Lade Inhalt...

Die Revolution von 1848/49

Ursachen, Verlauf und Auswirkungen der Revolution in Frankreich

Studienarbeit 2008 15 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ursachen der Revolution
2.1. Innenpolitische Situation und wirtschaftliche Probleme
2.2. Außenpolitische Probleme
2.3. Zwiespalt zwischen Volk und Politik

3. Verlauf der Revolution
3.1. Februar 1848
3.2. Bildung einer provisorischen Regierung
3.3. Entwicklung der Juniaufstände

4. Auswirkungen der Revolution
4.1. Weitere Entwicklung bis 1851
4.2. Staatsstreich

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Dieser Arbeit wird sich mit der Revolution 1848 in Frankreich beschäftigen, da diese auch Auslöser für Revolutionen in anderen europäischen Staaten war. Ziel dieser Arbeit wird es sein, einen Überblick über diese Revolution zu geben, also die Ursachen, den Verlauf und die Auswirkungen näher zu beleuchten.

Als erstes soll auf die Ursachen eingegangen werden. Diese waren sehr vielschichtig, was auch die Untergliederung zeigen wird. Zuerst soll auf die vorrevolutionäre Situation eingegangen werden, die nach der Julirevolution 1830 in Frankreich vorherrschte. Außerdem ist es auch wichtig auf die auftretenden wirtschaftlichen Probleme einzugehen. Des Weiteren wird sich diese Arbeit auch mit den außenpolitischen Problemen auseinandersetzen, die das Parlament spalteten. Hier ist besonders der Fall Algerien zu nennen. Außerdem soll auch der Zwiespalt zwischen dem Volk und der Politik in Frankreich betrachtet werden.

Der zweite Hauptpunkt dieser Arbeit wird sich mit dem Verlauf der Revolution beschäftigen. Dabei ist vordergründig auf die Situation im Februar 1848 einzugehen, aber auch die Aufstände im Juli sind da von besonderer Bedeutung. Allerdings ist auch die Entwicklung auf politischer und institutioneller Ebene elementar.

Im dritten Abschnitt dieser Arbeit soll auf die Auswirkungen eingegangen werden. Es soll vor allem die weitere politische Entwicklung bis 1851 angeschaut werden und die Frage geklärt werden, wie es zum späteren Staatsstreich von Napoleon III. kommen konnte.

Am Schluss dieser Arbeit wird ein kurzes Fazit stehen.

2. Ursachen der Revolution

2.1. Innenpolitische Situation und wirtschaftliche Probleme

Mit der Julirevolution 1830 war Louis Philippe aus dem Haus Orléans innerhalb kürzester Zeit zum König Frankreichs ernannt worden. Er stammte zwar aus dem Hause der Bourbonen, aber galt hauptsächlich als Repräsentant de Parlamentes.[1] In der Verfassung von 1814/15 wurde nur wenig abgeändert und Louis Philippe musste akzeptieren, dass die Verfassung als Vertrag zwischen Herrscher und Volk dargestellt wurde und nicht der königlichen Allgewalt zugeschrieben wurde. Allerdings war der König weiterhin Oberbefehlshaber und ihm wohnte auch die exekutive Gewalt weiter inne. Die Legislative teilte er sich mit der Pariskammer, wo die vom König auf Lebenszeit ernannten Mitglieder saßen und mit der Abgeordnetenkammer, die nach dem Zensuswahlrecht gewählt wurde.[2] „Das System der Juli-Monarchie wurde in seinen ersten Jahren wiederholt durch Aufstandsversuche der royalistischen Rechten und der demokratischen Linken in Frage gestellt.“[3] Der König Louis Philippe enttäuschte alle, die schon 1830 eine soziale Republik mit den gesellschaftlichen Ideen Saint-Simons, Fouriers und Proudhon wollten.[4]

Ab 1840 setzte jedoch ein Zustand relativer Stabilität ein.[5] „Polische Macht wurde durch Korruption zu schamloser Bereicherung ausgenutzt, und das innenpolitische System war durch Repression liberaler Bewegungen und Immobilismus gekennzeichnet.“[6]

Ab 1845 machte sich auch in Frankreich die europäische Wirtschaftskrise bemerkbar. Die durch einen Pilz verursachte Kartoffelfäule führte zu beträchtlichen Ernteeinbußen und ließ die Getreidepreise in den Folgejahren dramatisch ansteigen. Die städtische Bevölkerung traf die damit verbundene Teuerung der Lebensmittel besonders hart, da auch die Krise im Gewerbe und der Industrie zu Arbeitslosigkeit und Lohndruck führte. Auch in der Textilindustrie ging die Produktion zwischen 1845 und 1848 zurück. Firmenzusammenbrüche waren oft die Folge. Auch die Bautätigkeit wurde geringer und der Eisenbahnbau stagnierte Ende 1847 sogar.[7] Und auch „ein allgemeiner Rückgang der Steuereinnahmen verursachte ein wachsendes Defizit im Staatshaushalt.“[8] Die allgemeine Verschuldung wurde größer und Konkurse waren an der Tagesordnung. Zudem entstanden auch Hungerunruhen, die durch die Notlage breiter Bevölkerungsschichten ausgelöst wurden.[9]

Eine Auswirkung der Agrarkrise war die Krise im Kreditwesen. Die Unternehmen gerieten in eine finanzielle Notlage, da englisches Kapital aus Frankreich zurückgezogen wurde und wieder nach England ging, da auch in England eine Krise vorherrschte. Die Banken konnten keine verfügbaren Mittel mehr auszahlen und wandten sich an die französische Staatsbank, doch auch diese konnte den Bedarf nicht decken und musste Anleihen im Ausland tätigen.[10]

Im Jahre 1847 verbesserte sich die Ernte zwar und die Getreidepreise normalisierten sich, die Finanzkrise dauerte jedoch an und war durch niedrige Löhne und Arbeitslosigkeit geprägt.[11] „Die Lage in der Industrie mündete unweigerlich in einer sozialen Krise.“[12] Vergleicht man das Jahr 1847 mit 1830, kommt man zu dem Ergebnis, dass es 1847 ähnliche Wirren gab wie 1830.[13] Die Krisensituation von 1847 aktualisierte die Arbeiterfrage und gab der Revolution die Gelegenheit diese Situation zu verbessern, da sie nur lokal den Charakter eines sozialen Konfliktes besaß.[14] Laut Labrousse brach die Revolution über eine Gesellschaft herein, deren Wirtschaft noch vollkommen am Boden lag. In der politischen Öffentlichkeit verschlechterte sich die Stimmung durch die wirtschaftliche Misere zunehmend.[15]

2.2. Außenpolitische Probleme

Eine Folge der Julimonarchie war die problematische Situation Algiers, da es keine Einigung im Parlament darüber gab, ob dieses Gebiet nun erobert werden sollte oder nicht. Es wurden Fremdenlegionen geschaffen und arabische Büros eingerichtet, in denen sich Offiziere befanden, die sich auf die Probleme des Landes spezialisiert hatten. Dadurch wurde auch die Armee in ihrem Glauben gestärkt, Algerien erobern zu können, denn dadurch wäre Frankreichs Einfluss im Mittelmeer auch größer gewesen. Mit der Hilfe mobiler Kolonnen sollte schließlich das ganze Land erobert werden, was jedoch zunächst am Widerstand Abd-el-Kaders scheiterte. Dieser floh jedoch später nach Marokko und bat den Sultan in den Krieg gegen Frankreich einzutreten. Daraufhin musste der französische Außenminister Guizot auf Druck Englands, Verhandlungen mit dem Sultan führen. Abd-el-Kader wurde von Marokko im Stich gelassen und führte weiterhin einen Kleinkrieg gegen die Franzosen, bis er schließlich im September 1845 kapitulierte. Somit sah Guizot keine vollständige Eroberung des Landes mehr für notwendig.[16] „Guizot wollte den Frieden um jeden Preis und fürchtete die Folgen einer französischen Expansion in Nordafrika.“[17]

„Zur Diskreditierung der Julimonarchie hatte außerdem beigetragen, daß sie das Bündnis mit dem liberalen England aufgegeben und sich den konservativen Ostmächten genähert hatte.“[18]

Guizots Außenpolitik war durchaus nicht negativ, aber wurde er durch seinen Realismus zu Zugeständnissen seitens England gezwungen, womit er der Opposition die Möglichkeit bot, die öffentliche Meinung in Frankreich aufzuheizen.

Des Weiteren erlebte der Nationalismus durch die Rückkehr der Gebeine Napoleons nach Frankreich einen Aufschwung. Zudem veranlassten Flüchtlinge aus dem europäischen Ausland Frankreich dazu, im Namen der Befreiung der Völker in der Welt und in Europa zu vermitteln. Frankreich sah sich als Land, was ideal für die europäischen Völker war.[19]

[...]


[1] Vgl. Sieburg, Heinz-Otto: Grundzüge der Französischen Geschichte, 4. Auflage, Darmstadt 1997, S. 134.

[2] Vgl. Botzenhart, Manfred: 1848/49. Europa im Umbruch, Paderborn 1998, S. 42.

[3] ebd.

[4] Vgl. Rieder, Heinz: Die Völker läuten Sturm. Die europäische Revolution 1848/49, Gernsbach 1997, S. 90.

[5] Vgl. Botzenhart: 1848/49, S. 42.

[6] ebd., S. 43.

[7] Vgl. ebd..

[8] ebd.

[9] Vgl. ebd.

[10] Vgl. Tulard, Jean: Frankreich im Zeitalter der Revolutionen 1789-1851, Stuttgart 1989, S. 434f.

[11] Vgl. Botzenhart: 1848/49, S. 44.

[12] Tulard: Frankreich im Zeitalter der Revolutionen, S. 435.

[13] Vgl. ebd.

[14] Vgl. Rudé, George: Die Komplexität von 1848, in: Stuke, Horst/ Forstmann, Wilfried: Die europäischen Revolutionen von 1848, Königstein/Ts. 1979, S. 21.

[15] Vgl. Botzenhart: 1848/49, S. 44.

[16] Vgl. Tulard: Frankreich im Zeitalter der Revolutionen, S. 428f.

[17] ebd., S. 429.

[18] Botzenhart: 1848/ 49, S. 44.

[19] Vgl. Tulard: Frankreich im Zeitalter der Revolutionen, S. 430.

Details

Seiten
15
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640978731
ISBN (Buch)
9783640978854
Dateigröße
424 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v176603
Institution / Hochschule
Technische Universität Chemnitz – Institut für Europäische Geschichte
Note
1,3
Schlagworte
Frankreich 1848 Revolution 1848 Revolution Frankreich Ursachen Verlauf Folgen 1848 1849

Autor

Zurück

Titel: Die Revolution von 1848/49