Unternehmen haben dabei das Interesse, ihre Lohnkosten möglichst gering zu halten, um die Wirtschaftlichkeit und Gewinn zu gewährleisten und nach Möglichkeit noch zu steigern. Der Arbeitnehmer wiederum möchte für seine bereitgestellte Leistung ein möglichst hohes Gehalt beziehen, um seinen Lebensstandard finanzieren zu können. Durch diese beiden unterschiedlichen Interessen wird sehr schnell deutlich, dass ein Ungleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt vorprogrammiert ist.

[...]


[1] Förderland Wissen für Gründer und Unternehmer (abgerufen am 06.02.2011)

[2] Vgl. Schenk Hermann, 4. Auflage Januar 2009, S.30

[3] Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) (abgerufen 06.02.2011)

[4] Vgl. Back view Parteiprogramme im Praxistest (abgerufen am 07.02.2011)

[5] Vgl. Mittelstanddirekt Strategie und Management (abgerufen am 06.02.2011)

[6] Vgl. Förderland Wissen für Gründer und Unternehmer (abgerufen am 06.02.2011)

[7] Vgl. Initiative Mindestlohn(abgerufen am (07.02.2011)

[8] Vgl. Michael Leutert, Positionspapier der Linken (abgerufen am 08.02.2011)

[9] Vgl. Textarchiv des deutschen Bundestags (abgerufen am 08.02.2011)

[10] Textarchiv des deutschen Bundestags (abgerufen am 23.02.2011)

[11] Vgl. Textarchiv des deutschen Bundestags (abgerufen am 23.02.2011)

[12] Bundesministerium der Finanzen (abgerufen am 08.02.2011)

[13] Unternehmenswelt.de GmbH (abgerufen am 08.02.2011)

[14] Vgl. Dr. Adolf Rasch, Mehr Freiheit (abgerufen am 13.02.2011)

[15] Vgl. Freie Universität Berlin (abgerufen am 13.02.2011)

[16] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (abgerufen am 13.02.2011)

[17] Schenk Hermann, 4. Auflage 2009 S.27

Details

Seiten
21
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640983643
ISBN (Buch)
9783640983742
Dateigröße
543 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v176957
Institution / Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1,0
Schlagworte
einführung mindestlöhnen

Autor

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Titel: Einführung von Mindestlöhnen