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Kuppeln von Eisenbahnfahrzeugen (Unterweisung Eisenbahner / -in)

Unterweisung / Unterweisungsentwurf 2011 4 Seiten

AdA Verkehrsberufe / Flugverkehr / Logistik

Leseprobe

Eidesstattliche Erklärung

Ich erkläre, dass ich sowohl das nachfolgende Konzept zu meiner praktischen Unterweisung als auch alle weiteren schriftlichen Aushändigungen selbstständig erstellt habe. Die eingesetzte PowerPoint Präsentation, das Bild auf dem Deckblatt und das Logo „SEiFEE“ sind ebenfalls selbst und frei erstellt. Dieses Konzept umfasst 4 Seiten.

Hinte, I2. Januar 20II

(Ort, Datum) (Unterschrift)

Themenwahl & Bezug zur Ausbildungsordnung

Die Ausbildungsordnung für die Berufsausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst/zur Eisenbahnerin im Betriebsdienst vom 15. Juli 2004 (als Anlage beigefügt) beinhaltet unter § 4 Abs. I „Ausbildungsberufsbild“ zu vermittelnde Fertigkeiten und Kenntnisse, die von allgemeiner Art und mit eisenbahnspezifischem Bezug sind. Für meine Unterweisung habe ich aus dem Ausbildungsberufsbild den Punkt 9 „Rangieren“ als Grundlage herausgezogen. Im zugehörigen Ausbildungsrahmenplan ist unter dem Punkt 9 c das Thema meiner Unterweisung „Kuppeln von Eisenbahnfahrzeugen“ festgeschrieben.

Neben der Beherrschung hoher Sicherheitsstandards in Bezug auf den persönlichen Arbeitsschutz ist die korrekte Vorgehensweise bei betrieblichen Abläufen ebenfalls von sehr hoher Bedeutung. Die Erbringung von Verkehrsleistungen auf einem hohen Sicherheitsniveau ist das Ziel eines l’eden Eisenbahnverkehrsunternehmens (EVU).

Ziel dieser Unterweisung ist es, die korrekte Reihenfolge eines Kuppelvorganges zweier Eisenbahnfahrzeuge (Triebfahrzeug und Reisezugwaggon) gemäß der GUV — I 8602 „Führen von Triebfahrzeugen“ (als Anlage beigefügt) theoretisch zu erlernen.

Das praktische Umsetzen des Erlernten erfolgt im praktischen Anschlussseminar am folgenden Tag.

Adressatenanalyse

Der Auszubildende, Max Mustermann, ist 23 Jahre alt und hat die Realschule im Alter von I6 Jahren mit dem Erwerb der mittleren Reife abgeschlossen. Im Anschluss an die Schule hat er eine Ausbildung zum Industriemechaniker bei der Deutschen Bahn AG erfolgreich absolviert. Im Laufe dieser Berufsausbildung hat Max an zusätzlich angebotenem Englischunterricht in der Berufsschule teilgenommen und hierdurch den erweiterten Sekundarabschluss I erworben. Max wurde von seinem Ausbildungsbetrieb nahtlos in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis aufgrund seiner kontinuierlich überdurchschnittlichen Leistungen während der Ausbildung übernommen. Max heiratete und hat inzwischen 2 Kinder. In seiner Freizeit engagiert sich Max als Trainer im Jugendfußball und als aktives Mitglied bei einer Museumsbahn in Ostfriesland. Hierbei hat sich Max einen lang gehegten Traum erfüllt und sich auf der bei der Museumsbahn eingesetzten Kleinlokomotive ausbilden und prüfen lassen. Inzwischen hat Max die Chance ergriffen und eine weitere Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst Fachrichtung Lokführer und Transport begonnen, er ist derzeit zusammen mit 5 weiteren jungen Menschen im ersten Lehrjahr dieser 3 Jahre dauernden Ausbildung. Aufgrund seiner persönlichen Reife und seiner fundierten Vorkenntnisse sowohl im technischen, als auch im eisenbahnbetrieblichen Bereich gilt bereits jetzt eine Verkürzung der Ausbildungszeit als sicher. In der Berufsschule gibt es lediglich leichte Schwächen in den Fächern Deutsch und Religion.

Im Bereich des Rangierens bestehen Vorkenntnisse, das manuelle Kuppeln von Eisenbahnfahrzeugen hat Max aber noch nicht durchgeführt. Bisher hat er mit automatischen Kupplungen gearbeitet.

Lernort

Für verschiedene Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU), die im nordwestlichen Niedersachsen tätig sind, bietet die „Schulungseinrichtung für Eisenbahnberufe Emden (SEiFEE)“ zertifizierte Dienstleistungen im Rahmen der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Form von Unterweisungen und Seminaren in eigenen Räumlichkeiten an. Zum Teil finden diese Schulungen je nach Teilnehmerumfang auch direkt in den Unternehmen statt.

„SEiFEE“ bietet einen hohen Standard an qualifiziertem Personal und umfangreich ausgestattete Schulungsräume. Diese entsprechen den Anforderungen einer angenehmen Lernumgebung.

Zeitpunkt und Dauer der Unterweisung

Die Unterweisung „Kuppeln von Eisenbahnfahrzeugen nach GUV — I 8602“ dauert etwa I5 Minuten und beginnt um 08:00 Uhr, eine Pause ist hierbei nicht vorgesehen.

Lemziele

- Richtlernziel

Das Richtlernziel ist in der Ausbildungsordnung unter §4 Abs.I Punkt 9 des Ausbildungsberufsbildes mit „Rangieren“ angegeben.

- Groblernziel

Im Ausbildungsrahmenplan ist hierzu unter der laufenden Nummer 9 Punkt c das „Kuppeln und Entkuppeln von Triebfahrzeugen und Wagen“ zu entnehmen.

- Feinlernziel

Die Auszubildenden, hier Max, sollen die korrekte Vorgehensweise beim Kuppeln und Entkuppeln von Triebfahrzeugen und Wagen gemäß der GUV I 8602 sicher beherrschen und eigenverantwortlich umsetzen können. Der Vorgang soll in dem vom jeweiligen Eisenbahnverkehrsunternehmen festgesetzten Zeitwert von beispielsweise 3 Minuten durchgeführt werden.

Folgende Lernbereiche werden zur Erreichung des Lernzieles intensiv geschult.

- Kognitiver Bereich

Max lernt zu verstehen, warum es eine einzuhaltende „Kuppelreihenfolge“ gemäß der GUV — I 8602 gibt. Max wird erfahren, auf welche Störungsanzeichen zu achten sind und wie diese behoben werden können. Ist die Instandsetzung vor Ort nicht möglich, muss Max den Schaden nach dem jeweiligen Meldeverfahren (z. B. mit dem elektronischen Zugbericht, EZB) vormelden.

Er festigt sein Wissen dahingehend, welche Vorbedingungen beim Betreten gefährlicher Bereiche wie Gleise und Fahrzeuge, auch Zwischenräume, erfüllt sein müssen.

Die Unfallverhütungsvorschriften (UVV) erfüllen hier eine zentrale Rolle!

- Psychomotorischer Bereich

Max bekommt ein Gefühl dafür, welche Kraft und welche Bewegungsabläufe er beim Verbinden zweier Druckluftbremsschläuche aufbringen muss. Er spürt, dass sich die Luftabsperrhähne, trotz idealer Bedingungen während dieser Unterweisung, nicht leichtläufig öffnen und schließen lassen.

Das Einhängen der mehrere Kilo schweren Kuppelkette in den Haken wird in der praktischen Folgeunterweisung direkt am Fahrzeug erlernt und geübt!

- Affektiver Bereich

Die konsequente Umsetzung und das Bewusstsein von Sicherheitsaspekten (UVV) durch das Tragen der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) beispielsweise ist Gegenstand dieser Unterweisung. Nicht nur die korrekte Reihenfolge des Kuppelns, sondern der pflegliche Umgang mit den anvertrauten Arbeitsmitteln ist ein wichtiger Bestandteil dieser Unterweisung. Der disziplinierte Umgang mit Kollegen, Kommunikation zwischen dem Rangierer und dem Triebfahrzeugführer beim Kuppeln, wird geschult.

Erfolgssicherung

Max erreicht sein Lernziel, wenn er die Unterweisungsinhalte sicher beherrscht und eigenverantwortlich umsetzen kann. Als Leistungsnachweis wird eine kurze Lernerfolgskontrolle (LEK) durchgeführt, außerdem soll Max den Kuppelvorgang in seiner geschulten Reihenfolge mittels Ziffernkärtchen korrekt zuordnen und Hochspannungsbereiche mittels Symbolen markieren können.

Ausbildungsmethode

Auf einem Flipchart ist der geplante Tagesablauf in der beabsichtigten Abfolge ersichtlich.

Ich habe mich für meine Unterweisung für zwei ineinander greifende Methoden entschieden, den Vortrag und die 4 — Stufen — Methode.

Der Vortrag wird auf eine PowerPoint Präsentation gestützt und dient der größtenteils theoretischen Wissensvermittlung (kognitive Lernziele), an die dann mit Hilfe der 4 — Stufen — Methode (kognitive, psychomotorische & affektive Lernziele) angeknüpft wird.

1. Stufe: Vorbereitung

- Max wird von mir begrüßt
- Ich nenne das Thema der Unterweisung „Kuppeln von Eisenbahnfahrzeugen“
- Der geplante Tagesablauf (lt. Flipchart) mit der vorgesehenen Dauer von I5 Minuten wird dargelegt
- Ich erfrage seine Vorkenntnisse zum Unterweisungsthema

2. Stufe: vormachen und erklären

- Wir behandeln das Thema „persönliche Schutzausrüstung“, bevor es an das Kuppeln geht
- Ich zeige und erkläre Max det]ailliert die Vorgehensweise beim Kuppeln in der richtigen Reihenfolge nach GUV — I 8602
- Die Einzelschritte werden langsam vorgezeigt, um die Gedanken von Max aufmerksam dem zu Erlernenden folgen zu lassen
- Es ist äußerst wichtig, dass der Auszubildende jederzeit einen guten Blick auf das Geschehen hat

3. Stufe: nachmachen und erklären lassen

- Ich frage meinen Auszubildenden zum Verständnis nach Einzelheiten beim Kuppeln (z. B. nach den Vorbedingungen am Triebfahrzeug; Stromabnehmer gesenkt?)
- Nun führt er alle 5 Kuppelschritte eigenständig aus und erklärt jeweils, was er wie und warum macht
- Ich beobachte ihn bei seinem Tun und greife helfend bei Fehlern ein, um das Festigen von Fehlern zu vermeiden

4. Stufe: selbstständig üben lassen/ die Unterweisung beenden

- Nun besteht die Möglichkeit, die Schrittfolge und Handhabung eigenständig zu üben
- Ich stehe bei Fragen zur Verfügung, kann Hilfe geben
- Ich lobe Lernfortschritte und übe konstruktive Kritik
- Bei Bedarf vereinbaren wir bei Nichterreichung des Lernzieles gemeinsam das weitere Vorgehen (hierbei unbedingt motivieren)

Begründung der Methodenwahl

Die 4 — Stufen — Methode eignet sich gut bei der Vermittlung von einfachen, nicht zu umfangreichen Ausbildungsinhalten. Vorkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich. Zur Vermittlung der für das Unterweisungsthema notwendigen Informationen habe ich eine Präsentation in Vortragsform gesetzt. Insgesamt werden alle Lernbereiche nachhaltig und effizient angesprochen. Ein reiner Vortrag hätte den Nachteil der fehlen Lernerfolgskontrolle, der Ermüdungsgefahr und der Passivität von Max. Lediglich der kognitive Lernbereich würde hierbei dominierend geschult, wobei die hohe Gefahr des Vergessens besteht.

Die Kombination der Methoden fördert das Hören, Sehen und Fühlen und somit die Grundlage für ganzheitliches Lernen mit Kopf, Hand und Herz.

Arbeitsmittel

Laptop, Beamer, Schreibzeug, Gestelle mit je einem Bremsschlauch und Absperrhahn,

Plakate (z. B. von der Eisenbahn-Unfall-Kasse),

Teilnehmerunterlage, Bescheinigung, Einladung, Visitenkarte, GUV — I 8602, PSA

[...]

Details

Seiten
4
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640980147
Dateigröße
384 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v176074
Institution / Hochschule
Studiengemeinschaft Darmstadt
Note
1
Schlagworte
Lokführer AEVO EIB L/T AdA SGD Eisenbahn Deutsche Bahn AG

Autor

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