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Umweltmanagement und ISO 14000

Seminararbeit 2010 18 Seiten

Umweltwissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Umweltmanagementallgemein
Das Umweltmanagementsystem
Der Demingkreis
Verbindung zu ISO 9000
Umweltmanagement im Fokus der Öffentlichkeit

3. DIN EN ISO 14000ff
ISO 14001 Umweltschutzmanagementsystem
ISO 14004 Allgemeiner Leitfaden
ISO 14020 - 14025 Umweltkennzeichnungen und Deklarationen
ISO 14031 Umweltleistungsbewertung
ISO 14040 - 14044 Ökobilanz
ISO 14050 Begriffe
ISO 19011 Leitfäden für Audits von Qualitätsmanagement-und/oder
Umweltmanagementsystemen (ersetzt ISO 14010-14012)

4. Vergleich mit EMAS

5. Abschluss

Quellen

Abbildungsverzeichnis

Autor:

Markus Prahl

1. Einleitung

Früh nach dem Erscheinen der ISO 9000 Normenreihe wurde klar, dass nicht nur die Qualität, sondern auch der Umweltschutz einer systematischen Behandlung bedarf. Die Schädigung der Umwelt wurde immer deutlicher und immer stärker durch die Öffentlichkeit wahrgenommen. Anfangs war der Einfluss auf Unternehmen und Industrie kaum vorhanden. Inzwischen hat sich das Umweltbewusstsein aber in vielen Unternehmen durchgesetzt.[1] Auf den folgenden Seiten wird auf die ISO 14000 Normenreihe eingegangen und deren Inhalt dargestellt.

2. Umweltmanagement allgemein

„Umweltmanagement umfasst die Planung, Steuerung, Überwachung und Verbesserung aller betrieblichen Umweltschutzaktionen sowie eine umweltorientierte Betriebs- und Mitarbeiterführung."[2]

Das Umweltmanagementsystem

Das Umweltmanagementsystem greift das Umweltmanagement auf. Mit Hilfe dieses Systems lässt sich ein einheitliches und überprüfbares Umweltmanagement aufbauen. Das System kann dabei auf verschiedenen Normen und Richtlinien basieren. Die zwei Bekanntesten sind die europaweit anerkannte EMAS-Verordnung und die weltweit anerkannte DIN EN ISO 14001. Ein Kernstück der beiden Umweltmanagementsysteme ist die

Festlegung der innerbetrieblichen Abläufe, der Zuständigkeiten und Verantwortungen zur Verbesserung der betrieblichen Umweltsituation.[3]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Umweltmanagementsysteme

Der Demingkreis

Der Demingkreis wurde von W. Edwards Deming im Zuge seiner Arbeiten im Bereich des Qualitätsmanagements niedergeschrieben. Laut Deming stammt ervon seinem Lehrer Shewhart. Der Demingkreis oder auch Demingzyklus basiert auf dem Prinzip der ständigen Verbesserung. Er ist unter anderem auch unter den Namen PDCA- oder Plan-Do-Check-Act- Zyklus bekannt. Ausgehend von der Betrachtung der Vorgänge als Prozesse kann ein solcher schrittweise verbessert werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Demingkreis

Im ersten Schritt zu einer effektiven Verbesserung eines Prozesses ist ein Plan zu entwickeln (plan). Dabei werden Überlegungen bezüglich derwichtigsten Ergebnisse, größten Hindernisse, anstehende Änderungen und eventuelle neue Beobachtungen getroffen.

Im zweiten Schritt wird der Plan ausgeführt (do). Die Ausführungsphase schließt auch das Sammeln aller anfallenden für die Beantwortung, der in der Planungsphase aufgetauchten Fragen, relevanten Daten mit ein. Im dritten Schritt (check) werden die Veränderungen beobachtet und die Ergebnisse festgehalten um sie zu überprüfen. Nach Studium der Ergebnisse versucht man zu erkennen, was an dem jeweiligen Vorgang noch verbessert werden kann (act) und somit als Eingangsgröße für einen weiteren Durchlauf von Bedeutung ist. Durch das wiederholende Durchlaufen dieses Zyklus lässt sich das Problem immer weiter eingrenzen. Der einzelne Vorgang ist einer ständigen Verbesserung unterlegen.[4]

Verbindung zu ISO 9000

Schon früh nach der ersten Einführung der DIN EN ISO 9000 Familie stellte man fest, dass ein vergleichbares Managementsystem auch für den Umgang des Unternehmens mit der Umwelt nötig ist. Zu diesem Zeitpunkt wuchs das Gefühl der Verantwortung, die man der Umwelt und der Erde zukommen lassen wollte. Da sich die ISO 9000 Familie wachsender Beliebtheit erfreute und begann, sich zu etablieren, wollte man zuerst an diese Normen anknüpfen und das Umweltmanagement mit dem Qualitätsmanagement verknüpfen. Es wurde nach intensiven Überlegungen aber schnell klar, dass eine Erweiterung der ISO 9000ff Normenreihe um ein weiteres Element für den Umweltweltschutz der Problematik nicht gerecht würde. Andererseits war allen Beteiligten klar, dass der systematische Ansatz des Qualitätsmanagement-Systems sich besonders gut eignen würde. Man kreierte eine Normenfamilie, die sich stark an den Qualitätsmanagementnormen orientierte und schuf mit Hilfe der Synergien die ISO 14000-Normen.[5]

Umweltmanagement im Fokus der Öffentlichkeit

Das Umweltbewusstsein steigt in den letzten Jahren in den westlichen Ländern stark an.

Viele Haushalte sind bereit, für zum Beispiel Biostrom ein paar Euro mehr im Jahr zu zahlen. Somit lässt sich durch ein gutes Umweltmanagement in Verbindung mit einer ausgezeichneten Kommunikation die Position am Markt festigen. Umweltmanagement entwickelt sich somit immer mehr zu einem benötigten Faktor um am Markt bestehen zu können.

Will man eine Liste von Unternehmen - die im Bereich Umweltmanagement sehr engagiert sind - erstellen, muss der Name „Apple" fallen. Zum einen erhält Apple in den letzten Jahren zunehmend Lob von Umweltorganisationen. Zum anderen versuchen sie auch ihre Erfolge und Strategien als Marketing- und Sympathiemittel an den Verbraucher weiter zu geben.

Gut zu sehen ist dies auf folgender Seite: http://www.apple.com/de/environment/ Apple zeigt hier sehr gut, dass man Umweltmanagement in seine Unternehmenskultur und - strategie einbinden kann.

3. DIN EN ISO 14000ff

Die ISO Normenreihe 14000 besteht aus fünf einzelnen Normenfamilien, die je einen Teil des Umweltmanagements abdecken.[6]

- Das Umweltmanagementsystem inklusive Umweltpolitik und Umweltmanagementreview (ISO 14001, ISO 14004)
- Normenfamilie für Umweltaudits (ISO 19011) - früher ISO 14010-14012
- Bewertung der Umweltschutzleistung (ISO 14031-14032)
- Die Ökobilanz (ISO 14040-14043)
- Umweltkennzeichnungen und Deklarationen (ISO 14020-14025)

Zum allgemeinen Verständnis ist zu sagen, dass durch eine Zertifizierung nach der ISO 14000 Normenfamilie nicht das Umweltbewusstsein und umweltbewusstes Handeln bestätigt wird. Viel mehr zeigt die Einhaltung dieser Normenreihe, dass man über ein funktionierendes Umweltmanagementsystem verfügt. Die Ziele, die man mit diesem System verwirklichen will, werden hingegen nicht geprüft und liegen im Handlungsspielraum der Organisation.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Die ISO 14000 Familie

ISO 14001 Umweltschutzmanagementsystem

Die DIN EN ISO 14001 kann als die wichtigste Norm in der ISO 14000 Normenreihe angesehen werden. Durch sie geschieht die Einrichtung der Umweltmanagementsysteme. „Diese Norm beinhaltet konkrete Forderungen, die an eine Zertifizierung oder Selbstdeklaration des Umweltmanagementsystems von Unternehmen zu stellen sind."[7] Kerngedanke der ISO 14001 ist wie beim Rest der ISO 14000 Familie der schon beschriebene Demingkreis. Sie enthält alle für ein Umweltmanagementsystem erforderlichen Elemente. Ihre Gliederung entspricht der Reihenfolge, in der die Elemente beim Aufbau eines Umweltmanagementsystems einzuführen sind.[8] Der Ablauf sowie die 17 Elemente der ISO 14001 lassen sich sehr gut in Abbildung 4 erkennen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Übersicht Elemente der ISO 14001

Im ersten Teil der Norm werden nötige Begrifflichkeiten geklärt und definiert. Weiter stellt die Norm allgemeine Anforderungen an die einführende Organisation:

„Die Organisation muss in Übereinstimmung mit den Anforderungen dieser internationalen Norm ein Umweltmanagementsystem einführen, dokumentieren, verwirklichen, aufrechterhalten und ständig verbessern und bestimmen wie sie diese Anforderungen erfüllen werden. Die Organisation muss den Anwendungsbereich ihres Umweltmanagementsystems festlegen und dokumentieren"[9]

Hat man diesen Grundgedanken verinnerlicht, ist es an der Zeit die Umweltpolitik der Organisation festzulegen (ISO 14001 4.2). Sie wird vom obersten Führungsgremium festgelegt. Dieses stellt auch sicher, dass die Umweltpolitik innerhalb des festgelegten Anwendungsbereich ihres Umweltmanagementsystems:[10]

- in Bezug auf Art, Umfang und Umweltauswirkungen ihrer Tätigkeiten, Produkte und Dienstleistungen angemessen ist;
- eine Verpflichtung zur ständigen Verbesserung und zurVermeidung von Umweltbelastungen enthält;
- eine Verpflichtung zur Einhaltung der geltenden rechtlichen Verpflichtungen und anderer Anforderungen enthält, zu denen sich die Organisation bekennt, und die auf deren Umweltaspekte bezogen sind;
- den Rahmen für die Festlegung und Bewertung der umweltbezogenen Zielsetzungen und Einzelziele bildet;
- dokumentiert, implementiert und aufrechterhalten wird;
- allen Personen mitgeteilt wird, die für die Organisation oder in deren Auftrag arbeiten; und
- für die Öffentlichkeit zugänglich ist

[...]


[1] Vgl. Glaap, Winfried; Umweltmanagement leichtgemacht, S. 28f

[2] Zitat: Kamiske u.A.; Umweltmanagement S. 4

[3] Vgl. http://www.umweltmanagement.me/

[4] Vgl. Kamiske/Brauer; Qualitätsmanagement von A-Z, S. 219

[5] Vgl. Glaap; Umweltmanagement leichtgemacht S. 29f

[6] Vgl. Zeschmann/Wilken; Anleitung für ein Umweltmanagementsystem S. 13

[7] Zitat: Von Werder/Nestler; Organisationen des Umweltschutzes im Mittelstand S. 25

[8] Vgl. Zeschmann/Wilken; Anleitung für ein Umweltmanagementsystem S. 14

[9] Zitat: ISO 14001 Norm, 4.1 Allgemeine Anforderungen

[10] Vgl. Auflistung ISO 14001 Norm, 4.2 Umweltpolitik

Details

Seiten
18
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640978144
ISBN (Buch)
9783640977987
Dateigröße
3.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v176495
Institution / Hochschule
Hochschule München
Note
1,3
Schlagworte
ISO 14000 ISO 14001 Umweltmanagement Qualitätsmanagement

Autor

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Titel: Umweltmanagement und ISO 14000