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Unterrichtsplanung: Kreatives Schreiben zu dem Kinder- und Jugendroman „Der König von Narnia“

Seminararbeit 2010 22 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Der didaktische Ansatz

2. Bedingungsanalyse

3. Didaktische Analyse
3.1 Verortung der Unterrichtsstunde
3.1.1 Verortung im Unterrichtsverlauf und im Lehrplan
3.2 Begründung und Eingrenzung des Themas
3.2.1 Begründung
3.2.2 Sachanalyse
3.3 Didaktische Reflexion
3.4 Ziele der Unterrichtsstunde

4. Methodisch-didaktische Entscheidungen

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang

1 Der didaktische Ansatz

Der didaktische Ansatz, auf den ich mich bei meiner Unterrichtsplanung gestützt habe, ist der konstruktivistische Ansatz.

Bei der konstruktivistischen Didaktik geht man davon aus, dass das Lernen ein Akt des selbstständigen Aufbaus von kognitiven Strukturen ist (vgl. Tulodziecki et al. 2004, S.26). Das bedeutet, dass das Wissen nicht durch direkte Instruktionen in einer gewünschten Form erworben wird, sondern durch leichte Denkanstöße aus der Umwelt, die sich dann abhängig von der schon vorhandenen inneren Struktur des Individuums entfalten (vgl. ebd., S. 230).

Auf den Unterricht bezogen bedeutet dies, dass die Schülerinnen und Schüler als aktive Lernende betrachtet werden, die sich eigenständig am Unterrichts- und Lernprozess beteiligen.

Ein Vertreter der konstruktivistischen Didaktik, Kersten Reich, beschreibt das Phänomen wie folgt:

„Je mehr die Lernerrolle auf Selbsttätigkeit, Selbstbestimmungsanteil, Steigerung der

Selbstverantwortung und des Selbstvertrauens, Zunahme des Selbstwerts hin angelegt

ist, desto mehr didaktisiert der Lerner sein eigenes Lernen“.

Der konstruktivistische Ansatz sieht den Lehrer nicht mehr als Übermittler von Informationen, sondern als Unterstützer der Lernprozesse, indem er lernförderliche Materialien zusammenstellt und lernprozessanregende Aufgaben formuliert, also Wege zum selbstständigen Arbeiten aufzeigt ohne sie vorzugeben (vgl. Tulodziecki et al. 2004, S. 29).

Die konstruktivistische Didaktik betont damit eine starke Subjektorientierung und stellt die Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt des Unterrichtgeschehens.

Die Grundannahme, dass Bildung ein Prozess der eigenständigen Auseinandersetzung mit Wissen ist und das die Erschließung von Wissen erfahrungsbezogen und selbstbestimmt sein sollte, wird durch die zentralen Aufgaben der konstruktivistischen Didaktik (Konstruktion[1], Rekonstruktion[2], Dekonstruktion[3] ) unterstrichen (vlg. ebd., S.230).

Aufgrund der Annahmen des konstruktivistischen Ansatzes habe ich in meiner Unterrichtsplanung berücksichtigt, dass die Lehrperson eine beratende Funktion einnimmt und lediglich die Neugier der Schülerinnen und Schüler durch gedankliche Impulse weckt.

Die gestellten Aufgaben sollen die Schülerinnen und Schüler dazu anregen sich selbstständig mit dem Unterrichtsthema auseinander zusetzten.

Außerdem soll sich jeder Schüler ins Unterrichtsgeschehen einbringen und seine kognitiven Kompetenzen individuell entfalten können.

Da sich die Konstruktivität des Erfinden besonders dafür eignet, steht die Aufgabe der Konstruktion im Vordergrund meiner Unterrichtsplanung.

Weiter zu beachten ist, dass neben dem Lehrer auch die Mitschüler Hilfestellungen und Anregungen für die Bearbeitung der Aufgaben geben können.

Daher sind Kommunikationsphasen in Form von Partner- und Gruppenarbeit oder Klassengesprächen wichtig für die Entwicklung neuer Ansatzpunkte und Ideen (vlg. Tulodziecki et al. 2004, S. 29).

Die Schülerinnen und Schüler können so von dem Wissen und den Erfahrungen ihrer Mitschüler profitieren.

2 Bedingungsanalyse

Da diese Bedingungsanalyse Teil eines theoretischen Unterrichtsentwurf ist, gehe ich davon aus, dass die geplante Unterrichtsreihe in einer Durchschnittsklasse des Jahrgangs fünf an einer Realschule durchgeführt wird und beziehe mich auf die dort zu erwartenden Bedingungen.

Meine Durchschnittsklasse wird von neun Schülerinnen und elf Schülern besucht, die im Durchschnitt elf Jahre alt sind. Das Leistungsniveau der Klasse im Fachbereich Deutsch liegt im befriedigenden Bereich.

Die Sekundarstufe I der Realschule ist eine weiterführende Schulform und baut auf den bereits vorhandenen Kompetenzen der Schülerinnen und Schülern auf.

Die Grundkompetenzen des Lesen und Schreibens sind in der Grundschule vermittelt worden und können daher als vorhanden vorausgesetzt werden (vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung 1999, S.11).

Ich kann also annehmen, dass die Schülerinnen und Schüler Arbeitsaufträge selbstständig erlesen und aufgrund dessen Ergebnisse erarbeiten können.

Zudem kann ich erwarten, dass die Schülerinnen und Schüler ihre gesammelten Gedanken und Ideen zum „Kreativen Schreiben“ in schriftlicher Form zum Ausdruck bringen können, da der kreative Umgang mit Sprache bereits in der Grundschule kennen gelernt und trainiert wurde (vgl. ebd., S. 51).

Weiter ist zu erwarten, dass die Schülerinnen und Schüler der fünften Klasse ein ausreichendes Sprachvermögen besitzen und in der Lage sind kürzere Texte selbstständig zu formulieren.

Das Thema der Unterrichtseinheit zum „Kreativen Schreiben“ ist der Kinder- und Jugendroman „Der König von Narnia“.

Der Roman ist auf die Altersklasse und auch auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler zugeschnitten.

Vor Beginn der Unterrichtsreihe wurden der Klasse mehrere Romane aus der Romanreihe „Die Chroniken von Narnia“ vorgestellt, aus denen sie sich gemeinsam für einen Band entscheiden konnten.

Im Rahmen meiner theoretischen Unterrichtsplanung nehme ich an, dass die Schülerinnen und Schüler sich für den zweiten Band „Der König von Narnia“ entschieden haben, da dies der bekannteste ist. Im folgenden Unterrichtsentwurf beziehe ich mich daher auf den Roman „Der König von Narnia“.

Die Aufgabenstellungen zum „Kreativen Schreiben“ sind allerdings universell einsetzbar und können auch zum Arbeiten mit den anderen Bänden verwendet werden.

Da die Schülerinnen und Schüler in den Auswahlprozess miteinbezogen wurden, also ihre Interessen vertreten konnten, gehe ich davon aus, dass die geplante Unterrichtsreihe die Schülerinnen und Schüler zum Lesen und Weiterarbeiten anregt (vgl. Beste 2007, S.28).

Dadurch das die Handlung des Romans in einer fiktiven Welt spielt, ist es den Schülerinnen und Schülern besonders gut möglich ihr Vorstellungsvermögen, ihre Phantasie und ihre Freude am Erfinden in den Unterricht einzubauen (vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung 1999, S. 51).

Das eintauchen in die fiktive Welt spricht die Schülerinnen und Schüler an, erhält die Freude am Schreiben und fordert ihre Gestaltungskraft heraus.

Das Arbeiten mit dem Kinder- und Jugendroman „Der König von Narnia“ stellt demnach eine gute Grundlage zum „Kreativen Schreiben“ dar.

3 Die didaktische Analyse

3.1 Verortung der Unterrichtsstunde

3.1.1 Verortung im Unterrichtsverlauf der Klasse und im Lehrplan

Das Thema meiner Unterrichtseinheit „Kreatives Schreiben zu dem Kinder- und Jugendroman „Der König von Narnia“ lässt sich in den Richtlinien und Lehrplänen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen dem Bereich „Sprechen und Schreiben“ zuordnen.

Zu dem Bereich des „Sprechen und Schreibens“ werden im Lehrplan alle Fertigkeiten gezählt, die man für eine erfolgreiche Sprachverwendung in schriftlicher und mündlicher Form benötigt. Der Bereich Sprechen und Schreiben ist in verschiedene

Aufgabenschwerpunkte unterteilt (vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung 1999, S. 39).

Meine Unterrichtsplanung konzentriert sich auf die beiden Aufgabenschwerpunkt „Sich mitteilen und sich ausdrücken“ und „Kreativ mit Sprache umgehen“ (vgl. ebd., S. 51f.).

Zu dem Aufgabenschwerpunkt „Sich mitteilen und sich ausdrücken“ zählt der Lehrplan den Ausbau der Mitteilungsbereitschaft von Schülerinnen und Schüler in mündlicher und schriftlicher Form.

Da besonders die Jahrgänge fünf und sechs häufig spontan dazu bereit sind über sich selbst, ihre Erfahrungen und Gefühle zu sprechen, soll der Unterricht solche Situationen aufgreifen und die Gedanken der Schülerinnen und Schüler zum Gesprächs- und Schreibanlass machen.

Die Bereitschaft sich anderen mitzuteilen, soll auch in den späteren Jahrgangsstufen erhalten bleiben, indem die Erzähl- und Schreibanlässe interessant und altersgemäß gestaltet werden (vgl. ebd., S. 50).

Der zweite zu berücksichtigende Aufgabenschwerpunkt „Kreativ mit Sprache umgehen“ beschreibt, dass die Schülerinnen und Schüler schon früh die Fähigkeit besitzen sich spielerisch mit Sprache auseinander zusetzten.

Diese Fähigkeit soll laut des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen in der Sekundarstufe I aufgenommen und vor allem ausgebaut werden, damit die Schülerinnen und Schüler zu einem eigenständigen und kreativen Umgang mit Sprache kommen, der es ihnen möglich macht, sowohl die emotionale Kraft als auch die erkenntnisstiftende Wirkung sprach-schöpferischer Gestaltung und Nachgestaltung zu erfahren.

Um die gewünschten Fähigkeiten bestmöglich zu fördern, sollte so früh wie möglich mit dem „Kreativen Schreiben“ im Unterricht begonnen werden (vgl. Böttcher 1999, S. 42).

Außerdem sollten die Anlässe zum freien bzw. kreativen Schreiben regelmäßig Gegenstand des Unterrichts sein, damit der Einsatz von Gestaltungs- und Ausdrucksmitteln zunehmend bewusster wird (vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung 1999, S. 51).

Die von mir geplante Unterrichtsreihe greift die zuvor genannten Elemente des Lehrplans auf und ist auf elf Unterrichtsstunden ausgelegt.

Thema der Unterrichtseinheit:

„Kreatives Schreiben“ zu dem Kinder- und Jugendroman „Der König von Narnia“.

Teilthemen der Unterrichtseinheit:

Erste Unterrichtsstunde: Schreiben zu einem Bild

Ohne den Roman vorher gelesen zu haben, beschreiben die Schülerinnen und Schüler das Buchcover[4] des Romans „Der König von Narnia“ und notieren sich ihre Eindrücke.

Anhand der gesammelten Begriffe und Ideen schreiben die Schülerinnen und Schüler auf, wie die Handlung ihrer Meinung nach verlaufen könnte.

Zweite und dritte Unterrichtsstunde: Das Buch zum Buch. Was ist ein Lesetagebuch?

Um den Leseprozess zu begleiten und außerdem zu fördern, führen die Schülerinnen und Schüler ein Lesetagebuch, indem sie die einzelnen Kapitel zusammenfassen.

Zudem kann das Lesetagebuch dazu genutzt werden um Fragen, Anregungen und Kommentare zum Roman schriftlich festzuhalten.

Die Methode des Brainstormings soll die Schülerinnen und Schüler anspornen über das Lesetagebuch nachzudenken. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten dazu in Vierergruppen und tragen ihre Assoziationen zusammen. Anschließend diskutieren die einzelnen Gruppen ihre Ergebnisse und präsentieren diese der Klasse.

Die wichtigsten Punkte zur Führung eines Lesetagebuchs werden dann an der Tafel zusammengefasst.

In Einzelarbeit verfassen die Schülerinnen und Schüler ihren ersten Eintrag im Lesetagebuch.

Vierte Unterrichtsstunde: Klassengespräch über die gelesenen Kapitel

Die Schülerinnen und Schüler haben zu Hause weiter in dem Roman „Der König von Narnia“ gelesen. In der vierten Stunde findet ein Klassengespräch über das bisher Geschehene statt, wobei sich die Schülerinnen und Schüler austauschen können.

Fünfte und sechste Unterrichtsstunde: Weiterarbeiten am Lesetagebuch

Abwechselnd Lesen die Schülerinnen und Schüler das nächste Kapitel laut in der Klasse vor. Die Schülerinnen und Schüler bekommen die Möglichkeit Verständnisfragen zu stellen. Im Anschluss arbeitet die Klasse weiter an der Gestaltung ihres Lesetagebuchs. Während der Arbeitsphase können sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig Hilfestellungen beim Verfassen der Texte geben.

[...]


[1] Aufgabenschwerpunkt: Zum Erfinden anregen

[2] Aufgabenschwerpunkt: Zum Erfahren und Entdecken anregen

[3] Aufgabenschwerpunkt: Zum Kritisieren und Zweifeln anregen

[4] siehe Anhang

Details

Seiten
22
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656283805
ISBN (Buch)
9783656284178
Dateigröße
694 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v176882
Institution / Hochschule
Universität Paderborn
Note
1,0
Schlagworte
Narnia Kreatives Schreiben Unterrichtsplanung

Autor

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Titel: Unterrichtsplanung: Kreatives Schreiben zu dem Kinder- und Jugendroman „Der König von Narnia“