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Befragungen von Wirtschaftssubjekten als Entscheidungshilfen zur Sortimentsgestaltung für ein Einzelhandelsgeschäft

Unterrichtsentwurf 2003 30 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Allgemeine Angaben

2. Analyse des Bedingungsfeldes
2.1 Spezifische Bedingungen der Lernenden
2.2 Spezifische Bedingungen des Lehrenden
2.3 Curriculare Vorgaben

3. Struktur der Unterrichtseinheit

4. Didaktische und methodische Entscheidungen zur Unterrichtsstunde
4.1 Analyse des Themas in Verbindung mit Auswahl- und Reduktionsentscheidungen
4.2 Zielentscheidungen
4.2.1 Groblernziel
4.2.2 Feinlernziele
4.3 Methoden- und Medienentscheidungen

5. Geplanter Unterrichtsverlauf

6. Literaturverzeichnis

7. Versicherung

8. Anhangverzeichnis

1. Allgemeine Angaben

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2 Analyse des Bedingungsfeldes

2.1 Lehr- und Lernbedingungen

Bei der Klasse WKE 2a handelt es sich um eine Berufsschulklasse in der Fachstufe 1 der Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel/ zur Kauffrau im Einzelhandel. Die Schülerinnen und die Schüler werden in kleinen und mittelgroßen regionalen Unternehmen in unterschiedlichen Branchen ausgebildet.[1] Die Schülerinnen und die Schüler haben mehrheitlich zum 01.08.2002 ihre Ausbildung begonnen. Der Berufsschulunterricht findet am Montag in der 1. und 2. Stunde statt.

Die Lerngruppe setzt sich aus acht Schülerinnen und sechs Schülern zusammen. X ist mit 24 Jahren die älteste Schülerin. Die übrigen Schülerinnen und Schüler sind im Alter von 17 bis 21 Jahren. Hinsichtlich ihrer schulischen Vorbildung ist die Klasse heterogen zusammengesetzt. X hat die Allgemeine Hochschulreife, ein Schüler besitzt den Erweiterten Sekundarabschluss I, sechs Schülerinnen und Schüler haben den Sekundarabschluss I – Realschulabschluss erworben und weitere sechs Schülerinnen und Schüler sind im Besitz des Sekundarabschlusses I - Hauptschulabschluss. Die verschiedenen Bildungsabschlüsse spiegeln sich unter anderem im unterschiedlichen Abstraktionsvermögen wider. So fällt einigen Schülerinnen und Schülern der Zugang zu abstrakt gestellten Inhalten noch schwer. Das hat sowohl Konsequenzen auf die Auswahl- und Reduktionsentscheidungen als auch auf die Methoden- und Medienwahl sowie die Wahl der Lernziele. Dies wird in der Gestaltung der Informationsblätter berücksichtigt. Es wird bewusst auf Fremdwörter verzichtet und die Arbeitsaufträge sind zur Übersichtlichkeit durchnummeriert.[2]

Das Leistungsvermögen und die Leistungsbereitschaft der Klasse kann insgesamt als durchschnittlich bezeichnet werden. Eine besondere Rolle hinsichtlich der Qualität und Quantität der Wortmeldungen sowie der Diskussionsbeiträge nehmen X, X und X ein, mit Einschränkungen auch X und X. X, die aus Polen kommt, hat allerdings noch einige Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache, was sich dadurch bemerkbar macht, dass sie hin und wieder Begriffe im Wörterbuch nachschlagen muss. X ist zu Beginn des Schuljahres neu in diese Klasse gekommen. In den ersten Stunden zeichnet er sich durch zahlreiche und qualitativ gute Beiträge aus. Die anderen Schülerinnen und Schüler der Klasse sind interessiert, aber in der mündlichen Mitarbeit nicht so aktiv wie ihre zuvor genannten Mitschülerinnen und Mitschüler. Insbesondere X äußert sich nur nach direkter Ansprache, wobei die Qualität seiner Beiträge überwiegend gut ist.

Bezüglich der Fachkompetenz der Schülerinnen und der Schüler ist festzustellen, dass sie mit der Thematik und der Durchführung einer Marktforschung in ihrem Ausbildungsunternehmen noch keinen Kontakt hatten. Nur in ihrer Rolle als Kunden sind sie mit Marktforschungsmethoden konfrontiert worden.

Die meisten Schülerinnen und Schüler sind zur Reproduktion von Inhalten fähig, haben allerdings größtenteils Schwierigkeiten bei der Abstraktion und dem Transferdenken. Daher ist es wichtig, in dieser Lerngruppe die Unterrichtsinhalte anschaulich darzustellen und auf konkrete Beispiele zu beziehen.[3]

Hinsichtlich der Methodenkompetenz kann festgestellt werden, dass die Schülerinnen und die Schüler mit der Sozialform der Gruppenarbeit vertraut sind. Sie hat sich in besonderem Maße bewährt, da die Schülerinnen und die Schüler konstruktiv zusammenarbeiten.[4] Erfahrungen bestehen in der Lerngruppe auch im Präsentieren von Ergebnissen mithilfe von Karten, Folien und Plakaten.[5] Bei Kurzreferaten über eine Ware aus dem eigenen Ausbildungsbetrieb fiel auf, dass es einigen unangenehm war, vor der Klasse zu stehen und frei zu referieren. Daher orientierten sie sich noch stark an ihren schriftlichen Ausfertigungen. Deshalb wird bewusst die Kartenabfrage durchgeführt, da die Schülerinnen und die Schüler nur Stichwörter auf den Karten notieren. Diese müssen dann während der Präsentation erläutert werden. Für das Gestalten von Plakaten und das Beschriften von Karten haben die Schülerinnen und die Schüler Hinweise erhalten, die sie mehrheitlich umsetzen.

Die Sozialkompetenz der Klasse lässt sich als positiv bezeichnen. In Diskussionen werden die Meinungen anderer Schülerinnen und Schüler akzeptiert. Die Zusammenarbeit in Gruppen gestaltet sich problemlos. Die Schülerinnen und die Schüler arbeiten konzentriert und sorgfältig zusammen. Kritik unter den Schülerinnen und den Schülern wird positiv angenommen und fördert den Unterricht. X ist sehr gut in die bestehenden Klassenstrukturen aufgenommen worden. Er bereichert bereits jetzt das angenehme Klassenklima.

2.2 Situation des Referendars

Seit Beginn des Schuljahres 2002/03 hospitiere und unterrichte ich in der Klasse WKE 2a. Innerhalb des Lerngebietes 18 „Marketing“[6] wurden Unterrichtseinheiten selbstständig von mir geplant, durchgeführt und gemeinsam mit meinem Ausbildungslehrer reflektiert.

Das Themengebiet Marketing und auch den Bereich Marktforschung habe ich bisher noch nicht unterrichtet. Eigene praktische Erfahrungen in diesem Bereich habe ich über meine Rolle als Kunde sammeln können. In meiner Tätigkeit als Sparkassenkaufmann habe ich an mehreren Seminaren zur Verkaufsförderung teilgenommen. Diese kann dem Themenbereich Marketing zugeordnet werden. Der Bereich Marktforschung gehörte nicht zu meinem Aufgabenbereich bei der Sparkasse.

Die Arbeitsatmosphäre innerhalb der Klasse empfinde ich als angenehm. Das Verhältnis zwischen den Schülerinnen, den Schülern und mir ist offen und freundlich. Ich unterrichte gern in der Klasse und fühle mich auf der fachlichen wie auf der persönlichen Ebene akzeptiert.

2.3 Curriculare Vorgaben

Für die WKE 2a sind die „Richtlinien für die berufsspezifischen Unterrichtsfächer im Ausbildungsberuf Kaufmann im Einzelhandel/Kauffrau im Einzelhandel“[7] maßgebend. In den Richtlinien ist das Thema der Unterrichtsstunde Bestandteil des Lerngebietes 18 „Marketing“ und ist mit einem Zeitrichtwert von 80 Unterrichtsstunden für die Fachstufe 2 vorgesehen.[8] Der schulinterne Lehrplan sieht eine Behandlung dieses Lerngebietes bereits in der Fachstufe 1 vor. Durch die Richtlinien ist vorgesehen, dass von der Zuordnung der Lerngebiete zur Grundstufe und zu den Fachstufen durch Fachkonferenzbeschluss abgewichen werden kann.[9]

Als übergeordnetes Lernziel für das Lerngebiet „Marketing“ wird in den Richtlinien formuliert: „Die Schülerinnen und die Schüler sollen die Bedeutung von Informationen über den Markt als Grundlage für marketingpolitische Entscheidungen darlegen können.“[10] Als Lerninhalte sind diesem Lernziel die Aufgaben und Methoden der Marktforschung zugeordnet.[11]

3 Struktur der Unterrichtseinheit (Makrostruktur)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

L-Vortrag= Lehrervortrag S-Vortrag= Schülervortrag L-S-G= Lehrer-Schüler-Gespräch OHP= Overheadprojektor PA= Partnerarbeit GA= Gruppenarbeit

4 Didaktisch-methodische Entscheidungen zur Unterrichtsstunde

4.1 Analyse des Themas in Verbindung mit Auswahl- und Reduktions-entscheidungen

Den inhaltlichen Schwerpunkt dieser Stunde bildet die Erhebungsmethode der Befragung. Diese kann dem Bereich Marktforschung zugeordnet werden. Die Aufgabe der Marktforschung ist die Bereitstellung sämtlicher für den Ablauf der Absatzplanung notwendigen Informationen.[12] Unterschieden wird zwischen der Marktanalyse, einer einmaligen Marktforschung, und der Marktbeobachtung, einer laufenden Marktforschung.[13] Die Schülerinnen und die Schüler sollen im Rahmen der Makrosequenz eine Marktbeobachtung durchführen. Die benötigten Informationen können über die Primär- oder die Sekundärforschung beschafft werden. Bei der Primärforschung (field research) werden die zu beschaffenden Informationen durch eine Marktforschungsstudie neu erhoben. Die Sekundärforschung (desk research) ist die Auswertung bereits vorhandener Marktdaten.[14] Die Befragung ist zweifellos die bedeutendste Methode der Primärforschung.[15] Eine Befragung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Befragten selbst Auskunft geben.[16] Die Kommunikation zwischen dem, der die Fragen stellt (Interviewer) und der auskunftgebenden Person (Befragter) kann mündlich, telefonisch oder schriftlich erfolgen.[17] Das Kennzeichen der mündlichen Befragung ist der direkte Kontakt zwischen dem Interviewer und dem Befragten, wobei der Interviewer die Fragen stellt und die Antworten notiert. Telefonische Befragungen verlaufen nach einem ähnlichen Schema. Die Fragestellung und das Aufzeichnen der Antworten erfolgt durch einen Interviewer, allerdings sind der Interviewer und der Befragte räumlich voneinander getrennt.[18] Von einer schriftlichen Befragung wird in der Regel gesprochen, wenn ein erstellter Fragebogen an die zu befragenden Personen versandt wird, den diese dann selbstständig ausfüllen und zurückschicken sollen. Die zu beantwortenden Fragen können auf verschiedene Arten übermittelt werden, beispielsweise durch die Post, durch persönliche Verteilung oder durch Zeitungen bzw. Zeitschriften.[19] Aus der rasanten Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien, insbesondere der Kommerzialisierung des Internets, ergeben sich für die Marktforschung neue Möglichkeiten. Bei der Online-Befragung werden an die Befragten E-Mails versendet oder die Fragebögen können von einem Server heruntergeladen werden.[20]

Das Thema „Befragungen von Wirtschaftssubjekten als Entscheidungshilfen zur Sortimentsgestaltung für ein Einzelhandelsgeschäft“ hat für die Schülerinnen und die Schüler sowohl in ihrer Rolle als Fachkräfte im Einzelhandel sowie als Kunden eine hohe Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung. Sie müssen sich als Fachkräfte bewusst sein, dass die Bedürfnisse der Kunden an erster Stelle stehen.[21] Der erfolgreiche Absatz der Waren und Dienstleistungen kann einen sicheren und zukunftsträchtigen Arbeitsplatz ermöglichen. Auch Auszubildende können in unternehmerische Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Bei der Sortimentsgestaltung von Trendmode des Zevener Einzelhandelfachgeschäfts „Stoffwexel“ z.B. wird auf ihre Meinung großen Wert gelegt.[22] Nach Beendigung ihrer Ausbildung werden sie voraussichtlich noch häufiger in die Sortimentsgestaltung involviert, indem sie bei Außendienstmitarbeitern Waren aussuchen und bestellen oder auf Fachmessen Informationen über neue Trends gewinnen und diese über die Sortimentsgestaltung ihres Einzelhandelgeschäfts umsetzen. Als Kunden werden die Schülerinnen und die Schüler immer häufiger mit Befragungen konfrontiert, denn sie bilden eine für den Einzelhandel aufgrund ihrer Kaufkraft interessante Zielgruppe. Das Einzelhandelsgeschäft „Stoffwexel“ führte vor der Neueröffnung eine Umfrage bei den Schülerinnen und den Schülern zur Beliebtheit von Trendmarken durch. Dies hatte zum Ziel, ein zielgruppengerechtes Sortiment mit entsprechend guten Absatzchancen anzubieten. Der Einzelhandel insgesamt hat ein großes Bestreben, kundengerechte Waren und Dienstleistungen anzubieten. Der Druck der Wettbewerber, das nahezu austauschbare Produktangebot, die unerbittliche Preispolitik und der wachsende Informationsstand der Verbraucher fordern vom Handelsmanagement inzwischen den Einsatz höchst professionellen Marketings, mit einem umfangreichen Datenpaket aus der Marktforschung als Basis.[23]

[...]


[1] Zu den Ausbildungsunternehmen und Branchen der Schülerinnen und der Schüler vgl. Anhang X.

[2] Vgl. Anhang II, IV, VI und VIII.

[3] Vgl. Kapitel 4.1.

[4] Vgl. Kapitel 4.3.

[5] Vgl. ebd.

[6] Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium 1996 (Hrsg.): Richtlinien für die berufsspezifischen Unterrichtsfächer im Ausbildungsberuf Kaufmann im Einzelhandel/Kauffrau im Einzelhandel. Hannover 1996.

[7] Ebd.

[8] Vgl. ebd., S. 5.

[9] Vgl. ebd., S 1.

[10] Ebd., S.64.

[11] Vgl. ebd.

[12] Vgl. Wöhe, G.: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. München 2002, S. 474.

[13] Vgl. Heinemeier, H./ Limpke, P./ Jecht, H.: Wirtschaftslehre für Kaufleute im Einzelhandel. Darmstadt 2003, S. 252.

[14] Vgl. Cersovsky, H.; Hunold, F.; Squarra, D.: Blickpunkt Kunde. Lehrbuch S. 371 (eingeführtes Lehrbuch).

[15] Vgl. http://www.marktforschung.de Was ist Marktforschung? Marktforschungsinstitut Rheinland. Stand: 19.08.03.

[16] Vgl. schneck, o.: Lexikon der Betriebswirtschaft. München 2003, S. 313.

[17] Vgl. Wöhe, G.: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. München 2002, S. 481.

[18] Vgl. ebd.

[19] Vgl. Lötters; Theuner; Unger; Wöller: Marktforschung Band 2, Troisdorf 2000.

[20] Vgl. Nieschlag, R./ Dichtl, E./ Hörschgen, H.: Marketing 2002. Berlin 2002, S. 564 ff.

[21] Vgl. Wöhe, G.: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. München 2002, S. 461.

[22] Mündl. Auskunft: Geschäftsführer Hans-Jürgen B von „Stoffwexel“ vom 20.08.03.

[23] Vgl. Gesellschaft für Konsumforschung (Hrsg.): Geschäftsbericht 2002. Die Antwort auf die zweite Frage zählt. Nürnberg 2003, S. 30.

Details

Seiten
30
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638221771
ISBN (Buch)
9783638645348
Dateigröße
833 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v17660
Institution / Hochschule
Studienseminar für Gymnasien Stade
Note
ohne Benotung
Schlagworte
Befragungen Wirtschaftssubjekten Entscheidungshilfen Sortimentsgestaltung Einzelhandelsgeschäft

Autor

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