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Unihockey in der Schule

Ein Unterrichtskonzept

Unterrichtsentwurf 2011 9 Seiten

Didaktik - Sport, Sportpädagogik

Leseprobe

Unihockey

Einführung:

Unihockey ist eine Mannschaftssportart, die wie viele andere wesentlich etabliertere Sportarten wie beispielsweise Fußball spezielle Regeln, Techniken, Taktiken, eine besondere Ausrüstung sowie auch verschiedene Spielvarianten beinhaltet. Diese fünf Punkte, didaktische Ansätze zur Bewältigung der speziellen Bewegungsaufgaben, die sich innerhalb des Unihockeys ergeben und die Reflexion werden im folgenden Verlauf dieses Textes beschrieben.

Drei unterschiedliche Spielformen des Unihockeys:

In den deutschen Schulen wird eher die Mixedvariante gespielt (in unserem Kurs hatte nur eine Person bereits Unihockey in der Schule). Anders ist dies in den skandinavischen Ländern, bei denen die Kinder schon während ihrer Anfängerphase mit der Großfeldvariante vertraut gemacht werden. Allerdings ist Unihockey in diesen Ländern auch keine Randsportart mehr und viele Kinder bleiben nicht in der Anfängerphase stehen. Allerdings ist auch die spezielle Ausrüstung für den Tormann, welche für die Groß- und Kleinfeldvariante benötigt werden, in keiner uns bekannten Schule vorhanden.

Die Mixedvariante:

Das Wort selbst beschreibt schon die größte Besonderheit dieser Variante des Unihockeys: Frauen und Männer spielen zusammen.

Gespielt wird hier in dem Kleinfeld (28m x 16m) 4:4 ohne festen Torhüter (letzter Mann hält) auf die kleinsten Tore der Welt (90cm x 60cm). Es müssen immer 2 Frauen und 2 Männer eines jeden Teams auf dem Feld stehen.

Diese Variante wird in Deutschland bevorzugt, nicht nur weil sie einen einfachen Einstieg in den Hockeysport ermöglicht, sondern auch weil hier Jungen und Mädchen „lernen miteinander zu trainieren, Rücksicht zu nehmen, sich gegenseitig zu unterstützen und zu akzeptieren...“

DieKleinfeldvariante :

In dieser Variante wird auf dem 28m x 16m (ungefähre Basketballspielfeldgröße) „kleinem“ Feld gespielt. Wie auch bei der Mixedvariante stehen hier jeweils vier Spieler auf jeder Seite, allerdings ist einer von ihnen ein fester Torhüter, was heißt, dass nur 3 Feldspieler einer Mannschaft den gleichen Raum zum kombinieren und spielen haben, wie vier bei der zuvor beschriebenen Spielvariante. Dies führt zu einem schnelleren, technisch und taktisch somit anspruchsvolleren und interessanteren Spiel.

Durch die Besonderheit einen festen Torhüter im Spiel zu haben müssen automatisch auch andere Parameter, wie Größe des Tores (115cm x 160cm) und des Torraumes abgeändert werden (sie werden größer).

Groß feldvariante:

Wie bei dem Spiel im Kleinfeld ist auch hier der Torhüter fester Mannschaftsbestandteil. Neben ihm stehen in jeder Mannschaft 5 Feldspieler, die auf dem 40m x 20m (Handballspielfeld) großem Feld agieren. Torraumgröße und die Größe der Tore entsprechen denen der Kleinfeldvariante.

Die große Stärke des Unihockeys aber ist, dass man je nach Belieben und den räumlichen Gegebenheiten Spielfeldgröße und Spieleranzahl so variieren kann, dass immer ein schnelles und interessantes Spiel entsteht. Insbesondere ist dies wichtig für den Sportunterricht, da nicht alle Schulen eine Halle haben (vor allem bezogen auf das Großfeld), die es ermöglichen alle Varianten durchzuspielen.

Spielregeln:

Regeln im Sportunterricht haben immer oberste Priorität um die Sicherheit der Schüler zu gewährleisten und um die Rahmenbedingungen für einen vernünftigen Spielablauf zu schaffen. Allerdings muss man in der Schule immer aufpassen, dass man den Schülern nicht zu viel Informationsaufnahme zumutet, da sonst Verwirrung, Unverständnis und auch Frust bei den Schülern auftreten können. Es gibt über jede Sportart dicke „Wälzer“, in denen das Regelwerk ausführlich erklärt wird, was für Schiedsrichter von Bedeutung ist, aber nicht für Lehrer, die die Schüler in eine völlig neue Sportart einführen.

Das Schöne beim Unihockey ist, dass mit 8 einfachen Grundregeln gute Rahmenbedingungen für ein schnelles und anspruchsvolles Spiel für Neulinge geschaffen werden. Diese 8 Grundregeln lassen sich aus der Sicht des Schülers in 5

„Ich-darf-nicht-Elemente“ und 3 „Ich-darf-Elemente“ unterteilen.

1.1. Es ist mir nicht erlaubt, die Stockschaufel über Hüfthöhe zu führen.

1.2. Es ist mir nicht erlaubt, den Ball über Kniehöhe zu spielen.

1.3. Es ist mir nicht erlaubt, auf den Stock des Gegners zu schlagen.

1.4. Es ist mir nicht erlaubt, die Torräume zu betreten.

1.5. Es ist ein absolut körperloses Spiel.

2.1. Ich darf den Ball mit beiden Schlägerseiten spielen (anders als beispielsweise beim Feldhockey).

2.2. Ich darf den Ball bis auf Hände und Kopf mit dem gesamten Körper stoppen/einmalig vorlegen.

2.3. Ich darf jederzeit auswechseln.

Weitere Regeln sind beispielsweise, wenn der Ball außerhalb des Spielfeldes landet, dass mit einem Einschlag das Spiel fortgesetzt wird. Solche Regeln sollten nicht vorher, sondern während des Spielverlaufs erklärt werden. Praktisch kennen gelernte Regeln setzen sich bei den Kindern wesentlich besser fest, als eine rein theoretische Erläuterung.

Wenn die Regeln allmählich geklärt worden sind, sollte man als Sportlehrer dennoch stets darauf achten, dass man nicht „kleinlich“ pfeift, denn das kann den Schülern den Spaß am Spiel nehmen.

Hier noch einmal eine Auflistung, der unserer Meinung nach wichtigsten Regeln neben den oben schon zuvor genannten:

- Der Ball darf nur mit dem Körper angenommen (siehe 2.2), aber nicht gespielt (Pass oder Schuss) werden.
- Beim Ballführen oder Annehmen muss immer mindestens ein Fuß den Boden berühren (also kein Springen erlaubt).
- Bei einer Regelwidrigkeit wird abhängig vom jeweiligen Sachverhalt das Spiel unterbrochen und mit einer Standartsituation (Bully, Freischlag, Einschlag oder Strafstoß) das Spiel wieder aufgenommen.

[...]

Details

Seiten
9
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640980116
ISBN (Buch)
9783640980628
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v175944
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,7
Schlagworte
unihockey schule unterrichtskonzept

Autor

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Titel: Unihockey in der Schule