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Die Bedeutung der Popkultur in Nick Hornbys Roman 'About a Boy'

Seminararbeit 2009 13 Seiten

Anglistik - Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

1.1 Übergeordnetes Ziel der Hausarbeit
1.2 Bedeutet Popliteratur auch gleichzeitig Trivialliteratur?
1.3 Bedeutung der Popkultur für Nick Hornby

2. Untersuchung von „About a Boy“
2.1 Bedeutung und Funktion von Popkultur im Leben der Charaktere
2.2 Bedeutung der Popkultur bei der Kontaktaufnahme
2.3 Die besondere Bedeutung von Nirvana

3. Resümee

4. Bibliographie
4.1 Primärliteratur
4.2 Sekundärliteratur

1. Einleitung

1.1 Übergeordnetes Ziel der Hausarbeit

Der Roman ‘About a Boy‘ von Nick Hornby wird Gegenstand dieser Hausarbeit sein, wobei
die Gewichtung dabei auf die Betrachtung der Bedeutung der Popkultur gelegt werden soll.
Die Hinweise besitzen im Roman bestimmte Funktionen, welche es herauszufinden gilt.

Zum Einstieg soll zunächst ein kurzer Überblick darüber gegeben werden, inwiefern sich die Meinung zum Thema ‚Pop- Literatur‘ von der Vergangenheit bis Heute verändert hat, anschließend wird Nick Hornbys eigene Meinung zur Verwendung von Popelementen in seinen Romanen und allgemein in der Literatur die Einleitung beenden.

1.2 Bedeutet Popliteratur auch gleichzeitig Trivialliteratur?

In der Vergangenheit wurde der Begriff ‚Pop- Literatur‘ oft abwertend gebraucht und eher mit Romanen der Trivialliteratur in Verbindung gebracht, die sogenannte ‚Hochliteratur‘ war im Gegensatz dazu das Nonplusultra. Als oberflächlich und wenig komplex wurden die Werke Hornbys und seiner Kollegen angesehen, was ihnen in Kritiken den Ruf einbrachte Trivialautoren zu sein. Jedoch beginnt die Sichtweise, Nick Hornbys Popliteratur sei nur seicht und oberflächlich, sich langsam zu verändern.

Dieser neue Zweig der Literatur wird von Winkels folgendermaßen beschrieben:

(Literatur) kann nicht nur Joyce, Eliot und Thomas Mann zitieren, sie
kann auch etwas anfangen mit klingenden Namen wie Gianni Versace,
Sven Väth oder Judith Butler. Kurzum: Ich rede von einer Literatur, die
Pop hört, die zu Pop gehört und die gleichwohl, wie heiter, grotesk oder
komisch auch immer, seriös und künstlerisch sie ist; die seriöse Kunst
ist. (Winkels 1999: S. 585)

Nach Winkels wird die durch Popkultur produzierte Popliteratur also selbst Kunst, indem sie zeitgenössische Elemente verwendet und ist nicht nur leichte Lektüre, was eine gewaltige Aufwertung der Popliteratur bedeutet. Ebenso wie Winkels ist auch Gurr der Ansicht, dass, ähnlich wie postmoderne Romane, die zur sogenannten ‚Hochliteratur‘ gezählt werden, auch Hornbys Werke und die seiner Kollegen ein kulturelles Wissen des Lesers voraussetzen. Die Differenzierung liegt einzig darin, dass sich „dieses Wissen nicht auf den abendländischen Bildungskanon, sondern auf die zeitgenössische Popkultur“ (Nünning 2007: S.184) bezieht.

Die letzten Jahre brachten eine Aufwertung der Popkultur mit sich, was letztendlich auch ein Verdienst Hornbys und seiner Werke war- die Popkultur ist mehr und mehr literaturfähig geworden. Dadurch, dass der Autor Bestandteile der Popkultur verwendet, hebt sich die Popliteratur von der Trivialliteratur entscheidend ab. Hornbys Bücher sind sowohl für die breite Masse geeignet, da sie leicht verständlich und gut lesbar sind, als auch für intellektuellere Leser, da sie sich nichtsdestotrotz als vielschichtig und anspielungsreich darstellen. Es sollte also nicht der Fehler begangen werden, seinen Schreibstil als Trivialliteratur einzuordnen. Ganz im Gegenteil ist Hornbys Leistung darin zu sehen, dass er es geschafft hat zwischen ‚trivial‘ und ‚seriös‘, ‚light‘ und ‚grave‘ eine Brücke errichtet zu haben. (vgl. Nieradgen 2000: S. 226) Baßler schätzt die Bedeutung der Popliteratur in Deutschland und Großbritannien extrem hoch ein, da seiner Meinung nach in Romanen der Popliteratur in „geradezu positivistischer Weise Gegenwartskultur, mit einer Intensität, einer Sammelwut, wie sie im Medium Literatur zuvor unbekannt war“ festgehalten wird. (Baßler 2002: S. 184) Diese Romane verweilen nicht nur an der Oberfläche, sondern gehen tiefer, in Fragen der Ethik, des Konsums in der Gesellschaft. Sie üben Sozialkritik und behandeln Identitätsprobleme. All diese relativ ernsten Themen sind in jedem Fall feste Bestandteile in Nick Hornbys Romanen, doch er versteht es dabei, diese Themen humorvoll und unter Verwendung aktueller Popkulturbestandteile zu verpacken. „Readers of popular fiction are careful discriminators of the field - and careful readers of the work the process, often in exquisite detail.” (Gelder 2004: S. 24) Es ist also nicht so, dass Popliteratur nur oberflächlich betrachtet wird, sondern dass sie sich vollständig von der Trivialliteratur abhebt.

Der positive Trend, dass Popliteratur als vollwertige Sparte der Literatur anerkannt wird, ist eindeutig erkennbar, jedoch bleibt weiterhin die Frage offen, wie lange es noch dauern wird, bis ‚Popliteratur‘ nicht mehr im gleichen Atemzug wie der Begriff ‚Trivialliteratur‘ fallen wird.

1.3 Bedeutung der Popkultur für Nick Hornby

Hornby wird 1958 in London geboren und wird nach seinem Studium vor allem als Musikrezensent und Kolumnist bekannt. Sein Roman Fever Pitch erscheint 1992, was für Hornby der Durchbruch als Buchautor ist. Erst sechs Jahre später wird sein dritter Bestseller About a Boy veröffentlicht, welcher sich innerhalb weniger Jahre über eine Million Mal verkauft. (vgl. Nünning 2007: S. 182) Viele Schulen übernehmen seine Werke mit in den Lehrplan, was ihm weitere Popularität verschafft. Allerdings muss Nick Hornby, der zu dieser Zeit einer der meistgelesen Autoren war, auch viel Kritik einstecken. Vor allem seine einfach strukturierte Sprache, die vielen Verweise auf die „popular culture“ und seine humorvolle Verpackung ernster zeitgenössische Probleme bieten Angriffsfläche für viele Kritiker. „Seine Figuren, Milieus, sein ganzer Stoff ist pop- geprägt, vom Fußball über Mode, Filme, Stars bis zur Musik.“ (Baßler 2002: S. 109)

Hornby versucht sich auf seine Art zu verteidigen, dabei nennt er unter anderem Roddy Doyle und Lorrie Moore als seine Vorbilder unter Autoren, da er ihre „simplicity, humour, soul“ (http://www.guardian.co.uk/books/2001/jun/22/fiction.nickhornby) bewundert. Er mag sie aber auch, weil sie es schaffen, Menschen in Buchläden zu locken, die sich sonst eher selten bis gar nicht dort aufhalten. Literatur, die nur für eine bestimmte Leserklientel geschrieben wird und gleichzeitig kompliziert und fernab der Realität ist, davon hält Nick Hornby nichts. Seiner Meinung nach sollten die Leser sich beim Lesen selbst wiederentdecken können: „The very sort of quiet, crafted English literary fiction by people who are very well- known doesn’t really do an awful lot for anybody, and it just seems very static and staid. It doesn’t really deal with any world that I live in.” (Nünning 2007: S. 184) Damit sich die Leser in Büchern wiedererkennen können, bedarf es Hilfsmitteln, die es dem Leser vereinfachen in die Welt des Romans einzutauchen. Diese Hilfsmittel sind in Hornbys Fall die vielen Verweise auf die Popkultur, was auch in einem Zitat von Hornby selbst deutlich wird:

“It seems obvious to me that popular culture is an important part of all our lives and it should have some kind of reflection in the books we are reading. I’ve never understood why people didn’t describe or just mention the TV programmes people were watching.” (Nünning 2003: S. 33)

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Details

Seiten
13
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640980352
Dateigröße
418 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v176671
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg – Lehrstuhl für englische Literatur- und Kulturwissenschaft
Note
1
Schlagworte
bedeutung popkultur nick hornbys roman about

Autor

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