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Jean-Jacques Rousseau Leben und Wirken eines Denkers im Spiegel des Gesellschaftsvertrags und Émile

Seminararbeit 2003 29 Seiten

Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABSTRACT

1 Geschichtlicher Hintergrund
1.1 Das Jahrhundert der Aufklärung
1.2 Die Situation in Frankreich
1.3 Bedeutende Staatstheoretiker der Aufklärung

2 Jean-Jacques Rousseau – Bürger von Genf
2.1 Jugend am Genfersee
2.2 Madame de Warens – Jahre der Wanderschaft
2.3 Paris – Im Kreis der Aufklärer
2.4 Erste Erfolge als Schriftsteller
2.5 Verfolgung und Flucht nach England
2.6 Lebensabend in Frankreich

3 Politische Denker der Neuzeit vor Rousseau
3.1 Thomas Hobbes
3.2 John Locke

4 Der Gesellschaftsvertrag
4.1 Aufbau
4.2 Das Staatsphilosophische Denken Rousseaus
4.3 Der Mensch und die Natur
4.4 Vertragsgedanke und Souveränität
4.5 Der Gemeinwille (volonté générale)
4.6 Kritik am Gesellschaftsvertrag
4.7 Folgen von Rousseaus Staatsphilosophie

5 Émile oder über die Erziehung
5.1 Aufbau
5.2 Bildungspolitik des 18. Jahrhunderts
5.3 Das Prinzip der negativen Erziehung
5.4 Erziehung während der Adoleszenz
5.5 Erziehung von Mädchen
5.6 Kritik am Werk und Folgen für die Pädagogik

QUELLENVERZEICHNIS

EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG

ABSTRACT

Jean-Jacques Rousseau gehörte zu den bedeutendsten politischen Denkern der Aufklärung. Mit dem Werk „Du contract social ou du principes du droit politique“ entwickelte Rousseau eine auf der Vertragstheorie basierende Staatsphilosophie, welche für die Französische Revolution, die Demokratie, wie auch für das Denken anderer Philosophen von grosser Bedeutung war. Rousseau war keineswegs nur ein Staatstheoretiker. Grossen Einfluss auf die Pädagogik hatte der Erziehungsroman „Émile ou de l’éducation“. Darin forderte Rousseau die Anlagen und Fähigkeiten in den verschiedenen Altersphasen der Kindheit zu wecken und entwickeln zu lassen.

Jean-Jacques Rousseau was one of the most important political philosophers of the Enlightenment. With the work “Du contract social ou du principes du droit politique“ he developed a state philosophy which is based on the contract theory. The work was of great importance for the French Revolution, the democracy and the thinking of other philosophers. Rousseau was not only a state theoretician. The educating novel „Émile ou l’éducation” had large influence on the education. There in Rousseau demanded to wake and develope the talents and abilities in the different age phases of childhood.

1 Geschichtlicher Hintergrund

1.1 Das Jahrhundert der Aufklärung

Im 18. Jahrhundert breitete sich in Europa eine rationalistische Denkweise auf alle Lebensgebiete aus.[1] Traditionelle Werte und Normen wurden in Frage gestellt. Mittels Verstand sollten Vorurteile und Unwissenheit beseitigt werden. Alle bisherigen Ansichten über Kirche, Staat und Gesellschaft wurden kritisch hinterfragt. Die Aufklärer forderten erstens die Freiheit des Individuums, zweitens die Gleichheit aller. Rousseau glaubte diese Werte durch uneingeschränkte Gewalt des Volkes zu erhalten.[2]

1.2 Die Situation in Frankreich

Unter der Herrschaft von Ludwig XV. war Frankreich erneut hoch verschuldet. Eine Steuerreform war dringend nötig um die leeren Staatskassen zu füllen. Die Einkünfte aller Stände, auch die bisher von der Steuer befreiten Klerus und Adel, sollten besteuert werden.[3]

Solche Reformen stiessen jedoch im mehrheitlich aus Adelsleuten bestehenden Parlament auf heftigen Widerstand und waren somit nicht durchführbar.[4]

Die Kritik an der absolutistischen Herrschaft des Königs und an der Unterdrückung des Bürgertums wurde immer grösser. Führende Vertreter der politischen Aufklärung, darunter auch Jean-Jacques Rousseau verlangten nach neuen politischen Strukturen und Systemen.

1.3 Bedeutende Staatstheoretiker der Aufklärung

Unter den zahlreichen politischen Denkern der Aufklärung waren neben Rousseau die Franzosen Montesquieu (1689-1755) und Voltaire (1694-1778) von zentraler Bedeutung. Jeder hatte unterschiedliche Vorstellungen wie die Ziele der Aufklärung zu erreichen sind.

Montesquieu war der Ansicht, dass die Freiheit der Bürger nur durch Teilung der Staatsgewalt in Legislative, Exekutive und Judikative erreicht werden könne.[5] Die Aufteilung der staatspolitischen Aufgaben auf verschiedene Personen waren für ihn Voraussetzung für Freiheit und Gleichheit in der Politik. Voltaire hingegen war für geistige Freiheit und lehnte jegliche Art von Aberglaube und Tyrannei ab. Im Gegensatz zu Rousseau sah er die Macht nicht beim Volk, sondern bei einem Monarchen der Unabhängig von Kirche und Aristokratie regieren würde.[6]

2 Jean-Jacques Rousseau – Bürger von Genf

2.1 Jugend am Genfersee

Jean-Jacques Rousseau wurde am 28. Juni 1712 als jüngstes Kind des Uhrmachers Isaac Rousseau und seiner Frau Suzanne in Genf geboren. Wenige Tag nach seiner Geburt starb die Mutter. Rousseau bemerkte zu einem späteren Zeitpunkt: „Nach 10 Monaten wurde ich krank und schwächlich geboren, kostete meine Mutter das Leben und meine Geburt war mein erstes Unglück“.[7] Von nun an war der Vater wichtigste Bezugsperson im Leben des kleinen Jean-Jacques. Schon im zarten Alter von 5 Jahren begann er zu lesen. Rousseau selbst lernte durch das Lesen antiker Literatur in Jungen Jahren den Wert von Freiheit und Gerechtigkeit zu schätzen. Fraglich blieb, ob diese Erfahrungen entscheidend für sein politisches Bewusstsein gewesen sind.[8]

Im Jahre 1722 verlies Isaac Rousseau aufgrund eines Streites Genf und unterstellte seinen Sohn der Obhut des Bruders seiner verstorbenen Frau, Gabriel Bernard. Bernard erkannte früh, dass die Zeit für eine systematische Erziehung gekommen war.[9]

Kurz darauf schickte er Jean-Jacques und seinen eigenen Sohn Abraham zu Pastor Lambercier nach Bossey, südlich von Genf. Aufgrund der strengen Erziehung des Geistlichen und zahlreichen erfahrenen Ungerechtigkeiten, verlebte Rousseau eine unglückliche Kindheit, welche 1728 mit dem Verlassen von Genf endete.

2.2 Madame de Warens – Jahre der Wanderschaft

Eine der wichtigsten Begegnungen im Leben von Jean-Jacques Rousseau, war jene mit Madam de Warens in Annecy. Sie war für ihn einerseits Mutter, anderseits Geliebte. Zu diesem Zeitpunkt ahnte Rousseau aber noch nicht, dass er in der adeligen Dame für viele Jahre einen Bezugspunkt für sein Denken und Fühlen finden würde.[10]

Durch den Einfluss von Madame de Warens konvertierte er in Turin zum Katholizismus. Nach seiner Rückkehr im Sommer 1729 nach Annecy versuchte ihm Madame de Warens ohne Erfolg eine berufliche Tätigkeit zu verschaffen. Einzig für die Musik konnte sich der mittlerweile 17 Jährige Jean-Jacques begeistern und von dieser kam er zeitlebens nicht mehr los.[11] Die folgenden zwei Jahre waren geprägt von Wanderungen durch Frankreich und die Schweiz. Nach einer erneuten Rückkehr zu Madame de Warens widmete sich Rousseau einem intensiven autodidaktischen Studium. Er las Schriften von Locke, Leibniz, Descartes und Voltaire, die das geistige Fundament für seine späteren Werke bildeten.[12]

[...]


[1] Vgl. (Schib et al. 1998), S. 296

[2] Vgl. (Goerlitz et al. 1995), S. 5

[3] Vgl. (Goerlitz et al. 1995), S. 24

[4] Vgl. (Schib et al. 1998), S. 305

[5] Vgl. (Goerlitz et al. 1995), S. 5

[6] Vgl. (Schulin 1989), S. 169

[7] (Rousseau 1971), S.39

[8] Vgl. (Gaul 2001), S. 14

[9] Vgl. (Gaul 2001), S. 17

[10] Vgl. (Gaul 2001), S. 21

[11] Vgl. (Holmsten 2000), S. 33-34

[12] Vgl. (Holmsten 2000), S. 39-40

Details

Seiten
29
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638221566
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v17628
Institution / Hochschule
Hochschule Liechtenstein – Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Note
gut-sehr gut
Schlagworte
Jean-Jacques Rousseau Leben Wirken Denkers Spiegel Gesellschaftsvertrags Denken Handeln Sein

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Titel: Jean-Jacques Rousseau Leben und Wirken eines Denkers im Spiegel des Gesellschaftsvertrags und Émile