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Wiederholung des Dribblings sowie Konfrontation mit Wurfvarianten im Basketball

Eingebettet in bilingualen Sportunterricht

Unterrichtsentwurf 2010 26 Seiten

Didaktik - Sport, Sportpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bedingungsanalyse
1.1 Institutionelle Voraussetzungen
1.2 Anthropogene Voraussetzungen
1.3 Situation des Anwärters in der Klasse

2. Sachanalyse

3. Didaktische Analyse
3.1 Bezug zum Bildungsplan
3.2 Bedeutung für die Schüler
3.3 Das Stundenthema innerhalb der Unterrichtseinheit

4. Lernziele
4.1 Übergeordnetes Stundenziel
4.2 Fachliche Ziele
4.3 Methodische Ziele
4.4 Soziale, personale, affektive Ziele

5. Verlauf der Stunde (Methodische Entscheidungen, Differenzierungen, Alternativen)

6. Medien

7. Literaturverzeichnis und weitere Quellenangaben

8. Anhang

1. Bedingungsanalyse

1.1 Institutionelle Voraussetzungen

Die Schule befindet sich im westlichen Teil der Stadt x, welche derzeit ungefähr 122 000 Einwohner hat. Sie ist eine von vier staatlichen Realschulen im Stadtgebiet x, wodurch sie über ein relativ großes Einzugsgebiet verfügt. Die Realschule ist durchgängig dreizügig gegliedert, wobei die jeweilige „b“-Klasse als „Kunstklasse“ bezeichnet wird, da die Schule seit dem Schuljahr 2004/2005 über ein Kunstprofil verfügt. In der Kunstklasse steht wöchentlich eine zusätzliche Stunde im Fach Bildende Kunst zur Verfügung. Aufgrund des ausgezeichneten Rufes sind die Anmeldezahlen speziell für den Kunstzug Jahr für Jahr überdurchschnittlich hoch, obwohl die Eltern einen jährlichen Beitrag in Höhe von 46 Euro entrichten müssen. Dieser begründet sich neben den erhöhten Materialkosten aus der Tatsache, dass zahlreiche außerunterrichtliche Aktivitäten (z.B. Kunst-Workshops bei Fachleuten am Wochenende) zu finanzieren sind, für welche vom Land Baden-Württemberg nur spärliche Zuschüsse geleistet werden (vgl. www.ehr.schule.ulm.de).

Derzeit besuchen 502 Schüler[1] die Schule. Der prozentuale Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund liegt derzeit bei ca. 32 %, wobei in den Kunstklassen in der Regel weniger ausländische Kinder und Jugendliche vorzufinden sind.

Es gibt an der Schule 17 Klassenzimmer sowie etliche Fachräume (inklusive zweier Computerräume), eine Lernwerkstatt mit acht Computern, eine eigene kleine Sporthalle, einen Medienraum, ein Elternsprechzimmer sowie eine Mensa, da die Schule ein offenes Ganztagesangebot bereitstellt.

Die schuleigene Sporthalle entspricht nicht ganz einem Hallendrittel von großen Sporthallen. Aufgrund dieser räumlichen Begrenzung werden in der Regel nur die Klassen 5 und 6 in dieser Halle unterrichtet. Die Sporthalle verfügt über die gängigen Geräte und Materialien, die für den Schulsport benötigt werden.

1.2 Anthropogene Voraussetzungen

Die Klasse 5b – bestehend aus insgesamt 24 Schülern - setzt sich aus 14 Mädchen und zehn Jungen zusammen. Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund liegt bei etwa einem Drittel, wobei keine erwähnenswerten sprachlichen Probleme im Hinblick auf das Verständnis im Sportunterricht vorliegen.

Mir persönlich fällt es noch recht schwer, den Leistungsstand der Klasse nach so kurzer Zeit und ohne jegliche Berufserfahrung einzuschätzen. Es ist jedoch gerade im Fach Sport in aller Regel festzustellen, dass die Leistungsheterogenität – zum Teil auch aufgrund der physischen Konstitution – enorm ist. So findet man auch in der 5b motorisch sehr begabte Schüler, z.B. Benedikt, Bastian oder auch Angela. Andere wiederum, beispielsweise Jasmin, Lea oder Furkan leiden unter koordinativen Defiziten.

Nach den bisherigen bilingualen Unterrichtsstunden komme ich zu der Einschätzung, dass das fremdsprachliche Niveau der Schüler durchschnittlich ist. Logischerweise zeigt sich auch hierbei wieder die bereits oben erwähnte Heterogenität. Die rezeptiven Fähigkeiten sind derweil ausreichend geschult, wobei sich Äußerungen in der Fremdsprache, sofern dies überhaupt möglich ist, zumeist auf ein einziges Wort beschränken.

Im Sportunterricht dieser Klasse kommt es immer wieder zu den herkömmlichen Störungen, welche in diesem Alter völlig normal sind. Während Jungen in den Ballspielen häufig durch übertriebene Aggressivität auffallen, sind viele Mädchen oftmals mit einfachen Aufgabenstellungen überfordert. Zudem ist darauf zu achten, dass bei geschlechtergemischten Gruppen vorsichtig agiert wird, da manche Mädchen ansonsten nur äußerst passiv am Geschehen teilnehmen. Cara beispielsweise ist äußerst schmerzempfindlich und dadurch sehr anfällig für manch eine Träne. In völligem Gegensatz dazu ist Ivana zu betrachten, deren Ehrgeiz gelegentlich etwas eingeschränkt werden muss, damit überflüssige Konflikte vermieden werden können. Des Weiteren ist Chloe zu erwähnen, welche permanent die Aufmerksamkeit der Lehrkraft sucht, da sie große Schwierigkeiten hat, sich einerseits aktiv in ein Spiel einzubringen und andererseits überhaupt längere Zeit die Konzentration aufrechtzuerhalten. Generell kommt es in der Klasse immer wieder zu kleineren Zwischenfällen, da einige Mädchen und Jungen partout darauf beharren, immer mit ihren Freunden in der Gruppe zu sein. Folglich kommt es gelegentlich zu verbalen Auseinandersetzungen, wenn bestimmte Kinder gewissermaßen zur Zusammenarbeit gezwungen sind.

1.3 Situation des Anwärters in der Klasse

Anfangs habe ich mich in der Klasse 5b zugegebenermaßen nicht ganz wohl gefühlt, da ich koedukativen Sportunterricht zuletzt zu meiner eigenen Grundschulzeit erfahren hatte. Es fiel mir schwer und fällt mir auch jetzt noch nicht ganz leicht, mit der ballsportlichen Unerfahrenheit vieler Mädchen umzugehen. Die zum Teil exorbitanten Leistungsunterschiede haben mir zu Beginn sicherlich einige Mühe bereitet.

In der Klasse selber fühle ich mich mittlerweile angekommen, da ich in den letzten Wochen auch regelmäßig in der Klasse unterrichtet habe. Als Außenstehender kann man den Annäherungsprozess zwischen den Schülern und dem Lehrer immer noch wahrnehmen, wobei ich gerade bedingt durch partielle Gruppenaufteilung inzwischen auch einzelne Schüler besser kennen lernen konnte. Nachdem ich zu Beginn noch mit einigen disziplinarischen Kleinigkeiten zu kämpfen hatte, fällt es mir inzwischen wesentlich leichter, während meiner Arbeitsanweisungen dafür zu sorgen, dass alle auch wirklich zuhören. Hierbei versuche ich zurzeit das richtige Mittelmaß zwischen nötiger Härte einerseits und gewisser Milde im Tadel von Fehlverhalten andererseits zu finden.

Insgesamt gesehen fühle ich mich in der Klasse zunehmend wohler, da ich nach anfänglich unzähligen Seminartagen nun häufiger anwesend bin und dadurch einen persönlicheren Zugang zu den Schülern finden kann. Dieser erleichtert nicht nur mir das Verständnis für die Schüler, sondern ermöglicht ihnen auch eine gezieltere Wahrnehmung meiner Person. So merken die Schüler allmählich besser, welches Verhalten ich beispielsweise dulde und wann sie an Grenzen stoßen.

2. Sachanalyse

Das sichere Balldribbling ist im Basketball die absolute Grundvoraussetzung für das Erlernen schwierigerer Technikelemente. Erstrebenswert ist natürlich ein beidhändiges Dribbling, was jedoch keineswegs Ziel des Schulsports sein kann. Gerade im koedukativen Sportunterricht in der Unterstufe ist eine grobe Beherrschung des Spielobjektes mit einer Hand ausreichend. Zu beachten ist insbesondere das Abklappen des Handgelenks sowie eine Aufprallhöhe des Balles, welche zwischen der Hüfte und dem Brustkorb anzusiedeln ist. Außerdem ist es erstrebenswert, dass der Blick während des Dribblings möglichst häufig vom Ball gelöst werden kann, um das Spielumfeld wahrnehmen zu können. Insbesondere letzteres ist für viele Kinder ein erhebliches Problem, wobei aufgrund der heutzutage seltener werdenden Ballspielerfahrungen – beruhend auf einer veränderten kindlichen Lebenswelt - auch Schwierigkeiten beim Dribbling keine Seltenheit darstellen (vgl. Schmidt, 1993).

Hinsichtlich des Passspiels geht es zunächst darum, den Druckpass zu erlernen. Der Bodenpass oder der Überkopfpass ist zwar ebenfalls möglich, für den Schulsport aber in der Unterstufe absolut irrelevant. Der Korbleger stellt für Schüler dieses Alters sicherlich eine beträchtliche Hürde dar. Folglich geht es hier – ebenso wie beim Positionswurf – weniger um technische Korrektheit, sondern vielmehr um die Konfrontation mit den Wurfvarianten. Die Schüler werden somit an die Grobform der Technik eher im Sinne eines ‚learning by doing‘ herangeführt, angelehnt an die Forderungen der neueren fachdidaktischen Literatur, welche eine „natürliche Ballschule“ (Kröger & Roth, 2005, S.9) propagiert.

Bezüglich des englischen Anteils an der Sportstunde muss in aller Kürze auf einige Wörter hingewiesen, welchen die Schüler im Verlauf der Einheit begegnen werden. Verben wie ‚(to) dribble, (to) pass‘ sowie die Nomen ‚basketball‘ und ‚basket‘ kennen die Kinder bereits aus den vorangegangen bilingualen Sportstunden und sind auch aufgrund der Ähnlichkeit mit der Muttersprache leicht zu verstehen. Bewegungsanweisungen wie „walk, run slowly, run faster, run as fast as you can” stellen in der Regel ebenfalls keine Schwierigkeit dar, sofern begleitend eine Bewegungsdemonstration vorgeführt wird. Generell sind englische Instruktionen meist verständlich, da entweder vom Lehrer selbst oder von einem Schüler die Bewegungsaufgabe parallel vorgezeigt oder nachgeschaltet wird. Die Methode des ‚Total Physical Response‘, kurz TPR genannt, ist den Schülern geläufig und kann bei etwaigen unverständlichen Anweisungen durch deutschsprachige Wiederholungen von Schülern erleichtert werden.

Die schriftlich präsentierten Vokabeln werden stets vom deutschen Äquivalent begleitet, so dass Verständnisprobleme einzelner Wörter nahezu auszuschließen sind. Hierbei werden folgende, zum Teil unbekannte Wörter verwendet: station, layup, cap, basketball, exercise, (to) throw, basket, slalom, shot, thrower, throw. Das Leseverständnis im Kontext des ganzen Satzes dagegen kann nie garantiert werden, ist aber aufgrund der vorhandenen Bilder unterstützt. Sämtliche Begriffe sind nur im Gesamtzusammenhang zu begreifen und keineswegs wie im Englischunterricht abzuspeichern. Auch die Aussprache ist logischerweise zunächst einmal unwichtig. Vielmehr erhoffe ich mir durch die häufige Konfrontation mit den Begriffen das beiläufige Behalten einiger Wörter.

3. Didaktische Analyse

3.1 Bezug zum Bildungsplan

In den Leitgedanken zum Kompetenzerwerb wird einleitend betont, dass der Sportunterricht eine Erziehungsaufgabe zum und durch Sport zu erfüllen hat. Zu den grundlegenden Fähigkeiten ist sicherlich die allgemeine Spielfähigkeit zu zählen (vgl. König, 1997). Um diese zufriedenstellend ausbilden zu können, bedarf es der gezielten Förderung elementarer Technikelemente. Durch „individuelle Leistungsfortschritte“ (Kultus und Unterricht, 2004, S. 138) soll es im Rahmen der Erziehung durch Sport zudem zu einer Persönlichkeitsstärkung kommen. Da zumindest die zweite Zielsetzung (Erziehung durch Sport) sehr vage formuliert wurde, ist es für die zu haltende Sportstunde eher von Bedeutung, dass die Schüler ihre „motorische (…) Leistungsfähigkeit“ (ebd.) optimieren. Da die Lehrperson nicht immer bei allen Gruppen anwesend sein kann, ist es umso bedeutungsvoller, dass die Schüler selbständig kooperieren können, indem sie faires Verhalten, Zusammenarbeit und Rücksichtnahme an den Tag legen. In den stufenspezifischen Hinweisen zum Kompetenzerwerb wird ferner erwähnt, dass der Schwerpunkt in den Klassen 5 und 6 auf „der Schulung und Verbesserung der koordinativen Fähigkeiten“ (ebd., S. 139) liegt. Insbesondere beim individuellen Dribbeln im Erwärmungsteil der Sportstunde wird die Formel der Ballkoordinationsschulung erfüllt: So wird eine einfache Ballfertigkeit (Dribbeln) mit einer efferenten (z.B. Handshake) oder afferenten (z.B. Anweisung der Lehrperson = akustisches Signal) Informationsverarbeitungsanforderung sowie einer Druckbedingung (z.B. Belastungsdruck, wenn Ausdauerleistungen dazwischengeschaltet werden) gepaart (vgl. Kröger & Roth, 2005, S. 21).

3.2 Bedeutung für die Schüler

Zunächst möchte ich zur Gegenwartsbedeutung der Unterrichtsstunde Stellung nehmen. Basketball zählt in Deutschland zu einer der vier großen Sportspiele – neben Fußball, Handball und Volleyball. Zwar reicht es von der Popularität nicht annähernd an das Fußballspiel heran, dennoch ist das Spiel allen Schülern präsent. Überdies bietet es sich bestens für koedukativen Sportunterricht an, da das Leistungsniveau der beiden Geschlechter, vor allem im Vergleich zum Fußball, weitaus weniger heterogen ist. Da in jungen Jahren allerdings nur wenige Schüler einem Basketballverein angehören, sind die teilweise komplizierten Regeln sicherlich der Mehrheit der Schüler nicht bewusst. Jedoch sind hierbei im Rahmen des Schulsports nur die wichtigsten zu erlernen. So ist es von zentraler Bedeutung, dass die Kinder die 3-Schritte-Regel kennen und anwenden lernen. Weiteres ist schrittweise hinzuzufügen. Das Ziel des Spiels, Körbe zu erzielen beziehungsweise zu verhindern, ist allen bekannt.

Um den Sport einigermaßen erfolgreich ausüben zu können, muss die Priorität zu Beginn sicherlich bei der groben Ballbeherrschung liegen. Auch für diejenigen Kinder, die bereits Erfahrungen in der Sportart gesammelt haben, ist eine permanente individuelle Ballarbeit unverzichtbar, um mit dem Spielgerät noch vertrauter zu werden.

Hinsichtlich der Zukunftsbedeutung der Unterrichtsstunde kann gesagt werden, dass das Basketballspiel die Schüler mindestens bis zur Mittleren Reife begleiten wird. Da ab Klasse 7 sportartspezifisch unterrichtet wird, ist es von Vorteil, sich bereits jetzt mit dem Spiel auseinanderzusetzen und grundlegende Fertigkeiten zu erlernen. Es ist überdies abzuschätzen, dass der ein oder andere Schüler in den kommenden Jahren einem Basketballverein beitreten wird, da das Einstiegsalter in dieser Sportart bekanntlich höher liegt als beispielsweise im Fußball.

[...]


[1] Aus Gründen der einfacheren Lektüre wird in der gesamten Ausarbeitung auf die Verwendung weiblicher Morpheme verzichtet.

Details

Seiten
26
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640980079
ISBN (Buch)
9783640980611
Dateigröße
708 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v175850
Institution / Hochschule
Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Schwäbisch Gmünd
Note
Schlagworte
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Autor

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