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Unterrichtseinheit: Wagnisse auf Inlineskates

Unterrichtsentwurf 2008 5 Seiten

Didaktik - Sport, Sportpädagogik

Leseprobe

Wagnisse auf Inlineskates

Um die gesamte Gruppe in 45 Minuten in die Thematik der „Wagnisse auf Inlineskates“ einzuführen, haben wir uns vorher zusammengesetzt und darüber nachgedacht, wie dies möglich sei. Da sich die Gruppe lediglich ein paar Stunden mit den Inlinern zuvor beschäftigt hatte und die Möglichkeit bestand, dass einige aus dem Kurs lange Zeit nicht mehr bzw. noch nie auf Inlinern standen, haben wir uns für ein langsames „Herantasten“ an die Thematik entschieden.

Ursprünglich war zur Aufwärmung geplant, dass die Studenten und Studentinnen ein paar Runden durch die Halle fahren und im Anschluss ein kleines Spiel gespielt wird. Das Spiel sollte dementsprechend aussehen:

In der Mitte der Halle sollten mehrere dicke Matten aneinandergelegt als „Feld“ fungieren. Während nun Musik in der Halle ertönte, sollten die Studenten und Studentinnen im Uhrzeigersinn um die Matte fahren. Würde die Musik von einem von uns ausgestellt werden, sollten sich die StudentInnen auf dieses Mattenfeld fallen lassen. Das Spiel ist sinnlich gesehen mit dem Spiel „Reise nach Jerusalem“ verwandt. Wir als Beobachter hätten dabei die Aufgabe gehabt, zu beobachten, wer sich zuletzt auf die Matte hat fallen lassen. Wäre dies deutlich zu erkennen gewesen, wäre dieser ausgeschieden. Der Unterschied zu dem Spiel „Reise nach Jerusalem“ bestände darin, dass keine Matte weggenommen werden würde wie es bei den Stühlen der Fall ist. Es geht nicht darum, einen Platz auf der Matte zu finden um sich fallen zu lassen (der Platz ist vorhanden!), sondern darum, wer sich als letztes hat fallen lassen. Die Richtung in der gefahren wird, hätte variiert werden können, damit die Gruppe das Kurvenfahren in beide Richtungen geübt hätte.

Dieses Spiel haben wir jedoch im Endeffekt nicht gespielt, da vor unserer Unterrichtseinheit bereits so etwas Ähnliches behandelt wurde (Musik an- Musik aus; Fahren im Kreis etc.).

Im Anschluss planten wir einen Parcours, der auch durchgeführt wurde. Auch diesen haben wir etwas gekürzt, da einige geplante Stationen sich sonst mit vorigen Aufgaben wiederholt hätten: Unser ursprünglicher Plan waren folgende Stationen im Kurzfassung:

- Hütchen (Slalom)
- Seile (Sprünge)
- Gerade Strecke (einbeinige Fahrt?!)
- Rampe
- Engpass
- Breite Bahn (breitbeiniges Fahren)
- Bank zum drunter Durchfahren

Wir haben die Station mit der Slalomfahrt und die gerade Strecke, auf der mit einem Bein gefahren werden sollte, außen vor gelassen, da bereits eine Slalomfahrt zuvor gemacht wurde bzw. die einbeinige Strecke von uns spontan als zu schwer eingeschätzt wurde.

Dafür kamen jedoch die Stationen mit der Wippe und die der eingehakten Bänke in die Sprossenwand hinzu.

Mit diesem Parcours sollte eine Vielzahl an Möglichkeit geboten werden, den Teilnehmern zu ermöglichen sich an verschiedene Hindernisse heranzuwagen. Die Schwierigkeit der einzelnen Stationen war deutlich differenziert. Für Anfänger sollten dennoch einige Stationen dabei sein, die ihnen das Gewöhnen auf den Rollen erleichtern sollte.

Auch ein spontan geplantes Spiel von uns als Abschluss wurde aus Zeitgründen nicht gespielt: Wir hatten überlegt, dass ein Slalom „blind geführt“ abgefahren werden müsse. Dabei hätte der „Blinde“, der die Augen verschlossen halten würde, einen Holzstab bzw. Reifen in der Hand, mit dem er sich von einem anderen Teilnehmer hätte ziehen lassen müssen. Das Wagnis sollte dabei hauptsächlich den Vertrauensaspekt näher bringen.

Der Parcours nahm jedoch mehr Zeit in Anspruch als erwartet. Er sah folgendermaßen aus:

Station 1:

Geräte:

zwei hohe Kästen, eine Bank

Aufgabe:

Die Studenten sollten unter der Bank hindurch fahren. Es bestand die Möglichkeit die Höhe der Bank durch das Herausnehmen von Kastenteilen zu variieren.

Station 2:

Geräte:

2 kleine Kästen

Aufgabe:

Bei dieser Übung sollte man versuchen breitbeinig über die Kästen zu fahren. Auch hier sollte die Länge verändert werden.

Station 3:

Geräte:

2 kleine Kästen

Aufgabe:

Die Teilnehmer sollten zwischen den beiden Kästen durchfahren. Wir stellten zwei Kästen eng aneinander, damit man gezwungen wurde, den einen Fuß vor den anderen zu setzen, um den Engpass passieren zu können. Auch hier war eine Variation erwünscht.

Station 4:

Geräte:

Rampe

Aufgabe:

Hier ging es darum, allen Mut zusammenzufassen und das Wagnis einzugehen die Rampe zu bewältigen.

Station 5:

Geräte:

Holzbrett, Holzrolle

Aufgabe:

Es sollte über die Wippe gefahren werden. Mindestens einer von uns war immer anwesend, um Hilfestellung zu leisten. Auch hier konnte man die Holzrolle etwas weiter nach vorne legen oder auch nach hinten, je nach Schwierigkeitsgrad, der gewünscht wurde.

Station 6:

Geräte:

Sprossenwand, 2 Bänke, Weichbodenmatte, mehrere Turnmatten

Aufgabe:

Die beiden Bänke wurden in die Sprossenwand eingehakt. Eine Weichbodenmatte lag vor den Bänken. Hier lautete die Aufgabe, auf die Bänke zu gelangen und anschließend auf Inline- Skates herunter zu fahren. Man landete man auf einer Weichbodenmatte. Es war aber auch möglich, dass man über eine Turnmatte weiterfuhr. Hier konnte man ebenfalls die Höhe der Bänke verändern.

Station 7:

Geräte:

Seile, Stangen

Aufgabe:

Man konnte die Seile und Stangen in beliebigem Abstand platzieren. Hier war die Aufgabe über das jeweilige Hindernis auf Rollen zu springen.

Unsere Kenntnisse mit Inlineskates und somit auch die Planung einer Unterrichtseinheit in diesem Thema waren zu diesem Zeitpunkt sehr gering, da dies einer unserer ersten Berührungen mit Inlinesskates im Unterricht war und wir auch kaum Erfahrung aus unserer Schulzeit mitgebracht haben. Dazu kam noch die relativ kurze Vorbereitungszeit hinzu um ein durchdachtes Konzept zu liefern. Für die Planung und die Unterrichtsdurchführung unserer Unterrichtseinheit wünschten wir uns einen reibungslosen Ablauf, ein positives Feedback unserer Kommilitonen und unserer Dozentin. Unsere Unterrichtseinheit des Themas Wagnisse wurde im Anschluss nach der Einführung mit Inlineskates durchgeführt. Die Ungewissheit, wie lange die Einführung dauern würde und was diese beinhaltete, beunruhigte uns. Im Falle einer Überschneidung der Inhalte müssten wir improvisieren, Elemente unserer Einheit weglassen oder verändern. Doch mit dieser Spontaneität war zu rechnen.

Nach der Durchführung des Parcours haben wir einige Mängel feststellen können. Diese wurden erst in der Praxis klarer. Unseres Erachtens nach lief die Unterrichtsdurchführung nicht nach unseren Vorstellungen. Da die Einführung in das Inlineskaten uns einige Elemente vorwegnahm, konnten wir wie erwähnt kein Einführungsspiel mehr machen, was vorher von uns geplant war. Die Anfangsvorstellung der angezeichneten Stationen des Parcours an der Tafel gestaltete sich ebenfalls schwierig. Das Plenum hörte zwar aufmerksam zu, doch als Svenja den Parcours zu Fuß probeweise durchlief, schenkte ihr niemand Aufmerksamkeit. Das lag vermutlich auch daran, dass es schwierig ist, aus der Ferne Aufgabenstellungen zu verstehen und diese auch leicht wieder in Vergessenheit geraten könnten. Aus diesem Grund wirkte diese Situation überflüssig. Wir hätten mit der gesamten Gruppe jede einzelne Station angehen sollen, damit keine akustischen Missverständnisse oder sonstige Verständnis- oder Reihenfolgenfragen entstehen. Unserer Meinung nach war unsere Herangehensweise den Parcours mit dieser Vorstellung zu beginnen, eine gute Idee, jedoch war die Erklärung durch spontanes Umändern der Planung etwas durcheinander und somit ungenau in der Beschreibung der Durchführung. Das Plenum wurde unruhig und wollte beginnen, somit fiel uns das Einteilen der Gruppen für die Stationen schwer. In diesen Situationen bemerkten wir, dass wir nicht jeden einzelnen Punkt strukturiert durchdacht hatten. Die Gruppenzusammensetzung verlief daher relativ spontan. Der Ablauf funktionierte nicht an allen Stationen reibungslos. Einige Stationen, wie beispielsweise der Engpass und die Rampe, kamen bei dem Plenum nicht gut an. In der Gruppe herrschte eine große Heterogenität in der Beherrschung des Inlineskaten. Dementsprechend langweilten sich einige an den verschieden schweren Stationen. Auch die Einteilung der Zeit beim Wechseln der Stationen gestaltete sich schwierig. An einigen Stationen wären mehr als fünf Minuten Zeit sinnvoll gewesen, während an anderen Stationen auch weniger Minuten ausgereicht hätten. Leider wurden die etwas leichteren Stationen kaum verändert, da wir vermutlich zuvor darauf zu wenig aufmerksam gemacht haben und auch selbst nicht genug Initiative ergriffen haben die Stationen zu verändern. Viele Kommilitonen waren unzufrieden und setzten sich aus Langeweile an den Rand und warteten auf einen Stationswechsel. Besser wäre wohl ein freier Stationsbetrieb gewesen, was auch später in der gemeinsamen Reflexion der Stunde deutlich kritisiert wurde. So hätte jeder seinem Können entsprechend Wagnisse selbst austesten und in der Überwindung steigern können. Auch durch zusätzliche Materialien oder weitere Erweiterungen der Stationen wäre der Parcours ansprechender gewesen. Schade war auch, dass wir unser Abschlussspiel „Blindenhund“ aus Zeitgründen nicht mehr durchführen konnten.

Unsere Befürchtungen, dass die bemessene Zeit nicht ausreicht, haben sich dementsprechend bestätigt. Auch die Situation, improvisieren zu müssen blieb nicht aus. Trotzdem wurde das Thema der Stunde erfüllt, denn jeder hat Ängste überwunden und sich gewagt ein Hindernis zu bewältigen. Abschließend ist zu sagen, dass uns die Zusammenarbeit unter uns Kommilitoninnen gut gefallen hat und unsere Teamfähigkeit dadurch gestärkt wurde.

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Details

Seiten
5
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640980093
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v175940
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,0
Schlagworte
unterrichtseinheit wagnisse inlineskates

Autor

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Titel: Unterrichtseinheit: Wagnisse auf Inlineskates