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Neurodermitis und Asthma bronchiale

Der Umgang im (Sport)unterricht

Seminararbeit 2010 14 Seiten

Gesundheit - Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Neurodermitis
1.1.Definition
1.2.Epidemiologie
1.3.Krankheitsbild
1.4.Symptome
1.5.Diagnose
1.6.Ätiologie und Pathogenese
1.7.Prävention
1.8.Neurodermitis in der Schule
1.9.Therapiemaßnahmen

2 Asthma bronchiale
2.1.Definition
2.2.Epidemiologie
2.3.Krankheitsbild
2.4.Symptome
2.5.Diagnose
2.6.Ätiologie und Pathogenese
2.7.Präventionsmaßnahmen
2.8.Asthma bronchiale in der Schule
2.9.Asthma im Schulsport
2.10.Therapiemaßnahmen

3 Literaturverzeichnis

1 Neurodermitis

1.1. Definition

Neurodermitis ist ein atopisches Ekzem und eine meist chronisch ablaufende entzündliche Hauterkrankung. Atopie bedeutet, dass es sich hierbei um eine allergisch bedingte Dermatose (Hauterkrankung) handelt. Die Haut neigt dabei zur Ekzembildung und anlagenbedingter Überempfindlichkeit. Weitere geläufige Bezeichnungen für die Neurodermitis sind auch atopische Dermatitis oder endogenes Ekzem.

Der Begriff endogenes Ekzem kommt daher, da der Krankheitsprozess der Neurodermitis durch erblich bedingte (endogene) Faktoren beeinflusst wird.1 Ebenso können aber auch exogene (umweltbedingte) Einflüsse auf den Verlauf der Krankheit einwirken. Zu diesen exogenen Einflüssen zählen beispielsweise Hautbelastungen am Arbeitsplatz sowie Allergene, aber auch seelische Belastungen können negativen Einfluss auf die Haut haben und entzündliche Hautveränderungen hervorrufen. Aus diesem Grund wird die Krankheit auch Neurodermitis (Griech. Neuron - Nerv; Lat. Dermitis - Hautentzündung) genannt, da auch das Nervensystem positive, wie auch negative Veränderungen der Haut beeinflussen kann.2 Hauptsymptome der Neurodermitis sind stark juckende Herde und rote, schuppende, manchmal auch nässende Ekzeme auf der Haut. Diese Ekzeme befallen üblicherweise die Gelenkbeugen und treten bevorzugt im Säuglings- und Kleinkindalter auf. Neurodermitis gehört neben dem atopischen Ekzem Rhinitis allergica, auch bekannt unter dem Namen Heuschnupfen, sowie dem exogenen allergischen Asthma bronchialis zur Gruppe der atopischen Krankheiten und ist nicht ansteckend.3 Die von atopischen Ekzemen Erkrankten selber sind jedoch zusätzlich anfällig für bakterielle Infektionen. Der zusätzliche Befall von Warzen, Herpesinfektionen oder Straphylokokkenbesiedlung sind daher keine Seltenheit.4

1.2. Epidemiologie

Neurodermitis gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen. In den Industrieländern hat sich die Anzahl der Erkrankten in den letzten Jahren vergrößert. Dieses Phänomen versucht die so genannte Dschungeltheorie folgendermaßen zu begründen: Da bei schlechteren Lebensbedingungen, Armut und ländlicher Umgebung das Immunsystem und somit auch die Schutzfunktion der Haut stärker in Anspruch genommen wird als in den Industrieländern, die Haut somit nach und nach gestärkt wird, kann sich die Haut besser gegen harmlose Umweltallergene wie Pollen, Nahrungsmittel, Hausstaubmilben und Schimmelpilze wehren, die eine erhöhte Entzündungsbereitschaft zu atopischer Haut begünstigen. Die Haut ist somit in ländlichen Gebieten abgehärtet. Oft auch erkranken Einzelkinder oder Kinder, die zu Hause aufwachsen, an Neurodermitis, während Kinder, die Kindertagesstätten besuchen oder großen Kontakt zu anderen Kindern haben, seltener an Neurodermitis erkranken. Auch dies lässt sich auf die Dschungeltheorie zurückführen. Kindergärten sind so genannte Brutkästen für harmlose bis mittelschwere Infektionen und stärken das Immunsystem der Kinder stetig.5

In Deutschland allein gibt es derzeit etwa 4 Millionen Neurodermitis-Betroffene. Nur 1-3% der Erwachsenen erkranken an Neurodermitis. Bei Vorschulkindern liegt die Wahrscheinlichkeit schon bei 10%, jedoch tritt die Krankheit meist im Säuglings- und Kleinkindalter auf. In 60% der Fälle tritt Neurodermitis im Kindesalter bereits im ersten Lebensjahr auf. In 87% der Fälle immerhin noch in den ersten fünf Lebensjahren.6 Ein Drittel der betroffenen Kinder erkranken in der Regel zwischen dem 5. Und 10. Lebensjahr zusätzlich an allergischer Asthma bronchiale oder allergischer Rhinitis.7

1.3. Krankheitsbild

Die Haut von Neurodermitis-Erkrankten ist deutlich trockener als die Haut gesunder Menschen. Dafür verantwortlich ist die geminderte körpereigene Bildung von Ceramiden. Dies sind körpereigene Fette, die sich an der Oberhaut befinden und die Aufgabe haben, Wasser in der Oberhaut zu speichern.

Die Haut ist rau und schuppig und besitzt keinen natürlichen Schutz gegen irritierende Umwelteinflüsse und Keime. Auch die Regulierung weiterer Hautfunktionen, wie beispielsweise die Schweißbildung, ist eingeschränkt. Auch die Temperaturregelung kann gestört sein. Die Betroffenen zeigen oft eine gesteigerte Reaktion der Haaraufrichter bei Berührungen oder Kälteempfinden.8 Die Krankheit tritt in Schüben von unterschiedlicher Dauer und Stärke auf, die ebenso abrupt enden, wie die Schübe plötzlich beginnen. Durch diese Unvorhersehbarkeit verlieren die Erkrankten die Kontrolle über die Krankheit und über sich und eine Unsicherheit entsteht.9

Typische betroffene Hautpartien sind die Armbeugen, sowie die Kniekehlen, Hals- und Gesichtspartie. Dennoch ist das Erscheinungsbild individuell und vom Lebensalter abhängig. Es ist jedoch zu sagen, dass die Erkrankten bei sowohl äußeren als auch inneren Irritationen sehr anfällig für Ekzeme sind.10 Das Hauptproblem der Neurodermitis-Erkrankten ist jedoch der starke Juckreiz. Dieser Reiz ist einer der mächtigsten Reize des Menschen und kommt besonders nachts zum Vorschein. Der Juckreiz ist in der Nacht aus dem Grund besonders stark ausgeprägt, da die Betroffenen unbewusst, während des Schlafes, diesen durch Kratzen zu lindern versuchen. Da das Juckgefühl in der Nacht aber auch zu Schlafstörungen führen kann, haben die Neurodermitis-Erkrankten oft ein großes Schlafdefizit. Durch diesen Schlafmangel kommt es, sowohl in der Schule, als auch im Beruf oder im Alltag, zur Leistungsminderung und Konzentrationsschwäche. Diese Situation belastet die Betroffenen und das Krankheitsbild kann sich aufgrund dieser psychischen und physischen Belastung erheblich verschlechtern. Dieser Kreislauf belastet die Patienten ungemein. Wird dem Juckreiz nachgegeben, entstehen durch das Kratzen Hautdefekte, die schmerzhaft sind und das Eindringen von Bakterien zulassen. Dadurch entstehen neue Entzündungsschübe und die Symptome verstärken sich.11

1.4. Symptome

Die Symptome äußern sich bei Neurodermitis je nach Patient individuell. Dabei sind oft auch vom Lebensalter anhängig unterschiedliche Körperstellen von den Schuppungen und Irritationen befallen.12

Die Krankheit bricht meist bereits im Säuglings- und Kleinkindalter auf. In diesem Fall beginnt die Hautveränderung häufig im 3. Lebensmonat und äußert sich durch Rötungen und Schuppungen an Wangen, Stirn und behaartem Kopf. Auch an den Knien und später auch am ganzen Rumpf und Extremitäten können diese Hautveränderungen auftreten.13 Im Kindesalter ändern sich die Lokationen der Hautschuppungen etwas. Dabei sind häufig die großen Gelenkbeugen wie Ellenbogen und Handgelenke von den Schuppungen betroffen, sowie auch das Gesicht, Hals, Nacken, Schultergürtel, Fußrücken und Hände. Die Talgproduktion ist stark eingeschränkt, die Haut ist trocken und die Haare glanzlos. Zusätzlich sind bei betroffenen Kindern Kratzeffekte mit Verkrustungen zu beobachten und eine Nahrungsmittelallergie kann zusätzlich hinzukommen, was noch einmal verdeutlicht, dass die Anfälligkeit für atopische Erkrankungen sehr hoch ist.

Im Jugend- und Erwachsenenalter ist die Ekzemherde bevorzugt an der Stirn und Lidregion zu finden. Auch die seitliche Halspartie, Gelenkbeugen, Hand- und Fußrücken sind meist noch von den Ekzemen betroffen. Die Haare sind glanzlos und trocken und neigen zu Haarausfall. In schweren Fällen ist die Kopfhaut stark gerötet und entzündet und weist wegen starken Juckreizes Kratzeffekte auf. Am gesamten Körper sind zusätzlich verstreute Einzelknötchen mit Verkrustungen zu finden.14 Oft auch leiden die Erkrankten an aufgerissenen Mundwinkeln, trockenen Lippen und Verletzungen am Ohrläppchenansatz.15 Die Gesichtsfarbe ist leicht grau-gelb und lässt die Personen älter erscheinen als sie sind.16 Durch die Ekzemherde im Lidbereich ist die Haut im Augenbereich faltig und weist eine doppelte Unterlidfalte auf. Auch gelichtete Augenbrauen sind Kennzeichen des Augenbereichs eines Neurodermitis- Erkrankten.17

Die Symptome werden, wie bereits erwähnt, durch äußere und innere Faktoren beeinflusst. Bei psychischer Belastung kann eine Krankheitsverschlechterung auftreten. Auch der Kontrast zwischen kalten Außentemperaturen und trockenen, geheizten Wohnraumtemperaturen, sowie bestimmte Waschmittel oder Kleidermaterialien (v.a. Wolle) können die Haut irritieren. Auf der anderen Seite kann eine Besserung des Krankheitsbildes durch Klimawechsel erfolgen. Das über 1500m hohe Gebirgsklima, welches frei von Milben und anderen Allergenen ist, sowie das Meeresklima tun der erkrankten Haut gut. Die geringe Luftbelastung und das Baden im Salzwasser fördern die Heilung der Haut. Dennoch muss darauf geachtet werden, dass sich nach dem Baden im Salzwasser zusätzlich abgeduscht wird, damit die Haut durch das Salzwasser nicht noch trockener wird. Auch das Eincremen mit speziellen Lotionen sind Maßnahmen für eine besondere Pflege der Haut.18

1.5. Diagnose

Auf Grund des veränderten Hautbildes ist Neurodermitis relativ leicht festzustellen, jedoch gibt es auch andere Hautkrankheiten, wie etwa die Psoriarsis, die damit verwechselt werden kann. Auch her, bei der Schuppenflechte, die von einer Stoffwechselkrankheit herrührt, tritt ein starker Juckreiz ein und nach dem Kratzen Ekzeme. Der Unterschied zwischen diesen beiden Krankheiten ist dieser, dass sich die Haut bei der Psoriarsis laufend erneuert, viel häufiger als bei einem gesunden Menschen, bei der Neurodermitis trocknet die Haut aus, da sie keine Feuchtigkeit speichern kann.

[...]


1 Vgl. Jung, S. 371.

2 Vgl. Ruzicka, S. 8.

3 Vgl. Jung, S. 371.

4 Vgl. Ruzika, S.10.

5 Vgl. Ruzicka, S. 8.

6 Vgl. Ruzicka, S. 7.

7 Vgl. Jung , S. 371.

8 Vgl. Ring, S. 17.

9 Vgl. Tüttenberg, S. 28.

10 Vgl. Ring, S. 17.

11 Vgl. Netter, S. 252.

12 Vgl Netter, S. 250.

13 Vgl. Jung, S. 373.

14 Vgl. Netter, S. 252.

15 Vgl. Netter, S. 28.

16 Vgl. Tüttenberg, S. 28.

17 Vgl. Netter, S. 252.

18 Vgl. Tüttenberg, S. 84.

Details

Seiten
14
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640971244
ISBN (Buch)
9783640972463
Dateigröße
433 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v175939
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,0
Schlagworte
neurodermitis asthma umgang

Autor

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Titel: Neurodermitis und Asthma bronchiale