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Der Firmenname als Instrument der Internationalisierung am Beispiel Sony

Hausarbeit 2010 28 Seiten

Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Medienwirtschaft als theoretischer Rahmen
2.1 Annäherung an den Begriff Medienwirtschaft: Definition, Erkenntnisobjekt, Charakteristika
2.2 Das Medienunternehmen
2.3 Strategiemuster von Medienunternehmen

3. Analyse: Die Relevanz des Firmennamens am Beispiel von Sony
3.1 Kurzporträt des Unternehmens
3.2 Die Konzeption des Firmen-Namens
3.3 Korrelation des Firmen-Namens der Kommunikationspolitik
3.4 Markenkultur

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Wertschöpfungskette von Medienunternehmen

Abbildung 2: Umsatzanteile der Geschäftsfelder

Abbildung 3: Die Konzeptionspyramide

Abbildung 4: Das Marken-Haus

Abbildung 5: Das Marken-Dach

Abbildung 6: Aktueller weltweiter Claim `make.believe´

Abbildung 7: Die Maslow´sche Bedürfnishierarchiepyramide

1. Einleitung

In der Beschäftigung mit dem Unternehmen Sony wird deutlich, dass es sich von anderen Medien-Unternehmen unterscheidet. Nicht nur, dass es im Gegensatz zu anderen großen international etablierten Medien-Unternehmen seinen Hauptsitz in Asien hat, sondern auch die unternehmensgeschichtlich gesehen späte Ausweitung der Unternehmenskompetenzen auf den Mediensektor zeichnen das dieser Hausarbeit zugrunde gelegte Unternehmen aus.

In einem Überblick soll der theoretische Rahmen, der sich aus dem Seminarkontext ergibt, in dessen Zusammenhang diese Hausarbeit entstanden ist, gespannt werden und dabei auf den Begriff der Medienwirtschaft eingegangen werden und auf die Charakteristika dieses Wirtschaftszweiges verwiesen werden (Kapitel 2.1). Des Weiteren soll der Begriff des Medienunternehmens in 2.2 definiert werden, worauf gemäß der Verortung Sonys als Nicht-Medien-Unternehmen zur Zeit des schwerpunktmäßig betrachteten Zeitabschnittes eine Übersicht über Strategiemuster zur Unternehmenserweiterung gegeben wird, die sich nicht nur auf Medien-Unternehmen beziehen lässt. Dieser Zuordnung gemäß überwiegen betriebswirtschaftliche Betrachtungsweisen die Ausarbeitung, wobei jedoch kulturelle Aspekte als wesentliche Bestimmungsfaktoren des Wirtschaftens und der Strategieformulierung betrachtet werden.

Strategie ist ein Bereich des Managements, mit dessen Hilfe die Handlungsfähigkeit einer Organisation hergestellt, erhalten und ausgebaut wird. In Hinblick auf die Internationalisierung Sonys in den späten 1950er Jahren soll in Kapitel 3 der marketing-strategische Hintergrund der Internationalisierung anhand einer Analyse des Firmen-Namens (3.2) und seiner Korrelation mit der Kommunikationspolitik (3.3) nachgezeichnet werden, wobei auch ein Überblick über die Firmengeschichte in seinem sozio-historischen Kontext in Kapitel 3.1 gegeben wird. Unter 3.4 werden dann die Befunde der Analyse zusammengefasst. Die Hausarbeit mündet mit Kapitel 4 in einem Fazit. Dabei wird bei der Untersuchung von Sonys Internationalisierungsstrategie besonderer Schwerpunkt auf die Bedeutung des Namens gelegt, da dieser erste Kontakt zwischen Unternehmen und Kunden die Kaufentscheidung unbewusst in hohem Maße zu beeinflussen vermag und aus einer transdisziplinären Perspektive betrachtet wird.

Da bereits Ludwig Erhard, ehemaliger Wirtschaftsminister und Bundeskanzler der BRD, gesagt haben soll, dass fünfzig Prozent der Wirtschaft Psychologie seien,[1] und fest steht, dass die Erfahrungsobjekte dieser Disziplin (menschliches Verhalten und mentale Prozesse)[2] Relevanz für die Erklärung wirtschaftlichen Erfolges haben,[3] sollen in dieser Arbeit Verweise wirtschaftspsychologischer Natur zum Tragen kommen, wobei dabei in Bezug auf das zu untersuchende global etablierte Unternehmen der Kulturpsychologie[4] eine Schwerpunktrolle bei der Analyse zufällt.

2. Medienwirtschaft als theoretischer Rahmen

2.1 Annäherung an den Begriff Medienwirtschaft: Definition, Er- kenntnisobjekt, Charakteristika

Wirtschaft als das gemeinsame Gebiet aller Wirtschaftswissenschaften ist „dasjenige Gebiet menschlicher Tätigkeiten, das der Bedürfnisbefriedigung dient.“[5] Gemäß einer institutionellen Untergliederung in Wirtschaftszweige[6] widmet sich die Medienökonomie als „Betriebswirtschaftslehre der Medien“[7] bzw. „volkswirtschaftliche Analyse des Mediensektors“[8] der Medienbranche. Dabei erweist sich Medienökonomie durch ein Zusammenspiel ökonomischer und publizistischer Faktoren als transdisziplinäres Konzept, dem sich sowohl die Medien- und Kommunikationswissenschaft als auch die Wirtschaftswissenschaften (Betriebs- und Volkswirtschaftslehre) widmen.[9] Erkenntnisobjekt jener Spezialwirtschaftslehre sind die wirtschaftlichen Zusammenhänge in Medienunternehmen und auf Medienmärkten. Zum Untersuchungsbereich der Medienökonomie zählen Fragen der Medienkonzentration, der ökonomischen und publizistischen Verantwortung, Fragen, die den Mediennutzer gleichwohl als Konsumenten als auch Rezipienten betrachten und schlussendlich Fragestellungen des Medienmanagements.[10] Dabei ist letzterer Aspekt zentral für die Schwerpunktsetzung dieser Hausarbeit, beschäftigt sich das Medienmanagement doch mit dem Prozess[11] der Herstellung , Gestaltung und Erhaltung der Handlungsfähigkeit einer Medienorganisation.

In der Komplexität der Medienbranche liegt die Begründung für jene „spezifisch wirtschaftswissenschaftliche Betrachtung“[12]: Medienprodukte, wenn man unter einem Produkt das Ergebnis der Produktion, Sachziel einer Unternehmung und Mittel zur Bedürfnisbefriedigung verstehen will,[13] zeichnen sich durch besondere Charakteristika aus. Sie unterliegen in vielerlei Hinsichten einer Dualität. Als quasi-öffentliche Güter[14] sind sie zum einen als kulturelles, öffentliches[15] Gut anzusehen, dem durch die Ernennung zum Grundrecht die meritorische Eigenschaft[16] anhaftet; zum anderen aber stellen Medienprodukte ökonomische, private Güter dar. An dieser Zweiheit von Medienprodukten wird deutlich, dass Medienunternehmen in zwei ganz verschiedenen Märkten agieren: „Einerseits ist der Rezipient und andererseits die werbetreibende Wirtschaft als Nachfrager zu befriedigen.“[17] Hieraus erklären sich auch die unterschiedlichen fachlichen Zugänge zur Medienwirtschaft. Zudem leitet sich aus dem lateinischen Wort medius (= in der Mitte befindlich)[18] die dualistische Definition des Mediums sowohl als Inhalt (Dienstleistung) als auch als physisches Speichermedium zur Distribution (Sachgut) ab.[19] Der Dienstleistungscharakter kennzeichnet Medienprodukte als Erfahrungsgüter, d.h. die Beurteilung der Qualität ist erst nach Kauf und Konsum möglich, wobei es die Reputation des Unternehmens vermag, die Notwendigkeit der Qualitätsprüfung zu ersetzen.[20] Des Weiteren weisen Beyer und Carl (2008) darauf hin, dass der kulturbedingte Kontext von Medienprodukten dessen kommerzielle internationale Verwertbarkeit einschränkt.

Aktuell zeichnen sich in der Medienwirtschaft drei Trends ab, die als Rahmen des ökonomischen Handelns betrachtet werden sollen („Kontextfaktoren“):[21] Ökonomische Trends umfassen Konsolidierungen und Synergien, während technologische Trends sich mit der Digitalisierung und Vernetzung befassen. Weiterhin greift die Internationalisierung bzw. Globalisierung.[22] In einem wechselseitigen Verhältnis zu all dem steht der Werte- und Normenwandel.[23]

2.2 Das Medienunternehmen

Da sich diese Hausarbeit der Analyse einer Unternehmung als „eine planvoll organisierte Wirtschaftseinheit“[24] widmet, wodurch sich ein betriebswirtschaftlicher Blickwinkel ergibt, ist es sinnvoll, zunächst ein Medienunternehmen zu charakterisieren. Sjurts (2005) definiert ein solches als „Einheiten mit der Aufgabe der Fremdbedarfsdeckung“, sie zeichnen sich durch „selbstständige[.] Entscheidungen und eigene Risiken“ aus, wobei ihr Handeln auf „publizistische und ökonomische Ziele [gerichtet ist]“.[25] Medienunternehmen sind in verschiedenen Branchen aktiv: Im Printbereich finden sich Medienunternehmen in der Zeitungs-, Zeitschriften-, Buchbranche sowie als Nachrichtenagenturen wieder; zum Bereich der Elektronischen Medien gehört TV- , Kinofilm-, und Video/ DVD-Branche, die Musik- und Hörfunkbranche und das Internet. Mit Blick auf die Wertschöpfungskette eines Medienunternehmens (s. Abb. 1) lassen sich als Abgrenzungskriterien die „Bündelung eigen- und fremderstellter redaktioneller Inhalte“, die „Transformation der Inhalte auf speicherfähige[.] Trägermed[ien]“ sowie die „Distribution der Inhalte an Rezipienten“ festhalten[26] (Content-Packaging).[27] Im Sinne der genannten Abgrenzungskriterien sind also Druckereien, reine Händler von Medienprodukten, Netzbetreiber, Speichermedienhersteller, Werbe- und Media-Agenturen usw. keine Medienunternehmen, wie es auch Weber/ Rager (2006)[28] in ihrer Definition der Medienbranche hervorheben. Folglich würde nur auf den Bereich Sony Entertainment die Definition eines Medienunternehmen zutreffen. Da der ökonomische Erfolg zu einem Unternehmenswachstum in Richtung Content-Produktion und -Distribution führte, darf sich nun Sony als Medienunternehmen bezeichnen, wobei im weiteren erklärt werden soll, wie der Firmenname den Erfolg mitkonstituierte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Wertschöpfungskette von Medienunternehmen

2.3 Strategiemuster von Medienunternehmen

Im Rahmen der Hausarbeitsfragestellung, die auf den Beitrag des Firmennamens zur Internationalisierung Sonys abzielt, sind sodann Internationalisierungsstrategien zu benennen. Insa Sjurts (2004) benennt als Gründe zur Internationalisierung Sättigungstendenzen auf den inländischen Teilmärkten, Risikostreuung und eine Kostensenkung durch Verlängerung des Produktlebenszyklus.[29] Im Falle Sony ist zudem, wie unter 3.1 ausgeführt wird, persönlicher Ehrgeiz der Unternehmer maßgeblich. Der Markteintritt kann sich dabei erstens als Vertretung durch Dritte (Export, Lizenzierung, Franchising), zweitens als Kooperation (Joint Venture) oder drittens als Gründung einer ausländischen Tochtergesellschaft gestalten, wobei im Falle Sony die Unternehmensressourcen beanspruchenderen Varianten zwei und drei zum Tragen kommen (welche aber höhere Kontroll- und Steuerungsmöglichkeiten bieten). Als Strategievarianten der Marktbearbeitung lassen sich globale, multinationale, internationale und glocale Strategie unterscheiden. Dabei wird mit der Namensgebung der Firma eine globale Strategie gefahren (dazu Kapitel 3.2), wobei Globalisierungsvorteile genutzt werden und in- sowie ausländische Märkte mit einer identischen Wettbewerbsstrategie bearbeitet werden. Glocal agiert Sony dagegen in seinen einzelnen Geschäftsfeldern, d.h. „dass eine globale Dachstrategie mit einer lokal abgestimmten Produktstrategie kombiniert [wird]“ (siehe auch 3.1).[30]

Zwar bezieht Sjurts ihre Betrachtungen explizit auf die Medienwirtschaft, da sich jedoch ähnliche Betrachtungsweisen auch bei anderen Autoren ergeben,[31] lassen sich ihre Ausführungen auch auf ein Nicht-Medien-Unternehmen beziehen, wie Sony es zu der Zeit seiner beginnenden Internationalisierung Ende der 1950er war, wenn man die unter 2.2 erwähnte Definition eines Medienunternehmens zugrunde legt.

3. Analyse: Die Relevanz des Firmennamens am Beispiel von Sony

3.1 Kurzporträt des Unternehmens

Die Sony Corporation,[32] gegründet 1946 unter dem Firmenname Tokyo Telecommunications Engineering (Tokyo Tsushin Kogyo) und umbenannt 1958 in Sony, hat ihren Hauptsitz in Tokio, Japan. Damit ist Sony (eingeordnet auf Platz sechs) unter den zehn umsatzgrößten internationalen Medienunternehmen das einzige Unternehmen mit Hauptsitz abseits des sogenannten `Westen´.[33] Seit 1958 befindet sich die ehemalige Tokyo Tsushin Kogyo in der Rechtsform der Aktiengesellschaft, wobei sich die Besitzverhältnisse wie folgt aufteilen: 50,1% befinden sich in Besitz ausländischer Anteilseigner und der Rest in japanischer Hand. Das Unternehmen, das 2009 einen Umsatz von 17,723 Milliarden Euro[34] generiert hat, wird geleitet vom britisch-amerikanischen CEO Howard Stringer und agiert kerngeschäftlich in der Unterhaltungselektronik. Zu beachten ist, dass der Umsatz jeweils zu einem Viertel auf die Regionen Japan, USA, Europa und Andere entfällt.[35] Sony ist in verschiedenen Branchen tätig, wobei sich das Unternehmen in die Geschäftsfelder Electronics (das Joint-Venture Sony Ericsson inkludiert), Games, Pictures, Financial Services sowie Other (wozu u.a. Sony Music gerechnet wird) untergliedert. Wie Abbildung 2 deutlich macht, stellt dabei die Sparte Sony Electronics mit über 65% das umsatzstärkste Geschäftsfeld dar. Die weltweite Bearbeitung der jeweiligen Geschäftsfelder durch rund 900 Tochterunternehmen spiegelt das transnationale Wachstum der Mutter Sony Corporation wieder, wobei das ursprünglich japanische Unternehmen mit 40 Tochterunternehmen im Herkunftsland vertreten ist.[36] Als die für das Geschäft entscheidendste Tochter kann die 1960[37] gegründete SCA (Sony Corporation of America) angesehen werden. Laut Unternehmensangaben ist die 1970 in Köln gegründete Sony Deutschland GmbH die zweitgrößte Auslandstochter des Mutterkonzerns.[38]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Umsatzanteile der Geschäftsfelder

Der Maßgabe von Insa Sjurts folgend ist es erforderlich, zunächst die Geschichte eines Unternehmens zu rekonstruieren, um ein Verständnis für die spezifischen strategischen Handlungsmuster zu gewinnen.[39] Akio Morita studierte Physik und wurde als Offizier in der Tenno-Armee im Zweiten Weltkrieg einem bedeutenden militärischen Forschungsprojekt zugeteilt, in dessen Rahmen lernte er den Ingenieur Masaru Ibuka kennenlernte. In einem „kongeniale[m] Forschungsverhältnis“ hatten beide es sich zum Ziel gemacht, „dem kaiserlichen Japan das Überleben gegenüber den US-Streitkräften zu sichern.“[40] Der atomare Angriff auf Hiroshima und Nagasaki zeigte den Wissenschaftlern jedoch die technologische Kluft zwischen den USA und Japan auf, was fortan ihre Grundhaltung, die zwischen Feindschaft in Bezug auf die technologische Niederlage und wohlmöglich Bewunderung für eben jene wissenschaftlichen Fähigkeiten[41] schwankte, prägte. Das Ziel des 1946 gegründeten Unternehmens war es, alle relevanten Elemente selbst zu entwickeln, um frei von Zulieferern zu sein. Sie wollten „originelle Gebrauchsartikel“[42] auf den Markt bringen und auf Basis der erwähnten Niederlage entwickelten sie den Ehrgeiz, den US-Markt zu erobern.[43] Diese Haltung lässt sich aber auch, Bezug nehmend auf die japanische Geschichte, in einen weiter gefassten kultursoziologisch[44] -historischen Kontext verorten. Mit dem verstärkten Strom an Missionaren und „aus Furcht vor den wachsenden westlichen Einflüssen“[45] zu Beginn des 17. Jahrhunderts, nach einem Jahrhundert des Handels,[46] sah die japanische Regierung ihre Autorität ernsthaft bedroht, bis es letztlich für fast 200 Jahre zu einer vollständigen Isolation kam.[47] Die Abschließungspolitik Japans dem Westen gegenüber sorgte für beiderseitige Geringschätzung.[48] 1854 erzwangen US-amerikanische Kriegsschiffe in „eindrucksvolle[r] Demonstration militärischer Macht, die deutlich die Schwäche des japanischen Staates offenbarte“[49] die Öffnung Japans; Japan beginnt, den Westen zu studieren,[50] um durch Modernisierung und Militarisierung des Landes nach westlichem Vorbild[51] der erfahrenen Demütigung entgegenzuwirken, „ohne dabei jedoch die traditionellen japanischen Lebensgewohnheiten, Moral- und Wertvorstellungen aufzugeben“.[52] Mit dem 20. Jahrhundert setzt dann die Expansion[53] Japans ein, sodass Japan heute stärkste Industrienation Asiens und weltweit zweitstärkste Wirtschaftsnation ist.[54]

1950 gelang Tokyo Tsushin Kogyo mit dem dem ersten Tonbandgerät für den japanischen Markt der Durchbruch; sieben Jahre später begann mit dem Taschentransistorradio der internationale Vertrieb, mit dessen Beginn das Unternehmen auch umbenannt und nach westlichen Marketingstrategien ausgerichtet wurde. Als tragbarer Kassettenrekorder avancierte der Walkman zum „Star des Unternehmens“[55] und wurde zum Katalysator der personal audio-Revolution. Die Entwicklung der Compact Disc-Technologie in den 1980ern (in Kooperation mit Philips) stellte eine weitere Revolution dar. Beides, sowohl Walkman[56] als auch der CD-Gebrauch, gingen in die kollektive Mediensozialisation ein und wurden als Lifestyle[57] und „cultural icon“[58] prägend für die Jugendkultur – sowie es heute die Playstation ist oder aber Kinoschlager, die unter dem Namen Sony Pictures laufen: 1989 erwarb Sony das Hollywood-Studio Columbia Pictures; ein Jahr zuvor erwarb Sony CBS Records und begründete damit das Geschäftsfeld Sony Music Entertainment. 1995 wurde Sony Computer Entertainment gegründet.[59] An dieser Stelle zeigt sich also das Wachstum der Firma auf transnationaler Ebene: Begonnen als Hardware-Produzent im Elektronikbereich, zeichnet sich durch die Zunahme der Content-Produktion ein diagonales Wachstum sowie ein vertikales Wachstum durch die Integration verschiedener Stufen der Versorgungskette (z.B. Speichermedien-Produktion durch Sony DADC)[60] durch weltweit etablierten Tochterfirmen[61] ab. Hervorzuheben ist, dass für den Medienbereich (im Sinne der Definition eines Medienunternehmens nach Kapitel 2.2 also die unter Sony Entertainment summierte Content-Produktion und -Distribution) vor allem das der Sony Corporation of America zugehörige Entertainment-Holding zentral ist.

3.2 Die Konzeption des Firmen-Namens

Der Firmenname Sony, der ab Ende der 1950er Tokyo Sushin Kogyo ersetzte, setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Das lateinische Wort sonus (= der Ton) knüpft an die Produktpalette zur Zeit des Namenswechsels an (erster japanischer Kassettenrecorder 1950 bzw. Transistorradio 1955). Das japanische Wort sonny (= kleiner Junge)[62] lässt die Assoziation des spielenden Kindes zu, was sich an das Hauptgeschäft der Unterhaltungselektronik anlehnt. Zudem ist das Wort sonnyboy in den Fünfziger Jahren ein Modewort.

[...]


[1] Http://www.innovations-report.de.

[2] Vgl. Gerrig/ Zimbardo 2008: 2.

[3] Vgl. Moser/ Soucek 2007: 402 ff. und Gobé 2001: XIII sowie Holt 2004: 6.

[4] Hartl 2005b: „Die Kulturpsychologie [..] befasst sich in beschreibender, verstehender und erklärender Absicht mit kulturspezifischen Kontexten, Bedingungen oder Bestimmungsgründen menschlichen Denkens, Fühlens, Wollens und Handelns.“

[5] Wöhe 2005: 1.

[6] Ebd.: 5.

[7] http://wirtschaftslexikon.gabler.de.

[8] Beyer/ Carl 2008: 9.

[9] Altmeppen/ Karmasin 2003: 35.

[10] Beyer/ Carl 2008: 9.

[11] Vgl. auch http://wirtschaftslexikon.gabler.de.

[12] Beyer/ Carl 2008: 10.

[13] http://wirtschaftslexikon.gabler.de.

[14] Karmasin/ Winter 2002: 36.

[15] Kleinsteuber/ Thomaß 2004: 144 und Beyer/ Carl 2008: 19.

[16] Beyer/ Carl 2008: 20.

[17] Ebd.: 11.

[18] http://www.ib.hu-berlin.de.

[19] Beyer/ Carl 2008: 13.

[20] Ebd.: 13 f.

[21] Maier 2004: 18.

[22] Ebd.: 19.

[23] Ebd.: 24.

[24] Wöhe 2005: 2.

[25] Sjurts 2005: 7.

[26] Wirtz 2006: 12.

[27] Sjurts 2005: 7: Kombination der „Vorprodukte Information, Unterhaltung und Werbung zu einem marktreifen Endprodukt, dem Medienprodukt.“

[28] Weber/ Rager 2006: 118.

[29] Sjurts 2004, S. 22.

[30] Ebd.: 23.

[31] z.B. bei Göran Svensson unter http://smib.vuw.ac.nz:8081.

[32] Im Folgenden kurz Sony genannt.

[33] http://www.mediadb.eu.

[34] Ebd.

[35] http://www.sony.net/SonyInfo/IR/financial/ar/8ido180000023g2o-att/SonyAR09-E.pdf.

[36] http://www.mediadb.eu.

[37] http://www.sony.com/SCA/press/morita_bio.shtml.

[38] http://www.sony.de/hub/unternehmen/2.

[39] Sjurts (2005), S. 19.

[40] http://www.whoswho.de.

[41] Vgl. http://www.sony.com/SCA/press/morita_bio.shtml.

[42] http://www.whoswho.de.

[43] Vgl. auch http://www.fertinger.com.

[44] Der Auffassung von Kultursoziologie als genereller Soziologie (http://www.uni-leipzig.de) zufolge widmet sich die Kultursoziologie der kulturellen Bedingtheit von sozialen Erscheinungen. Sozialwissenschaften sind die wissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit dem Menschen als sozialem Phänomen und mit seinen institutionellen und organisatorischen Voraussetzungen für menschliches Handeln und Zusammenleben in Gemeinschaften und Gesellschaften beschäftigen; von daher kann auch Wirtschaft als Teilgebiet der Sozialwissenschaften angesehen werden, da Wirtschaften auf menschlichem Handeln basiert und damit ein soziales Phänomen bildet. Wenn sich dieser Abschnitt vornehmlich auf Wirtschaftsgeschichte bezieht, so kann nicht unerwähnt bleiben, dass kulturelle Werte der Wirtschaft immanent sind und sie auszeichnen.

[45] Barth 2007: 120.

[46] Ebd.: 120.

[47] http://www.japan-infos.de.

[48] Barth 2007: 120.

[49] Ebd.: 121.

[50] Ebd.: 113.

[51] Ebd.: 121.

[52] Ebd.: 122.

[53] Vgl. Ebd.: 123 und http://www.embjapan.de.

[54] http://www.auswaertiges-amt.de.

[55] http://www.whoswho.de.

[56] Glowik 2009: 139: „The introduction of the Walkman in 1979 boosted the reputation of Sony as the driving pioneer in the electronics industry, which represented at the same time the core business and vital strength of the firm“.

[57] http://www.sony.com/SCA/press/morita_bio.shtml.

[58] Holt 2004: 1.

[59] Glowik 2009: 135.

[60] http://www.sony.com/SCA/outline/discmanu.shtml.

[61] http://www.sony.net/SonyInfo/CorporateInfo/Subsidiaries/index.html.

[62] http://www.sony.de/hub/unternehmen/8.

Details

Seiten
28
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640970032
ISBN (Buch)
9783640970346
Dateigröße
905 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v175844
Institution / Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,7
Schlagworte
firmenname instrument internationalisierung beispiel sony

Autor

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