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Die 'personelle Dimension' in den transatlantischen Beziehungen am Beispiel John Major - Bill Clinton

Hausarbeit 2003 20 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Westeuropa

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Aufgabenstellung und Schwierigkeiten bei der Bewertung der „personellen Dimension“ in der Politik

2. Biographische Hintergründe der beiden Staatsmänner
2.1. Biographische Eckpunkte John Majors
2.2. Biographische Eckpunkte Bill Clintons

3. Internationale Konstellation für das Vereinigte Königreich und Politische Schwerpunkte John Majors
3.1. Internationale Ausgangslage für das Vereinigte Königreich Anfang der 90er
3.2. Politische Schwerpunkte John Majors

4. Internationale Konstellation für das Vereinigten Staaten und Politische Schwerpunkte Bill Clintons
4.1. Internationale Ausgangslage für die Vereinigten Staaten Anfang der 90er
4.2. Politische Schwerpunkte Bill Clintons

5.1. Schnittmengen der beiden Politiken
5.2. Die personelle Komponente in den „besonderen Beziehungen“

6. Resümee:

Verwendete Literatur:

1. Aufgabenstellung und Schwierigkeiten bei der Bewertung der „personellen Dimension“ in der Politik

Der „personellen Dimension“ in der Politikwissenschaft wird bislang leider nur eine Randlage zugewiesen. Beschäftigt man sich mit einem bestimmten persönlichen Beziehungsgefüge, so wird schnell deutlich, dass die Quellenlage quantitativ sehr übersichtlich ist. Sowohl zu persönlichen Beziehungen und ihrem Einfluss auf die Politik im Allgemeinen wie auch zu Beziehungsgeflechten im Besonderen lässt sich nur selten Literatur finden. Quellen, die sich gänzlich der „personellen Dimension“ widmen, sind fast überhaupt nicht verfügbar. Hinweise finden sich verstreut meist nur in (Auto-) Biographien der betroffenen Personen, seltener in zeitgeschichtlichen Sachbüchern oder in Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln.

Literatur, die Hinweise auf eine besondere persönliche Beziehung mit Einfluss auf ein übergeordnetes Gefüge geben kann, stammt daher fast ausschließlich von „subjektiver Hand“, also entweder von den betroffenen Politikern selbst oder von (ehemaligen) engen Mitarbeitern. So gehören zur Literatur, die für die vorliegende Arbeit Verwendung fand, zwangsläufig eine der Biographien Clintons (Klein, 2002) wie auch Majors (Anderson, 1992), wobei die Autoren langjährige Weggefährten und Beobachter der beiden Staatsmänner waren. Im Vergleich mit dem größten Teil der in der Literaturliste angegebenen Quellen konnte man feststellen, dass diese Werke zwar einen hohen Grad von Subjektivität anzeigen, sich im Gegensatz dazu die anderen Aufsätze und Monographien dabei anscheinend objektiver darstellten, allerdings nur wenig mit persönlichen Details glänzen konnten. Da diese Werke zur Darlegung und zum Verständnis der persönlichen Beziehung der beiden Politiker jedoch unverzichtbar sind, muss um so höhere Aufmerksamkeit darauf gelegt werden, die eventuell starke Subjektivität und mögliche „Idealisierung“ eines Beziehungsgefüges zu erkennen und die getroffenen Aussagen richtig einzuschätzen. Des Weiteren war bei der Recherche auffällig, dass die Anzahl der Quellen für die politische Analyse Clintons deutlich die Anzahl der Literatur Majors übersteigt.

Eine weitere Schwierigkeit stellt die Unterscheidung zwischen den Beziehungen zweier Staaten im Allgemeinen und der ihrer Staats- und Regierungschefs dar; die Grenze ist dabei fließend. Eine Konzentration allein auf die rein politische Beziehung zwischen den Ländern scheint jedoch verfehlt, stehen doch beide Beziehungsgefüge in einer engen Wechselbeziehung. Wie im Verlauf der Arbeit gezeigt werden wird, hängen die Kontakte zwischen zwei Staaten auch von der „Chemie“ zwischen ihren wichtigsten Vertretern ab.

Ziel dieser Arbeit ist es, die persönliche Beziehung zwischen John Major und Bill Clinton und ihre Auswirkung auf das zwischenstaatliche Verhältnis der beiden Staaten darzustellen. Dazu werden in Kapitel 2 sowie in den Abschnitten 3.2. und 4.2. einleitend die beiden Persönlichkeiten jeweils mit Hilfe einer kurzen Zusammenfassung ihrer Biographie, ihres Politikstils sowie ihrer politischen Weltanschauung charakterisiert. Die internationalen Konstellationen für die Vereinigten Staaten und für das Vereinigte Königreich werden in Ergänzung dazu in den Abschnitten 3.1. und 4.1. dargestellt. Schnittmengen ihrer Politiken sowie wichtige und prägende Stationen für das persönliche Verhältnis der beiden Politiker zueinander werden in Kapitel 5 eingehend dargestellt. Anhand dieser Beziehungsabschnitte soll ein Gesamtbild der persönlichen Beziehung der beiden Staatslenker herausgearbeitet werden. Im schließenden sechsten Kapitel folgt eine zusammenfassende Wertung. Hierbei wird zunächst die konkrete persönliche Beziehung zwischen John Major und Bill Clinton eingeschätzt, danach die Bedeutung der persönlichen Dimension in der Politik im Allgemeinen. Am Ende soll – unter Zusammenführung beider „Stränge“ – in einem Resümee der Einfluss des Verhältnisses Major – Clinton auf die transatlantische Politik einer abschließenden Bewertung unterzogen werden.

2. Biographische Hintergründe der beiden Staatsmänner

2.1. Biographische Eckpunkte John Majors

John Major wurde am 29. März 1943 in Merton geboren und wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Während seine Eltern nie besonders großes Interesse am politischen Prozess zeigten, interessierte sich der junge Major schon früh für das Weltgeschehen. „Man hätte annehmen müssen, dass sich ein armer Junge aus einem Londoner Arbeiterviertel aus Protest gegen seinen augenblicklichen Status instinktiv der Labour Party, der Partei der kleinen Leute, zuwendet, doch derartige Klischeevorstellungen trafen auf John Major nicht zu.“ (Anderson, 1992, S. 36). Die im Londoner Stadtrat regierende Labour Party war für Major die Partei des Status quo- und dieser konnte und wollte ihm nicht gefallen. Somit engagierte er sich schon als Jugendlicher für die Konservative und Unionistische Partei Großbritanniens. Bereits mit 16 ging er von der renommierten Rutlish Grammar School ab und war daraufhin- anfänglich unterbrochen von fast einem Jahr Arbeitslosigkeit- zwei Jahrzehnte in der Bankbranche tätig.

1979 saß Major erstmals für die Konservativen für den Wahlbezirk Huntington im Unterhaus. Über Jahre hinweg bekleidete Major, im Laufe der Zeit immer höhere, Ämter, in denen er sich sowohl in der eigenen Partei als auch beim politischen Gegner durch seine zuverlässige und erfolgreiche Arbeit Respekt und eine gute Reputation erarbeitete. Fast reibungslos erreichte er die höchsten politischen Führungsebenen und wurde somit auch bei der Premierministerin Margaret Thatcher bekannt und anerkannt. Unter der Protektion Thatchers stieg Major rasch zum Staatsminister für Gesundheit und soziale Sicherheit (1986), zum Außenminister (1989) und zum Schatzkanzler (1989/90) auf. Im November 1990 löste John Major Thatcher als Premierminister und Parteichef ab. „John Major wurde der jüngste Premierminister des zwanzigsten Jahrhunderts; keiner seiner Vorgänger, die aus dem Unterhaus kamen, hatte bei seiner Ernennung erst eine so kurze Zeit als Abgeordneter gearbeitet.“ (Anderson, 1992, 314).

In den ersten Jahren hatte Major nicht nur mit dem politischen Gegner zu tun, sondern auch mit dem Erbe von Margaret Thatcher, die einen starken Flügel ihrer Anhänger, die „Thatcheristen“, hinterlassen hatte. Außenpolitisch sah er sich einer völlig neuen internationalen Situation gegenüber: Der Kalte Krieg war vorüber und die europäische Einigung schritt voran.

2.2. Biographische Eckpunkte Bill Clintons

Bill Clinton (eigentlich William Jefferson Clinton) wurde am 19. August 1946 in Hope, Arkansas als William Jefferson Blythe IV. geboren. Sein Vater starb bei einem Unfall, seine Mutter heiratete später den Autohändler Roger Clinton, dessen Name der Stiefsohn mit 15 Jahren offiziell annahm. Die Familie zählte zum amerikanischen Mittelstand; beide Elternteile waren berufstätig. Die Ehe der Eltern und das Familienleben wurden durch das Alkoholproblem des Stiefvaters belastet. „Bill Clinton war jedoch ein ebenso ehrgeiziger wie erfolgreicher Schüler und gehörte während seiner gesamten Schulzeit stets zu den Klassenbesten; daneben engagiert er sich als Schülersprecher und als Leiter der High School Band [...]“ (Felken, 2002, 413).

[...]

Details

Seiten
20
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638221672
ISBN (Buch)
9783638884600
Dateigröße
556 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v17648
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg – Internationale Politik
Note
2,0
Schlagworte
Dimension Beziehungen Beispiel John Major Bill Clinton

Autor

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Titel: Die 'personelle Dimension' in den transatlantischen Beziehungen am Beispiel  John Major - Bill Clinton